Forscher glauben, die Fake-News-Gefahr bei den Europawahlen ist gering.

Fake News zu den EU-Wahlen sind ein überschätztes Problem, sagt eine Studie des Oxford Internet Institutes. Auf Twitter fanden die Forscher zehnmal mehr seriöse deutschsprachige Tweets als Irreführendes. Auf Facebook bekommen Posts von Junk-News-Portale zwar deutlich mehr Interaktionen als seriöse Medien, sie erreichen durch die Vielzahl der Artikel aber trotzdem mehr Nutzer.
spiegel.de

Tech-Giganten und 17 Staaten unterzeichnen Christchurch-Appell im Kampf gegen Terrorvideos.


Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron bei einer Pressekonferenz zum "Christchurch-Gipfel" Elysée-Palast.

Anti-Terror-Pakt: Die Internetriesen Facebook, Twitter, Google, Microsoft und Amazon unterzeichnen gemeinsam mit 17 Staaten einen Christchurch-Appell. Das internationale Bündnis will gemeinsam die Ausbreitung von Gewalt und Extremismus im Netz bekämpfen. Die Initiative geht von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron sowie der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern aus.

Die Unterzeichner versichern, dass Meinungsfreiheit sowie das freie Internet nicht beeinträchtigt werden sollen. Facebook hatte bereits im Vorfeld angekündigt, Regelverstöße mit einem Live-Streaming-Verbot zu ahnden. Microsoft, Twitter, Google und Amazon unterstützen den Aufruf und stelle Maßnahmen in Aussicht, etwa Terror-Inhalte künftig sofort zurückzuziehen.

Unter den 17 beteiligten Staaten sind u.a. Deutschland, Großbritannien und Australien. Die USA haben sich dem Abkommen nicht angeschlossen. Das Weiße Haus lies jedoch verlauten, dass man die Ziele grundlegend unterstütze, den Appell jedoch zur Zeit nicht mittragen könne.
mashable.com, abendblatt.de

Twitter verbittet sich Scherze zur Europawahl.

Twitter erklärt sich nach diversen Account-Sperren wegen teils harmloser Tweets u.a. von Sawsan Chebli und der "Jüdischen Allgemeinen" im Digitalausschuss des Bundestages. Twitter entschuldigte sich, Mitarbeiter sollen nun nachgeschult werden. Satire werde jedoch im Zuge der Europawahl weiterhin gesperrt. Im Vorfeld der Wahlen gebe es in Deutschland zehnmal so viele Meldungen von angeblich irreführenden Tweets wie in anderen EU-Staaten.
spiegel.de, turi2.de (Sawsan Chebli), turi2.de ("Jüdische Allgemeine")

Twitter sperrt "Jüdische Allgemeine" wegen eines harmlosen Tweets.

Twitter sperrt den Account der "Jüdischen Allgemeinen" und entschuldigt sich nach Protesten von Nutzern. Zur Sperrung wegen angeblicher Wahlbeeinflussung hat ein Link auf ein dpa-Interview mit Israels Botschafter geführt. Vor wenigen Tagen war auch SPD-Politikerin Sawsan Chebli gesperrt worden. Grund hierfür könnten falsch kalibrierte Algorithmen sein, möglicherweise aber auch Aktivisten, die massenhaft harmlose Tweets melden.
sueddeutsche.de, turi2.de (Chebli)

Meinung: Facebook-Chefkommunikator kontert Forderungen nach Zerschlagung.

Facebook: Nicht die Größe zählt, sondern die Einhaltung der Verbraucherrechte, kontert der Facebook-Chefkommunikator Nick Clegg die Forderung nach einer Zerschlagung von Facebook in einem Gastbeitrag der "New York Times". Die grundsätzlichen Probleme der sozialen Medien würden ohne Facebook nicht verschwinden. Die Marktmacht sei bei genauer Betrachtung nicht so groß, da Nutzer auf Dienste wie YouTube, Twitter oder dem "aufstrebenden Wettbewerber" TikTok ausweichen könnten.
nytimes.com, turi2.de (Background)

Twitter sperrt zeitweise Account von SPD-Politikerin Sawsan Chebli.


Ver-zwitschert: Twitter sperrt zeitweise den Account der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, meldet die dpa. "Wir werden schon dafür sorgen, dass dieser Name nie verschwindet", hatte die SPD-Politikerin am Samstagabend zum Berliner Namensranking getwittert, bei dem Mohammed der häufigste Babyname ist. Die Sperrung ihres Accounts ist seit Sonntagnachmittag aufgehoben. Auch der ursprüngliche Tweet ist wieder sichtbar.

Chebli antwortete mit ihrem Tweet der AfD, die von "Islamisierung" sprach. Der Tweet wurde zeitweise gelöscht, da dieser zunächst als Verstoß gegen die Twitter-Regeln gewertet wurde. "Offenbar falsch programmierte Maschinen" dürften sich nicht um die Erkennung von Regelverstößen kümmern, kritisiert Chebli. Twitter wolle irreführende Wahlbeeinflussung zur Europawahl eindämmen. Auch andere Accounts habe Twitter zeitweise gesperrt.
welt.de, twitter.com (Chebli-Tweet), twitter.com (Sperrung aufgehoben), faz.net

"New York Times" entschuldigt sich für antisemitische Netanyahu-Karikatur.

New York Times entschuldigt sich bei Twitter für eine Karikatur, die Israels Ministerpräsident Netanyahu zeigt. Die Zeichnung parodiert Netanyahu als Blindenhund mit Davidstern am Halsband, der einen blinden US-Präsidenten Trump mit Kippa führt. Die Karikatur ist am Donnerstag in der internationalen Printausgabe erschienen.
twitter.com, spiegel.de

Meinung: Die "heute-show" ist humorlos, aber Ernstes wird verlacht.

Satire: Karnevalswitze werden zu ernst genommen, Regierungserklärungen aber verlacht, beobachtet Hajo Schumacher. Die "heute-show" sei humorloser als eine Pressekonferenz mit Peter Altmaier. Glaubwürdigkeit habe wie im Journalismus weniger mit den Inhalten als mit dem Personal zu tun - so auch bei der Standup-Künstlerin Enissa Amani.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

Meinung: Ohne "Spiegel"-Aufschrei hätte Enissa Amani keine Schlagzeilen gemacht.

Satire darf alles, aber nicht alle dürfen Satire, beobachtet Leo Fischer, Ex-Chefredaktur von "Titanic". Hätte sich "Spiegel"-Autorin Anja Rützel nicht als Opfer inszeniert, hätte es Enissa Amanis (Foto) Kritik nie in die Schlagzeilen geschafft. Satire von Menschen mit ausländisch-klingenden Namen werde in Deutschland immer noch zu wenig ernst genommen.
neues-deutschland.de, turi2.de (Background)

Elon Musk muss künftig Tweets zu Tesla freigeben lassen.


Maulkorb für Musk: Tesla-Gründer Elon Musk und die US-Börsenaufsicht SEC einigen sich auf künftige Twitter-Regeln, schreibt die dpa. Musk darf keine Informationen mehr eigenmächtig in schriftlicher Form verbreiten, die Teslas Aktienkurs beeinflussen könnten. Dazu zählten u.a. Aussagen über Finanzen, Produktionsziele oder Fusionen. Sämtliche Kommunikation müsse Musk vorab von einem in Wertpapierfragen erfahrenen Anwalt genehmigen lassen.

Das Gericht muss dem Deal noch zustimmen. Die US-Börsenaufsicht hatte Musks Twitter-Kommunikation bereits im Vorjahr unter Auflagen gestellt, die Musk aber nicht einhielt. Dieser hatte durch irreführende Tweets zu Teslas Produktionszielen und einem möglichen Börsenrückzug bei Anlegern für Ärger gesorgt.
zeit.de, turi2.de (Background)

Basta: Yellow Press enthüllt vermeintliche Eltern von Tochter des Funke-Sprechers.

Zu dieser Meldung gibt es weiter unten eine Aktualisierung

Die Korenkturen: Funke-Sprecher Tobias Korenke kennt die Märchenstunden der Yellow Press von Berufswegen. Bauers "Neue Post" macht auch vor ihm keinen Halt: Auf einem Foto mit Hubertus Meyer-Burckhardt und Dorothee Röhrig wird seine Tochter Clara zu deren Nachwuchs.
twitter.com



Update 29.4., 12:15 Uhr: Auch das Klambt-Magazin "Die neue Frau" hat die Familienzugehörigkeit von Clara falsch dargestellt. Die Redaktion gibt ihr außerdem einen falschen Namen. Der eingebundene Tweet zeigt die Klambt-Seite, unser Screenshot die "Neue Post".

Mitarbeit: Markus Trantow

Twitter wächst im 1. Quartal solide.

Twitter setzt im 1. Quartal 787 Mio Dollar um, ein Zuwachs um 18 % und mehr, als Analysten erwartet haben. 679 Mio Dollar kamen durch Anzeigen rein, 107 Mio durch "sonstige Umsätze" wie Datenlizensierung. Der Gewinn liegt bei 191 Mio Dollar, um einen Steuereffekt bereinigt bei 66 Mio Dollar. Die Zahl der monatlichen Nutzer sinkt im Vergleich zum 1. Quartal 2018 um 6 Mio auf 330 Mio, im Vergleich zum Vorquartal steigt die Zahl jedoch um 9 Mio. Künftig will Twitter die Nutzerzahlen anders messen: In täglichen Nutzern, die sich monetarisieren lassen. Die Zahl steht derzeit bei 134 Mio.
cnbc.com, q4cdn.com (Kennzahlen, PDF), theverge.com (neue Metrik)

Sri Lankas Regierung blockiert Facebook und YouTube nach Bombenanschlag.

Fake News: Nach dem Bombenanschlag am Ostersonntag in Sri Lanka blockiert die Regierung den Zugriff auf Plattformen wie Facebook, WhatsApp, Instagram oder YouTube. Die Maßnahme solle das Verbreiten von Gerüchten und gezielten Falschmeldungen eindämmen. Twitter und SMS sollen weiterhin funktionieren, schreibt die "Washington Post".
washingtonpost.com, heise.de

"Spiegel"-Journalistin erntet Shitstorm nach Kritik an Standup-Künstlerin.

Social Media: "Spiegel"-Journalistin Anja Rützel erntet einen Shitstorm von Fans der Standup-Künstlerin Enissa Amani (Foto). Rützel kritisierte Amanis Auftritt bei einem Influencer-Award als "sonderbaren Vortrag". Amani sagte darin u.a., sie höre die Berufsbezeichnung Komikerin nicht gerne. Rützel stellte ihren Account auf privat, nachdem sie bei Twitter beschmipft wurde. Amani distanzierte sich von den beleidigenden Postings gegen Rützel.
twitter.com, watson.de, spiegel.de (Rützels Amani-Kritik), instagram.com (Amani gegen Beleidigungen)

Twitter entwickelt neue Funktion, um einzelne Gespräche zu abonnieren.

Twitter plant eine neue Funktion namens "Gespräch abonnieren". Nutzer können damit einzelnen, interessanten Tweets und sich daraus ergebenden Gesprächen folgen. Sie erhalten eine Benachrichtigung, wenn neue Tweets zu dem Gespräch kommen. Das folgt Twitters Ziel, die Kommunikation auf der Plattform zu vereinfachen und besser zu strukturieren.
techcrunch.com

Tool-Tipp: Chrome-Erweiterung filtert Hasskommentare mittels KI.

Tool-Tipp: Die Chrome-Erweiterung der Google-Schwester Jigsaw filtert englische Hasskommentare mittels KI, schreibt Alfred Ng. Tune setzt auf maschinelles Lernen, um beleidigende Kommentare auf Youtube, Facebook, Twitter oder Reddit auszublenden. Ein virtueller Drehregler steuert das Eingreifen des Tools - von "alle anzeigen" bis "alle verstecken".
cnet.com, t3n.de, chrome.google.com (Tune-Download)

ZDF-Korrespondent Jörg Brase erhält türkische Akkreditierung.

Er doch kann, sagt Erdogan: Die Türkei gewährt Jörg Brase eine Pressekarte, gibt der ZDF-Korrespondent bei Twitter bekannt. Er werde in den kommenden Tagen nach Istanbul zurückkehren. Der zuletzt ebenfalls ausgewiesene "Tagesspiegel"-Journalist Thomas Seibert warte dagegen weiter auf eine Akkreditierung.

Brase habe über einen Anruf vom türkischen Presseamt von der Akkreditierung erfahren. "Wir begrüßen es, dass die türkischen Behörden nun zu einer anderen Entscheidung gekommen sind", sagt Bettina Schausten, stellvertretende ZDF-Chefredakteurin. Das ZDF ginge davon aus, dass die offenen Pressekarten anderer Journalisten nun auch ausgestellt werden.
twitter.com, zdf.de, deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Basta: Investor will Elon Musk bei Twitter mundtot machen.

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold? Ein Investor fordert per Gericht ein Twitter-Verbot für Elon Musk (Foto). Der "unkontrollierte Gebrauch von Twitter für fehlerhafte Statements über das Unternehmen" müsse gestoppt werden. Musk war zuvor nach "irreführender" Tweets von der Börsenaufsicht verklagt worden. Manche Manager mögen Musk mundtot.
welt.de, turi2.de (Background)

Bundestag erwägt die Nutzung von Social Media.

Bundestag will sich dem Bürgerdialog bei Facebook, Twitter und Instagram öffnen, berichtet die "Welt" - bisher ist das Parlament dort nicht vertreten. Die Innere Kommission des Ältesten­rats habe ein Konzept zur Nutzung von Social Media in Auftrag gegeben. Bis zum 20. März sollen sich die Bundestags­fraktionen Gedanken über eine Strategie machen, bis Ostern solle das Konzept fertig sein.
welt.de, turi2.de (Background)

Basta: Twitter-Trend #Mehlgate besorgt backende Bundesbürger.

Wenn besorgte Burger Brötchen backen: Bei Twitter verbreitet sich das #Mehlgate mit reihenweise Fotos von offenbar zu gering befüllten 1-Kilo-Mehl-Packungen. Doch weder Kanzlerin Merkel noch die Illuminaten machen Mehl madig: Mit der Zeit verliert Mehl im Supermarkt an Feuchtigkeit und damit an Gewicht.
haz.de, twitter.com


Meinung: Medien verbreiten mit missverstandener Social-Bots-Studie Panik, schreibt Oliver Weber.

Social Media: Medien warnen mit einem Alarmismus vor Social Bots, schreibt Oliver Weber. Der Beweis, dass Roboter Debatten maßgeblich beeinflussten, stehe noch aus. Daran ändere auch eine in der Fachzeitschrift European Journal of Information Systems veröffentlichte Studie nichts. Diese lege lediglich ein theoretisches Modell vor. Die tatsächliche Einflussnahme sei damit noch nicht erwiesen.
faz.net, tandfonline.com (Studie)

Basta: Milliardär Musk flirtet mit Mars-Mädchen bei Twitter.

Blind Date auf dem Mars: Elon Musk will als SpaceX-Gründer Menschen zum Mars fliegen, was ein anonymer Twitter-Account namens "Mars" aufgreift: Musk sei jederzeit willkommen. "I want you baby", antwortet er flirtend - "Schick mir heiße Bilder und ich komme sofort". Milliardär Musk mag eben Mars-Mädchen.
cnet.com, futurezone.at, twitter.com, turi2.de (Background)



Twitter vermeldet erstmals Jahresgewinn, verliert aber Nutzer.

Twitter vermeldet erstmals einen Jahresgewinn, verliert weltweit aber Nutzer. 2018 macht der Kurznachrichtendienst 1,2 Mrd Dollar Gewinn, umgerechnet rund 1,05 Mrd Euro. Twitters Entrümpelung von Propaganda- und Fake-Accounts hat Folgen: Aktuell twittern 321 Mio im Monat - ein Jahr zuvor sind es 330 Mio monatlich aktive Nutzer.
tagesschau.de, heise.de, turi2.de (Background)

Meinung: Hass im Netz gleichen einer Abenteuerreise durch menschliche Abgründe.

Soziale Netzwerke: Nutzer von Facebook, Twitter und Co begeben sich auf eine "Abenteuerreise durch die menschlichen Abgründe von Fremden", beobachtet Julia Bähr. Sich gegen den Hass im Netz zu wehren, sei auch nach der Einführung des NetzDG nicht leicht – vor Gericht würden nur Ausnahmefälle landen. Das größte Problem bei rechtlichen Schritten sei die Akteneinsicht des Beklagten, der nach einer Anzeige "den vollständigen Namen und die Adresse seines Opfers" erfahre.
faz.net

Amazon setzt auch in Deutschland Mitarbeiter als Botschafter auf Twitter ein.

Amazon versucht auch in Deutschland, sein Image durch "FC Botschafter" auf Twitter aufzupolieren, beobachtet Manuel Mehlhorn. Die Mitarbeiter würden anfänglich wie Social-Bots wirken, kaum anderen Accounts folgen sowie kaum eigene Follower haben, dafür aber meist sehr freundlich auf Kritik an Amazon reagieren. Laut Amazon erhalten die Mitarbeiter für ihre PR-Offensive keine zusätzliche Vergütung. Im August 2018 war bekannt geworden, dass Amazon in den USA Mitarbeiter für positive Tweets entlohnt.
br.de, turi2.de (Background)

Basta: Bei Mark bleibt heut' die Küche kalt…

Zuckerbergs zähe Ziege: Twitter-Chef Jack Dorsey erinnert sich im Rolling Stone an ein denkwürdiges Abendessen bei Facebook-Boss Mark Zuckerberg. Der kredenzte eine Ziege, die er - so die Legende - selbst getötet habe, mit einem Messer und einem Elektro-Schocker. Die Zuckerbergsche Zubereitung konnte aber nicht überzeugen: Die Ziege kam aus dem Ofen auf den Tisch - und war kalt.
mashable.com, businessinsider.de

Twitter-Deutschlandchefin Jolanta Baboulidis will "keine Reichweite um jeden Preis".


Qualität statt Quan-Tweet-ät: Twitter will den Ruf der Politiker- und Journalisten-Blase loswerden und Hass-Botschaften ersticken, bevor es zum Knall kommt. Im "Horizont"-Interview sagt Twitters neue Deutschlandchefin Jolanta Baboulidis: "Wir wollen keine Reichweite um jeden Preis, sondern die Qualität der Gespräche verbessern." Mit Machine-Learning-Tools setze Twitter darauf, problematische Accounts zu identifizieren und zu löschen, bevor andere Nutzer sie melden müssen. Für Werbekunden sieht Baboulidis Twitter als Ergänzung zu TV-Kampagnen, da viele Nutzer Twitter als Second-Screen verwenddetenen, wie etwa aktuell beim RTL-Dschungelcamp.

Twitter-Nutzern gehe es nicht um Selbstinszenierung wie bei Instagram, sonder darum, Neues zu entdecken, sagt Baboulidis, daher seien sie offen für Werbebotschaften. Der Eindruck, dass überhaupt nur Politiker und Journalisten das Netzwerk nutzen trüge und zeige "nicht das ganze Twitter-Universum", zu dem auch Meinungsmacher aus Beauty, Gaming oder Kunst gehörten.

Baboulidis agiert als Deutschland­chefin aus Dublin, will ins Deutschland­geschäft aber "wieder mehr Dynamik reinbringen" und avisiert neue Mitarbeiter, Kunden und Partnerschaften. Derzeit arbeiten für Twitter in Co-Working-Spaces in Hamburg und Berlin neun Mitarbeiter in Deutschland. Seine eigenen Büros in Hamburg und Berlin hatte Twitter 2018 still und leise geschlossen.
"Horizont" 4/2019, S. 14/15 (Paid)