Twitter: Die eigenen Maßnahmen gegen Online-Hass wirken.

Hass-Kommentare: Twitter stellt sich selbst ein gutes Zeugnis im Kampf gegen Mobbing, Hass und Belästigung auf seiner Plattform aus. Der Kurznachrichtendienst gehe jeden Tag gegen zehn Mal mehr Nutzer vor, die Twitter für Hass-Posts missbrauchen, als vor einem Jahr. Auch neue Profile bereits gesperrter Nutzer würden häufiger erkannt und gelöscht. Selbstkritische Töne gibt es in der Auswertung nicht.
horizont.net, blog.twitter.com, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Nutzer erinnern sich, wo sie einen Artikel gefunden haben, aber nicht von wem.

Medienmarken werden oftmals von Nutzern nicht wahrgenommen, so das Ergebnis einer Untersuchung des Reuters Institutes der Universität Oxford. Demnach wissen zwei Tage nach dem Lesen nur noch 37 % der Leser, die einen Beitrag über eine Websuche gefunden haben, und 47 %, derer, die ihn via soziale Netzwerke angezeigt bekommen haben, den Namen des veröffentlichenden Mediums. Über welchen Kanal die Leser den Beitrag gefunden haben, können sie mehrheitlich nennen. Die Studie hat lediglich das Verhalten britischer Nutzer untersucht.
meedia.de, reutersinstitute.politics.ox.ac.ukKommentieren ...

NBC startet die erste Nachrichtensendung auf Snapchat.

Snapchat bekommt eine Nachrichten-Sendung mit zwei Ausgaben pro Tag. NBC produziert das zwei bis drei Minuten kurze "Stay Tuned". Der Sender verkauft Anzeigen selbst, Snap erhält einen Teil der Einnahmen. Verschiedene Publisher, unter ihnen Bild.de, Spiegel Online, Vice und Sky, produzieren bereits tägliche Ableger für den Discover-Bereich der Snapchat-App.
businessinsider.de, niemanlab.org, turi2.de (2-Min-Video SpOn auf Snapchat)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Ein Video-Besuch beim Snapchat-Team im "Spiegel"-Haus.

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Amazon startet soziales und bildlastiges Empfehlungsprogramm Spark.

Amazon bastelt sich sein eigenes bildlastiges Empfehlungsprogramm mit kräftigen Anleihen bei Instagram und Pinterest. Spark, zunächst nur in der iPhone-App und nur in den USA verfügbar, zeigt Fotos von Prime-Abonnenten beim Benutzen von Dingen, die sie bei Amazon gekauft haben. Das Feature soll auch ein Neuentwurf der wichtigen Kundenrezensionen sein.
techcrunch.com, winfuture.deKommentieren ...

Klick-Tipp: "Zapp" vergleicht die Themen alternativer und klassischer Medien.

Klick-Tipp: "Zapp" lässt Nutzer zwischen Facebook-Filterblasen alternativer und klassischer Medien hin und her zappen. Der Filter-Zapper bildet bis zur Bundestagswahl von beiden Quellen die News-Auswahl auf Social-Media-Kanälen ab. Die News sind nach Themen - u.a. Gesellschaft, Außenpolitik und Medienkritik - sortiert.
presseportal.de, ndr.deKommentieren ...

Lese-Tipp: "W&V" gibt Tipps zum Werbe-Einsatz von Social-Media-Influencern.

Lese-Tipp: Influencer Marketing ist aus dem Mediamix vieler Marken nicht mehr wegzudenken, jedoch gibt es viele Fallstricke. "W&V" widmet sich auf 13 Seiten der Kennzeichnung bezahlter Inhalte, Fragen der Vertragsgestaltung und der Auswahl der passenden Influencer für die Marke. Zudem zeigt das Dossier Beispiele für Kooperationn zwischen Medienmarken und Social-Media-Stars. Die Zusammenarbeit gehe für beide Seiten auf, weil sie über Reichweite verfügen, die der jeweils andere nicht hat.
"Werben & Verkaufen" 29/2017, S. 16 - 27Kommentieren ...

Steuerfahnder analysieren Posts von Influencern.

Influencer: Laura Ewert beschreibt die Gratwanderung der Social-Media-Stars zwischen Werbung und redaktionellem Inhalt. Langsam beginnen die Influencer, Werbung auch als solche zu kennzeichnen. Grund ist wohl eine Abmahnwelle. Juristen rechnen noch in diesem Jahr mit den ersten Urteilen zur Werbung in den sozialen Medien.
"Focus" 28/2017, S. 60, blendle.com (Paid)

Korrektur, 18.7.: In einer früheren Version dieses Textes hatte turi2 geschrieben, dass Steuerfahnder die Posts von Influencern auswerten. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.Kommentieren ...

Zahl des Tages: 10.000 Twitter-Accounts steuern zu lassen, kostet 500 Dollar.

Zahl des Tages: Gerade mal 500 Dollar kostet die Software, mit der sich 10.000 Twitter-Accounts steuern lassen, der einfachste Bot hat nur 15 Zeilen Programmcode. Das Munich Center for Internet Research hat die Munich Bot Challenge zur automatisierten Identifizierung von Robotern in sozialen Netzwerken ausgeschrieben, dotiert mit 10.000 Euro. 9 bis 15 % der Twitter-Accounts sollen inzwischen von Bots geführt werden.
"Süddeutsche Zeitung", S. 8 (Paid)Kommentieren ...

Lese-Tipp: Comedian spricht über seinen Viral-Erfolg mit Edeka-Schild.

Lese-Tipp: Der Hamburger Comedian Andre Kramer berichtet im Interview mit Horizont.net, wie sein Schild mit der Aufschrift "Ich bin Anwohner und gehe nur kurz zu Edeka - Danke" zum Viral-Erfolg geworden ist. Er sei mit seinem lustigen Schild gar nicht bis zum Supermarkt gekommen, weil ihn so viele Menschen angesprochen hätten und er mit ihnen Bier getrunken und geredet habe. Irgendwann habe seine Oma angerufen und gesagt: "Junge, da ist ein Mann mit einem Schild im Fernsehen, der sieht aus wie du." Kramer habe mit der Aktion mehr als 6.000 Facebook-Fans gewonnen.
horizont.netKommentieren ...

Zitat: Ritter-Sport-Chef Ronken setzt auf Ideen kleiner Kreativ-Teams und Kunden.

Andreas Ronken"Wir müssen schon ein bisschen diesen Startup-Gedanken haben und die Kompetenz den Mitarbeitern geben. Sie sollen machen, was sie für richtig halten und nicht über Standardprozesse eines Konzerns ausgebremst werden."

Ritter-Sport-Chef Andreas Ronken lässt ein kleines Team Social-Media-Erfolge austüfteln. Die Einhorn-Schokolade sei durch einen Vorschlag von Kunden entstanden, sagt Ronken im Interview mit Gründerszene.
gruenderszene.deKommentieren ...

Frauke Böger snappt für SpOn – ein Video-Besuch beim Snapchat-Team im "Spiegel"-Haus.


Im Kinder-Paradies: Zehn Mitarbeiter produzieren die tägliche Snapchat-Ausgabe von Spiegel Online. turi2.tv besucht Chef-Snapperin Frauke Böger – und blickt ihrem Team mit der Kamera über die Schulter. Die junge Truppe soll Nutzer im Schüler-Alter zur Marke "Spiegel" holen. Im Monat erreichen sie bereits eine Mio-Anzahl Unique User im News-Bereich Snapchat Discover, meldet der Verlag. 85 % sind jünger als 24 Jahre.

Die frühere "taz"-Onlinechefin Böger versucht ständig, die Balance zu finden zwischen der kunterbunten Snapchat-Welt und der traditionsreichen Marke "Spiegel". Ein fundamentaler Unterschied: Die Snapchat-Macher erzählen ihre Themen visuell. Jeder Snap enthält Bilder, Sound und spielerische Elemente. "Wir lernen, dass sich Themen ganz anders erzählen lassen", sagt Böger. "Es geht kürzer, es braucht nicht immer den langen Text."
turi2.tv (2-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

Der britische Außenminister Boris Johnson lobt Twitter-Stil von Donald Trump.

Boris Johnson, britischer Außenminister, lobt in einem Interview mit BBC Radio 4 den Twitter-Stil von US-Präsident Donald Trump. Er sorge mit seinen Tweets dafür, dass sich Menschen politisch engagieren. Er selbst würde auch gerne so kommunizieren, Bedenkenträger in seinem Ministerium würden dem jedoch einen Riegel vorschieben. Erst jüngst war Donald Trump erneut in die Kritik geraten, nachdem er Journalisten auf Twitter beleidigte und ein Video postete, auf dem er einen Mann, dessen Kopf durch ein CNN-Logo ersetzt wurde, verprügelt.
theguardian.com, turi2.de (Prügel-Video), turi2.de (Beleidigung)Kommentieren ...

Zahl des Tages: Bild.de hat laut "Journalist" erfolgreichste Facebook-Strategie.

Zahl des Tages: Mit durchschnittlich 42 Facebook-Posts am Tag erreicht Bild.de die meisten Interaktionen aller großen deutschen Newsportale, sagt der "Journalist" nach einer Datenanalyse. Zum Vergleich: Focus Online setzt täglich rund 80 Beiträge bei Facebook ab bei Kommentaren, Likes und Shares. Das DJV-Verbandsmagazin hat mehr als 160.000 Facebook-Posts von "Bild", T-Online, Spiegel Online, Focus Online, "Welt", Zeit Online, Faz.net und "Süddeutscher Zeitung" zwischen Anfang 2016 und Ende Mai 2017 analysiert. Überraschendes Ergebnis: Lokale Beiträge werden besonders stark verbreitet, Sport-Posts dagegen selten.
presseportal.deKommentieren ...

Berater Michael Heine warnt werbende Unternehmen vor dem Daten-GAU.

Mein Wissen gehört mir: Marketing-Analyst Michael Heine betrachtet den digitalen Werbemarkt voller Sorge. Google und Facebook saugen das Wachstum auf – und Heine sagt im Video-Interview bei den Digital Marketing Days: "Es ist absehbar, dass wir bald keinen funktionierenden Markt mehr haben werden." Heine beobachtet, wie große Plattformen und Agenturen die Intransparenz für leere Reichweiten-Versprechen ausnutzen.

Der Chef der Agentur Companion vermutet deshalb im Interview von "Horizont" und turi2.tv: "Alle großen Unternehmen werden einen großen Teil ihrer Datenhaltung hinter ihre eigene Firewall ziehen." Im zunehmend digitalen Leben sei es fatal, wenn Kundendaten und -verbindungen an intransparente Plattformen und Agenturen outgesourct würden.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube Kanal von turi2)Kommentieren ...

"Economist" setzt im Social Web mehr auf Interaktionen als auf Reichweite

The Economist 150Economist setzt im Social Web mittlerweile stärker darauf, mit Nutzern zu interagieren, anstatt möglichst viele Leser zu erreichen, berichtet Denise Law, Community Redakteurin der britischen Zeitschrift. Außerdem bemüht sich das Team stärker auf selbst-kontrollierte Plattformen zu setzen, wie Website und Apps, wo der „Economist“ mit verschiedenen Newslettern und Push-Funktionen experimentiert. Das Ziel sei es weiterhin, neue Abonnenten zu gewinnen.
medium.comKommentieren ...

Sarah Kübler will Influencer-Interessen politisch durchboxen.

Mehr Einfluss für die Influencer: Social-Media-Stars stehen zunehmend unter Beobachtung der Behörden. Marketing-Expertin Sarah Kübler von der Agentur HitchOn will deshalb "einen ersten Pflock reinhauen" und die kritischen Medienanstalten influencen. Im Interview von "Horizont" und turi2.tv erklärt Kübler, was der neue Bundesverband der Influencer-Marketing-Branche will.

Kübler geht es darum, einheitliche Regeln zu schaffen. Webvideo-Stars sind derzeit verunsichert, weil Medienanstalten jüngst von mehreren eine Rundfunklizenz forderten. Auch Schleichwerbung wird immer seltener toleriert. Wie die ganz Großen will die noch junge Branche sich mit Medienanstalten "austauschen", sagt Kübler bei den Digital Marketing Days – im Klartext: Lobbyarbeit betreiben.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube Kanal von turi2)
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Meinung: Das Bild der hermetisch abgedichteten Filterblase ist falsch.

Filterblasen existieren nur in unseren Köpfen, findet Christian Meier. Er plädiert dafür, sich vom Bild einer "hermetisch abgedichteten Digitalwelt", in der keiner mehr der eigenen Meinung widerspricht, zu verabschieden. In der Realität dringen auch andere Meinungen durch – anders seien Shitstorms nicht zu erklären. Der Medienmix der meisten Menschen bestehe nicht nur aus Facebook und Twitter, argumentiert Meier anhand aktueller Studien. Danach informieren sich nur 1,6 % der Menschen ausschließlich in den sozialen Medien.
"Welt am Sonntag", S. 55, blendle.com (Paid)Kommentieren ...

Bundestag beschließt Facebook-Gesetz.


Maas-Arbeit: Der Bundestag winkt das Gesetz gegen Hasskriminalität im Internet, offiziell Netzwerkdurchsetzungsgesetz, durch. Facebook, Twitter und Co müssen "offenkundig strafbare Inhalte" nun binnen 24 Stunden nach einem Hinweis darauf löschen, uneindeutige Fälle binnen sieben Tagen. Das Gesetz sieht auch einen "Zustellungsbevollmächtigten" in Deutschland vor, weil viele große Digitalunternehmen ihren Sitz im Ausland haben. Er soll binnen 48 Stunden reagieren. Wer systematisch gegen die Vorgaben verstößt, muss mit bis zu 50 Mio Euro Bußgeldern rechnen. Kritiker fürchten, dass das Gesetz die Meinungsfreiheit im Netz einschränken wird, weil es die Entscheidung, ob ein Beitrag rechtskonform ist oder nicht, auf die Unternehmen abwälzt, die sich aus Angst vor Strafen möglicherweise mit Overblocking absichern.
spiegel.de, turi2.de (Kritiker), turi2.de (Facebook)Kommentieren ...

Mathias Meier und Jakob Wais: Ein Blick ins "Bild"-Labor.


Auf allen Hochzeiten tanzen: Mathias Meier (links) und Jakob Wais erschließen Springers Boulevard-Bomber "Bild" immer neue Kanäle. Der Chef-Produktentwickler und der Chef für neue Plattformen fragen sich bei jeder digitalen Entwicklung: Was können wir daraus machen? Wais versichert im turi2.tv-Interview: Reichweite baut "Bild" nicht durch billige Klicks auf, sondern mit Relevanz.

Die sozialen Medien verlangen ganz neue Formate. Nutzer sehen "Bild" auf Facebook an der Bushaltestelle, in einer Konferenz oder während sie auf dem Klo hocken. Videos werden zu 90 % stumm geschaut und oft nach zwei Sekunden ungeduldig wieder gestoppt, sagt Wais. "Der Konkurrenzkampf ist hoch." Auch deshalb müssen er und Produktentwickler Meier möglichst früh auf neue Kanäle, um zum Platzhirsch zu werden.
(aufgezeichnet bei Recherchen zur turi2 edition4 im Januar 2017)
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

Zitat: Heiko Maas glaubt, dass sein Lösch-Gesetz für mehr Freiheit im Netz sorgt.

"Die totale Regellosigkeit im Internet führt zu weniger Freiheit."

Justizminister Heiko Maas argumentiert für sein Facebook-Gesetz: Klare Regeln gegen Hass-Postings sorgten dafür, dass sich Menschen im Netz freier äußern können.
turi2 vor Ort beim Journalismusdialog

Weitere Zitate aus der Debatte:

"Wer nichts macht, wird kritisiert. Wer etwas macht, wird noch mehr kritisiert."

"Mir wird ein bisschen schwummerig, wenn da immer mit der Meinungsfreiheit argumentiert wird."

"Ich bin nicht mehr bereit, es hinzunehmen, als Beschneider von Freiheitsrechten dazustehen."

"Das Bewusstsein, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, ist bei manchen Nutzern offenbar gar nicht vorhanden."Kommentieren ...

Meinung: Twitter blockt Inhalte mal zu hart, mal zu nachlässig.

Twitter löscht bereits ohne Netzwerkdurchsuchungsgesetz gern mal Brände, bevor sie entstehen, findet Philipp Hummel. Spiegel Online wertet außerdem vier Listen mit 273 Accounts und über 3600 Tweets der Datenbank Lumen aus. Fazit: Einerseits werden Posts zurückgehalten, die in Deutschland vermutlich die Meinungsfreiheit deckt, andererseits blieben üble Beschimpfungen sogar nach Prüfung des Netzwerks stehen.
spiegel.deKommentieren ...

Heiko Maas sieht keine Privatisierung des Rechts durch sein Facebook-Gesetz.

Facebook-Gesetz sorgt nicht dafür, dass die Durchsetzung von Recht privatisiert wird, verteidigt sich Justizminister Heiko Maas. Schon die E-Commerce-Richtlinie der EU und das Telemediengesetz verpflichteten soziale Netzwerke, für Ordnung zu sorgen. Maas sagt, wer sich über sein Netzwerkdurchsetzungsgesetz aufrege, müsse sich zuerst über viel ältere Gesetze aufregen. U.a. die Verleger-Verbände wehren sich gegen das Gesetzesvorhaben.
turi2 vor Ort beim JournalismusdialogKommentieren ...

Zitat: Julia Jäkel respektiert Facebooks Leistung – und sieht seine Mechanismen kritisch.

"Facebook hat Großes geschaffen, aber lasst uns nicht so tun, als sei Facebook eine neutrale Plattform."

Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel lädt Facebook in Berlin zum Journalismusdialog – weil Facebook die Art verändere, wie wir uns unterhalten. Die VDZ-Abtrünnigen G+J, "Zeit", "Spiegel" und Medweth empfangen gemeinsam.
turi2 vor Ort in BerlinKommentieren ...

Union und SPD einigen sich auf Grundzüge des Netzhetze-Gesetzes.


Soziales Gesetzwerk: Union und SPD einigen sich auf Grundzüge des Gesetzes gegen Hasskriminalität im Internet. Das geplante Gesetz soll soziale Netzwerke wie Facebook verpflichten, offensichtlich strafbare Inhalte innerhalb von 24 Stunden nach Eingang einer Beschwerde zu löschen oder zu sperren. Nicht eindeutige Fälle müssten innerhalb einer Woche entschieden werden.

Plattformen wie Facebook und YouTube sollen laut "Spiegel" einen Zustellungsbevollmächtigen in Deutschland einsetzen müssen. Dieser müsse innerhalb von zwei Tagen Behörden, die sich wegen illegaler Inhalte melden, Auskunft erteilen. Die Regierung wolle den sozialen Netzwerken erlauben, ein gemeinsames Zentrum zur Prüfung der Beschwerden einzurichten, das Informationen über seine Arbeit veröffentlicht.

Das Bundesjustizministerium unter Heiko Maas soll die Pläne nun schriftlich zusammenfassen. Die endgültige Einigung könnte kommende Woche folgen.
spiegel.de, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Welt" steigt bei Instant Articles aus.

Welt zieht bei Instant Articles den Stecker und steigt als erstes deutsches Medium aus, schreibt Meedia. Die Springer-Zeitung will Facebook-Nutzer künftig wieder auf das eigene Mobil-Angebot locken. Springer ist mit der Monetarisierung der Instant Articles unzufrieden. Bei stern.de sei noch keine Entscheidung über den Verbleib im Facebook-Projekt gefallen. "New York Times" und "Guardian" sind bei dem Projekt bereits ausgestiegen.
meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

US-Nachbarschaftsnetzwerk Nextdoor startet in Deutschland.

Nextdoor, Nachbarschaftsnetzwerk aus den USA, startet offiziell in Deutschland. Das Netzwerk will Nachbarn miteinander vernetzen und Nachbarschaftshilfe digitalisieren. In den USA spielen auch Sicherheitsaspekte eine Rolle. Deutschlandchef wird ein alter Bekannter: Marcus Riecke, Ex-Chef des gescheiterten Facebook-Konkurrenten StudiVZ. Seit Februar ist Nexdoor in Deutschland in der Beta-Phase. Hier agiert bereits das weiter verbreitete Netzwerk Nebenan.de.
welt.de, gruenderszene.de, nextdoor.deKommentieren ...

Umfrage: Die Mehrheit der Deutschen will ein Gesetz gegen Fake News.

Fake News sollen mit einem eigenen Gesetz bekämpft werden, findet eine Mehrheit der deutschen Online-Nutzer. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW sind 80 % der Meinung, dass neue Gesetze nötig sind, um Social-Media-Anbieter zum schnelleren Löschen von Falschnachrichten zu zwingen. Aktuell arbeitet die Bundesregierung am umstrittenen Netzwerkdurchsuchungsgesetz, um gegen Hassbotschaften und Fake News vorzugehen.
"FAZ", S. 13 (Paid), turi2.de (Background)1 Kommentar

Snap und Time Warner schließen 100-Mio-Deal für exklusive Inhalte.


Snap den Content: Snapchat will sich mit exklusiven Inhalten gegen Facebook und Co behaupten und schließt mit Time Warner einen 100 Mio Dollar schweren Inhalte-Deal. Time Warner wird zehn exklusive Shows für Snapchat produzieren, darunter sowohl Drama- als auch Comedy-Serien. Bei den Werbeeinnahmen, die Snapchat mit den Produktionen einspielt, machen Time Warner und der Messenger mit den selbstzerstörenden Nachrichten halbe-halbe.

Snap arbeitet bereits mit einigen Fernsehsendern und Produktions-Studios in den USA zusammen, darunter Discovery, MGM, Vice und die Football-Liga NFL. Der Deal mit Time Warner, unter anderem Rechteinhaber der HBO-Serie "Game of Thrones" und von DC Comics, weitet dieses Engagement deutlich aus. An der Börse sorgte die Meldung für ein Kursplus der Snap-Aktie um 3 %. (Foto: picture alliance / Frank May)
mashable.com, businessinsider.deKommentieren ...

Google präsentiert Vier-Punkte-Plan gegen Online-Hass und Propaganda.


Großes Paket gegen Propaganda: Google stellt via "Financial Times" umfangreiche Pläne vor, die insbesondere YouTube von Hass und Terror-Propaganda säubern sollen. Chefjurist Kent Walker nennt nicht zufällig künstliche Intelligenz an erster Stelle. Google investiert in lernende Algorithmen, die immer zuverlässiger Gewalt und Hass aufspüren sollen. Walker kündigt aber auch umfangreiche Kooperationen mit Organisationen an, die Inhalte melden sollen. Vier Maßnahmen im Einzelnen:

1. Künstliche Intelligenz: Mehr Programmierer sollen sich mit maschinellem Lernen beschäftigen. Google hofft, dass Algorithmen künftig noch erfolgreicher gefährliche Inhalte aufspüren. Mehr als 50 % gelöschter Terroristen-Videos seien zuletzt durch automatisierte Videoanalysen gefunden worden. Walker räumt ein, dass es schwierig ist, Propaganda von einem Nachrichtenbeitrag zu unterscheiden, der mit den gleichen Bildern journalistisch über Terror berichtet.

2. Freiwillige Helfer: Wegen dieser vielen Grenzfälle will Google verstärkt Organisationen einbeziehen, die verbotene Inhalte finden und melden. Dazu vergrößert YouTube das Programm Trusted Flagger. Zu den 63 Mitgliedern sollen 50 weitere Organisationen kommen, die Inhalte mit erweiterten Möglichkeiten melden können.

3. Warnhinweise: YouTube führt eine Zwischenlösung für umstrittene Videos ein. Statt zu löschen soll es z.B. für radikal religiöse oder politisch extreme Inhalte die Möglichkeit geben, Warnhinweise vorzuschalten. Auch die Kommentarfunktion soll dort deaktiviert werden und Kanalbetreiber sollen kein Geld mit Werbung verdienen können. Damit sieht Walker die freie Meinungsäußerung gewährt – umstrittene Videos würden aber mit diesen Hürden seltener geguckt.

4. Kampagnen: Google will potenzielle Terroristen aktiv zum Umdenken bewegen. Wer häufig Terror-Inhalte sucht, soll gezielt zu Anti-Terror-Videos geleitet werden.
(Foto: Zuma Press / Picture Alliance)
ft.com (Paid), faz.netKommentieren ...

WhatsApp will keine Daten mit deutschen Behörden teilen.

WhatsApp wehrt sich gegen den großen Lauschangriff deutscher Behörden. Das Facebook-Unternehmen gibt an, wegen Verschlüsselung keinen Zugriff auf Chats zu haben. Deshalb könne WhatsApp keine Daten an Behörden rausgeben. Auch Threema winkt ab – mit dem Verweis, als Schweizer Unternehmen der Schweizer Gesetzgebung zu unterstehen.
"Welt am Sonntag", S. 14 (Paid)Kommentieren ...

Juristen wollen Verfassungsbeschwerde gegen Quellen-Überwachung einlegen.

TKÜ: Mehrere Juristen wollen Verfassungsbeschwerde gegen die Quellen-Telekommunikationsüberwachung einlegen, die Thomas de Maizière den Sicherheitsbehörden gewähren will. Sie sei ein "noch nie da gewesener Eingriff in die Privatsphäre", sagt Ulf Buermeyer, Richter und Vorsitzender der Gesellschaft für Freiheitsrechte. Er kritisiert, dass das Datenausforschen von WhatsApp und Co nicht nur in Terrorfällen möglich sein soll, sondern auch bei weniger schweren Straftaten.
"Spiegel 25/2017" S. 27 (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...