Gesa Mayr und Anne-Kathrin Gerstlauer zeigen die neue Redaktion von Watson.de.


Emotionen erwünscht: Beim jungen Portal Watson.de gibt es Weißwein im Dienst und schimpfende Reporterinnen vor der Kamera. turi2.tv besucht die neue Redaktion des Werbekonzerns Ströer. Chefredakteurin Gesa Mayr erzählt, wie sie über Aufregung Debatten anstoßen will. Ihre Stellvertreterin Anne-Kathrin Gerstlauer will mit Watson.de einen Platz schaffen, an dem jeder seine Meinung sagen mag – zur Not schreiend.

"News ohne Blabla" ist das Versprechen, das die ursprünglich aus der Schweiz stammende Marke gibt. Kein Blabla bedeutet für die Chefinnen: Augenhöhe mit Usern und keine Wasserstandsmeldungen. "Kein Blabla" schließt aber Unterhaltung nicht aus, sagt Gerstlauer. Auch kotzende Abiturienten können demnach eine relevante Meldung für die Zielgruppe sein. Bei der kommt es an: Im ersten Monat erreicht Watson.de 8 Mio Visits – weniger als Bento von Spiegel Online, aber mehr als Ze.tt von Zeit Online.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Schweizer Verlage gründen neuen Werbevermarkter.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Schweiz: AZ-Medien, Corriere del Ticino, Tamedia, NZZ und der Verband Schweizer Medien gründen eine Aktiengesellschaft, die künftig ihre Print-Werbevermarktung übernehmen soll. Die Firma ersetzt Publicitas, der die Medienhäuser nach Zahlungsausständen gekündigt haben. Die neue Firma soll explizit keine Anzeigen verkaufen, sondern lediglich Kampagnen abwickeln. Das neue Unternehmen soll auch externen Kunden offenstehen.
nzz.ch, new-business.de

"NZZ" und "Standard" setzen bei Deutschland-Expansion auf Synergien.

nzz-150Deutschland-Expansion von "NZZ" und "Standard" könnte sich auszahlen, schreibt Christopher Ophoven. Beide Häuser setzten beim Versuch, deutsche Leser zu gewinnen, bewusst nur wenige Ressourcen ein und setzen auf Synergien. Beiträge oder zumindest Themen werden sowohl für Deutschland als auch für die Heimat verwendet. Dadurch könnten beide Zeitungen zeitnah in Deutschland Gewinne erwirtschaften.
deutschlandfunk.de

"Zeit" in der Schweiz muss umziehen.

Zeit braucht für ihr Schweiz-Büro ab Oktober eine neue Bleibe. Das Gebäude in Zürich, in dem sich die Redaktion derzeit befindet, muss wegen einer bedrohlichen Schräglage abgerissen werden. Büroleiter Matthias Daum stellt an das neue Büro keine großen Ansprüche: Gesucht werden zwei Räume, maximal 40 Quadratmeter, ein Sitzungszimmer und eine Teeküche zur Mitnutzung irgendwo in Zürich.
persoenlich.com

Michael Ringier: Journalismus lässt sich künftig nur mit Daten finanzieren.

Daten sind die einzige Chance, Journalismus langfristig zu finanzieren, sagt Verleger Michael Ringier. "Sonst kann ich den Laden irgendwann zumachen", sagt er. Leser seien bereit, Daten abzugeben, wenn sie Vertrauen haben können. Dem Silicon Valley fehle es an echtem sozialem Engagement, Mark Zuckerberg sei ein "Oberheuchler", meint Ringier. Ringiers Neffe Robin Lingg soll im Kreis der Familie der "Leader of the Gang" sein, ob er später CEO werde, stehe aber nicht fest.
handelsblatt.com (Paid)

Ringier steigert 2017 Ebitda und Digital-Gewinne.

Ringier steigert im Geschäftsjahr 2017 den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 11 % auf 110,6 Mio Schweizer Franken. 66 % des operativen Gewinns erzielt Ringier mit digitalen Geschäftsmodellen. Der Gesamtumsatz sinkt um 4,4 % auf 1 Mrd Schweizer Franken. Ringier ist gemeinsam mit Swisscom im Gespräch über eine mögliche Übernahme des Anteils von 33,3 %, den SRG SSR an der Werbevermarktungsfirma Admeira hält.
ringier.ch

"Blick" engagiert sich bei E-Sports-Turnier.

Blick will von der Begeisterung für E-Sports profitieren und organisiert gemeinsam mit dem Computerspiele-Hersteller EA Sports und der Fifa am 5. Mai den "Blick eSports Cup". Bei dem Turnier sollen sich 320 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Computerspiel Fifa messen. Das Turnier dient zugleich als Qualifikationsrunde für die von EA Sports und der Fifa ausgetragenen Weltmeisterschaften in dem Spiel. Außerdem startet der "Blick" eine eigene Sektion auf seiner Website, in der die Zeitung stärker über E-Sports berichten will.
ringier.ch

SRF-Bericht: Tamedia übernimmt "Basler Zeitung" noch in dieser Woche.

Basler Zeitung soll noch in dieser Woche verkauft werden, berichtet Radio SRF unter Berufung auf Mitarbeiter. Chefredakteur Markus Somm habe die Belegschaft am Montag über den Verkauf informiert und den Bericht der "Schweiz am Sonntag" bestätigt, wonach Tamedia die Basler Zeitung übernimmt. Der Deal soll als Tauschgeschäft ablaufen: "BaZ"-Besitzer Christoph Blocher bekommt von Tamedia im Gegenzug die Gratiszeitung "Tagblatt der Stadt Zürich".
srf.ch via persoenlich.com

Schweiz: Arne Bergmann leitet Print-Werbung der NZZ Medien.

NZZ Medien holen Arne Bergmann, 46, als Leiter für den Werbemarkt Print. Er folgt Andy Bürki, 44, der das Unternehmen wegen "unterschiedlicher strategischer Auffassungen"verlässt. Bergmann verantwortet die Vermarktung aller Zeitungen und Zeitschriften der NZZ Medien. Bis Januar war er Chief Sales Officer von Admeira, zuvor in verschiedenen Positionen u.a. bei Media Impact und bei Springer.
werbewoche.ch

No Billag: Schweizer Rundfunk kündigt Sparprogramm und Programmreform an.

Schweizer Rundfunk: Generaldirektor Gilles Marchand kündigt nach dem Ja der Schweizer zum Rundfunkbeitrag umfangreiche Veränderungen an. Der Sender werde ein Sparprogramm von 100 Mio Franken auflegen, die Rundfunkgebühr solle 2019 von 451 auf 365 Franken pro Jahr sinken. Programmlich sollen künftig 50 % des Budgets in "ausgewogene, unabhängige Information" fließen. Außerdem will der Sender sein Archiv öffnen und Dritten zur Verfügung stellen. Online will die SRG die Länge von Texten reduzieren und Texte ohne Sendungsbezug komplett streichen.
derstandard.at, turi2.de (Background)

71 % der Schweizer stimmen für Rundfunkbeitrag.


Pro Billag: Die Wahlberechtigten in der Schweiz haben sich mehrheitlich für eine Beibehaltung des Rundfunkbeitrag Billag ausgesprochen. 71,6 % der Schweizer stimmen gegen die Initiative No Billag, die eine Abschaffung der Gebühr und eine Refinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks am freien Markt gefordert hat. Das Bestehen des Schweizer Rundfunks SRG ist damit gesichert.

Die Initiatoren von No Billag sehen die Ablehnung ihrer Initiative in ersten Stellungnahmen nicht als Niederlage. "Wir konnten eine große medienpolitische Diskussion lancieren, die Zwangsgebühren wurden enttabuisiert," sagt Olivier Kessler einer der No-Billag-Macher. SRG-Chef Gilles Marchand hat bereits vor der Abstimmung in der "Welt" gesagt, dass der Sender sein gesamtes Angebot überdenke.
dwdl.de, nzz.ch, sueddeutsche.de

No-Billag-Initiative ist auch bei verlorener Abstimmung nicht am Ende.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Schweiz: No-Billag-Initiative gegen eine Rundfunkgebühr in der Alpenrepublik ist selbst dann nicht am Ende, wenn die Abstimmung am Sonntag verloren geht, schreibt Christian Meier. Durch die Diskussion in der Schweiz werde auch in vielen anderen EU-Ländern über den Sinn oder die Höhe der Abgabe diskutiert, etwa in Frankreich, Österreich, Polen und Dänemark.
"Welt am Sonntag", S. 9 (Paid)

Zitat: Roger Köppel will beim Marktversagen der Medien lieber hinterher reagieren.

"Überlassen wir die Medien doch dem Markt. Und schauen, was dann passiert. Wenn es dann Probleme gibt, wird die Schweiz doch wohl innovativ genug sein, Lösungen zu finden."

"Weltwoche"-Chef und SVP-Politiker Roger Köppel gesteht im "Welt"-Interview zur Debatte um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Schweiz, dass es Fälle gibt, in denen der freie Markt für Medien nicht funktioniert, will Lösungen dafür aber wenn nachträglich finden.
welt.de (Paid)

Nina Ranke leitet die Wirtschaftsmedien bei Ringier Axel Springer Schweiz.

Ringier Axel Springer Schweiz überträgt Nina Ranke die Leitung der Wirtschaftsmedien mit den Titeln "Bilanz", "Handelszeitung", "Schweizer Bank" und "Schweizer Versicherung". Ranke war zuletzt Operativchefin bei Springer International und übernimmt von Uli Rubner, die zum Wohnmagazins "Homes" wechselt.
ringieraxelspringer.ch, turi2.de (Bilanz)

Tamedia erhöht digitale Präsenz mit der Lesezirkel-App Sharemagazines.

Lesezirkel-App Sharemagazines erweitert das Angebot um sechs Titel von Tamedia, darunter u.a. Tages-Anzeiger und Sonntagszeitung. Damit zieht erstmals eine führende Tageszeitung aus dem Ausland in den digitalen Lesezirkel, mit Tribune de Genève kommt der erste französischsprachige Titel zu Sharemagazines.
pressebox.de

Öffentlich-Rechtliche stehen in ganz Europa in der Kritik.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk steht aktuell nicht nur in Deutschland in der Kritik: In der Schweiz sammelt die Volks-Initiative "No Billag" Stimmen, in Polen haben viele Menschen mit der Abschaffung der Medienfreiheit auch ihren Fernseher verbannt. In Frankreich soll eine Reform alle öffentlichen Sender bündeln und die Budgets eindampfen, in Österreich streiten FPÖ und ORF.
sueddeutsche.de

Zitat: "Zeit"-Korrespondent Matthias Daum kann "No-Billag" auch etwas Positives abgewinnen.

"Kein Abendessen, kein Apéro vergeht, ohne dass die No-Billag-Initiative zum Thema wird. Das ist großartig!"

Matthias Daum, Schweiz-Korrespondent bei der "Zeit", schätzt im Interview zum neuen Zeit-Online-Podcast "Servus. Grüezi. Hallo" an der "äußerst dummen Idee" der "No-Billag"-Initiative immerhin, dass sich Menschen wieder über Medien unterhalten.
kress.de

Streik legt Schweizer Nachrichtenagentur SDA lahm.

SDA Nachrichten Logo 150Schweiz: Redakteure der Nachrichtenagentur SDA befinden sich im unbefristeten Streik, weil 36 von 150 Stellen gestrichen werden sollen. Die SDA gehört den Medienunternehmen und sitzt eigentlich auf 20 Mio Franken Reserven. Geschäftsführer Markus Schwab heizt die Situation durch die Äußerung an, die SDA sei nur ihren Aktionären etwas schuldig. Er will weniger Auslands- und Wirtschaftsmeldungen.
plus.faz.net (Paid), zeit.de (Paid), turi2.de (Background)

Ringier: Marc Walder übernimmt 10 % der Unternehmensanteile.


Ringier puts a ring on it: Das Schweizer Medienunternehmen Ringier bindet Marc Walder langfristig ans Unternehmen, er bekommt 10 % Unternehmensanteile, die zu gleichen Teilen aus dem Besitz der drei Familienstränge stammen. Ringier gibt außerdem bekannt, Walder sei der "designierte Nachfolger von Michael Ringier als Verwaltungsratspräsident". Walders Ringier-Karriere begann 1991, seit 2012 ist er Chef und Vorsitzender der Konzernleitung.
 
Ringier macht sich außerdem an die Generationenplanung, Robin Lingg, 38, Neffe von Michael Ringier, soll perspektivisch die Führungsrolle der sechsten Generation der Inhaberfamilie übernehmen.
ringier.ch

Befürworter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Schweiz liegen in Umfrage vorne.

Schweiz: Rund sechs Wochen vor der Abstimmung über eine Abschaffung der Rundfunkgebühren in der Schweiz liegen die Gegner des Vorhabens in einer vom Schweizerischen Rundfunk selbst beauftragten Umfrage vorne. Demnach seien 60 % der Stimmberechtigten gegen die Abschaffung, 38 % dafür. Jüngere Schweizer sind tendenziell eher gegen die Gebühren als ältere.
srf.ch