Renner: Stille "Spiegel"-Teilhaber beklagen fehlende Mitgestaltung.


Spiegel der Demokratie: In der "Spiegel"-Redaktion gärt der Unmut über fehlende Mitgestaltung bei der Fusion von Print- und Online-Redaktion, schreibt Kai-Hinrich Renner. Unter den stillen Teilhabern der Mitarbeiter-KG hätten einige die KG-Geschäftsführung bisher so verstanden, dass sie über die Modalitäten der Fusion abstimmen könnten. Die KG-Geschäftsführung wolle davon nichts wissen und habe sich mit einem Rechtsgutachten bestätigen lassen, dass eine Abstimmung der stillen Teilhaber nicht notwendig sei.

Derweil glaubten manche Redakteure, Mitgesellschafter Gruner + Jahr habe durch die Hintertür die Macht beim "Spiegel" übernommen. Als Indiz gelte ihnen, dass viele leitende "Spiegel"-Mitarbeiter eine Vergangenheit bei G+J hätten. So auch KG-Geschäftsführerin Susanne Amann, der Ambitionen auf die "Spiegel"-Geschäftsführung nachgesagt würden, was sie aber dementiert.
morgenpost.de

Zitat: Kolumnist Jan Fleischhauer sieht Schreiben nicht als Therapie.

"Ich verwechsele das Schreiben nicht mit einer therapeutischen Sitzung, wir machen hier keinen gemeinsamen Stuhlkreis, der Leser und ich."

"Spiegel"- und Spiegel-Online-Kolumnist Jan Fleischhauer sagt im "Clap"-Porträt, dass er deshalb auch über Privates schreibe, um Leser für Themen zu interessieren, die sie sonst ignorierten.
"Clap" 66, S. 6 - 11 (Abo)

Weitere Zitat aus dem Porträt:

"Ich wollte immer eine große Bühne haben, und die größte Bühne, die es in unserem Metier gibt, ist der 'Spiegel'."

"Ich möchte dem, was ich für die Vernunft halte, eine Stimme verleihen."

"Süddeutsche": "Spiegel" holt Onliner nach und nach in die Mitarbeiter KG.

Revolution mit Wartezeit: Der Spiegel-Verlag öffnet seine bisher nur den Machern des gedruckten "Spiegel" vorbehaltene Mitarbeiter KG künftig auch für Mitarbeiter von Spiegel Online, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Ab 2019 können Onliner in die Eigentümergemeinschaft des Nachrichtenmagazins aufrücken, wenn KG-Mitglieder ausscheiden, etwa weil sie in den Ruhestand gehen. Allein durch den Umbau-Prozess der vergangenen zwei Jahre haben rund 150 KG-Mitglieder den "Spiegel" verlassen. Auf den frei werdenden KG-Tickets sollen Onliner einziehen. Der Gewinnanteil, den der Verlag an die einzelnen KG-Mitglieder ausschüttet, soll so konstant bleiben.

Bis der Umbau wirksam wird und die Onliner im Gesellschafterkreis eine vernehmbare Stimme darstellen, werden allerdings noch Jahre ins Land gehen. "Spiegel"-Mitarbeiter haben erst drei Jahre nach Vertragsbeginn Anspruch auf Eintritt in die KG. Die Mitarbeiter KG hält 50,5 % der Verlags-Anteile. Von einer Einbeziehung der Macher von "manager magazin" und Spiegel TV ist bisher nicht die Rede.
sueddeutsche.de, turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Basta: Spiegel-Online-Mitarbeiter debattieren, wer denn nun die größere Memme ist.

Dicke Eier, dicke Luft: Spiegel-Online-Kolumnist Jan Fleischhauer findet Reporter, die über Chemnitz klagen, zimperlich. SpOn-Mitarbeiter Raphael Thelen bleibt, noch am Ort des Geschehens, die Soljanka im Halse stecken. Schreibtischtäter Fleischhauer möge mal aus seiner behaglichen Doppelhaushälfte raus in die Realität kommen.
spiegel.de (Fleischhauer), spiegel.de (Thelen)

"Spiegel" ersetzt Vize-Chefs durch Stabsbereiche.

Spiegel verzichtet im Zuge der Fusion von Print- und Online-Redaktion auf stellvertretende Chefredakteure, schreibt "Horizont". Unterhalb des Führungstrios um Steffen Klusmann, Barbara Hans und Ullrich Fichtner werde es stattdessen fünf bis zehn Stabsbereiche geben. Roland Pimpl erwartet auf diesen Posten vor allem bisherige Vize-Chefs und Ressortleiter, um die Zahl der Umbauverlierer und möglichen Widerständler zu minimieren. Zugleich beginne eine arbeits-, tarif-, steuer- und gesellschaftsrechtliche "Herkulesaufgabe". Ein Gemeinschaftsbetrieb soll die Gehälter der Onliner an die ihrer Print-Kollegen sukzessive anpassen, auch die Aufnahme der Onliner in die Mitarbeiter-KG steht auf der Agenda.
"Horizont" 35/2018, S. 4 (Paid), turi2.de (Background)

"Spiegel" zieht nach drei Monaten eine positive Bilanz zu Spiegel Plus.

Bezahlen, was ist: Der "Spiegel" bewertet sein neues Paid-Content-Modell Spiegel+ drei Monate nach dem Start deutlich positiv. Im "Spiegel"-Entwicklerblog schreibt Stefan Ottlitz (früher Plöchinger), Leiter der Produktentwicklung, die Ergebnisse nach drei Monaten lägen "weit über den Businessplänen". 13.500 zusätzliche Abonnenten habe der "Spiegel" gewonnen, außerdem 10.000 Probe-Abonnenten. Den überwiegenden Teil der neuen Abos wickle der Verlag über sein eigenes Bezahlsystem ab. Über iOS verbuche der "Spiegel" deutlich mehr Abos als über Android. Neukunden generiere der Verlag mit relativ geringen Mitteln zuverlässig, indem er einzelne Artikel auf Facebook und Instagram bewerbe.

Mit bestehenden Abonnenten zähle der "Spiegel" nun 94.500 Nutzer mit Zugriff auf das kostenpflichtige Digitalangebot. Darunter seien etwa 5.000 ehemalige Spiegel-Daily-Nutzer sowie gut 31.000 bisherige Abonnenten der Digital-Ausgabe und weitere 35.000 Kombi-Bezieher. Ende Mai hatte der "Spiegel" sein neues Bezahlmodell vorgestellt. Seitdem bietet er eine Digital-Flatrate für rund 20 Euro pro Monat, die alle Bezahlinhalte auf Spiegel Online sowie die Digitalausgabe des Magazins umfasst.
medium.com, turi2.de (Background Bilanz nach dem ersten Monat), turi2.de (Start von Spiegel+)

"Spiegel" und Spiegel Online wachsen gesellschaftsrechtlich zusammen.


Fürs Finanzamt vereint: Der Spiegel-Verlag treibt die Integration von gedrucktem "Spiegel" und Spiegel Online voran – zumindest für den Fiskus, berichtet Gregory Lipinski bei Meedia. Geschäftsführer Thomas Hass gliedert die Digitaleinheit der Spiegel Online GmbH gesellschaftsrechtlich an den Printverlag an und ändert die Rechtsform. Aus der Spiegel Online GmbH wird die Spiegel Online GmbH & Co. KG. An der Ungleichbehandlung von privilegierten Print-Redakteuren und den schlechter gestellten Onlinern ändert sich dagegen vorerst nichts.

Dennoch zitiert Lipinski eine Verlagssprecherin mit den Worten: "Wir bauen Hürden ab, die einer möglichen weitergehenden Zusammenarbeit der Redaktionen Print und Online im Weg stehen würden." Die neue gesellschaftsrechtliche Struktur bilde die Voraussetzungen für die Verschmelzung der Redaktionen von "Spiegel" und Spiegel Online. Der Verlag hatte im April angekündigt, die Firmenstruktur so anzupassen, dass Print und Online vom Finanzamt als ein Steuersubjekt veranlagt werden können.
meedia.de, turi2.de (Background)

Söder-Satire mutiert 14 Jahre später zu vermeintlichen Fakten.

New York Times und die "Süddeutsche" gehen einer Jahre alten "taz"-Satire über Markus Söder auf den Leim, schreibt Stefan Kuzmany. Er selbst war 2004 Autor der Söder-Satire. Seine Söder in den Mund gelegten Forderungen, Grüne zum Drogentest zu schicken und Schwarzfahrer an den Internetpranger zu stellen, finden sich heute als Fakten in seriösen Medien, weil die Satire in den Archiven zur vermeintlichen Realität wurde.
"Spiegel" 29/2018, S. 35 (Paid), taz.de ("taz"-Artikel)

Gisela Stelly Augstein kritisiert "Schurkenstück" beim "Spiegel"-Erbe.

Spiegel: Ein jahrzehntelanges Verschweigen, dass Jakob Augstein nicht der leibliche Sohn Rudolf Augsteins ist, war ein "Schurkenstück", kritisiert Gisela Stelly Augstein, vierte Ehefrau des "Spiegel"-Gründers. Jakob Augstein wäre gesetzlich gar nicht erbberechtigt gewesen. Rudolf Augstein und Jakobs Vater Martin Walser seien keine Freunde gewesen, sagt Stelly Augstein in einem langen "stern"-Interview.
"stern" 28/2018, S. 40-45 (Paid), stern.de (Vorabmeldung)

Wir graturilieren: Torsten Beeck wird 40.


Wir graturilieren: Torsten Beeck, Leiter Platform Partnerships & Engagement bei Spiegel Online, feiert heute seinen 40. Geburtstag. Zum runden Ehrentag geht es das erste Mal in ein Kasino zum Pokern in kleiner Freundesrunde. Danach "machen wir etwas mit Gin Tonic". Das Beste am abgelaufenen Jahr "war eher privat" – und soll es auch bleiben. Beruflich hat es besonders viel Spaß gemacht, in "einem wachsenden Team von tollen Kollegen lernen zu können".

Im kommenden Jahr will er zahlreiche Ideen umsetzen. Dazu wünscht sich Beeck außerdem "Sonne, möglichst viel Sonne". Gratulationen erreichen ihn tendenziell auf jedem Kanal, u.a. via Twitter, LinkedIn oder E-Mail, nur nicht so gern per Telefon. Gratulanten, die persönlich vorbeikommen, können in Torsten Beecks Büro auf ein Stück Kuchen hoffen.

Spiegel-Verlag ist zufrieden mit dem Neustart des Pay-Angebots Spiegel Plus.


Spieglein, Spieglein: Der Spiegel-Verlag zieht nach den ersten zwei Wochen des reformierten Online-Bezahlangebots Spiegel Plus eine positive Bilanz: Mit 7.800 neuen Abonnenten sei das Team "bisher sehr zufrieden". Insgesamt kommt Spiegel Plus so auf etwa 73.400 Digital-Abonnenten, inklusive der 5.600 vormaligen Nutzer von Spiegel Daily sowie den 60.000 Digital-Bestandskunden. Der technische Umzug der Inhalte der zwei alten Angebote Daily und Plus sei beim Start nahezu störungsfrei verlaufen. Einige Daily-Nutzer konnten sich jedoch in den ersten Stunden nicht sofort einloggen.

Neukunden nutzen das neue Online-Angebot im Moment noch im kostenfreien Probemonat. Die Macher erwarten, dass 15 bis 20 % der Neuanmeldungen in ein reguläres Abo übergehen und die Digital-Flatrate für 19,99 Euro pro Monat zahlen. Das Feedback der Nutzer sei hinsichtlich der Qualität der Inhalte sowie der aufgeräumten Optik positiv ausgefallen. Kritisch sehen die Leser hingegen den als zu hoch empfundenen Preis sowie die Anzahl von Spiegel-Plus-Geschichten.
medium.com, dnv-online.net, turi2.de (Background)

SpOn hat in Italien Ärger wegen Fleischhauers Schnorrer-Kolumne.

Spiegel Online reagiert auf wütende Reaktionen in Italien auf einen Text des Kolumnisten Jan Fleischhauer. Chefredakteurin Barbara Hans glättet die Wogen gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa, indem sie sagt, das Stück gebe nicht die Ansichten des "Spiegel" wieder. Spiegel Online legt Wert auf die Feststellung, dass dies keine Distanzierung von Fleischhauers Beitrag sei, es gelte ein "breiter Binnenpluralismus". Fleischhauer hatte unter der Überschrift "Die Schnorrer von Rom" die Metapher vom undankbaren Bettler ausgebreitet und argumentiert, "die Sache", also Italiens fiskales Verhältnis zur EU, laufe "auf eine Erpressung hinaus". Zeitungen wie der "Corriere della Sera" schrieben darüber, Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella bezeichnete Fleischhauers Kommentare als "inakzeptabel und grotesk".
ansa.it (englisch) via finanzmarktwelt, spiegel.de (Fleischhauer)

Spiegel Verlag geht es wirtschaftlich gut, analysiert Roland Pimpl.

Spiegel Verlag steht gut da, schreibt Roland Pimpl: 2017 habe der Verlag sinkende Print-Umsätze durch deutlich wachsende Digital- und TV-Erlöse auffangen können. Der operative Außenumsatz lag 2017 bei 266,6 Mio Euro. Die Online-Werbeerlöse haben die Print-Erlöse erstmals überholt. Geschäftsführer Thomas Hass sagt, für 2018 und 2019 rechne er damit, "dass etwa 80 Prozent der Neuerlöse nicht aus dem klassischen Magazingeschäft kommen werden, sondern aus digitalen Projekten".
horizont.net

AS&S vermarktet den Politik-Podcast "Stimmenfang" von Spiegel Online.

AS&S, Radiovermarkter der ARD, erweitert sein Podcast-Portfolio und vermarktet den Politik-Podcast Stimmenfang von Spiegel Online. Der journalistische Format erscheint wöchentlich mit Reportagen und Interviews und reiht sich im Portfolio von AS&S u.a. neben Viertausendhertz und detektor.fm ein.
presseportal.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Für AS&S-Radio-Chef Oliver Adrian spielt Werbung in der ARD "eine beachtliche Rolle".

Zitat: Klaus Brinkbäumer will in einer Liga mit der "New York Times" spielen.

"Wir möchten, was die Digitalisierung von Journalismus angeht, in die Liga der 'New York Times' und 'Washington Post'. Dafür brauchen wir die vereinte Redaktion."

"Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer wirbt im "Horizont"-Interview für die Fusion von Print- und Online-Redaktion.
"Horizont" 20/2018, S. 11-12 (Paid), horizont.net


Weitere Zitate aus dem Interview:

- über das Zusammenwachsen von Print und Online:

"Das temporeiche Zusammenspiel von Redaktion und Verlag, von Abteilungen, die zuvor keine Berührungspunkte gehabt hatten, war vor einigen Jahren nicht unbedingt eine Stärke unseres Hauses. "

"Die ganze Wucht und Kraft aber, die wir multimedial entfalten können, werden wir erst durch perfekte Strukturen entfalten."

"Ich glaube, dass eine 'Spiegel'-Chefredaktion unterschiedliche Stärken benötigt, etwa Magazin und Onlinekompetenzen, politische Klugheit, investigative Kraft und technologisches Verständnis, natürlich auch Management-Begabung. Eine einzelne Person kann all das kaum in sich vereinen, auch wenn sich bei uns einzelne Kollegen nach dem einen Alleskönner sehnen."

- über Gerüchte zu seiner Ablösung:

"Es gab in 71 Jahren noch keinen 'Spiegel'-Chefredakteur, über den nicht geredet wurde, das ist eine öffentliche Rolle. Das wusste ich vorher, und ich bin hart im Nehmen, man lernt's im Leistungssport und sollte sich das für diesen Job vermutlich erhalten."

"Ich kann mich nicht beschweren, die Rückendeckung ist da. Ich habe reichlich Unterstützung und ein gutes Verhältnis zu allen Gesellschaftern und zur gesamten Geschäftsführung."

- über den Erfolg mit seichten Themen:

"Auch wir können über Geldanlage, Gesundheit, Reise und damit über die Lebenswirklichkeit unserer Leser auf hohem Niveau schreiben."

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Spiegel"-Chef Brinkbäumer schwört Mitarbeiter auf Mehrarbeit ein. (aus der turi2 edition 3 von 2016)

Klaus Brinkbäumer wollte Print und Online schon früher fusionieren.

Klaus Brinkbäumer hätte die Redaktionen von "Spiegel" und Spiegel Online am liebsten schon mit dem Abgang von SpOn-Chef Florian Harms zusammengelegt, statt eine neue Online-Chefredaktion "zu inthronisieren", sagt der "Spiegel"-Chefredakteur im Interview mit "Horizont". Jedoch hätten "leider auch gute Gründe" dagegen gesprochen, "das Haus war noch nicht so weit wie heute", sagt Klaus Brinkbäumer, will seine Idee aber nicht als Kritik an Online-Chefin Barbara Hans verstanden wissen.
"Horizont" 20/2018, S. 11/12 (Paid), horizont.net

Jesper Doub verlässt die Spiegel-Gruppe und wechselt zu Facebook.


Abschied an der Ericusspitze: Jesper Doub, 46, verlässt die Spiegel-Gruppe. Der Verlagsleiter im Spiegel-Verlag sowie Geschäftsführer von Spiegel Online verlässt das Medienhaus "auf eigenen Wunsch" im Laufe dieses Jahres, teilt der Verlag mit. Er wolle sich einer neuen beruflichen Herausforderung stellen und im Laufe des Jahres zu Facebook wechseln. Dort werde er als Director of News Partnerships für Europa, Afrika und den nahen Osten tätig, schreibt er in einem Facebook-Post. Seine Aufgaben beim Spiegel-Verlag wolle er in den kommenden Monaten weiter ausführen, bis eine geeignete Nachfolge gefunden wird. Erst im Februar hatte Doub seinen Posten in der Geschäftsführung von Spiegel TV verlassen.

"Spiegel"-Geschäftsführer Thomas Hass bedauert das Ausscheiden von Jesper Doub in einer Verlagsmitteilung und dankt "ihm herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit im Führungsteam der Spiegel-Gruppe". Doub wechselte im Herbst 2014 von der DuMont Mediengruppe als Technikchef und Leiter der IT zur Spiegel-Gruppe. Seit August 2015 ist er als Verlagsleiter des Spiegel-Verlags und Geschäftsführer von Spiegel Online tätig.
horizont.net, facebook.com, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Jesper Doub steuert den "Spiegel" durch den digitalen Umbruch.

Meinung: Medien sollten provokante Aussagen nicht uneingeordnet verbreiten.

Medien sollten provokante Aussagen von Politikern wie jüngst von Christian Lindner oder Alexander Dobrindt nicht uneingeordnet als Nachricht verbreiten, sagt Spiegel-Online-Journalist Janko Tietz im Deutschlandfunk. Journalisten würden andernfalls dazu beitragen, dass das gesellschaftliche Klima rauer werde. Bewusst auf entsprechende Aussagen zu verzichten, sei keine Zensur, da Medien grundsätzlich selektieren und auswählen würden.
deutschlandfunk.de

Gesa Mayr und Anne-Kathrin Gerstlauer zeigen die neue Redaktion von Watson.de.


Emotionen erwünscht: Beim jungen Portal Watson.de gibt es Weißwein im Dienst und schimpfende Reporterinnen vor der Kamera. turi2.tv besucht die neue Redaktion des Werbekonzerns Ströer. Chefredakteurin Gesa Mayr erzählt, wie sie über Aufregung Debatten anstoßen will. Ihre Stellvertreterin Anne-Kathrin Gerstlauer will mit Watson.de einen Platz schaffen, an dem jeder seine Meinung sagen mag – zur Not schreiend.

"News ohne Blabla" ist das Versprechen, das die ursprünglich aus der Schweiz stammende Marke gibt. Kein Blabla bedeutet für die Chefinnen: Augenhöhe mit Usern und keine Wasserstandsmeldungen. "Kein Blabla" schließt aber Unterhaltung nicht aus, sagt Gerstlauer. Auch kotzende Abiturienten können demnach eine relevante Meldung für die Zielgruppe sein. Bei der kommt es an: Im ersten Monat erreicht Watson.de 8 Mio Visits – weniger als Bento von Spiegel Online, aber mehr als Ze.tt von Zeit Online.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Wir graturilieren: Barbara Hans wird 37.


Wir graturilieren: Barbara Hans, Chefredakteurin von Spiegel Online, wird heute 37 Jahre alt. Gefeiert wird in Hamburg und NRW mit Freunden und der Familie. In Gedanken ist sie dabei aber auch in der Redaktion – hier jährt sich in dieser Woche nämlich der Start auf Snapchat Discover. Das "grandiose Snap-Jahr" ist natürlich ein Grund zum Feiern – Barbara Hans hofft, dass die Kollegen es "ordentlich krachen lassen".

In der Bestenliste für das abgelaufene Jahr darf Snap deshalb auch nicht fehlen. "Eine große Freude, jeden Tag aufs Neue" waren u.a. auch Audio, Bento, NextGen und das neue Plus. Gratulationen sind auf allen Wegen gleichermaßen willkommen und kommen z.B. über Facebook und Twitter, per Mail oder Post an.
(Foto: "Spiegel" / Michael Kappeler)

Stefan Plöchinger krempelt das digitale Bezahlmodell des "Spiegel" um.


Nochmal neu: Der "Spiegel" ändert sein digitales Bezahlmodell, statt Einzelverkäufen und des mehrstufigen Abo-Modells führt Produktchef Stefan Plöchinger eine Flatrate ein, die möglichst simpel funktionieren soll. In einem Blogbeitrag erklärt er die Änderungen. Die Flatrate, die laut Plöchinger "vermutlich bis zur Ferienzeit" kommt, kostet 19,99 Euro monatlich und beinhaltet alle digitalen Inhalte. Sie ersetzt das Abo des Digital-Spiegel sowie die Pay-Einzeltexte und den Wochenpass von Spiegel Online. Die bisher exklusiven Inhalte von Spiegel Daily, z.B. die Videokolumne von Harald Schmidt, bleiben hinter der Paywall. Das Kombi-Abo aus Digital und Print kostet monatlich 24,99 Euro.

Spiegel Daily ist künftig keine bezahlpflichtige Web-Nachmittagszeitung mehr, sondern ein kostenloses tägliches Push-Angebot für Apps, Messenger und Newsletter. Die Idee, Lesern einmal täglich eine sortierte Newslage zu bieten, bleibt. Plöchinger schreibt, Spiegel Daily als "Nachrichtenseite innerhalb einer Nachrichtenseite" sei redaktionell schwer zu befüllen und das System für die Leser schwer zu verstehen gewesen. Bisher hat Spiegel Daily 5.500 Abos – "zu geringes Wachstum, um am bisherigen Konzept festzuhalten".

Die Print-und Onlineredaktion soll gemeinsam entscheiden, welche Artikel wohin wandern – und ob kostenlos oder nicht. Die Leser wollen laut Plöchinger "weniger lesen – dafür aber Gescheites." Der Spiegel Plus Neustart bekommt ein neues Logo und soll sich ab 2019 tragen. Am 24. Mai tagen die Gesellschafter dazu.
horizont.net, medium.com (Blogbeitrag Plöchinger)

Spiegel Online hat Erfolg mit Podcasts und Snapchat-Kooperation.

Spiegel: Barbara Hans, Chefredakteurin von Spiegel Online, ist sehr zufrieden mit der Kooperation mit Snapchat, der Verlag verlängert sie bis Ende 2019. Auch die Podcasts erwirtschaften bereits positive wirtschaftliche Ergebnisse, sagt Geschäftsleiter Jesper Doub im Meedia-Interview. Presenterships seien aktuell erfolgreich. Doub sieht im deutschsprachigen Raum generell noch erhebliches Wachstumspotential für Podcasts – und skalierende Vermarktungs- und Lizenzeinnahmen.
per Mail, meedia.de (Podcasts)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Spiegel Online setzt auf zwei neue Podcasts.

"Horizont": Beim "Spiegel" gibt es keinen Beschluss, Klaus Brinkbäumer abzulösen.

Klaus Brinkbäumer soll nicht als "Spiegel"-Chefredakteur ausgetauscht werden, schreibt Marco Saal. Es gebe beim "Spiegel" weder Sondierungsgespräche noch einen Beschluss, den Chefredakteur abzulösen. Kai-Hinrich Renner hatte in seiner Medienkolumne berichtet, die Mitarbeiter-KG, größter Gesellschafter beim "Spiegel", "sondiere" den Markt.
horizont.net, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Spiegel"-Chef Brinkbäumer schwört Mitarbeiter auf Mehrarbeit ein. (aus der turi2 edition 3 von 2016)

Renner: "Spiegel"-Gesellschafter suchen Nachfolger für Chefredakteur Klaus Brinkbäumer.


Der Nächste, bitte? Der "Spiegel" schaut sich nach einem Nachfolger für Chefredakteur Klaus Brinkbäumer, 51, seit 2015 im Amt, um, schreibt Kai-Hinrich Renner in seiner Medienkolumne. Die Mitarbeiter-KG als größter Gesellschafter "sondiere" den Markt, auch Gruner + Jahr, zweitgrößter "Spiegel"-Gesellschafter, hätte "grundsätzlich nichts gegen einen Wechsel in der Chefredaktion". Einen formellen Beschluss zur Ablösung Brinkbäumers gebe es aber nicht, dazu bestehe weder Anlass, noch Eile.

Laut Renner wollen die Gesellschafter das nächste große Mammut-Projekt, die Zusammenlegung der Redaktionen von "Spiegel" und Spiegel Online, aber offenbar unter neuer Führung durchziehen. Brinkbäumer habe die Zusicherung, nach seinem Ausscheiden aus der Chefredaktion als Korrespondent nach New York zurückzukehren, wo er bis Ende 2010 tätig war.
abendblatt.de, turi2.de/edition3 (Video-Interview von 2016)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Spiegel"-Chef Brinkbäumer schwört Mitarbeiter auf Mehrarbeit ein. (aus der turi2 edition 3 von 2016)

Buch-Promotion von Klaus Brinkbäumer sorgt beim "Spiegel" für Verdruss.


Werbe-Spiegel? Beim "Spiegel" stößt die Art der Eigenwerbung für ein Buch von Chefredakteur Klaus Brinkbäumer in Teilen des Hauses auf Kritik, hört Kai-Hinrich Renner. Für Verdruss sorge eine bisher vierteilige Amerika-Serie bei Spiegel Online, deren Texte leicht überarbeitete Auszüge aus Brinkbäumers Buch "Nachruf auf Amerika" sind. So weit, so normal. Doch nach einigen Absätzen taucht im Text ein Anzeigen-Block auf, der das Buch bewirbt und zum Kauf bei Amazon anregt. "Man hat den Eindruck, als sei die Serie das Werbeumfeld für die Anzeige", sagt ein Kritiker. Ein "Spiegel"-Sprecher widerspricht: "Unsere journalistischen Texte entstehen unabhängig von Anzeigen."

Dabei hat der Spiegel-Verlag von der Promotion für Brinkbäumers Buch nicht einmal etwas: Es erscheint beim Verlag S. Fischer und nicht in der Buchreihe, die der "Spiegel" zusammen mit der Deutschen Verlags-Anstalt DVA herausgibt. Brinkbäumer habe seinen Vertrag schon "vor rund zehn Jahren" mit S. Fischer abgeschlossen, DVA habe damals abgelehnt.
morgenpost.de

Video-Tipp: Isabell Hülsen wertet 2.500 Leser-Reaktionen aus.

Video-Tipp: "Spiegel"-Redakteurin Isabell Hülsen, Autorin des kürzlichen Artikels über die Entfremdung der Gebildeten von den Medien, analysiert mehr als 2.500 Leser-Reaktionen auf ihren Text. Das Feedback sei sehr konstruktiv gewesen, u.a. sei eine klare Trennung von Nachricht und Kommentar gefordert worden. Journalismus sei heute Beziehungsarbeit mit den Lesern, meint Hülsen. Der "Spiegel" plant Konferenzen für den weiteren Austausch mit Lesern.
spiegel.de (2-Min-Video, Paid), "Spiegel" 11/2018, S. 74-77 (Leser-Zuschriften, Paid), turi2.de (Background)

Barbara Hans: Spiegel Online hat 2017 Rekord-Gewinn gemacht.

Spiegel Online hat noch nie so viel Geld verdient wie 2017, sagt Spiegel-Online-Chefin Barbara Hans bei ihrer Auszeichnung zur Chefredakteurin des Jahres. Für den Erfolg von Medien sei der einzelne Text entscheidend. "Wir müssen uns mehr Mühe geben. Das wird den Journalismus besser machen", sagt sie laut Teilnehmern der Veranstaltung.
twitter.com, twitter.com

Jesper Doub verlässt die Geschäftsführung von Spiegel TV.

Spiegel TV löst sein Führungstrio auf: Jesper Doub verlässt seinen Posten in der Geschäftsführung und verantwortet das TV-Geschäft der Spiegel-Gruppe als Gesellschaftervertreter des Spiegel-Verlags, schreibt Gregory Lipinski. Doub bleibt weiterhin Verlagsleiter im Spiegel-Verlag sowie Geschäftsführer von Spiegel Online.
meedia.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Jesper Doub steuert den "Spiegel" durch den digitalen Umbruch.

Wir graturilieren: Klaus Brinkbäumer wird 51.


Wir graturilieren: "Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer wird heute 51 Jahre alt. Falls er rechtzeitig den Gipfel von Davos und den zugehörigen Berg verlassen konnte, feiert er zu Hause. Dort blickt er zufrieden auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Brinkbäumer fallen viele journalistische Glanzstücke ein und auch wirtschaftlich sei der "Spiegel" erfolgreich.

Die vergangenen Monate bleiben Brinkbäumer als aufregend und leidenschaftlich in Erinnerung: "viele Aufgaben und wenig Zeit, eine nervöse Welt und ein Strukturwandel" bestimmen den Weg. Hobby-Segler Brinkbäumer wünscht sich nun ein paar Stunden auf dem Wasser und überhaupt, Klarheit und Ruhe nicht zu verlieren. Glückwünsche erreichen ihn per Twitter, Facebook und Instagram.

Kerstin Fröhlich leitet beim "Spiegel" die Innovationen.

Spiegel verpflichtet Kerstin Fröhlich, 38, als Leiterin Innovation. Auf dem neu geschaffenen Posten verantwortet sie die strukturelle Weiterentwicklung des Innovationsprozesses und soll konkrete Ideen bis zur Umsetzung begleiten. Sie hat zum Thema "Innovation in der Medienbranche" an der Uni Zürich promoviert und war zuletzt als Projektleiterin bei der Beratungsfirma CrossMediaConsulting aktiv.
kress.de

Klaus Brinkbäumer denkt laut Renner über englischsprachigen "Spiegel" nach.

Spiegel: Chefredakteur Klaus Brinkbäumer wärmt die Überlegungen für eine englischsprachige "Spiegel"-Ausgabe auf, schreibt Kai-Hinrich Renner. Schon Stefan Aust hatte 2007 diese Idee, die aber an den hohen Kosten für Druck und Vertrieb scheiterte. Heute könnte eine englischsprachige Ausgabe als E-Paper erscheinen, zudem will Brinkbäumer laut Renner auch nicht alle Artikel übersetzen lassen, sondern nur die mit internationaler Relevanz. Noch sei das das Projekt aber nicht entscheidungsreif.
abendblatt.de