Journalisten verlassen den ukrainischen TV-Sender ZIK aus Protest gegen russischen Einfluss.

Ukraine: Fünf Journalisten sowie der Geschäftsführer verlassen aus Protest den TV-Sender ZIK. Sie reagieren damit auf die Übernahme des Senders durch den prorussischen Parlamentsabgeordneten Taras Kosak, der über einen Vertrauen enge Beziehungen zu Russlands Präsident Putin pflegt. Kosak besitzt bereits zwei Sender in der Ukraine.
derstandard.at

Basta: Star-Trek-Logo auf dem Mars sorgt für Diskussionen.

Unendliche Weiten: Die Nasa entdeckt auf dem Mars eine Formation, die aussieht, wie das Logo der Sternenflotte aus Star Trek. Anders als beim Marsgesichts wittern die Kommentatoren dahinter jedoch keine Botschaft von Aliens. Mark Hamill sieht darin viel mehr einfach einen Boomerang. Das könnte allerdings auch mit etwas anderem zu tun haben: Hamills Herz schlägt als Luke Skywalker eher für die Konkurrenz von Star Wars.
comicbook.com

Meinung: Jan Böhmermann hat kein entspanntes Verhältnis zur Presse.

Pressearbeit Royal: Jan Böhmermann macht es Journalisten schwer, in seine Nähe zu gelangen, schreibt Hannah Lühmann in der "Welt am Sonntag". Termine für ein Porträt lehne sein Büro mit Verweis auf Zeitmangel ab, Presse-Akkreditierungen für die Aufzeichnung seines "Neo Magazin Royal" gebe es nicht. Wer privat komme, dürfe kein Notizheft mitnehmen.
"Welt am Sonntag", S. 51 (Paid)

Netflix bekommt in Jordanien Gegenwind für seine erste arabische Produktion.

Netflix muss nach der Premiere des Trailers seiner ersten arabischen Produktion "Dschinn" heftige Kritik in Jordanien einstecken. Wegen zu vielen Küssen und Alkohol halten einige Nutzer die Serie für zu obszön und fordern einen Stopp. Auch der oberste Staatsanwalt schloss sich der Forderung an. Netflix schreibt, es bedauere die Reaktionen wolle zugleich aber keine Beleidigungen gegenüber seinen Schauspielern tolerieren.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Kathrin Hollmer porträtiert die Macher der Bildundtonfabrik.

Lese-Tipp: Die Bildundtonfabrik ist vor allem als Produktionsfirma von "Roche & Böhmermann" und dem "Neo Magazin Royale" bekannt geworden. Kathrin Hollmer porträtiert für die "SZ am Wochenende" die Gründer Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann, die auf opulente Optik setzen und dafür Film- statt Fernsehkameras benutzen. Jan Böhmermann lernten sie beim WDR-Radio 1Live kennen.
"SZ am Wochenende", S. 43

Wolf-Ulrich Schüler folgt Tanit Koch von Springer zu RTL.

RTL: "Bild"-Nachrichtenchef Wolf-Ulrich Schüler wechselt im September ins neue n-tv-Team um Tanit Koch, berichtet "Clap". Schüler hatte im Jahr 2015 als Ressortleiter Unterhaltung bei Springer angefangen. Julia Höpfner, bislang Ressortleiterin Nachrichten, folgt Schüler bei "Bild" als neue Nachrichtenchefin.
clap-club.de

Zitat: Michael Pohl sieht einen klaren Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht.

"Damit hat der Reporter ganz bewusst rote Linien des Journalismus überschritten."

Michael Pohl, Geschäftsführer von RTL Nord, erklärt, dass die manipulierten Beiträge des Reporters nicht insgesamt erfunden waren. Jedoch wurden sie so abgeändert, dass die Themen "aufregender und größer wirken sollten", als sie eigentlich waren.
rtl.de, turi2.de (Background)

RTL-Reporter hat offenbar jahrelang journalistische Beiträge manipuliert.


RTLotius: RTL trennt sich von einem Mitarbeiter, der über mehrere Jahre journalistische Beiträge gefälscht hat, wie der Sender bekannt gibt. In mindestens sieben Beiträgen konnte der Sender Fälschungen des 39-Jährigen nachweisen. Eine Mitarbeiterin von RTL Nord hatte in einem Beitrag Ungereimtheiten entdeckt und daraufhin die Geschäftsführung informiert. Der Beitrag über Codein-Missbrauch, der bei "Punkt 12" und im "Nachtjournal" gelaufen ist, lieferte Fakten, die nicht mit dem gedrehten Rohmaterial übereinstimmten – wie auch der Kameramann besttigen konnte.

In einem weiteren Beitrag hat der Reporter behauptet, ein persönliches Interview mit Lionel Richie geführt zu haben. Jedoch kombinierte er lediglich Interviewsequenz aus einer elektronischen Pressemappe mit nachträglich eingefügten Gegenschussaufnahmen von ihm als Interviewer.

Der Reporter habe gegenüber RTL-Chefredakteur Michael Wulf und RTL-Nord-Geschäftsführer Michael Pohl versucht, die belegbaren Vorwürfe zu relativieren. Nun sollen alle seine Beiträge der vergangenen zwölf Jahre gecheckt werden. Die Beiträge sind online und auch im internen Newsarchiv gesperrt worden.
dwdl.de, rtl.de

"Hutbürger" fordert 20.000 Euro Entschädigung vom ZDF.

Hutbürger: Maik G. fordert laut "Spiegel" mindestens 20.000 Euro Entschädigung vom ZDF und einem Kameramann wegen Medienrechts- und Persönlichkeitsverletzung. Er ist als "Hutbürger" bekannt geworden, als das ZDF ihn 2018 bei einer Pegida-Demonstration mit schwarz-rot-goldenem Anglerhut gefilmt hat. Sein Anwalt ist der sächsische AfD-Vize Maximilian Krah.
"Spiegel" 25/2019, S. 51 (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: P7S1-Chef Max Conze hält Werbung weiterhin für ein fantastisches Geschäftsmodell.

"Werbung ist ja nach wie vor ein fantastisches Geschäftsmodell. Damit verdienen Google und Facebook ihr Geld."

Max Conze, Vorstandschef von ProSiebenSat.1, sagt im "Welt"-Interview, dass der Streaming-Dienst Joyn werbefinanziert zuerst Masse aufbauen soll.
welt.de, turi2.de (Background)

Weitere Zitate aus dem Interview:

"Wir haben jetzt die richtigen Leute an den richtigen Positionen. Richtig heißt, dass das nicht Leute sein müssen, die wissen, wie das Fernsehgeschäft vor 20 Jahren funktionierte, sondern dass die frei denken können, ihr Blick und ihre Neugierde in die Zukunft gerichtet sind."

"Mich stört aber die defätistische Behauptung, die deutsche Unterhaltungsbranche wäre am Ende und morgen wäre die Welt von Netflix beherrscht. Das ist Blödsinn."

WDR-Rundfunkrat stoppt ARD-Serienprojekt über "Siegfried und Roy".

WDR verabschiedet sich aus finanziellen Gründen von der ARD-Verfilmung der Lebensgeschichte der Magier "Siegfried und Roy", schreibt Volker Nünning in der "Medienkorrespondenz". Die Ufa-Produktion war als sechsteilige Eventserie geplant. Als größte Landesrundfunkanstalt hätte der WDR den größten Anteil finanziert. Nach der WDR-Absage droht dem Millionenprojekt das Aus. Die Degeto will eine alternative Finanzierungsmöglichkeit prüfen, schreibt die "Bild am Sonntag".
medienkorrespondenz.de, "Bild am Sonntag", S. 41 (Paid)

Aus dem turi.tv-Archiv: Ufa-Chef Nico Hofmann über Netflix: "Wir merken erste Talent-Abwerbungen" (Archiv 08/2018).

FDP blockiert Entscheidung zur Umstellung des Rundfunkbeitrags auf Index-Modell.

Rundfunkbeitrag für Zweitwohnungen fällt weg, beschließen die Ministerpräsidenten. Ihre Entscheidung, den Rundfunkbeitrag auf ein Indexmodell umzustellen, das sich an der Teuerungsrate orientiert, vertagen sie aber. Es gebe noch "offene Fragen", zudem pocht die FDP darauf, zuerst den Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen neu zu definieren und weitere Spar-Potenziale zu suchen.
welt.de, daniel-bouhs.de

Berufe mit Zukunft: F wie Fernsehchefin – Susanne Aigner-Drews.


Plattformagnostische Powerfrau: Susanne Aigner-Drews kümmert sich als Chefin von Discovery Networks Deutschland um die Sender Eurosport 1 und 2, Dmax und TLC. Für die turi2 edition #8 erzählt sie Tatjana Kerschbaumer über die Zukunftsstrategie, Zuschauer-Daten und warum sie selbst – ganz entgegen der Gender-Planung – am liebsten Dmax schaut. Lesen Sie das ganze Porträt von Fernsehchefin Susanne Aigner-Drews hier als Online-Text oder hier im frei zugänglichen PDF des Buchs und klicken Sie hier den Videofragebogen.

Netflix testet Stories-Format in seiner App.

Netflix springt auf den Stories-Zug auf und testet das allseits beliebte Klon-Format. Unter dem App-Punkt "Extras" können Nutzer Fotos und Videos von Netflix-Sendungen im Hochformat sehen. Die Extras beinhalten sowohl Empfehlungen, als auch Reminder an Serien, die der Nutzer gerade schaut. Über einen Share-Button können die Inhalte auch über andere Apps geteilt werden.
techcrunch.com

RTL und ProSiebenSat.1 schließen sich für Programmatic Advertising zusammen.


Elefanten-Verlobung: ProSiebenSat.1 und die Mediengruppe RTL schließen sich für den Einkauf von Addressable TV und Online-Video zusammen. Werbekunden können über eine gemeinsame Demand-Side-Plattform (DSP) auf das gesamte Portfolio der Konzerne zugreifen. RTL und ProSiebenSat.1 gründen dafür ein 50-50-Joint-Venture, über das die P7S1-DSP Active Agent gemeinsam gesteuert wird. Erste Produkte sollen im Sommer kommen, Addressable TV im vierten Quartal 2019.

Im "Horizont"-Interview sagt IP-Geschäftsführer Matthias Dang, das Joint Venture solle die Produktentwicklung vorantreiben. Die Unternehmen bauten "ein Stück Autobahn, das wir gemeinsam mit anderen nutzen können" – die Plattform sei explizit offen für andere Anbieter". Seven-One-Chef Thomas Wagner sagt, die Kunden hätten sich eine Plattform gewünscht, über die Onlinevideo und Addressable TV übergreifend gebucht werden könnten.

Eine ähnliche Plattform, ausgelegt auf Content, hatte das Kartellamt in der Vergangenheit verhindert. Dang und Wagner glauben an die jetzige, weil ProSiebenSat.1 und RTL im Werbemarkt und im Vertrieb Wettbewerber blieben.
wuv.de, "Horizont" 23/2019, S. 14 - 15 (Paid)

Mitarbeit: Anne Fischer

Studie: Nutzer ermüden zunehmend an der Vielzahl von Streaming-Abos.

Streaming wird immer beliebter, derweil wird den Nutzern das Angebot an Streamingdiensten langsam zu viel. 24 % der Befragten einer Umfrage von Hub Research geben an, bereits zu viele Streaming-Abos zu besitzen und keine neuen abschließen zu wollen. Im Vorjahr lag die Zahl noch bei 14 %. 36 % der Befragten würden außerdem erst eines ihrer Abos kündigen, bevor sie ein neues abschließen.
mediapost.com

Zitat: Für Klaas Heufer-Umlauf sind Ideen viel größer als "Content".

Klaas Heufer-Umlauf"Das schlimme Wort 'Content' macht ein Teil des Problems sichtbar. Man kann nicht irgendwelchen 'Content' wie Benzin in die Zukunfts-Entertainmentmaschine kippen, und erwarten, dass das dann schon irgendwie klappt."

Entertainer Klaas Heufer-Umlauf findet nicht Technologie, sondern nur Qualität wichtig. Eine gute Idee werde sich immer den Weg zum Zuschauer bahnen.
spiegel.de

MDR: Zusammenschluss von Drefa und MDR Werbung verzögert sich.

MDR lässt sich beim Zusammenschluss der beiden Töchter Drefa und MDR Werbung mehr Zeit als ursprünglich geplant, beobachtet Uwe Mantel. Der Sender wollte seine kommerziellen Aktivitäten bereits 2018 unter dem Dach der "MDR Media" zusammenführen. Nun sollen jedoch erst einmal die räumliche Voraussetzungen in Erfurt geschaffen werden, ein Zusammenschluss würde dann 2020 erfolgen, der Umzug 2021.
dwdl.de

Zitat: Matthias Murmann macht Neues – oder lässt es gleich bleiben.

"'Das haben wir so noch nie gemacht.' Für uns ist dieser Satz immer ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wer immer alles gleich macht, kann nichts Neues schaffen."

TV-Produzent Matthias Murmann und Partner Philipp Käßbohrer haben How To Sell Drugs Online (Fast) bewusst mit Netflix umgesetzt, weil kein deutscher Sender so progressiv gewesen wäre.
dwdl.de