"NYT": Google Mitarbeiter sind gegen zensierte Suche für China.

Google: Die Mitarbeiter des Such-Riesen sprechen sich in einem internen Brief gegen die Entscheidung aus, heimlich eine zensierte Suchmaschinen für China zu bauen, berichtet die "New York Times". Googles Bereitschaft, sich an Chinas Zensur zu halten, werfe moralische und ethische Fragen auf. Rund 1.000 Mitarbeiter sollen den Brief unterzeichnet haben.
nytimes.com, turi2.de (Background)

Knapp 350 US-Zeitungen protestieren gegen Trumps Journalisten-Schelte.

US-Zeitungen protestieren gegen die anhaltenden Attacken von Donald Trump auf die Presse. In Meinungsstücken argumentieren knapp 350 Zeitungen, darunter die "New York Times", warum eine freie Presse für die US-Demokratie nötig sei. Die Zeitungen sind einem Aufruf des "Boston Globe" gefolgt. Einige Medien, darunter das "Wall Street Journal" schlossen sich dem Aufruf bewusst nicht an. Trump genieße ebenso das Recht auf freie Meinungsäußerung, so das "WSJ". Die "Baltimore Sun" befürchtet, eine koordinierte Aktion unterstütze den Eindruck, die Presse arbeite gemeinsam gegen Trump.
spiegel.de, bostonglobe.com (Übersicht der teilnehmenden Zeitungen)

Amazon interessiert sich für US-Indie-Kinokette.

Amazon tritt in den Bieterwettstreit um die US-Kinokette Landmark ein, berichtet Bloomberg. Die Programmkino-Kette mit rund 50 Häusern und 250 Leinwänden gehört den Milliardären Mark Cuban und Todd Wagner. Amazon hätte genügend Inhalte - der Shoppingriese steckt geschätzte 5 Mrd Dollar pro Jahr in Filme und Serien für Amazon Video. Die US-Regierung hat angekündigt, das Paramount decree zu überarbeiten - es verbietet den Studios bisher, Kinoketten zu betreiben.
bloomberg.com

USA: Google veröffentlicht eine Datenbank für Politik-Werbung.


Politische Bibliothek: Google bereitet sich auf den Wahlkampf für die Zwischenwahlen in den USA vor und veröffentlicht ein Archiv für politischen Anzeigen. Damit löst der Such-Riese ein Versprechen gegenüber dem US-Kongress ein, mehr Transparenz im Hinblick auf Politik-Werbung zu schaffen. Einer erneuten Wahlbeeinflussung, wie sie 2016 auf die Präsidentschaftswahl verübt wurde, soll so vorgebeugt werden.

Die Datenbank umfasst alle seit Ende Mai in den USA auf Google-Plattformen, u.a. Suche und YouTube, veröffentlichten politischen Anzeigen. Die Übersicht beschränkt sich dabei jedoch auf Kandidaten für Bundesämter oder Amtsinhaber, lokale Anzeigen werden nicht berücksichtigt. Nutzer können die Anzeigen u.a. nach den Namen der Kandidaten filtern. Auch das ausgegebene Budget, wer für die Anzeige bezahlt hat sowie die Reichweite wird in der Datenbank veröffentlicht. In einem begleitenden Bericht ordnet Google die Anzeigenausgaben nach Gebieten, Geldgebern und Top-Keywords ein.

Die Anzeigen-Bibliothek berücksichtigt aktuell ausschließlich politische Anzeigen aus den USA. Werbekampagnen, die auf die Beeinflussung der öffentliche Meinung zu einem kritischen Thema abzielen werden u.a. nicht berücksichtigt, wenn sie nicht direkt an einen Kandidaten geknüpft sind. Das Archiv soll wöchentlich aktualisiert werden.
techcrunch.com, axios.com, transparencyreport.google.com (Datenbank)

Tinder-Gründer verklagen Mutterkonzern auf 2 Mrd Dollar.


Kein Match: Die Tinder-Gründer Sean Rad, Justin Mateen und Jonathan Badeen verklagen den Mutterkonzern Match auf mindestens 2 Mrd Dollar Schadenersatz. Die Kläger, darunter auch drei aktuelle und ehemalige Führungskräfte und Direktoren von Tinder, werfen der Match Group sowie dem Mehrheitsaktionär der Gesellschaft IAC vor, die Finanzen von Tinder gefälscht und Kosten aufgebläht zu haben. Außerdem seien das Wachstum der App verschwiegen sowie die Rollouts wichtiger Features, wie u.a. Tinder Gold, verzögert worden. Die Bewertung der Dating-App sei dadurch niedrig gehalten worden. Der Mutterkonzern habe so versucht, die Aktienoptionen der Gründer und langjährigen Mitarbeiter auf einem niedrigeren Level zu halten und so Milliarden zu sparen.

Die Klageschrift enthält zudem Vorwürfe sexueller Belästigung gegen den ehemaligen Tinder-Chef Greg Blatt. Er soll Marketingchefin Rosette Pambakian bei einer Firmenfeier im Dezember 2016 "befummelt und sexuell belästigt" haben. Daraufhin habe die Match Group eine interne Untersuchung initiiert. Diese wurde von einem HR-Manager geleitet, der mehr als zehn Jahre für Blatt gearbeitet hat.

Tinder-Gründer Sean Rad, der durch Blatt als CEO ersetzt wurde, habe eine unabhängige Untersuchung angestrebt, diese wurde jedoch abgelehnt. Die Kläger werfen dem Mutterkonzern vor, zuvor weitere sexuelle Fehlverhalten durch Vergleiche und Geldzahlungen unter den Teppich gekehrt zu haben.
theverge.com, businessinsider.de, businessinsider.de (Belästigungsvorwürfe)

Das Onlinemagazin Belt kämpft gegen Klischee-Berichte aus dem Rust Belt.

Lese-Tipp: Im Rust Belt der USA, einst glorreicher Industrieregion, schreibt das Onlinemagazin Belt gegen den Ausverkauf der Medien und Klischees an. Die meisten Lokalzeitungen sind weg, regionale Rundfunksender nur "Abspiel-Stationen mit wenig Regionalbezug", schreibt Peter Kuras. Belt setzt auf Macher aus der Region und berichtet viel vom Engagement Einzelner. Unterm Strich könne das Onlinemagazin leider "kaum mehr leisten als eine Palliativtherapie".
freitag.de

Zitat: Vor Gericht gelten andere Maßstäbe als in der Presse, findet Ronan Farrow.

"Ich halte es für richtig, dass in einem Pressebericht andere Anforderungen an die Beweislast gestellt werden als in einem Gerichtssaal."

Anwalt und Weinstein-Enthüller Ronan Farrow glaubt, dass nicht alle MeToo-Geschichten vor Gericht standhalten würden, verteidigt im "Spiegel"-Interview aber die Veröffentlichung der Vorwürfe in der Presse. Der Sohn von Woody Allen wirkt auf Interviewer Phil­ipp Oehm­ke "manchmal fast ein bisschen manipulativ".
"Spiegel" 33/2018 S. 110-114 (Paid)

Weitere Zitate von Ronan Farrow ...

... über Anfeindungen im Vorfeld der Weinstein-Veröffentlichung:

"Ich wur­de ver­folgt, ich wur­de heim­lich über­wacht, ich habe To­des­dro­hun­gen be­kom­men. Ich bin ver­klagt und drang­sa­liert wor­den."

... über seine Kindheit nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen Farrows Vater Woody Allen:

"Mei­ne Kind­heit über habe ich aus nächs­ter Nähe be­ob­ach­ten kön­nen, wie mäch­ti­ge Män­ner in den An­griff über­ge­hen und ver­su­chen, Frau­en zu ver­leum­den und letzt­lich zu zer­stö­ren, wenn die­se sie mit glaub­wür­di­gen An­schul­di­gun­gen kon­fron­tie­ren."

Twitter löscht nun doch Inhalte des Verschwörungstheoretikers Alex Jones.

Twitter rudert rum und nimmt nun doch Tweets und Videos des Verschwörungstheoretikers Alex Jones von der Plattform. Ein Sprecher sagte gegenüber CNN, die Inhalte seien nur vorübergehend offline, während Twitter die Konformität mit den Richtlinien prüfe. Am Mittwoch hatte Twitter-Chef Jack Dorsey die Entscheidung, die fragwürdigen Inhalte nicht zu löschen, verteidigt.
cnet.com, money.cnn.com, turi2.de (Background)

USA: Condé Nast will seinen Umsatz unabhängig von Anzeigen und Magazinen machen.


Adé, Kerngeschäft: Condé Nast USA will in den kommenden zwei Jahren wieder stärker wachsen und dafür die Einnahmen unabhängiger vom sinkenden Anzeigengeschäft und den Printtiteln machen, kündigt Verlagschef Bob Sauerberg an. Bis Ende 2022 soll der Umsatz um 600 Mio Dollar wachsen, 2020 soll der Verlag wieder profitabel arbeiten. Diese Ziele sollen u.a. mit den Bereichen Video, B2B-Marketing und B2C-Services wie dem Affiliate-Programm "GQ Recommends", das Beratung zu Herrenmode anbietet, erreicht werden.

Derzeit liegt der Anzeigen-Anteil am Umsatz bei 70 %, bis 2022 soll er auf 50 % sinken. Schuld daran seine vor allem Facebook, Google und Co, die "so viel Werbegeld aus dem Markt ziehen", sagt Sauerberg. Kündigungen könne er im Transformationsprozess nicht ausschließen. Der Verlag hatte vergangene Woche angekündigt, sich nach 120 Mio Dollar Jahres-Minus von den Magazinen "Brides", "Golf Digest" und "W" zu trennen. Der Verkauf soll laut Sauerberg bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Im Videobereich will Condé Nast 2019 mit werbefinanzierten Streaming-Angeboten für "Bon Appétit" und "GQ" an den Start gehen. Für die Realisierung von längerem Videocontent für u.a. Netflix ist der Verlag auf der Suche nach einem Studio, das die Produktion unterstützt.
wsj.com (Paid), turi2.de (Background)

Konservativer Lokalfernseh-Merger in den USA scheitert im Streit.

Tribune Media, US-Lokalfernsehkonzern, sagt die Fusion mit dem erzkonservativen und trumpfreundlichen Medienhaus Sinclair ab und verklagt die Firma wegen Vertragsverletzungen auf Schadenersatz. Sinclair habe entgegen der Vereinbarung nicht versucht, durch das Abstoßen einiger Beteiligungen die Kartellbehörden zu einer Genehmigung des Deals zu überreden. Der Deal hätte Sinclair Kontrolle über Lokalsender mit einer Gesamtreichweite von 70 % der US-Haushalte gegeben.
nytimes.com, adage.com, turi2.de (Background)

ProPublica startet Initiative für mehr Berichterstattung zur Politik in US-Bundesstaaten.


Staatsangelegenheiten: ProPublica kündigt eine neue Initiative an, mit der das spendenfinanzierte Recherchebüro die investigative Berichterstattung in US-Bundesstaaten erhöhen will. ProPublica will sieben Lokalmedien auswählen, denen es jeweils ein Jahr lang einen Reporter für investigative Recherchen zur Politik auf Bundesstaatsebene finanziert. Das Geld für das Programm kommt von einem nicht genannten Spender, sagt ProPublica-Chef Richard Tofel.

Die Initiative ist zunächst für zwei Jahre angelegt. Nationale Nachrichtenorganisationen wie die "New York Times" sollen nicht profitieren können. 2020 würden neue Partner ausgewählt. ProPublica argumentiert, dass die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Medien dazu geführt habe, dass deutlich weniger über die Regierungen der US-Bundesstaaten berichtet werde. Diese Lücke wolle ProPublica nun schließen. (Foto: Picture Alliance)
nytimes.com

US-Militär verbietet Soldaten den Einsatz von privaten GPS-Geräten.

US-Militär befielt seinen Soldaten künftig die GPS-Funktion bei privaten Smatphones, Tablets, Uhren und anderen Geräten zu deaktivieren, wenn sie in Kriegszonen oder Übersee stationiert sind. Das Pentagon reagiert damit auf wiederholte Fälle, in denen Soldaten in sozialen Netzwerken geheime Stützpunkte enttarnt haben, weil sie ihren Standort geteilt haben.
mashable.com, turi2.de (Background)

Trump-Regierung übt scharfe Kritik am AT&T-Deal.

US-Regierung keilt gegen das zuständige Gericht im Kartellrechtsstreit um die Übernahme von Time Warner durch AT&T. In der Berufungsbegründung schreibt das US-Justizministerium, das erstinstanzliche Urteil "ignoriere grundlegende Prinzipien der Wirtschaftlichkeit und des gesunden Menschenverstands". Das Gericht hatte eine Klage gegen die Übernahme im Juni abgewiesen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

US-Journalisten müssen gegen Trump Stellung beziehen, findet Jay Rosen.

US-Journalisten dürfen unter einem Präsidenten wie Trump nicht neutral bleiben, sondern müssen "einen Weg finden, sich dagegenzustemmen", sagt US-Medienwissenschaftler Jay Rosen im Interview mit der Zeit Online. Über Jeff Bezos und die "Washington Post" sagt er, der Amazon-Gründer habe den Redakteuren Selbstvertrauen zurückgegeben und betrachte die Zeitung wie ein Technologieunternehmen, was ihr gut tue. Chefredakteur Martin Baron sei "zu einer Art geistigen Führungsfigur" für die amerikanische Presse geworden. 
zeit.de

USA sind kaum auf russische Wahlmanipulationen vorbereitet, sagen Experten.

USA sind kaum auf russische Troll-Angriffe auf die Kongresswahlen im November vorbereitet, sagen Experten in einer Anhörung des Geheimdienstausschusses. Die Trolle seien inzwischen raffinierter, die USA habe die Schutzmaßnahmen aber nicht ausreichend verbessert. Die Experten fürchten, dass sich Manipulationen wie 2016 wiederholen.
welt.de, turi2.de (Background)

Politiker wollen Techfirmen Gratis-Kantinen verbieten.

Mundraub: Zwei Politiker aus San Francisco wollen Tech-Firmen bei Neubauten verbieten, ihre Mitarbeiter mit Gratis-Essen zu versorgen, wie z.B. Google, Twitter und Uber. Die Mitarbeiter würden sich vom Stadtviertel "abschotten" - und den lokalen Gastro-Umsatz schmälern. Bei Amazon gibt es keine Gratis-Kantine: Der Online-Händler will seine Mitarbeiter dazu motivieren, die Essenspause außerhalb des Büros zu verbringen.
faz.net

Facebook spendet 4,5 Mio Dollar für Lokaljournalismus.


Milde Gaben: Facebook erkauft sich sein gutes Gewissen in der Debatte um Fake News. Das soziale Netzwerk stellt insgesamt 4,5 Mio Dollar für den US-Lokaljournalismus bereit - bei 5 Mrd Dollar Gewinn allein im letzten Quartal. Der größte Teil davon, 3,5 Mio Dollar, fließen in das Programm Facebook Membership Accelerator. Es soll unabhängigen Lokalzeitungen sowie gemeinnützigen Medien beim Aufbau eines Abo-Modells mit Exklusiv-News für zahlende Leser helfen..

Über sein Journalism Project spendet Facebook weitere 1 Mio Dollar an NewsMatch. Die Initiative bringt gemeinnützige Nachrichtenredaktionen mit Spendern zusammen und unterstützt Journalisten mit Schulungen zum Thema Fundraising.
cnet.com, mediapost.com, facebook.com (Foto: Facebook)