"Motorwelt" ist Deutschlands reichweitenstärkste Zeitschrift.

Print-MA: Die Gesamtreichweite von Zeitungen und Zeitschriften sinkt gegenüber dem vorvergangenen Halbjahr leicht. Die höchste Reichweite haben regionale Abozeitungen mit 31,7 Mio Lesern täglich. Reichweitenstärkster Titel bleibt "Motorwelt" – auch die ADAC-Zeitschrift verliert aber mehr als 1 Mio Leser. Die "Welt" ist die überregionale Tageszeitung mit größtem Minus von 7 %, das "Handelsblatt" gewinnt 6,7 %, die "taz" 4,8 %.
dwdl.de, new-business.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: turi2 edition3: "Motorwelt"-Mann Martin Kunz liest auf der Überholspur gern Gedrucktes.

"Spiegel" und Spiegel Online wachsen gesellschaftsrechtlich zusammen.


Fürs Finanzamt vereint: Der Spiegel-Verlag treibt die Integration von gedrucktem "Spiegel" und Spiegel Online voran – zumindest für den Fiskus, berichtet Gregory Lipinski bei Meedia. Geschäftsführer Thomas Hass gliedert die Digitaleinheit der Spiegel Online GmbH gesellschaftsrechtlich an den Printverlag an und ändert die Rechtsform. Aus der Spiegel Online GmbH wird die Spiegel Online GmbH & Co. KG. An der Ungleichbehandlung von privilegierten Print-Redakteuren und den schlechter gestellten Onlinern ändert sich dagegen vorerst nichts.

Dennoch zitiert Lipinski eine Verlagssprecherin mit den Worten: "Wir bauen Hürden ab, die einer möglichen weitergehenden Zusammenarbeit der Redaktionen Print und Online im Weg stehen würden." Die neue gesellschaftsrechtliche Struktur bilde die Voraussetzungen für die Verschmelzung der Redaktionen von "Spiegel" und Spiegel Online. Der Verlag hatte im April angekündigt, die Firmenstruktur so anzupassen, dass Print und Online vom Finanzamt als ein Steuersubjekt veranlagt werden können.
meedia.de, turi2.de (Background)

"taz" bereitet Ende der täglichen Printausgabe vor.

Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch vor dem Neubau des Verlags, der im Herbst bezugsfertig ist. Hier wird die werktägliche Print-"taz" sterben.

Rettet die Bäume: Die "taz" denkt laut über die Abschaffung ihrer werktäglichen, gedruckten Ausgabe nach. Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch schreibt – auf Papier – an die Mitglieder der "taz"-Genossenschaft: "Das Zeitalter der gedruckten Zeitung ist zu Ende, der Journalismus lebt im Netz weiter." Ruch ruft die Genossen unter dem Titel "Szenario 2022" zu Ideen für den Übergang auf. Er wolle keine Zeit verlieren, "um in Ruhe die notwendigen Veränderungen in allen Dimensionen erkunden zu können".

"taz"-Mitgründer Ruch will nach 40 Jahren am Ruder eine Transformation in Gang setzen – kommendes Jahr geht er in Rente. Bereits vor Jahren prognostizierte er das Ende der Tageszeitung. Ohne Trauer analysiert er, dass die gedruckte Nachricht nun ausstirbt: "Die Zeitungen werden am frühen Morgen an die Kioske ausgeliefert, um am Abend zu 90% wieder als Altpapier dort eingesammelt zu werden." Ruch will Verlag und Leser jetzt darauf vorbereiten, dass Druck und Vertrieb einer Papier-"taz" bald nicht mehr möglich sein könnte. Im März veröffentlichte ein internes Team einen Innovationsreport, der analysierte, dass die Leser bald nur noch online sein würden. (Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa / Picture Alliance)
taz Mitgliederinfo Nr. 28, S. 6-7

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch über die Transformation der "taz", Stand September 2017.

Lese-Tipp: Hans-Jürgen Jakobs porträtiert Michael Ringier.

Lese-Tipp: Hans-Jürgen Jakobs porträtiert den Schweizer Verleger Michael Ringier als Neugierigen, der nur am Heute und Morgen interessiert ist. Der "Kürzungskönig", der die These "ein Gedanke, ein Artikel" verfolgt, sei eigentlich faul und könne "nur schreiben, wenn es einem Zweck dient". Auch weil er sich nicht an viel erinnern könne und ihm die Disziplin fehle, gebe es keine Autobiografie von ihm.
"Bianco" Sommer 2018, S. 46-61 (Paid)

Burda: Kartellamt gibt grünes Licht für Pharma-Joint-Venture mit Noweda.

Burda und der Pharma-Großhändler Noweda dürfen ihr geplantes Joint Venture starten und eine Apotheken-Kundenzeitschrift herausbringen, bestätigt das Kartellamt. Das Printheft sowie die dazugehörigen Digital-Angebote richten sich an die mehr als 9.200 Apotheken, die Mitglieder in der Apothekergenossenschaft Noweda sind.
new-business.de, turi2.de (Background)

USA: Condé Nast will seinen Umsatz unabhängig von Anzeigen und Magazinen machen.


Adé, Kerngeschäft: Condé Nast USA will in den kommenden zwei Jahren wieder stärker wachsen und dafür die Einnahmen unabhängiger vom sinkenden Anzeigengeschäft und den Printtiteln machen, kündigt Verlagschef Bob Sauerberg an. Bis Ende 2022 soll der Umsatz um 600 Mio Dollar wachsen, 2020 soll der Verlag wieder profitabel arbeiten. Diese Ziele sollen u.a. mit den Bereichen Video, B2B-Marketing und B2C-Services wie dem Affiliate-Programm "GQ Recommends", das Beratung zu Herrenmode anbietet, erreicht werden.

Derzeit liegt der Anzeigen-Anteil am Umsatz bei 70 %, bis 2022 soll er auf 50 % sinken. Schuld daran seine vor allem Facebook, Google und Co, die "so viel Werbegeld aus dem Markt ziehen", sagt Sauerberg. Kündigungen könne er im Transformationsprozess nicht ausschließen. Der Verlag hatte vergangene Woche angekündigt, sich nach 120 Mio Dollar Jahres-Minus von den Magazinen "Brides", "Golf Digest" und "W" zu trennen. Der Verkauf soll laut Sauerberg bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Im Videobereich will Condé Nast 2019 mit werbefinanzierten Streaming-Angeboten für "Bon Appétit" und "GQ" an den Start gehen. Für die Realisierung von längerem Videocontent für u.a. Netflix ist der Verlag auf der Suche nach einem Studio, das die Produktion unterstützt.
wsj.com (Paid), turi2.de (Background)

Ippen schiebt Anzeigenblätter der Frankfurter Societät zu anderen Töchtern.

Mediengruppe Frankfurt, Tochter von Ippens Zeitungsholding Hessen und früher unter dem Namen Frankfurter Societät bekannt, stellt das Anzeigenblatt "Mix am Mittwoch" ein. Es erscheint am 26. September zum letzten Mal. Ippens "Offenbach-Post" bringt dafür ab 1. Oktober das "Frankfurter Wochenblatt" und den "Taunus Wochenblick" heraus. Die Anzeigenblätter "Bad Vilbeler Anzeiger" und "Karbener Zeitung" aus der Mediengruppe Frankfurt erscheinen künftig in Ippens Gießener Mittelhessischem Druck- und Verlagshaus.
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Bastei Lübbe schreibt tiefrote Zahlen.

Bastei Lübbe weist trotz der Bestseller von Dan Brown und Ken Follett für das Geschäftsjahr 2017/2018 einen Verlust von 16,2 Mio Euro aus. Das 1. Quartal 2018/2019 startet ebenfalls durchwachsen mit einem Umsatzrückgang von 24 % im Vergleich zum Vorjahr auf 20,8 Mio Euro. An den Zielen mit einem geplanten Jahresumsatz von 95 Mio Euro und einem positiven Ergebnis will der Konzern jedoch festhalten.
boersenblatt.net, handelsblatt.com

Marco Bergmann kommt als Leiter Media Management zum Wort & Bild Verlag.

Wort & Bild Verlag holt Marco Bergmann als Leiter Media Management. In der neu geschaffenen Position unterstützt er das Team um Brigitta Hackmann und Gregory McCutchan. Bergmann hatte seinen Posten als geschäftsführender Gesellschafter und Chief Sales Officer beim Kinovermarkter Weischer Media Mitte 2017 verlassen, danach war er als Berater für die Serviceplan-Tochter Mediaplus tätig.
presseportal.de

Zitat: Andreas Arntzen erklärt die Null-Fehler-Toleranz im Wort & Bild Verlag.

"Wir sind so exotisch, was die Einhaltung redaktioneller Qualität anbelangt, das hätte auch ich davor nicht erwartet."

Andreas Arntzen, Chef des Wort & Bild Verlags, kannte eine solche Null-Fehler-Toleranz wie beim "Apotheken Umschau"-Verlag nicht aus seiner Zeit bei "NZZ", "Zeit" und "Handelsblatt". Diese sei bei gesundheitsrelevanten Informationen wichtiger als bei einem Bericht über Gebrauchtwagen.
"Werben & Verkaufen" 32/2018, S. 16-21 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Andreas Arntzen erklärt die Zukunft der "Apotheken Umschau".

"Kicker" und Perform Group schließen eine Vermarktungsallianz.


Anpfiff auf dem Digital-Rasen: Ab dem Start der Fußball-Bundesliga-Saison 2018/19 kooperieren Kicker und die Perform Group, Firma hinter DAZN, bei der Sportmedien-Vermarktung. Sie bieten gemeinsam Video-Inhalte zur Bundesliga und internationalem Fußball an, schreibt "New Business". Der erste Kunde ist Opel. Die Perform Group besitzt die digitalen Sportrechte, der Olympia Verlag bringt mit der Fußball-Marke "Kicker" mehr als 10 Mio Fans mit. In Kooperation mit Ströer bieten beide ihre digitalen Kanäle für Kampagnen an und produzieren auf Wunsch auch die Inhalte.

Martin Schumacher, Vermarktungsleiter beim Olympia-Verlag, peilt für 2018 zwei Kampagnen an, 2019 sollen "weitere drei bis vier" über die Bühne gehen, mit Budgets im sechsstelligen Bereich. Für Kampagnen in Deutschland wollen Perform Group und "Kicker" ein gemeinsames Team aufbauen, internationale Projekte übernimmt Goal Studios in London, die interne Agentur der Perform Group.
"New Business" 32/2018, S. 30 – 33 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "kicker"-Chefredakteur Jörg Jakob konkurriert mit Fußball-Clubs um Leser (Beitrag zur turi2 edition3):

"New York Times": Condé Nast will drei US-Magazine verkaufen.

Conde Nast 150Condé Nast will nach 120 Mio Dollar Jahres-Minus drei Magazine in den USA loswerden. Zur Debatte stehen "Brides", "Golf Digest" und "W", berichtet die "New York Times". Der Verkauf ist eine Empfehlung von Beratern der Boston Consulting Group, die den Verlag durchleuchtet haben. Mitarbeiter müssen wohl auch 6 von 23 Etagen im One World Trade Center räumen – die Redaktionen von "The New Yorker" und "Vanity Fair" sollen sich andernorts günstiger einmieten. Condé Nast verdient zunehmend an Web und Video, leidet aber unter der Erosion auf dem einst dominierenden Print-Markt.
nytimes.com

"TV14" löst "Spiegel" an der Spitze der Publikumszeitschriften im EV ab.

TV14 erzielt im ersten Halbjahr 2018 den höchsten Umsatz im Einzelhandel und löst damit den "Spiegel" ab. Im Vergleich zum Vorjahr hat Bauers Programmzeitschrift zwar 100.000 Exemplare pro Folge weniger verkauft, eine Preiserhöhung auf 1,19 Euro hält den EV-Umsatz jedoch relativ konstant bei 25,9 Mio Euro. Der "Spiegel" folgt auf Platz zwei mit 23,5 Mio Euro.
"Presse Report" 8/2018 (Paid)

"FAZ": Random House gibt Falschaussage im Fall um Sarrazins Islam-Buch zu.

Thilo Sarrazin erzielt einen Teilerfolg im Streit mit seinem bisherigen Verlag Random House. Der Chefjustiziar der Bertelsmann-Tochter hat eine Falschaussage eingestanden. Er hatte behauptet, Sarrazin habe ein Gutachten vor der Veröffentlichung seines Buches abgelehnt. Sarrazin konnte hingegen anhand einer Mail das Gegenteil beweisen. Er verlangt 800.000 Euro Schadenersatz von Random House, weil der Verlag sein Islam-Buch nicht drucken wollte.
"FAZ", S. 19, turi2.de (Background)

Wir graturilieren: Frank Dopheide wird 55.


Wir graturilieren: Frank Dopheide, Chef der Handelsblatt Media Group, feiert heute seinen 55. Geburtstag am "schönsten Strand Südhollands" in Noord-Beveland. Mit ihm feiern seine Frau und die drei Kinder, von denen es zum Ehrentag selbstgebastelte Geschenke gibt. Ansonsten macht Frank Dopheide heute, "was man im Paradies eben so macht": Stand Up Paddling und Krebse am Bootssteg fangen.

Das beste am abgelaufenen Jahr waren die "1.700 fröhlichen Gesichter" bei der Einzugsfeier in das neue Verlagshaus in der Toulouser Allee in Düsseldorf mit "allen Mitarbeitern plus Kind & Kegel". Für das kommende Lebensjahr wünscht sich Frank Dopheide, dass Donald Trump nicht noch einmal als Präsident antritt und Schalke 04 die Meisterschale holt. Gratulationen sollen "am liebsten von Herzen" kommen und können per E-Mail auf den Weg gebracht werden.

IDG Deutschland: York von Heimburg übergibt die Geschäftsleitung an Jonas Triebel.

IDG Deutschland, IT- und Tech-Verlag hinter Computerwoche und PC Welt, sortiert seine Geschäftsführung um. York von Heimburg, 61, seit Ende 2017 President International, übergibt im Oktober die Geschäftsleitung an noch Operativchef Jonas Triebel, 36. Technikchef Stefan Huegel, 48, übernimmt die COO-Aufgaben zusätzlich.
"New Business" 31/2018, S. 22 (Paid), turi2.de (von Heimburg)

Tagesspiegel erscheint zum Christopher Street Day in Regenbogenfarben.

Tagesspiegel hüllt sich heute anlässlich des Christopher Street Days mit einer Sonderausgabe in Regenbogenfarben – dem internationalen Symbol der LGBTI-Bewegung. Mit der Aktion will der Tagesspiegel ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen. Zur CSD-Parade in Berlin sollen die bunten Blätter verteilt werden. Die Aktion ist in Zusammenarbeit mit Scholz & Friends entstanden.
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Wort & Bild Verlag plant Digitalplattform für alle Apotheken.


Vernetzte Apotheke von Nebenan: Der Wort & Bild Verlag, Herausgeber der "Apotheken Umschau", will eine übergreifende Digitalplattform für deutsche Apotheken schaffen. Die Plattform soll insbesondere auch die Bestellung und den Versand von Medikamenten ermöglichen und könne so in Konkurrenz zu ausländischen Versandapotheken wie DocMorris treten. Für das Angebot sucht der Verlag Partner bei deutschen Apotheken und führt erste Gespräche.

"Wir alle haben jetzt die einmalige Chance, eine neutrale, gemeinsame und für alle Apotheker offene Plattform aufzubauen", sagt Andreas Arntzen, Geschäftsführer des Wort & Bild Verlags. Arntzen: "Entweder überlassen wir dieses Feld nicht einschätzbaren ausländischen Anbietern oder wir starten in der Gesundheitsbranche eine Initiative für eine gemeinsame Plattform, um die Apotheken vor Ort zu stärken."
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Aus dem turi2.tv-Archiv: Andreas Arntzen erklärt die Zukunft der "Apotheken Umschau".

Saarbrücker Zeitungsgruppe will 100 Stellen einsparen und Redaktionen umbauen.


Sparschrauben angelegt: Die Saarbrücker Zeitungsgruppe wird "in den kommenden Jahren" bis zu 100 Stellen abbauen. Die Verlagsleitung begründet mit Kostensteigerungen bei der Zeitungszustellung und "anhaltenden Einbrüchen bei nationalen Werbekunden". Chef Joachim Meinhold sagt, der Stellenabbau bei den Verlagen und Redaktionen von "Saarbrücker Zeitung", "Trierischer Volksfreund" und "Pfälzischer Merkur" sei unvermeidbar.

Die Redaktionen sollen künftig überregionale Inhalte austauschen, die Lokalausgaben optimiert und digitale Angebote besser monetarisiert werden. Für die Saarbrücker Zeitungsgruppe arbeiten aktuell 950 Mitarbeiter in Verlagen und Redaktionen sowie rund 3.200 Zusteller bei Tochterunternehmen. Die Rheinische Post Mediengruppe ist Mehrheitsgesellschafter.
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Burda plant Datenteam, "deutsches Hulu" und mehr Online-Handel.


Verlag kommt von verlagern: Die News-Sparte von Burda plant mit einem Wachstumsschub dank Siegeln, Streaming und Shopping. Spartenchef Burkhard Graßmann will künftig noch mehr Siegel verteilen und Rankings erstellen, sagt er im "W&V"-Interview. 2017 brachte dieses Neugeschäft die Trendwende. Nach grausigen Zeiten mit jährlich 4 % Umsatzminus ist Burda News vergangenes Jahr gewachsen, freut sich Graßmann. Arzt-Rankings und andere Listen spülen dem Verlag Geld in die Kassen, weil die bewerteten Institutionen Geld bezahlen müssen, wenn sie das Prüfsiegel auf ihre Websites pinnen.

Recherchen wie etwa für die "Focus"-Klinikliste führt Munich Inquire durch – die 2010 ausgegliederte Datenredaktion des "Focus". Graßmann will für den Ausbau der Test-Aktivitäten wieder ein eigenes Datenteam aufbauen. Aus dem Deutschland-Test eine Zeitschrift zu machen, schließt Graßmann aus. Sein Traum ist eine digitale Empfehlungsplattform, über die Verbraucher vom Zahnarzt über den Handwerker bis zum Steuerberater alle Testergebnisse durchsuchen können.

Als Plattform erfolgreich ist auch TV Spielfilm live: Nutzer können über das digitale Angebot der Programmzeitschrift mobil fernsehen gegen Bezahlung. Graßmann spricht von 2,5 Mio registrierten Nutzern und wünscht sich ein deutsches Hulu, "eine neutrale Plattform, bei der alles zusammenläuft und auf der jeder präsent sein will". Drittes neues Wachstumsfeld ist der Vertrieb von Lebensmitteln über die Medienmarken: Burda vertickte über Advertorials bereits 1,9 Mio Flaschen Wein sowie Kaffee. Der Verlag ist laut Graßmann mit einem dritten Online-Lebensmittelhändler in Verhandlungen.

Die Printmarken braucht Graßmann indes weiter, um Seriosität und Glaubwürdigkeit für die Siegel und den Online-Handel auszustrahlen. Aufmerksamkeit für die Titel generiert der Verlag zunehmend abseits des klassischen Marketings, etwa durch Live-Events wie Gentlemen Weekends des "Playboy". Außenwerbung ist Graßmann zu teuer, TV sei in bestimmten Zielgruppen unwirksam und auch der Kiosk locke immer weniger Kunden zum Stöbern. (Foto: Burda, Montage: turi2)
"W&V" 30/2018, S. 10-15 (Paid), wuv.de (Kurzfassung)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Burkhard Graßmann beantwortet den turi2-Fragebogen und verrät u.a., wie er für sich selbst werben würde:

Gericht: Programmgestaltende Journalisten dürfen mehrfach befristet werden.


Ungesprengte Ketten(-Befristung): Das Arbeitsgericht Hamburg hält mehrere befristete Arbeitsverträge hintereinander bei programmgestaltenden Journalisten für gerechtfertigt. Eine Ex-Redakteurin bei Gruner + Jahr hatte geklagt. Ihr Anwalt sieht eine "Katastrophe für die Redakteure in Zeitungsverlagen", wenn sich diese Rechtsauffassung durchsetzen würde.

Das Gericht überträgt damit ein Prinzip aus dem Arbeitsrecht des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf Presseverlage, analysiert Anne Fromm. Mehrfach-Befristung ist eigentlich verboten, aber weil die Anstalten ausgewogen bleiben müssen, sei es legitim, programmgestaltende Mitarbeiter nur befristet anzustellen.
taz.de

Ringier, SRG SSR und Unis gründen in der Schweiz ein Medienforschungs-Bündnis.

Schweiz: Ringier und SRG SSR starten gemeinsam mit der Uni Lausanne und dem Universitäten-Verbund Triangle Azur die Initiative for Media Innovation. Das Bündnis steht weiteren Teilnehmern offen und will die Medien- mit der Hochschulwelt vernetzen. Ein Unterstützungsfonds von jährlich 650.000 Schweizer Franken ermöglicht Forschungsprojekte u.a. zu Fake News, Datenjournalismus und KI.
ringier.ch

Frank Überall widerspricht Thomas Knüwers Paywall-Kritik.

Journalismus: DJV-Chef Frank Überall widerspricht Thomas Knüwers Mahnung, Journalismus werde zum Produkt für Reiche. Knüwer habe das Konzept von professionellem Journalismus nicht verstanden und erläge "Billigträumen von der Resterampe", schimpft Überall. Ein Zeitungsabo habe auch früher Geld gekostet. Wer kein Geld für Journalismus ausgeben wolle, solle auch selbst kostenlos arbeiten.
djv.de, turi2.de (Background)

EU-Parlament weist Pläne für Urheberrechts-Reform zurück.


Reform rausgefiltert: Der Entwurf für ein neues Urheberrecht bleibt im EU-Parlament kleben. 318 Abgeordnete stimmen dagegen, 278 dafür und 31 enthalten sich. Damit sind ein europäisches Leistungsschutzrecht und Upload-Filter vorerst blockiert. Über einen geänderten Entwurf wird das Parlament voraussichtlich im September debattieren. Dann sind auch Änderungsanträge im Plenum möglich.

Die umfassende Reform sorgt in zwei Punkten für Streit: Netzaktivisten und Verbände lehnen Upload-Filter ab, die Plattformen dazu verpflichten würden, Inhalte schon vor dem Hochladen auf Rechtmäßigkeit zu scannen. Sie fürchten Zensur und große Belastungen für kleine Anbieter. Auch das Leistungsschutzrecht bleibt umstritten: Es würde Google News und auch kleinen Blogs verbieten, Ausschnitte aus Pressetexten ohne spezielle Erlaubnis anzuzeigen. Verlage und Privatfunk-Verband Vaunet beklagen die verlorene Abstimmung, Startups jubeln.
spiegel.de, netzpolitik.org, presseportal.de (Verleger), vau.net (Privatfunk), deutschestartups.org (Startup-Verband)

Politik und Paywalls machen Journalismus zum Produkt für Reiche, fürchtet Thomas Knüwer.

Journalismus im Netz entwickelt sich zum Luxus für die Eliten, befürchtet Thomas Knüwer mit Blick auf Netz- und Verlagspolitik. In ganz Europa würden kleine Kreative und das freie Internet ausgebremst, der Online-Werbemarkt implodiere. Zugleich verlangten Medien wie die "Süddeutsche" 40 Euro im Monat.
indiskretionehrensache.de

Jahreszeiten Verlag engagiert Frauke Eckert als Publisher.


Vermarktungs-Frühling: Der Jahreszeiten Verlag wirbt Frauke Eckert von Dirk Mantheys Ernährungsportal Eat Smarter ab. Eckert arbeitet in der neuen Position eines Publishers für die Food-Titel "Feinschmecker", "Lafer" und Co.

Eckert berichtet an Vermarktungs-Geschäftsführerin Helma Spieker. Die bisherige Geschäftsführerin von Eat Smarter soll in Kooperation mit der Eventagentur Kick Media neue Vermarktungsprodukte auftischen, etwa Lizenzdeals, Marketingpakete und Veranstaltungen für Werbekunden.
horizont.net

Anke Rippert: "Wir verdienen den Großteil unseres Geldes mit Print."


Content ist King: Anke Rippert, Geschäftsführerin von Inspiring Network, hält viele Bälle in der Luft. Print, Corporate Publishing und Events sind die drei Säulen ihres 46-Mitarbeiter-Verlags, sagt Rippert im Video-Interview mit "Horizont" und turi2.tv am Rande des Emotion Awards. Print liefere zwar noch immer einen Großteil des Umsatzes, künftig sei es aber egal, über welchen Kanal etwas ausgespielt werde – "am Ende des Tages zählt der gute Inhalt und die gute Idee".

Luft nach oben sieht Rippert im klassischen Print-Geschäft dennoch, etwa bei der Auflage und Bekanntheit von Marken wie "Emotion" und "Hohe Luft". Mit dem Emotion Award, der inzwischen auch "wirtschaftlich wirklich erfolgreich" sei, begehe der 2009 gegründete Verlag sein "strahlendstes und größtes Event".
turi2.tv (4-Min-Video auf YouTube)