Meinung: Bezos hat die US-Öffentlichkeit für sich gewonnen, schreibt Roland Lindner.

Amazon: Jeff Bezos (Foto) hat beim Erpressungsvorwurf mit der Flucht nach vorn die öffentliche Wahrnehmung zu seinen Gunsten gedreht, schreibt Roland Lindner in der "FAS". Dass er seiner Frau untreu war, sei in den Hintergrund gerückt. Stattdessen habe Bezos die Rolle eines Opfers übernommen und inszeniere sich als Kämpfer für die Pressefreiheit.
"FAS", S. 24 (Paid), turi2.de (Background)

Warren Buffett kündigt "Megakauf" nach Holding-Verlust an.

Warren Buffett verliert mit seiner Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway im letzten Quartal 25,4 Mrd Dollar als Folge von Kursrückgängen. Buffet kündigt einen "Megakauf" an, ohne Details zu nennen. Von Google oder Facebook halte er sich aber fern, weil er sie nicht bewerten könne. Unter den Beteiligungen sind bisher Firmen wie Apple oder Coca-Cola.
handelsblatt.com, "FAS", S. 23 (Paid)

Schüler verklagt "Washington Post" auf 250 Mio Dollar Schadenersatz.

Washington Post: Der 16-jährige Schüler Nicholas Sandmann verklagt die Zeitung auf Schadenersatz in Höhe von 250 Mio Dollar. So viel hatte Jeff Bezos 2013 für die Zeitung bezahlt. Die "Washington Post" habe ihn in sieben Artikeln verleumdet, in denen sie fälschlicherweise schrieb, er habe einen amerikanischen Ureinwohner schikaniert.
washingtonpost.com, faz.net

"Washington Post": Facebook droht nach Datenskandalen eine Rekordstrafe in den USA.


Daten-Desaster: Die US-Aufsichtsbehörde FTC könnte Facebook im Zuge der Datenskandale eine Strafe in Höhe von mehreren Mrd Dollar anhängen, berichtet die "Washington Post". Damit würde die Behörde dem sozialen Netzwerk die höchste Strafe aufbrummen, die je ein Tech-Unternehmen erhalten hat. Beide Seiten würden sich jedoch noch in Gesprächen befinden und hätten sich noch nicht auf einen genauen Betrag geeinigt. Sollten die Gespräche nicht zu einer Einigung führen, könnte die FTC Facebook vor Gericht bringen.

Mit der Geldbuße soll Facebook nicht nur für die zahlreichen Datenskandale zur Rechenschaft gezogen werden. Auch der schlechte Umgang mit Fake News und der Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahlen 2016 durch russische Hacker stehen auf der Liste der Verfehlungen. Bislang ist Google der Rekord-Halter für FTC-Strafen: 2012 hatte der Suchmaschinenriese eine Strafe in Höhe von 22,5 Mio Dollar gezahlt, weil der Schutz der Nutzer-Daten nicht ausreichend gewährleistet wurde.
washingtonpost.com

Lese-Tipp: Der "stern" widmet sich den Bezos-Erpressungsvorwürfen.

Lese-Tipp: Der "stern" betrachtet in seiner aktuellen Titelgeschichte auf zehn Seiten die Erpressungsvorwürfe von Amazon-Chef Jeff Bezos gegenüber dem National Enquirer. Nicolas Büchse und Jens König beschreiben dabei die Feindschaft zwischen "Washington Post"-Besitzer Bezos und Donald Trump, die die öffentliche Ehekrise zu einer Staatsaffäre mache. Im Kampf "reich gegen mächtig" rückten Geschäftsbeziehungen und sogar der Khashoggi-Mord in den Fokus der Diskussionen.
"stern" 08/2019, S. 24 (Paid), turi2.de (Background)

"National Enquirer" weist Erpressungsvorwurf von Jeff Bezos zurück.

Amazon Crime: National Enquirer weist Jeff Bezos' Erpressungsvorwürfe zurück. Elkan Abramowitz, Anwalt des US-Boulevardblatts, spricht beim US-Sender ABC stattdessen von einer "legitimen Verhandlung". Bezos und der Verlag hätten ein Interesse daran, ihre "Differenzen" beizulegen.

Wer der Redaktion die Fotos zugespielt hat, lässt Abramowitz offen. Michael Sanchez, Bruder von Bezos' Geliebter und Trump-Unterstützer, soll intime Aufnahmen und Nachrichten von seiner Schwester und dem Amazon-Chef an die Zeitung weitergeleitet haben, berichten US-Medien. Sanchez weist die Vorwürfe ebenfalls zurück.
zeit.de, spiegel.de, abcnews.go.com (Abramowitz), thedailybeast.com, welt.de (Bruder), turi2.de (Background)

Meinung: Bezos-Erpressung zeigt Schattenseite von Macht, Geld und der Klatschpresse.

Machtspiel: Die Erpressungsvorwürfe um Amazon-Gründer Jeff Bezos (Foto) verdeutlichen, wie sich Macht, Geld und die Klatschpresse verbünden, fasst Marc Pitzke die politischen Hintergründe zusammen. Bezos, Eigentümer der regierungskritischen "Washington Post" und Trump-Feind, machte die Klatschblatt-Erpressung vor Abdruck der intimen Fotos öffentlich. Sollte National Enquirer-Mutterkonzern wegen Erpressung verurteilt werden, platze auch der im US-Wahlkampf ausgehandelte Straffreiheitsdeal aufgrund mutmaßlicher Schweigegelder an Trump-Geliebte. Damit reiche der Klatschblatt-Skandal bis ins Weiße Haus.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Idole der Selbstvermarktung gewinnen an medialer Aufmerksamkeit.

Lese-Tipp: Selbstvermarkter wie Influencer gewinnen als eigene Marken immer mehr mediale Bedeutung, analysieren die US-Kommunikationsforscher Brooke E. Duffy und Jefferson Pooley nach Auswertungen von Social Media und US-Prominentenportraits. Während Anfang des 20. Jahrhunderts Politiker und Geschäftsleute das Interesse auf sich ziehen, bewundere die Massengesellschaft ab den 1940er-Jahren verstärkt Hollywood- und Sport-Stars. Heute seien Influencer eine neue Form der Medienprominenz.
tagesspiegel.de

Staatsanwaltschaft schaltet sich bei Erpressungsvorwürfen um Amazon-Chef ein.

Amazonchef-Erpressung: Die Staatsanwaltschaft in New York untersucht, ob National Enquirer-Mutterkonzern American Media gegen ein Kooperationsabkommen verstoßen habe. Ermittler gewährten dem Verlag im US-Wahlkampf nach illegaler Wahlkampf-Finanzierung Straffreiheit, sofern keine Straftaten - wie Erpressung - folgten. Privatdetektive von Jeff Bezos (Foto) verdächtigen eine "Regierungseinheit" hinter der Foto-Affäre. David Pecker, Chef des US-Klatschblatts, gilt als Trump-Vertrauter.
"Bild am Sonntag", S. 39 (Paid), zeit.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Donald Trump lässt Frist für Khashoggi-Bericht verstreichen.

Khashoggi-Mord: US-Präsident Donald Trump ignoriert die Forderung des Senats, einen Bericht zum Fall Jamal Khashoggi (Foto) vorzulegen. Der Kongress will wissen, ob die Regierung Sanktionen gegen die Verantwortlichen plane. Trump hatte laut US-Gesetz 120 Tage Zeit für die Beantwortung. Der US-Geheimdienst macht den saudischen Kronprinzen für den Journalistenmord verantwortlich. Khashoggi lebte zuletzt in den USA.
zeit.de, tur2.de (Background)

Amazon überdenkt Standort der neuen Firmenzentrale.

Amazon prüft alternative Standorte für die geplante Konzernzentrale in New York, schreibt die "Washington Post". Die Anwohner wehrten sich gegen das Bauvorhaben aus Angst vor steigenden Immobilienpreisen. Konzernchef Jeff Bezos suche mögliche Alternativen in Nashville oder Virginia, da Amazon bisher noch kein Grundstück gekauft habe.
washingtonpost.com, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Google-Mutter Alphabet zahlt 2018 mehr Strafen als Steuern.

Zahl des Tages: Reingewaschene 4,2 Mrd Dollar zahlt Google-Mutter Alphabet 2018 in den USA an Steuern - für Strafen der EU-Kommission sind dagegen 5,1 Mrd Dollar fällig. Google profitiert von Trumps Steuererleichterungen: 2017 erhält der Fiskus noch 14,5 Mrd Dollar. 2019 muss Google für DSGVO-Verstöße weitere Bußgelder in Europa zahlen.
t3n.de, turi2.de (Bilanz), turi2.de (Android-Strafe), turi2.de (DSGVO-Strafe)

P7S1-Tochter produziert TV-Magazin mit der "New York Times".

ProSiebenSat.1: Left/Right, eine Tochter des Produktionsarms Red Arrow Studios, produziert mit der "New York Times" ein wöchentliche Nachrichten­magazin. "The Weekly" läuft ab Juni beim US-Kabelsender FX, der bisher eher für Serien bekannt ist. Das Magazin will eigene Themen setzen, im Mittelpunkt jeder Folge steht eine Reporter oder eine Reporterin der "NYT".
dwdl.de

Disneys neuer Streamingdienst zeigt nicht nur eigene Produktionen.

Disney Logo 150Disney will zum Start des eigenen Streamingdienstes auch fremde Produktionen anbieten. Zu sehen sind Inhalte des US-Rivalen CBS. Die Plattform soll zum Jahresende zunächst in den USA verfügbar sein. Disneys Überschuss ist im vergangenen Geschäftsquartal auf umgerechnet rund 2,5 Mrd Euro gesunken.
techcrunch.com, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Fassung stand, dass auch Marvel-Produktionen Disney-fremde Inhalte seien. Seit 2009 gehört Marvel jedoch auch zu Disney.

Basta: Trumps Work-Life-Balance präferiert Home Office statt Oval Office.

Trumps Terminkalender Trick: 60 % von Trumps Arbeitszeit soll frei von Terminen sein, sagt ein Kalender-Leak aus dem Weißen Haus. Offiziell geht Trump im Home Office seiner "Executive Time" nach, die zufällig Arbeitnehmer-freundlich die ersten drei Stunden des Arbeitstages betreffen. Selbst ein Twitter-Präsident kann eben nicht alles transparent machen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 8 (Paid)

Meinung: Mark Zuckerbergs Verhalten erinnert an Donald Trump, schreibt Malte Conradi.

Facebook steht nach 15 erfolgreichen Jahren vor einer ungewissen Zukunft, schreibt Malte Conradi. Facebook habe im Alleingang dafür gesorgt, den Datenschutz auf die politische US-Agenda zu setzen. Mit jedem neuen Skandal werde eine staatliche Regulierung wahrscheinlicher. Mark Zuckerbergs Einstellung, Kritik an der eigenen Arbeit als Erfindung von beleidigten Medien abzutun, erinnere an Donald Trump.
"Süddeutsche Zeitung", S. 16 (Paid)

Online-Werbung beschert Google-Mutter Alphabet Umsatzsprung im Weihnachtsquartal.

Wer suchet, der findet: Google erwirtschaftet im 4. Quartal 8,95 Mrd Dollar Gewinn. Der Umsatz steigt um 21,5 % auf 39,2 Mrd Dollar. Der Mutterkonzern Alphabet generiert etwa 86 % des Umsatzes mit digitalen Anzeigen. Allerdings: Die Kosten pro Klick sind um 29 % gefallen. Das heißt, die Werbung ist billiger geworden.

Die Zahl der Cloud-Kunden mit Mehrjahresverträgen hat sich 2018 verdoppelt, Details nennt Firmenchef Sundar Pichai aber nicht. Beim Cloud Computing liegt das Unternehmen weiter hinter Marktführer Amazon. Analysten kritisieren zudem die recht hohen Ausgaben angesichts Investitionen in vermeintliche Zukunftsfelder wie autonomes Fahren, was bisher aber kaum Gewinne generiere. Mit der Marke Waymo ist Alphabet Entwickler von selbstfahrenden Autos.
golem.de, handelsblatt.com, stern.de

Immer mehr deutsche Tech-Firmen nähern sich Milliardenbewertung.

Startups: Immer mehr europäische Unternehmen nähern sich einer Milliardenbewertung, viele davon sind aus Deutschland, schreibt das "Handelsblatt". Die Plattform Tech Tour, ein Zusammenschluss europäischer Kapitalgeber, sieht 13 deutsche Unternehmen unter den Top 50, die bald auf eine Bewertung von über 1 Mrd Dollar kommen sollen. Die Berliner Onlinebank N26 hat diesen Status kürzlich erreicht.
"Handelsblatt", S. 16 (Paid), techtourgrowth50.com

Zitat: "Forbes Magazine" generiert nur noch 15 % der Einnahmen aus Print, sagt Steve Forbes.

"In der ersten Ausgabe des Magazins sagte mein Großvater, der Geschäftszweck sei es, Glück zu erzeugen, nicht Millionen zu anzuhäufen."

Steve Forbes, Chefredakteur und Verleger des gleichnamigen Magazins, verfolgt trotz des großväterlichen Rats wirtschaftliche Ziele. 85 % des Einnahmen generiere der Verlag bereits online, sagt er im interview mit USA Today.
usatoday.com

Basta: Der Klimawandel bringt meteorologische Murmeltiere durcheinander.

Murmeltiertag-Meteorologen sind sich uneinig: Punxsutawney Phil (Foto) hat seinen Schatten nicht gesehen und prognostiziert deshalb einen zeitigen Frühling. Sein Kollege Shubenacadie Sam hingegen hat einen Schatten und prophezeit nun das Gegenteil. Da bleibt wettertechnisch nur eine Gewissheit: Bei dem einen hat die Sonne geschienen, bei dem anderen wohl nicht.
mashable.com

Zitat: Arthur Gregg Sulzberger sieht den Einsatz der USA für Pres­se­frei­heit schwinden.

"Von die­ser Rol­le ha­ben wir uns öf­fent­lich ver­ab­schie­det."

Arthur Gregg Sulzberger, Verleger der "New York Times", sagt im "Spiegel"-Interview, die USA seien in der Welt nicht mehr "laut­stärks­te und un­er­bitt­lichs­te" Streiter für Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit.
"Spiegel" 6/2019, S. 70-73 (Paid)