Lese-Tipp: Thomas Ganske will seinen Verlag nicht "verzwergen".

Lese-Tipp: Verleger Thomas Ganske spricht mit der "Wirtschaftswoche" offen über das schwierige Geschäft in kriselnden Printzeiten. Er kämpft mit stetig schrumpfenden Umsätzen, sein Sohn mit dem Überführen des Verlags ins digitale Zeitalter. "Gezielt verzwergen" will Ganske den Verlag nicht. Kritiker werfen ihm vor, Führungskräfte zu vergraulen, nicht loslassen zu können und das Geld gut laufender Geschäftsbereiche in marode zu stecken. Ganske will weitermachen, jedes Jahr mindestens ein neues Magazin auf den Markt bringen und in der Buchsparte die Abhängigkeit vom Bestsellergeschäft verringern.
"Wirtschaftswoche" 43/2018, S. 58 (Paid)

Wort & Bild und Wefra bauen eine digitale Bildungsplattform.

Wort & Bild gründet ein Joint Venture mit der Werbeagentur Wefra, um eine Fortbildungs-Plattform für Apotheker zu bauen. Kern wird der PTA-Channel von Wefra: Dessen Videos erklären Fachkräften Medikamente, Marken und andere berufliche Themen. Wort & Bild gibt die "Apotheken Umschau" heraus und hat erst gestern den Kauf des Online-Shop-Dienstes Curacado gemeldet.
healthcaremarketing.eu, turi2.de (Curacado)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Andreas Arntzen erklärt die Zukunft der "Apotheken Umschau".

Zitat: Frank Dopheide will Preisschilder auf alle Handelsblatt -Produkte kleben.

"In dem Moment, wo du billig wirst ... they never come back. Wenn du eine Premiummarke verschenkst, kriegst du sie nie wieder auf die Kö."

Handelsblatt-Chef Frank Dopheide erläutert im turi2.tv-Interview, warum die Zeit der Gratiskultur vorbei ist. Auch das Morning Briefing soll "demnächst" etwas kosten.
turi2.tv (Dopheide über Paid Content)

"Wir sind von Monarchie auf Demokratie gewechselt (...) vom System Leitwolf auf Schwarmintelligenz."
turi2.tv (Dopheide über die Post-Steingart-Ära)

"Wir werden uns vom Reichweitenmodell langfristig verabschieden. Wir gehen weg von B2B hin zu B2P, dem Professional."
turi2.tv (Dopheide über seine Strategie)

"Die Messgröße lautet: Jeder Leser spürt den Wert und dokumentiert es dadurch, dass er irgendwas bezahlt."
turi2.tv (Dopheide über kostenpflichtiges Morning Briefing)

"Zur Information muss Qualifikation kommen, weil Journalisten mit ihren Fähigkeiten, auf Aktualität zu reagieren, Inhalte aufzubereiten, vielen überlegen sind."
turi2.tv (Dopheide über den Weg zum Bildungsunternehmen)

"Ideenreichtum ist unser Asset für die Zukunft. Es ist nicht Effizienzstreben, Abschneiden, Verpacken in größeren Einheiten – wir glauben, mit Ideenreichtum erfinden wir uns selbst neu."
turi2.tv (Dopheide über seine Prioritäten)

Männer-Quintett leitet Deutschland-Geschäft von Bauer.

Die Zukunft trägt Krawatte blaue Einreiher: Bauer gründet ein Publishing Board für sein Deutschland-Geschäft – wie in der Verlagswelt üblich nur bestehend aus weißen, mittelalten Männern. Die Wilde-Kerle-Combo bilden Vertriebschef Heribert Bertram, 51, die Verlagschefs Sven Dams, 54, und Ingo Klinge, 49, sowie Advertising-Chef Dirk Wiedenmann, 54. Sie machen Meldung bei Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf, 54.
bauermedia.com



"Apotheken Umschau"-Verlag Wort & Bild übernimmt Digital-Plattform Curacado.


Plattform für Pillendreher: Der "Apotheken Umschau"-Verlag Wort & Bild übernimmt den Online-Shop-Dienstleister Curacado. Das Nürnberger Startup hilft regionalen Apotheken beim Aufbau ihres Online-Geschäfts. Apotheker können Kunden mithilfe der Plattform Nach-Hause-Lieferungen und Rezept-Abholung anbieten. Wort & Bild-Chef Andreas Arntzen will den "Apotheken Umschau"-Verlag zum digitalen Dienstleister stationärer Apotheker ausbauen.

Die Pillenprofis vom alten Schlag fürchten den Einstieg von Amazon und sehen sich mit expandierenden Anbietern wie DocMorris konfrontiert. Auch Wort & Bild sieht Konkurrenten: Burda startet demnächst mit der Apothekergenossenschaft Noweda eine Digitalapotheke nebst Kundenmagazin. Die Übernahme der Curacado-Mehrheit sichert auch der "Apotheken Umschau" einen Vetriebsweg: Sie liegt der Online-Lieferung bei.
presseportal.de, turi2.de (Background Burda)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Andreas Arntzen trimmt die "Apotheken Umschau" auf digital.

Zitat: Frank Dopheide setzt auf Bildung statt auf Informationsvorsprung.

"Medien denken allen Ernstes immer noch, ihre Stärke sei Informationsvorsprung. Wo du denkst, Information in Zeiten großer Informationsüberflutung ... seid ihr irre?"

Handelsblatt-Chef Frank Dopheide will neue Erlösquellen mit Bildungsgeschäft erschließen. Im turi2.tv-Interview erklärt er das Projekt Ada.
turi2.tv (5-Min-Ausschnitt zu Ada), turi2.tv (40-Min-Video)

Handelsblatt wird zum Bildungs-Unternehmen: Das große Interview mit Frank Dopheide.


Germanys next Gabor: Die Handelsblatt Media Group hat den Schock des Gabor-Steingart-Ausscheidens allmählich verdaut. Im Video-Interview von turi2.tv meldet sich der neue, starke Mann: Frank Dopheide treibt viele Pläne voran. Der wohl wichtigste: Mit dem Projekt Ada soll Bildung zu einem Standbein der Mediengruppe werden. turi2 zeigt einen Ausschnitt (oben) sowie das komplette Gespräch (unten), geführt von Peter Turi.

Hinter Ada, einem Projekt mit Miriam Meckel, steckt ein aufwendiges Schulungsprogramm, das die große Wissenslücke unserer Zeit schließen soll: "Die technologische Entwicklung hat die eigenen Mitarbeiter abgehängt. Also bei uns im Unternehmen, aber fast in jeder Branche, in jedem Unternehmen", sagt Dopheide. Er hat zehn Unternehmen gewonnen, die jeweils 30 Mitarbeiter in das erste Ada-Programm schicken. Sie sollen mit Hausaufgaben, Veranstaltungen und "Deep Dives" innerhalb eines Jahres zu digitalen Leistungssportlern werden.
turi2.tv (5-Min-Ausschnitt zu Ada), turi2.tv (40-Min-Video)

Im 40-Minuten-Gespräch spricht Dopheide über seine Strategie und die Zukunft des Verlags. Ein Klick auf den jeweiligen Link führt zur Stelle im Gespräch. Dopheide über ...
00:28 ... den Abgang Gabor Steingarts
02:18 ... den Systemwechsel im Haus
03:45 ... seinen persönlichen Hintergrund als Werber
08:10 ... Geld verdienen mit digitalen Produkten
12:23 ... die strategische Ausrichtung
14:20 ... ein kostenpflichtiges Morning Briefing
21:18 ... das Handelsblatt als Bildungsunternehmen
25:30 ... das Modell hinter Ada
30:08 ... die Rolle der Journalisten darin
33:00 ... wie sich die Idee entwickelt hat
36:33 ... seine Prioritäten und Herausforderungen

OMR: Facebook sucht Nutzer bei Online-Portalen deutscher Verlage.

Facebook-LogoFacebook versucht offenbar, seinen Bedeutungsrückgang mit einer Traffic-Kampagne auf deutschen Portalen wie Meinestadt.de und Gutefrage.net zu lindern, berichtet Roland Eisenbrand. So werden beispielsweise Nutzer im Event-Bereich von Meinestadt.de mit einem Pop-Up zu Facebooks Veranstaltungsseiten weitergeleitet. Eisenbrand vermutet einen Versuch, "Nutzer- und Nutzungszahlen der Browser-basierten Variante von Facebook" wieder anzukurbeln – diese gehe laut des Statistik-Tools Similarweb "sukzessive zurück".
omr.com

Freischreiber starten Internetseite über Journalisten-Einkommen.

Freischreiber wollen mit der neuen Internetseite wasjournalistenverdienen.de Transparenz in die Einkommen von Journalisten bringen. Journalisten können anonym ihre Honorare oder Gehälter eintragen, die Seite veröffentlicht nur Mittelwerte. Die Freischreiber haben das Tool zusammen mit den Journalisten Michel Penke und Haluka Maier-Borst entwickelt. 2017 hatten die Freischreiber einen ähnlichen Tumblr-Blog über Journalisten-Honorare aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Ab 2019 soll jährlich ein Freischreiber-Report über Gehälter und Honorare deutschsprachiger Medien erscheinen.
wasjournalistenverdienen.de, wasjournalistenverdienen.de (Report), turi2 - eigene Infos

Meinung: Verlage sollten mehr über ihre Preispolitik nachdenken.

Verkaufspreise von Presseprodukten und deren Online-Angeboten gehören stärker auf den Prüfstand, schreibt Roland Pimpl. Zwar sähen viele Verlage noch Luft nach oben, zumindest Neukunden würden die Preise aber zum Teil abschrecken. Wichtig sei das empfundene Preis-Nutzungs-Verhältnis. Verlage sollten daher ihr Produkt besser erklären. Mehr sei nicht immer besser, wenn Kunden das Gefühl hätten, nicht alles zu nutzen.
"Horizont" 40/2018, S. 16 (Paid)

Wir graturilieren: Jan Schlüter wird 59.

Wir graturilieren: Jan Schlüter, kommissarischer Chefredakteur der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen", wird heute 59. Jahre alt. Bei "herrlicher Herbstsonne" genießt er einen ruhigen Sonntag mit seiner Frau. Das "HNA"-Team stehe fantastisch zusammen und mache einen guten Job, lobt Schlüter die Arbeit des zurückliegenden Jahres. Für die Zukunft wünscht er sich, dass den deutschen Verlagen der "digitale Durchbruch" gelingt. Geburtstagsgrüße erreichen ihn ebenfalls am besten digital: per E-Mail.

Jury wählt Architektenentwurf für neue G+J-Zentrale.


Gruner + Jahr: Das neue Hauptquartier des Verlags wird nach einem Entwurf der Londoner Architekten von Caruso St John gebaut, entscheidet die Jury. Der Entwurf enthält u.a. grün-emaillierte Keramikstreben und drei Innenhöfe, die Jury charakterisiert das Objekt als "zurückhaltendes Hamburger Kontorhaus". Auf 75.000 Quadratmetern entstehen neben der G+J-Zentrale auch weitere Gewerbe- sowie Wohnflächen. Der Entwickler ist HIH Real Estate aus Hamburg.
presseportal.de

Zitat: Julia Jäkel appelliert an Verantwortung der Media-Entscheider.

"Wir wollen nach vorne, nicht zurück. Aber genau deshalb ist es uns auch so wichtig, dass uns die Demokratie nicht um die Ohren fliegt."

Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel wirbt für Werbung in Qualitätsmedien: Marketing-Leute sollten Werbegelder "verantwortungsvoll ausgeben", also lieber in Hamburg als im Silicon Valley.
"Horizont" 39/2018, S. 12-13 (Paid)

Jalag verkauft seine Frauenzeitschriften an Klambt.

Er will die Scheidung: Jahreszeiten Verlag verkauft seine Frauenzeitschriften an Klambt - "Für Sie", "Petra", "Vital", "Feel Good", "Iss dich gesund" und das erst vor kurzem entwickelte "Dr. Wimmer" wechseln den Besitzer. Die Kartellbehörden von Deutschland und Österreich müssen dem Deal noch zustimmen, zum Preis wurden keine Angaben gemacht. Vermarktet werden alle Objekte des Verlags weiterhin von der 2011 gegründeten Agentur BM Brand Media - im Fall der Frauenzeitschriften in Zusammenarbeit mit Klambt.

Künftig wolle sich der Jahreszeiten Verlag mehr auf sein Luxus- und Premium-Segment fokussieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Dazu zählen u.a. "Der Feinschmecker", "Merian" und "Architektur und Wohnen". Im Oktober 2018 erscheint erstmals das Aktivreise-Magazin "Merian Scout", das eine junge Zielgruppe ansprechen soll; mindestens ein weiteres neues Magazin ist geplant. Auch digital will der Verlag wachsen: Zum Januar 2019 soll die Webpräsenz des "Feinschmeckers" ausgebaut werden. Der Deal wirkt schlüssig: Ganske wird ein Geschäft los, dessen Zukunft nicht übermäßig rosig aussieht - es sei denn, man kann günstig produzieren, was Klambt kann.
horizont.net, dwdl.de, wuv.de, meedia.de

Zitat: Post-Chef Frank Appel rechtfertigt steigende Kosten im Presseversand.

"Das Verschwinden von Zeitungstiteln liegt aber kaum daran, dass wir unser Porto erhöhen. Denn das ist sicherlich nur ein geringer Bestandteil der Kosten."

Post-Chef Frank Appel rechtfertigt steigende Preise für den Versand von Zeitungen und Zeitschriften. Das Verteilnetz sei fix, bei sinkenden Auflagen koste das Einzelstück eben mehr.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

"Handelsblatt": Post will Preise für den Presseversand kräftig anheben.

Deutsche Post will die Verlage 2019 kräftiger zur Kasse bitten, berichtet Christoph Schlautmann im "Handelsblatt". Vertriebschef Martin Linde habe intern angekündigt, "deutlich" die Preise für den Presseversand zu erhöhen. Unter anderem wegen hoher Versandkosten hat sich jüngst der ADAC entschlossen, den Versand seiner Zeitschrift "Motorwelt" ab 2020 einzustellen. Der Club zahlt jährlich rund 50 Mio Euro Porto und fürchtet weitere Erhöhungen.

Die Post will mit höheren Preisen ihre Brief- und Paketsparte in die Spur bringen. Geschäftskunden müssen ab Januar für Pakete deutlich drauflegen – der Anstieg fällt doppelt so hoch aus wie sonst zum Jahresanfang üblich. Der Umsatz im Paketgeschäft wächst, das Ergebnis aber schrumpft. Grund hierfür sind vor allem fehlende Arbeitskräfte. Die Post bedient sich immer wieder bei Leiharbeitsfirmen, doch die finden immer schwieriger Mitarbeiter.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Lipinski: "Flensburger Tageblatt" versetzt Redakteure offenbar wegen unliebsamer Berichterstattung.

Flensburger Tageblatt versetzt überraschend die drei langjährigen Redakteure Carlo Jolly, Joachim Pohl und Holger Ohlsen in die Außenredaktionen nach Husum, Niebüll und Schleswig – Grund dafür sei "unliebsame Berichterstattung" über ein Flensburger Unternehmen, zitiert Gregory Lipinski den DJV-Landesvorsitzende Arnold Petersen. Die Chefredaktion um Stefan Kläsener habe den Wechsel intern mit einem "anstehenden Generationswechsel" begründet.
meedia.de

Meinung: Peter Huth produziert mit der WamS "Quality Time" für seine Leser.

Welt am Sonntag dient für ihre Leser als "Quality Time" mit sich selbst, erklärt "WamS"-Chefredakteur Peter Huth im Springer-Podcast "inside.pod" zum 70. Jubiläum der Sonntagszeitung. Die Leser empfänden das Blatt als "intellektuellen und unterhaltsamen Gewinn". Sein journalistisches Credo orientiere sich an der Philosophie des Blatts: "Die Mischung macht's!" Ernste und politische Themen müssten mit leichter Unterhaltung zusammengeführt werden.
axelspringer.com, soundcloud.com (32-Min-Audio)

"FAZ" arbeitet an neuer Digitalstrategie inklusive Online-Flatrate.

Frankfurter Allgemeine Zeitung überdenkt ihr Digitalangebot, gibt "FAZ"-Geschäftsführer Thomas Lindner auf dem Distribution Summit des VDZ in Hamburg bekannt. Die Anzahl der Bezahlstücke auf FAZ.net soll deutlich ansteigen. Mit einer Online-Flatrate wollen die Frankfurter ihre "Paywall wiederum neutralisieren". Die Flatrate im Wochen-Abo soll zu gleichen Teilen Inhalte aus "FAZ", "FAS", "FAZ Woche" sowie dem Magazin "Quarterly" beinhalten und "jüngere und preissensible Nutzer" ansprechen.
horizont.net

"taz"-Chef Ruch präsentiert Pläne für Ende der Tageszeitung im Jahr 2022.

Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch ist sich sicher: Auch ohne täglich Print muss niemand vom Dach des neuen "taz"-Hauses (im Hintergrund) springen. (Foto: Jens Twiehaus)

taz ohne Totholz: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch legt Zahlen für ein mögliches Ende der täglichen, gedruckten "taz" zum 1. Januar 2022 vor. Sein heute vor Journalisten gezeigtes Szenario umfasst eine Print-Ausgabe am Wochenende sowie digitale Abo-Produkte in Form von App und E-Paper. Weil Druck- und Vertriebskosten entfallen und das freiwillige Online-Abo wächst, geht Ruch von stabilen Umsätzen und möglicherweise gar steigenden Erträgen aus.

Ruch hatte schon 2011 ein Ende der gedruckten Tageszeitung in zehn Jahren prognostiziert ("Szenario 2021") und jüngst vor Mitgliedern der Genossenschaft einen Print-Abschied auf Raten angedeutet. Jetzt legt er Zahlen vor, um Mitarbeitern die Angst zu nehmen. Demnach würde die "taz" rund 1,8 Mio Euro Druckkosten, 3,5 Mio Euro für Vertrieb und 1,1 Mio Euro Speditionskosten sparen. Die fehlenden fast 16 Mio Euro aus Print-Abos und 1,1 Mio Euro aus Print-Einzelverkauf müssten aber von steigenden digitalen Umsätzen ausgeglichen werden.

Mindestens 84.000 Kunden müssten für digitale "taz"-Produkte zahlen. Schon jetzt seien es 62.000, die Zielmarke bis 2022 also "realistisch", sagt Ruch. Es gebe ein Leben nach der gedruckten Tageszeitung. "Wir werden nicht in Schönheit sterben." Diese Zuversicht soll auch der Berliner Neubau der "taz" ausstrahlen. Redaktion und Verlag ziehen im Oktober ein. Der neue Newsroom ist crossmedial ausgerichtet. In einem Media-Raum will die "taz" Podcasts und Videos produzieren.
turi2 vor Ort im Berliner "taz"-Neubau

Eindrücke von heute aus dem "taz"-Neubau gibt es in den turi2-Stories bei Instagram und Facebook.


Zitat: Zeit-Chef Rainer Esser findet tägliches Waschen sinnvoll.

"Dass man sich täglich wäscht und anderen nicht in die Fresse haut, finde ich echt okay. Auch wenn der letzte wissenschaftliche Beweis hierfür noch fehlt, finde ich es nützlich und gut, dass sich die Leute daran halten."

"Zeit"-Geschäftsführer Rainer Esser teilt auf bei der GWA-Podiumsdiskussion subtil gegen Klaus-Peter Schulz, Chef des Mediaagentur-Verbandes OMG, aus. Der schrieb kürzlich bei "Horizont", es gebe keinen Beweis dafür, dass Qualitätsmedien die Meinungsvielfalt garantieren.
wuv.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Da ist viel Neid dahinter" – "Zeit"-Chef Rainer Esser kritisiert Facebook-Angst vieler Verlage.

"Wir sind verwundbar": Mathias Döpfner über Springers Schwachpunkte.


Weitsicht durch Vorsicht: Auch Digital-Primus Springer hat seine Schwächen, muss Vorstandschef Mathias Döpfner einräumen. Im Video-Interview von Peter Turi spricht er über die drei Eigenschaften, die ihn verunsichern. "Zweckpessimismus" hat bei Döpfner Methode. Er sagt: "Only the paranoids will survive."

Die stets selbstkritische Sicht auf die Situation diszipliniert – und lässt den Zweimeter-Mann nicht noch weiter wachsen: "Ich gehe immer davon aus, dass Dinge schief gehen können." Schief gehen könne auch noch das Experiment, ein Geschäftsmodell für digitalen Journalismus zu finden. Dass sich Journalismus im Netz finanzieren lasse, sei "eine Hypothese, keine Gewissheit".
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube), turi2.tv (37-Min-Video)

Mathias Döpfner und Peter Turi reden insgesamt 37 Minuten. Beim Klick auf die folgenden Links geht es direkt zu den Themen: Döpfner über ...
1. ... Kunst und Technologie
2. ... seinen Karriereweg
3. ... seine Musikleidenschaft
4. ... Strategie, Tempo, Veränderungen
5. ... Paranoia und Zweckpessimismus
6. ... Springers wunde Punkte
7. ... Journalismus-Geschäftsmodelle
8. ... moderne Unternehmenskultur
9. ... Springer in zehn Jahren
10. ... das TV-Geschäft
11. ... neues Geschäft und technische Innovation
12. ... die Zukunft für Print
13. ... seinen Medienkonsum

EU-Parlament stimmt für Leistungsschutzrecht und Upload-Filter.

Digitaler Mauerbau: Das EU-Parlament stimmt mehrheitlich fürs Leistungsschutzrecht und macht den Weg frei für Verhandlungen mit Rat und EU-Kommission. 438 Abgeordnete votieren für eine umfassende Reform des Urheberrechts, 226 dagegen. Die Reform sieht auch vor, Internet-Plattformen für hochgeladene Inhalte verantwortlich zu machen. Kritiker fürchten deshalb, dass YouTube, Facebook und andere vorsorglich Upload-Filter einführen, die z.B. auch journalistische Inhalte und Satire blockieren.

Laut den Verlegerverbänden BDZV und VDZ profitierten alle Inhaber urheberrechtlich geschützten Eigentums, weil gegenüber großen Konzernen wie Google und Facebook klare Regeln gelten würden. Kritiker monieren hingegen, die Verleger würden einseitig ihr Geschäft schützen wollen und dabei in Kauf nehmen, die Freiheit im Netz einzuschränken. Netz-Experte Sascha Lobo vermutet, Google könne wegen der entstehenden Unsicherheit durch das Leistungsschutzrecht Google News in Europa abschalten – zum Nachteil auch der Verlage.
handelsblatt.com, spiegel.de, spiegel.de (FAQ zur Reform), presseportal.de (Verlage), netzpolitik.org (Kritiker), twitter.com (Lobo)

Bauer verpflichtet Heike Tyler als Verantwortliche für New Business und Übernahmen.

Bauer ernennt Heike Tyler zur Leiterin des neuen Bereichs New Business und der Abteilung Fusionen und Übernahmen. Bisher managte Tyler ihre eigene Beratungsfirma Tyler TMT, die auf digitalen Wandel spezialisiert ist. Philipp Meixner, bisher Chief Investment Officer, verlässt Bauer. Seine Position wird nicht nachbesetzt.
new-business.de, markets.businessinsider.com

Geschäftsführer Moritz von Laffert hört bei Condé Nast auf.


Laffert lässt los: Moritz von Laffert, Geschäftsführer von Condé Nast Deutschland und Vice President von Condé Nast International, verlässt den Verlag 2019 nach fast zehn Jahren. In der Übergangszeit will er die Geschäfte weiterführen. Geht es nach der Verlagsmitteilung, hat von Laffert seinen Posten selbst wegrationalisiert: Die Ländergesellschaften sollen sich künftig stärker an der Zentrale in London ausrichten. Er selbst habe den Wandel mitgestaltet.

Von Laffert fährt bei Condé Nast seit Jahren einen Sanierungskurs: Schlussredaktionen strich er weg, das Magazin "Wired" machte er dicht und verkaufte das Frauenblatt "myself" an Funke. Zuletzt verweigerte er sich gegen einen von der Belegschaft geforderten Betriebsrat. Den Auflagen-Verlust bei Vorzeige-Magazinen wie "Vogue" und "GQ" konnte er nicht bremsen.
kress.de, meedia.de

Mitarbeit: Markus Trantow

"Weltweit führender Digitalverlag": Mathias Döpfner und sein Zehn-Jahre-Plan für Springer.

Eine echte Größe: Mathias Döpfner strebt mit Springer die Weltherrschaft an – im geschäftlichen Sinne. Aus Springer soll in den kommenden zehn Jahren der "weltweit führende Digitalverlag" werden, sagt Döpfner im Video-Gespräch mit Peter Turi. Er hat große Visionen für Business Insider, setzt auf digitale Kleinanzeigen und die Transformation der Traditionsmarken – Print kommt in seinen Plänen kaum noch vor. Und auch immer weniger am eigenen Frühstückstisch: Von einst 14 Zeitungen hat er einige abbestellt.

Die Zukunft des Gedruckten will der amtierende Zeitungsverleger-Präsident Döpfner "ganz nostalgiefrei sehen", Achtungserfolge wie "Landlust" sieht er als Ausnahme. "Das geht solange es geht, irgendwann geht es fast nicht mehr." Alle einst reinen Zeitungs-Marken würden auch zu Fernseh- und Radiosendern. Das klassische TV ist für Döpfner kein spannendes Konzept mehr, die Wunden der gescheiterten Fusion mit ProSiebenSat.1 sind allmählich verheilt.
turi2.tv (5-Min-Ausschnitt), turi2.tv (37-Min-Video)

Döpfner und Peter Turi reden in 37 Minuten auch über Musik, Paranoia und Döpfners musikalische Leidenschaft. Unten finden Sie das komplette Video. Beim Klick auf die folgenden Links geht es direkt zu den Themen: Döpfner über ...
1. ... Kunst und Technologie
2. ... seinen Karriereweg
3. ... seine Musikleidenschaft
4. ... Strategie, Tempo, Veränderungen
5. ... Paranoia und Zweckpessimismus
6. ... Springers wunde Punkte
7. ... Journalismus-Geschäftsmodelle
8. ... moderne Unternehmenskultur
9. ... Springer in zehn Jahren
10. ... das TV-Geschäft
11. ... neues Geschäft und technische Innovation
12. ... die Zukunft für Print
13. ... seinen Medienkonsum

"Süddeutsche": "Spiegel" holt Onliner nach und nach in die Mitarbeiter KG.

Revolution mit Wartezeit: Der Spiegel-Verlag öffnet seine bisher nur den Machern des gedruckten "Spiegel" vorbehaltene Mitarbeiter KG künftig auch für Mitarbeiter von Spiegel Online, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Ab 2019 können Onliner in die Eigentümergemeinschaft des Nachrichtenmagazins aufrücken, wenn KG-Mitglieder ausscheiden, etwa weil sie in den Ruhestand gehen. Allein durch den Umbau-Prozess der vergangenen zwei Jahre haben rund 150 KG-Mitglieder den "Spiegel" verlassen. Auf den frei werdenden KG-Tickets sollen Onliner einziehen. Der Gewinnanteil, den der Verlag an die einzelnen KG-Mitglieder ausschüttet, soll so konstant bleiben.

Bis der Umbau wirksam wird und die Onliner im Gesellschafterkreis eine vernehmbare Stimme darstellen, werden allerdings noch Jahre ins Land gehen. "Spiegel"-Mitarbeiter haben erst drei Jahre nach Vertragsbeginn Anspruch auf Eintritt in die KG. Die Mitarbeiter KG hält 50,5 % der Verlags-Anteile. Von einer Einbeziehung der Macher von "manager magazin" und Spiegel TV ist bisher nicht die Rede.
sueddeutsche.de, turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Klick-Tipp: turi2 berichtet auf Instagram vom Springer-Richtfest.

Klick-Tipp: Springer feiert Richtfest im Neubau des Verlags. turi2-Videochef Jens Twiehaus ist vor Ort – und berichtet in einer Instagram Story. Sein Video von der Baustelle, bislang rund 1.000 mal auf YouTube angesehen, gewährt einen Einblick in den künftigen "Welt"-Newsroom und die TV-Studios.
instagram.com (turi2 auf Instagram), turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)