Matthias Matussek feiert mit Identitären und Journalisten 65. Geburtstag.


Wie politisch ist das Private? Der umstrittene Autor und Polemiker Matthias Matussek hat am Samstagabend seinen 65. Geburtstag gefeiert – die prominente Gästeliste mit Wegbegleitern vom bürgerlichen bis ins extrem rechte Spektrum verursacht tags darauf Aufregung in den sozialen Medien. Fotos bei Facebook und Twitter zeigen etwa Identitäre wie Mario Müller, den rechten Journalisten Dieter Stein und die AfD-nahe Stiftungschefin Erika Steinbach. Außerdem sind die "Spiegel"-Redakteure Martin Müller und Alexander Smoltczyk sowie "Spiegel"-Kolumnist Jan Fleischhauer Gäste der privaten Party. ARD-Moderator und Musiker Reinhold Beckmann singt Matussek ein nachdenkliches Geburtstags-Ständchen, distanziert sich via Facebook allerdings später von der Zusammenkunft: "Ich muss zugeben, ich habe mich da verlaufen, ich hätte dort nicht hingehen sollen."

Bei Twitter stellt sich ZDF-Entertainer Jan Böhmermann an die Spitze der Kritiker und nimmt vor allem den "Spiegel" ins Visier: Er fragt u.a., ob die Chefredaktion von der Feier und der Teilnahme der Redaktions-Mitglieder vorab wusste und wie sich die Leitung des Nachrichten-Magazins dazu verhält. Eine Stellungnahme des "Spiegel" dazu gibt es bis zum Abend nicht.
twitter.com (Böhmermann), facebook.com (Matussek über Beckmann), facebook.com (Beckmann über Matussek), twitter.com (Sammlung Party-Bilder)

Update 11.3., 5.30 Uhr: Laut "Bild" haben auch Franz-Josef Wagner, "Bild", Ulrich Greiner, Zeit Online, Stephan Sattler, "Focus" und "stern"-Journalist Jochen Siemens mitgefeiert. Das Boulevard-Blatt nennt die Feier "eine der seltsamsten Geburtstagspartys des Jahres".
bild.de

ZDF will türkische Korrespondenten-Akkreditierung einklagen.

Die vierte Gewalt im Zweiten: Das ZDF bereitet eine Klage gegen die Ablehnung der türkischen Akkreditierung ihres Korrespondenten Jörg Brase (Foto rechts) vor. ZDF-Intendant Thomas Bellut bezeichnet die Ausweisung als "gänzlich unverständlich". Die anderen Mitarbeiter im ZDF-Studio in Istanbul hätten eine Verlängerung der Pressekarten erhalten.

Der ZDF-Korrespondent und der ebenfalls nicht akkreditierte "Tagesspiegel"-Reporter Thomas Seibert (Foto links) verlassen die Türkei am Sonntagnachmittag. Der türkische Staat versucht, ausländische Medien einzuschüchtern und Druck auf sie auszuüben, sagt Brase. Beide wollen weiter über die Türkei berichten - notfalls von außerhalb.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Zitat: P7S1-Manager Conrad Albert schießt Supermediathek auf den Mars.

"Jeder weiß, dass dieser hehre Wunsch leider so unrealistisch ist wie übermorgen eine Reise zum Mars."

Conrad Albert, Vize-Vorstandschef von ProSiebenSat.1, glaubt nicht an Ulrich Wilhelms Idee eines europäischen YouTube – dafür an den schnellen Erfolg des hauseigenen 7TV-Relaunchs.
horizont.net (Registrierung erforderlich), turi2.de (Background)

Daniel Torka soll digitales Audiogeschäft der Mediengruppe Pressedruck flottmachen.

Mediengruppe Pressedruck holt Daniel Torka, 35, in die Geschäftsführung ihrer Rundfunk-Holding rt1.media group. Dort soll er digitale Geschäftsmodelle vor allem im Bereich Audio vorantreiben. Torka kommt spätestens im Oktober nach Augsburg, derzeit ist er für die Rundfunkbeteiligungen der Neuen Pressegesellschaft in Ulm zuständig.
radiowoche.de

Meinung: Außer Netflix investiert keiner genug in Digital-Inhalte.

Netflix hat freie Fahrt im deutschen Markt, weil die anderen Anbieter nicht genug ins Digitale investieren, meint Bewegtbildexperte Bertram Gugel. Netflix und Google hätten die Latte für digitale Streaminginhalte enorm hoch gehängt, TV-Sender müssten auch den zeitlichen Vorsprung mühsam aufholen. Lineare Inhalte wie News, Talk und Shows eigneten sich nicht, um sie auch online auszuspielen. Gugel glaubt, dass die Nutzer sich der klassischen Unterbrecherwerbung entziehen und stattdessen lieber für Inhalte zahlen werden.
"Werben & Verkaufen" 03/2019, S. 108 (Paid)

"New Yorker": Fox News wusste vor Trumps Wahl von Stormy-Affäre und Schweigegeld.


Wahlkampfhilfe: Fox News hatte die Geschichte von Donald Trumps Affäre mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels vor der US-Präsidentschaftswahl 2016, schreibt Jane Mayer im "New Yorker". Die Ex-Reporterin Diana Falzone habe sowohl die Affäre als auch Trumps Bemühungen, durch eine Schweigegeldzahlung und einen Deal mit dem "National Enquirer" die Geschichte zu vertuschen, untermauern können. Ihre Vorgesetzten hätten die Geschichte jedoch verhindert.

Der damalige Chef von FoxNews.com Ken LaCorte habe ihr gesagt, Rupert Murdoch wolle, dass Trump die Wahl gewinne, weshalb sie die Geschichte vergessen solle. Die Affäre kam letztlich durch das "Wall Street Journal" ein Jahr nach Trumps Wahl in die Öffentlichkeit.
newyorker.com, faz.net

Sky führt in Österreich ein neues Streaming-Angebot ein.

Sky will sich unabhängiger von Kabel- und Satellitenanbietern machen und startet in Österreich das neue Streaming-Angebot Sky X. Darin ermöglicht Sky seinen Nutzern nicht nur den monatlich kündbaren Empfang seines Sport- und seines Fiction-Pakets, sondern auch Zugang zu linearen Free-TV-Kanälen wie ORF, Das Erste, ZDF, RTL, Vox, Sat.1 und ProSieben. Die österreichischen Privatsender Puls 4 und ATV sind zunächst nicht enthalten.
dwdl.de

Das ZDF startet ein Förderprogramm für Regisseurinnen.

ZDF logo_150ZDF will mehr Regisseurinnen in der Primetime und setzt dafür beim Nachwuchs an. Künftig bekommen jährlich je zwei Frauen drei Jahre lang einen Mentor oder eine Mentorin und hospitieren bei einer Vorabendserie und einem Primetime-Film. Anschließend führen sie selbst Regie. Die Kandidatinnen wählt das ZDF aus Regisseurinnen aus, deren Film bereits in Zusammenarbeit mit dem Kleinen Fernsehspiel entstanden ist. Die ersten beiden Filmemacherinnen, die das ZDF fördert, sind Nina Vukovic und Nora Fingscheidt.
sueddeutsche.de

Norwegens Rundfunk verbannt für zwei Wochen die Songs von Michael Jackson.

Michael Jackson fliegt mit seinen Songs für mindestens zwei Wochen aus dem norwegischen Radio. Der staatliche Rundfunk will ab Freitag als Reaktion auf neue Missbrauchsvorwürfe gegen den toten Musiker auf dessen Musik verzichten. Die Anstalt zeigt am Sonntag die Dokumentation "Leaving Neverland", in der die Vorwürfe geäußert werden und will die Reaktionen des Publikums abwarten.
tagesspiegel.de

Ex-RTL-Boss Gerhard Zeiler wird Sales-Chef von WarnerMedia.

WarnerMedia macht Ex-RTL-Group-Chef Gerhard Zeiler zum Vermarktungschef. In dieser Position leitet er die Sales-Aktivitäten, die vorher auf zwei Bereiche aufgeteilt waren. Zeiler war zuvor International-Chef. AT&T hat Time Warner übernommen und in WarnerMedia umbenannt – Teil der Gruppe sind die Filmstudios Warner Bros, CNN-Betreiber Turner und der Bezahlsender HBO.
derstandard.at, adage.com

Bayerns Ministerpräsident Söder will Rundfunkbeitrag an die Inflation koppeln.

Rundfunkbeitrag : Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert im "Spiegel", die Entwicklung des Rundfunkbeitrags an die Inflation zu koppeln. Den Anstalten solle außerdem ein Budget zugewiesen werden, über das sie eigenverantwortlich entscheiden können. Für eine Steigerung des aktuellen Beitrags von 17,50 Euro auf mehr als 18 Euro schließt Söder aus.
"Spiegel" 10/2019, S. 63 (Paid)

ORF will sich zur Not mit einer Volksabstimmung retten.

ORF 150ORF fürchtet Einschnitte durch das neue ORF-Gesetz, da vor allem die rechte Regierungspartei FPÖ dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk gegenüber feindlich auftritt, schreibt Hans-Peter Siebenhaar. Denkbar sei, dass der ORF künftig statt durch Gebühren direkt durch Staatsmittel finanziert werden könnte. ORF-Vertreter erwägen nun die Flucht in eine Volksbefragung wie in der Schweiz, da sie sich der Rückendeckung durch die Bevölkerung gewiss fühlen.
handelsblatt.com

Rundfunkbeitrag wird 17,98 Euro nicht übersteigen, sagt Staatsminister Rainer Robra.

Rundfunkbeitrag stößt bei 17,98 Euro an eine Grenze, sagt Sachsen-Anhalts Staatskanzlei-Chef Rainer Robra. In seinem Bundesland sei dies die Schallmauer. Robra mahnt Einsparungen in den öffentlich-rechtlichen Anstalten an und sieht noch Verbesserungsbedarf in der Berichterstattung über den Osten.
tagesspiegel.de

BBC und der Privatsender ITV starten gemeinsamen Streaming-Dienst BritBox.

BBC-Logo-150x150BBC und der Privatsender ITV bündeln in Großbritannien ihre Kräfte gegen Netflix und wollen noch 2019 die gemeinsame Streaming-Plattform BritBox starten. Das Bezahlangebot soll Archivware der beiden Sender enthalten sowie eigenes produzierte, britische Formate. Ihre neusten Sendungen behalten BBC und ITV jedoch für ihre eigenen Angebote. Die britische Medienaufsicht hat bereits grünes Licht gegeben, vor rund zehn Jahren blockierte sie noch ein ähnliches Vorhaben. In den USA bieten BBC und ITV BritBox bereits an.
theguardian.com

Zahl des Tages: Streaming-Steuer bringt Frankreichs Fiskus rund 10 Mio Euro.

Zahl des Tages: Rund 10 Mio Euro bringt die Streaming-Steuer dem französischen Fiskus ein, meldet die französische Zeitung "Le Figaro". Die Abgabe von 2 % des Umsatzes gilt seit Januar 2018 für Internetplattformen wie YouTube oder Netflix. Aktuell zahlten französische Kinos mehr Steuern als die internationalen Digitalkonzerne.
"FAZ", S. 13 (Paid)

RTL stoppt im Streit mit Endemol Shine Germany TV-Show, schreibt DWDL.

RTL soll mit Endemol Shine Germany im Streit sein, weil der TV-Produzent den Zuschlag für die Musikshow The Masked Singer (Foto) in letzter Minute an ProSieben gegeben habe, schreibt DWDL. Beide Parteien dementieren eine "Eiszeit". Der Endemol-Show-Chef habe die Produktionsfirma verlassen. RTL stelle als Konsequenz auch andere Produktionen infrage.
dwdl.de

Der US-Investor KKR kauft Universum Film von RTL.


Der Nächste, bitte: Der US-Investor KKR kauft von der Mediengruppe RTL Deutschland den Film- und Serien-Lizenzhändler Universum Film. Einen Kaufpreis nennen beide Seiten nicht. Geschäftsführer Bernhard zu Castell bleibt im Amt. Die Übernahme muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

Die Mediengruppe RTL hat Universum Film 1998 übernommen. Seit 2005 ist die Filmfirma als Co-Produzent an Kinoproduktionen beteiligt. Hauptgeschäftsbereich des Unternehmens ist jedoch das Home Entertainment. KKR gab vor wenigen Tagen die Übernahme der Tele München Gruppe bekannt, zu der Concorde Filmverleih gehört.
presseportal.de, turi2.de (Background)

WDR-Intendant Tom Buhrow ist gegen eine Framing-Sprachpolizei.

Framing-Manual: WDR-Intendant Tom Buhrow ist gegen eine interne Sprachpolizei. "Wenn nur noch bestimmte Worte benutzt werden sollen, mache ich nicht mehr mit," sagt er im "Handelsblatt"-Interview. Die Privatrundfunk-Einführung sei "ein Tritt in den Allerwertesten für die Öffentlich-Rechtlichen" gewesen, die Sender hätten sich gegenseitig aber besser gemacht.

Streaming-Angebote wie Netflix sollten nicht einseitig von US-Konzernen beherrscht werden. Doch das Streaming-Prinzip "Pay as you go" stelle alles, was solidarisch ist, infrage.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Netflix dreht Doku mit Microsoft-Gründer Bill Gates.

Netflix begleitet Microsoft-Gründer Bill Gates für eine Doku, schreibt "Bild am Sonntag". Der Film zeige, wie Gates das Geld seiner Stiftung für wohltätige Zwecke einsetze und solle auch private Einblicke in das Leben des Milliardärs gewähren. Die Doku werde zunächst in den USA verfügbar sein. Der Deutschland-Start sei offen.
"Bild am Sonntag", S. 37 (Paid)

Theo Koll zieht Positives aus der Niederlage bei der RBB-Intendantenwahl 2016.

Politikberichterstattung: Theo Koll hat seine Niederlage bei der RBB-Intendantenwahl 2016 abgehakt, sagt der künftige "Berlin direkt"-Moderator im "Tagesspiegel"-Interview. Alles im Leben sei "für irgendetwas gut" und Journalismus seine "eigentliche Leidenschaft". Koll wolle im ZDF-Hauptstadtstudio "kritisch, aber verbindlich" die Politiker interviewen.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Basta: Narren lassen Song-Contest-Vorentscheid hinter sich.

Kamelle statt Contest: Die "Fastnacht in Franken" siegt im TV über den "Eurovision Song Contest"-Vorentscheid. Bundesweit erreichen die BR-Narren 13,3 % Marktanteil, die ARD schalten 9,6 % ein. Dabei geben sich die Verantwortlichen sichtlich Mühe, die Sänger in Kostüme zu stecken - wie 2016 Manga-Mädchen Jamie-Lee Kriewitz oder Finnen-Rocker Lordi (Foto).
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