UK-Parlamentsbericht wirft Facebook bewussten Verstoß gegen den Datenschutz vor.

Facebook-LogoFacebook: Ein Bericht in einem Parlamentsausschuss in Großbritannien wirft dem Konzern vor, "vorsätzlich und wissentlich" gegen Datenschutz- und Wettbewerbsregeln zu verstoßen. Der rund 100 Seiten umfassende Bericht untersucht die Rolle von Fake News im US-Wahlkampf und im Umfeld des Brexit-Referendums. Das Schreiben nennt das deutsche NetzDG als positives Beispiel, wie die Verbreitung von Fake News unterbunden werden könne.
manager-magazin.de

"Neugierde, Neugierde, Neugierde!" – Das erwarten Chefredakteure von Journalismus-Einsteigern.


Das Ohr auf der Schiene: turi2.tv fragt am Rande der dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin, welche Fähigkeiten junge Journalisten beim Berufseinstieg brauchen – und sechs prominente Medienmacher antworten. Martin Dowideit, Leiter Digitales beim "Handelsblatt" und selbst Ausbildungsredakteur, legt viel Wert auf Quellentreue: "Es gibt viele Recherche-Protokolle, bevor der erste Artikel geschrieben wird." Antje Homburger aus der dpa-Chefredaktion und Peter Stefan Herbst von der "Saarbrücker Zeitung" wünschen sich "Neugier" beim Nachwuchs.

Xing-Chefredakteurin Jennifer Lachman hat die Erfahrung gemacht, dass Journalisten heute "ein dickes Fell" brauchen, um für ihre Texte zu streiten – und "eine Prise Humor hat irgendwie auch noch keinem geschadet". Joachim Braun, erster Journalist der Zeitungsgruppe Ostfriesland, sieht eine Affinität zu neuen Medien und die Bereitschaft, auch mal ein Video zu machen, als wichtige Voraussetzung für Zeitungs-Journalisten. n-tv.de-Chef Tilman Aretz wünscht sich vor allem Team-Player in seinem Team.
turi2.tv (2-Min-Video auf YouTube)

Lese-Tipp: Social Media belohnt bewährte Posen mit vermeintlicher Kreativität.

Lese-Tipp: Die Inszenierung von Schönheit führt bei Social Media zu stereotypen Formen des Individuellen, beobachtet Markus Reuter. Die Fotomotive und Posen wiederholten sich immer wieder und würden im Netz dennoch mit vermeintlicher Kreativität in Form von Likes belohnt. Die ständige Inszenierung wirke sich negativ auf die Psyche der Influencer aus.
netzpolitik.org

EU-Urheberrechtsreform: Uploadfilter verändert das Internet grundlegend, sagt Markus Beckedahl.

EU-Urheberrechtsreform: Wenn die Politik mit falschen Instrumenten gegen Google und Facebook schießt, trifft sie das gesamte Internet und gefährdet die freie Meinungsäußerung, sagt Netzaktivist und Republica-Gründer Markus Beckedahl. Upload-Filter, die beim Hochladen bei YouTube Urheberrechte prüfen, wären für kleine Blogger technisch schwer umsetzbar.
deutschlandfunkkultur.de, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Markus Beckedahl fürchtet, dass Facebook und Co. noch mächtiger werden (Archiv 05/2017).

Basta: Twitter-Trend #Mehlgate besorgt backende Bundesbürger.

Wenn besorgte Burger Brötchen backen: Bei Twitter verbreitet sich das #Mehlgate mit reihenweise Fotos von offenbar zu gering befüllten 1-Kilo-Mehl-Packungen. Doch weder Kanzlerin Merkel noch die Illuminaten machen Mehl madig: Mit der Zeit verliert Mehl im Supermarkt an Feuchtigkeit und damit an Gewicht.
haz.de, twitter.com


Meinung: Medien verbreiten mit missverstandener Social-Bots-Studie Panik, schreibt Oliver Weber.

Social Media: Medien warnen mit einem Alarmismus vor Social Bots, schreibt Oliver Weber. Der Beweis, dass Roboter Debatten maßgeblich beeinflussten, stehe noch aus. Daran ändere auch eine in der Fachzeitschrift European Journal of Information Systems veröffentlichte Studie nichts. Diese lege lediglich ein theoretisches Modell vor. Die tatsächliche Einflussnahme sei damit noch nicht erwiesen.
faz.net, tandfonline.com (Studie)

"Washington Post": Facebook droht nach Datenskandalen eine Rekordstrafe in den USA.


Daten-Desaster: Die US-Aufsichtsbehörde FTC könnte Facebook im Zuge der Datenskandale eine Strafe in Höhe von mehreren Mrd Dollar anhängen, berichtet die "Washington Post". Damit würde die Behörde dem sozialen Netzwerk die höchste Strafe aufbrummen, die je ein Tech-Unternehmen erhalten hat. Beide Seiten würden sich jedoch noch in Gesprächen befinden und hätten sich noch nicht auf einen genauen Betrag geeinigt. Sollten die Gespräche nicht zu einer Einigung führen, könnte die FTC Facebook vor Gericht bringen.

Mit der Geldbuße soll Facebook nicht nur für die zahlreichen Datenskandale zur Rechenschaft gezogen werden. Auch der schlechte Umgang mit Fake News und der Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahlen 2016 durch russische Hacker stehen auf der Liste der Verfehlungen. Bislang ist Google der Rekord-Halter für FTC-Strafen: 2012 hatte der Suchmaschinenriese eine Strafe in Höhe von 22,5 Mio Dollar gezahlt, weil der Schutz der Nutzer-Daten nicht ausreichend gewährleistet wurde.
washingtonpost.com

Lese-Tipp: Newsrooms halten Einzug in die deutsche Politik.

Lese-Tipp: Newsrooms setzen sich, nachdem sie in Medien und Unternehmen längst üblich sind, nun auch in der Politik durch, schreibt Thomas Schmoll im "PR Report". Das "Neuigkeitenzimmer" des Verkehrsministeriums habe bereits das Interesse anderer Ressorts, darunter des Gesundheitsministeriums geweckt. Union und SPD würden für die parteipolitische Kommunikation Pressestellen und Social-Media-Teams enger zusammenführen. Die AfD sei aus der Not - mangels bestehender medialer Netzwerke - hier oft bereits weiter.
"PR Report", S. 20 (Paid),
turi2.de (Neuigkeitenzimmer), turi2.de (AfD), turi2.de (Lexikon-Eintrag "Newsroom")

Aus dem turi2.tv-Archiv: Verkehrsminister Andreas Scheuer zeigt sein Instagram-Zimmer.

Lese-Tipp: Idole der Selbstvermarktung gewinnen an medialer Aufmerksamkeit.

Lese-Tipp: Selbstvermarkter wie Influencer gewinnen als eigene Marken immer mehr mediale Bedeutung, analysieren die US-Kommunikationsforscher Brooke E. Duffy und Jefferson Pooley nach Auswertungen von Social Media und US-Prominentenportraits. Während Anfang des 20. Jahrhunderts Politiker und Geschäftsleute das Interesse auf sich ziehen, bewundere die Massengesellschaft ab den 1940er-Jahren verstärkt Hollywood- und Sport-Stars. Heute seien Influencer eine neue Form der Medienprominenz.
tagesspiegel.de

Merkels Facebook-Seite soll als Zeitzeugnis archiviert werden, fordert Jurist Eric Steinhauer.

Social Media: Angela Merkel soll Zugriff auf ihre vom Netz genommene Facebook-Seite gewähren, fordert Bibliotheksjurist Eric Steinhauer (Foto) im "Spiegel". Das Bundesarchivgesetz schreibt vor, dass Unterlagen von "öffentlichen Stellen" verwahrt werden müssen, soweit sie "bleibenden Wert" haben. Digitale Zeitzeugnisse wie Tweets von Politikern drohten verloren zu gehen.
"Spiegel" 7/2019, S. 32 (Paid)

Meinung: Facebook und Google müssen gleichermaßen reguliert werden, findet Lisa Hegemann.

Social Media: Das Bundeskartellamt muss die Verwendung von Nutzerdaten bei allen Plattformen gleichermaßen regulieren, schreibt Lisa Hegemann. Es dürfe nicht sein, dass zwar Facebook Profildaten von Instagram und WhatsApp nicht zusammenführen dürfe, Google aber zeitgleich Daten von Gmail und YouTube verknüpfe.
zeit.de, turi2.de (Background)

Kartellamt verbietet Facebook den Datenaustausch mit Drittanbietern.


Daten-Dilemma Das Bundeskartellamt untersagt Facebook, Nutzerdaten von Drittanbietern ohne deren Zustimmung zu sammeln, berichtet das "Handelsblatt". Dazu zählen fremde Seiten, wie u.a. Twitter, aber auch die Facebook-Töchter WhatsApp und Instagram, die über den "Gefällt mir"-Button oder Facebook-Login Daten weitergeben. Facebook dürfe seinen Mitgliedern die Erlaubnis fürs Datensammeln nicht mehr durch die Nutzungsbedingungen abluchsen. Diese verstoßen in der aktuellen Form gegen Datenschutzprinzipien und das Wettbewerbsrecht und müssen angepasst werden.

Facebook lehnt die "Auffassung des Bundeskartellamts entschieden ab" und will Beschwerde einlegen, schreibt das Unternehmen in einer Stellungnahme. Die Behörde übersehe bei der Entscheidung "drei wichtige Punkte" – Popularität sei nicht gleich Marktmacht, man befolge die Vorgaben der DSGVO und das Datensammeln bei Drittanbietern trage zur Sicherheit der Plattformen bei.
handelsblatt.com, de.newsroom.fb.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Jungunternehmer Charles Bahr erklärt Marken die Generation Z.

Hör-Tipp: Charles Bahr, 16, erklärt Marken, wie die Generation Z tickt und wie sie U20-Nutzer erreichen. Im Horizont-Podcast erzählt er von den Hürden als junger Unternehmer, er darf z.B. keine Verträge unterschreiben und bekommt keine Kreditkarte. Marken rät er, sich mehr mit der Musikvideo-App TikTok zu beschäftigen. Werbung dürfe allerdings nicht als Werbung rüberkommen.
horizont.net (49-Min-Audio)

Instagram will Nutzer mit Suizid-Gedanken besser schützen.

Instagram: Adam Mosseri, Chef des Bilder-Netzwerks, schreibt in einem Beitrag im "Daily Telegraph", das Netzwerk passe seine Richtlinien an, damit suizidgefährdete Nutzer keine Bilder sehen, die Selbstverletzung und Selbstmord verherrlichen. Sie dürfen z.B. nicht über die Suche nach ähnlichen Fotos oder Hashtags gefunden werden. Mosseri gibt zu, dass Instagram teilweise nicht schnell genug handelt, um solche Bilder zu finden und zu löschen.
telegraph.co.uk

Meinung: Hass im Netz gleichen einer Abenteuerreise durch menschliche Abgründe.

Soziale Netzwerke: Nutzer von Facebook, Twitter und Co begeben sich auf eine "Abenteuerreise durch die menschlichen Abgründe von Fremden", beobachtet Julia Bähr. Sich gegen den Hass im Netz zu wehren, sei auch nach der Einführung des NetzDG nicht leicht – vor Gericht würden nur Ausnahmefälle landen. Das größte Problem bei rechtlichen Schritten sei die Akteneinsicht des Beklagten, der nach einer Anzeige "den vollständigen Namen und die Adresse seines Opfers" erfahre.
faz.net

Bundesfamilienministerium schreibt Etat für Digital-Kommunikation aus.

Social Media: Das Bundesfamilienministerium hat den Etat für die die Betreuung von Website und Kanälen in Sozialen Netzwerken ausgeschrieben, berichtet "New Business". Das Mandat umfasst u.a. die Erstellung redaktioneller und multimedialer Inhalte und ist zunächst für drei Jahre angelegt.
"New Business" 6/2019, S. 10 (Paid), evergabe-online.de (Ausschreibung)

Tino Krause wird Deutschland-Chef von Facebook.


Daumen hoch: Facebook hat wieder einen Deutschlandchef. Das Social Network holt den Ex-Mediacom-Geschäftsführer Tino Krause an Bord, schreibt das "Handelsblatt". Schon bei Krauses Abschied von Mediacom im November gab es entsprechende Gerüchte. Bei Facebook war der Posten seit dem Abgang von Marianne Bullwinkel, die im März 2017 zu Konkurrent Snapchat gewechselt ist, unbesetzt.

Seitdem verantwortete Europachef Martin Ott auch die Geschäfte im deutschsprachigen Raum. Er werde sich künftig wieder um "übergreifende europäische Themen" kümmern, sagt er dem "Handelsblatt".
"Handelsblatt", S. 46 (Paid), turi2.de (Background)

Die irische Datenschutzbehörde will Facebooks Chat-Pläne untersuchen.

Facebook: Die für die EU federführende irische Datenschutzbehörde fordert von dem Unternehmen Informationen über die Pläne, Nutzern zu ermöglichen, Nachrichten zwischen Messenger, WhatsApp und Instagram zu verschicken. Die "New York Times" berichtete Freitag über entsprechende Pläne. 2014 hatte Facebook sich die EU-Zusage für die Übernahme von WhatsApp unter anderem durch das Versprechen gesichert, dass keine Nutzerdaten abgeglichen würden.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Facebook öffnet CrowdTangle für Wissenschaftler.

Facebook will Wissenschaftlern und Forschern Zugang zu seinem 2016 erworbenen Tool CrowdTangle einräumen. Sie können damit erforschen, wie sich Informationen über Social-Media-Kanäle verbreiten. Das Tool macht Daten aus mehr als 5 Mio öffentlichen Accounts durchsuchbar. Die Universität Münster untersucht damit z.B. die Verbreitung von Fehlinformationen bei Wahlen.
adweek.com

Facebook will Nachrichten zwischen Facebook, Instagram und WhatsApp ermöglichen.

Facebook will es den Nutzern seines Messengers sowie seiner Tochterunternehmen WhatsApp und Instagram künftig ermöglichen, plattformübergreifend Nachrichten zu verschicken, schreibt die "New York Times". An den Arbeiten seien tausende Facebook-Mitarbeiter beschäftigt. Die Neuerung würde frühstens Ende 2019 online gehen.
nytimes.com

Lese-Tipp: "RP"-Chef Michael Bröcker widerspricht Mathias Döpfner.

Lese-Tipp: Michael Bröcker, Chefredakteur der "Rheinischen Post", widerspricht in seinem Kress-Gastbeitrag Mathias Döpfner. Der Springer-Chef hatte Journalisten aufgerufen, sich in den sozialen Medien zurückzunehmen. Michael Bröcker nennt Facebook und Co die "Gartenpartys und Stammtische des 21. Jahrhunderts". Journalisten sollten an ihnen teilnehmen, um Echokammern aufzubrechen.
kress.de, turi2.de (Background)

Meinung: Flucht, Religion, Feminismus und Fußball bringen häufig Hasskommentare mit sich.

Hasskommentare: Neben dem Themenfeld Flucht und Migration bringen insbesondere Diskussionen um Religion, Kriminalität, Feminismus, Fußball, Impfen, Rente, Verkehr und Kinderbetreuung Hasskommentare mit sich, finden Forscher des Projektes Nohate heraus. Hasskommentare bezögen sich dabei zudem häufig nicht auf den Beitrag selbst, sondern auf andere Kommentare dazu.
tonka-pr.com

Meinung: Tik-Tok könnte das erste weltweite Social Network werden.

Tik-Tok könnte das erste weltumspannende Social Network werden, schreibt Corinna Budras in der "FAS". Anders als Facebook oder Snapchat komme die App aus China, wo meist einheimische Netzwerke den westlichen Platzhirschen vorgezogen würden. Offizielle Nutzerzahlen gibt es zwar nicht, Experten gehen aber von einer halben Milliarde Nutzern der Synchron-Sing-App aus. Die meisten davon sind Teenager, doch auch Ältere würden den Hype nun für sich entdecken.
"FAS", S. 24 (Paid)