“Bild” verklagt Focus Online wegen Content-Diebstahls aus “Bild Plus” – Julian Reichelt erklärt die Klage.


Haltet den Content-Dieb: Springer bringt den jahrelangen Streit mit Focus Online über vom Bezahlangebot Bild Plus abgeschriebene Inhalte vor Gericht und klagt wegen Content-Diebstahls. Im Interview mit turi2.tv am Rande des Deutschen Medienkongresses sagt Bild.de-Chef Julian Reichelt, dass Springer monatelang zwei Umzugskartons mit belastendem Material gesammelt habe, mit dem der Verlag Focus Online systematischen Content-Klau beweisen will.

Dabei gehe es nicht um das Zitieren von Nachrichten und Exklusiv-Meldungen: "Wir hängen daran, dass unsere exklusiven Nachrichten von unseren Mitbewerbern zitiert werden, das ist Teil der Marke 'Bild'", sagt Reichelt. Ihm gehe es um das Kopieren von Features, Hintergründen und Analysen, die sich auch zu Hauf bei Focus Online wiederfänden. Reichelt nennt etwa Geschichten wie "Sieben Regeln, nach denen Rocker-Clans funktionieren". Auch solche Meldungen seien aufwändig recherchiert, gehörten, so Reichelt, aber nicht zur Nachrichten-Grundversorgung.

"Bild" wirft der Konkurrenz vor, systematisch schon kurz nach der Veröffentlichung solche Bezahlinhalte abzukupfern und auf der eigenen Seite frei zugänglich zu veröffentlichen. Das Vorgehen behindere das Geschäftsmodell von Bild Plus gezielt und verletzte das Datenbankrecht. "Bild" fordert vor dem Landgericht Köln Unterlassung und Schadenersatz.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2), axelspringer.de

Mitarbeit: Markus Trantow2 Kommentare

Meinung: Kai Diekmann hat nicht mal versucht, Trump zu entzaubern.

Kai Diekmann 2015b - 150Kai Diekmann habe bei seinem Interview mit Donald Trump nicht mal versucht, den künftigen Präsidenten zu entzaubern, schreibt Matthias Kolb. Der Washington-Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" wirft Diekmann vor, sich "ehrfürchtig" in den Trump-Tower begeben zu haben. Außerdem verschweige "Bild" ihren Lesern, dass "Times"-Journalist und Co-Interviewer Michael Gove Kämpfer für einen harten Brexit war - kritische Fragen habe Trump also nicht zu erwarten gehabt. "Aufschlussreich" findet er das Gespräch dennoch.
sueddeutsche.deKommentieren ...

Trump-Interview: Diekmann spricht mit Trump u.a. über Merkel, Nato und BMW.

kaidiekmann150Kai Diekmann trifft Donald Trump zum exklusiven Interview und entlockt dem künftigen Präsidenten ein paar knackige Aussagen: So nennt Trump etwa die Nato obsolet, schimpft auf die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin und droht BMW für in Mexiko produzierte Autos mit 35 % Einfuhrzoll. Diekmann und Co-Interviewer Michael Gove, "Times", fragen sehr freundlich, nicht konfrontativ und lassen Trump viel Raum für seine Antworten. Diekmann bringt dem Milliardär als Gastgeschenk ein Stück der Berliner Mauer mit den Autogrammen von Helmut Kohl, Michail Gorbatschow und George Bush mit.
bild.de (Paid), spiegel.de (Zusammenfassung)Kommentieren ...

Zitat: Donald Trump twittert lieber, als sich mit Journalisten zu unterhalten.

donald-trump-150"Und das Twittern? Ich dachte, ich würde es zurückschrauben, aber die Presse berichtet so unehrlich über mich – so unehrlich –, dass ich mich über Twitter äußere."

Donald Trump sagt im Interview mit Kai Diekmann, dass er seine Tweets tagsüber Mitarbeitern diktiert. Der künftige US-Präsident schätzt an Twitter, dass seine Nachrichten fast unmittelbar zu Breaking News werden.
bild.de (Paid)Kommentieren ...

Zitat: Kai Diekmann sagt, er habe das Trump-Interview selbst vereinbart.

Kai Diekmann 2015b - 150"Mir war in den letzten 16 Jahren immer wichtig, dass ich meine Interviews selber vereinbare und auch selber führe."

Kai Diekmann spricht mit der "FAZ" über seine Begegnung mit Donald Trump. Das Interview mit dem künftigen US-Präsidenten sei kein Abschiedsgeschenk des Verlags für den scheidenden "Bild"-Herausgeber gewesen.
"FAZ", S. 14 (Paid)Kommentieren ...

Noch-Herausgeber Kai Diekmann trifft für “Bild” Donald Trump.

Diekmann_trump 150Kai Diekmann darf als eine seiner letzten Amtshandlungen als Herausgeber von "Bild" den künftigen US-Präsidenten Donald Trump interviewen. "Bild am Sonntag" trommelt schon mal mit dem Interview und druckt ein Foto mit Diekmann und Trump. Bei Twitter verbreitet Diekmann Fotos vom schwer bewachten Trump-Tower und von seinen Treffen mit den letzten vier US-Präsidenten. Das Interview steht Sonntag ab 23 Uhr auf Bild.de und erscheint am Montag in der gedruckten Ausgabe. Es ist das erste Interview, das Trump einem deutschen Medium gibt. Diekmann war zuletzt selbst in die Schlagzeilen geraten - eine Mitarbeiterin wirft ihm sexuelle Belästigung vor.
twitter.com, turi2.de, turi2.de (Background)

RT Diekmann Trump1 Kommentar

Mara Delius wird Leiterin der “Literarischen Welt”.

Mara Delius 150Welt befördert Feuilleton-Redakteurin und Autorin Mara Delius, 37, zur Leiterin der Literarischen Welt. Sie folgt auf Richard Kämmerlings, 47, der "literarischer Korrespondent" wird. Die Literaturbeilage soll vom reinen "Rezensionsorgan" zu einem wöchentlichen Magazin "für das literarische Leben" werden. "Welt"-Kulturchef Andreas Rosenfelder trägt die Gesamtverantwortung.
axelspringer.deKommentieren ...

ProSiebenSat.1 und Springer erwerben Highlight-Rechte an der Handball-WM.

Handball-WM 2017 Frankreich 150ProSiebenSat.1 und Springer erwerben kurzfristig die Highlight-Rechte für alle Spiele der Handball-WM. Die Highlights der Spiele mit deutscher Beteiligung werden 30 Minuten nach Spielende auf bild.de und ran.de zu sehen sein, auf Sportdeutschland.tv gibt es auch die Clips zu den übrigen Spielen. Im TV erfolgt die Auswertung in den Nachrichtensendungen von Sat.1, ProSieben und Kabel eins.
ran.de, axelspringer.deKommentieren ...

Zitat: Penis-Skulpteur Peter Lenk findet den Fall Diekmann ironisch.

peter-lenk-150"Als Chefredakteur der 'Bild'-Zeitung hat Kai Diekmann lange Jahre in Sperma gebadet und ist in Uteri gekrochen."


Peter Lenk
, Schöpfer des Penis-Denkmals für Kai Diekmann am "taz"-Gebäude in Berlin, findet es im Interview mit "Kontext" ironisch, dass der frühere "Bild"-Chef nun selbst Opfer von "Verdachtsjournalismus" ist - eigentlich "eine Spezialität der 'Bild'-Zeitung".
kontextwochenzeitung.de


Kommentieren ...

Springer kauft US-Affiliate-Netzwerk ShareASale.

shareasale_600px
Für eine Handvoll Dollar: Springers Online-Marketing-Tochter Zanox kauft das US-Affiliate-Netzwerk ShareASale. Der Kaufpreis beträgt 35 Mio Dollar und erhöht sich beim Erreichen bestimmter Ergebnisziele noch um bis zu 10 Mio Dollar.

ShareASale verkuppelt, wie Zanox, Werbetreibende und Werbeträger. 2016 erreichte die Firma einen voraussichtlichen Nettoumsatz von 14 Mio Dollar. Zanox-CEO Mark Walters betont, es gehe es beim Kauf vor allem darum, weitere Zielgruppen zu erschließen und in den USA zu wachsen.
horizont.net, axelspringer.deKommentieren ...

IVW im Dezember: Upday debütiert mit Top-10-Platz.

upday150Upday, die Smartphone-News-App von Springer und Samsung, debütiert mit knapp 89 Mio Visits im Dezember in der IVW. Das reicht im Ranking der News-Angebote für Platz 6. Allerdings kommen nur 37 % der Zugriffe auf Deutschland. Die Spitzenreiter Bild.de, Spiegel Online und Focus Online legen trotz der Feiertage zu - nicht zuletzt durch den Berliner Terror-Anschlag. Welt.de gewinnt 7,9 %, auch weil die Leser von N24.de jetzt zum gemeinsamen Angebot umgeleitet werden.
dwdl.de, meedia.deKommentieren ...

Zitat: Jörg Kachelmann wünscht sich fairen Umgang der Medien mit Kai Diekmann.

kachelmann150"Die Frage ist, wie sich die kleinen People-Magazine verhalten, deren Chefredakteure nicht mental davon abhängen, in der Elbphilharmonie fünf Plätze schräg hinter Friede Springer sitzen zu dürfen."

Jörg Kachelmann sieht die Gefahr, dass gerade kleinere Yellow-Blätter die Vorwürfe gegen Kai Diekmann für einen Scoop ausschlachten könnten.
taz.de (Interview), turi2.de (Background)Kommentieren ...

“Spiegel” meldet: “Bild”-Mitarbeiterin wirft Kai Diekmann sexuelle Belästigung vor.

kai-diekmann-2016-600
Verdachts-Berichterstattung: Der "Spiegel" berichtet über einen Belästigungs-Vorwurf gegen Kai Diekmann. Eine Mitarbeiterin wirft dem Noch-Herausgeber der Bild-Gruppe vor, sie sexuell belästigt zu haben. Der Vorfall soll sich am Rande einer Klausur-Tagung in Potsdam im Sommer beim Baden ereignet haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigt dem "Spiegel" den Eingang einer Anzeige. Auch bei Springer sei der Vorwurf bekannt, das Unternehmen habe ihn mit Hilfe externer Rechtsexperten und Gutachter geprüft, aber kein strafbares Verhalten festgestellt. Das Ergebnis der Prüfung sei mit Einverständnis Diekmanns an die Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Diekmann hat vor genau einer Woche seinen Abschied von Springer zum Ende Januar erklärt - nach mehr als 30 Jahren im Unternehmen. Springer-Sprecherin Edda Fels teilt mit, dass die staatsanwaltliche Untersuchung gegen Kai Diekmann und der Abschied des "Bild"-Herausgebers in keinem Zusammenhang stünden. Diekmann habe bereits 2015 die Entscheidung getroffen, Springer zu verlassen. (Foto: Markus Tedeskino/"Bild")
"Spiegel" 2/2017, tagesspiegel.de

Update 14.20 Uhr:
Der Anwalt von "Bild"-Herausgeber Kai Diekmann, Otmar Kury, teilt mit: "Der gegen Herrn Diekmann erhobene Vorwurf ist haltlos und wir haben vollstes Vertrauen in die Arbeit der Ermittlungsbehörden."
welt.deKommentieren ...

Springer sucht Investor für sein neues Berliner Verlagsgebäude.

Axel Springer_logo2_150Mathias Döpfner überlegt, das neue Verlagsgebäude in Berlin nur zu mieten, schreibt Gregory Lipinski. Die Immobilie, die bis zu 3.500 Mitarbeitern Platz bietet, soll an einen Investor verkauft werden. Mit diesem Modell habe Springer laut einem Sprecher bereits in Hamburg gute Erfahrungen gemacht. Der Verlag will seine derzeit an verschiedenen Standorten in Berlin verstreuten Mitarbeiter in dem Neubau zusammenrücken lassen. Auch DuMont Schauberg nutzt seit 2016 die Sale-and-Lease-Back-Methode bei seinem Verlagshaus, Gruner + Jahr sucht für seinen neuen Sitz ebenfalls einen Investor.
meedia.deKommentieren ...

“Süddeutsche”-Journalist Johannes Boie wird Döpfners digitale rechte Hand.

johannes-boie-doepfner-600
Digital-Journalist Johannes Boie ist im Netz eher fotoscheu unterwegs. Seine sozialen Profile ziert eine Zeichnung seines Konterfeis. Das passt – im Büro Döpfner wird er der neue digitale Schattenmann.

Ein Digitalista für Döpfner: Springer holt Johannes Boie, 33, in das Büro von Mathias Döpfner. Der Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" ist ab Februar einer von zwei Assistenten des Vorstandschefs, bestätigt das Unternehmen. Boie volontierte bei der "SZ", entwickelte die digitale Zeitungsausgabe und leitete deren Team. Zuletzt schrieb Boie ressortübergreifend über Digitales in Politik und Medien.

Auch bei Springer sind Zeitungsinhalte im Netz ein heißes Eisen: "Bild am Sonntag"-Chefredakteurin Marion Horn sprach im Oktober über Pläne für eine Sonntagszeitung auf dem Smartphone. Diesen Print-to-Online-Prozess hat Boie bei der "SZ" schon in leitender Funktion durchgemacht – und mit seinen Kollegen eine technisch nahezu einwandfrei digitale "SZ" gezaubert. Boie schreibt seit Jahren kritisch über soziale Medien. Seinem neuen Chef Döpfner wird er viele kritische Argumente gegen den neuen Lieblings-Freundfeind Facebook einflüstern können. (Foto: privat, Springer / Montage: turi2)
turi2 – eigene RechercheKommentieren ...

Kai Diekmann will zunächst Auszeit nehmen.

kaidiekmann150Kai Diekmann hat sich noch nicht entschieden, wie es nach seinem Ausstieg bei Springer für ihn weiter gehen soll, berichtet Georg Altrogge unter Berufung auf eine "zuverlässige Quelle". Der "Bild"-Herausgeber wolle zunächst eine Auszeit nehmen. Auf einem klassischen Medienjob werde man Diekmann danach nicht sehen, da er mit Springer einen Konkurrenzausschluss vereinbart habe, so Altrogge.
meedia.de, turi2.de (Spekulation Diekmann zu Facebook), turi2.de (Diekmann-Abschied bei Springer)Kommentieren ...

Kai Diekmann verabschiedet sich vor rund 100 Mitarbeitern mit Tränen.

kaidiekmann150Kai Diekmann hat sich am Freitagvormittag vor rund 100 "Bild"-Mitarbeitern im Newsroom mit Tränen in den Augen verabschiedet, berichtet Bülend Ürük. Diekmann habe sich in seiner kurzen Ansprache zudem für den Fall entschuldigt, dass er jemanden schlecht behandelt habe. Welche Aufgabe der "Bild"-Herausgeber als nächstes übernehmen will, wollte er vor seinen Mitarbeitern nicht sagen.
kress.de, turi.de (Background)Kommentieren ...

Peter Tamm ist tot.

Punsch unterm Dach 2015 in HamburgPeter Tamm ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der ehemalige Springer-Vorstandschef starb am Donnerstagabend, wie seine Angehörigen am Freitag mitgeteilt haben. Peter Tamm hat von 1948 bis 1991 für Springer gearbeitet. Von 1970 bis 1991 war er Vorstandschef des Verlags.
bild.de

Update: 14.16 Uhr:
Springer-Vorstand Mathias Döpfner sagt in einem Statement: "Peter Tamm hat den Verlag über mehr als vier Jahrzehnte geprägt und erfolgreich durch zum Teil schwierige Zeiten geführt. Seine tiefe Loyalität zum Gründer des Unternehmens und seinen Werten kennzeichnet die Ära Tamm und bleibt Vorbild für diejenigen, die den Verlag heute führen. Dankbar gedenken wir Peter Tamm und trauern mit seinen Angehörigen um eine prägende Figur der deutschen Verlagslandschaft und einen Menschen, auf den man sich immer verlassen konnte."Kommentieren ...

lexikon2: Kai Diekmann.

kai-diekmann-august-2016-dpa-600Kai Diekmann stand 16 Jahre an der Spitze der “Bild”-Zeitung. Unser Foto zeigt ihn im Juni 2016 in Bonn mit seinem Lieblingsspielzeug. (Foto: Henning Kaiser, dpa)

Für “Bild”-Hasser war er der Teufel mit dem Taliban-Bart, Kollegen schätzten ihn als loyalen Chef, Auge in Auge war er immer gewinnend und nahbar – Kai Diekmann, 1964 als Sohn eines Notars in Ravensburg geboren, war Chefredakteur und später Herausgeber der “Bild” von 2001 bis 2017, niemand stand länger an der Spitze der Boulevard-Haubitze. Im Januar 2017 endet seine Karriere bei Springer und “Bild” – wohl, weil ihm ein weiterer Aufstieg bei Springer verbaut blieb. weiterlesen …

Kai Diekmann verlässt Springer.

Roter Teppich bei Ein Herz fuer Kinder - 2016
Kai Diekmann und Ehefrau Katja Kessler formen Herzen für Kinder auf dem roten Teppich von Springers Spenden-Gala Anfang Dezember - Diekmanns letzter Auftritt unter der Flagge des Berliner Verlagskonzerns. (Foto: picture alliance/Eventpress)

Ende einer Springer-Karriere: Springer sorgt einen Tag vor Silvester für einen echten Knaller und verkündet den Abschied von "Bild"-Babo Kai Diekmann, 52. Der Gesamtherausgeber der "Bild"-Gruppe beendet seine Tätigkeit Ende Januar, laut Springer-Pressemitteilung "auf eigenen Wunsch". Er wolle sich Aufgaben außerhalb des Unternehmens widmen, welche das sind, sagt der Verlag freilich nicht.

Dafür gibt es warme Worte zum Abschied von Springer-Boss Mathias Döpfner: "Es ist vor allem ihm zu verdanken, dass 'Bild' heute Trendsetter des digitalen Journalismus ist und eine hochprofitable Multimediamarke." Diekmann selbst lässt sich mit den Worten zitieren: "Nach 30 Jahren bei Axel Springer fällt es mir schwer, das Haus zu verlassen, dem ich beruflich alles zu verdanken habe."

Vor allem der Zeitpunkt von Diekmanns Abschied kommt überraschend, die Personalie selbst überrascht kaum, schließlich hat Diekmann sich schon vor gut einem Jahr aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Als Herausgeber ist der früher so kampfeslustige Chefredakteur ruhiger geworden - auch auf seinem Lieblings-Kommunikationskanal Twitter. Seine Karriere bei Springer scheint ihr natürliches Ende erreicht zu haben, einen Aufstieg in den Vorstand des Verlagskonzerns hat Mathias Döpfner seinem wichtigsten Journalisten verwehrt.

Interessant ist die Frage, wohin Diekmanns Weg nach Springer führt, schließlich ist er dem Berliner Konzern sein ganzes Berufsleben lang treu - abgesehen von einem kurzen Abstecher zu Burda: 1985 begann er an der Axel Springer Journalistenschule seine Ausbildung, war Parlamentskorrespondent und Politikchef bei "Bild". Von 1998 bis 2000 wirkte er als Chefredakteur der "Welt am Sonntag", anschließend bis 2015 als Chef der "Bild".
axelspringer.de, lexikon2.de (Kai Diekmann)

Mitarbeit: Markus TrantowKommentieren ...

Wir graturilieren: Peter Trzka wird 50.

peter-trzka-600
Wir graturilieren: Peter Trzka, Redaktionsleiter bei Axel Springer Corporate Solutions, wird heute 50 Jahre alt. Er feiert mit der Familie, gutem Essen und einer traditionellen Schoko-Eis-Torte – weil die Kalorien nach Weihnachten eh egal sind und die guten Vorsätze erst ab übermorgen greifen. Trzka freut sich, 2016 ohne größere Blessuren oder persönliche Katastrophen überlebt zu haben. Und, dass Bayern völlig überraschend Meister wurde.

Trotzdem konnte er nicht alles schaffen, was er sich vorgenommen hatte, weil ein Kopf oft zu wenig sei und zwei Arme ohnehin ein Witz. Für die kommenden Jahren hat Trzka aber keine To-do-Liste. Ein Baum sei gepflanzt, ein Kind gezeugt und ein Marathon gelaufen. Er fragt sich allerdings, ob 50 das neue 30 ist oder 50 das alte 50, nur ohne beige. Antworten und Glückwünsche erreichen ihn per E-Mail, LinkedIn und Xing – Geschenke auch per Post.Kommentieren ...

Wir graturilieren: Marion Horn wird 51.

BamS_ArchivWir graturilieren: Marion Horn, Chefredakteurin der "Bild am Sonntag", wird 51. Sie hat sich im Sommer erstmals "einen unverschämt langen Urlaub" gegönnt. Weil sie "mit Tom Drechsler den besten Vize der Welt" hat, konnte sie mit ihrer sechsjährige Tochter ausgiebig durch Kanada und Hawaii reisen.

Zuhause gibt es dafür seit diesem Jahr weniger Zeit mit der Tochter, da ihr die Einschulung "den gemeinsamen Mutter-Tochter-Montag gestohlen hat". Eine Geburtstagsfeier am heutigen Mittwoch fällt wegen einer Dauererkältung aus. "Außerdem hat zwischen Weihnachten und Neujahr eh niemand Lust auf noch mehr Party", sagt die Chefredakteurin, die den Tag stattdessen in der Redaktion verbringt. Gratulationen sind auf fast allen Wegen willkommen: persönlich, telefonisch, per SMS oder per E-Mail - gern mit Vorschlägen, wie ihr riesiger Tannenbaum wieder aus der Wohnung kommt.Kommentieren ...

Facetime mit … Julian Reichelt: “Wir schaffen den Shitstorm ab.”


Die Scheiße stürmt nicht mehr: Bild.de will ab dem kommenden Jahr zurückhaltender über Debatten in sozialen Netzwerken berichten. "Wir haben alle in den letzten Jahren etwas zu oft und auch zu dankbar über Shitstorms berichtet", sagt Julian Reichelt im zweiten Teil des turi2.tv-Gesprächs. Hinter vielen scheinbaren Trends steckten doch nur 30 anonyme Twitter-Accounts. Für Bild.de zähle eine Meinung aus dem Netz künftig nur, wenn ein Mensch sie unter Klarnamen äußert.

Deutlich weniger Zurückhaltung wünscht sich Reichelt 2017 bei Berichten über Syrien. Der frühere Kriegsreporter hat im aktuellen Konflikt Bekannte verloren und ist sich sicher: Politiker und Journalisten werden sich "in nicht ferner Zukunft schämen für all das, was wir unterlassen haben". Bild.de habe stets berichtet, aber am Ende doch nichts bewegen können: "Dass sich in diesem Fall so wenig verändert hat, gehört für mich zu den großen Schmerzen 2016 und zu den großen Schmerzen meines journalistischen Lebens."
turi2.tv (6-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Teil 1 des Gesprächs über die Radio-Pläne bei Bild.de:
Kommentieren ...

“Bild”-Redakteur Metin Gülmen berichtet von Haftbefehl gegen “Welt”-Türkei-Korrespondent Deniz Yücel.

Deniz Yücel 150Türkei hat laut "Bild"-Redakteur Metin Gülmen einen Haftbefehl gegen Deniz Yücel (Foto), Türkei-Korrespondent der "Welt", erlassen. Laut der regierungsnahen Zeitung "Sabah" soll es eine Hausdurchsuchung gegeben haben. Yücel befindet sich derzeit im Ausland, schreibt Gülmen bei Twitter. Die Staatsanwaltschaft werfe Yücel vor, Mitglied der AKP-kritischen Hackergruppe RedHack zu sein. Springer will sich auf Nachfrage zu dem Fall nicht äußern.
twitter.com/GuelmenM (Haftbefehl), twitter.com (Hausdurchsuchung), twitter.com/GuelmenM (RedHack)1 Kommentar

Facetime mit … Julian Reichelt: Bild.de macht bald Radio.


"Bild" ohne Bilder: Nach vielen Live-Video-Experimenten plant bild.de für das kommende Jahr den Einstieg in den Radio-Journalismus. Die Redaktion entwickelt Formate für den intelligenten Lautsprecher Amazon Echo und will Live-Audio von Facebook testen, kündigt Chefredakteur Julian Reichelt im turi2.tv-Gespräch an. Dieses Video-Interview mit Reichelt ist auch für turi2 ein Test: Per Smartphone ist er aus seinem Büro zugeschaltet.

Reichelt hat in den vergangenen Monaten einige Radioleute angeworben. Sie entwickeln eigene Podcast-Formate für Amazon – der Lautsprecher Amazon Echo liest über seine Computerstimme Alexa bild.de-Nachrichten bislang automatisiert vor. Künftig soll ein echter Mensch sprechen. Reichelts Ziel sind "Social-Media-Radioprogramme, die der Marke gerecht werden". Facebook Live und Online-Audio seien eigentlich wie Fernsehen und Radio. Die große Revolution sieht Reichelt im Smartphone, das die Nutzung aller Medien von Zeit und Ort entkoppelt.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2, Teil 1)

Zum Teil 2 des Gesprächs: Julian Reichelt über Hass im Netz und seine journalistische Niederlage in diesem Jahr.

Aus dem turi2.tv-Archiv – das interview2 mit Julian Reichelt:
Kommentieren ...

Wolf-Ulrich Schüler wird “Bild”-Vize-Chefredakteur Nachrichten, Moritz Stranghöner Nord-Chef.

Wolf-Ulrich Schüler  BILD 05.03.2015 Foto: Christian LangbehnBild tauscht intern durch und gibt sechs Männern neue Chefposten: Wolf-Ulrich Schüler (Foto), 36, wird Vize-Chefredakteur Nachrichten – bislang war er Ressortleiter. Textchef Moritz Stranghöner, 44, verantwortet künftig alle Ausgaben im Norden, Vorgänger Hans Bewersdorff, 51, wird Chefkorrespondent für den Norden. Christian Stenzel, 33, derzeit Büroleiter von Kai Diekmann, wird Ressortleiter für Politik und Wirtschaft. Daniel Cremer, 38, steigt vom Vize zum Ressortleiter der Unterhaltung auf. Achim Stecker, 48, wird Sport-Ressortleiter und konzentriert sich auf die bald bundesweite "Fußball Bild".
axelspringer.deKommentieren ...

Zitat: Kai Diekmann will sich nicht allein auf Facebook und Google verlassen.

Kai Diekmann 2015b - 150"Gegen die Übermacht von Facebook und Google, digitale Inhalte zu vermarkten und sich die Werbegelder zu sichern, kommen wir kaum an."

"Bild"-Herausgeber Kai Diekmann hält Facebook und Google zwar momentan für einen "lebensnotwendigen Kiosk", weiß aber, dass sich Verlage auf Dauer noch andere Modelle überlegen müssen.
deutschlandradiokultur.de (9-Min-Audio)Kommentieren ...

Polizei kritisiert “Welt” und liegt offenbar selbst falsch.

weltpolizeitweet-600
Übers Ziel hinaus getwittert: Berliner Polizei und "Welt" zoffen sich öffentlich um einen Artikel zum Attentat am Breitscheidplatz. Auf Twitter wirft die Polizei der "Welt" vor, "Gerüchte und Falschmeldungen" über einen SEK-Einsatz zu verbreiten und Kollegen zu gefährden. Der Tweet wird tausendfach mit Likes versehen. Kurz darauf rudert die Polizei zurück – den Einsatz hat es doch gegeben.

Was genau die Polizei veranlasst hat, so scharf zu dementieren, ist unklar. Offenbar stimmen nur Details des "Welt"-Artikels nicht. Der scharfe Ton des Polizei-Tweets platzt herein in eine aufgeheizte Stimmung – und auch mitten in die "Lügenpresse"-Debatte. Erst gestern haben Martin Lutz und Christian Meier – ausgerechnet in der "Welt" – Kollegen zur Zurückhaltung aufgerufen: Sie sollten die Öffentlichkeit informieren, aber auch nicht jede brandheiße Info gleich raushauen. Im konkreten Fall berichteten Medien über Polizeiaktionen, noch bevor Beschlüsse zur Wohnungsdurchsuchung vorlagen.
twitter.com (Vorwurf), twitter.com (Dementi), welt.de (Artikel), welt.de (Lutz/Meier)Kommentieren ...