"Hamburger Morgenpost" stellt die Print-Nachtausgabe ein.

DuMont stellt die gedruckte Nachtausgabe der "Hamburger Morgenpost" ein, schreibt Meedia.de. Der Verlag will die Boulevardzeitung digitaler ausrichten und erhofft sich steigende E-Paper-Abozahlen. Laut Meedia.de verkaufte DuMont von der Nachtausgabe zuletzt rund 2.000 Exemplare. "Mopo"-Chefredakteur Frank Niggemeier verschiebt den Redaktionsschluss künftig von 18.30 Uhr auf 21.45 Uhr, um aktueller zu sein.
meedia.de

Zeitschriften-Branche stagniert – und setzt ihre Hoffnungen auf den Vertrieb.


Digitalvertrieb hui, Werbung pfui: Die deutschen Zeitschriftenverleger erwarten für dieses Jahr einen stabilen Umsatz – aber eine völlig gegensätzliche Entwicklung in den Segmenten. Der Bereich digitale Werbung, E-Commerce und Rubriken soll um 9,6 % wachsen, digitaler Vertrieb um 14,5 %, Events und Corporate Publishing um 3,8 %, geben die Mitglieder des VDZ laut Trend-Umfrage an. Umsätze mit Print-Vertrieb werden um 3,8 % zurückgehen, das Anzeigengeschäft um 4,2 %. Fach- und Publikumsverlage erzielten 2018 zusammen 20,6 Mrd Euro Umsätze – eine Steigerung um mehrere Milliarden, weil Methoden geändert wurden.

Die Hoffnung der Branche liegt auf dem Vertrieb: 4 Mrd Euro setzten Publikumszeitschriften 2018 mit Abos und Einzelverkäufen um – die Zahl hat der VDZ neu und erstmals über IVW-Zahlen hinaus erhoben. Einnahmen aus dem Lesermarkt werden wichtiger, sagt VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer (Foto, links). Einerseits weil das Geschäft mit Print-Anzeigen weg bricht. Andererseits weil digitale Werbedollars hauptsächlich bei Google und Facebook landen. Scherzer hofft auf ein Umdenken der Werbungtreibenden weg von den Plattformen: "Wenn sich das Mindset der Buchenden nicht ändert, sind wir bei 85 bis 90 % in drei Jahren."

Die Zahl der Publikumszeitschriften wächst trotz sinkender Reichweiten der großen Titel immer weiter. 2018 zählte der VDZ 1.625 Magazin-Titel, ein Plus von 38 % verglichen mit 2001. 45 % der Verlage planen auch in diesem Jahr neue, regelmäßig erscheinende Printtitel, 60 % Print-Sonderausgaben. Scherzer glaubt fest an eine analoge Zukunft – selbst Airbnb baue jetzt Hotels und Amazon eröffne Geschäfte. Zudem habe 20 Jahre Medienwandel gezeigt, dass alle Verlage noch da seien: "Ich habe den Eindruck, dass in dieser Branche noch immer Geld verdient wird."
turi2 bei VDZ-Pressekonferenz in Berlin, vdz.de (Mitteilung) vdz.de (PDF-Dokument)

VDZ-Präsident Rudolf Thiemann hält Google-Geldregen für keinen Automatismus.


Dann eben ohne: VDZ-Präsident Rudolf Thiemann lässt den Regenschirm für den großen Geldregen, den sich manche Verlage nun durch das europäische Leistungsschutzrecht erhoffen, noch in der Tasche. Ob Google künftig für jeden Text-Snippit zahle, "das müssen Sie Google fragen, ich weiß das nicht", sagt er im Interview von turi2.tv beim VZB-Mediengipfel in München. Für die Verlage sei entscheidend, ob sie mit den Digital-Konzernen freiwillige Vereinbarungen erzielen, "um einen fairen Anteil an den Werbeeinnahmen zu bekommen, die im Umfeld unserer Inhalte generiert werden". Falls nicht, würden sicher "einige Verlage auch überlegen, dass Reichweite nicht alles ist", sagt Thiemann.

Der Politik wirft Thiemann "Hasenfüßigkeit" vor, wenn Politiker jungen YouTube-Usern im Vorfeld der Europawahl überängstlich versprechen, für die Urheberrechtsreform eine Regelung ohne Upload-Filter zu finden. "Ich halte das für falsch, so zu denken". Angst vor eigenen Inhalten von Google, Apple und Co hat der VDZ-Präsident nicht: "Wettbewerb sind wir gewohnt. Wenn Google und Co eigene Inhalte schaffen, dann müssen wir das zur Kenntnis nehmen, das dürfen sie ja schließlich."
turi2.tv (3-Min-Video bei YouTube)

René Benko will Funke-Anteile der "Kronen Zeitung" komplett übernehmen.


Öxit-Chance: Immobilien- und Handelsmogul René Benko (Foto links) will sein Medien-Geschäft weiter ausbauen und Funke auch die restlichen Anteile an der "Kronen Zeitung" abkaufen, sagt Benko im Interview mit der "Presse am Sonntag". Er hält seit November 2018 rund ein Viertel an der "Krone", weitere rund 25 % liegen bei Funke, 50 % besitzt die Gründerfamilie Dichand. Benko sagt, er wolle künftig nicht mehr nur "Beifahrer" sein.

Benko wolle als "aktiver Gesellschafter" wirken, eine komplette "unfreundliche Übernahme" des Boulevard-Blatts strebe er aber nicht an. Dem Erben, Herausgeber und Chefredakteur Christoph Dichand gibt er praktisch eine Jobgarantie. Funke hat in Österreich immer wieder Streit mit der "Krone"-Verlegerfamilie Dichand.
diepresse.com (Paid), handelsblatt.com, orf.at, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Waltraut von Mengden kämpft für Verlage gegen die "Feinde" aus Fernost und Übersee-West.


Chinesen und Amerikaner aufgehorcht: Waltraut von Mengden macht als erste Vorsitzende des Verbands der Zeitschriftenverlage in Bayern Lobbyarbeit bei der Politik. Die Verlage haben "einen gemeinsamen 'Feind' ausfindig gemacht", der "uns leider allen das Leben schwer macht", sagt sie im Interview von turi2.tv beim VZB-Mediengipfel in München und meint Tech-Giganten aus den USA und China. Die hätten durch ihre Monopolstellung "einen ungeheuren Wettbewerbsvorteil". Umso wichtiger sei es für die deutschen Verlage, sich zu vernetzen und der Politik die Macht der Verlage, auch als Wirtschaftsmacht, zu demonstrieren.

Früher war Waltraut von Mengden Geschäftsführerin des MVG Verlags, damals noch Herausgeber der deutschen "Cosmopolitan". Heute ist sie aus dem operativen Verlagsgeschäft weitgehend raus und darüber nicht ganz unglücklich. Sie ist noch an zwei Verlagen beteiligt, u.a. an Inspiring Network von Katarzyna Mol-Wolf, schaut sich das Geschäft aber sonst aus der "Vogelperspektive" an. "Ich freue mich, dass ich nicht mehr so 200 % in diesem operativen Geschäft sein muss", sagt sie. Gerade für kleinere und mittelständischen Verlage sei das Leben "schon sehr hart" geworden.
turi2.tv (3-Min-Video bei YouTube)

Druck-Schluss: Der "Kontakter" erscheint nur noch Digital.

W&V, der Kommunikations-Geschäftsbereich des Süddeutschen Verlags, stellt den gedruckten "Kontakter" ein und setzt auf ein komplett digitales Magazin. Das Heft war 1961 in Hamburg als erster Branchendienst an den Start gegangen. Flankierend zum Digitalmagazin gibt es einen Abonnenten-Bereich mit Zahlen, Analysen, Rankings und Umfragen zu Pitchverhalten und Agentur-Geschäftsentwicklung.
wuv.de

Tech-Experte Roger Lynch wird globaler Chef von Condé Nast.


Chef fürs Condénsierte Nast: Roger Lynch heuert als globaler CEO bei Condé Nast an – Lynch kommt vom Musik-Streamingdienst Pandora und gilt als Experte für Unternehmen in stürmisch-digitalen Zeiten. Condé Nast ist der Verlag von "Vogue", "Vanity Fair" und "The New Yorker" – und kämpft wie fast die ganze Branche mit der Transformation.

Gerade erst hat Condé Nast das US- und das International-Geschäft zusammengelegt. Der Verlag ist neben den USA auch in Europa, Asien und Latein-Amerika aktiv und will künftig global verzahnter arbeiten. Lynch ist für diese Aufgabe der neue gemeinsame Kopf und bringt Techie-Erfahrung aus San Francisco in die Condé-Nast-Zentrale New York. (Foto: AP / Picture Alliance, Montage: turi2)
nytimes.com, turi2.de (Background)

BurdaHome gründet redaktionsübergreifendes Produkttestportal.

BurdaHome startet ein Produkttestportal. Hinter gutewahl.de stehen die Redaktionen der Burda-Marken wie "Wohnen & Garten" oder "Meine Familie & ich". Das Portal will bei den Tests einen Schwerpunkt auf Videos legen und für die Produktbestellung zu Webshops wie Amazon verlinken. Bei Kaufabschluss erhält das Portal eine Provision, was keine Auswirkung auf die redaktionelle Unabhängigkeit haben solle.
burda.com

Atlas Verlag besetzt die Vermarktung von "Golf Journal" und "Unterwasser" neu.

Atlas Verlag holt Claudia Welzel (Foto), 33, und Carina Rey, 50, für die Vermarktung von "Unterwasser" bzw. "Golf Journal" an Bord. Rey kommt vom deutschen Gault & Millau, zuvor hat sie als Vize-Verlagsleiterin Kommunikation und Kooperationen beim deutschen "Playboy" verantwortet. Welzel kommt aus der Tourismus- und Tauchbranche als Anzeigenleiterin zu "Unterwasser".
wuv.de

Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf verlässt Bauer, Veit Dengler steigt auf.

Wachwechsel auf der Bauer-Brücke: Der Bauer-Verlag und Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf (Foto, rechts) gehen getrennte Wege. Verlegerin Yvonne Bauer spricht von unterschiedlichen Auffassungen "über den zukünftigen Kurs". Veit Dengler übernimmt ab sofort und wird Chief Operating Officer. Er denkt laut "Welt" über Zukäufe und Verkäufe nach und sagt "Horizont", er sei "mitten in der Portfolio-Analyse".

Dengler war bislang für Neugeschäft, Vergleichsportale, Radio und englischsprachige Medien verantwortlich. Von Hausendorf übernimmt er nun den Rest – insbesondere das gesamte Publishing-Geschäft. Zum Konzern gehören rund 700 Zeitschriftenmarken weltweit und rund 100 Radiosender. Bauer will sich vom Verlag zum Unternehmen entwickeln, das in neue Geschäftsfelder investiert. Mit klassischen Medien verdient Bauer wie fast alle auf dem Markt von Jahr zu Jahr weniger.

Ein neues Publishing Board soll das Zerwürfnis zwischen Hausendorf und Verlegerin Yvonne Bauer verschärft haben, hört Gregory Lipinski. In das Manager-Gremium soll Stefanie Hauer einziehen. Die Ex-Chefin von "Ostsee-Zeitung" und "Lübecker Nachrichten" hatte Madsack nach einem missglückten Auftritt mit dem damaligen Kanzlerkandidaten Martin Schulz verlassen müssen.
bauermedia.com, horizont.net welt.de, meedia.de (Lipinski)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Veit Dengler, im Sommer 2015 noch NZZ-Chef, spricht im Interview über seinen Innovationen-Turbo.

Verlage kriegen zügig wieder Cash von der VG Wort, glaubt Christian Rath.

Verlage könnten noch vor Umsetzung des neuen EU-Urheberrechts in Deutschland wieder an Einnahmen der VG Wort beteiligt werden, glaubt Rechtsexperte Christian Rath. Die Verlegerbeteiligung könne zügig in einem separaten Gesetz gelöst werden. Wird sie wieder eingeführt, erhalten Journalisten und Autoren weniger Geld von der VG Wort – diese Folge des neuen Urheberrechts sei von der Debatte um Uploadfilter überdeckt worden.
taz.de, turi2.de (Background)

Facebook fördert deutsche Lokalzeitungen mit 2 Mio Euro.


Den Verlagen geld-fällt das: Facebook überweist 2 Mio Euro Lokalzeitungs-Entwicklungshilfe nach Deutschland – ein Teil der angekündigten 300-Millionen-Initiative. 13 deutsche Verlage nehmen das Angebot an, unter ihnen die "Rheinische Post", Funke, DuMont und Ippen. Facebook finanziert ihnen ein zwölf Wochen dauerndes Programm, in denen sie u.a. mit Digitalabo-Experten an Geschäftsmodellen basteln. Danach arbeiten die Verlage weiter im Facebook Journalism Project mit.

Ex-"Spiegel"-Geschäftsführer Jesper Doub, jetzt Facebook-Manager, sagt "Horizont", Bezahlmodelle seien ein wichtiges Element in der Finanzierung von Journalismus. "Klar ist aber auch, dass ein Abonnementmodell nicht für alle Medien funktionieren wird." Das nun beginnende Programm sei nur ein Anfang. Doub räumt ein, dass in der Zusammenarbeit von Verlagen und Facebook zuletzt öfter mal der Wurm drin war.
de.newsroom.fb.com, horizont.net (Doub, Login erforderlich), turi2.de (Background)

Meinung: Schweizer Supermarkt-Duopol könnte kritische Berichterstattung ausbremsen.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Schweiz: Die Supermärkte Migros und Coop dominieren den Lebensmitteleinzelhandel und gehören zu den wichtigsten Werbekunden der Printmedien, schreibt Isabel Pfaff. Das Schweizer Supermarkt-Duopol erreicht einen Marktanteil von mehr als 70 % - in Deutschland kommen Edeka und Rewe zusammen auf nur 40 %. Eine kritische Berichterstattung sei angesichts der Dominanz im Schweizer Werbemarkt gefährdet.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27

Meinung: Werner Bartens findet "My Life" altbackener als die "Apotheken Umschau".

Burda kommt mit dem "Apotheken Umschau"-Konkurrenten "My Life" "ziemlich altbacken daher", rezensiert Werner Bartens das neue Gesundheitsmagazin. Der Duktus der Artikel folge dem "Staun-und-Wunder-Journalismus der 1970er-Jahre". Die "Apotheken Umschau" werde zwar als "Rentner-Bravo" belächelt, wirke aber ausgewogener.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27 (Paid), turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv (03/2019): "Konkurrenz macht uns immer besser" – Wort & Bild-Chef Dennis Ballwieser im Strategie-Gespräch.

Mark Zuckerberg diskutiert mit Facebook-Kritiker Mathias Döpfner.


Giganten-Gipfel: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg diskutiert eine Stunde mit Springer-Chef Mathias Döpfner – über Plattformen, Journalismus und Facebooks Pläne. Das gesamte Gespräch steht als Video zum Abruf auf Zuckerbergs Facebook-Profil bereit. Zuckerberg bestätigt, dass Facebook an einem speziellen Produkt für journalistische Inhalte arbeitet – vergleichbar mit dem Video-Bereich Facebook Watch. Wie das Produkt aussehe, sei völlig offen. Facebook wolle sich mit Verlagen beraten und es nicht "in einem Vakuum bauen", sagt Zuckerberg.

Döpfner betont, dass die Zukunft des Journalismus in digitalen Bezahlangeboten liege, denn Reichweite zahle nicht die Miete. Im gesamten Gespräch stellt vor allem der gelernte Journalist Döpfner die Fragen, etwa nach Privatheit und Datenschutz. Zuckerberg sagt, das Thema sei im öffentlichen Bewusstsein und auch im Unternehmen Facebook deutlich wichtiger geworden. Für Zuckerberg ist das Gespräch, aufgezeichnet Sonntag am Rande der Springer-Management-Tagung, eine weitere vertrauensbildende Maßnahme – Döpfner ist als Präsident des Verlegerverbandes BDZV ein Kritiker der Plattformen und konnte mit dem EU-Urheberrecht gerade einen Sieg gegen die US-Tech-Giganten erringen. (Foto: Springer / Charles Yunck)
facebook.com (61-Min-Video)

Marc de Laporte leitet die Bauer-Programmies.

Bauer macht Marc de Laporte, 48, zum Verlagschef seiner TV-Programmhefte. Die bisherige rechte Hand von Verlegerin Yvonne Bauer ist für elf Marken verantwortlich – neben "TV Movie" und "tv14" auch für die Nicht-Programmies "Good Health" und "Welt der Wunder". De Laporte folgt auf Sven Dams, der zum Publishing-Chef Deutschland aufgestiegen ist.
bauermedia.com, turi2.de (Background Dams)

Grimberg: Funke spart als Nächstes im Lokalen.

Funke streicht und zentralisiert in der lokalen Berichterstattung, berichtet Steffen Grimberg. In den Ruhrgebiet-Lokalausgaben fällt je eine individuelle Seite weg, stattdessen gibt es eine für alle produzierte Ruhrgebiet-Seite. Der Lokalsport soll nicht mehr vor Ort, sondern an einem Desk in Essen produziert werden. Auch die Leserbriefe sollen zentral betreut werden. Funke bestätigt die Pläne und ergänzt, dass die "NRZ" bereits einen Lokalsportdesk hat, der nun auch für die "WAZ" diskutiert werde. Der Verlag könnte laut Betriebsrat in NRW bis zu 300 Stellen streichen, auch viele Geschäftsstellen sollen schließen.
kress.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv (01/2019): "User First": Chefredakteur Andreas Tyrock zeigt die neue "WAZ"-Redaktion in Essen.

Laterpay erhält 6 Mio Euro, startet Zeitpässe für Werbefreiheit und digitale Einzelausgaben.


Zahltag: Der Paid-Content-Dienstleister Laterpay erhält weitere 6 Mio Euro von seinen Investoren und startet neue Angebote. Über Laterpay können Website-Betreiber ihren Nutzern jetzt Werbefreiheit verkaufen: Erster Kunde ist das US-Magazin salon.com, das eine werbefreie Stunde für 0,50 Dollar und eine werbefreie Woche für 7 Dollar anbietet. Mehrere hundert Nutzer sollen dieses Angebot in einem ersten Testmonat gebucht haben, meldet Laterpay-Gründer Cosmin Ene (Foto). Benutzer von Laterpay schreiben Einzelkäufe ohne Login wie auf einem digitalen Bierdeckel an und bezahlen erst später.

Laterpay bietet Verlagen nun außerdem auch die Technologie für den Verkauf einzelner E-Paper und digitaler Ausgaben an. Diese Möglichkeit fehle laut Cosmin Ene fast überall im Netz – obwohl Leser den Einzelkauf am Kiosk aus der Print-Welt kennen. "Verlage vernachlässigen so alle Leser, die kein Interesse an einem Abonnement haben", sagt Ene. Er gründete Laterpay 2010 in München. Das Unternehmen sammelte Kapital – so auch in der neuesten Finanzierungsrunden – von privaten Investoren ein. Zu ihnen zählen Experten aus der Tech- und Telekommunikationsbranche, Family Offices und der Online-Games-Pionier Klaas Kersting. (Fotos: Laterpay, Picture Alliance; Montage: turi2)
turi2 – eigene Infos, gruenderszene.de

"Saarbrücker Zeitung" erweitert Chefredaktion und beruft neue Chefin vom Dienst.

Saarbrücker Zeitungsgruppe: Ulrich Brenner (Foto) und Oliver Schwambach sind künftig feste Mitglieder der Chefredaktion bei der "Saarbrücker Zeitung". Zuvor hatten sie die Produktion bereits tageweise koordiniert. Politik-Chef Brenner kümmert sich künftig zusätzlich um das Sport-Ressort sowie Spezialthemen. Landespolitik-Chef Schwambach koordiniert künftig zusätzlich die Zusammenarbeit der Lokalredaktionen. Chef vom Dienst Aloisius Tritz geht in den Ruhestand, Patricia Müller übernimmt.
saarbruecker-zeitung.de, turi2.de (Background)

Anzeigenblätter verbuchen weniger Umsätze.

Anzeigenblätter verbuchen 2018 weniger Netto-Werbeumsätze als im Vorjahr, schreibt "New Business". Jörg Eggers, Geschäftsführer beim Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter, geht auch 2019 "eher von zurückgehenden Umsätzen" aus. Gedruckte Prospekte generieren 40 % des Netto-Werbeumsatzes 2018.
new-business.de

Aus dem Archiv von turi2.tv (07/2017): Jörg Eggers stellt sich dem turi2-Fragebogen.

Bei der "FAZ" wachsen die Vertriebserlöse durch Paid Content.

FAZ steigert ihre Vertriebserlöse gegen den Trend um rund 2 %, schreibt Kai-Hinrich Renner. Das Plus im Zeitraum Februar 2018 bis 2019 wird im Unternehmen auf die Digital-Flatrate F+ zurückgeführt. Verantwortlich ist Digital-Chefredakteur Carsten Knop, der sich damit für den vierten Herausgeber-Posten bei der "FAZ" empfiehlt.
abendblatt.de (Paid), turi2.de (Background)

ARD-Chef Ulrich Wilhelm will sich nicht von Printmedien abgrenzen.


Friedensbotschaft: Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sieht keinen Anlass für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sich gegenüber Zeitungen abzugrenzen. Er teile die Auffassung der ARD-Werbechefs Elke Schneiderbanger und Uwe Esser aus ihrem jüngsten "Horizont"-Interview nicht, teilt die ARD-Pressestelle auf Nachfrage mit. Zuvor hatte DJV-Vorsitzende Frank Überall deren Aussagen als "bodenlose Frechheit" und "verheerend für die Glaubwürdigkeit der Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen" bezeichnet und Ulrich Wilhelm aufgefordert, Stellung zu beziehen. Schneiderbanger und Esser hatten heftige Zweifel an der Qualität von Printmedien geäußert und betont, die ARD stehe für Brand Safety.

Mit Blick auf den Relotius-Skandal sagte Schneiderbanger unter anderem: "Wie muss es denn in den Redaktionen zugehen, wenn Journalisten glauben, auf diese Art gewünschte Geschichten kreieren zu müssen?" Die ARD-Pressestelle teilt mit, nur gemeinsam könnten beide Seiten "die vielfältigen Themen des öffentlichen Lebens begleiten und durchdringen und sich den Herausforderungen in einer sich rasant verändernden Medienwelt stellen".
per Mail, djv.de, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv (11/2018): ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden.

Schweizer Zeitungen verlagern Arbeit nach Bosnien.

CH Media, entstanden aus der Fusion der NZZ Regionalmedien und AZ Medien, lässt Blätter wie die "Luzerner Zeitung" oder das "St. Gallener Tagblatt" seit 2017 in Bosnien Korrektur lesen. Die deutsche Firma Tool-E-Byte beschäftigt dort frühere Flüchtlinge, die noch fließend Deutsch sprechen, aber nur ein Zehntel eines Schweizer Korrektors verdienen. Tool-E-Byte erwartet bald weitere Kunden – auch ein deutscher Verlag erwäge, sein Korrektorat nach Bosnien zu verlagern.
"Süddeutsche Zeitung", S. 31

Verlag mahnt Influencer Riccardo Simonetti wegen Jahre alter Posts ab.

Influencer-Marketing: Der Magazin Verlag Hamburg mahnt den Influencer Riccardo Simonetti wegen Jahre alter Posts ab. Simonetti soll Fotos nicht mit "Werbung" gekennzeichnet haben, obwohl sie auf Marken verlinken. Bisherige Abmahnungen gegen Influencer bezogen sich auf aktuelle Veröffentlichungen. Hinter der Abmahn-Welle steht der Verein VSW, der u.a. Verlage vertritt, die Werbeeinnahmen an Influencer verlieren. Der Magazin Verlag Hamburg gibt Gratis-Zeitschriften wie das "Alstertal-Magazin" heraus.
"FAZ", S. 9 (Paid), turi2.de (Background)

ARD-Werber attackieren die Print-Medien.


Reklame-Rowdys: Die Chefs der ARD-Werbung haben Oberwasser – und zielen per "Horizont"-Interview auf die schon angeschossene Print-Branche. AS&S-Chefin Elke Schneiderbanger sieht Werbung in TV und Radio als Krisen-Gewinner: Wer früher großflächig Papier-Präsenz zeigte, wechsele jetzt ins Umfeld von "Tagesschau" und "Sportschau". ARD-Werbung sei "die personifizierte Brand Safety". Schneiderbanger vermutet große Not bei Zeitungen und Zeitschriften mit Blick auf den Relotius-Skandal: "Wie muss es denn in den Redaktionen zugehen, wenn Journalisten glauben, auf diese Art gewünschte Geschichten kreieren zu müssen?"

Ihr TV-Chef Uwe Esser sekundiert, ohne konkrete Beispiele zu nennen, die heutige Qualität im Printbereich sei "selbst bei den sogenannten Entscheidermedien zu diskutieren". Uwe Esser widerspricht "Zeit"-Geschäftsführer Rainer Esser, der beobachtet haben will, dass sich Marken aus dem TV zurückziehen, um ihre Werbebudgets in Print zu stecken. "Rainer Esser spricht vielleicht für 'Die Zeit', aber nicht für die Gattung", meint Esser über Esser. (Fotos: AS&S, Montage: turi2)
"Horizont" 13/2019, S. 14 (Paid)

Aus dem Archiv der turi2 edition: Elke Schneiderbanger im Porträt.

Aus dem Archiv von turi2.tv (Dezember 2018): Wie "Zeit"-Chef Rainer Esser Print- und Anzeigen-Krise trotzt – hier mit Themenliste des Gesprächs zum Anklicken.

Deutsche Verlage reagieren verhalten auf Apple News+.

Apple News+ stößt bei den deutschen Verlagen auf verhaltene Reaktionen, beobachtet Christian Meier. Gruner + Jahr und Burda wollten erst einmal das konkrete Modell abwarten. Bei der "FAZ" erntet das Angebot scharfe Kritik, weshalb der Verlag es "schlichtweg ablehnen" müsse, sagt Geschäftsführer Thomas Lindner. Aktueller Journalismus sei nicht auf das Prinzip Spotify übertragbar. Einzig Bauer mit seinen zahlreichen Zeitschriften in den USA habe das Angebot von Apple bereits angenommen.
welt.de

Buch-Boom: Markus Dohle erklärt, wie der Buchmarkt von Netflix & Co profitiert.


Altes Medium, neue Gewinne: Markus Dohle, Buch-Vorstand von Bertelsmann und als Chef von Penguin Random House wichtigster Buch-Verleger der Welt, versprüht auf der Bilanz-Pressekonferenz des Medienriesen Print-Optimismus. Im Video-Interview von turi2.tv jubelt Dohle, "die Endverbraucher-Ausgaben für Bücher steigen jedes Jahr", auch angefeuert von Netflix, Amazon Prime und Co. Hollywood braucht gute Stoffe und verfilmt mehr Bücher des Riesen-Verlags, viele Film- und Serien-Fans greifen hinterher zum gedruckten Original, sagt Dohle.

Also alles in Butter im Buch-Business? Dohle gibt zu, dass die Zahl der Buch-Leser gerade in Deutschland sinkt: "20 % der Menschen sind für 80 % des Buch-Umsatzes verantwortlich". Damit dem Verleger die Leser nicht doch irgendwann ausgehen, setzt Dohle auf spannende Kinderbücher und freut sich auch hier über Wachstum. "Seit 'Harry Potter' vor 20 Jahren sind Kinder- und Jugendbücher die am schnellsten wachsende Buch-Kategorie."
turi2.tv (5-Min-Video)

Mehr über Markus Dohle lesen Sie auch in der turi2 edition #8, die am 9. Mai erscheint.

Mitarbeit: Jens Twiehaus

"Welt" bereinigt ihre Auflage und streicht u.a. Bordexemplare.

Abgeschminkt: Springer verabschiedet sich bei der "Welt" von der Auflagenkosmetik und streicht unwirtschaftliche Bordexemplare und andere Kooperationen. Eine "kurzfristig stärker sinkende Auflage" nehme man dabei "bewusst in Kauf", sagt Springers Digital-Vorständin Stephanie Caspar. Alle reinen Marketing-Aktivitäten will der Verlag auf die "Welt am Sonntag" konzentrieren, außerdem soll das digitale Bezahlangebot WeltPlus auf 100.000 Abonnenten wachsen.
dwdl.de, dnv-online.net, axelspringer.com

Bertelsmann erzielt 2018 mit 17,7 Mrd Euro den höchsten Umsatz seit 2007.


Dickeres B: Bertelsmann legt beim Umsatz um 2,8 % auf 17,7 Mrd Euro zu – der beste Wert seit 2007. Als Umsatztreiber sehen die Gütersloher die RTL Group mit neuem Rekordumsatz sowie u.a. Penguin Random House, BMG und Arvato. Bertelsmann verzeichnet das stärkste organische Wachstum seit sechs Jahren. Grund hierfür seien die positive Entwicklung Digitalgeschäfte, aber auch Michelle Obamas Autobiografie "Becoming".

Nach weiterem Rückzug aus dem Ausland entwickeln sich die Zahlen bei Gruner + Jahr rückläufig, der Umsatz sinkt auf 1,4 Mrd Euro, im Vorjahr waren es noch 1,5 Mrd Euro. Bertelsmann-Boss Thomas Rabe (Foto, rechts) sieht das Kerngeschäft der Zeitschriften-Sparte in Deutschland und Frankreich. Der Verlag sei keine Wachstumsplattform, mache aber stabile Geschäfte, sagt Rabe auf der Bilanz-Pressekonferenz in Berlin. (Foto: Jens Twiehaus/turi2)
presseportal.de, bertelsmann.de, turi2 vor Ort in Berlin.

Mitarbeit: Markus Trantow