Spiegel Online startet Spiegel Akademie.

Spiegel Online steigt ins Bildungs-Business ein und gründet die Spiegel Akademie – mit der SRH Fernhochschule in Baden-Württemberg als Partner. Zunächst bietet die Spiegel Akademie berufsbegleitend staatlich zugelassene Zertifikatskurse, später soll es auch die Möglichkeit geben, Bachelor- und Master-Studiengänge zu absolvieren. Zum Start können Studierende zwischen den Kursen Digital Media Management, Digital Business Management und Projekt- und Change-Management wählen – Themen, mit denen der Verlag selbst kämpft. Spiegel Online schmückt das Studium nicht nur mit seinem Namen, sondern liefert Unterrichtsmaterial aus der "Spiegel"-Dokumentation und Video-Tutorials. Spiegel-Online-Geschäftsführer Jesper Doub nennt Bildung "ein Zukunftsfeld".
spiegel.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Jesper Doub steuert den "Spiegel" durch den digitalen Umbruch.
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"Spiegel" stellt Mitschnitt mit Morrissey online, der sich falsch wiedergegeben fühlt.

Spiegel vs. Morrissey: Der englische Sänger Morrissey wirft dem "Spiegel" vor, ihn in einem Interview falsch wiedergegeben zu haben. Es geht um Aussagen u.a. zu Donald Trump und Kevin Spacey. Das Nachrichtenmagazin geht in die Offensive und veröffentlicht den Audio-Mitschnitt des Interviews.
spiegel.de (Mitschnitt), meedia.de (Vorwürfe)Kommentieren ...

"Spiegel": Bestsellerliste soll einheitliches Logo erhalten.

Spiegel arbeitet an einem einheitlichen Logo für die Bestsellerliste. In der Vergangenheit seien im Handel vermehrt ungeprüfte Logos aufgetaucht, die nicht zur Corporate Identity passen. Die "Spiegel"-Tochter Harenberg Kommunikation betreut die Qualitätsoffensive und soll sicherstellen, dass sich keine Bücher mit falschem Logo auf die Liste mogeln.
buchreport.deKommentieren ...

Thomas Middelhoff darf die erste Auflage seines Buches nicht weiter vertreiben.


Ausge-bucht. Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff muss die erste Auflage seines Buches "A 115 - Der Sturz" einstampfen, entscheidet das Landgericht Stuttgart. Auch bereits gedruckte und ausgelieferte Bücher darf der Verlag nicht weiter verbreiten. Grund sind mehrere unwahre Tatsachenbehauptungen, über drei "Spiegel"-Journalisten und deren Berichte über ihn. Middelhoffs Darstellung verletzt nach Ansicht der Richter die "Spiegel"-Journalisten in ihren Persönlichkeitsrechten.

Middelhoff behauptet u.a. die "Spiegel"-Redakteure hätten unsauber recherchiert, Fakten unterschlagen und sich auf dubiose Quellen gestützt. Middelhoffs Anwältin habe versucht, einige der beanstandeten Passagen als bloße "Meinungsäußerung" zu verteidigen. Die Richter sagen aber: Wenn eine Meinungsäußerung einen erwiesen falschen oder bewusst unwahren Tatsachenkern enthalte, tritt das Grundrecht der Meinungsfreiheit hinter die Schutzinteressen des Betroffenen. (Foto: Uwe Zucchi / dpa)
spiegelgruppe.deKommentieren ...

Zitat: Stefan Plöchinger erteilt Plattform-Vermarktung eine Absage.

"Es hat sich gezeigt, dass viele Fans unserer Marken bereit sind, langfristig in Medien zu investieren, deren aufklärerischer Kraft sie vertrauen. Man muss sie nur gescheit darum bitten."

Stefan Plöchinger, bald Produktchef des "Spiegels", sagt im Interview mit dem "Medium Magazin", dass ein Verlag lieber selbst Abos verkaufen sollte, statt sich auf Plattformen zu vermarkten. Nur damit verdiene man pro Leser genug Geld.
"Medium Magazin", 6/2017, S. 24-27 (Paid), presseportal.de (Vorabmeldung)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stefan Plöchinger setzt für die "Süddeutsche" voll auf Paid Content.

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Zitat: Margrethe Vestager stimmt der Leak der "Pa­ra­di­se Papers" optimistisch.

"Je­mand, der sei­nen Le­bens­un­ter­halt da­mit verdient, Steu­er­spar­mo­del­le für Un­ter­neh­men zu entwickeln, schläft nachts jetzt viel­leicht schlech­ter."

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager freut sich im Interview mit dem "Spiegel" über die Wirkung der Enthüllung der "Pa­ra­di­se Pa­pers". Die EU arbeite an schärferen Gesetzen zur Bekämpfung von Steu­er­tricks.
"Spiegel" 48/2017, S. 72-74 (Paid), turi2.de (Background)

Weiteres Zitat aus dem Interview:
"Ich habe noch eine so­ge­nann­te Fan-Sei­te auf Face­book, aber ich nutz­e Face­book selbst nicht mehr und zwar aus den glei­chen Grün­den, aus denen ich auch Kun­den­kar­ten im Su­per­markt ab­leh­ne: Die Un­ter­neh­men sau­gen alle In­for­ma­tio­nen auf, ohne ei­nen angemessenen Preis da­für zu zah­len."Kommentieren ...

Spiegel TV erhält neue Drittsendezeit.

Spiegel TV wird auch nach dem Wegfall seines bisherigen Drittsendeplatzes auf RTL zu sehen sein, berichtet DWDL. Ab Juli wird das Format statt sonntags am Montag um 23.25 Uhr ausgestrahlt. Die Sendezeit verkürzt sich künftig auf 35 Minuten. "Spiegel TV" löst auf dem Sendeplatz das von AZ Media produzierte "30 Minuten Deutschland" ab. AZ Media hat beim Vergabeverfahren keinen neuen Slot erhalten.
dwdl.deKommentieren ...

Kooperation von NDR, WDR und "SZ" ärgert die Konkurrenz.

Recherche-Kooperation von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" stößt bei der Konkurrenz erneut auf Kritik. "Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer sieht eine "Vorzugsbehandlung" von Nachrichten, die aus der Kooperation entstehen. "Bild"-Chef Julian Reichelt ärgert sich im "Zapp"-Interview über die Gratis-Markenwerbung für die "Süddeutsche". "Tagesschau"-Chef Kai Gniffke widerspricht: "Bild" und "Spiegel" würden häufiger erwähnt.
ndr.de/zapp (mit 10-Min-Video)Kommentieren ...

Audible startet 22 Podcasts: "Spiegel", "Brand Eins" und "Bunte" produzieren eigene Formate.


Attacke auf die Ohren: Audible startet heute 22 Podcast-Eigenproduktionen in Deutschland. Die Hörbuch-Plattform von Amazon wandelt sich damit zur App für Audio-Inhalte aller Art. An der Offensive beteiligen sich deutsche Verlage und prominente Moderatoren: Interviewer Jörg Thadeusz talkt wöchentlich für "Brand Eins" über Wirtschaft, Nina Ruge berichtet für "Bunte" über Promis. Auch "Spiegel", "11 Freunde", Vice und "Galore" liefern Sendungen im Wochentakt.

Die Podcasts sind ausschließlich bei Audible verfügbar und werbefrei, Nutzer zahlen 9,95 Euro für ein Monatsabo. Audible beauftragt die Produktionen und bezahlt sie, bestätigt das Unternehmen auf turi2-Nachfrage. Es investiert bis Ende 2018 nach eigenen Angaben einen Millionenbetrag. Einige Formate sind aus einem 2016 gestarteten Aufruf an Produzenten entstanden und basieren auf Pilotfolgen und Marktforschung. Das Programm soll in Zukunft monatlich um zwei Formate wachsen. Audible verspricht investigative Reportagen, Late-Night-Shows und tägliche Kolumnen von Journalisten.

Ab heute starten 17 deutsch- und 5 englischsprachige Sendungen unter der Marke Audible Original Podcasts. Darunter sind:
- Wilde Liga, ein Podcast der "11 Freunde"-Redaktion,
- Das Gespräch von "Brand Eins", geführt von RBB- und WDR-Mann Jörg Thadeusz,
- Das "Bunte"-Gespräch mit Moderatorin Nina Ruge,
- Sagen, was ist heißt der "Spiegel"-Podcast der Redakteure Olaf Heuser und Christina Pohl,
- Juwelen im Morast der Langeweile ist ein Gespräch zwischen Dschungelcamp-Autor Micky Beisenherz und Brachial-Komiker Oliver Polak,
- In Rönne & Rammstedt philosophieren die Autoren Ronja von Rönne und Tilman Rammstedt, die zugleich privat ein Paar sind,
- Der endgültige Satirepodcast nennt sich der Beitrag der "Titanic"-Redaktion,
- Radio Motherboard ist ein Technik-Podcast aus dem Hause Vice,
- In Unüberhörbar spricht ARD-Literaturkritiker Denis Scheck mit Autoren,
- Straight ist der Podcast der gleichnamigen Zeitschrift für Lesben,
- Nach Deutschland kommen außerdem englischsprachige Sendungen wie The Dark Web und Queen Elizabeth II: Life of a Monarch.

Mit dem umfassenden Programm springt Audible auf den Podcast-Trend auf und positioniert sich gegen starke Konkurrenz: Der Streaming-Dienst Spotify produziert eigene Formate wie Fest & Flauschig mit Jan Böhmermann und Olli Schulz, bei Deezer sprechen Sarah Kuttner und Medienkritiker Stefan Niggemeier übers Fernsehen, Deutschlandfunk und ARD bauen gerade eigene Audiotheken auf.
per Mail, turi2 - eigene Infos, audible.de (Übersicht), youtube.com (Trailer)Kommentieren ...

Zitat: SZ.de-Chefin Julia Bönisch sieht beim "Spiegel" noch "viel zu tun".

"Ich würde es eher so sehen, dass beim 'Spiegel' noch so viel zu tun ist, dass da die größeren Herausforderungen warten als bei uns."

Süddeutsche.de-Chefredakteurin Julia Bönisch glaubt, dass der scheidende "SZ"-Digitalchef Stefan Plöchinger in Hamburg mehr gebraucht wird als in München.
turi2.tv (3-Min-Video)Kommentieren ...

Basta: Böhmermann basht Bento.

Böhmermann-Bento-Beef: Jan Böhmermann verreißt im Neo Magazin Royale das "Spiegel"-Jugendportal bento. Satte 20 Minuten Sendezeit verbringt er u.a. mit der Analyse von bento-Quizzen wie "Welcher Bürgerkrieg bist du?" Journalistisch gehaltvoller soll Böhmermann zufolge ein Totholz-Medium sein, das am 27. Oktober in deutschen Städten verteilt wird: Die "Printo" - mit dem Quiz: "Kennst du alle vier Jahreszeiten?"
zdf.de (Neo Magazin Royale vom 26.10., Thema Bento ab 9:35 Min), printoonline.de ("Printo")Kommentieren ...

Meedia: SEO-Chef Raphael Raue verlässt Spiegel Online.

Spiegel Online verliert eine weitere Digitalkraft: Raphael Raue, SEO-Chef und Leiter Webanalyse, verlässt Spiegel Online Anfang 2018. Raue bestätigt die Personalmeldung von Meedia auf seiner Facebook-Seite. Wohin es ihn zieht, sagt Raue noch nicht, weil er zuvor "einige wichtige Projekte zu Ende bringen" will. Erst gestern wurde bekannt, dass Carline Mohr, bisher CvD Audience Development, von Spiegel Online zur Looping Group wechselt. Auch "Spiegel Daily"-Chef Timo Lokoschat hat sich in dieser Woche verabschiedet.
meedia.de, facebook.com (Raue), turi2.de (Mohr), turi2.de (Lokoschat)Kommentieren ...

"Bild" und "Spiegel" verkaufen Paid Content über Facebook Instant Articles.

Facebook lässt ausgewählte Verlage jetzt Abos über Instant Articles verkaufen. Nutzer können in Deutschland Paid-Zugänge für "Bild" und "Spiegel" lösen. Die Paywall erscheint noch im schnell ladenden Instant Article innerhalb der Facebook-App. Die Abwicklung läuft über die Verlage, die 100 % der Einnahmen erhalten. Zunächst läuft der Test nur auf Handys mit Android. Grund ist ein Konflikt mit Apple: Der iPhone-Hersteller will 30 % der Einnahmen für sich behalten.
de.newsroom.fb.com, recode.net (Apple)Kommentieren ...

Carline Mohr wechselt von Spiegel Online zur Looping Group von Dominik Wichmann.

Carline Mohr, bis Mitte Oktober CvD Audience Development bei Spiegel Online, wechselt ins Content Marketing: Via Twitter begrüßt Dominik Wichmann, Publisher und Co-Founder der Looping Group, Mohr als Neuzugang. Mit seinem Team macht Wichmann u.a. Content Marketing für Mercedes-Benz.
twitter.com/dominikwichmann, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Spiegel-Daily-Chef Timo Lokoschat verlässt den "Spiegel".


Hamburg-Berlin, one way: Timo Lokoschat, gemeinsam mit Oliver Trenkamp Verantwortlicher für Spiegel Daily, verlässt den "Spiegel" nach nur eineinhalb Jahren wieder, wie er selbst auf Facebook bekannt gibt. Ab Januar werde er sich einer neuen Aufgabe in Berlin widmen.

Wohin genau es ihn zieht, verrät er jedoch nicht. Laut Meedia soll Timo Lokoschat Gespräche mit der "Bild" geführt haben, wo er das Führungsteam um Julian Reichelt verstärken könnte. Timo Lokoschat war Mitte 2016 von der Münchner "Abendzeitung" gekommen, wo er Vize-Chefredakteur war. Als Leitender Redakteur war er zunächst an der Vorbereitung von Spiegel Daily beteiligt und führte die digitale Tageszeitung seit ihrem Start im Mai 2017.
facebook.com, meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

RTL setzt "Mensch Gottschalk" nach zwei Ausgaben ab.

RTL zieht Mensch Gottschalk nach zwei Ausgaben den Stecker. Eine dritte Sendung des unregelmäßigen Halbjahres-Rückblicks mit Thomas Gottschalk wird es nicht geben. Grund sind offiziell aber nicht die schlechten Quoten deutlich unter Senderschnitt, sondern die Tatsache, dass es den Sendeplatz vom "Spiegel TV Magazin" am Sonntagabend ab Sommer 2018 nicht mehr gibt. Spiegel TV hatte die Show im Rahmen seiner Drittsendelizenz produziert.
dwdl.de2 Kommentare

Spiegel TV produziert neue Sendungen für Kabel Eins.

Spiegel TV sichert sich weitere Aufträge von Kabel Eins und produziert neue Ausgaben der Sendung Die spektakulärsten Kriminalfälle. Beim Ableger Kabel Eins Doku läuft ab November am Dienstagabend das monothematische "Spiegel TV Thema" über das Alltagsleben in Deutschland, ergänzt durch ein neues "Doku Magazin" von Spiegel TV um 22.00 Uhr. Neue Aufträge sind für Spiegel TV besonders wichtig, weil die Drittsende-Lizenz für das Flaggschiff, das "Spiegel TV Magazin" bei RTL, Mitte 2018 ausläuft. Ob Spiegel TV erneut einen Zuschlag bekommt, ist ungewiss.
presseportal.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Jesper Doub steuert den "Spiegel" durch den digitalen Umbruch.


Innovation von oben: Mit Jesper Doub hat der "Spiegel" einen IT-Mann als Verlagsleiter. Und der liest sein Blatt nur noch selten auf Papier, sondern auf dem iPad. Im Video-Interview zur neuen turi2 edition5 sagt Doub: "Die normale, neue Realität ist: Wir sind ständig in einem Transitionsprozess." In dem Prozess kann der "Spiegel" wieder wachsen – abseits der Kernmarke. Weiterlesen …

Meinung: Medien sind für Schweigen und Pöbeleien in Debatten mitverantwortlich.

Medien sind mitschuldig, dass in der öffentlichen Diskussion vor allem merkeleskes Schweigen und rechtspopulistische Pöbeleien dominieren, meint Eva Menasse. Zwi­schen den Ex­tre­men Schwei­gen und Pö­beln sei offenbar für niemanden mehr Platz. Menasse wirft Meedia vor, den vom "Spiegel" aus großer Nähe beschriebenen Wahlkampf von Martin Schulz "gei­fernd zum Dolch­stoß um­zu­dich­ten". Anders als vom Branchendienst behauptet, gebe es in der Schulz-Story keinen Satz, der diesen als totalen Loser erscheinen lasse.
"Spiegel" 41/2017, S. 128-129 (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Verlagsleiter Michael Plasse verlässt den "Spiegel".


Abschied an der Ericusspitze: Michael Plasse, Verlagsleiter beim "Spiegel" und Geschäftsführer beim "manager magazin", verlässt den Spiegel-Verlag. Grund für die Trennung sind laut "Horizont" interne Unstimmigkeiten. So gilt Michael Plasse als Befürworter einer Einzelvermarktung des "Spiegels". Jüngst entschied der Verlag jedoch, der Ad Alliance von Gruner + Jahr und RTL beizutreten. Ferner soll es laut "Horizont" Differenzen zwischen Michael Plasse und seinem Co-Verlagsleiter Jesper Doub geben. Der Verlag selbst schreibt, Michael Plasse habe vor, sich "neuen beruflichen Aufgaben zu widmen" und gehe "in aller Freundschaft". Seine Tätigkeiten beim "Spiegel" übernimmt Geschäftsführer Thomas Hass.

Jesper Doub und Michael Plasse wurden beide Mitte 2015 zu Verlagsleitern befördert. Jesper Doub ist seitdem für Herstellung, Verwaltung, Einkauf und die Reisestelle zuständig. Zudem ist er Geschäftsführer von Spiegel Online. Michael Plasse ist in erster Linie zuständig für den Vertrieb, die Anzeigenvermarktung, die Verlagskoordination und den Leser-Service. Zuvor war er bereits Verlagsleiter beim "manager magazin". Insgesamt ist er seit 2004 beim Spiegel-Verlag tätig.
horizont.net, turi2.de (Ad Alliance), turi2.de (Beförderung Doub und Plasse)
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Meedia: Spiegel Daily wächst weiter nur schleppend.

Spiegel schweigt zum Status seiner vor 100 Tagen gestarteten digitalen Tageszeitung Spiegel Daily, schreibt Marvin Schade. Auch intern hört er Unmut über die Verschwiegenheit. Rund 1.000 Abonnenten kommen laut Schade monatlich neu, etwa 50 bis 60 % bleiben über den Testmonat hinaus. Insgesamt sollen es weniger als 10.000 Abonnenten sein. Der Verlag will "zu gegebener Zeit" Auskunft geben.
meedia.de, turi2.de (Video-Interview zu Daily)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Daily-Ideengeber Cordt Schnibben kurz nach dem Start des Angebots.
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ARD nennt "Spiegel"-Titel eine "Schmähkritik".

ARD reagiert spät, aber gereizt auf den jüngsten "Spiegel"-Titel: Der Text sei in Teilen simple Schmähkritik. Die Radioangebote lasse der "Spiegel" ganz außer Betracht, die Autoren bemühten sich um ein bestimmtes Bild. Viele Daten legt die ARD anders aus als die Autoren des "Spiegels". Die ARD ätzt, Printjournalisten seien wohl der Ansicht, ihnen gehöre publizistisch das Internet.
ard.de, dwdl.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Schulz-Reportage im "Spiegel" wäre besser nie erschienen.

Spiegel-Titelstory, in der Markus Feldenkirchen den Wahlkampf von Martin Schulz aus großer Nähe beschreibt, verfestige den Eindruck, Politiker und Journalisten seien ein gemeinsamer Zirkel, kommentiert "taz"-Journalistin Bettina Gaus. Mit seiner Zusage habe Schulz zudem – ähnlich wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für eine "Zeit"-Geschichte – das wertvolle Gut der Privatsphäre aufgegeben und so die Lobby für das Recht auf diese geschwächt.
taz.deKommentieren ...

"Spiegel" rät ARD und ZDF zum radikalen Neuanfang.


Anleitung zum Neuanfang: Der "Spiegel" analysiert in seiner elf-seitigen Titelgeschichte Die unheimliche Macht differenziert die Situation der öffentlich-rechtlichen Sender zwischen journalistischem Anspruch und seichter Massenunterhaltung, Legitimationskrise und Rechtfertigungsdruck. Das Autoren-Team, bestehend aus Markus Brauck, Hauke Goos, Isabell Hülsen und Alexander Kühn, fordert die Sender auf, das System komplett zu überdenken: In einem neuen Gesellschaftsvertrag müsste neu definiert werden, was der Auftrag der öffentlich-rechtlichen Anstalten in Zukunft sein solle und "wo sie tatsächlich unersetzlich sind". Ernsthaft diese Frage zu stellen, hieße jedoch, "Abschied zu nehmen vom gebührenfinanzierten Allerlei". ARD und ZDF sollten all das, was andere besser können, diesen anderen überlassen: "Den Verlagen den Textjournalismus. Dem Privat-TV manche Unterhaltung. Den Streamingdiensten manche Serie."

Die "Spiegel"-Autoren sehen schwindenden Rückhalt für ARD und ZDF bei Publikum und Politik: "Komischerweise hat man derzeit den Eindruck, dass sich nicht die Anstalten von der Politik emanzipieren wollen, sondern, dass es die Parteien sind, die gerade Distanz zu ARD und ZDF suchen". Die Strahlkraft des Fernsehens sei weiter ungemein groß, doch ARD und ZDF machten Programm, so "wie Angela Merkel regiert. Irgendwo zwischen 'Sie kennen uns', 'In der Ruhe liegt die Kraft' und kulturellem Wachkoma". Informationssendungen hätten dann den größten Zuspruch, wenn sie in der Halbzeitpause vom Fußball laufen. Ein Grundproblem sehen die Autoren im derzeitigen System darin, dass "in der DNA der Sender das Bild vom unfertigen, eigentlich unpolitischem Bürger fortwirkt, der mit Trallala-Shows zum Schauen von Nachrichten überredet werden muss".

Selbst kleine Sparanstrengungen würden nur auf politischen Druck hin geschehen: "Es fehlt die Kraft für einen Neuanfang", doch das pure Vertrauen darauf, "dass es immer so weitergeht, dass die Politik immer weiter den schützenden Mantel über ARD und ZDF" hält, dürfte nicht ausreichen.
"Spiegel" 41/2017, S. 10-20 (Paid)5 Kommentare