Springer-Manager sollen den Verlag um mehr als 10 Mio Euro betrogen haben.

Springer: Eine Bande um Ex-Logistikchef Markus Günther soll den Verlag um mehr als 10 Mio Euro betrogen haben, berichtet das "manager magazin". Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittle seit mehr als vier Jahren gegen Günther, seinen Vorgänger Karsten Böhrs und mehrere Logistik-Dienstleister. Anklage sei noch nicht erhoben worden. Die Dienstleister sollen jahrelang fingierte Rechnungen gestellt und das eingenommene Geld zum Teil an Günther oder seine damalige Ehefrau überwiesen haben.
manager-magazin.de

"Spiegel" befragt das ganze Haus zu Sexismus-Erfahrungen.


Den Spiegel vorhalten: Alle Mitarbeiter des Spiegelverlags werden derzeit zu ihren Erfahrungen mit sexueller Belästigung und sexistischen Sprüchen befragt, berichten Pascale Müller und Juliane Löffler. Bei Buzzfeed veröffentlichen sie den Bericht der "Spiegel"-internen #MeToo-Arbeitsgruppe. Sie schiebt konkrete Maßnahmen an. Andere deutsche Verlage teilen mit, keine Sexismus-Probleme oder Geburtstag zu haben.

Beim "Spiegel" können sich Betroffene an externe Ansprechpartner wenden, um über Vorfälle zu berichten. Die Kommission empfiehlt auch, die entstanden Machtstrukturen im Verlag zu hinterfragen und wie sie Sexismus begünstigen könnten. Der Bericht rät, gemäß dem Werbe-Slogan des Hauses, "keine Angst vor der Wahrheit" zu haben. Laut Buzzfeed geht der Spiegelverlag im Branchen-Vergleich besonders offensiv mit dem Thema um.

Andere Verlage verweisen auf existierende Anlaufstellen oder teilen mit, dass keine Fälle bekannt sein. Bei der "FAZ" gab es offenbar Fälle, doch das Fehlverhalten sei abgestellt worden oder die Personen arbeiteten nicht mehr im Haus. Burda antwortet zunächst nicht. Madsack lässt die Anfrage wegen der 125-Jahr-Feier liegen.
buzzfeed.com, turi2.de (Background)

"Kurier"-Anteil an der VGN steht nicht mehr im Handelsregister.

Verlagsgruppe News: Die umstrittenen 25,3 % des "Kurier" stehen im Firmenbuch, dem österreichischen Handelsregister, nun als Besitz von Mehrheitseigner Horst Pirker (Foto) und der Gesellschafter-Familie Fellner. Der "Kurier" will dagegen vorgehen. Pirker hatte von den Gesellschaftern neues Kapital eingefordert, der "Kurier" hatte sich geweigert. Daraufhin hat Pirker eine Option aus dem Jahr 2001 gezogen und den Anteil gegen den Willen des "Kurier" übernommen.
derstandard.at

Rechtsausschuss im EU-Parlament stimmt für Leistungsschutzrecht und Upload-Filter.

Leistungsschutzrecht für Presseverlage passiert mit einer Stimme Mehrheit den Rechtsausschuss im EU-Parlament. Mit 15:10 Stimmen votieren die Mitglieder auch für sogenannte Upload-Filter – sie würden Facebook, YouTube und Co. verpflichten, mögliche Verstöße gegen Urheberrechte schon beim Hochladen zu blockieren. Kritiker fürchten unkontrollierbare Zensur. Die Verhandlungen über ein neues EU-Urheberrecht gehen nun zwischen EU-Parlament, Ministerrat und Kommission weiter.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Betriebsrat Thomas Ducks will wegen seelischer Belastung hinschmeißen.

Medienholding Süd: Betriebsrat-Vorsitzender Thomas Ducks will aufhören, "der Adrenalinpegel muss runter", sagt er im Interview von Josef-Otto Freudenreich. Seine Alltag zwischen Schicksalen und Existenzängsten sei seelisch extrem belastend. Den Verlegern wirft er vor, seit Jahren die Arbeit abzuwerten – fatal, weil motivierte Mitarbeiter das größte Kapital eines jeden Unternehmens seien. Ducks fordert Journalisten auf, sich nicht zu wichtig zu nehmen und zu kämpfen. Sie seien abhängig Beschäftigte und austauschbar wie jeder andere.
kontextwochenzeitung.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Verbände üben laut "taz" Druck auf EU-Abgeordnete aus.

Lese-Tipp: Anne Fromm und Daniel Bouhs beschreiben, wie EU-Abgeordnete vor der heutigen Abstimmung über die Urheberrechtsreform von Befürwortern und Gegnern der Reform mit Anrufen und E-Mails "bombardiert" werden. Anonyme Quellen sagen, besonders Vertreter des BDZV warben "teilweise aggressiv" für das Leistungsschutzrecht. Die "taz" sieht eine knappe Mehrheit für das Leistungsschutzrecht. Das "Handelsblatt" schreibt, eine Mehrheit sei unsicher, die eigentlich fest eingeplante Zustimmung der liberalen Abgeordneten sei offen. Die Abstimmung findet im federführenden Rechtsausschuss statt.
taz.de, handelsblatt.com

Arnd Wagner wird globaler Bauer-Kommunikationschef, Markus Hüßmann Technik-Boss.

Bauer beruft neue Global-Chefs für Kommunikation und Technologie: Arnd Wagner wird Head of Group Communications, er leitet derzeit die Agentur Brandchance und war zuvor in Konzernen außerhalb der Medienbranche. Andrea Fratini bleibt als deutsche Kommunikationschefin an Bord. Markus Hüßmann wird Chief Technology and Information Officer, er leitete bislang bei Bauer das Digital-Segment Bauer Xcel.
meedia.de

Sascha Lobo kritisiert die Haltung der Verlage zum Leistungsschutzrecht.

Hör-Tipp: Sascha Lobo geht in seinem Debatten-Podcast auf Kommentare seiner Leser zu seiner Kolumne So ein Quatschgesetz über das EU-Leistungsschutzrecht ein. Er bezeichnet es als "Wunschgesetz aus einer Parallelrealität gewisser Presseverleger". Er sagt u.a., dass digitaler Journalismus ein Geschäftsmodell sein müsse und Verlage schlichtweg jahrelang versäumt hätten, darüber nachzudenken. Den Springer Verlag bezeichnet er als "schädlich für die demokratische Öffentlichkeit". Ihn stört, wie das Leistungsschutzrecht zur Gretchenfrage für oder gegen Journalismus hochstilisiert werde.
spiegel.de

Mediengruppe Rheinische Post macht 2017 weniger Umsatz und Gewinn als 2016.

Mediengruppe Rheinische Post, seit Mai auch Eigentümerin des Bonner "General-Anzeiger" veröffentlicht seine Jahresergebnisse 2017: Der Gesamtumsatz geht um 5,5 Mio auf 695 Mio Euro zurück. Das Jahres-Ergebnis liegt bei 10,9 Mio Euro – rund 13 Mio weniger als 2016. Gründe seien u.a. sinkende Werbe-Erlöse, Auflagen-Verluste und die Mindestlöhne der Zusteller. Die Saarbrücker Zeitungsgruppe bringt dem Verlag 355 Mio Euro Umsatz, den mit Abstand größten Anteil.
new-business.de, turi2.de (Bonner "General-Anzeiger")

Handelsblatt Media Group hat Autogipfel-Probleme, hört Kai-Hinrich Renner.


Läuft Fährt nicht von selbst: Die Handelsblatt Media Group bekommt ihren Autogipfel nicht ins Rollen, hört Kai-Hinrich Renner. Porsche sollte ihn 2018 als Kooperationspartner ausrichten. Jetzt teilt der Verlag mit, das sei "aus terminlichen Gründen nicht möglich". Man sei mit verschiedenen anderen Herstellern für eine Alternative im Gespräch, der Gipfel solle auf jeden Fall 2018 stattfinden. Aus Verlagskreisen hört Renner, der Erlös der Veranstaltung liege bei rund 1 Mio Euro.

Ein weiteres Kooperations-Projekt – eine App für die Deutsche Bank – liege auf Eis. Sie sollte Mitarbeiter der Bank mit internen Nachrichten und Inhalten aus dem "Handelsblatt" und dem "Wall Street Journal" versorgen. Weder der Verlag noch die Bank äußern sich dazu.
morgenpost.de

Neuer Telemedienauftrag: Politik, Öffentlich-Rechtliche und Verlage beenden jahrelangen Streit.


Nur glückliche Gesichter (von links): Mathias Döpfner, Reiner Haseloff, Malu Dreyer, Ulrich Wilhelm, Thomas Bellut, Stefan Raue. (Foto: Twiehaus)

Weniger Text, Ausbau Mediatheken: Der Telemedienauftrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird in weiten Teilen überarbeitet – damit endet ein jahrelanges politisches Ringen zwischen den Sendern, den Verlagen und der Politik. Die Beteiligten stellen in Berlin die Ergebnisse vor: Wichtigste Neuerung ist, dass die Onlineangebote von ARD, ZDF und Deutschlandradio ihren Schwerpunkt auf Bild und Ton legen – presseähnliche Berichterstattung ist verboten.

Ein Zückerchen für die Sender: Die 7-Tage-Löschfrist für Inhalte in den Mediatheken fällt weg, sie können außerdem mehr europäische Filme und Serien einstellen. Die Politik beauftragt die Sender zudem ausdrücklich, interaktiv und über Social Media zu kommunizieren. Neu ist auch eine gemeinsame Schlichtungsstelle der Rundfunkanstalten und der Verlage – falls es doch noch Streit um die richtigen Anteile von Text, Video und Audio geben sollte.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff nannte die gemeinsame Lösung aller Beteiligten der Medienindustrie einen "historischen Moment". BDZV-Präsident Mathias Döpfner war spürbar erfreut, sich mit ARD, ZDF und Deutschlandradio zu einigen. Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sagt, dass die Belastung der langen Verhandlungen geschafft sei. Wilhelm erinnert daran, dass sich manche journalistische Arbeitsweisen in den Sendern ändern müssten.

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue schränkte ein, noch mit dem Begriff Presseähnlichkeit zu fremdeln. Sein Deutschlandfunk wird etwa weiterhin die morgendlichen Interviews im Volltext anbieten. Döpfner zeigte sich grundsätzlich offen: "Keiner kann den Öffentlich-Rechtlichen verbieten, Textelemente zu nutzen". Wenn die Sender also bei investigativen Recherchen Dokumente zugänglich machen, bleibt das weiterhin erlaubt.
turi2 vor Ort bei Pressekonferenz in Berlin, rlp.de (Reaktionen), bdzv.de, ndr.de

Zitat: Frank Überall kritisiert die Heimlichtuerei von Madsack.

"Die Madsack-Manager müssen lernen, dass Geschäftspolitik nach Gutsherrnart bei uns und den Betroffenen auf Widerstand stößt."

Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands, missbilligt die Geschäftspraktiken bei Madsack, die zur Anzeige durch die Journalistenverbände DJV und DJU sowie die Betriebsräte gegen den Verlag geführt haben.
djv.de, turi2.de (Background)

DJV, DJU und Betriebsräte erstatten Anzeige gegen Madsack.

madsack_150Madsack: Die Journalistenverbände DJV und DJU sowie die betroffenen Betriebsräte beantragen ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den Verlag. Die Verantwortlichen hätten bei der Bündelung der Online-Aktivitäten im neuen Newsportal RND.de die Interessenvertretungen verspätet und unzureichend informiert. Dadurch sei den Betriebsräten u.a. die Möglichkeit genommen worden, Vorschläge zur Sicherung von Arbeitsplätzen zu unterbreiten. Bei Madsacks Regionalzeitung soll je nur ein Onliner verbleiben, die restlichen Stellen gehen in die Zentral-Redaktion über.
djv.de, turi2.de (Background)

Moritz Holzgraefe leitet die Regierungsbeziehungen bei Springer.

Springer macht Moritz Holzgraefe, 37, zum Leiter der Regierungsbeziehungen. Er war zuvor COO Corporate Digital Platforms und übernimmt die Kontaktpflege zu Parlamenten, Verbänden und Institutionen von Bund und Ländern von Malte Wienker, 37. Wienker hat die politische Lobbyarbeit Anfang April abgegeben und ist jetzt als Referent des Vorstandsvorsitzenden tätig.
per Mail

Deutscher Landwirtschaftsverlag macht Christian Schmidt-Hamkens zum CEO.

Deutscher Landwirtschaftsverlag verpflichtet Christian Schmidt-Hamkens als Sprecher der Geschäftsführung. Zuletzt arbeitete Schmidt-Hamkens als Berater von Firmen für digitale Geschäftsmodelle. Zuvor war er u.a. für die Zeitungsgruppe Stuttgart, den Jahr Top Special Verlag und die Styria Media Group tätig. Der langjährige Geschäftsführer Amos Kotte bleibt an Bord des Special-Interest-Verlags.
dlv.de

Porträt: Holger Bingmann kooperiert mit Freiberuflern und will eine Uni gründen.

Holger Bingmann, geschäftsführender Gesellschafter des Medienkonzerns Melo Group, will sein klassisches Gewerbe ins digitale Zeitalter überführen, schreibt Henrike Roßbach im Porträt. In seiner Startup-Location Blogfabrik stellt Bingmann etwa 80 Bloggern, YouTubern und Grafikern sehr günstigen Raum zum Arbeiten. Im Gegenzug fragt seine Firma die Freiberufler bei Bedarf, ob sie einen externen Auftrag gegen Bezahlung übernehmen wollen. Zu solchen Aufträgen zählt eine Social-Media-Kampagne für eine deutsche Bank. Auch mit einer Universität mit Schwerpunkt Digitalisierung will der Präsident des Groß- und Außenhandelsverbands BGA Geld verdienen.
sueddeutsche.de

Christoph Niemöller wird Geschäftsführer von Mediaprint und "Kronen Zeitung".

Mediaprint, österreichischer Zeitungsverlag hinter "Krone" und "Kurier", holt Christoph Niemöller als neuen Geschäftsführer. Er folgt auf Axel Bogocz, der das Unternehmen "auf eigenen Wunsch" verlässt. Niemöller übernimmt gleichzeitig auch die Geschäftsführung der "Kronen Zeitung" von Bernhard Schneider, der in den Ruhestand geht. Niemöller war von 2007 bis 2016 Geschäftsführer "Neuen Osnabrücker Zeitung".
funkemedien.de, turi2.de (Background)

Verleger Matthias Hörstmann trennt sich vom Großteil seiner Firma.

Matthias Hörstmann, Musikmedien-Verleger und "11 Freunde"-Herausgeber, verkauft den Großteil seiner Firma, sagt er der "Stuttgarter Zeitung". Hörstmann kündigte jüngst das Ende von "Intro" an, er betreibt außerdem Festivals und Catering-Unternehmen. Hörstmann will bei "11 Freunde" aktiv bleiben, kritisiert aber Gruner + Jahr, das die Beziehung nach der Übernahme von 51 % am Verlag nie als Joint Venture gelebt habe. (Foto: Hörstmann Unternehmensbeteiligungen)
stuttgarter-zeitung.de, turi2.de ("Intro")

"Horizont": Verleger und Intendanten einigen sich auf Neuordnung öffentlich-rechtlicher Online-Angebote.


Was lange währt: Die Verleger und Vertreter von ARD, ZDF und Deutschlandradio machen den Weg frei für einen neuen Telemedienauftrag. Es sieht vor, dass die Öffentlich-Rechtlichen künftig das Verbot der Presseähnlichkeit in ihren Online-Angeboten akzeptieren, berichtet Ulrike Simon. Das sei das Ergebnis eines Treffens zwischen BDZV-Präsident Mathias Döpfner, ZDF-Intendant Thomas Bellut, Stefan Raue vom Deutschlandradio und ARD-Vertreterin Karola Wille.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote künftig auf längere Texte ohne Bezug zu einer Sendung verzichten. Websites und Apps von ARD, ZDF und Deutschlandradio müssen sich damit komplett auf audiovisuelle Inhalte konzentrieren und dürfen mit Texten nur noch anteasern. Sollte es Streit geben, entscheidet eine gemeinsame Schiedsstelle. Wie dies rechtssicher im neuen Telemediengesetz formuliert wird, müssen die Ministerpräsidenten der Länder beraten.

Der juristische Streit zwischen den Verlegern und den Öffentlich-Rechtlichen schwelt seit Jahren – unter anderem beschäftigen sich Gerichte mit der Tagesschau-App. Eine Einigung könnte diese Verfahren nun auflösen. Das neue Telemediengesetz bietet aber auch Zuckerstückchen für die Öffentlich-Rechtlichen: So sollen Inhalte künftig länger in Mediatheken online bleiben dürfen. Auch der Rundfunkbeitrag könnte künftig an die Inflation gekoppelt werden – was mehr Geld in die Kassen der Sender spülen würde.
horizont.net

Streaming-Streit um "Bild" könnte bis hoch vors Verfassungsgericht gehen.

Springer und die Medienanstalt Berlin-Brandenburg werden im Streit um Rundfunklizenzen fürs Live-Streaming durch die Instanzen gehen, schätzt Medienrechtler Karl-Nikolaus Peifer. Der Streit könnte vor dem Verfassungsgericht landen. Springer geht es ums Prinzip, eine Lizenz für Streams von "Bild" kostet maximal 10.000 Euro. Die Verfahren werden sich wohl über Monate ziehen. Der Fall liegt vor dem Verwaltungsgericht – das durch Klagen abgelehnter Asylbewerber überlastet ist.
nzz.ch, turi2.de (Background)

Der Compact Verlag leidet unter seinen rechten Namensvettern.

Compact: Hinter diesem Titel steht ein populistisches Magazin, das Sprachrohr für die AfD und Pegida ist. Genau das ist das Problem des Compact Verlages aus München, schreibt Benedikt Peters. Der Verlag bringt bunte Kinder- und Lehrbücher heraus und bekommt nun weltverschwörerische Manuskripte und Besuch von linken Demonstranten, die den Wikipedia-Artikel nicht gefunden haben.
"SZ", S. 47 (Paid)

Startup-Löwe Frank Thelen: Die Medien-Branche muss volldigitalisieren.

Lecker Internet: Startup-Pionier Frank Thelen ist einer der radikalsten Werber fürs Gründen. Im Video-Interview beim Food Trend Tag von Bauer fordert er mehr Innovationen rund ums Essen und ein komplettes Umdenken in Verlagen. Die Medien-Branche müsse sich volldigitalisieren, um zu überleben, glaubt der "Höhle der Löwen"-Juror.

Thelen lobt ausdrücklich Springer. Dort kümmere sich Mathias Döpfner als oberster Boss um die Digitalisierung aller Geschäfte, er habe viel Umsatz aufgebaut und gute Talente gewonnen. Auch Thelen schaut sich ständig nach Talenten und Ideen um. Seine Firma Freigeist Capital ist an mehr als einem Dutzend Startups beteiligt – und legt mit Investments wie der Low-Carb-Pizza Lizza einen Schwerpunkt auf neue Ideen rund um Ernährung.
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Facebook zahlt künftig u.a. CNN und Fox News Geld für Shows.

Facebook-LogoFacebook bezahlt künftig u.a. CNN, Fox News, ABC News, Advance Local und Univision dafür, dass die Medien Shows für die Nachrichten-Rubrik der US-Videospalte Watch produzieren. Die ersten Shows sollen noch diesen Sommer online gehen. ABC News liefert zum Beispiel eine tägliche Nachrichten-Show, CNN die werktägliche Nachrichten-Show Anderson Cooper Full Circle.
techcrunch.com, cnbc.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Cornelia Haß widerspricht angeblich niedrigen Renditen der Verlage.

Hör-Tipp: Verlage machen im Vergleich zu anderen Branchen gute Gewinne, sagt DJU-Bundesgeschäftsführerin Cornelia Haß. Die Renditen liegen bei 7 bis 12 %, im Handel liegen sie hingegen nur bei 1 %, in der Automobilindustrie bei 7 bis 8 %. Gute Gehälter seien wichtig, um für den Journalisten-Nachwuchs attraktiv zu sein.
deutschlandfunk.de (8-Min-Audio), turi2.de (Background)

Journalisten-Gewerkschaften drohen mit unbefristeten Streiks.

Journalisten-Gewerkschaften wollen eine Urabstimmung an den Zeitungen über unbefristete Streiks. Matthias von Fintel, Verhandlungsführer der DJU, sagt, offenbar sei eine Eskalation nötig, um die Verleger zu einer Reallohnsteigerung zu bewegen. Auch der Bayerische Journalisten-Verband fordert eine Urabstimmung über unbefristete Streiks. Die Tarifverhandlungen waren am Dienstagmorgen ergebnislos unterbrochen worden.
kress.de

BVerfG lehnt Verfassungsbeschwerde gegen VG-Wort-Urteil ab.

VG Wort: Das Bundesverfassungsgericht lehnt eine Verfassungsklage des Verlags C.H. Beck ab. Der Verlag hatte argumentiert, der vom BGH als unzulässig erklärte Verlegeranteil an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaft greife in das Grundrecht auf Eigentum ein. Zudem sei das Recht auf ein faires Verfahren verletzt worden. Das Bundesverfassungsgericht sieht diese beiden Punkte als nicht hinreichend dargelegt an.
boersenblatt.net, juris.de, turi2.de (Background)

Marketing-Chefin Ricarda Witte-Masuhr verlässt Bastei Lübbe.

Bastei Lübbe muss künftig ohne seine bisherige Marketing-Chefin Ricarda Witte-Masuhr auskommen. Sie verlässt den Verlag laut Mitteilung "auf eigenen Wunsch". Ricarda Witte-Masuhr war seit 1999 bei Bastei Lübbe, seit 2009 als Leiterin des Marketings. Ihre Aufgaben übernehmen übergangsweise die ihr bislang untergeordneten Teamleiterinnen unter Leistung von Vorstand Klaus Kluge.
buchmarkt.de

Zahl des Tages: DuMont will seinen Digitalanteil von 25 auf 40 % steigern.

Zahl des Tages: Auf 40 % von jetzt 25 soll der Digitalanteil bei DuMont bis 2022 steigen, erklärt Vorstandschef Christoph Bauer im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Da das Zeitungsgeschäft eher stagniere, wolle der Verlag "bei der Digitalisierung noch einen Zahn zulegen" – die Struktur des Unternehmens verändere sich dabei zwangsläufig.
sueddeutsche.de

Meininger Verlag startet ein Magazin für Spirituosenkult.

Meininger Verlag dürstet nach mehr: Mit "Brannt" bringt der Verlag aus Neustadt an der Weinstraße einen Special-Interest-Titel für Spirituosen heraus. Das Heft liegt zunächst den vier Fachzeitschriften "Weinwirtschaft", "Getränke Zeitung", "Fizz" und "Sommelier Magazin" als Supplement bei. Das hochprozentige Druckerzeugnis erscheint einmal jährlich und kann auch einzeln für 4 Euro erworben werden.
"New Business" 23/2018, S. 26 (Paid), new-business.de (Vorabmeldung)

Meinung: Das Leistungsschutzrecht ist dysfunktional.

Bundesregierung hat das Leistungsschutzrecht noch immer nicht evaluiert, die Grünen-Abgeordneten Tabea Rößner habe inzwischen zwölf Anfragen gestellt. Im Koalitionsvertrag von 2013 wurde die Evaluierung angekündigt, im neuen Koalitionsvertrag fehlt sie gänzlich. Das LSR sei in seiner Form dysfunktional, innovations- und wettbewerbsfeindlich, analysiert Patrick Beuth. Die Abgeordneten seien aber nicht an einer offiziellen Bilanz interessiert, da das deutsche Gesetz als Vorlage auf europäischer Ebene dienen soll.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Burda löst seine Event-Einheit StarnetOne auf.

Burda lässt seine Medienevents künftig von den einzelnen Magazin-Marken dezentral organisieren. Die Event-Einheit StarnetOne löst der Verlag wegen fehlender wirtschaftlicher Perspektive auf. "Bunte" verantwortet künftig den New Faces Award selbst, "TV Spielfilm" den Jupiter-Award und die "Super-Illu" die Goldene Henne. Beim Bambi bleibt das Management unverändert in der Hand von Daniela Fecker.
clap-club.de

Korrektur, 01.06., 18.37 Uhr: In einer früheren Variante hatten wir gemeldet, dass der Bambi mit Daniela Fecker ein neues Management bekommt. Daniela Fecker hatte diese Position bereits bei StarnetOne inne und behält ihre Position auch nach der Auflösung der Event-Einheit. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Spiegel Verlag geht es wirtschaftlich gut, analysiert Roland Pimpl.

Spiegel Verlag steht gut da, schreibt Roland Pimpl: 2017 habe der Verlag sinkende Print-Umsätze durch deutlich wachsende Digital- und TV-Erlöse auffangen können. Der operative Außenumsatz lag 2017 bei 266,6 Mio Euro. Die Online-Werbeerlöse haben die Print-Erlöse erstmals überholt. Geschäftsführer Thomas Hass sagt, für 2018 und 2019 rechne er damit, "dass etwa 80 Prozent der Neuerlöse nicht aus dem klassischen Magazingeschäft kommen werden, sondern aus digitalen Projekten".
horizont.net

Florian Kranefuß verlässt die Geschäftsführung der Tagesspiegel-Gruppe.

Tagesspiegel-Gruppe und Florian Kranefuß, Sprecher der Geschäftsführung, gehen getrennte Wege. Er wolle sich "neuen beruflichen Herausforderungen" widmen, teilt der Verlag mit. Seine Aufgaben übernehmen die Mitgeschäftsführer Ulrike Teschke und Farhad Khalil. Florian Kranefuß war seit 2012 in der Geschäftsführung der Tagesspiegel-Gruppe tätig.
meedia.de

Video-Tipp: Verleger Martin Balle will Leser in kleinerer Zahl ansprechen.

Video-Tipp: Martin Balle, Verleger von "Straubinger Tagblatt" und Münchner "Abendzeitung", zieht nach dem ersten Monat der "Abendzeitung Landshut" Bilanz. Am Kiosk und mit Probe- und VIP-Abos erreiche die neue Lokalausgabe eine verbreitete Auflage zwischen 1.500 und 2.000 täglich. Mit neuen Mediensegmenten, die "enger und zugespitzter" sind, will Balle eine kleinere Leser-Zahl und deren spezifische Interessen ansprechen und damit Print langfristig stabilisieren.
drehscheibe.org

"Fachmedien müssen Partner sein": Gunther Schunk erklärt den Wandel des Vogel-Verlags.


Kreativer Vogel: Gunther Schunk ist Hobby-Asterix-Übersetzer und hauptberuflich Erfinder in Sachen Kommunikation. Der PR-Chef von Vogel Business Media erklärt im "Horizont"- und turi2.tv-Video, wie sehr sich die fränkische Verlagsgruppe wandelt. In der alten Druckerei gibt es inzwischen Messen und Kongresse. Schunk sagt: "Face-to-face ist die direkteste, persönlichste und damit erfolgreichste Kommunikation."

Schunk beschreibt im Interview auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse, wie der Verlag und seine Kunden immer dichter zusammenrücken. Vogel liebe wie jeder Fachverlag die Branche, über die seine Redaktionen berichten. Fachmedien würden die Sprachen ihrer Märkte sprechen – und deshalb auf neue Bedürfnisse in der Kommunikation reagieren. Schunk selbst ist Kommunikations-Profi und gibt eine Einführung in Asterix uff Meefränggisch.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Beim Teutates! Chefredakteur Wolf Stegmaier über die Arbeit am neuen "Asterix".