Hier finden Sie aktuelle Videos und Interviews vom Branchenfernsehen turi2.tv.

"Da, wo die Luft brennt." – Claus Stäcker über die Deutsche Welle in Afrika.


Von Bonn nach Burkina Faso: Die Deutsche Welle macht von Bonn aus Radio für ganz Afrika. Claus Stäcker, Leiter der Afrika-Abteilung, hat den Anspruch, für seine wöchentlich 30 Mio Hörer nicht weniger zu sein als die "Stimme der Freiheit". Dafür muss er auf Facebook genauso präsent sein wie im klassischen Radio: "Afrika ist extrem heterogen", erklärt Stäcker im Interview von turi2.tv am Rande des Global Media Forums in Bonn.

In den Metropolen, wo das Internet gut ausgebaut ist, spielt Facebook eine große Rolle, erklärt Stäcker. Deswegen sendet die DW als erster internationaler Sender Radio auch via Facebook live. Auf dem Land und in "zensierten Märkten" kommt das terrestrische Radio zum Zug. Stäcker berichtet, dass er als Tourist in Tansania erlebt hat, wie sich die Arbeiter auf einer Teeplantage pünktlich um 13 Uhr um das Radio versammelt haben, um die DW-Hauptnachrichten in Kisuaheli zu verfolgen.

Für Nähe zu den Menschen in Afrika sorgen rund 240 DW-Korrespondenten, die unter teils schwierigen Bedingungen und angefeindet von den lokalen Behörden für den deutschen Sender berichten.
turi2.tv (4-Min-Interview auf YouTube)

Kommunikation für Käse: Wie Petrella-Chef Sven Tönjes an neue Kunden kommt.


Klassiker für den Käse: Sven Tönjes bringt beruflich Frischkäse unter die Leute – und baut in der Vermarktung vor allem auf TV und Print. Für seine Marke Petrella bucht Tönjes besonders gerne in Zeitschriften, sagt er im Video-Interview von Horizont und turi2.tv. Vor allem Food-Titel sind ein beliebtes Umfeld, weil die Zeitschriften von Interessierten gekauft werden – während TV-Zuschauer Werbung ungefragt "aufgehalst" bekämen.

Tönjes sieht die Lage optimistischer als viele aus der Medienbranche. Print werde es weitere 10, 20 Jahre geben. Petrella-Hersteller Petri Feinkost kommt das gelegen: Das Unternehmen aus dem Weserbergland hat wenig Erfahrung im Online-Geschäft und ist ein Zwerg unter den Konsumgüter-Riesen. Ganz anders als Tönjes' langjähriger Arbeitgeber mit ganz ähnlichem Namen: Für den Fleischkonzern Tönnies brachte er knapp 20 Jahre Schwein und Rind an Hausmänner und -frauen.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

"Ich finde Perspektiv-Wechsel gut." Chefredakteurin Ines Pohl über ihr erstes Jahr bei der Deutschen Welle.


Auf der Welle: Seit einem Jahr leitet Ines Pohl die Deutsche Welle als Chefredakteurin, im Interview mit turi2.tv zieht sie eine erste Bilanz. Ihren ungewöhnlichen Wechsel von der links-alternativen "taz" zum steuerfinanzierten Auslandssender findet sie gar nicht ungewöhnlich. Denn ihre Rolle als Journalistin bleibe die gleiche, so Pohl. "Dass ich Chefredakteurin der Deutschen Welle bin, zeigt, dass die Deutsche Welle in der Lage ist, kritisch mit Politikerinnen und Politikern umzugehen."

Dass Pohl in der deutschen Medienwelt nun weniger laut mitmischt, findet die Chefin des Auslandssenders ganz normal: "Meine Rolle in der deutschen Medienlandschaft ist nicht mehr so wichtig." Lieber betont sie die Rolle der DW angesichts der Krisen in der Welt: "Wer hätte gedacht, dass wir in Polen wirklich wieder für die Pressefreiheit kämpfen müssen?"
turi2.tv (4-Min-Video auf YouTube)

Mitarbeit: Andreas Maisch

"Alles aus einer Hand" – So arbeitet Bauers "House of Food".


Ein Topf: Bauer brutzelt die Inhalte für Koch-Zeitschriften, Food-Strecken in Magazinen und Corporate Publishing künftig in derselben Küche, dem House of Food. Verlagsleiter Malte Jensen hofft im turi2.tv-Interview am Rande von Bauers Food Trend Tag auf mehr Knowhow-Austausch, Flexibilität und neue Geschäfte, etwa beim Corporate Publishing. Aktuell arbeiten 70 Mitarbeiter in der neuen Einheit für Redaktion, Produktion und Vermarktung – und es sollen noch mehr werden.

Die Vermarktung kommt ohnehin schon aus einer Hand, erklärt Martina Schönherr, Anzeigenleiterin Food bei Bauer: "Ich möchte fast sagen, die einseitige Zeitschriften-Anzeige allein ist ausgestorben." Kunden wollen heute einen Mix aus unterschiedlichen Maßnahmen, erklärt Schönherr am Beispiel vom Dosentomaten-Hersteller Mutti Parma – vom Blogger-Event über Rezept-Videos bis zur Zeitschriften-Anzeige.
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

"Mehr als eine Sparmaßnahme" – Stephan Fritz über Springers Kompetenzcenter Auto.



Auto-Dachmarke: Stephan Fritz steuert als General Manager der Auto Bild Gruppe die Vermarktung von Springers Autozeitschriften. Seit zehn Monaten entstehen unter seiner Gesamtverantwortung nicht nur das Flaggschiff "Auto Bild" und deren Ableger, sondern auch die Autoinhalte für "Bild" und "Bild am Sonntag". Als Sparmaßnahme will er die Konzentration von Springers Auto-Kompetenzen in Hamburg allerdings nicht verstanden wissen und erklärt im turi2.tv-Interview die wirtschaftliche Seite des Kompetenzcenters.

Es ergebe "unheimlich viel Sinn", das Knowhow der "Auto Bild" mit ihren 700 Auto-Tests pro Jahr für alle Marken der Gruppe zu nutzen. Damit der Inhalt auch bei denen ankommt, die lieber Carsharing nutzen, als ein eigenes Auto zu besitzen, setzt Fritz auf einen regelmäßigen Dialog mit den Lesern. Auch Kampagnen und Kooperationen mit Kunden aus der Autoindustrie lassen sich besser umsetzen, wenn die Vermarktung für alle Ausspielwege aus einer Hand kommt, sagt Fritz.
turi2.tv (3-Min-Interview bei YouTube)

Startup-Löwe Frank Thelen: Die Medien-Branche muss volldigitalisieren.

Lecker Internet: Startup-Pionier Frank Thelen ist einer der radikalsten Werber fürs Gründen. Im Video-Interview beim Food Trend Tag von Bauer fordert er mehr Innovationen rund ums Essen und ein komplettes Umdenken in Verlagen. Die Medien-Branche müsse sich volldigitalisieren, um zu überleben, glaubt der "Höhle der Löwen"-Juror.

Thelen lobt ausdrücklich Springer. Dort kümmere sich Mathias Döpfner als oberster Boss um die Digitalisierung aller Geschäfte, er habe viel Umsatz aufgebaut und gute Talente gewonnen. Auch Thelen schaut sich ständig nach Talenten und Ideen um. Seine Firma Freigeist Capital ist an mehr als einem Dutzend Startups beteiligt – und legt mit Investments wie der Low-Carb-Pizza Lizza einen Schwerpunkt auf neue Ideen rund um Ernährung.
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

"Maxi"-Chefin Anja Delastik holt die Generation Y aus der Unentschlossenheit.



Wir statt Ich: Bauers Frauenmagazin Maxi erscheint heute mit der ersten Ausgabe unter Chefredakteurin Anja Delastik, die zugleich Chefin von "Cosmopolitan" ist. Im Interview mit turi2.tv sagt sie, "Maxi" solle ein "Survival-Guide für die Generation Y" sein, also die 28- bis 38-Jährigen, die "konstant unentschlossen" seien. Auf Altersangaben verzichten Delastik und ihr Team im Heft genauso wie auf eine Bewertung der Entscheidungen ihrer Leserinnen.

Probleme, "Maxi" und "Cosmopolitan" auseinanderzuhalten, sieht Anja Delastik in ihrer Doppelrolle keine. Bei Themenvorschlägen sei immer klar, für welches Blatt sie passen oder nicht. "Sie werden nie das Motto 'Wir' in der 'Cosmo' lesen, auch nicht auf dem Titel - bei 'Maxi' schon'. "Cosmopolitan" sei "sehr viel auf sich selbst bezogener" und egoistischer.

Im Zuge von Umstrukturierungen hat Bauer die "Maxi"-Redaktion von Hamburg nach München verlegt. Nur eine Mitarbeiterin ist mitgekommen, auch die bisherige Chefredakteurin Nina Maurischat blieb in Hamburg und verantwortet inzwischen u.a. Bauers "Wohnidee".
turi2.tv (3-Min-Video bei YouTube), turi2.de (Background)

"Die Regierung redet uns nicht rein." – Peter Limbourg über 65 Jahre Deutsche Welle.


Sendungsbewusst: Intendant Peter Limbourg führt die Deutsche Welle in ihr 66. Lebensjahr und rechnet den deutschen Auslandssender keineswegs zum alten Eisen. "Wir müssen uns ständig verändern", sagt der frühere N24-Chefredakteur im Interview mit turi2.tv und zeigt den neu gebauten Newsroom in der DW-Dependance in Berlin. Von hier aus schickt die Welle ihr Programm in rund 30 Sprachen um die Welt. Dass Limbourg mit seinem neuen englischen Nachrichten-Kanal vor allem im Gewässer der BBC fischt, gehört für ihn zum "guten Wettbewerb": "Unsere Konkurrenten sitzen woanders. Das sind diejenigen, die mit Desinformation in der Welt unterwegs sind."

Limbourg legt Wert darauf, dass seine Journalisten unabhängig berichten können, trotz des Auftrags als Kulturbotschafter Deutschlands in der Welt unterwegs zu sein – und der staatlichen Finanzierung: "Die Regierung redet uns nicht rein." Den Kurs der Deutschen Welle beschreibt er so: "Wir sind kritisch, wo nötig und konstruktiv und positiv, wo möglich."
turi2.tv (4-Min-Video auf YouTube)

"Noch schneller." – Tom Drechsler über den Umbau bei "Auto Bild".


Fuß auf dem Gas: Tom Drechsler kurvt mit turi2.tv im Testwagen durch den dichten Hamburger Stadtverkehr. Im Video-Interview erklärt Springers oberster Auto-Journalist, wie das neue Auto-Kompetenzcenter Auto Bild produziert und gleichzeitig "Bild" und "Bild am Sonntag" mit Auto-Inhalten versorgt. So trete "Bild" bei Presseterminen nicht mehr "in Rudeln" auf. Einige Geschichten, die für "Auto Bild" entstehen, laufen auch in "Bild" – etwa ein "Auto Bild"-Besuch in der Garage von Auto-Sammler Fürst Albert.

In den vergangenen zehn Monaten hat Drechsler bei Springers "Auto Bild" u.a. die Optik aufgefrischt – er zeigt Autos jetzt detailreicher als früher – und sich mit der Radfahrer-Lobby angelegt. Eine weitere große Veränderung steht unmittelbar bevor: Ab nächster Woche kommt "Auto Bild" donnerstags statt freitags an den Kiosk. Damit kommt "Auto Bild" alle zwei Wochen am gleichen Tag wie Konkurrent "auto motor und sport" in den Handel, "was mich auch nicht ärgert", sagt der Chefredakteur.

Was Drechsler keinesfalls ändern will, ist die Haltung von Springers Auto-Boulevardblatt: "'Auto Bild' schreibt so, wie ich mit meinem Kumpel über Autos rede – das dürfen wir nicht verlieren."
turi2.tv (4-Min-Video auf YouTube)

Video vielleicht verpasst? Die meistgeklickten turi2.tv-Videos im Mai 2018.


Gabor für die Ohren: Lange war es ruhig um Ex-"Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart. Mitte Juni meldet er sich mit seinem eigenen Morning Briefing zurück – im Interview von turi2.tv hat er verraten, dass nicht nur ein Newsletter, sondern eine Podcast-Morningshow kommen soll. stern.de-Chefin Anna-Beeke Gretemeier lernt aus Fehlern am meisten und Gesa Mayr und Anne-Kathrin Gerstlauer zeigen die Redaktion von Watson.de. Das sind die meistgeklickten turi2.tv-Videos im Mai.

Top 1:
Gabor Steingart startet eine Podcast-Morningshow
(1.061 Aufrufe)

Top 2:
"Aus Fehlern lernt man am meisten" – stern.de-Chefin Anna Gretemeier im Strategie-Gespräch
(715 Aufrufe)

Top 3:
Besuch bei Watson.de: Gesa Mayr und Anne-Kathrin Gerstlauer zeigen ihre Redaktion
(566 Aufrufe)

Top 4:
"Neid" und "Bullshit" – "Zeit"-Chef Rainer Esser kritisiert Facebook-Angst der Verlage
(551 Aufrufe)

Top 5:
Florian Haller zeigt das Serviceplan-Büro New York
(443 Aufrufe)

Die Top 5 in einer Playlist











Das waren die meistgeklickten turi2.tv-Videos im April

fragebogen2: Michael Schaper.


fragebogen2: Michael Schaper, Erfinder und Chefredakteur von Geo Epoche, wäre beinahe beim Film gelandet. In den 1970er Jahren begeistert er sich u.a. für "Der Amerikanische Freund" von Wim Wenders, sagt er im Video-Fragebogen von turi2.tv. Nach einem Praktikum hinter der Kamera entscheidet er sich dann aber doch für den Journalismus und wird einer der ersten Absolventen der damals ganz neuen Henri-Nannen-Schule. Wenn Schaper nicht an "Geo Epoche" und "Geo Wissen" arbeitet oder neue "Geo"-Ableger erfindet, träumt er von einem Klatschmagazin.
turi2.tv (2-Min-Video bei YouTube)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Michael Schaper über 20 Jahre "Sex, Drugs & Rock'n'Roll" bei "Geo Epoche".

fragebogen2: Richard Gutjahr.


fragebogen2: Richard Gutjahr wollte als Kind am liebsten nach den Sternen greifen und Astronaut werden. Seine Mathematik-Abneigung machte diese Pläne zunichte, erklärt er im Video-Fragebogen von turi2.tv. Nun moderiert er im Fernsehen, schreibt als Blogger ins Internet und ist stolzer Besitzer des allerersten jemals verkauften iPads. Außerdem verrät er, dass er Blockflöten vor allem schräge Töne entlockt und eine Schwäche für Binge Watching hat.
turi2.tv (99-Sek-Video auf YouTube)

Video-Blattkritik: Markus Trantow über die WM-Ausgabe von "DB Mobil".


Markus Trantow, Chefredakteur von turi2.de, fährt mit der Bahn quer durch Deutschland und vertieft sich in DB Mobil. Die Sonderausgabe des Bahn-Kundenmagazins zur Fußball-WM liefert dem erklärten Fußball-Laien Smalltalk-Stoff für WM-Abende, beschränkt sich aber weitgehend auf die schönen Seiten des Sports, findet Trantow. Seine Blattkritik hier lesen oder als 3-Min-Video anschauen.

"Fachmedien müssen Partner sein": Gunther Schunk erklärt den Wandel des Vogel-Verlags.


Kreativer Vogel: Gunther Schunk ist Hobby-Asterix-Übersetzer und hauptberuflich Erfinder in Sachen Kommunikation. Der PR-Chef von Vogel Business Media erklärt im "Horizont"- und turi2.tv-Video, wie sehr sich die fränkische Verlagsgruppe wandelt. In der alten Druckerei gibt es inzwischen Messen und Kongresse. Schunk sagt: "Face-to-face ist die direkteste, persönlichste und damit erfolgreichste Kommunikation."

Schunk beschreibt im Interview auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse, wie der Verlag und seine Kunden immer dichter zusammenrücken. Vogel liebe wie jeder Fachverlag die Branche, über die seine Redaktionen berichten. Fachmedien würden die Sprachen ihrer Märkte sprechen – und deshalb auf neue Bedürfnisse in der Kommunikation reagieren. Schunk selbst ist Kommunikations-Profi und gibt eine Einführung in Asterix uff Meefränggisch.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Beim Teutates! Chefredakteur Wolf Stegmaier über die Arbeit am neuen "Asterix".

Apotheker-Verlag-Chef Benjamin Wessinger sucht das Rezept gegen den Abo-Schwund.


Papierstau an der Pillen-Front: Der junge Verlagschef Benjamin Wessinger kennt sich mit Wunderpillen aus. Doch auch der promovierte Pharmazeut und Geschäftsführer des Deutschen Apotheker Verlags hat nicht gegen alle Probleme ein Mittel. Leute, die neu in ihren Beruf kommen, abonnieren heute nicht mehr automatisch eine Fachzeitschrift, sagt Wessinger im Interview von "Horizont" und turi2.tv. Mit seinem Team blickt er aber auf "imposante Zuwachsraten" im Digitalen.

Die Apotheker verbinde ohnehin ein ambivalentes Verhältnis mit der Digitalisierung. Pharma-Fachleute haben ihre Geschäfte längst durchdigitalisiert und durchautomatisiert, fürchteten aber aktuell den Versandhandel. Apotheker fragten weiterhin klassische Fachbücher nach, brauchten aber auch digitale Datenbanken. Das Verlagsprogramm wird also immer breiter, sagt Wessinger auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

"Da ist viel Neid dahinter" – "Zeit"-Chef Rainer Esser kritisiert Facebook-Angst vieler Verlage.


Freundschaftsanfrage vom Verlagsboss: "Zeit"-Chef Rainer Esser stellt sich ungewöhnlich klar auf die Seite von Facebook und Google – und geht mit seiner Branche hart ins Gericht. Hinter der Kritik an den Konzernen stecke der Neid, dass sich "tradierte Geschäftsmodelle bei weitem nicht so skalieren lassen wie soziale Netzwerke oder die Google-Suche", sagt Esser im turi2.tv-Interview beim European Newspaper Congress in Wien.

Essers Ratschlag: Mehr machen, weniger meckern. "Wir sollten uns abgucken, weshalb Facebook so gut funktioniert, weshalb die so viele User haben", sagt Esser und liefert die Antwort gleich mit. Die Digitalbranche habe viel früher erkannt, in welche Richtung sich die Nutzer bewegen. Die Strategie des "Zeit"-Geschäftsführers lautet schlicht: besser sein als die Internetkonzerne – und nicht in Panik verfallen: "Das Privatfernsehen hat viel mehr Geld abgezogen, als es aufkam."
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

"Es gibt keinen Algorithmus für 'cool'" – Gründer Mike McCue über das neue Flipboard.


Update aus dem Silicon Valley: Der Nachrichten-Aggregator Flipboard will mit einem groß angelegten KI-Update jedem Nutzer seinen individuellen Newsstream liefern. Im Skype-Interview mit turi2.tv erklärt App-Gründer Mike McCue, dass Verlage dadurch mehr und "tieferen" Traffic erhalten sollen. Nicht nur die populärsten Storys sollen Leser finden, sondern auch nischigere Themen. Die Einschätzung, ob ein Artikel wirklich gut ist, kann die künstliche Intelligenz allerdings nicht ersetzen, findet McCue: "Es gibt keinen Algorithmus für 'cool'."

Angesprochen auf die zahlreichen Konkurrenten, die um die Aufmerksamkeit der Smartphone-Nutzer ringen, gibt McCue sich gelassen. Zwar kennt er die Mitbewerber von Apple News bis Upday, will sich aber darauf konzentrieren, selbst das beste Produkt für Kunden und Partner zu machen, "dann bringt die Konkurrenz dich nicht um, sondern macht dich stärker".
turi2.tv (5-Min-Video bei YouTube)

"Seid Unternehmer, nicht Verleger": Fachpresse-Sprecher Klaus Krammer im Antritts-Interview.


Frisches vom Fach: Die Deutsche Fachpresse wählt Klaus Krammer zu ihrem neuen Sprecher. Im Interview für "Horizont" und turi2.tv sagt Krammer, er wolle den Unternehmer aus den Verlegern heraus kitzeln. Sein Düsseldorfer Haus macht Medien für Sanitärtechniker, Schweißer und Zimmerleute – und erreicht schon heute die meisten Kontakte über Videos.

Krammer, der das Familien-Unternehmen in dritter Generation führt, ist neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen: Beim Krammer Verlag schreibt Software einfache Texte und entlastet Redakteure. Der Fachpresse will er künftig mit einem "Technologie-Hub" unter die Arme greifen: Darin soll der Verband Fachleute für diverse Innovationen vernetzen.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Ulla Strauß von United Kiosk: Verlage sollten Amazon und Apple umarmen.


Keine Angst vorm A: United-Kiosk-Vorstand Ulla Strauß erweist ihrem Mädchennamen Fröhlich alle Ehre. Die digitale Zeitschriften-Händlerin findet es ganz wunderbar, wenn sich Amazon und Apple im Presse-Vertrieb breitmachen. Im turi2.tv-Interview beim Kongress der Deutschen Fachpresse plädiert die fröhliche Strauß für eine radikale Kunden-Perspektive und ruft 2018 zum Jahr aus, in dem die Branche richtig was bewegt.

Strauß trägt nicht nur das Jeff-Bezos-Mantra "still day one" am Körper, sie glaubt auch an optimistische Silicon-Valley-Thesen. Verlage, United Kiosk und die großen Tech-Unternehmen könnten "gemeinsam den Kuchen größer machen" für digitale Zeitschriften. Die Zukunft des Lesens sieht die Vertriebs-Fachfrau in einer Super-Plattform, dem "Spotify fürs Lesen", weil der einfache Zugriff heute wichtiger sei als der Besitz.
turi2.tv (5-Min-Video bei YouTube)

"Aus Fehlern lernt man am meisten" – stern.de-Chefin Anna Gretemeier im Strategie-Gespräch.


Probieren geht über Studieren: Anna-Beeke Gretemeier, Chefredakteurin von stern.de, baut das News-Portal zum digitalen Reporter-Magazin um. So schaffe es das Team inzwischen, seine Geschichten multimedial zu erzählen. "Auch wenn Heft-Kollegen unterwegs sind, wird das Handy mitgenommen", erklärt Gretemeier im Strategie-Interview mit turi2.tv am Rande des European Newspaper Congress in Wien. Alles anders machen als Vorgänger Philipp Jessen wolle sie nicht, setze aber andere Schwerpunkte: mehr Politik, mehr News, weniger Boulevard.

Gretemeier lobt die Print-Online-Zusammenarbeit beim "stern" und die Probier-Kultur: Print-Chef Christian Krug und sie beraten sich gegenseitig, ohne einander reinzureden. "Die besseren Argumente gewinnen", sagt sie und freut sich darüber, dass es auch mal Vorschläge aus der Online-Redaktion auf den "stern"-Titel schaffen.

Mit Leidenschaft kämpft Gretemeier für das Überleben der Jugendmarke Neon im Netz. Mit "Journalismus auf Augenhöhe" und Themen, die alle Millennials berühren – nicht nur die Großstadt-Hipster – will sie sich von Bento, Zett und Co abheben. Dafür hat sie die Rückendeckung des Verlags und kann ihr Neon.de-Team Mitte des Jahres auf dann zehn Mitarbeiter verdoppeln.
turi2.tv (4-Min-Interview bei YouTube)

Gabor Steingart startet eine Podcast-Morningshow.


Ton? Läuft! Gabor Steingart erfindet sein Morning Briefing neu und verlängert den geschriebenen Newsletter um eine Podcast-Morningshow. Im Juni soll es losgehen, sagt der frühere "Handelsblatt"-Geschäftsführer im Interview mit turi2.tv am Rande des European Newspaper Congress in Wien. Dafür will Steingart künftig täglich in Berlin ins Studio gehen und eine Morningshow aufzeichnen, die mehr sein soll als der vorgelesene Newsletter.

Auf seine Zeit beim "Handelsblatt" blickt Steingart im Gespräch ohne Groll zurück: In seinen acht Jahren an der Spitze der Wirtschaftszeitung "haben wir ein gutes Stück der Transformation zurückgelegt." Nun müssten Sven Afhüppe und andere, jüngere Kollegen das Begonnene weiterführen.

Der Publizist gibt sich, auf seinen Abgang beim "Handelsblatt" angesprochen, selbstkritisch: "Ich glaube, dass es schwierig ist, Steingart auszuhalten." Für Verleger, die früher sehr erfolgreich waren, sei es zudem manchmal schwierig, die Zumutungen der heutigen Zeit auszuhalten.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

fragebogen2: Magdalena Rogl.


fragebogen2: Für Magdalena Rogl war schon früh klar, dass sie wieder in den Kindergarten zurück möchte - aber auf die andere Seite. Das Ziel hat sie erreicht und als ausgebildete Kinderpflegerin fünf Jahre im Kindergarten gearbeitet. Heute pflegt Rogl nur noch ihre eigenen vier Kinder und für Microsoft Deutschland die Kontakte zu Influencern. Als Head of Digital Channels verantwortet sie Social Media und Community. Im Video-Fragebogen von turi2.tv verrät Rogl, dass sie gerne mehr wie Miriam Meckel wäre und mit dem Spruch "Kill them with Kindness" für sich werben würde.
turi2.tv (1-Min-Video bei YouTube)

Michael Schaper über 20 Jahre "Sex, Drugs & Rock’n’Roll" bei "Geo Epoche".


True Crime: Michael Schaper, Chefredakteur von Geo Epoche, erzählt mit seinem schwarzen "Geo"-Ableger seit fast 20 Jahren Geschichten aus der Geschichte – nicht staubtrocken wie im Geschichtsunterricht, sondern ganz lebendig als historische Rekonstruktion. Sein Genre sind Krieg, Intrigen, Mord und Totschlag, erklärt Schaper im Video-Interview mit Peter Turi. "Der einzige Unterschied zwischen uns und einem historischen Roman: Bei uns ist alles wahr", sagt der Chefredakteur.

Inspiriert wird Schaper Mitte der 1990er Jahre vom Roman Die Einkreisung, der im Jahr 1898 spielt und aktuell als Netflix-Verfilmung zu sehen ist. "Sowas zu erzählen, ohne dass es Fiction ist, könnte interessant sein", denkt er damals und hebt ein paar Jahre später "Geo Epoche" aus der Taufe. Angst, dass ihm nach nun bald 20 Jahren der Stoff ausgeht, hat Schaper nicht und nennt viele Geschichten, die er noch nicht erzählt hat, etwa die Geschichte Skandinaviens.

Wichtig ist für Schaper das Kiosk-Potential: Rund 100.000 Hefte will er pro Ausgabe unter die Abonnenten und Impulskäufer bringen. Eines seiner Lieblings-Themen – der spanische Bürgerkrieg – werde es vorerst also nicht im schwarzen "Geo"-Rahmen an den Kiosk schaffen.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

fragebogen2: Béla Anda.


fragebogen2: Béla Anda, früher "Bild"-Vize und heute Kommunikationsberater, sorgte schon als Kind vorzugsweise mit Spielzeug-Pistolen für Knalleffekte. Im Videofragebogen von turi2.tv offenbart er Jugend-Sünden, verrät sein Lieblings-Müsli-Rezept und würdigt sein erstes, journalistisches Vorbild, den früheren "Spiegel"-Chefredakteur Claus Jacobi.
turi2.tv (3-Min-Video bei YouTube)

Gesa Mayr und Anne-Kathrin Gerstlauer zeigen die neue Redaktion von Watson.de.


Emotionen erwünscht: Beim jungen Portal Watson.de gibt es Weißwein im Dienst und schimpfende Reporterinnen vor der Kamera. turi2.tv besucht die neue Redaktion des Werbekonzerns Ströer. Chefredakteurin Gesa Mayr erzählt, wie sie über Aufregung Debatten anstoßen will. Ihre Stellvertreterin Anne-Kathrin Gerstlauer will mit Watson.de einen Platz schaffen, an dem jeder seine Meinung sagen mag – zur Not schreiend.

"News ohne Blabla" ist das Versprechen, das die ursprünglich aus der Schweiz stammende Marke gibt. Kein Blabla bedeutet für die Chefinnen: Augenhöhe mit Usern und keine Wasserstandsmeldungen. "Kein Blabla" schließt aber Unterhaltung nicht aus, sagt Gerstlauer. Auch kotzende Abiturienten können demnach eine relevante Meldung für die Zielgruppe sein. Bei der kommt es an: Im ersten Monat erreicht Watson.de 8 Mio Visits – weniger als Bento von Spiegel Online, aber mehr als Ze.tt von Zeit Online.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

turi2 edition6: Wie Kloster-Bibliotheken das Wissen der Welt konservieren.


Die Spur der Bücher: Im Mittelalter waren Bücher die Quellen des Wissens und Klöster die Hüter der Schätze. Die Mönche waren analog bestens vernetzt und haben durch ihre Liebe zum gedruckten Worte auch die weltlichen Schriften der Antike vor dem Vergessen bewahrt. Jetzt versuchen Wissenschaftler und Klosterbrüder, den Schatz der Bibliotheken zu retten und digital zugänglich zu machen. Johannes Arlt (Fotos) und Heike Reuther (Text) haben sich auf die Suche nach den verlorenen Büchern gemacht. Die turi2 edition6 beschreibt ihre Reise auf 20 Seiten – diese Diashow in fünf Minuten.
turi2.tv (5-Min Video bei YouTube), bibliotheka-laureshamensis-digital.de

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Video-Schalte nach New York: Florian Haller zeigt das neue Serviceplan-Büro.


New York calling: Serviceplan zieht es in die Stadt, die niemals schläft. Die Münchner Agentur eröffnet ein Haus der Kommunikation an der Madison Avenue mit 65 Mitarbeitern. turi2.tv hat Serviceplan-Chef Florian Haller per Facetime angerufen: Im Video führt Haller durch die neuen Räume und erklärt, warum klassische Medien in den USA wieder "stärker angesagt" sind.

Für Haller ist der neue Standort in der Weltmetropole ein zentraler Baustein für die Internationalisierung von Serviceplan. Die Agentur bringt damit ihr Konzept, die drei Säulen Digital, Media und klassische Kommunikation aus einer Hand anzubieten, auch auf den US-Markt. Serviceplan will von New York aus viele bestehende Kunden bedienen, denn auch deutsche Mittelständler brauchen heute Knowhow aus New York und Fachleute fürs US-Geschäft.

Trend-Spürnase Florian Haller macht im Schatten des Facebook-Skandals spannende Beobachtungen: Im durch und durch digitalen New York wächst, zumindest zeitweise, das Interesse am Gedruckten. "Klassische Medien werden hier nicht völlig verschwinden. Print ist im Anteil rückläufig", sagt Haller, "aber die Leute werden immer die Haptik von Printprodukten schätzen".
turi2.tv (6-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), horizont.net

Blattkritik: Tatjana Kerschbaumer über "Zeit Verbrechen".


Mörderischer Lesestoff: Tatjana Kerschbaumer, Chefredakteurin der turi2 edition, liest Zeit Verbrechen und lässt sich von den schaurigen Reportagen ins Heft ziehen. Bei Layout, Bildstrecken und Interviews könnten die Magazin-Macher aber noch eine Schippe drauflegen, sollte der One Shot in Serie gehen, findet Kerschbaumer. Ihre Blattkritik können Sie hier lesen und als kompaktes 2-Min-Video anschauen.

Video vielleicht verpasst? Die meistgeklickten turi2.tv-Videos im April.


Mit Klicks in den Mai: Miriam Meckel hackt ihr Hirn, Postbotin Heike Straube ist der gelbe Blitz von Blankenfelde und Politik-Flüsterer Axel Wallrabenstein erhebt auch im turi2.tv-Interview nicht seine Stimme. Das sind die meistgeklickten turi2.tv-Videos im April.

Top 1:
Miriam Meckel hackt ihr Hirn – der komplette Talk mit Peter Turi
(1.134 Abrufe)

Top 2:
Der Alltag einer Postbotin – mit Heike Straube unterwegs in Blankenfelde
(871 Abrufe)

Top 3:
Axel Wallrabenstein im Flüster-Interview: "Manche Dinge kann man nicht laut sagen"
(752 Abrufe)

Top 4:
Miriam Meckel erklärt die Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz
(713 Abrufe)

Top 5:
Versandfabrik Amazon: Einblick in das Logistikzentrum Winsen
(640 Abrufe)

Die Top 5 in einer Playlist











Das waren die meistgeklickten turi2.tv-Videos im März

Oliver Adrian: Werbung spielt in der ARD "eine beachtliche Rolle".


Werbung gegen Gebühren: AS&S-Radio-Chef Oliver Adrian will mit Radiowerbung den Rundfunkbeitrag in Zaum halten. Im Interview mit turi2.tv am Rande des Radio Advertising Summit sagt der Radio-Geschäftsführer des ARD-Vermarktes: "Ich habe das Gefühl, dass in der ARD anerkannt und geschätzt wird, dass wir zur Finanzierung einen erheblichen Beitrag mit Radio- und Fernsehwerbung leisten." Radiowerbung verändere sich jedoch: Native Advertising gewinne zunehmend an Bedeutung. Außerdem müsse die Buchung von Radiowerbung beschleunigt und automatisiert werden, um auch das klassische Radio fit für Programmatic Advertising zu machen.

Ähnlich wie Radiozentrale-Chef Lutz Kuckuck glaubt Oliver Adrian nicht, dass Musik-Streamingdienste das Radio ersetzen werden, sondern sie eine Ergänzung darstellen. Er selbst sei Spotify-Kunde, was sich bei ihm eher zulasten der TV-Nutzung auswirke.
turi2.tv (4-Min-Interview auf YouTube)

Das komplette Gespräch: Wie Miriam Meckel die Zukunft des Gehirns erforscht.


Hirn, aber herzlich: Miriam Meckel hat sich Elektroden an den Kopf geklebt und in ein dunkles Zimmer sperren lassen. Mit ihren Experimenten erforscht die "Wirtschaftswoche"-Herausgeberin ihr Gehirn – und welche technologischen Möglichkeiten es gibt, das Hirn zu hacken. turi2.tv zeigt ab heute das komplette Gespräch zwischen Meckel und Peter Turi von der Launchparty für die turi2 edition Netze in München.
turi2.tv (39-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Für Eilige: Miriam Meckel erklärt in drei Minuten die Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz.

Und: Miriam Meckel beschreibt in vier Minuten, wie Startups an unseren Gehirnen schrauben.

In der gedruckten turi2 edition Netze sprechen Meckel und Turi ebenfalls über das Gehirn, das Netz der Netze.
Lesen Sie die #6 jetzt gratis – direkt hier im Browser als E-Paper. Oder bestellen Sie das Buch hier für 20 Euro.

turi2 edition6: Achim Wolters steuert den Verkehr auf Deutschlands Schienennetz.


Zug um Zug: Bei Achim Wolters laufen alle Schienen der Deutschen Bahn zusammen. Von der Netzleitzentrale in Frankfurt aus überwacht er den Bahnverkehr in ganz Deutschland. Im Video-Feature von turi2.tv sagt er, dass es früher im Bahn-Fahrplan durchaus mal Macken gab, heute laufe dagegen alles rund – zumindest in der Theorie. "Wir sind nicht perfekt", gibt er zu. Oft sei aber die Bahn nicht schuld, wenn ein Zug nicht weiterkomme. Etwa wenn das Wetter verrücktspielt oder Vögel die Oberleitung beschädigen.

Was im Maschinenraum der Bahn passiert, wenn es mal wieder etwas länger dauert, erklärt er im Video. Worüber er sich ärgert: Menschen, die über die Bahn meckern und selbst ewig nicht mehr im Zug saßen.
turi2.tv (4-Min-Feature auf YouTube)

In der turi2 edition Netze zeigt Markus Trantow die andere Seite des Bahn-Fahrplans und porträtiert den langjährigen Fahrplan-Chef Rüdiger Weiß.

Lesen Sie die #6 jetzt gratis – direkt hier im Browser als E-Paper. Oder bestellen Sie das Buch hier für 20 Euro.

Miriam Meckel beschreibt, wie Startups an unseren Gehirnen schrauben.


Silicon Brainey: In den USA entsteht die nächste digitale Revolution – und sie geht direkt ins Hirn. Miriam Meckel beschreibt bei der Launchparty der turi2 edition Netze, wie Technologie schon bald noch mehr aus unserem Denkorgan rausholen wird. Startups im Silicon Valley seien jetzt an einem Punkt, wo ihre realen Hirngespinste tauglich werden für den Massenmarkt. turi2.tv zeigt einen weiteren 4-Minuten-Ausschnitt des Abends.

Meckel spricht unter anderem über Elon Musks Projekt Neuralink, das menschliche Gehirne digital vernetzen und an eine intelligente Cloud anschließen will. "Das ist ja nicht abwegig, weil wir aus der medizinischen Forschung wissen, dass das geht", sagt Meckel – und verweist auf Menschen, die durch Denken Roboterarme und Exoskelette bewegen.

Echt massentauglich klingen Überlegungen von Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Er baut an einem Gerät, mit dem sich Textnachrichten "ins Handy hineindenken lassen". Meckel glaubt: "Die Bequemlichkeit wird dafür sorgen, dass Menschen das ausprobieren. Und dann werden wir uns die Frage stellen: Wer darf unsere Gedanken mitlesen? Wo ist ein Gedanke noch privat?"
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Aktuell auch bei turi2.tv: Miriam Meckel erklärt die Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz.

turi2 edition6: Miriam Meckel erklärt die Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz.



Mensch, Maschine, Meckel: Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant – und ist nicht mehr zu stoppen. Die kluge digitale Vordenkerin Miriam Meckel glaubt: "Wir werden eine Verbindung von künstlicher und menschlicher Intelligenz werden." Im Live-Gespräch mit Peter Turi beschreibt "Wirtschaftswoche"-Herausgeberin Meckel, warum KI kein Killer sein muss, sondern Fortschritt bedeuten kann. turi2.tv zeigt einen 3-Minuten-Ausschnitt von der Präsentation der turi2 edition Netze in München, einem Media Talk in Kooperation mit Landau Media.

Meckel hat für ihr neues Buch Mein Kopf gehört mir intensiv zum menschlichen Gehirn recherchiert und Menschen getroffen, die mehr aus ihm machen wollen. Sie glaubt, dass allein die Möglichkeit auf Künstliche Intelligenz schon ausreicht für die Tatsache, dass wir zunehmend mit ihr konfrontiert werden: "Es geht in so rasantem Entwicklungstempo voran, dass ich nicht davon ausgehe, dass wir das zurückdrehen oder stoppen werden." Ihr 89-jähriger Vater lehrte sie einen nüchternen Blick auf die Dinge. Vielleicht sei der nächste Schritt in der Evolution, dass im Menschen Biochemie und Technologie verschmelzen.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

Clip 1: Miriam Meckel beschreibt, wie Startups an unseren Gehirnen schrauben.


Clip 2: Miriam Meckel erklärt die Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz


In der turi2 edition Zeitschriften sprachen Peter Turi und Miriam Meckel bereits über die Ambivalenz der Globalisierung und Meckel ließ sich mit der Zeitschrift "Hohe Luft" ablichten: Text und Video hier.

Für die turi2 edition Netze hat Peter Turi schon vorab Miriam Meckel interviewt. Ihr Thema: Das Netz der Netze, also das menschliche Gehirn, das unser Leben steuert.
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turi2 edition6: Wie Fischer Michael Thürke seine Netze flickt.


Frische Fische, alte Reusen: Fischer Michael Thürke fährt seit Anfang der 1980er Jahre von Hiddensee aus auf die Ostsee und den Bodden zum Fischen. Für die turi2 edition Netze zeigt er im Video, wie er seine Aal-Reusen flickt. Vor jedem Fischzug durchsucht er seine Reusen nach Löchern, die die Aale gerissen haben, und repariert sie routiniert mit ein paar Knoten. Anders als Stell- oder Schleppnetze, die heutzutage nur wenige Euro kosten, lohnt sich die Reparatur der "Aaalkorbketten" – so heißen die Reusen in der Fachsprache. Einige seiner Reusen hat Thürke schon seit 20 Jahren im Einsatz, er zählt er im Video von Johannes Arlt.
turi2.tv (4-Min-Video)

Fotograf Johannes Arlt und Autor Markus Trantow haben für die turi2 edition6 die Fischer von Hiddensee besucht und zeigen, wie sie sich mit einem Vermarktungs-Netzwerk und einer eigenen Marke gegen den drohenden Untergang ihrer Profession wehren.

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turi2 edition6: "Ich rede lieber im Hintergrund" – das Flüster-Video mit Axel Wallrabenstein.


Der diskrete Netzwerker: Axel Wallrabenstein ist in Berlin bekannt wie ein bunter Hund, überall und immer online. Trotzdem ist seine Spezialität das (Ein)flüstern im Verborgenen. Als Chairman der Agentur MSL Germany ist Wallrabenstein Berater u.a. von Google. Im Video-Interview spricht Jens Twiehaus mit ihm über Transparenz, nervige Journalisten und das "Drehen" von brisanten Themen – natürlich vier Minuten lang im Flüsterton.

Wallrabenstein blickt auf eine lange konservative Biografie zurück, angefangen als Bundesgeschäftsführer der Jungen Union. Seit 30 Jahren sammelt er Kontakte und kommuniziert ohne Pause. Zu allzu viel Offenheit rät Wallrabenstein seinen Klienten aber nicht: Transparenz sei in vielen Fällen gut, habe aber Nachteile: "Leute, die besonders transparent agieren, sind angreifbar, weil man sie wahrnimmt." Weil Journalisten oft den einfachen Weg nähmen, griffen sie bei den transparenten Akteuren eher zu.

Seine Beziehung zu Journalisten ist vielschichtig. Als Pressesprecher hatte er oft Last mit ihnen, sagt aber auch: "Die Aufgabe von Journalisten ist es, Leuten wie uns, Unternehmen und auch Medien auf die Finger zu schauen." Auch wenn es oft nervt, Wallrabenstein nimmt es sportlich: "Ein Journalist, der Pressesprecher herausfordert, hat seinen Job meist gut gemacht."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Das Text-Porträt von Tatjana Kerschbaumer, in dem sie Flüsterer Wallrabenstein als einen von 20 spannenden Netzwerkern vorstellt, lesen Sie in der turi2 edition Vernetzung.

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"Fernsehen wird wieder besser." Lutz Carstens und Philipp Schulze blättern durch ihr "Serien Magazin".


Gedruckte Serien-Ware: Burda legt am Freitag ein Serien Magazin an den Kiosk und verspricht 115 Neustarts, gesichtet und bewertet nach den Kriterien von "TV Spielfilm" und "Cinema". Das Ziel der Chefredakteure Lutz Carstens und Philipp Schulze: Serienfans eine gezielte Einschalt-Empfehlung für Serien zu liefern, die keine Zeitverschwendung sind. Beim Redaktionsbesuch von turi2.tv geben sich die Chefs hoffnungsvoll, dass die Leser der Mutterhefte auch in Sachen Serien am Kiosk zugreifen.

Wirklich neu ist das Serien-Genre für Carstens und Schulze nicht: Der "TV Spielfilm"-Chef schwört auf heimische Serien, "Cinema"-Chef Schulz freut sich über US-Ware wie "Game of Thrones", das es auch auf den Titel des "Serien Magazins" schafft. Und auch in ihren Magazinen haben sich längst Serien-Spalten und -Specials etabliert. "Wir sind guter Hoffnung, dass unsere Leser auch zum Thema Serien etwas umfangreicher informiert werden wollen als in unseren Mutterheften", sagt Carstens.
youtube.com (4-Min-Video auf YouTube)

Waltraut von Mengden und Anina Veigel verschaffen Verlagen Gehör bei der Politik.



Sprachrohr der Verlage: "Wir stehen vor sehr ungleichen Rahmenbedingungen gegenüber den großen, amerikanischen Login-Giganten", sagt Waltraut von Mengden im Video von Horizont und turi2.tv. Sie ist die Erste Vorsitzende des Verbands der Zeitschriftenverlage in Bayern, der als Landesverband des VDZ auf regionaler Ebene Lobbyarbeit für die Belange der Zeitschriftenverleger macht. In der Münchner Staatskanzlei stößt sie damit auf offene Ohren: "Wir arbeiten sehr gut und sehr intensiv mit der bayerischen Politik zusammen." Besonders am Herzen liegt Waltraut von Mengden die Medienbildung. Mit dem VZB fordert sie ein verpflichtendes Schulfach, in dem junge Menschen lernen, Inhalte eigenständig zu bewerten.

Neben der Lobbyarbeit sieht sich der VZB, der 2018 seinen 70. Geburtstag feiert, als Netzwerk für seine Mitglieder. Geschäftsführerin Anina Veigel ist besonders wichtig, "dass sich die Mitglieder auch untereinander kennenlernen und ganz viele Visitenkarten getauscht werden". Regelmäßige Events und Kaminabende bieten die Möglichkeit dazu, ebenso die Jahrestagung an diesem Donnerstag in München.
turi2.tv (3-Min-Video anschauen bei YouTube)

turi2 edition6: Ein Besuch in der Versandfabrik – bei Amazon in Winsen.


Tanz der Roboter: Amazon schraubt südlich von Hamburg am Einkaufen der Zukunft. Hunderte Roboter transportieren Produkte durch das Lager in Winsen (Luhe). Die turi2 edition blickt mit der Kamera tief hinein in die höchst effiziente Versandfabrik. Standortchef Norbert Brandau erklärt turi2.tv, wie täglich 100.000 Pakete zu den richtigen Kunden kommen. Brandau ist einer von 20 Vernetzern, denen die turi2 edition6 über die Schulter schaut.

Selbst entwickelte Transportroboter, die aussehen wie große Roboter-Staubsauger, elektrisch fahren und über W-Lan vernetzt sind, bringen Regale zu den Lagermitarbeitern. Sie nehmen Produkte aus den Fächern oder legen neue hinein. Immer gibt die Maschine vor, wo was platziert werden muss. Auch beim Verpacken gibt der Computer die optimale Päckchengröße vor. Die Mitarbeiter müssen nur noch greifen – und zwischendurch das Atmen nicht vergessen.

Im Hintergrund der gigantischen Maschine vernetzt Software das System Amazon. Sie bestimmt auch, was in welchen Regalen gelagert wird. Registriert der Computer, dass besonders häufig Grillzangen und Katzenfutter zur gleichen Zeit bestellt werden, landen beide Produkte in einem Regal – so sparen sich die nimmermüden Transportroboter weitere Wege. Endet das in der totalen Überwachung? Nein, sagt Norbert Brandau. "Der Scanner ist das normalste Arbeitsmittel dieser Welt. Es dient nicht der Überwachung. Ich muss Artikel und Fach scannen, damit die Datenbank weiß, wo welcher Artikel ist."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Die Reportage aus dem Amazon-Lager in Winsen lesen Sie in der turi2 edition #6 Netze.

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turi2 edition6: Der Stammtischbruder – Xing-Chef Thomas Vollmoeller im Porträt.


Analoge Verlängerung: Seit 2012 führt Thomas Vollmoeller das Karriere-Netzwerk Xing, ganz ohne IT-Stallgeruch. Obwohl Chef eines Online-Netzwerks, setzt er konsequent auf die Verlängerung der digitalen in die analoge Welt: "Der letztendliche Proof of Concept kommt dadurch, dass sich die Menschen hinterher nicht nur online, sondern auch offline vernetzen", sagt Vollmoeller im Video-Feature von turi2.tv.

Dieser Gedanke zieht sich durch die Xing-Strategie: Für die Nutzer gibt es u.a. Offline-Events, für die Mitarbeiter wöchentliche Company-Meetings, in denen der Chef die Zufriedenheit der Mitarbeiter erkundet.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

In der turi2 edition Netze beschreibt Markus Trantow, wie Thomas Vollmoller das frühere Startup Xing zum Milliarden-Konzern gemacht hat. "Der beste Job meines Lebens", sagt Vollmoeller selbst über seinen Posten.

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