Meedia: Mitarbeiter der Ad Alliance sortieren sich neu.

Ad Alliance organisiert sich in Teams, die sich auf Kunden statt Medien-Kanäle fokussieren, schreibt Gregory Lipinski. Je drei Teams pro Standort sollen Mediaagenturen oder Großkunden oder Spezialthemen betreuen. Mitarbeiter, die etwa bislang nur Print vermarktet haben, sollen sich künftig crossmedial um Kampagnen kümmern. Ärger könnte dies beim Allianz-Mitglied Spiegel Media geben, der auf Eigenständigkeit pocht, beobachtet Lipinski.
meedia.de

kress: Gabor Steingart könnte "Welt"-Herausgeber werden.

König der Welt? Gabor Steingart, im Hauptberuf Media Pioneer und Binnenschiffer, könnte Nachfolger von Stefan Aust, 72, als Herausgeber von Springers "Welt" werden. Darüber spekuliert Markus Wiegand im aktuellen kresspro. Womöglich habe Steingart eine "lukrative Springer-Option" schon Anfang 2018 bei der Trennung vom "Handelsblatt" "in der Hinterhand" gehabt. Steingart bestreitet das aber.
kresspro 5/2019, S. 89 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Gabor Steingart über seine Pläne, Journalismus ohne Werbung zu treiben:


"Bild" muss 110.000 Euro Entschädigung zahlen.

Bild bekommt vom Landgericht Frankfurt eine ungewöhnlich hohe Entschädigungszahlung auferlegt. Die Zeitung muss 110.000 Euro an einen Mitarbeiter einer Stadtverwaltung zahlen, über den Bild 2016 an vier aufeinanderfolgenden Tagen unter Nennung vieler Details und mit Fotos berichtet hatte und unter anderem als womöglich "schlimmsten Vorgesetzen Deutschlands" bezeichnet hatte. Die Zeitung nutze für ihre Schilderungen als einzige Quelle ein Mobbingtagebuch einer Ex-Angestellten, prüfte die Vorwürfe aber nicht ausreichend, wie das Gericht nun befand.
dwdl.de

Wolf-Ulrich Schüler folgt Tanit Koch von Springer zu RTL.

RTL: "Bild"-Nachrichtenchef Wolf-Ulrich Schüler wechselt im September ins neue n-tv-Team um Tanit Koch, berichtet "Clap". Schüler hatte im Jahr 2015 als Ressortleiter Unterhaltung bei Springer angefangen. Julia Höpfner, bislang Ressortleiterin Nachrichten, folgt Schüler bei "Bild" als neue Nachrichtenchefin.
clap-club.de

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"Bild"-Gruppe startet Beteiligungsprogramm B4Sports und investiert in isralisches Startup.

Bild-Gruppe beteiligt sich am israelischen Startup Tokabot. Die Firma entwickelt Technologie zur Interaktion mit Fans und zur Monetarisierung von Sport und Unterhaltung. Das Investment ist Teil des Beteiligungsprogramm B4Sports, mit dem "Bild" und "Sport Bild" neue Geschäftsmodelle finden wollen. Die Investments erfolgen in Geld- oder Media-Leistungen.
axelspringer.com

Springer legt 2020 seine US-Unternehmen Insider und eMarketer zusammen.

Springer plant, seine US-Unternehmen Insider und eMarketer 2020 zusammenzuführen. Insider erreicht mit Business Insider, Markets Insider und der Nachrichtenmarke Insider weltweit mehr als 170 Mio Nutzer. eMarketer ist Marktforscher für Digital-Medien, -Marketing und -Handel. Beide Unternehmen sollen durch den Schritt im B2B-Geschäft wachsen.
axelspringer.com

Christian Stenzel wird bei "Bild" Stellvertreter von Julian Reichelt.

Bild befördert Christian Stenzel (Foto), bisher Ressortleiter Politik & Wirtschaft, zum Stellvertreter von "Bild"-Chef Julian Reichelt. Als Chief of Staff soll er sich vorrangig um Management-Aufgaben und strategische Planungen kümmern. Er steht auf gleicher Position neben Daniel Böcking und Alexandra Würzbach, die den Job kürzlich von Ulrike Zeitlinger-Haake übernommen hat. Timo Lokoschat, verantwortlich für Bild plus, Chefreporter Paul Ronzheimer und Jorin Verges, der von der "B.Z." kommt, werden stellvertretende Chefredakteure.
axelspringer.com, turi2.de (Background Würzbach)

Korrektur: In einer früheren Version schrieben wir, Julian Reichelt habe mit Christian Stenzel und Alexandra Würzbach zwei Stellvertreter – richtig ist, dass es mit Daniel Böcking drei sind. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Springer schließt Deal mit KKR, Investor bietet 12 % Aufschlag.


Der Deal steht: Der Investor KKR startet die Übernahme der börsengelisteten Springer-Aktien. KKRs Fonds-Vehikel Traviata bietet Springer-Aktionären 63 Euro pro Aktie. Zum Börsenschluss am Dienstag waren die Papiere je 56 Euro wert, ein Aufschlag von 12 %. Springers Vorstand und Aufsichtsrat begrüßen den "strategischen und finanziellen" Partner. Springer hatte die Gespräche mit KKR Ende Mai bestätigt. Der Medienkonzern erhofft sich davon frisches Geld für das "langfristige Wachstum und die Investitionsstrategie". Springer "möchte ein weltweit führender Anbieter von digitalem Journalismus und digitalen Rubrikenangeboten werden" - und muss Beobachtern zufolge vor allem die digitalen Rubrikenangebote gegen die Konkurrenz der Tech-Plattformen positionieren, etwa durch weitere Zukäufe.

Die Beteiligungsgesellschaften von Verlagserbin Friede Springer und Verlagsboss Mathias Döpfner behalten ihre Anteile. Friede Springer (42,6 %) und Mathias Döpfner (2,8 %) besitzen zusammen nur 45,4 %. Deshalb regelt der Deal mit KKR, dass "keine Entscheidungen auf Gesellschafterebene ohne die Zustimmung von Friede Springer getroffen werden können".

Kritiker sehen Risiken für das Geschäft mit gedruckten Zeitungen, Digital-Versteher Sven Schmidt sieht Vorteile vor allem für Döpfner, etwa durch höhere Boni. Er fände einen Spinoff des Rubrikengeschäfts zielführender.
presseportal.de, turi2.de (Zeitungen), turi2.de (Sven Schmidt)

Früherer "Auto Bild"-Chefredakteur Bernd Wieland, 59, ist tot.

Bernd Wieland, 59, ist tot. Der Motor-Journalist und frühere Chefredakteur von Springers "Auto Bild" starb unerwartet bereits am 3. Juni, wie turi2 aus Wielands privatem Umfeld erfuhr. Er begann seine Karriere 1988 als Redakteur bei "auto motor und sport" und stieg zum Vize-Chef der Zeitschrift auf. 2006 wechselte er als Chefredakteur zu "Auto Bild" und prägte das Blatt mehr als ein Jahrzehnt lang. 2017 wurde Bernd Wieland von Tom Drechsler abgelöst, ab 2018 arbeitete er als Berater, u.a. für Springer.
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background)

Business Insider Deutschland: Andy Kalies wird CPO, Steven Plöger Chef vom Dienst.

Business Insider Deutschland: Steven Plöger, 29, (Foto) wird Chef vom Dienst. Er kommt von Storymachine, dort war er Chefredakteur des digitalen Finanzmagazins Zaster. Andy Kalies, 36, kommt als Chief Product Officer, er verantwortet bisher die digitale Produktentwicklung bei der "Welt". Tobias Heimbach, 31, und Josh Groeneveld, 29, kommen als Politik-Redakteure, Julia Beil, 25, als Redakteurin im Ressort Strategy, Wissen, Panorama.
per Mail

Hör-Tipp: Wie Business Insider Reichweite und Qualitäts-Journalismus zusammenbringen will.

Hör-Tipp: Business Insider setzt auf Reichweite und Paid Content. Im Podcast-Interview von Pia Frey berichtet Chefredakteur Nicholas Carlson, wie er beides zusammenbringt: Über Reichweite finanziert das Springer-Portal Berichte über populäre Themen wie Tesla oder Apple, hinter der Paywall finden sich Nischen-Themen. Viele Abonnenten kommen aus der Finanzindustrie. Carlson will zeigen, dass Wirtschaftsjournalismus nicht langweilig sein muss.
podigee.io (41-Min-Audio, englisch)

"Wirtschaftswoche": Springer-Jobbörse Stepstone spürt den Start von Googles Stellensuche.

Google for Jobs macht Stepstone, Springers lukrativer Online-Jobbörse, mächtig Konkurrenz, schreibt die "Wirtschaftswoche". Seit dem Start der Google-Stellensuche in Deutschland vor zwei Wochen gebe es "einen Rückgang an Klicks, die von Google kommen". Um den Schwund zu kompensieren habe Springer die Marketing-Aktivitäten erhöht. Rund 70 % aller Jobsuchen starten bei Google, damit sei Google über Nacht zum Marktführer in Sachen Sichtbarkeit geworden.
"Wirtschaftswoche" 24/210, S. 51 (Paid), turi2.de (Background)

Gründer und Digitalexperte Sven Schmidt kritisiert Mathias Döpfners KKR-Deal scharf.


Ohr-Feige: Mathias Döpfner, Vorstandschef und Kleinaktionär bei Springer, bekommt im Podcast seines Kooperationspartners Philipp Westermeyer ordentlich auf die Löffel. Westermeyers Buddy & Digital-Versteher Sven Schmidt (Foto, links) kritisiert den bevorstehenden Einstieg des US-Finanzinvestors KKR bei Springer scharf: Er nütze eher dem Springer-Gesellschafter Döpfner als der Verlegerin Friede Springer.

Schmidt, der als Gründer- und Investoren-Urgestein in der Branche hoch angesehen ist, wirft Döpfner vor, den "logischsten Schritt" nicht gegangen zu sein: Um für Springer neues Geld für große Deals wie den Kauf des Ebay-Kleinanzeigengeschäfts zu besorgen und trotzdem Friede Springers Hoheit über das publizistische Geschäft zu wahren, hätte Döpfner, so Schmidt, das rendite- und wachstumsstarke, aber umkämpfte Rubrikengeschäft für Jobs, Autos und Wohnungen "als Spin-off" ausgliedern und zur "reinen Kapitalbeteiligung" für Springer machen sollen.

Den Finanzinvestor KKR in die Kernfirma Springer zu holen, sei nicht die beste Lösung. Döpfner fürchte, so Schmidt, bei der Ausgliederung der sogenannten Classifieds Media wohl einen persönlichen Machtverlust und erwarte für sich persönlich durch den Einstieg von KKR "wahrscheinlich" höhere Boni.

Schmidt, seit Jahrzehnten erfahren im Venture-Geschäft, kritisiert außerdem, dass Döpfner sich nicht heftiger gegen den Einstieg von Google ins Geschäft mit Stellenanzeigen wehrt. Es sei an der Zeit, dass "Döpfner sich endlich mal aufregt" und "Bild" und "Welt" gegen den "Missbrauch der Marktmacht" von Google in Stellung bringt.
soundcloud.com (ab Minute 13.20)

KKR-Deal: Mathias Döpfner richtet sich mit einer Video-Botschaft an die Mitarbeiter.

Springer erhofft sich vom Deal mit US-Investor KKR eine "sehr schöne, langfristig stabile Lösung", sagt Chef Mathias Döpfner in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter, aus der Gregory Lipinski zitiert. KKR habe sich zu den Springers Unternehmenswerten bekannt und wolle in den Ausbau des Kerngeschäfts investieren. Die Partnerschaft sei auf mindestens fünf Jahre angelegt.
meedia.de

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Berufe mit Zukunft: D wie Datenvorstand – Stephanie Caspar.


Die jüngste und digitalste Springer-Managerin: Stephanie Caspar steuert bei Springer neben dem Digitalen und dem Daten-Geschäft das gesamte deutsche Medien-Portfolio und die Druckereien – ein beeindruckendes Pensum. Für die turi2 edition #8 beschreibt Jens Twiehaus ihre Erfolgsstrategie: der sorgsame Umgang mit Ressourcen und "Nachdenk-Freitage". Lesen Sie das ganze Porträt von Datenvorstand Stephanie Caspar hier als Online-Text oder hier im frei zugänglichen E-Paper des Buchs.

Springer nimmt Bauer-Titel aus seinem iKiosk.

Springer entfernt alle Titel der Bauer Media Group aus seinem Digital-Büdchen iKiosk. Die Titel seien testweise bis Ende Mai 2019 verfügbar gewesen. Im iKiosk wurden die Titel, darunter u.a. "Cosmopolitan", "Intouch" und "Madame", ursprünglich als "vom Bauer Verlag eingestellt" angezeigt. Dabei habe es sich um eine missverständliche Formulierung gehandelt, bestätigen beide Verlage.
turi2 – eigene Infos

Ulrike Zeitlinger-Haake wird Chefredakteurin "Entwicklung und Innovation" bei der "Bild"-Gruppe.

Bild gründet ein Innovation Lab für neue journalistische Formate, die bisherige Vize-Chefredakteurin von "Bild" Ulrike Zeitlinger-Haake (Foto) soll das Lab als Chefredaktion "Entwicklung und Innovation" aufbauen. Als "Bild"-Vize übernimmt für sie Alexandra Würzbach, die seit 2013 bereits Mitglied der Chefredaktion ist.
axelspringer.com

Springer stampft die Print-Ausgabe von "Computer Bild Spiele" ein.

Computer Bild Spiele erscheint im August das letzte Mal gedruckt. Infos rund ums Gaming würden fast ausschließlich online konsumiert, weshalb die Inhalte komplett zu Computerbild.de umziehen. Springer hatte sich im Februar bereits von der Giveaway-CD auf dem Cover verabschiedet und die Inhalte nur noch digital zum Download bereitgestellt.
axelspringer.com, turi2.de (Background)

Meinung: Ein KKR-Einstieg würde Springers Druck-Objekte unter Druck setzen.

Springer: Der mögliche KKR-Einstieg könnte Springer im Rubrikengeschäft entscheidend beflügeln, beobachtet Gregory Lipinski. KKRs Sammelsurium frisch zugekaufter Firmen im deutschen Bewegtbild-Sektor könnte Springer zudem zum dritten großen Player neben RTL und P7S1 machen. Das üblicherweise renditehungrige KKR-Vorgehen könne allerdings die gedruckte Zukunft der Springer-Blätter deutlich verkürzen.
meedia.de, turi2.de (Background)

Rückzug von der Börse: Springer bestätigt Gespräche mit Investor KKR.


Springer spricht: Der Konzern plant den Rückzug von der Börse und verhandelt dafür über eine strategische Beteiligung mit dem US-Investor KKR. Gemeinsam mit Beteiligungsgesellschaften von Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner wolle KKR die restlichen Springer-Aktien aufkaufen. Die Anteile, um die es geht, sind an der Börse 2,66 Mrd Euro wert.

KKR ist ohnehin auf Deutschland-Einkaufstour: Zuletzt hat der Investor u.a. die Produktionsfirma von Günther Jauch übernommen und baut mit Fred Kogel eine Fernseh- und Film-Produktion aus der Tele München Gruppe auf.
bloomberg.com, spiegel.de, tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Basta: "Bild" dir deinen Wikipedia-Eintrag.

Wikipedia ist ein Wunschkonzert: Seit Wochenbeginn tobt im Wikipedia-Eintrag der "Bild am Sonntag" ein Autoren-Krieg. Ein Springer-Autor löscht kritische Passagen und unschöne Auflagen-Statistiken. Die Pressestelle erklärt, man habe veraltete Daten "transparent und begründet geändert".
bildblog.de

Das komplette Statement der Springer-Pressestelle:

"Wir wissen, dass Wikipedia für viele eine bedeutende Quelle der Recherche ist. Daher ist es wichtig, dass die Fakten korrekt und aktuell sind. Dies war bei vielen Einträgen für 'Bild am Sonntag' nicht mehr der Fall, weshalb wir diese für alle transparent und begründet geändert haben. Alle Anpassungen erfolgten mit klarer Absenderschaft, niemand hat versucht, wie von BildBlog behauptet, etwas 'werblich unterzuschummeln'. Es gehört zu Wikipedia, dass diese Einträge oder bestimmte Formulierungen durch andere Nutzer anders bewertet und eingeordnet werden können."

Meinung: Mathias Döpfner sieht wirkungsmächtigen Politikjournalismus im Rezo-Video.

Politik: Das Rezo-Video ist für Springer-Chef Mathias Döpfner "moderner, innovativer und sehr wirkungsmächtiger Politikjournalismus". Die Diskussionen über die Meinungsäußerungen von YouTubern driften seiner Meinung nach in eine "völlig falsche Richtung" ab. Leitartikel in Zeitungen seien meist ebenso "zugespitzt oder einseitig".
zeit.de

Hör-Tipp: Kai Diekmann erzählt von früher – und ein bisschen von Storymachine.

Hör-Tipp: Kai Diekmann ist Gast im New-Work-Podcast von Michael Trautmann und Christoph Magnussen. Der Ex-"Bild"-Chef erzählt vor allem von früher, angefangen bei seinen Eltern, die glaubten, der Junior habe eine Profilneurose, über seine rebellische Phase bei der Bundeswehr bis zu "Bild". Er erklärt das Geschäftsmodell von Storymachine als Social-Media-Ghostwriting, Details zu seiner Agentur-Arbeit nennt er nicht.
soundcloud.com (67-Min-Audio)

Aktuell bei turi2.tv: "Richtig in die Fresse gekriegt" – Michael Trautmann über die Höhen und Tiefen seines Werber-Lebens.

Google startet Jobsuche-Funktion in Deutschland.


Wer nach Jobs googelt, bekommt Angebote künftig sehr präsent in einer blauen Box – Anzeigen vom Springer-Portal Stepstone sind nicht dabei. (Foto: Jens Twiehaus)

Gehalt voller googeln: Google bietet deutschen Nutzern ab heute eine Stellensuche-Funktion – und wird damit schlagartig zum wohl wichtigsten Online-Stellenmarkt. Wer nach mehr Gehalt oder einfach einem neuen Job sucht, bekommt Ausschreibungen mehrerer hundert Stellenmarkt-Websites in einer Übersicht innerhalb der Google-Suche. Als Partner sind viele Verlage dabei, etwa Burda mit Xing, Funke mit Absolventa, die "FAZ"-, "Zeit"- und "Süddeutsche"-Stellenmärkte. Nicht dabei ist die Bundesagentur für Arbeit. Auch die Springer-Jobbörse Stepstone fehlt, weil Springer selbst eine starke Position im Online-Jobmarkt hat.

Nutzer der Job-Funktion können speziell in ihrem Umkreis suchen, Ergebnisse speichern und sich E-Mail-Alerts einrichten. Über Filter können Jobsuchende auch nach Teilzeit, Ausbildungen oder Praktika suchen, außerdem bestimmte Arbeitgeber auswählen. Google-Manager Nick Zakrasek verspricht, die Reihenfolge der Ergebnisse gemäß Relevanz zu gestalten – und Unternehmen oder Portalen kein besseres Ranking zu verkaufen. Über den Suchergebnissen tauchen aber die klassischen Google-Anzeigen auf – wer nach "Redakteur Berlin" sucht, sieht etwa eine Anzeige vom Springer-Portal Stepstone.

Die Einführung der Google-Jobsuche wird neue Diskussionen über Marktmacht und kartellrechtliche Fragen auslösen. Mit der neuen Funktion könnte Google zur ersten Anlaufstelle für Jobsuchende werden und andere Portale in den Schatten stellen. Rechtsanwalt Thomas Höppner, bereits an einem Kartellverfahren vor der EU-Kommission beteiligt, kann sich eine ähnlichen Entwicklung wie bei Google Shopping vorstellen. Hier bündelte Google zunächst Angebote und integrierte immer mehr Funktion bis zur kompletten Abwicklung des Kaufs. Xing-Manager Jens Stief hingegen hofft, mithilfe von Google den Xing-Stellenmarkt bekannter zu machen.
turi2 bei Google-Pk in Berlin, germany.googleblog.com, recruiting.xing.com (Stief), focus.de (Höppner)

Springer schließt sich der Bertelsmann-Allianz gegen Google und Co an.

Matthias Dang, Stephanie Caspar und Stephan Schäfer führen RTL, Springer und Gruner + Jahr enger zusammen - vorerst vor allem in der Digitalvermarktung. (Foto: horizont.net)

Ganz große Koalition gegen GAFA: Media Impact, gemeinsamer Vermarkter von Springer und Funke, tritt der Ad Alliance von RTL, Gruner + Jahr und Spiegel Media bei. In den Abwehrkampf gegen die dominierenden Digitalplattformen aus den USA reihen sich somit auch Springers "Bild" und "Welt" ein. Konkret: Die Ad Alliance vermarktet ab September 38 neue Digital-Marken wie bild.de, welt.de, businessinsider.de und hoerzu.de. Im Angebot der Ad Alliance sind somit 7 TV-Sender, 91 Print- und 110 Digitalmarken, sowie das Angebot der neuen Audio Alliance.

Der Beitritt ist wohl nur ein Anfang: Print sei noch ausgeschlossen, Media Impact verkauft weiter auch selbst, heißt es. Aber: Der Einstieg in die ganze große, nationale Koalition gegen Google, Facebook und Amazon ist geschafft - und der nächste Schritt wird kommen. Verlagsübergreifende, crossmediale Kampagnen in TV, Radio, Print und Online aus einer Hand werden einfacher. Nach eigenen Angaben erreicht die Ad Alliance künftig 99 % der Bevölkerung in Deutschland.
horizont.net (nach Registrierung frei), dwdl.de

Mitarbeit: Peter Turi

"Bild" spielt jetzt Basketball auf Snapchat.

bildlogoBild startet die wöchentliche Basketball-Videoshow Crunchtime auf Snapchat. Regelmäßige Sendungen im Hochkant-Format gibt es auch zu Fußball und Autos sowie tägliche Storys auf dem Hauptkanal bild. Snapchat ist laut Plattformen-Redakteur Morten Wenzek längst nicht tot, "Bild" erreiche allein mit Storys im Schnitt 650.000 täglich aktive User, darunter sehr viele im Schüler-Alter.
snapchat.com (Basketball-Show) via twitter.com, twitter.com (Zahlen)

Video-Tipp: Michael Sandvoss im Erfolgs-Fragebogen.


Erfolgsarchitekt: Michael Sandvoss, bei Media Impact verantwortlich fürs Luxus-Marketing, feiert erste Erfolge im Kinderzimmer als Lego-Architekt. Später im Berufsleben agiert er nicht immer erfolgreich – vielleicht hätte er Immobilien kaufen sollen, statt einen Verlag zu gründen, sagt er im Erfolgs-Fragebogen von turi2 am Rande der Launchparty zur turi2 edition #8. Trotzdem ist er rückblickend zufrieden: "Heute habe ich ein ganz gutes Gefühl dafür, was funktioniert und wie man es vermarktet", auch wegen der Risiken, die er früher eingegangen ist.
turi2.tv (3-Min-Video)

"Kress": Rabe und Döpfner sind die bestbezahlten Medien-Manager.

Manager-Gehälter: "Kress"-Chefredakteur Markus Wiegand wühlt sich durch die Bilanzen der Medienkonzerne und kürt Thomas Rabe und Mathias Döpfner mit geschätzten Bezügen im unteren zweistelligen Mio-Bereich zu den bestbezahlten Medien-Managern. ProSiebenSat.1-Chef Max Conze bekommt laut Bilanz 5,5 Mio Euro, Ströer-CEO Udo Müller 3,57 Mio und Constantin-Chef Olaf Schröder 633.000 Euro.
kress.de

Bild beschert seinen Kunden mit dem Volks-Produkt satte Umsatzsteigerungen.

bildlogoBild hat mit dem Volks-Produkt ein erfolgreiches Vermarktungskonzept kreiert, das eigentlich nur zufällig entstanden ist, schreibt Santiago Campillo-Lundbeck. Seit dem Start im Jahr 2002 wurden mehr als 60 Mio Volks-Produkte verkauft. Die Kampagnen sorgten für mehr als 40 Mrd Kontakte bei die 80 Kunden. Die zu erwartenden Umsätze können mit dem Volks-Produkt laut Media Impact im Vergleich zu normalen Kampagnen um 43 bis 100 % gesteigert werden.
"Horizont" 20/2019, S. 17 (Paid)