Zahl des Tages: 40 % der Amerikaner befürworten ein Kartellverfahren gegen Facebook.

Facebook-LogoZahl des Tages: Zerschlagungswütige 40 % der Amerikaner befürworten ein Kartellverfahren gegen Facebook, ermittelt eine von "Business Insider" beauftrage SurveyMonkey-Umfrage. 15 % der Befragten sprechen sich dagegen aus. Die Befragung wurde im Zuge der Forderung von Facebook-Mitgründer Chris Hughes nach der Zerschlagung des sozialen Netzwerks durchgeführt.
businessinsider.de

Amazon packt in den USA erste Pakete per Roboter.

Amazon ersetzt einige Verpacker in US-Logistikzentren durch Roboter, berichtet Reuters. Die Maschinen scannen die Größe von Artikeln und bauen dazu passende Versandboxen. Amazon will zunächst je zwei Maschinen an weiteren Standorten einsetzen und damit jeweils 24 Arbeiter ersetzen. In vielen Logistikzentren, auch in Deutschland, fahren bereits Regale automatisch zu Mitarbeitern.
reuters.com, turi2.de (turi2-Besuch bei Amazon)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Ein Besuch in der Versandfabrik – bei Amazon in Winsen.

Schweden rollt Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen Assange neu auf.

Julian Assange erwarten erneute Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung. Die Staatsanwaltschaft in Schweden nimmt ein 2017 eingestelltes verfahren wieder auf. Julian Assange war im April, nach Verlassen der ecuadorianischen Botschaft in London, festgenommen worden. Er streitet die Vergewaltigung ab.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: So entstand die Browser-Partnerschaft zwischen Microsoft und Google.

Lese-Tipp: Microsoft kooperiert mit Google, um vom schnellen Entwicklungstempo der Browser-Konkurrenz nicht eingeholt zu werden, skizziert Jens Minor die Motive der Tech-Allianz. Die lukrativen Synergieeffekte könnten sich für Microsoft negativ auswirken, wenn die Browser-Entwicklungsarbeit mit Mitbewerber Google den eigenen Produkten schade.
googlewatchblog.de

Meinung: Facebook-Chefkommunikator kontert Forderungen nach Zerschlagung.

Facebook: Nicht die Größe zählt, sondern die Einhaltung der Verbraucherrechte, kontert der Facebook-Chefkommunikator Nick Clegg die Forderung nach einer Zerschlagung von Facebook in einem Gastbeitrag der "New York Times". Die grundsätzlichen Probleme der sozialen Medien würden ohne Facebook nicht verschwinden. Die Marktmacht sei bei genauer Betrachtung nicht so groß, da Nutzer auf Dienste wie YouTube, Twitter oder dem "aufstrebenden Wettbewerber" TikTok ausweichen könnten.
nytimes.com, turi2.de (Background)

"Salt Lake Tribune" will gemeinnützig werden.

Journalismus: Die US-Tageszeitung "Salt Lake Tribune" will sich in eine gemeinnützige Nachrichtenorganisation umwandeln und so neue Finanzierungsmöglichkeiten ausloten. Die Behörden müssen zustimmen, erst dann kann die Zeitung an Geschäftsmodell und Abos schrauben. In den vergangenen Jahren ist die Printauflage sehr stark zurückgegangen und rund ein Drittel der Mitarbeiter wurden entlassen.
niemanlab.org

Pepsi baut neues Werk in Mexiko und investiert 4 Mrd Dollar.

Pepsi will bis 2020 rund 4 Mrd Dollar in Mexiko investieren. Der Brause-Konzern baut ein neues Werk, das 3.000 Arbeitsplätze schaffen soll, und will lokale Rohstoffe für 1 Mrd Dollar einkaufen. US-Präsident Donald Trump dürfte das nicht erfreuen, er appelliert an US-Unternehmen, Arbeitsplätze im eigenen Land zu schaffen - aber Trump trinkt ja eh lieber Diet Coke.
handelsblatt.com

N26 will im dritten Quartal in den USA starten.

N26 will in "acht bis zwölf Wochen" in die USA expandieren, sagt N26-Gründer Valentin Stalf im "FAS"-Interview. Der N26-Chef verteidigt die Online-Bank nach Sicherheitsbedenken aufgrund geplünderter Konten. Auch klassische Banken kämpften gegen Phishing. N26 hat Fehler in der Kommunikation nach den Betrugsversuchen gemacht, räumt Stalf ein.
"FAS", S. 27 (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: Die Macht von Rupert Murdoch wird überschätzt.

Rupert Murdoch hat weniger Einfluss auf die US-Politik, als es oft dargestellt wird, schreibt Jack Shafer. Zwar sei Fox News der reichweitenstärkste US-Nachrichtensender, dennoch erreiche er nur einen Bruchteil der Amerikaner. Mit dem Verkauf von 21st Century Fox und seinen Sky-Anteilen befinde sich Murdoch zudem auf dem Rückzug. Sein Erbe wickle er lieber teilweise ab, als es seinen Kindern zu überlassen, die zudem als verstritten gelten.
"Welt", S. 9 (Paid)

Meinung: Die Tech-Riesen in den USA treiben erfolgreich ihre eigene Transformation voran.

Tech-Riesen in den USA erfinden sich derzeit, obwohl hochprofitabel, überwiegend erfolgreich neu, schreiben Alexander Armbruster und Roland Lindner. Microsoft habe unter Satya Nadella die Verwandlung vom Windows-Konzern zu einem Cloud-Anbieter, der an Zukunftstechniken forscht, geschafft. Facebook wolle vom Social Network zum "digitalen Wohnzimmer" werden und auf Privatsphäre setzen, Apple dränge auf den Software und Inhalte-Markt. Amazon und Google versuchten, in die Breite zu wachsen.
"FAZ", S. 24 (Paid)

Sinclair kauft Disney die Regionalsport-Sender von Fox für 10 Mrd Dollar ab.


Sportliche Übernahme: Sinclair übernimmt für rund 10 Mrd Dollar 21 regionale Sportsender von Disney, die Disney im Rahmen der Fox-Übernahme mitgekauft hat. Damit setzt sich der Konzern gegen andere Bieter wie Konkurrent Liberty Media und die Major League Baseball durch. Auch Amazon galt als Interessent an den TV-Kanälen. Disney gab offenbar Sinclair den Vorzug, weil der Konzern die Übernahme überwiegend direkt in Geld zahlt.

Nicht zu den 21 verkauften Sendern gehört der bekannteste der Sportsender, das Yes Network, das Disney separat für 3,5 Mrd Dollar an eine Käufergruppe abtritt, zu der auch Amazon gehört. Die US-Kartellbehörde hatte dem Kauf von 21st Century Fox durch den Disney nur unter der Bedingung zugestimmt, dass Disney die Sportsender wieder veräußert.
wsj.com (Paid) via theverge.com, techcrunch.com, turi2.de (Background)

FTC will Facebook einen Datenschutz-Beauftragen aufdrängeln.


Online im Sinne von angeleint: Der US-Verbraucherschutz FTC plant, Privatsphäre-Experten in Führungsrollen des Facebook-Managements zu installieren, berichtet Politico. Der Hebel der FTC sind laufende Verhandlungen über eine außergerichtliche Einigung in Ermittlungen zum Cambridge-Analytica-Skandal. Facebook droht wahrscheinlich noch eine Geldstrafe zwischen 3 und 5 Mrd Dollar.

Die Geldstrafen schocken Anleger kaum, beobachtet Politicos Tech-Expertin Nancy Scola. Behördlich erzwungene Änderungen am Geschäftsmodell schon eher. Im Detail bekäme Facebook dem Plan nach einen unabhängigen Datenschutz-Beirat, indem auch Mitglieder des Facebook-Verwaltungsrats sitzen dürften. Außerdem müsste Facebook einen von US-Bundesbehörden abgenickten Datenschutzbeauftragten berufen. Das könnte, schreibt Cecilia Kang in der "New York Times", ironischerweise ausgerechnet Mark Zuckerberg werden.
politico.com, nytimes.com

Spotify testet sprachaktivierte Anzeigen auf Mobilgeräten.

Spotify will in den USA sprachgesteuerte Anzeigen testen. Sie leiten die Hörer z.B. zu einer gesponserten Playlist oder einem Podcast. Eine der ersten teilnehmenden Marken ist Axe. Die Anzeigen bekommen nur die Hörer ausgespielt, die die Sprachsteuerung des Streamingdienstes aktiviert haben. Auch der Musik-Streamingdienst Pandora will sprachgesteuerte Anzeigen testen.
techcrunch.com

Zitat: Arthur Gregg Sulzberger freut sich über Wettbewerb in der Branche.

"Ich will eine starke Washington Post und ein starkes Journal."

Arthur Gregg Sulzberger, Verleger der "New York Times", zeigt sich im "Zeit"-Interview erfreut über den Wettbewerb mit "Washington Post" und "Wall Street Journal". Er findet es "großartig", dass noch in seriösen Journalismus investiert wird, während weltweit die Redaktionen schrumpfen.
"Zeit" 19/2019, S. 39 (Paid)

Uber und Lyft nehmen in NYC keine neuen Fahrer mehr an.

Personal-Stau: Uber und Lyft stellen in New York City keine neuen Fahrer mehr ein. Die Stadt hat Ende 2018 neue Regeln erlassen, die beide Anbieter zwingen sollen, auf die Bremse zu treten. Sie strafen Unternehmen, die zu viele Autos ohne Passagiere auf den Straßen herumfahren lassen, ab.
politico.com

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Das war ein Fehlstart" – Uber-Manager Christoph Weigler will auch Partner der Taxis sein.

"New York Times" entschuldigt sich für antisemitische Netanyahu-Karikatur.

New York Times entschuldigt sich bei Twitter für eine Karikatur, die Israels Ministerpräsident Netanyahu zeigt. Die Zeichnung parodiert Netanyahu als Blindenhund mit Davidstern am Halsband, der einen blinden US-Präsidenten Trump mit Kippa führt. Die Karikatur ist am Donnerstag in der internationalen Printausgabe erschienen.
twitter.com, spiegel.de

Amazon soll von Oracle ausspioniert worden sein.

Oracle versucht Amazon im Konkurrenzkampf um das wachsende Cloudgeschäft mit versteckten Störaktionen zu schädigen, schreibt "Welt am Sonntag". Auch Jeff Bezos solle geschwächt werden, u.a. durch Erpressungsvorwürfe wie beim "National Enquirer". Oracle habe Amazon ausspioniert, um ein Negativ-Dossier zu verfassen, das Amazons Image schädigen solle. An dem Dossier soll auch eine Münchener Firma involviert sein. Oracle dementiert das Vorgehen.
"Welt am Sonntag, S. 32-33 (Paid), turi2.de (Background)

Elon Musk muss künftig Tweets zu Tesla freigeben lassen.


Maulkorb für Musk: Tesla-Gründer Elon Musk und die US-Börsenaufsicht SEC einigen sich auf künftige Twitter-Regeln, schreibt die dpa. Musk darf keine Informationen mehr eigenmächtig in schriftlicher Form verbreiten, die Teslas Aktienkurs beeinflussen könnten. Dazu zählten u.a. Aussagen über Finanzen, Produktionsziele oder Fusionen. Sämtliche Kommunikation müsse Musk vorab von einem in Wertpapierfragen erfahrenen Anwalt genehmigen lassen.

Das Gericht muss dem Deal noch zustimmen. Die US-Börsenaufsicht hatte Musks Twitter-Kommunikation bereits im Vorjahr unter Auflagen gestellt, die Musk aber nicht einhielt. Dieser hatte durch irreführende Tweets zu Teslas Produktionszielen und einem möglichen Börsenrückzug bei Anlegern für Ärger gesorgt.
zeit.de, turi2.de (Background)

7.000 US-Drehbuchautoren beenden ihre Agenten-Verträge.

Kein Happy-End in Hollywood: 7.000 Mitglieder der Drehbuchautoren-Gewerkschaft Writers Guild of America haben sich von den vier großen Künstleragenturen CAA, ICM, WME und UTA getrennt. Zusätzlich klagt die Gewerkschaft gegen die vier Agenturen. Hintergrund sind "Packaging Deals", bei denen Agenturen keine Gagen-Beteiligung bekommen, sondern bei Produktionen große Teile oder das komplette Kreativpersonal besetzen und die Verträge aushandeln. Studios und Streamingdienste fürchten, dass sich der Streit auf ihre Produktionen auswirkt.
"Süddeutsche Zeitung", S. 8 (Paid)

Facebooks neue Chefjuristin kennt sich mit Datensammelei aus.

Facebook holt Jennifer Newstead als Chefjuristin aus dem US-Außenministerium. Sie wurde 2017 Teil der Trump-Administration und war in der Regierung von George W. Bush maßgeblich an der Entstehung des umstrittenen Patriot Act beteiligt, der weitreichende Befugnisse zur Überwachung enthält. Jennifer Newstead folgt auf Colin Stretch, der seinen Rückzug schon im Sommer 2018 angekündigt hatte.
theverge.com, turi2.de (Background)

Dirk Nowitzki bedankt sich mit einer US-Zeitungsanzeige bei den Fans.

USA: Mit einer ganzseitigen Zeitungsanzeige bedankt sich Dirk Nowitzki bei den Fans der Dallas Mavericks. Die Sonntagsausgabe der "Dallas Morning News" veröffentlicht einen 22 Zeilen langen Brief von Nowitzki. "Ich werde das Spielen vermissen, aber ich kann es nicht erwarten, das nächste Kapitel mit Euch zu beginnen", schreibt der Ex-NBA-Spieler.
twitter.com, sportsday.dallasnews.com (Paid), stern.de

US-Handelskommission FTC will Mark Zuckerberg zur Verantwortung ziehen.

An der kurzen Leine: Die US-Handelskommission FTC erwägt nach den Datenschutzpannen bei Facebook, eine Kontrollinstanz für CEO Mark Zuckerberg einzuführen, schreibt die "Washington Post". Die FTC mache nicht nur das Unternehmen, sondern auch Zuckerberg persönlich für die Datenschutzverstöße verantwortlich.

Die FTC und Facebook haben den Zeitungsbericht bisher nicht kommentiert. Die US-Handelskommission hatte aufgrund des Cambridge-Analytica-Skandals eine Untersuchung gegen Facebook eingeleitet. Der Konzern könnte die 2018 zugesagte Datenschutzvereinbarung gebrochen haben, sodass die FTC Konsequenzen einfordere.
washingtonpost.com (Paid), mashable.com, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Uber, Lyft und Co verantworten in San Francisco bis zu 61 % des zusätzlichen Verkehrs.

Fahrdienste wie Uber, Lyft und Co sind in San Francisco für bis zu 61 % des zusätzlichen Verkehrs verantwortlich, errechnet die County Transportation Authority. Nun werde debattiert, Uber-Fahrten mit einer Gebühr zu verteuern, um die Zunahme des Verkehrs einzudämmen.
"manager magazin" 05/2019, S. 94-100 (Paid)

Mehr bei turi2.tv: "Das war ein Fehlstart" – Uber-Manager Christoph Weigler will auch Partner der Taxis sein.

Basta: HBO möchte nicht, dass Trump "Game of Thrones"-Memes postet.

Meme is coming: Nach der Veröffentlichung des Mueller-Reports reagiert Donald Trump wie gewohnt – via Twitter. Auf das "Game of Thrones"-Meme des US-Präsidenten reagiert auch Sender HBO. Der zeigt sich not amused und ermahnt den Präsidenten trotz aller GoT-Begeisterung, das geistige Eigentum des Senders künftig nicht mehr für politische Zwecke zu verwenden.
cnet.com, twitter.com (Meme)

Pressefreiheit in Europa zunehmend eingeschränkt, mahnt Reporter ohne Grenzen.

Pressefreiheit in Europa verschlechtert sich zusehends wegen eines "Klimas der Angst", mahnt Reporter ohne Grenzen. Auf der jährlichen Rangliste fällt Österreich um fünf Plätze auf Rang 16, die USA um drei Plätze auf Rang 48. Deutschland klettert von 15 auf 13, weil sich die Lage für Journalisten in anderen Staaten noch mehr verschlechterte. Reporter ohne Grenzen beobachtet zunehmende verbale Gewalt gegen Journalisten und in diesem Klima eine steigende Anzahl tätlicher Angriffe. In Deutschland waren es mindestens 22, nach 16 Angriffen im Jahr 2017. Die größte Pressefreiheit herrscht in Norwegen, Finnland und Schweden.
spiegel.de, reporter-ohne-grenzen.de (Rangliste), reporter-ohne-grenzen.de (Deutschland)

Apple und Qualcomm beenden Patentstreit.


An Apple a day keeps Qualcomm away: Apple und Qualcomm einigen sich im jahrelangen Patentstreit kurz nach Prozessbeginn. Die beiden Unternehmen wollen sämtliche Rechtsstreitigkeiten weltweit beenden. Apple zahlt einen nicht öffentlich kommunizierten Betrag an Qualcomm. Beide Parteien unterzeichnen zudem eine auf sechs Jahre angelegte Lizenzvereinbarung sowie ein auf mehrere Jahre angelegtes Lieferabkommen.

Bisher liefert Intel die Halbleiter an Apple. Der Aktienkurs von Qualcomm stieg nach der Einigung um mehr als 20 %. Der Kurs von Apple notierte weitgehend unverändert. Zuvor warf Qualcomm Apple vor, Patente verletzt zu haben. Apple beschuldigte Qualcomm, überhöhte Lizenzgebühren für Patente zu verlangen.
faz.net, turi.de (Background)