Meinung: Die Unterhaltungsbranche setzt zu wenig auf Analyse.

Unterhaltungsbranche ist sehr unanalytisch und theoretisch unterentwickelt, behauptet der Öknonom Thorsten Hennig-Thurau im Interview mit Peter Körte. Er forscht zur Frage, was einen Film oder ein Spiel erfolgreich macht und kritisiert, dass die Branche oft auf Bauchgefühl, statt auf Analyse setze. Mittlerweile beobachte er einen Sprung zum Gegenteil in Form sklavischer Datenhörigkeit – der jedoch wissenschaftlicher Unterbau fehle.
"FAS", S. 51 (Paid)

RTL Group-Tochter produziert Serie zum Mord an der Journalistin Kim Wall.

RTL-Group produziert mit seiner Tochter Fremantle eine Serie zum Mord an der Journalistin Kim Wall. Das skandinavische Label "Miso Film" dreht voraussichtlich ab 2019 unter dem Titel "The Investigation". Den internationalen Vertrieb übernimmt Fremantle. Kim Wall wurde 2017 in einem U-Boot ermordet.
"New Business"43/2018, S. 22 (Paid), turi2.de (Background)

"Tatort" zeigt Journalisten stets als eitle Fatzkes, kritisiert Karl-Markus Gauß.

Tatort und andere TV-Formate denunzieren oft Journalisten und stellen sie als charakterlose Boulevard-Bösewichte dar, kritisiert Karl-Markus Gauß. In Zeiten, in denen Journalisten "inhaftiert, malträtiert, mit Arbeitsverbot belegt" werden, hält er es für "erbärmlich", auf diese Art den Vorurteilen gegenüber Journalisten Vorschub zu leisten.
sueddeutsche.de

Renner: RTL2 behält vorerst seinen Status als Vollprogramm.

RTL2 hat den drohenden Verlust seines Vollprogramm-Status vorerst abgewendet, schreibt Kai-Hinrich Renner. Die ZAK habe den Fall an einen Fachausschuss überwiesen, weil sie sich nicht einigen konnte. Eine Entscheidung noch in diesem Jahr sei unwahrscheinlich. Joachim Becker, Direktor der hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, spiele auf Zeit – seine Anstalt lizensiert als Aufsichtsbehörde RTL2.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

Zitat: Ingo Zamperoni und Peter Fox streiten über Politik im TV.

"Wenn die Sau schon durchs Dorf gejagt wird, ist es manchmal schwer, zu sagen: Da rennen wir nicht hinterher."

"Tagesthemen"-Moderator Ingo Zamperoni erklärt im Streitgespräch mit Musiker Peter Fox in der "Zeit", warum parteitaktisches Gezänk Nachrichtenwert hat.
zeit.de (Paid)

"Es ist ja in Ordnung, wenn Politik auch unterhaltsam rübergebracht wird, aber Talkshows sind zu oft Pseudoveranstaltungen. Ich will nicht ständig Politiker hören, die um die Liebe der Wähler buhlen, lieber mehr Fachleute."

Pierre Baigorry, alias Musiker Peter Fox, würde im TV lieber mehr tiefergehende Sendungen sehen.
zeit.de (Paid)

NDR ist wichtiger "Ost-West-Sender", glaubt Intendant Lutz Marmor.

Neue Bundesländer: Ostdeutsche und ihre medialen Interessen müssen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stärker zu Wort kommen, sagt NDR-Intendant Lutz Marmor bei einem Verdi-Treffen. Dass viele sich bisher in den nationalen ARD-Angeboten nicht wiederfänden, sei besorgniserregend. Der NDR habe als "Ost-West-Sender" eine besondere Aufgabe und werde das Thema "intensiver aufarbeiten", u.a. mit einem großen Schwerpunkt zu 30 Jahren Mauerfall 2019.
presseportal.de

Bild des Tages: Volker Bouffier und Thorsten Schäfer-Gümbel warten aufs TV-Duell.


Nach Bayern ist vor Hessen: Der hessische CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier (links) und sein SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel stehen im blau eingefärbten Studio des Hessischen Rundfunks. Anderthalb Wochen vor der Landtagswahl wollen sie die Wähler im TV-Duell für sich gewinnen. Bouffier geht vor der Sendung seine Unterlagen noch einmal durch. Schäfer-Gümbel versucht sich im politischen Weitblick.
(Foto: Frank Rumpenhorst / dpa / Picture Alliance)

Medienpolitiker fordern Einschränkungen von ARD und ZDF.

ARD und ZDF sollten ihre Info-Kanäle Tagesschau24, ZDF Info und Phoenix zusammenlegen, fordern die Medien-Staatssekretäre Thomas Kralinski aus Brandenburg und Dirk Schrödter aus Schleswig-Holstein in der "Zeit". Auch Auslandsstudios müsse nicht jeder Sender selbst betreiben. Beim Preiskampf um Sportrechte sollten sich ARD und ZDF zurückhalten und lieber eine gemeinsame Informationsplattform ins Leben rufen.
zeit.de, meedia.de

Deutsche Welle zeigt mit neuem Büro Präsenz in Taiwan.

Deutsche Welle eröffnet ein Büro in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh. Vier Redakteure berichten für das chinesische, englische und deutsche Angebot des Auslandssenders. Schon seit Jahren versucht die Deutsche Welle erfolglos, ein Büro in der chinesischen Hauptstadt Peking aufzubauen. DW-Inhalte werden in China blockiert.
dw.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Die Regierung redet uns nicht rein." – Peter Limbourg über 65 Jahre Deutsche Welle. (6/2018)

Nielsen: Werbeumsatz bei Zeitschriften sinkt weiter.

Zeitschriften büßen in den ersten drei Quartalen 2018 laut Nielsen-Auswertung der Brutto-Listenpreise am meisten Werbegeld ein. Publikumszeitschriften verdienen 2,3 Mrd Euro, ein Minus von 3,7 %. Fachzeitschriften verlieren knapp 4 % auf 282 Mio Euro. Werbe-Platzhirsch bleibt das Fernsehen mit 10 Mrd Euro Werbegeld. Spitzenverdiener unter den Zeitschriften ist mit 90 Mio Euro der TV-Beileger "rtv", gefolgt vom "stern" mit 70 Mio Euro Werbeumsatz. Der "Spiegel" verdient mit 58 Mio Euro 13 % weniger als vor einem Jahr.
meedia.de, new-business.de

MTV-Show "The Real World" lebt bei Facebook wieder auf.

MTV reanimiert seinen Reality-Klassiker The Real World, zeigt die Show aber nicht im TV, sondern nur bei Facebook Watch. In der Online-Version können die Zuschauer interaktiv teilnehmen, z.B. beim Casting mitreden. Zwischen den Shows melden sich die Protagonisten täglich in Kurz-Videos. MTV produziert drei Staffeln: eine in den USA, eine in Mexiko und eine dritte in Thailand.
dwdl.de, businessinsider.de

Zitat: Amazon lässt Kreativen mehr Raum, sagt Schauspieler Jonas Nay.

"Bei Amazon gibt es keine Redaktion im klassischen Sinne. Keine Verantwortlichen des Senders, die ein Filmprojekt eng begleiten. Bei Amazon lässt man den Kreativen ziemlich viel Raum."

Jonas Nay, Hauptdarsteller der Serie Deutschland 86, erzählt im Teleschau-Interview, wie sich die Drehbedingungen durch den Wechsel von RTL zu Amazon verändert haben.
teleschau.de

Video und Paid Content: "Handelsblatt"-Digitalchef Sebastian Matthes im Strategie-Gespräch.


Sendungsbewusst: Digitalchef Sebastian Matthes führt das "Handelsblatt" mit Bewegtbild und Bezahlinhalten in die Zukunft. Beim Besuch von turi2.tv im TV-Studio in Düsseldorf erzählt Matthes sichtlich stolz, dass es bereits 30 bis 40 Kollegen vor die Kamera gezogen hat. Trotz professioneller Anmutung will Matthes keinem TV-Sender Zuschauer abjagen: "Wir wollen unseren Lesern die Gelegenheit geben, die Kolleginnen und Kollegen noch mal anders zu erleben."

Video-Interviews und Expertengespräche, die hier entstehen, erscheinen genauso selbstbewusst hinter der "Handelsblatt"-Paywall wie Texte aus der gedruckten Zeitung. Seit fünf Monaten bittet die Online-Ausgabe schon nach wenigen kostenfreien Klicks die Leser zur Kasse – laut Matthes mit Erfolg: Die Zahl der pro Monat neu gewonnenen Bezahlnutzer habe sich im Vergleich zum Vorjahr um 100 % gesteigert. Und auch größere Reichweitenverluste von Handelsblatt.com seien ausgeblieben. Schwankungen schiebt Matthes eher auf saisonale Effekte als die Paywall.
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

ProSiebenSat.1 gibt seinen Kreativen mehr Freiraum.

ProSiebenSat1-P7S1 Logo ohne Schriftzug 150ProSiebenSat.1: Max Conze hat bei den Kreativen im Konzern für Aufbruchsstimmung gesorgt, schreibt Lisa Priller-Gebhardt. Künftig wolle der Sender mehr auf Eigenproduktionen, auch im News-Bereich, setzten. Digital- und TV-Verantwortliche arbeiten mittlerweile bei großen Formatstarts von Anfang an gleichberechtig zusammen. So will der Konzern stärker Zuschauer abseits des linearen TV erreichen.
"Werben & Verkaufen" 42/2018, S. 20 (Paid)

RTL-Mediengruppe zeigt automatisiert kontextbezogene Werbung.

Vox Logo 150IP Deutschland, Vermarkter der RTL-Mediengruppe, spielt erstmals mittels künstlicher Intelligenz kontextbezogene Werbung aus - ähnlich wie bei Google-Anzeigen. Beim Vox-Format Das perfekte Dinner soll per Spracherkennungssoftware automatisiert Werbung für Fleischprodukte eingeblendet werden, wenn Begriffe wie "Fleisch" oder "Burger" fallen. Auch RTL2 plane kontextbezogene Werbung.
"Werben und Verkaufen" 42/2018, S. 7-8 (Paid)

Wir graturilieren: Peter Kloeppel wird 60.

Wir graturilieren: Peter Kloeppel, RTL-Chefmoderator, wird heute 60. Ganze zwei Tage feiert das Gesicht von "RTL Aktuell" den runden Geburtstag an zwei Orten mit Freunden. "Wo, wird nicht verraten", sagt Kloeppel. Mit einem "tollen Team" freue er sich jeden Tag aufs Neue, "seit mehr als einem Vierteljahrhundert" die Themen des Tages für die Zuschauer aufzubereiten. Der RTL-Anchorman schaue bewusst nicht ständig auf das Smartphone, Glückwünsche erreichnen ihn aber per E-Mail.

Aus dem Archiv von turi2.tv: Video-Fragebogen mit Peter Kloeppel

Streamingplattform: ProSiebenSat.1-Chef Conze findet Kartell-Bedenken nicht zeitgemäß.

Streaming-Plattform: Ein senderübergreifendes Angebot dürfe angesichts von internationalen Mitbewerbern wie Netflix in Deutschland keine kartellrechtlichen Bedenken mehr auslösen, sagt ProSiebenSat.1-Chef Max Conze im "FAS"-Interview. Conze rechnet angesichts langer Verhandlungen nicht mit einer zeitnahen EU-Lösung. Stattdessen liefen Gespräche mit RTL und den öffentlich-rechtlichen Sendern für eine deutsche Plattform.
"FAS", S. 23 (Paid), turi2.de (Background)

Keine TV-Schalte: Team von Stefan Raab widerspricht "Bild" und Spiegel Online.

Raab-Rückkehr: Das Team des Entertainers widerspricht auf Facebook Meldungen von "Bild" und Spiegel Online, wonach ein Teil oder gar der ganze Live-Auftritt Raabs live auf ProSieben gezeigt werde. Die Informationen seien "in großen Teilen schlicht erfunden", auch die Zusammenstellung der Gäste sei nicht korrekt. Das Team droht ferner mit rechtlichen Schritten "wegen Täuschung der Öffentlichkeit". ProSieben twittert, es gebe keine Liv-Schalte. Spiegel Online hat seinen Beitrag korrigiert, Bild.de die entsprechende Passage zur Live-Schalte entfernt.
bildblog.de, facebook.com (Raab-Team), twitter.com (ProSieben), turi2.de (Background)

Stefan Raab kehrt für drei Live-Shows auf die Bühne zurück.

Raab-Rückkehr: Stefan Raab nimmt sich eine Auszeit von der TV-Rente und kehrt für drei Live-Shows auf die Bühne zurück – und ein bisschen auch ins TV. Es soll eine Live-Schaltung ins Programm von ProSieben geben. Für die Shows holt Raab Weggefährten und frühere Schützlinge auf die Bühne: Die Toten Hosen treten auf, genauso wie die Sänger Max Mutzke, Lena Meyer-Landrut und Stefanie Heinzmann. Raab wolle einen Rückblick auf seine TV-Abstinenz geben und über Zukunftspläne sprechen, schreibt "Bild". Die Shows finden am 18.10., 17.11. und 8.12. in Köln statt. Seine letzte TV-Sendung hatte Raab im Dezember 2015.
bild.de, eventim.de (Tickets)

Update 14.10.: Teile dieser Meldung sind vom Raab-Team dementiert worden. Auch Bild.de hat seine Berichterstattung zu dem Thema korrigiert. Sie finden hier unsere Korrektur-Meldung.

Marinowa-Mord: Verdächtiger legt Teilgeständnis ab und wird ausgeliefert.

Bulgarien: Der in Stade festgenommene mutmaßliche Mörder der Journalistin Viktorija Marinowa hat ein Teilgeständnis abgelegt. Der Beschuldigte Sewerin K. gibt an, im bulgarischen Russe mit einer Joggerin gestritten und sie geschlagen zu haben, bestreitet aber eine Tötungsabsicht. Das OLG Celle hat Auslieferungshaft angeordnet. Die investigative TV-Journalistin war am vergangenen Wochenende vergewaltigt und ermordet am Ufer der Donau gefunden worden.
spiegel.de, spiegel.de (Background)

Sky verkauft die Serie "Das Boot" in mehr als 100 Märkte weltweit.

Das Boot entwickelt sich für Sky zum Exportschlager und verkauft sich schon vor der deutschen Erstausstrahlung in über 100 Märkte weltweit. Die Serien-Fortsetzung des Erfolgsfilms "Das Boot" aus dem Jahr 1981 läuft u.a. in Frankreich, Lateinamerika und den USA. Ab dem 23. November ist die Serie bei Sky u.a. in Deutschland, Großbritannien und Italien zu sehen.
dwdl.de

Zitat: Carsten Maschmeyer fühlt Startups ohne Kameras auf den Zahn.

"Wir haben erlebt, dass Gründer ihren Pitch wie in einer Theater-AG geübt und im TV vorgeführt haben. Aber auf ganz normale Investoren-Fragen hatten sie hinterher keine Antworten."

Investor Carsten Maschmeyer sagt im Gründerszene-Interview, dass die Nagelprobe für die Startups aus "Die Höhle der Löwen" erst kommt, wenn die Kameras aus sind.
gruenderszene.de

CNBC: Apple plant TV-App mit kostenlosen Video-Eigenproduktionen.


Apple TV reloaded: Apple treibt seine Bestrebungen auf dem Markt der Videodienste voran und plant Anfang 2019 die Veröffentlichung einer TV-App, berichtet CNBC unter Berufung auf Insider. Der Dienst soll für Besitzer von Apple-Geräten kostenlos zur Verfügung stehen. Nutzer von iPhone, iPad oder Apple TV erhalten Zugriff auf Apples Eigenproduktionen sowie ihre Abos von Online-Dienste wie u.a. HBO.

Apple investiert in diesem Jahr knapp 1 Mrd Dollar in Eigenproduktionen. Bei den ca. 24 Shows setzt Apple vor allem auf jugendfreie Inhalte, die ein breites Publikum ansprechen. Damit sollen auch Beschwerden umgangen werden, da die Inhalte allen Nutzern ohne Einschränkung kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Apple hatte im Mai bekanntgegeben, Abos anderer Anbieter direkt über Apple TV verkaufen zu wollen. Angelehnt an das Modell von Amazon Channels sollen Nutzer so keine separaten Apps herunterladen und Abos abschließen müssen.
cnbc.com

AT&T: WarnerMedia plant einen eigenen Streaming-Dienst ab Ende 2019.

WarnerMedia, Zusammenschluss von HBO, Turner und Warner Bros. nach der Time-Warner-Übernahme durch AT&T, bringt im 4. Quartal 2019 einen eigenen Streaming-Dienst an den Start. Der Medienkonzern würde damit u.a. die "Harry Potter"- und DC-Superhelden-Filme sowie HBO-Serien wie "Game of Thrones" oder "Westworld" in einem Streaming-Angebot vereinen.
cnn.com, theverge.com

Zitat: Tom Buhrow hofft, dass der WDR seine Familienkonflikte für einen Neustart nutzen kann.

"Ich habe jedenfalls in den letzten Monaten eine nicht so schöne Seite meiner WDR-Familie kennengelernt."

WDR-Intendant Tom Buhrow zeigt sich im "stern"-Interview geschockt über die Unzufriedenheit seiner Beschäftigten, die ihm erst im Zuge der #MeToo-Debatte gänzlich bewusst wurde. Der WDR müsse die Chance für eine Bereinigung nutzen, jetzt wo alles auf dem Tisch liege.
"stern" 42/2018, S. 108-110 (Paid)