Polens Außenminister: Deutsche Medien mischen sich unzulässig in polnische Politik ein.

Minister of Foreign Affairs of Poland, Witold Waszczykowski Ringier Axel Springer mischt sich unzulässig in die politischen Angelegenheiten Polens ein, behauptet Polens Außenminister Witold Waszczykowski (Foto). Er verbitte sich diese Einmischung. Dabei werfe Deutschland Polen seit anderthalb Jahren vor, Einfluss auf die eigene Presse zu nehmen, kritisiert Waszczykowski im Gespräch mit dem "Spiegel". Ringier Axel Springer soll angeblich die Journalisten der polnischen Tochter angewiesen haben, proeuropäisch zu berichten.
spiegel.de (Paid)Kommentieren ...

Julian Reichelt: "Zeit" zitiert Staatsanwalt falsch und ignoriert "Bild"-Statement.

Julian Reichelt wirft der "Zeit" vor, den Düsseldorfer Staatsanwalt Christoph Kumpa falsch zitiert zu haben. Kumpa habe "Bild" keine schlechte Recherche vorgeworfen und nicht behauptet, dass "Bild" die Geschichte über Andreas Lubitz angebliche Ex-Freundin Maria W. erfunden habe. Dies zeige ein Statement des Boulevardblatts gegenüber der "Zeit". "Bild" hält an der Geschichte fest. "Zeit"-Autorin Petra Sorge habe unsauber gearbeitet, meint Bild.de-Chef Reichelt bei Twitter. Auch "Welt"- Wirtschaftsjournalistin Anette Dowideit‏ wirft der "Zeit" "Borderline-Berichterstattung" vor. Kollegen seien zu Unrecht beschuldigt worden, falsch berichtet zu haben. turi2 hatte berichtet, Kumpa habe "Bild" schlechte Recherche vorgehalten. "Zeit"-Chefredaktionsmitglied Holger Stark weist Reichelts Kritik zurück. Seine Zeitung habe einen Springer-Sprecher zitiert und Kumpa korrekt wiedergegeben.
twitter.com, twitter.com (Reichelt), twitter.com (Dowideit), twitter.com (Stark), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Wir graturilieren: Ulf Poschardt wird 50.

Ulf PoschardtWir graturilieren: Ulf Poschardt, Chefredakteur von WeltN24, feiert heute seinen 50. Geburtstag. Der Autoliebhaber gibt nicht nur im Porsche Gas, sondern auch mit seiner crossmedialen Redaktion. Das turbulente Jahr 2016 sei der "ideale Nährboden für substanziellen Journalismus" auf allen Kanälen von WeltN24 gewesen. Besonders freut sich der promovierte Philosoph darüber, wie gut der Sender N24 mit der neuen WeltN24-Homepage ineinandergreift. Er könne sich kein besseres oder athletischeres Team vorstellen als seine Mannschaft.

Nicht zu Ruhe kommen lässt Poschardt das Schicksal seines Türkei-Korrespondenten Deniz Yücel. "Seine Untersuchungshaft in Einzelhaft ist jeden Tag neu ein Schock für uns alle", sagt Poschardt. Der Umgang der Türkei mit dem exzellenten Kollegen mache ihn fassungslos. Für das 51. Lebensjahr wünscht er sich deshalb vor allem eins: Freiheit für Yücel. Heute feiert Poschardt, der 1967 in Nürnberg geboren wurde, seinen runden Geburtstag im kleinsten Kreis in einem chinesischen Imbiss. Gratulationen erreichen ihn auf allen Wegen - etwa per E-Mail.Kommentieren ...

"Bild"-Journalisten sind bei Lubitz-Pressekonferenz nicht erwünscht.

Bild muss bei der Pressekonferenz von Günter Lubitz (Foto) draußen bleiben. Der Vater des Germanwings-Copiloten Andreas Lubitz sperrt Reporter von Springers Boulevardblatt aus, bestätigt der Verlag – und weist demonstrativ auf den trotzdem geführten Liveticker hin. Lubitz' Medienanwalt Andreas Behr meldet sich auf turi2-Nachfrage nicht zurück. "Bild" und Lubitz haben eine juristische Vorgeschichte: Die Familie wehrt sich gegen die Veröffentlichung von Grabstätten-Fotos, das Verfahren läuft noch. Zuletzt wurden Zweifel laut an einem "Bild"-Interview mit einer Frau, die Andreas Lubitz' Ex-Freundin sei.
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background), bildblog.de (Background)Kommentieren ...

Generation-C-Portal Noizz startet rumänischen Ableger.

Ringier Axel Springer bringt Noizz in Rumänien an den Start. Nach Polen, Serbien, der Slowakei und Deutschland ist Rumänien der fünfte Markt für das Newsportal für die "urbane und digital vernetzte Zielgruppe", auch "Generation C" genannt. Noizz hat "coole, vernetzte" Rumänen im Visier, die sich "differenzieren und etwas bewegen möchten".
presseportal.deKommentieren ...

"Bike Bild" radelt viermal im Jahr zum Kiosk.

Springer schwingt sich regelmäßig auf den Sattel und bringt Bike Bild künftig viermal im Jahr heraus. Die erste Test-Ausgabe im August 2016 hat sich 60.000 mal verkauft und wurde vom Anzeigenmarkt "sehr gut angenommen". Mathias Müller, 50, bisher beim Special-Interest-Verlag Delius Klasing im Fachbereich Fahrrad tätig, wird Redaktionsleiter. Der bisherige Chefredakteur, Christian Steiger, 49, sattelt wieder von zwei auf vier Räder um und konzentriert sich auf seine Aufgaben in der Chefredaktion der "Auto Bild"-Familie, insbesondere auf "Auto Bild Reisemobil".
presseportal.deKommentieren ...

Staatsanwalt wirft "Bild" vor, "erfundene" Aussagen im Fall Lubitz zu verbreiten.


Staatsanwalt Christoph Kumpa hat die angebliche Freundin von Andreas Lubitz nicht gefunden – und zweifelt, ob ihre Geschichte in "Bild" stimmt. (Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Picture Alliance)

Behörde contra "Bild": Der Düsseldorfer Staatsanwalt Christoph Kumpa wirft "Bild" schlechte Recherche im Fall des Germanwings-Piloten Andreas Lubitz vor. Ein Interview mit der vermeintlichen Ex-Freundin des Piloten ist womöglich falsch, berichtet Petra Sorge in der "Zeit". Ermittler haben die Frau nie aufspüren können. Kumpa geht davon aus, dass die Geschichte von Maria W. "erfunden" ist. Laut ihr war Lubitz aggressiv und habe angekündigt, dass alle bald seinen Namen kennen würden.

Springer nennt Kumpas Vorwurf "rein spekulativ". Die Staatsanwaltschaft habe "Bild" niemals kontaktiert. Zweifel an den Ermittlungen äußert Günter Lubitz, der Vater des Piloten. Er traut seinem Sohn nicht zu, 149 Menschen mit in den Tod gerissen zu haben – und sieht dafür auch keine Beweise. Am Freitag, dem zweiten Jahrestag des Unglücks, will die Familie eine Pressekonferenz geben und ihre Sicht darlegen. Mit "Bild" gab es schon vorher Streit: Die Zeitung druckte ein Foto des Lubitz-Grabs, kurz darauf zündeten Unbekannte die Grabstelle an. Das Kammergericht Berlin verbietet die Verbreitung des Fotos, Springer wehrt sich.
"Zeit" 13/2017, S. 12 (Paid)3 Kommentare

Zitat: Stefan Aust wünscht sich weniger Hysterie in Mediendebatten.

"Wer sich verschrecken lässt durch Begriffe wie 'Lügenpresse', der hat nicht genügend Selbstbewusstsein."

"Welt"-Herausgeber Stefan Aust rät Kollegen, auf unsachliche Vorwürfe nicht hysterisch zu reagieren.

Aust über seinen Umgang mit Fake News:
"Ich hab bei meinem Computer eine kleine Taste, die sieht aus wie ein Papierkorb, da stecke ich das rein und dann ist das weg."

... über den "fast religiösen Begriff" Wahrheit:
"Der Begriff Wahrheit ist häufig eine Anmaßung. Es gibt viele Informationen, die man unterschiedlich interpretieren kann – es liegt immer im Auge des Betrachters."

... über mediale Hysterie:
"Es wird eine immer größere Tsunami-Welle, wenn irgendetwas passiert. Manche Informationen, die nicht wirklich überprüft sind, kriegen eine gewaltige Bedeutung – aber häufig ist es so, dass nach ein paar Stunden schon eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird."
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio)Kommentieren ...

Meedia: "Bild" wird erster deutscher Snapchat-Discover-Partner.

Bild bereitet als erster deutscher Medien-Partner einen eigenen Discover-Kanal bei Snapchat vor, schreibt Marvin Schade. Bunte und Focus Online dagegen seien als Discover-Partner vorerst abgesprungen. Einen Start-Termin gebe es bei "Bild" noch nicht. Springer will die Information weder bestätigen, noch dementieren. Vorletzte Woche hatten Paul Ronzheimer und Claas Weinmann bereits mit einer Live Story aus Mossul berichtet.
meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Welt" strukturiert sich mit neuen Rubriken.

Welt ergänzt seine Samstagausgabe um feste Rubriken: Die "Alternative Grafik" auf Seite 2 erinnert sehr an die "Gefühlte Wahrheit" aus dem "SZ-Magazin". Daniel Friedrich Sturm schreibt in der Politik "Unter Zwei", in der "Weiten Welt" reportieren Korrespondenten kurz wie es auch die "Zeit"-Kollegen in ihren "Mails aus ..." tun. Neu ist auch der "Bossy Talk" in der Wirtschaft, "Literarische Welt" und der Stil-Teil wurden erneuert.
"Welt", S. 1 u.a. (Paid)Kommentieren ...

Awin und Axel Springer Plug and Play fördern künftig gemeinsam Startups.

Axel Springer Plug and Play und das Affiliate-Marketing-Netzwerk Awin - bisher bekannt als Zanox - fördern künftig gemeinsam Digitalmarketing-Startups. Die beiden Springer-Töchter sollen neue Adtech-Firmen finden und Innovationen vorantreiben. Das 100-tägige Accelerator-Angebot von Axel Springer Plug and Play unterstützt Startups u.a. mit 25.000 Euro Startfinanzierung, Büros und Mentoren.
axelspringer.deKommentieren ...

Zitat: Gabriel zweifelt im Fall Yücel an Rechtsstaatlichkeit der Türkei.

"Wenn die Türkei wirklich ein Rechtsstaat ist, wie Herr Erdogan behauptet, dann frage ich mich, wie er schon vor Beginn eines Gerichtsverfahrens wissen kann und sagen darf, dass Deniz Yücel ein Terrorist und Spion sei."

Außenminister Sigmar Gabriel berichtet im "Spiegel" von vergeblichen Versuchen deutscher Diplomaten, zum inhaftierten "Welt"-Journalisten Deniz Yücel Kontakt aufzunehmen.
"Spiegel", 12/2017, S. 12Kommentieren ...

Eurosport und NowThis machen gemeinsam Social-Sportnews.

Eurosport kooperiert mit dem Social-News-Angebot NowThis. Zu den Olympischen Spielen liefert Eurosport das Material, aus dem NowThis Olympia-Inhalte für soziale Netzwerke produziert. Zudem stellt Eurosport ein Anzeigen-Verkaufsteam für Europa. Eurosport-Mutter Discovery ist größter Gesellschafter der NowThis-Holding Group Nine Media, Springer ist zweitgrößter Anteilseigner.
turi2.de per Mail, (Background)
Kommentieren ...

Media Impact luchst G+J die Digital-Vermarktung für "National Geographic" ab.

Media Impact vermarktet ab April das deutsche Digital-Angebot von "National Geographic". Gruner + Jahr verliert den Auftrag, gibt aber weiter das gedruckte Magazin heraus und verkauft dafür Anzeigen. Die Website erscheint parallel nach einem Relaunch im neuen Gewand mit Fokus auf "bildgewaltigen Geschichten" und Videos.
presseportal.deKommentieren ...

Verfassungsgericht gibt "Bild" im Streit gegen Jörg Kachelmann teilweise Recht.

Bild erringt vor dem Bundesverfassungsgericht einen Teilsieg gegen Jörg Kachelmann. Das Boulevardblatt habe den Wettermoderator vor dem Eingang der Kanzlei seiner Verteidigerin fotografieren dürfen. Fotos im Innenhof der Kanzlei seien aber verboten, entscheidet das Gericht. Es komme darauf an, in welcher Situation der Betroffene fotografiert werde. Das Oberlandesgericht Köln hatte Kachelmann noch in beiden Fällen Recht gegeben.
deutschlandfunk.de, bundesverfassungsgericht.deKommentieren ...

OMR: Springer will angeblich Idealo verkaufen.

Springer will sich von seinen Mehrheitsbeteiligungen Idealo und Ladenzeile trennen, sagt Venture-Capital-Experte Sven Schmidt im Podcast der Online Marketing Rockstars. Demnach sei bereits eine Bank mit der Käufersuche beauftragt. Springer will Marktgerüchte nicht kommentieren. Der Konzern hat 2009 die Mehrheit beim Preisvergleichsportal Idealo übernommen und 2011 in den Betreiber der Produktsuche Ladenzeile investiert.
onlinemarketingrockstars.deKommentieren ...

Bilanz.de verschmilzt mit Welt.de und bekommt neuen Geschäftsführer.

Bilanz.de verschmilzt mit Welt.de und verbessert künftig dessen Klick-Bilanz. Springer erhofft sich durch die Einbindung der Bilanz-Artikel auf der Homepage des Mutter-Blatts höhere Werbeerlöse. Der Verlag baut auch die Führungsebene des Wirtschaftsmagazins um: Der bisherige Geschäftsführer Johannes Boege wird vom früheren "Welt"-Geschäftsführer Marius Schneider abgelöst. Boege übernehme neue Aufgaben bei Springer. "Bilanz"-Chefredakteur Klaus Boldt kündigt im Interview mit Meedia an, mehr crossmediale Inhalte anzubieten.
meedia.deKommentieren ...

"Bild" erklärt Erdogan zur unerwünschten Person.


Persona non grata: "Bild" verfällt in Aktionismus und lässt den türkischen Präsidenten Erdogan ohne Rücksicht auf Diplomatie wissen, was das Springer-Blatt von Erdogans Eskapaden hält: Nichts. "Sie sind kein Demokrat! Sie schaden Ihrem Land! Sie sind hier unerwünscht!", titelt "Bild" auf der Mittwochsausgabe. Chefredakteurin Tanit Koch kommentiert: "Was wir nicht zulassen dürfen: dass Erdogan seine Krise zu unserer macht."

Wer "ganze Völker mit Schmähungen" überziehe und Türken gegen Europa aufhetze, "hat in Deutschland nichts zu suchen", schreibt Koch. Auf Seite 2 zeichnen Peter Tiede und Hans-Jörg Vehlewald süffisant den Aufstieg des "kleinen Mannes vom Bosporus" nach, dem Auftrittsverbote in Europa nur Recht kämen, um die "Treue seiner stolzen Anhänger" zu vergrößern.
bild.de (Tanit Koch), bild.de (Aufstieg)2 Kommentare

Yvonne Beister geht im "Bild Brand Studio" auf Herz- und Hirn-Jagd.


Werbung auf die subtile Art: Yvonne Beister leitet das Bild Brand Studio – eine Einheit bei Springers Boulevard-Haubitze, die Anzeigen in Form von Artikeln gestaltet. Native Advertising heißt der heiße Scheiß der Online-Werbung. Und auch Yvonne Beister steht im Videointerview unter Feuer: "Native kann, was klassische Werbung nicht kann: ins Herz und ins Hirn der Kunden vordringen." Nutzer schauen ihre Werbe-Inhalte im Schnitt 1:43 Minute an – freiwillig.

Die frühere "Bild"-Redakteurin denkt als Werberin weiter wie eine Journalistin: "Nur die Kernkompetenz, die ich als Journalistin habe, stelle ich zur Verfügung für starke Marken." Gute Geschichten zu erzählen, sei Kerngeschäft im Journalismus wie auch in der Werbung. "Bei unseren Geschichten steht aber nicht das Produkt im Mittelpunkt, sondern die Zielgruppe", sagt Beister. Die Botschaft der Marke tauche nur "ganz subtil" auf.
youtube.com (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

Meinung: "Bild" sollte auch über Yücels Äußerungen über Sarrazin berichten.

Bild: Das Boulevardblatt müsste in einem ausführlichen Portrait über den inhaftierten "Welt"-Journalisten Deniz Yücel auch seine verächtlichen Äußerungen über Thilo Sarrazin "zwingend erwähnen", sagt "Bild"-Ombudsmann Ernst Elitz in einer Antwort auf Fragen von Lesern. In der aktuellen Berichterstattung bestehe aber "keine Notwendigkeit, Yücels Haft mit seinem früheren Verhalten zu verknüpfen". Leser hatten der Zeitung vorgeworfen, "einseitig" zu berichten und Yücels schlechte Wünsche für Sarrazins Gesundheit zu verschweigen. Elitz sagt außerdem, "Bild" habe für Meinungsumfragen ein verlässliches Sicherheitskonzept gegen Fakes entwickelt.
bild.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Bild" testet mit Paul Ronzheimer Snapchat Discover.

Bild experimentiert als erstes deutsches Medium mit Snapchat Discover. Reporter Paul Ronzheimer und sein Kollege Claas Weinmann berichten mit Fotos und Videos in einer Live Story aus der zerstörten irakischen Stadt Mossul. "Bild" ist von sich aus auf Snapchat zugegangen, um die Live Story zu realisieren und verzichtet dabei auf Markenpräsenz mit "Bild"-Logo.
meedia.deKommentieren ...

"Bild"-Verlagschefin Donata Hopfen will Vollgas bei Video geben – und in Print.


Digital first, Print firster: "Bild"-Verlagschefin Donata Hopfen bekennt sich zur Alles-Oder-Nichts-Strategie. Die dicke Kohle fließt ins Digitale, doch "die Zeitung wird weiter Meinung machen", ist sich Hopfen sicher. Im Videointerview von turi2.tv und "Horizont" bläst sie auch zum großen Angriff auf die Fernseh-Branche: "Wir haben nichts zu verlieren."

Hopfen will aus "Bild" keinen Fernsehsender machen, weil Bewegtbild im Netz keinen Sender mehr brauche. Dieser Umstand macht Experimente möglich – ohne Rücksicht auf Verluste. Weil die Marke "Bild" mit Fernsehen nie etwas zu tun hatte, könne Video auch keine Umsätze kannibalisieren. Für die Redaktion bedeutet das eine Art Freifahrtschein zum Ausprobieren.

Beim Ausprobieren stößt Hopfen persönlich manchmal an ihre Grenzen. Mit Twitter ist sie nie warm geworden und Snapchat kapiert sie nur mit Hilfe ihrer Teenager-Patenkinder. "An einige Sachen muss ich mich ein bisschen gewöhnen. Da merke ich, dass ich älter werde", sagt Hopfen im Video. Vielleicht auch deshalb kehrt sie zurück zu Bewährtem: Frau "Bild"-Boss ist glückliche Neu-Abonnentin vom "Handelsblatt".
youtube.com (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

Springer macht mit gleichbleibendem Umsatz mehr Gewinn.


#FreeDeniz: Mathias Döpfner verkündet ein solides Jahresergebnis für den Springer-Konzern und sorgt sich um den in der Türkei inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel. (Foto: dpa)

In der Gewinnzone: Springer schließt 2016 mit stabilem Umsatz und einem satten Gewinn-Plus ab. Besonders das Digitalgeschäft sorgt weiter für gute Stimmung - und das Wachstum bei den US-Investments. Springer führt seine US-Tochter Business Insider erstmals in die Gewinnzone. Insgesamt setzt der Konzern 3,29 Mrd Euro um, konsolidierungs- und währungsbereinigt steigen die Einnahmen sogar leicht um 4,1 %. Das EBITDA legt um 6,5 % zu und erreicht 595,5 Mio Euro. Der Konzernüberschuss wächst um stolze 47,7 % auf 450 Mio Euro.

Das Digitalgeschäft des Verlags gewinnt weiter an Bedeutung und erwirtschaftet 67 % des Umsatzes und knapp 85 % der Werbeeinnahmen, fast 5 % mehr als 2015. Die Vertriebserlöse sinken dagegen um 10 %. Motor des Konzerns bleiben die Rubrikenmärkte. Durch organisches Wachstum und Zukäufe steigen die Einnahmen hier um fast 17 % auf knapp 880 Mio Euro. Die Zahl der Abonnenten der Paid-Content-Angebote von Welt.de und Bild.de steigt um 9,6 % auf 421.002 Kunden. Der Umsatz der Bezahlangebote schrumpft allerdings bereinigt um 1,6 %.

Für 2017 erwartet der Konzern ein Umsatzplus im einstelligen Prozent-Bereich. Die Werbeeinnahmen sollen wieder steigen und die erwarteten leichten Rückgänge bei den Vertriebseinnahmen überkompensieren. Bei den Bezahlangeboten erwartet Springer keine großen Zuwächse und lässt die Prognose auf dem Niveau von 2016.
presseportal.deKommentieren ...

Ulf Poschardt schreibt offenen Brief an Erdogan.

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt fordert in einem offenen Brief an den türkischen Präsidenten Erdogan, Deniz Yücel freizulassen. Er mache sich große Sorgen um ihn, schreibt Ulf Poschardt. Deniz Yücel liebe die Türkei und habe mit seinen Artikeln das Interesse an der Türkei-Berichterstattung der "Welt" verdoppelt. Ulf Poschardt schreibt in dem in der Zeitung auf Deutsch und Türkisch abgedruckten Brief zudem von positiven Türkei-Erfahrungen seines Vaters und zitiert den Koran.
"Welt", S. 2, welt.deKommentieren ...

Türkischer Wirtschaftsminister will juristisch gegen "Bild" vorgehen.

Türkischer Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci droht mit juristischen Schritten gegen die "Bild". In einer Mitteilung kritisiert der Politiker einen "empörenden Angriff" und spricht von "niveaulosen Beleidigungen", die gegen die ganze Türkei gerichtet seien. Laut "Bild" bezieht sich Zeybekci auf einen Beitrag, in dem die Zeitung darüber berichtet, dass er Erdogan-Kritiker und Putschisten als "Ka­nal­rat­ten" bezeichnet.
tagesschau.de, bild.deKommentieren ...

Joachim Gauck lobt und kritisiert im "Spiegel" den deutschen Journalismus.

Joachim Gauck fordert im Interview mit "Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer und Redakteur Marc Hujer einen Journalismus, der "auch mal das Gelingen in den Mittelpunkt" stellt. Es müsse zwar "eine Instanz geben, die benennt, was nicht funktioniert", Gauck sieht die Politik aber so dargestellt, "als sei das, was nicht klappt in diesem Land, die Regel". Gleichzeitig lobt der scheidende Bundespräsident den deutschen Journalismus als unglaublich vielfältig. Scharfe Kritik übt Gauck am Umgang der Türkei mit den Medien. Die Inhaftierung von Journalisten - u.a. des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel - nennt er "inakzeptabel" und eine Gefahr für die Demokratie. Außerdem lasse sich fragen, so Gauck, ob die Türkei noch den Anspruch habe, "eine Demokratie und ein Rechtsstaat zu sein".
"Spiegel", 10/2017, S. 32-35 (Paid)
Kommentieren ...

Erdogan wirft "Welt"-Journalist Deniz Yücel Spionage vor.

testDie Türkei und der ausländische Agent: Der türkische Präsident Erdogan beschuldigt den "Welt"-Journalisten Deniz Yücel der Spionage. Yücel sei ein kurdischer Aktivist und "deutscher Agent", sagte er bei einer Rede in Istanbul. "Als ein Vertreter der PKK, als ein deutscher Agent hat sich diese Person einen Monat lang im deutschen Konsulat versteckt", sagte Erdogan laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Das Staatsoberhaupt wirft den deutschen Behörden vor, "Terrorismus" in der Türkei zu unterstützen. "Sie müssen wegen Unterstützung und Beherbergung von Terrorismus vor Gericht gestellt werden." Das Auswärtige Amt weist die Vorwürfe als "abwegig" zurück.

Erdogan ärgert sich über die Absage mehrerer Redeauftritte seiner Minister in Deutschland. Sie dürften dort nicht sprechen, während Vertreter der verbotenen Kurdenorganisation öffentlich das Wort ergreifen dürften, sagt Erdogan, der sich zum ersten Mal seit der Verhaftung Yücels zu dem Fall äußert. Der deutsch-türkische Korrespondent der "Welt" sitzt im Gefängnis in Silivri, westlich von Istanbul. Die Türkei hält ihm Terrorpropaganda und Volksverhetzung vor. Nach Auskunft seines Anwalts drohen ihm bis zu zehneinhalb Jahre Haft.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Spiegel" und Springer solidarisieren sich für Deniz Yücel.

Deniz Yücel 150#FreeDeniz: "Spiegel" und Spiegel Online machen sich mit einer Protestnote für die Freilassung von Deniz Yücel stark. Sie fordern auch, die 150 anderen unfreien Journalisten in der Türkei gehen zu lassen. Die Redaktionen schließen sich einer Zeitungsanzeige von mehr als 300 Medienleuten an. Auch Chefredakteure der ARD protestieren per Stellungnahme. Springer-Chef Mathias Döpfner kritisiert die U-Haft für seinen Mitarbeiter Yücel als gezielte Methode gegen die Gedankenfreiheit. Am Berliner Springer-Hochhaus prangt der Schriftzug #FreeDeniz.
spiegel.de, presseportal.de (ARD), welt.de (Döpfner), turi2.de (Anzeige)


3 Kommentare

"Die Dame" lädt im Herbst erneut an den Coffeetable.

Lena Bergmann-Christian Boros-Petra Kalb-600
Keine Frau für eine Nacht: Springer schickt die Neuauflage des Stilmagazins "Die Dame" in Serie. Nach dem Start am 2. März folgt im Herbst die zweite Ausgabe – die Verkäufer konnten 50 der 292 Premieren-Seiten mit Anzeigen füllen. Redaktionsleiterin Lena Bergmann (Foto, von links), Herausgeber Christian Boros und Springer-Mediahouse-Chefin Petra Kalb bejubeln ein "superanaloges" Leseerlebnis.

"Die Dame" erschien als "Illustrierte Modezeitschrift" bis 1937. Axel Springer Mediahouse bringt sie nun zurück. Das Coffeetable-Magazin kommt mit 50.000 Auflage für 15 Euro Copypreis. Gebunden als Buch kostet es stolze 49 Euro. Springer wirbt in der "Welt", auf Plakaten und in Social Media um Käufer. (Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Picture Alliance)
axelspringer.de, inside.axelspringer.de (Videos der Macher), meedia.deKommentieren ...

Deniz Yücel berichtet über seine Anwälte über seine Erfahrungen im Gefängnis.

Talkshow maybrit illnerDiktat aus Istanbul: Die "Welt am Sonntag" veröffentlicht einen Bericht des in Polizeigewahrsam befindlichen Deniz Yücel, den dieser seinen Verteidigern diktiert hat. Darin beschreibt der Türkei-Korrespondent der "Welt" seine Situation, die er als "Polizeihaft" bezeichnet. Diese werde oft als Bestrafungsinstrument eingesetzt und die in Gewahrsam genommenen Personen würden nach bis zu 14 Tagen laufen gelassen. Sein Zustand sei "ganz gut". Allerdings habe er Magen-Darm-Probleme. Kontakt zur Außenwelt habe Yücel lediglich über seine Anwälte, die jedoch so häufig kommen könnten, wie sie wollen.

Seine Zelle, er sich meist mit ein bis zwei weiteren Personen teile, sei 2,10 Meter mal 3,5 Meter groß. Auf den vier Toiletten für bis zu 70 Gefangene gebe es kein Klopapier. Duschen können habe Yücel in neun Tagen zweimal. Beim Arzt habe er sich ein Vitaminpräparat erkämpft. Die Mitgefangenen benehmen sich ihm gegenüber respektvoll, lässt Yücel wissen. Die Beamten seien "manchmal etwas grob im Ton, aber nicht ausfallend oder beleidigend" und zudem im Rahmen der Vorschriften hilfsbereit.

Auch Dank lässt Yücel übermitteln: "Ich danke von ganzem Herzen allen, die sich wo und wie auch immer für mich und meine inhaftierten Kollegen einsetzen." Ausdrücklich dankt der Journalist seiner Zeitung, der "Welt", seiner früheren Zeitung, der "taz" sowie der Bundesregierung.
"Welt am Sonntag", S. 8 (Paid), turi2.de (Background)2 Kommentare

Yücel-Anwalt beklagt Geheimhaltung.

Deniz Yücel 150Deniz Yücel hätte längst freigelassen werden müssen, sagt sein Anwalt Veysel Ok der "taz". Ihm zufolge sei der "Welt"-Journalist noch immer nicht von einem Staatsanwalt vorgeladen worden. Seine Akte und damit verbunden die nötigen Beweise für den Polizeigewahrsam seien geheim. Auch aus den Fragen der Polizei gehe wenig über die Ermittlungen hervor.
taz.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...