Nach "Spiegel"- und "SZ"-Enthüllungen: Österreichs Kanzler Kurz ruft Neuwahlen aus.


Kein kurzer Prozess: Die Enthüllungen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" sorgen für ein politisches Erdbeben in Österreich. Bundeskanzler Kurz ruft am Abend für "den nächst möglichen Zeitpunkt" Neuwahlen in der Alpenrepublik aus. Zuvor war am Mittag Vize-Kanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache von allen Regierungs- und Parteiämtern zurückgetreten. In einem heimlich aufgenommenen Video von 2017 hatte Strache einer vermeintlichen russischen Oligarchin gegen Wahlkampfunterstützung öffentliche Aufträge versprochen. Außerdem macht Strache seine Verachtung für die freie Presse deutlich und hetzt und lästert über Bundeskanzler Kurz. "Spiegel" und "Süddeutsche" hatten das Video am Samstagabend veröffentlicht.

Der ÖVP-Politiker Kurz sagte in seinem Statement, er habe in den vergangenen anderthalb Jahren mit dem Koalitionspartner viel ausgehalten. Die Methoden, unter denen das Enthüllungsvideo entstanden ist, findet Kurz "verachtenswert", zum Inhalt sagt er dennoch "Genug ist genug". "Schwerwiegend" und "problematisch" nennt er die "Ideen zum Machtmissbrauch" und Straches Ansichten "gegenüber der Medienlandschaft".
spiegel.de, turi2.de (Background)

"Spiegel"- und "SZ"-Enthüllungen bringen Österreichs Vize-Kanzler Strache zu Fall.


Video killed the Right-wing Star: Österreichs Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache nimmt nach den Enthüllungen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" seinen Hut. Der Politiker der rechtspopulistischen FPÖ tritt auch als Parteivorsitzender zurück. "Spiegel" und "Süddeutsche" hatten einen Video-Mitschnitt veröffentlicht, in dem Strache einer vermeintlichen reichen Russin öffentliche Aufträge gegen Wahlkampfhilfe anbietet und empfiehlt, die kritische "Kronen-Zeitung" zu übernehmen - offenbar eine Falle. Wer hinter dem Video steckt, ist unbekannt.

Auf einer Pressekonferenz in Wien bezeichnet Strache den Mitschnitt als rechtswidrig. Er erhebt die Anschuldigung einer Schmutzkampagne und nennt dabei auch einen Namen: Jan Böhmermann. Dennoch entschuldigt sich Strache bei der Veranstaltung für sein Verhalten. Er schiebt den lockeren Ton auf seine zunehmende Alkoholisierung. Unklar ist, ob durch das Video auch die Mitte-Rechts-Koalition in Österreich platzt. Bundeskanzler Kurz hat die Möglichkeit, die Koalition mit Strache-Nachfolger Norbert Hofer fortzusetzen. Kurz kann aber auch Neuwahlen ausrufen.
spiegel.de, welt.de, turi2.de (Background)

Update 12.55 Uhr: Auch FPÖ-Fraktionschef Johann Gudenus, der ebenfalls in dem Video zu sehen ist, tritt zurück. Vor dem Bundeskanzleramt in Wien wollen am Mittag tausende Regierungskritiker demonstrieren. Meldungen zufolge will Bundeskanzler Kurz um 14 Uhr vor die Presse treten.
kleinezeitung.at

Update 16.27 Uhr: Das österreichische Bundeskanzleramt kündigt eine Pressekonferenz von Bundeskanzler Kurz für 19.45 Uhr an.

Lese-Tipp: Julia Bönisch macht sich mit ihrem Text im "Journalist" keine Freunde, beobachtet Anne Fromm.

Lese-Tipp: Julia Bönisch, Chefredakteurin von SZ.de, hat sich mit ihrem Gastbeitrag im "Journalist" intern keine Freunde gemacht, beobachtet Anne Fromm. Kollegen und Betriebsrat hätten sich nach dem Text, der u.a. internen Konflikte thematisiert, von ihr distanziert. Bönisch spricht sich auch dafür aus, Redaktion und Verlag nicht mehr so strikt zu trennen. In vielen Medien ist das – Digitalisierung hin oder her – ein absolutes No-Go. In der SZ ist jene Trennung seit den 70er Jahren im Redaktionsstatut verankert, vereinbart wurde sie einst von Redaktion und Verlag. Der Betriebsrat sehe in dieser Forderung eine Verletzung des Redaktionsstatuts.
taz.de

SZ.de-Chefin Julia Bönisch sieht Redaktionsleitungen künftig mehr als Manager denn als Schreiber.

"Für manche in der Branche bin ich ein Affront. Frau, Onlinerin, noch keine 40 – damit stehe ich für fast alles, was unbequem und lästig ist: für Veränderung, für Digitalisierung, für einen Generationenwechsel, der auch Frauen an die Spitze bringt."

Julia Bönisch, Chefredakteurin von SZ.de, schreibt im "journalist", die Rolle der Redaktionsleitung befinde sich mitten in einem Generationenwechsel – "vom Schreiber hin zum Manager".
journalist-magazin.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: SZ.de-Chefin Julia Bönisch verabschiedet sich vom Reichweitenrennen. (10/2017)

Gefälschte Online-Shops sollen über N26 Geld gewaschen haben.

N26: Betrüger haben mehrfach Konten bei der Smartphone-Bank eröffnet, um offenbar Geld aus dem Geschäft mit betrügerischen Online-Shops zu waschen, sagen Recherchen von "Süddeutscher Zeitung" und NDR. Bei N26 reicht ein Videochat für die Kontoeröffnung. Bis zur Sperrung der betroffenen Konten, seien teilweise mehrere Tage vergangen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 19 (Paid)

SWMH-Chef Christian Wegner will mehr Effizienz im Kerngeschäft.

SWMH: Christian Wegner, neuer Chef der Südwestdeutschen Medienholding, will das "Kerngeschäft effizienter" machen und "bestimmte Bereiche automatisieren", sagt er im Interview mit den Hausblättern "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten". Dem ehemaligen ProSiebenSat.1-Digiutalvorstand ist wichtig, "frühzeitig zu erkennen, welche Rollen künftig wegfallen und welche hinzukommen". Wegner glaubt, die gedruckte Zeitung werde "noch viel länger erhalten bleiben, als alle denken" und adelt seine Mitarbeiter mit der Aussage: "Die Zeitungsbranche ist eine von wenigen Branchen, die in ihrem Kern eine Sinnhaftigkeit hat."
stuttgarter-zeitung.de via newsroom.de, turi2.de (Background)

"Süddeutsche" startet Newsletter auf Zeit.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche Zeitung startet zwei vorübergehende Newsletter zu den Themen Europawahl und Klima-Schulstreiks. Die Pop-Up-Newsletter bündeln die jeweilige Berichterstattung und erscheinen wöchentlich. Der "Klimafreitag" erscheint sinnigerweise freitags und erstmalig heute, der "Europäer der Woche" startet am kommenden Freitag.
per Mail, sueddeutsche.de (Europa), sueddeutsche.de (Klima-Schulstreiks)

"Süddeutsche" und weitere Medien schmieden One-Free-Press-Coalition.

Pressefreiheit: Mehrere internationale Medien schließen sich in der One-Free-Press-Coalition zusammen, unter ihnen die "Süddeutsche Zeitung". Die Koalition will monatlich eine Liste mit zehn Journalisten veröffentlichen, deren Freiheit oder Leben in Gefahr sind. Bastian Obermayer schreibt, in vielen Ländern seien verbale Übergriffe Normalität geworden. Frederik Obermaier porträtiert Maria Ressa von den Philippinen, die wegen Präsident Duterte um ihr Leben fürchten muss.
"Süddeutsche", S. 25 (Paid, Koalition); "Süddeutsche", S. 25 (Paid, Ressa)

Meinung: Jeder kleine Fehler wird zum Relotius-Fall hochgebauscht.

Journalismus: Wann immer Journalisten ein noch so kleiner Fehler passiert, sehen Kritiker den nächsten Relotius-Fall, schreibt Boris Rosenkranz (Foto). "Achgut"-Autor Bernhard Lassahn diffamiere Heribert Prantl als den "wahren Relotius", der die Wahrheit verachte. Prantls pastorale Art müsse nicht allen gefallen, doch Lassahn, der auch für "rechte Wutportale" schreibe, sei an "Krawall und Spaltung", statt an einer ernsthaften Diskussion interessiert.
uebermedien.de, achgut.com (Prantl-Kritik)

Heribert Prantl gibt seine Ämter bei der "Süddeutschen Zeitung" ab.

Süddeutsche Zeitung: Heribert Prantl gibt seine Ämter als Ressortleiter Meinung und Mitglied der Chefredaktion ab. Prantl bleibt als regelmäßiger Autor. In der Wochenendausgabe werde eine neue wöchentliche Kolumne von ihm erscheinen. Die Ressortleitung Meinung übernimmt Stefan Ulrich. Unter ihm soll der Meinungsteil erweitert werden. So kündigt die Zeitung an, künftig auch freitags wie am Wochenende die gesamte Seite 5 für Meinungsstücke zu reservieren.
sueddeutsche.de

"Zeit" findet Fehler in Texten des umstrittenen Autoren.

Zeit findet Fehler in etwa einem Drittel von rund 50 Texten, die jener Journalist geliefert hat, der mit einer Fälschung beim "SZ Magazin" aufflog. Die Fehler seien keine erfundenen Personen oder Orte, sagt Chefreporter Stefan Willeke. Derzeit bewerte die "Zeit", ob die gefundenen Fehler System haben oder entschuldbar sind. Dem "SZ Magazin" war in einem Text des Reporters eine erfundene Protagonistin aufgefallen, noch bevor er erschienen ist.
"Süddeutsche Zeitung", S. 23, turi2.de (Background)

"SZ Magazin" trennt sich wegen erfundener Protagonistin von Autor.

Relotius reloaded? Das "SZ Magazin" trennt sich von einem freien Autor und Kolumnisten, der eine Protagonistin erfunden habe, schreibt Meedia.de. Den Namen des Journalisten nennt der Mediendienst nicht. Der entsprechende Artikel wurde nicht veröffentlicht, weil Redaktion und Dokumentation Zweifel hegten. Der Journalist hat viele weitere Artikel über diverse Themen aus Sport und Gesellschaft für das "SZ Magazin" und die "Süddeutsche Zeitung" geschrieben. Laut Verlag verstoßen sie aber nicht gegen journalistische Standards. "Spiegel" und "Zeit" prüfen die Artikel, die der Autor für sie verfasst hat. Der Journalist hat den Henri-Nannen-Preis und den Reporterpreis gewonnen.
meedia.de

Zitat: Hans Leyendecker sieht Echokammern in den Qualitätsmedien.

"Auch in den Qualitätsmedien suchen Leser, Hörer, Zuschauer nach ihren Echokammern. Sie suchen nach der Bestätigung ihrer Meinung und manchmal auch ihrer Vorurteile."

Ex-"SZ"-Investigativchef Hans Leyendecker sagt im Interview mit dem "Journalist", Echokammern gebe es nicht nur in Sozialen Medien und glaubt, dass sie Fälle wie den von Claas Relotius begünstigen.
"Journalist" 1+2/2019, S. 64 (Paid), presseportal.de

Studie: Medien haben "überwiegend korrekt" über Flüchtlinge berichtet.

Medienkritik: Deutsche Medien haben im Zeitraum Mai 2015 bis Januar 2016 "überwiegend korrekt" über die Zuwanderung berichtet, sagt eine Studie der Uni Mainz. Kommunikationsforscher Marcus Maurer hat Berichte von "Tagesschau", "Heute", "RTL aktuell", der "Süddeutschen Zeitung", der "FAZ" und der "Bild" untersucht. Sie seien allerdings "meist einseitig", allein die "Bild" habe etwa gleich viele positive wie negative Berichte über Flüchtlinge veröffentlicht. Allerdings habe die Zeitung und auch das ZDF Zuwanderung "überwiegend als Gefahr dargestellt". Die Geschlechterverteilung der Flüchtlinge sei "fast exakt". Nur die "Tagesschau" habe "deutlich häufiger Frauen und Kinder als Männer thematisiert" und gezeigt.
bild.de

Media-Tenor-Ranking: "Bild" ist Deutschlands meistzitiertes Medium 2018.

Mehr Maaßen macht meistzitiertes Medium aus: "Bild" ist 2018 das meistzitierte Medium in Deutschland, zählt Media Tenor in seinem Zitate-Ranking. Mit insgesamt 1.203 Exklusiv-Meldungen ist der Boulevardtitel vor dem "Spiegel", der mit 1.098 Nennungen knapp dahinter liegt. Es folgen "New York Times" mit 907 Zitaten sowie "Bild am Sonntag" mit 895 Zitaten. "Süddeutsche Zeitung" und "Handelsblatt" belegen die Plätze 5 und 6.

Besonders häufig wird "Bild" mit Aussagen von Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen zitiert als dieser die Echtheit der Chemnitz-Videos anzweifelt. Auch Themen wie die Organspende oder die diskutierte Digitalsteuer verhelfen "Bild" 2018 zu Nennungen in anderen Medien.
"Bild", S. 1 (Paid)

"SZ Magazin" ist auch vom Fall Relotius betroffen.

SZ Magazin ist ebenfalls von den Fälschungen im Fall Claas Relotius betroffen: Im Jahr 2015 hat das Magazin "zwei manipulierte Interviews" von Relotius veröffentlicht, wie die Chefredaktion mitteilt. Es handele sich dabei um Interviews mit dem New Yorker Herrenschneider Martin Greenfield sowie den Woodstock-Veteranen Barbara und Nicholas Ercoline. Die Interviews "weisen Fehler auf und verstoßen gegen journalistische Standards", sie wurden inzwischen von der Website genommen. Relotius hat die Manipulation in beiden Fällen zugegeben.
sz-magazin.sueddeutsche.de

"Süddeutsche", NDR und WDR veröffentlichen Recherche zu Implantaten.


Geschäfte mit der Gesundheit: Der Recherche-Verbund von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" veröffentlicht mit den "Implant Files" die nächste, große Recherche. Die internationale Zusammenarbeit von rund 60 Medien beleuchtet Schäden, die unzureichend geprüfte Implantate und Medizinprodukte verursachen. Gemeinsam mit dem International Consortium for Investigative Journalists haben mehr als 250 Journalisten aus 36 Ländern über zwei Jahre an der Veröffentlichung gearbeitet.

Die Recherche angestoßen hat die niederländische Journalistin Jet Schouten. Bei einer Recherche vor vier Jahren hatte sie sich als Herstellerin von Medizinprodukten ausgegeben. Ein herkömmliches Mandarinennetz verkaufte sie in einer Broschüre als Vaginalnetz, das bei Beckenbodenbeschwerden helfen sollte. Von drei Prüfstellen erhielt sie die Aussicht auf eine Zulassung als Medizinprodukt

Im Unterschied zu den Panama sowie Paradise Papers basiert die Recherche nicht auf Leaks. Die Ergebnisse basieren auf der Untersuchung des Markts von Medizinprodukten sowie Interviews mit Patienten und Ärzten "von Mumbai bis München, von Mostar bis Mexiko-Stadt".
icij.de, sueddeutsche.de, sueddeutsche.de (über die Recherche), ndr.de

Lese-Tipp: Bernd Dörries geht vermeintlichem Elefanten-Massaker in Botswana nach.

Lese-Tipp: Anfang September verbreiten Medien in aller Welt Meldungen über ein Elefanten-Massaker in Botswana, das angeblich größte bisher in Afrika, lanciert von der Tierschutz-Organisation Elephants Without Borders. Bernd Dörries forscht nach und stößt auf Zweifel, ob die Geschichte so wirklich stimmt oder nicht eher interessensgetrieben ist.
"Süddeutsche Zeitung, S. 3 (Paid)

"Süddeutsche" und WDR: Fifa-Chef Infantino plant den Ausverkauf des Fußballs.


Alles muss raus: Fifa-Präsident Gianni Infantino plant offenbar den Verkauf fast aller Fußball-Medienrechte an ein Investoren-Konsortium mit Verbindungen nach Saudi-Arabien, berichten "Süddeutsche Zeitung" und WDR. Eine geheime Absichtserklärung aus dem März 2018 nennt u.a. Digital- und Archiv-Rechte, Filme und Videos, Merchandising und Computerspiele. Der Deal würde dem Verband 25 Mrd Dollar für zwölf Jahre in die Kassen spülen. Betroffen wären auch neue Formate wie eine Weltliga für Nationalteams und eine erweiterte Klub-WM, deren Einrichtung Infantino fordert, sowie die kommenden Weltmeisterschaften. Die Fifa nennt das Dokument "veraltet".

Könnte Infantino seinen Plan durchsetzen, hätten die Investoren die Vermarktung in der Hand, der Weltfußballverband bliebe nur als leere Hülle übrig, urteilen "Süddeutsche" und WDR. Kritiker wie der langjährige Fifa-Hausjurist Marco Villiger und sein Vize Jörg Vollmüller stellen dem Plan ein vernichtendes Urteil aus und warnen vor dessen Umsetzung. Beide Juristen haben die Fifa inzwischen verlassen. (Archivbild: AP Photo/Frank Augstein)
"SZ am Wochenende", S. 2 (Paid), sueddeutsche.de, sportschau.de

"SZ-Magazin" stellt 2019 keine "Gewissensfrage" mehr.

SZ-Magazin beendet nach 16 Jahren und mehr als 850 Texten die Kolumne Die Gewissensfrage. Darin beantwortet Jurist und Mediziner Dr. Dr. Rainer Erlinger Moralfragen wie "Darf man über Unfälle anderer lachen?" oder "Muss ich dem Brautpaar schenken, was es sich wünscht?". Die letzte Folge erscheint am 28.12., über den Grund für das Aus ist nichts bekannt. 2019 startet eine neue Kolumne von "SZ"-Autorin Johanna Adorján.
swmh.de

"Süddeutsche"-Autoren bringen fünf Protokoll-Bände zum NSU-Prozess heraus.

NSU: Annette Ramelsberger, Wiebke Ramm, Tanjev Schultz und Rainer Stadler haben die 438 Tage NSU-Prozess im Wortlaut mitgeschrieben, weil es kein offizielles Protokoll und keine Tonaufnahme gibt. Der Richter habe laut "Süddeutscher Zeitung" beides abgelehnt. Die Autoren geben ihr Protokoll in Buchform heraus – fünf Bände mit 2.020 Seiten für 80 Euro.
sueddeutsche.de

"Süddeutsche Zeitung" und Spiegel Online kooperieren mit Tickaroo.

Süddeutsche Zeitung und Spiegel Online kooperieren ab sofort langfristig mit dem Liveticker-Startup Tickaroo. Beide Redaktionen hatten die Technologie bereits bei einzelnen Sportevents wie etwa Wimbledon getestet. Über Tickaroo verbreiten ca. 14.000 Vereine ihre News und Spielstände; bei Spiegel Online soll die Sportredaktion künftig über die Bundesliga und die Premier League via Liveticker berichten.
per Mail, turi2.de (Background)

"Spiegel", G+J und "Süddeutsche" treten der Log-in-Allianz NetID bei.

Log-In-Allianz NetID gewinnt den "Spiegel"-Verlag, Gruner + Jahr, die "Süddeutsche Zeitung" und Ippen-Digital als neue Partner. Damit hat der Dienst von RTL, ProsiebenSat.1 und United Internet unter den Verlagen deutlich mehr Gewicht als Springers Konkurrent Verimi. Weitere neue Partner sind u.a. C & A, Douglas, Scout24 und DPD sowie Ströer Digital Media und iq digital. NetD soll Mitte Oktober starten.
turi2 - eigene Infos

"Süddeutsche Zeitung" startet zwei neue Podcasts.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche Zeitung vergrößert ihr Podcast-Angebot. Ab dieser Woche veröffentlicht die Zeitung jeden Montag zwei neue wöchentliche Podcasts. "Und nun zum Sport" bietet immer um 17 Uhr ein analytisches Gespräch von 30 Minuten. Thema der ersten Folge ist der Start der Fußball-Bundesliga. Bereits um 9 Uhr erscheint eine 20 bis 25-minütige Podcast-Version der jetzt.de-Kolumne "Jungsfrage-Mädchenfrage".
per Mail, sueddeutsche.de

"Hamburger Abendblatt" soll online künftig vor allem Abo-Abschlüsse erzielen.


Kasse statt Masse: Funke ändert die Online-Strategie beim "Hamburger Abendblatt", schreibt Gregory Lipinski. Künftig soll die Redaktion nicht an erster Stelle Reichweite erzielen. Vielmehr sollen die Inhalte Aboabschlüsse generieren. Dafür will Funke stärker auf tiefgründige und investigative Inhalte setzen. Widersprüchliche Aussagen gibt es darüber, ob die neue Strategie auch mit einem Umbau der Redaktion einhergeht.

Das "Hamburger Abendblatt" soll das neue Modell stellvertretend für alle Funke-Titel testen. Bei Erfolg will der Verlag es auf seine weiteren Titel übertragen. Inspiration für die veränderte Art der Qualitätsmessung könnte Netflix geliefert haben. Der Streaminganbieter bemisst den Erfolg seiner Inhalte danach, wie viele neue Abos ihnen zuzuordnen sind. Dafür setzt Netflix allerdings auf deutlich mehr Daten.
meedia.de

WDR bestellt zwei Dokus zum gleichen Thema.


Fake-Wissenschaft hoch 2: Der WDR hat versehentlich zwei Reportagen zum Thema Wissenschaftsbetrug in Auftrag gegeben, schreibt Kai-Hinrich Renner. Vom Recherche-Verbund von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" kommt die TV-Reportage Fake Science – Die Lügenmacher. Bei dem Investigativ-Journalisten Peter Onneken hat der WDR den Film Betrug statt Spitzenforschung bestellt. Auf Initiative von Onneken berichtet der aktuelle "Spiegel" über das Thema. Beim Recherche-Verbund soll der Unmut über die Themen-Dopplung groß sein, schreibt Renner.

Eine WDR-Sprecherin sagt, es habe Versuche gegeben, beide Recherchen zusammenzuführen. Die Redaktionen und Autoren hätten sich aber dagegen entschieden. Die Doku des Recherche-Verbunds läuft am Montagabend im Ersten, die Onneken-Reportage am Dienstagabend im WDR-Fernsehen. Schon heute zeigt das "SZ-Magazin" in einem Selbstversuch, wie völlig absurde wissenschaftliche Arbeiten den Weg in vermeintlich renommierte Fachjournale finden. (Symbolbild: Jan Woitas/dpa)
abendblatt.de, "SZ-Magazin" 29/2018, S. 10 - 24, magazin.spiegel.de (Paid)

IVW: Überregionale Tageszeitungen verlieren im 2. Quartal fast alle Auflage.

IVW ergibt Auflagenverluste bei den meisten Tages- und Wochenzeitungen: "Bild" verliert mehr als 10 % seiner Abonnenten und Kiosk-Käufer, bleibt aber mit Abstand die populärste deutsche Tageszeitung. Auf Platz 2 und 3 folgen die "Süddeutsche Zeitung" und die "FAZ", die beide 3,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum einbüßen. Das "Handelsblatt" kommt, Digital-Kunden sei Dank, auf ein Plus von 0,4%.
meedia.de

"Süddeutsche Zeitung" startet einen täglichen Nachrichten-Podcast.

Süddeutsche Zeitung produziert seit heute einen Nachrichtenpodcast. Von Montag bis Freitag ordnet Auf den Punkt jeweils um 17.00 Uhr mit O-Tönen und Kollegen-Gesprächen im Deutschlandfunk-Duktus das Tagesgeschehen ein. In der Debütausgabe spricht Moderator Jan Heidtmann mit Moskau-Korrespondent Julian Hans über den Trump-Putin-Gipfel in Helsinki.
sueddeutsche.de (10-Min-Audio)

Söder-Satire mutiert 14 Jahre später zu vermeintlichen Fakten.

New York Times und die "Süddeutsche" gehen einer Jahre alten "taz"-Satire über Markus Söder auf den Leim, schreibt Stefan Kuzmany. Er selbst war 2004 Autor der Söder-Satire. Seine Söder in den Mund gelegten Forderungen, Grüne zum Drogentest zu schicken und Schwarzfahrer an den Internetpranger zu stellen, finden sich heute als Fakten in seriösen Medien, weil die Satire in den Archiven zur vermeintlichen Realität wurde.
"Spiegel" 29/2018, S. 35 (Paid), taz.de ("taz"-Artikel)