Analyse: Regierungsnahe Medien hetzen in Polen gegen deutsche Zeitungsbesitzer.

Polnische Medien, die der Regierung nahe stehen, hetzen gegen deutsche Zeitungseigentümer im Land, analysiert Gabriele Lesser. Der Verlagschef von Ringier Axel Springer werde im Privatsender Republika als "Gauleiter" bezeichnet, der glaube, den Polen Vorschriften machen zu dürfen. Politiker und Juristen der Regierungspartei PiS arbeiteten intensiv an Gesetzen, mit denen die angebliche "deutsche Mediendominanz" gebrochen werden soll. Als Erstes wolle die Regierung dem Verlag Polskapress mit dem Mutterhaus Passauer Neue Presse an den Kragen gehen. 60 % der Polen befürworten laut einer Umfrage die geplante "Repolonisierung" der Medien.
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Mitglieder beschließen neuen Verteilungsplan für VG Wort.

VG Wort: Die Mitgliederversammlung der VG Wort in München hat mehrheitlich einen neuen Verteilungsplan beschlossen. Demnach erhalten die Urheber künftig 100 % der ihnen zustehenden Gelder, es sei denn, sie stimmen ausdrücklich zu, einen Anteil davon an ihre Verlage abzutreten. Rund 26.000 Autoren, etwa ein Viertel der VG-Wort-Mitglieder, verzichten freiwillig darauf, die in der Vergangenheit zu Unrecht an Verlage gezahlten Gelder zurückzufordern. Eine Neuregelung wurde nötig, weil der Bundesgerichtshof die bisherige Ausschüttung auch an Verlage für rechtswidrig erklärt hat.
uebermedien.de, boersenblatt.net1 Kommentar

Zitat: Mathias Döpfner sieht Verlage in völliger Abhängigkeit von Google und Facebook.

"Wir Verlage profitieren nicht von dem Traffic, den Google uns verschafft - wir sind komplett davon abhängig."

Springer-Boss und BDZV-Präsident Mathias Döpfner pflegt ein gespaltenes Verhältnis zu Google und Facebook, die mit Verlagscontent Geld verdienen, ohne selbst Inhalte zu schaffen.
de.reuters.com, bdzv.deKommentieren ...

Zitat: VDZ-Präsident Holthoff-Pförtner lobt die Stärke der Fachverlage.

"Der Beck-Verlag ist älter als die Unabhängigkeitserklärung der USA - geht mit dem Erbe aber besser um."

VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner lobt auf dem Kongress der deutschen Fachpresse die Tradition und Stärke deutscher Fachverlage, die teils mehr als 150 Jahre alt sind, und sich als wandlungsfähig erwiesen hätten.
twitter.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner will für die Medienfreiheit kämpfen.
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Analyse: TV-Magazine sind lukrativ, vernachlässigen aber Streaming-Angebote.

TV-Zeitschriften sind trotz des großen Angebots am Kiosk für Verlage sehr lukrativ, analysiert Jens Mayer. Alle vier Millionen-Seller des deutschen Zeitschriftenmarktes seien TV-Magazine. Die Hefte seien Low-Interest-Produkte wie Zahnpasta, die der Kunde ohne langes Grübeln einfach kaufe. Streaming-Angebote spielten aber nur eine marginale Rolle, weil sich die Hauptleserschaft dafür nicht interessiere. "Spiegel Fernsehen" wolle diese Marktlücke schließen und den Lesern Orientierung bei den Tausenden Filmen und Serien im Netz verschaffen.
taz.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Spiegel Daily ist eine Art Abendzeitung.

Spiegel Daily versucht sich als eine Art Abendzeitung, analysieren Katharina Riehl und Claudia Tieschky. Weil das digitale Bezahlangebot pünktlich zur Tea-Time um 17 Uhr erscheint, könne man daran ablesen, wie die Digitalisierung die Gesetze der Branche verändert. Auch Digitalausgaben von Tageszeitungen seien heute das, was früher die gedruckten Abendblätter waren - ein Markt, den nun auch Spiegel Daily für sich erschließen will.
sueddeutsche.deKommentieren ...

Meedia: DVV Media Group und Finanzchefin Kerstin Hainke trennen sich.

DVV Media Group, Tochter der Rheinischen Post Mediengruppe, und die kaufmännische Leiterin Kerstin Hainke gehen getrennte Wege, schreibt Gregory Lipinski. Unternehmens- und Gewerkschaftskreisen zufolge geschehe die Trennung einvernehmlich. Grund für Hainkes Abschied vom norddeutschen Verlag seien unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung des Unternehmens. Der Verlag wolle 30 Stellen streichen - dies entspricht 20 % des Personals.
meedia.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Verlag der "Fuldaer Zeitung" holt Haldun Tuncay als Geschäftsführer.

Fuldaer Zeitung: Die hessische Verlagsgruppe Parzeller, zu der die Fuldaer Zeitung gehört, stellt Ex-Funke-Mann Haldun Tuncay als Geschäftsführer ein, schreibt kress.de. Tuncay starte seinen neuen Job in Fulda im Oktober. Er solle Nachfolger des aktuellen Geschäftsführers Rudolf Lechner werden, der 2018 in den Ruhestand geht. Tuncay war bis Ende 2016 Geschäftsführer für die Anzeigenblätter der Funke-Mediengruppe in Nordrhein-Westfalen.
kress.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Verlegerverbände: Neues Urheberrecht würde Verlage und Journalisten enteignen.

Urheberrecht: Der vom Bundesrat begrüßte Entwurf zum Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz würde zu einer teilweisen Enteignung der Verlage und Journalisten führen, meinen die Verleger-Verbände BDZV und VDZ. Sollte das Gesetz in Kraft treten, bedeute dies massive Einschnitten in die Finanzierung von Journalismus. Immerhin habe der Bundesrat auf die Gefahren des Gesetzes für die Presse hingewiesen, sagen die Verlegerverbände. Der Gesetzentwurf sähe vor, dass Presseprodukte in den digitalen Angeboten von Bibliotheken teilweise gratis genutzt werden dürfen. Das Gesetz soll im Juni im Bundestag endgültig verabschiedet werden.
presseportal.de, bmjv.de (Gesetzesentwurf)Kommentieren ...

Ganske-Gruppe gründet Kreativ-Campus.


Neues Büro, mehr Kreativität: Ganske sammelt seine Redakteure zusammen und bezieht mit ihnen einen neuen Kreativ-Campus am Harvestehuder Weg an der Hamburger Außenalster. Betroffen sind insbesondere der Jahreszeiten-Verlag sowie BM Brand Media, die bisher ihren Sitz in Winterhude haben. Rund 180 Mitarbeiter sollen Mitte Juli umziehen. Die frei werdenden Flächen will Ganske nach dem Umzug vermieten; einzig einige administrative Abteilungen sollen am aktuellen Standort bleiben.

Vom neuen Kreativ-Campus erhoffen sich die Verantwortlichen "noch mehr Schlagkraft" der Verlagsgruppe. Bisher sind am Harvestehuder Weg bereits Hoffmann & Campe samt Kommunikationsdienstleister sowie die Holding der Ganske-Verlagsgruppe ansässig.
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Google fördert Verlage bis mindestens 2018.

Google lässt noch bis mindestens nächstes Jahr Geld auf deutsche Verlage regnen. Zwei bis vier weitere Bewerbungsrunden folgen in der Digital News Initiative, sagt Manager Gerrit Rabenstein. 50 Mio aus dem 150-Mio-Euro-Fonds sind vergeben. Beim Bewerbungen sortieren hilft künftig auch "Wirtschaftswoche"-Herausgeberin Miriam Meckel als Mitglied des Beirates. Parallel startet Google heute in seinem News Lab die zweite Runde seines Fellowship-Programms, das Stipendiaten in Redaktionen bringt.
turi2 vor Ort bei der Republica in Berlin

Aus dem Archiv von turi2.tv: Gerrit Rabenstein treibt mit Google News-Innovationen voran.
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Zitat: Philipp Welte will mit anderen Medienhäusern kooperieren.

"Wir müssen lernen, effizient miteinander zu arbeiten, um in einer ökonomisch unsicheren Zukunft nachhaltig in die Qualität unserer Produkte und unserer journalistischen Inhalte investieren zu können."

Burda-Vorstand Philipp Welte appelliert auf ein Neues an die deutschen Medienhäuser: Nur in Kooperation habe man eine Chance gegen Google und Facebook.
"Handelsblatt", S. 33 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv:

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Verlage zahlen für Leistungsschutzrecht weiter drauf.

Leistungsschutzrecht brachte der VG Media bislang kaum Einnahmen, berichtet Daniel Hüfner. 2016 hat sie rund 708.000 Euro eingenommen. Davon entfielen 700.000 Euro auf eine Einmalzahlung, die sich nicht wiederholen werde. Dem stehen Kostenbeteiligungen an juristischen Auseinandersetzungen um das Leistungsschutzrecht von 1,86 Mio Euro gegenüber. Bereits 2015 (3,33 Mio Euro) und 2014 (2,49 Mio Euro) mussten die Verlage hierfür Geld zuschießen.
t3n.de1 Kommentar

dfv Mediengruppe baut ihr Digitalgeschäft massiv aus.


Digital-Dukaten: Die dfv Mediengruppe baut ihre Digitalangebote wesentlich aus, weil der Umsatz mit digitalen Produkten im vergangenen Jahr um 7,3 % auf 16 Mio Euro gestiegen ist und am stagnierenden Printgeschäft vorbeigaloppiert. Über den Ertrag schweigt das Familienunternehmen. Die auflagen- und umsatzstärkste Zeitschrift des Verlags, die "Lebensmittel Zeitung", setzt seit kurzem auf die Analyse-Plattform LZ Retailytics. Nutzer können dort auf kommentierte Marktdaten von 1.000 Vertriebslinien des Lebensmittelhandels aus 40 europäischen Ländern zugreifen. Im Mai startet die Zeitschrift "Textil-Wirtschaft" einen englischsprachigen Newsletter, Thema: die internationale Modebranche. Außerdem testet die dfv Mediengruppe einen "Storefinder", der Supermärkte mit besonderem Konzept vorstellt.

Verlagssprecherin Angela Wisken sagt der "FAZ", auch die klassischen Geschäftsfelder Print und Veranstaltungen blieben im strategischen Fokus. Ziel sei es, über alle Kanäle "relevante Informationen zu generieren und zur Verfügung zu stellen". Zur dfv Mediengruppe gehören über 100 Medien, neben "Lebensmittel Zeitung" und "Textilwirtschaft" auch "Horizont", die "AHGZ Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung“ und die Fremdenverkehrszeitschrift "fvw". (Foto: dtv/Thomas Fedra)
"FAZ", S. 18 (Paid)Kommentieren ...

Chefredakteure von Gruner + Jahr klinken sich im Mai zwei Wochen komplett aus.


Sturmfreie Bude am Baumwall: Gruner + Jahr schickt vom 8. bis zum 19. Mai alle Chefredakteure gleichzeitig auf Exkursion, schreibt "Horizont". In den zwei "Grünen Wochen", der Name leitet sich von der Unternehmensfarbe ab, sollen sich die Chefs von ihren Aufgaben zurückziehen und die Redaktionen neue Formen der Zusammenarbeit sowie journalistische Alternativkonzepte ausprobieren lassen. Es gehe darum, "Routinen zu brechen und ungewohnte Pfade zu gehen", sagt G+J-Produktchef Stephan Schäfer. Dazu gehöre auch der Gedanke, dass es möglich ist, ein Heft ohne Chefredakteur zu produzieren, ergänzt G+J-Sprecher Frank Thomsen auf Nachfrage von turi2.

Die Chefredakteure gehen in Arbeitsgruppen auf Recherchereisen und erkunden vor Ort Themen wie künstliche Intelligenz, Startups oder Recruiting. Dabei gilt die Devise: "Der Weg ist das Ziel", sagt Thomsen - und das Ziel sei ausdrücklich nicht, nach zwei Wochen fertige Konzepte zur Zukunft des Journalismus und der Verlagsbranche vorlegen zu müssen. Vorbild ist das G+J-Wirtschaftsmagazin "Capital", wo sich Chefredakteur Horst von Buttlar im Sommer 2016 vier Wochen lang ausgeklinkt und der Redaktion erfolgreich die Selbstorganisation überlassen hat.
"Horizont" 17/2017, S. 6 (Paid), turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background "Capital")Kommentieren ...

Zeitschriftenverlage halten sich wacker – Print wird unwichtiger.

Zeitschriften-Verlage melden für das vergangene Jahr 14,8 Mrd Euro Umsatz, im Vorjahr waren es 14,7 Mrd. Einen immer größeren Anteil machen Digital und Dienstleistungen wie Konferenzen und Datenbanken aus, meldet der Verband VDZ. Für dieses Jahr rechnen die Verlage mit 11 % Digitalwachstum und 7 % im sogenannten sonstigen Geschäft. Der Vertrieb wird voraussichtlich um 1,6 % schrumpfen, die Anzeigen um 1,9 %.

Print wird laut der Trendumfrage in diesem Jahr noch 57 % des Umsatzes ausmachen, im vergangenen Jahr waren es 60 %. Digital kommt auf 20 % (2016: 18 %), Sonstiges 23 % (2016: 22 %). Die digitalen Reichweiten sind inzwischen gleichauf mit Print-Reichweiten: Eine VDZ-Auswertung unter 55 Publikumszeitschriften ergibt, dass beide Kanäle je 2,1 Mio Nutzer pro "Erscheinungsintervall" erreichen. Die Nutzerschaft beider Kanäle überschneide sich kaum, sagt VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer. Verlage gründen deshalb weiter Print-Titel, die fokussiert auf Zielgruppen sind: Aktuell 1.596 Titel bedeuten einen Rekord. 46 % der Verlage planen aber auch neue redaktionelle Digitalangebote. (Foto: Jens Twiehaus)
turi2 vor Ort bei der VDZ-PK in Berlin, vdz.deKommentieren ...

Verleger reichen Klage gegen RBB-Onlineangebot ein.

RBB sieht sich wie erwartet mit einer Klage mehrerer Zeitungsverleger konfrontiert. "B.Z.", "Märkische Allgemeine Zeitung", "Märkische Oderzeitung, "Lausitzer Rundschau" und "Volksstimme" argumentieren, das Online-Angebot der Anstalt sei zu presseähnlich. Zuvor hatte sich der RBB geweigert, eine Unterlassungs-Erklärung zu unterschreiben.
horizont.net, turi2.de (Background)Kommentieren ...

fragebogen2: Heiko Genzlinger.



fragebogen2: Heiko Genzlinger, Chef von Score-Media, versteht keinen Spaß, wenn es um Dreck in seinem Auto geht. Im turi2-Videofragebogen gibt er freimütig zu, ein kleiner Putzteufel zu sein. Die hauswirtschaftlichen Begabungen des früheren Yahoo-Deutschland-Managers enden aber auch schon beim Kochen. Dafür braucht es eine Frau, wusste schon die Mutti. Denn ohne Mampf kein (Wett)kampf: Genzlinger versuchte sich einst als Radprofi, wurde kein zweiter Jan Ullrich – was gesundheitlich wohl besser so ist.
turi2.tv (2-Min-Video), turi2.tv (6-Min-Interview)

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Zitat: Verleger Martin Balle sieht sich beim BDZV im Nachteil.

"In Berlin müssen sie aufpassen, dass kein Spalt entsteht – nur weil die Großstadtverlage große Probleme haben und die Tendenz, diese auf Kosten der kleinen und mittleren Verlage lösen zu wollen."

Martin Balle, Verleger von "Straubinger Tagblatt" und Münchner "Abendzeitung", schickt eine kleine Warnung an den BDZV: Der Verlegerverband vertrete zu stark Interessen aus der Großstadt.
"Kress Pro" 03/2017, S. 16-24 (Paid)Kommentieren ...

RBB lässt es auf Rechtsstreit mit Verlagen ankommen.

RBB weigert sich, eine Unterlassungs-Erklärung von Verlegern zu unterschreiben. Dem Sender droht damit eine Klage, weil fünf Verlage das Online-Angebot als zu presseähnlich einstufen. Im Norden klagen Verlage gegen Radio Bremen, weil sie ihre Websites gegen die öffentlich-rechtliche Konkurrenz benachteiligt sehen.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background Bremen)Kommentieren ...

Tom Bender denkt die Marke "Rheinische Post" neu.


Kein Absteiger: Tom Bender stand 13 Jahre im Dienst der Fußball-Bundesliga – und bringt diese Erfahrung als Geschäftsführer bei der "Rheinischen Post" ein. Für ihn steht der "sensible Umgang mit der Marke" über allem. Im turi2.tv-Video erklärt Bender das Einmaleins des modernen Mediengeschäfts: Bei der Marke "RP" zählt nicht das Produkt, sondern der Wunsch jedes einzelnen Kunden – und dieses komplizierte Wesen namens Kunde verlangt nach einem breiten Medien-Mix unter einer glaubwürdigen Marke.

Kern von Benders Markenstrategie ist, nach eigenem Bekunden, der Qualitätsjournalismus. Auch die "RP" leidet unter schwindendem Interesse an der Tageszeitung. Doch 300 Redakteure erreichen täglich 820.000 Menschen – weniger als die Fußball-Bundesliga und dennoch eine Größe, mit der Bender arbeiten kann. Bender war schon früher im klassischen Mediengeschäft u.a. bei Springer, Bertelsmann und dem damaligen Premiere. Es war eine andere, einfachere Zeit: "Dem Kunden Lösungen anzubieten, funktioniert heute nur noch gattungsübergreifend."
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

Verlage könnten sich künftig bei Abo- und Einzelverkaufspreisen absprechen.

Verlage schließen Absprachen bei Abo- und Einzelverkaufspreisen nicht aus, nachdem das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen überarbeitet wurde. BDZV-Geschäftsführer Dietmar Wolff spricht gegenüber dem "Handelsblatt" von "sicherlich belebten" Marktprozessen, Kreativität sei gefragt. Der verlagswirtschaftliche Bereich ist künftig komplett vom Kartellverbot ausgenommen. Presseverlage dürfen bei Werbung, Herstellung, Vertrieb, Druck und Zustellung Absprachen treffen. Wettbewerbsexperten sind unsicher, ob der neue Gesetzestext derlei Kooperationen einschließt, der BDZV legt ihn klar so aus. Die Freistellung gilt zunächst bis Ende 2027 und explizit nicht für Redaktionen.
"Handelsblatt", S. 11 (Paid)Kommentieren ...

Dietrich von Klaeden wird Springers Chef-Lobbyist – Christoph Keese bleibt im Unternehmen.


Springer befördert Dietrich von Klaeden, 50 (Foto, links), zum Konzern-Geschäftsführer Public Affairs und damit zum Chef-Lobbyisten. Klaeden war bislang Head of Public Affairs. Er folgt auf Leistungsschutzrecht-Vorkämpfer Christoph Keese, 52. Keese bleibt bei Springer und soll "seine digitale Expertise in einem unternehmerischen Kontext" einbringen.

Von Klaeden war früher NDR-Reporter, Rechtsanwalt, Justiziar bei Holtzbrinck und Pressesprecher des SWR. Seit 2007 arbeitet er für Springer. Dietrich von Klaeden ist der Bruder des CDU-Politikers Eckart von Klaeden, früherer Staatsminister im Kanzleramt und heute Lobby-Chef bei Daimler. Als neuer Chef der politischen Landschaftspflege bei Springer holt von Klaeden Malte Wienker, 35, zu sich in die Geschäftsführung. Wienker soll Kontakte zu den deutschen Parlamenten, Verbänden und Institutionen halten. Florian Nehm, 59, leitet weiterhin die EU-Beziehungen und Carolin Wehrhahn, 39, das Lobby-Büro in Brüssel.
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Zitat: Score Media-Chef Heiko Genzlinger möchte keinen Super-Vermarkter.

"Es wäre nicht gesund, nur einen Vermarkter zu haben. Ich kenne keine Mediengattung, die nur einen hat."

Heiko Genzlinger, Chef der Vermarktungs-Allianz Score Media, findet es sinnvoll, dass er für die Regionalzeitungen und separat Media Impact für bundesweite Zeitungen kämpft.
turi2.tv (6-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

Score-Media-Chef Heiko Genzlinger muss um jeden Werbekunden für Regionalzeitungen kämpfen.


Junge, komm bald wieder: Heiko Genzlinger putzt bundesweit Klinken, um Werbekunden für Regionalzeitung zurückzugewinnen. Der Chef der Vermarktungs-Allianz Score Media ist für 130 Zeitungstitel unterwegs, um Flucht-Tendenzen der vergangenen zehn Jahre entgegenzuwirken. Im turi2.tv-Videointerview räumt er ein, dass manche Werbungtreibenden für den Zeitungsmarkt verloren sind. Doch in der Autoindustrie riecht Genzlinger noch locker sitzendes Geld.

Genzlinger ist nicht der einzige Promoter des täglich Gedruckten. Auch Media Impact kämpft um jeden Euro – allerdings für bundesweite Medienmarken. Die Idee eines Einheits-Vermarkters behagt Genzlinger nicht. Er sieht sich und Media-Impact-Chef Christian Nienhaus dennoch an gleicher Front.

Das Klinkenputzen wird Score Media in diesem Jahr 100 bis 200 Mio Euro Umsatz bringen. Genzlinger hofft auf schnell steigende Umsätze, denn erst nach und nach schafft es seine im Jahr 2016 neu zusammengestellte Truppe, in Pitches um Werbegelder auch crossmediale Angebotspakete zu liefern.
turi2.tv (6-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

Musikmanager Dieter Gorny rät Verlagen, endlich das Internet zu umarmen.


Nicht verzagen, Gorny fragen: Verlage sollten das Internet als zentralen Kanal für die eigenen Inhalte sehen, rät Dieter Gorny, Chef des Musikindustrie-Verbandes BVMI. Der frühere Viva-Chef hat die "disruptive Keule" voll abbekommen und blickt im turi2.tv-Video optimistischer denn je in die Zukunft: Die Apokalypse scheint abwendbar. "Das Kind ist sicherlich im Brunnen. Aber es zappelt und schwimmt ja noch."

Gorny analysiert, dass Verlage das Internet lange Zeit als "rein begleitendes Medium" sahen und sich kaum ums Geldverdienen scherten. In der Musikindustrie sei das anders gewesen: "Wir haben selber niemals etwas umsonst angeboten." Auf die Spätzünder unter den Verlagen kommt wohl ein Schrumpfkurs zu – doch auf das Tal können neue Höhen folgen. Damit das gelingt, sollten die Beteiligten nicht nur die Politik anbetteln: "Wir haben gelernt, dass es nicht ausreicht, über die Durchsetzung von Gesetzen zu sprechen, sondern dass wir auch Angebote schaffen müssen." Verbandsboss Gorny hört heute selber meistens mobil Musik, per Streaming und Dateien auf seinem Handy.
youtube.com (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)
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Deutsche Inhalte-Anbieter stecken ihren Claim fürs Wahljahr ab.


In der Deutschen Content Allianz vereint (von links): Jan Herchenröder für die Drehbuchautoren, Stephan Holthoff-Pförtner für die Zeitschriftenverleger, Alexander Skipis für den Buchhandel, Jürgen Doetz für den privaten Rundfunk, Dieter Gorny für die Musikindustrie, Mathias Döpfner für die Zeitungsverleger, Harald Heker von der Gema für die Urheber und Alfred Holighaus für die Filmwirtschaft. (Foto: Jens Twiehaus)

Acht Herren für ein Halleluja: Die Verbände der Verlags- und Kreativwirtschaft verlangen von der Bundesregierung ein besseres Urheberrecht und eine stärkere Stellung im Wettstreit mit Internetkonzernen. Verbandschefs von Musik- und Buchwirtschaft, privatem Rundfunk, Autoren und Presseverlagen unterzeichnen ein Positionspapier für das Wahljahr. Die Verbände sind in der Deutschen Content Allianz vereint. ARD und ZDF sind beim Papier nicht mit an Bord, was BDZV-Präsident Mathias Döpfner für einen heftigen Seitenhieb nutzt: "Die Öffentlich-Rechtlichen haben ihr Geschäftsmodell, nämlich 8 Mrd Euro Beiträge, und kämpfen deshalb nicht an unserer Seite."

In der Konkurrenz mit den digitalen Konzernen sei "die Wippe in Bewegung, aber noch nicht in der Waage", sagt Dieter Gorny, Chef des Bundesverbandes Musikindustrie. Döpfner beklagt, dass digitale Inhalte schlechter gestellt seien, als Inhalte zum Anfassen. Gema-Chef Harald Heker meint, Internetkonzerne würden sich ihrer Verantwortung entziehen, indem sie sich auf die Rolle des Infrastruktur-Anbieters zurückziehen. Alexander Skipis vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels fordert mehr faire Marktwirtschaft.

Die Deutsche Content Allianz repräsentiert 1,6 Mio Arbeitsplätze und 150 Mrd Euro Wirtschaftsleistung. Das sehr allgemein formulierte Positionspapier nennt keine Namen von Konkurrenten wie Facebook, Google, Amazon und Spotify. Ziel der Content Allianz, sagt VPRT-Vertreter Jürgen Doetz, sei es, die "Kräfte zu bündeln" und auf die digitale Agenda von Bundesregierung und EU zu kommen.
turi2 vor Ort beim Gespräch der Deutschen Content Allianz in Berlin, turi2.de (Positionspapier als PDF)

Hinweis 15.45 Uhr: ARD und ZDF verlassen nicht die Deutsche Content Allianz, sondern konnten das Positionspapier nicht mittragen. Um diese Klarstellung bittet der Allianz-Vorsitzende Jürgen Doetz.3 Kommentare

Zitat: Mathias Döpfner zeichnet ein dunkles Bild digitaler Gegenwart.

"Das ist die digitale Wiederholung radikal kommunistischer Ideologie."

BDZV-Präsident Mathias Döpfner warnt in einer Rede vor Vertretern der Musikindustrie vor Gratiskultur, die die Internetkonzerne predigten, um allein ihre Geschäftsmodelle zu erhalten.

"Unsere größte Angst ist es doch immer, den Zeitgeist zu verpassen. (...) Doch bei aller Liebe zum Zeitgeist müssen noch immer die Gesetze der ökonomischen Schwerkraft gelten."

"Traditionelle Medienkonzerne haben noch immer eine große gefühlte Macht. (...) Google ist lange mit 'Don't do evil' ohne Gelächter aus dem Publikum durchgekommen."

"Es tut sich ein immer größerer Graben auf zwischen dem privaten Sektor (...) und den Öffentlich-Rechtlichen."

"Journalismus ist heute ein genauso flüchtiges Gut wie Musik oder Film."

"Dass Verlage nun Facebook dabei helfen sollen, sein Glaubwürdigkeitsproblem zu lösen, ist ein Treppenwitz der Geschichte."

"Mir stockt der Atem, wenn ich über ein 'Wahrheitsministerium' nachdenke."

turi2 vor Ort bei der Kulturkonferenz des Bundesverbandes Musikindustrie in Berlin

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Bauer, Burda, Spiegel, Gruner + Jahr und Condé Nast schlagen sich im Digitalen gut.

Verlage: Bauer, Burda, Spiegel, Gruner + Jahr und Condé Nast bauen mit SEO, Programmatic Advertising und Big Data neue Geschäftsfelder auf, beobachtet Petra Schwegler. Das Bild klassischer Printhäuser, die im Digitalen straucheln, sei überholt. Die Verlage schaffen für digitale Geschäftsmodelle neue Stellen oder bilden Mitarbeiter für die Transformation weiter.
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