Schleichwerbung ist die Pest an Bord der journalistischen Flaggschiffe, Vergnügungsdampfer, Beiboote und Einhand-Jollen. Schleichwerbung ist der Sargnagel für Qualitätsjournalismus, ein Linsengericht, für das Medien ihre Reputation verkaufen. Medienmacher aller Gattungen sollten alles tun, um jede Form von Schleichwerbung zu vermeiden. Weiterlesen im lexikon2.

Lese-Tipp: "SZ Magazin" erklärt das Milliardengeschäft der Influencer.

Lese-Tipp: Im "SZ Magazin" beleuchten Till Krause und Lorenz Wagner das Milliardengeschäft von und mit Influencern wie Bibi, Pamela Reif und Co. Obwohl viele der Instagram- und YouTube-Stars 1.000 Euro und mehr pro Post verdienen, könnte die Influencer-Blase in den nächsten Jahren platzen - etwa dann, wenn Werbekunden feststellen, dass sich hinter 500.000 Followern oft nur 70.000 echte Menschen verbergen.
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Gericht verurteilt Drogeriekette Rossmann wegen Schleichwerbung auf Instagram.

Bezahlte Posts auf Instagram müssen klar als solche erkennbar sein, urteilt das Oberlandesgericht Celle. Die Kennzeichnung mit dem Hashtag #ad zwischen anderen Hashtags sei nicht ausreichend. Konkret ging es um den Post einer 20-Jährigen mit 1,3 Mio Followern für Rossmann. Der Drogeriekette droht im Wiederholungsfall nun ein Strafgeld von bis zu 250.000 Euro.
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Meinung: Dorin Popa entdeckt Schleichwerbung im Transparenzhinweis.

Transparenzhinweise können auch zu Schleichwerbung "mutieren", schreibt Dorin Popa. Anlass gibt ihm ein Reise-Bericht in der "Welt am Sonntag" über das mexikanische Tulum. Unter dem Artikel steht, dass die Reise von Airbnb unterstützt wurde. Passend dazu zitiert Autor Airen eine Frau, die sagt, erschwingliche Zimmer gebe es nur noch über Online-Plattformen. Ein Check von Popa bei HRS zeigt das Gegenteil. Springer sieht darin kein Problem.
nice-bastard.blogspot.de2 Kommentare

EU-Parlament beschließt strengere Werbevorgaben für YouTuber und Video-Portale.

Europa EU-Flagge SterneYouTuber sollen sich an die gleichen Werbe-Vorgaben halten wie Fernsehsender, beschließt der Medienausschuss des EU-Parlaments. Eine veränderte Richtlinie soll die Videomacher dazu verpflichten, deutlich auf Produktplatzierungen und Sponsoring hinzuweisen. Video-Portale dürfen keine Werbung für Zigaretten und Alkohol zeigen. Amazon, Netflix & Co sollen 30 % europäische Werke zeigen und sich an der Filmförderung beteiligen. Lineare TV-Sender dürfen freier entscheiden, wie sie die erlaubten 20 % Werbung im Programm verteilen, nur zwischen 20 und 23 Uhr ist die Werbezeit auf maximal zwölf Minuten pro Stunde begrenzt.
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Studie: Private Blogs kennzeichnen PR nicht ausreichend.

Schleichwerbung in privaten Blogs: Viele Blog-Betreiber trennen Werbung nicht sauber von redaktionellen Inhalten, sagt eine Studie der Uni Osnabrück und der privaten Hochschule BiTS. In rund der Hälfte der 389 untersuchten, zumeist privaten Blogs war die Zusammenarbeit mit Firmen nicht klar als PR gekennzeichnet. Besonders anfällig seien Blogs zu den Themen Reisen, Schuhe und Essen.
"Spiegel" 15/2017, S. 61 (Paid)4 Kommentare

Meedia: Bauers Wunderweib.de bewegt sich an Grenze zu Schleichwerbung.

Schleichwerbung: Alexander Becker dreht die mutmaßliche Schleichwerbe-Enthüllung von Stefan Niggemeier weiter und findet auch bei Bauers Wunderweib Jubel-Texte über Aldi-BHs. Auch Produkte von Puma und Deichmann würden vom Werbewunder Wunderweib-Portal begeistert präsentiert. Bauer weist den Vorwurf zurück und bezeichnet die Artikel als sachliche Information über Produkte. Niggemeier hatte bei ähnlichen Texten auf Brigitte.de Zweifel an der Trennung zwischen Werbung und Redaktion angemeldet.
meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Basta: Trump-Beraterin wirbt für Ivanka-Mode.

Kellyanne Conway 150Alternative Werbung: Trump-Beraterin Kellyanne Conway, Erfinderin des Begriffs "alternative Fakten", ruft beim US-Sender Fox dazu auf, die Modekollektion von Präsidenten-Tochter Ivanka Trump zu kaufen. Sie selbst trage die Kleidung auch. Ein Missbrauch ihres öffentlichen Amtes, wettern Kritiker. Aber vielleicht war Conways Product Placement im Frühstücksfernsehen nur der versteckte Hinweis darauf, dass Donald Trump sonst sein nächstes Dekret erlässt, das zum Kauf von Ivankas Kollektion bei der Einreise aus überwiegend unmodischen Ländern verpflichtet.
horizont.net, faz.net, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Spiegel Online wirft Frauenzeitschriften Pharma-Schleichwerbung vor.

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Krumme Geschäfte? Spiegel Online blättert durch die bunten Frauen-Hefte der großen Publikumsverlage von Burda über Gruner + Jahr bis Klambt und findet auf den Gesundheitsseiten eine verdächtige Nähe zwischen redaktionellen Texten und Werbung. Besonders schwer wiegen die Vorwürfe gegen Bauer.

Das Portal zitiert eine Ex-Redakteurin aus Bauers Hamburger Poolredaktion für Gesundheitstexte, die dem Verlag systematische Schleichwerbung vorwirft. Schon in der Morgenkonferenz werde entschieden, welche Produkte in den kommenden Texten platziert würden. In Einzelfällen würden Texte sogar mit den PR-Abteilungen der Pharma-Firmen abgestimmt. Der Bauer Verlag selbst schreibt, er halte sich an die Trennung von Redaktion und Werbung, geht aber - wie die anderen Verlage auch - nicht auf die konkreten Vorwürfe ein.

Auch in anderen Redaktionen sieht Spiegel Online Schleichwerbe-Verdacht: Eine Analyse von fünf Ausgaben 13 verschiedener Frauenzeitschriften ergibt eine große Übereinstimmung von Produktnennungen rezeptfreier Medikamente und geschalteten Anzeigen. Bei Bauer sieht die Untersuchung eine Übereinstimmung von 87 %, bei Klambt 82 %. Burda liegt mit 50 % deutlich darunter. Die Autoren Jörg Römer und Nina Weber kritisieren außerdem Funke, Jalag und Gruner + Jahr.
spiegel.de3 Kommentare

Electronic Arts stellt Regeln gegen Schleichwerbung auf.

ea150Spielehersteller Electronic Arts stellt ein Regelwerk auf, das die Zusammenarbeit zwischen YouTubern und anderen Influencern sowie dem Unternehmen klar regelt. Die Firma verlangt ein Kennzeichnungssystem für Kampagnen in sozialen Medien: So sollen etwa Inhalte, die mit Hilfe von EA realisiert wurden, mit dem Hashtag #supportedbyEA getaggt werden. Inhalte mit #advertisement signalisieren, dass EA redaktionellen Einfluss genommen hat. Das System soll für mehr Transparenz sorgen und Schleichwerbung verhindern.
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Basta: Trump-Tochter nutzt CBS-Interview für Schleichwerbung.

ivanka-trump-150Die US-Präsidentschaft wird präsentiert von ...: Papa-Trump will für seinen neuen Job als US-Präsident zwar kein Geld, die Trump-Kassen sollen aber trotzdem klingeln. Wie das geht, zeigt Präsidenten-Tochter Ivanka. Sie platziert in Papas erstem Interview einen 11.000-Dollar-Armreif aus ihrer Kollektion und prahlt hinterher mit der Produktplatzierung.
bild.deKommentieren ...

Lese-Tipp: Dossier.at berichtet über Schleichwerbung in "Österreich".

Österreich-Zeitung-150Lese-Tipp: Dossier.at berichtet über Schleichwerbung bei der Zeitung Österreich und zitiert aus internen Mails. So sollen sich unter anderem Ikea, die österreichische Bahn und Media Markt in die redaktionelle Berichterstattung eingekauft haben. Veranlasst wurde die Schleichwerbung laut dem Bericht vom Herausgeber der Zeitung, Wolfgang Fellner.
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RBB kündigt "sehr ernsthafte Gespräche" nach Schleichwerbe-Vorfall an.

rbbRBB kündigt an, mit Viktoria Kleber "sehr ernsthafte Gespräche" zu führen. Auch wenn die Anstalt die Journalistin bislang "als sehr professionelle und gewissenhafte junge Journalistin" kenne, könne es kein "Weiter wie bisher" geben. Die Mitarbeiterin hatte im "Morgenmagazin" der ARD ihre eigene Agentur interviewt. Kleber selbst bittet die Redaktionen auf ihrer Website um Entschuldigung. Sie hätte sie über die Verbindung zur Agentur informieren müssen. "Dass ich das nicht getan habe, war ein großer Fehler, der mir nicht hätte passieren dürfen", so Kleber. Die Journalistin schreibt es sei nicht ihre Intention gewesen, im "Morgenmagazin" Werbung für die Agentur zu machen.
per Mail, viktoriakleber.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

RBB-Reporterin interviewt im "Morgenmagazin" Mitarbeiter ihrer eigenen Agentur.

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(K)ein Sommermärchen: Die ARD sendet im "Morgenmagazin" einen Beitrag über eine Berliner Werbeagentur – die interviewende Reporterin Viktoria Kleber hat sie mit gegründet.
Die ARD lud für die einwöchige Reihe "Sommerinterview" normale Bürger zum Gespräch ein, zunächst mehrere Familien, in der letzten Folge dann drei Mitarbeiter der Agentur gretchen. Sie wird per Einspieler vorgestellt, anschließend interviewt Kleber die Mitarbeiter. Sie ist eine der Agentur-Gründerinnen und nach wie vor an der GmbH beteiligt, laut Übermedien hält sie Anteile von über 6.000 Euro. Diese Verbindung wird im gesamten Beitrag nicht erwähnt.

Die ARD antwortet auf Anfrage von "Übermedien", sie habe nichts von der Verbindung gewusst und sonst "das Thema nicht auf diese Weise umgesetzt". Kleber sei vertraglich verpflichtet, die Redaktion über "Tätigkeiten zu informieren, die zu einem Interessenkonflikt (...) führen könnten". Sie gibt an, seit 2013 nicht mehr für die Agentur zu arbeiten und nicht gewusst zu haben, dass sie als Gesellschafterin geführt werde. Der RBB Der WDR als verantwortliche Anstalt für das "Morgenmagazin" will die Zusammenarbeit mit ihr aussetzen, bis die Sache aufgeklärt ist. Aus der ARD-Mediathek ist der Beitrag inzwischen verschwunden, auf Klebers YouTube-Kanal ist er noch zu finden. (Foto: Screenshot des "Morgenmagazin")
spiegel.de, youtube.com (6-Min-Video)3 Kommentare

Fair Radio vermutet Schleichwerbung bei Hitradio FFH.

radio ffhHitradio FFH macht Schleichwerbung für die App CarUnity, mit der Nutzer ihr Auto vermieten können. fair-radio.net kritisiert, dass nur Werbespots für konkrete Autos klar als solche gekennzeichnet waren, die Moderatoren jedoch ohne Werbekennzeichnung von der App schwärmen und mehrfach den Namen nennen. FFH spricht auf Nachfrage von einer "Unschärfe" und gelobt, darauf zu achten, "nicht werblich 'rüberzukommen'".
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Influencer-Werbung ist laut Landesmedienanstalten ausreichend geregelt.

youtube 400Schleichwerbung: Die Landesmedienanstalten sehen keinen Anlass für strengere Regeln bei Influencer-Marketing in sozialen Netzwerken. Die rechtliche Grundlage sei längst vorhanden, u.a. mit dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, sagt Cornelia Holsten, Direktorin der Bremer Medienanstalt. Der Markt kontrolliere sich selbst ganz gut.
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Meinung: Tina Bauer kritisiert fehlende Kennzeichnung im Influencer Marketing.

Instagram in der FAZ 150Influencer Marketing: Viele Marken lassen Influencer in der gesetzlichen Grauzone, mit platten Werbeposts und ohne klare Kennzeichnung für ihre Produkte werben, kritisiert Tina Bauer. "GZSZ"-Schauspielerin Janina Uhse sei eines der schlechten Beispiele, sie weise nicht auf gesponserte Posts hin, müsse es allerdings auch nicht. Denn in Deutschland fehlt nach wie vor eine klare, gesetzliche Regelung.
onlinemarketing.deKommentieren ...

Gericht urteilt: Zu viel Keks im Dschungelcamp.

dschungelcamp ibes logo600Mehr als Gekrümel: RTL hat beim Dschungelcamp 2014 die Grenzen der Produktplatzierung überschritten, urteilt das Verwaltungsgericht Hannover. Eine 96 Sekunden lange Sequenz habe Bahlsen Keksriegel Pick Up zu stark hervorgehoben, so die Richter. Die ausgehungerte C-Promis hatten die Kekse als Belohnung für eine Schatzsuche erhalten, was im Rahmen normaler Produktplatzierung kein Problem darstellt. Auch der Jubel der Akteure beim Öffnen der Truhe sowie Einzelaufnahmen der Kandidaten beim "genüsslichen" Verzehr hätten noch nicht gegen das Übermaßverbot verstoßen.

Das Fass zum Überlaufen brachten Einzel-Statements und "übertriebene verbale Lobpreisung des Produkts", nachdem der eigentliche Handlungsstrang abgeschlossen war. In diesem Fall habe der "Werbezweck dominiert." Die Niedersächsische Medienanstalt NLM hatte die Sendung beanstandet, RTL war dagegen vor Gericht gezogen.
wuv.de, nlm.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

RTL und NLM streiten vor Gericht um Keks-Werbung.

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Dschungel-Gebäck hinterlässt zu viele Werbe-Krümel: RTL und die Niedersächsische Landesmedienanstalt gehen sich nun vor Gericht auf den Keks. Dabei geht es um die Frage, ob die Produktplatzierung eines Keksherstellers im "Dschungelcamp" 2014 zu werblich war. Nun hat das Verwaltungsgericht Hannover einen Termin gefunden. Mehr als zwei Jahre nach der Ausstrahlung treffen beide Parteien am 18. Februar aufeinander.

Die Medienwächter hatten die Sendung beanstandet, weil die Kekse als Preis für eine Schatzsuche "mit Jubel aufgenommen" und somit "zu stark herausgestellt" wurden - ein Verstoß gegen den Rundfunkstaatsvertrag, meint die NLM. RTL sieht darin kein Problem und hat gegen die Beanstandung geklagt. In den Vorjahren wurden ähnliche Szenen nicht beanstandet.
tagesspiegel.de, verwaltungsgericht-hannover.niedersachsen.de, dwdl.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Bei "GNTM" gewinnen vor allem die Werbepartner.

gntm_2016 150Germany's Next Topmodel lässt die Grenzen zwischen Sendung und Werbung verschwimmen, beobachtet Nina Piatscheck. Bei Kleidung, Pflege- und Kosmetikprodukten der Kandidatinnen überlässt ProSieben nichts dem Zufall. Werbekunden können ihre Produkte auch noch nach dem Dreh digital in die Sendung einbauen lassen. Häufig steigt die Nachfrage nach den gezeigten Produkten im Anschluss an die Sendung.
"Zeit", 6/2016, S. 20 (Paid)Kommentieren ...

Basta: Kinder-"SZ" erklärt Bibis Freundschaftsdienste.

Bibiphone-150Bargeld für Bibi: Die "Süddeutsche Zeitung für Kinder" erklärt sachlich und unaufgeregt, dass YouTube-Stars wie Bibi Produkte oft nur deshalb empfehlen, weil sie von den Herstellern dafür Geld bekommen. Was nach guter Freundin aussieht, sei ein großes Geschäft. Jetzt müssten diese auf Papier gedruckten Infos die jungen YouTube-Fans nur noch erreichen.
"Süddeutsche Zeitung für Kinder" (Paid) Kommentieren ...

Meinung: Bei "Native" kollidieren Idealismus und Marktlogik.

benjamin-von-wyl150Native Advertising ist und bleibt der Versuch von Marken, die Kontrolle über redaktionelle Inhalte zu erlangen, betont Benjamin von Wyl, Dramaturg und ehemaliger Managing Editor der Schweizer "Vice". Das Geschäftsmodell, vielfach als Rettung der Bilanzen von Medienmarken gepriesen, unterlaufe "den Journalismus als Ganzes". Das Aufzählen prominenter Medien, die diese Form verkaufen, ersetze keine Argumentation, wie im aktuellen "journalist" geschehen. Kennzeichnung wiederum ändere nichts an der Tatsache, dass sich die Käuflichkeit eines Mediums durch Native Ads von der Anzeigenabteilung in die Redaktion verlagere.
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Meinung: Instagram ist ein Eldorado für Schleichwerbung.

Instagram150Instagram ist ein Eldorado für Schleichwerbung, hat Tina Bauer von onlinemarketing.de festgestellt. Marken, die Influencer für ihre Produkte vor den Karren spannen und bei der Produktplatzierung die Kennzeichnung "vergessen", könnten langfristig nicht nur Verbraucherschützer auf den Plan rufen, sondern auch die Gunst der Nutzer verlieren. Denn "ehrlich währt am längsten - und Paid Content ist nichts schlimmes", findet Bauer.
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Finanzministerium Sachsen Anhalt "sponsert" Radiosendung.

radiosaw
Politik-Talk mit Geschmäckle: Der Privatsender Radio SAW balanciert auf der Grenze zur Schleichwerbung, berichtet die "Volksstimme" aus Magdeburg. Der Sender hat am Montag zwei Stunden lang über ein Förderprogramm der Investitionsbank Sachsen-Anhalt berichtet und auch Finanzminister Jens Bullerjahn interviewt. Ein Sendersprecher gibt zu, dass die Sendung "auf Anregung des Finanzministeriums" zustande gekommen sei. Dass die Politik einen Einfluss auf die Sendung gehabt habe, weist der Sprecher zurück. Allerdings hatte das Ministerium mit 10.000 Euro Werbegeld nachgeholfen, um das Thema ins Programm zu hieven.

Für das Geld hat das Finanzressort angeblich lediglich Werbespots erhalten, die auf das Förderprogramm und die Radiosendung hinweisen. Die "redaktionelle Hoheit" über die Sendung selbst habe bei Radio SAW gelegen, behauptet der Sendersprecher. Kritiker des Förderprogramms bezweifeln das. Sie werfen dem Sender vor, nur Befürworter des Programms eingeladen zu haben. Auch der DJV kritisiert Radio SAW: "Es kann nicht sein, dass ein Minister für die Produktion eines journalischen Themas Geld bezahlt", lässt Verbandsprecher Hendrik Zörner wissen.
volksstimme.de, radiowoche.de, radiosaw.de (Sendung)2 Kommentare

Andreas Türck will Plattform-Größen an Firmen vermitteln.

andreas tuerck150Influencer Marketing: Moderator und Werber Andreas Türck will mit dem Startup Buzzbird Akteure aus sozialen Plattformen wie Snapchat, Instagram und YouTube an interessierte Firmen vermitteln. Die Vorauswahl soll ein Algorithmus liefern, Buzzbird nimmt 20 % des Auftragsvolumens. Mit einer Kennzeichnungspflicht will das Startup Schleichwerbung vermeiden.
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"NZZ"-Mediengruppe verliert bei Umsatz und Gewinn.

nzz-150NZZ nimmt im 1. Halbjahr 2,7 % weniger ein als 2014. Der Umsatz sinkt auf 227,5 Mio Franken. Grund sind laut Verlag geringere Druckerträge, u.a. durch die Schließung des Druckzentrums Schlieren. In Vertrieb bleibt die Zeitung und setzt 77,5 Mio um, die Werbeumsätze sinken um 1 % auf 97,8 Mio. Das operative Ergebnis (EBIT) sinkt um 5,0 Mio auf 8,5 Mio Franken.
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Auf Instagram verlottern die Sitten.

Instagram 150Instagram ist eine beliebte Plattform für Produktplatzierung, ethische Grundsätze gehen dabei oft verloren, berichtet Journalist Tim Kummert. Erfolgreiche Nutzer erhielten Gratis-Artikel und bares Geld für Fotos von Produkten, als Werbung gekennzeichnet seien solche Posts nicht. Da es etwas zu holen gebe, würden auch manipulierte Followerzahlen zum Problem.
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Blattkritik: Joachim Spiering, Chefredakteur "Euro am Sonntag", über "Gala".

Joachim Spiering muss Gala eigentlich super finden, schon um seiner Frau die wöchentliche Lektüre nicht zu vermiesen. Ein paar Haare findet der Chefredakteur von Euro am Sonntag in Gruner + Jahrs Promi-Klatsch-Süppchen dann aber doch. Die Ausgangslage Ach herrje, die Gala also. Klatsch und People im Hochglanzkonzentrat. Und… Weiterlesen …