Ex-Mitarbeiterin verklagt Vice wegen systematisch ungleicher Bezahlung.


Bezahl-Schranke: Elizabeth Rose, Ex-Mitarbeiterin von Vice Media in New York und Los Angeles, hat Klage gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber eingereicht. Vice diskriminiere weibliche Angestellte systematisch und bezahle ihnen absichtlich weniger als männlichen Kollegen mit gleichen oder vergleichbaren Aufgabengebieten. Damit habe Vice Media sowohl Gesetze zur gleichen Bezahlung in New York und Kalifornien, als auch den Federal Equal Pay Act gebrochen.

Rose, die von 2014 bis 2016 u.a. als Projektmanagerin bei Vice Media gearbeitet hat, habe durch interne Memos von den systematischen Gehaltsunterschieden erfahren. Sollte es zu einer Sammelklage kommen, könnten sich daran bis zu 700 Frauen beteiligen. Vice Media gibt gegenüber der "L.A. Times" an, die Beschwerden zu prüfen.
latimes.com

Vice.de-Chefin Laura Himmelreich kündigt ein Anti-Sexismus-Team an.


Kein Platz für dicke Hose: Vice will Schluss machen mit Patriarchat und Macho-Strukturen. Online-Chefredakteurin Laura Himmelreich stellt sich deshalb entschlossen gegen Sexismus. Im Video-Interview beim Deutschen Medienkongress kündigt sie ein Gremium aus fünf Mitarbeiterinnen an, das intern Sexismus-Vorwürfen nachgeht. Himmelreich beobachtet einen "erheblichen Fortschritt" im Kampf gegen Sexismus, seit sie im "stern" mit der Dirndl-Affäre um Rainer Brüderle die #Aufschrei-Debatte anschob.

Himmelreich bietet sich auch persönlich als Vertrauensperson an für Kolleginnen, die unter dämlichen Sprüchen oder anderen Übergriffen leiden. Immer mehr Frauen brechen ihr Schweigen und machen Vorwürfe öffentlich. Himmelreich begrüßt das im Interview von "Horizont" und turi2.tv und findet es richtig, wenn dabei auch die Namen der Männer genannt werden. Die Recherche gegen Regisseur Dieter Wedel im "Zeit-Magazin" etwa sei notwendig, zumal sich mehrere Berichte deckten und eidesstattliche Erklärungen vorlägen. Die Öffentlichkeit rede erst über das Thema, wenn prominente Namen fallen.
turi2.tv (6-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Vice suspendiert wegen Belästigungsvorwürfen zwei Manager.

Vice150Vice suspendiert wegen Vorwürfen sexueller Belästigung zwei Top-Führungskräfte. Der Vorwurf gegen Digital-Chef Mike Germano soll von Vice und einem externen Prüfer untersucht werden. Eine Beschuldigung gegenüber Präsident Andrew Creighton sei 2016 bereits als unbegründet eingestuft worden, werde nun vom Vorstand aber nochmals geprüft.
nytimes.com, bloomberg.com, turi2.de (Background)

Laura Himmelreich will gegen Frauenfeindlichkeit bei "Vice" vorgehen.

Laura Himmelreich, Chefin der deutschen Ausgabe von Vice.com, will baldmöglichst mit den zwei Ex-"Vice"Mitarbeiterinnen sprechen, die zwischen 2007 und 2009 Frauenfeindlichkeit bei bei der deutschen "Vice" erlebt haben. Himmelreich möchte die Vorwürfe und Verantwortlichen kennen, um sicherzustellen, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen. Sie schreibt auf Facebook, sie wolle nur für ein Unternehmen arbeiten, das in so einer Situation die richtigen Schlüsse zieht. Die Journalistin hatte 2013 im "stern" Anzüglichkeiten des FDP-Politikers Rainer Brüderle thematisiert und eine Sexismus-Debatte ausgelöst.
facebook.com, turi2.de (Background)

Ex-Mitarbeiterinnen kritisieren Macho-Kultur bei der deutschen "Vice".

Vice: Im Windschatten einer Recherche der "New York Times" über sexuelle Belästigungen bei "Vice" berichtet ein Sprecher der deutschen Niederlassung, es gebe zwei Beschwerden ehemaliger Mitarbeiterinnen über "die Kultur der deutschsprachigen Vice-Redaktionen". Die deutsche Online-Redaktion leitet Laura Himmelreich, die 2013 im "stern" Anzüglichkeiten des FDP-Politikers Rainer Brüderle thematisiert und damit eine Sexismus-Debatte losgetreten hat. Die Firma will an den deutschen Standorten Mitarbeiter-Gremien als Anlaufstelle etablieren.
taz.de, turi2.de (Background)

Analyse: Anzeigenfinanzierte Online-Medien haben es zunehmend schwer.

Online-Medien: Der niedrige Kaufpreis für Mashable und die offenbar verfehlten Einnahmeziele von BuzzFeed und Vice zeigen, wie abhängig selbst große Medien-Startups von den Verschiebungen im Werbemarkt sind, analysiert Ricardo Bilton. Anzeigenfinanzierte Online-Medien haben es demnach zunehmend schwer, während die Anzeigen-Geschäfte bei Google und Facebook gut laufen. Das "Wall Street Journal" hat berichtet, dass BuzzFeed und Vice ihre Erlösziele verpassen.
niemanlab.org, wsj.com (Paid), turi2.de, turi2.de (Background)

Audible startet 22 Podcasts: "Spiegel", "Brand Eins" und "Bunte" produzieren eigene Formate.


Attacke auf die Ohren: Audible startet heute 22 Podcast-Eigenproduktionen in Deutschland. Die Hörbuch-Plattform von Amazon wandelt sich damit zur App für Audio-Inhalte aller Art. An der Offensive beteiligen sich deutsche Verlage und prominente Moderatoren: Interviewer Jörg Thadeusz talkt wöchentlich für "Brand Eins" über Wirtschaft, Nina Ruge berichtet für "Bunte" über Promis. Auch "Spiegel", "11 Freunde", Vice und "Galore" liefern Sendungen im Wochentakt.

Die Podcasts sind ausschließlich bei Audible verfügbar und werbefrei, Nutzer zahlen 9,95 Euro für ein Monatsabo. Audible beauftragt die Produktionen und bezahlt sie, bestätigt das Unternehmen auf turi2-Nachfrage. Es investiert bis Ende 2018 nach eigenen Angaben einen Millionenbetrag. Einige Formate sind aus einem 2016 gestarteten Aufruf an Produzenten entstanden und basieren auf Pilotfolgen und Marktforschung. Das Programm soll in Zukunft monatlich um zwei Formate wachsen. Audible verspricht investigative Reportagen, Late-Night-Shows und tägliche Kolumnen von Journalisten.

Ab heute starten 17 deutsch- und 5 englischsprachige Sendungen unter der Marke Audible Original Podcasts. Darunter sind:
- Wilde Liga, ein Podcast der "11 Freunde"-Redaktion,
- Das Gespräch von "Brand Eins", geführt von RBB- und WDR-Mann Jörg Thadeusz,
- Das "Bunte"-Gespräch mit Moderatorin Nina Ruge,
- Sagen, was ist heißt der "Spiegel"-Podcast der Redakteure Olaf Heuser und Christina Pohl,
- Juwelen im Morast der Langeweile ist ein Gespräch zwischen Dschungelcamp-Autor Micky Beisenherz und Brachial-Komiker Oliver Polak,
- In Rönne & Rammstedt philosophieren die Autoren Ronja von Rönne und Tilman Rammstedt, die zugleich privat ein Paar sind,
- Der endgültige Satirepodcast nennt sich der Beitrag der "Titanic"-Redaktion,
- Radio Motherboard ist ein Technik-Podcast aus dem Hause Vice,
- In Unüberhörbar spricht ARD-Literaturkritiker Denis Scheck mit Autoren,
- Straight ist der Podcast der gleichnamigen Zeitschrift für Lesben,
- Nach Deutschland kommen außerdem englischsprachige Sendungen wie The Dark Web und Queen Elizabeth II: Life of a Monarch.

Mit dem umfassenden Programm springt Audible auf den Podcast-Trend auf und positioniert sich gegen starke Konkurrenz: Der Streaming-Dienst Spotify produziert eigene Formate wie Fest & Flauschig mit Jan Böhmermann und Olli Schulz, bei Deezer sprechen Sarah Kuttner und Medienkritiker Stefan Niggemeier übers Fernsehen, Deutschlandfunk und ARD bauen gerade eigene Audiotheken auf.
per Mail, turi2 - eigene Infos, audible.de (Übersicht), youtube.com (Trailer)

"manager magazin": TV-Sender Viceland startet erst 2018 – wohl nur im Netz.

Vice streicht offenbar seine Pläne für einen deutschen Ableger des TV-Senders Viceland zusammen. Das "manager magazin" zitiert Vice-Geschäftsführer Benjamin Ruth, der die Vice-Inhalte 2018 in Deutschland "verfügbar" machen will. Auf einen eigenen Sender wolle er sich nicht mehr festlegen. Auch eine Ausstrahlung über Streamingdienste sei denkbar. Ursprünglich sollte der Sender noch in diesem Jahr starten. In den USA, Frankreich und Großbritannien ist der Sender des US-Medienkonzerns empfangbar, erzielt aber keine hohen Einschaltquoten.
"manager magazin", 11/2017 (Vorabmeldung)

Steffen Hopf wechselt von Vice zu Getty Images Deutschland.

Getty Images Deutschland holt Steffen Hopf von Vice Deutschland und macht ihn zum Managing Director für das Geschäft im deutschsprachigen Raum. Er folgt auf Wolfgang Wähner-Schmidt, der das Unternehmen nach sieben Jahren verlässt, aber als Berater bleibt. Steffen Hopf ist bei Vice bisher für alle Vertriebs- und Geschäftsbereiche verantwortlich.
new-business.de, horizont.net

Vice recherchiert Facebook-Posts von Newsseiten nach: Nur bei SpOn stimmt alles.

Vice hat rund 2.000 Facebook-Posts von acht reichweitenstarken, deutschen Newsseiten auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht. Nur bei Spiegel Online hat alles gestimmt, bei Vice und Bild waren 2 % falsch, 6 bzw. 9 % nur halbwahr. Bei Burdas Huffington Post und den russischen Sputnik News war fast die Hälfte der Informationen, die Facebook-Nutzer zu sehen bekommen, falsch oder teilweise falsch. Ein weiteres Ergebnis: Posts mit Falschinformationen werden um 89 % häufiger geteilt als wahre Geschichten.
motherboard.vice.com

Vice kooperiert mit NBA Digital.

Vice und NBA Digital, Joint-Venture der US-Basketball-Liga NBA und Turner Sports, arbeiten künftig zusammen. Gemeinsam wollen sie neue Formate entwickeln, mit denen der US-Basketball international und insbesondere auf mobilen Plattformen Platz findet. Erstes Ergebnis der auf mehrere Jahre angelegten Kooperation ist die Serie "The Way We Ball", die Profi-Basketballer auf ihren ersten Sportplätzen zeigt.
new-business.de

"Bild", Spiegel Online, Sky und Vice ziehen erste Snapchat-Bilanz.

Snapchat: Die deutschen Medienpartner ziehen nach zwei Monaten eine erste positive Bilanz zur Dicover-Rubrik. "Bild", Spiegel Online, Sky und selbst Vice freuen sich über neue Kontakte zu jungen Nutzern, nennen aber keine konkreten Zahlen zu Abrufen. Alle sprechen von übertroffenen Erwartungen und steigenden Abrufzahlen. Bei "Bild" liegt die Verweildauer pro Edition nach eigenen Angaben bei mehr als 30 Sekunden.
horizont.net, turi2.de (Background)

"Vice" passt seine Internetseiten dem Jugendmedienschutz an.

Vice150Vice reagiert auf Kritik wegen Verstößen gegen den Jugendmedienschutz und entfernt betroffene Links und Beiträge von seinen Internetseiten. Das Online-Magazin hat eine Schnittstelle für Jugendschutz-Filter im deutschen Webangebot eingebaut und einen Jugendschutz-Beauftragten ernannt. Nach Ansicht von jugendschutz.net und der zuständigen Landesmedienanstalt sind nun alle Verstöße gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag beseitigt, schreibt das NDR-Magazin "Zapp", das im August 2016 über die Verstöße berichtet hatte.
ndr.de, turi2.de

Journalisten starten internationales Recherche-Netzwerk Investigate Europe.

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Wühlen im EU-Sumpf: Neun europäische Journalisten schließen sich im Recherche-Netzwerk Investigate Europe zusammen, um Skandale auf internationaler Ebene aufzudecken. Die frühere "Tagesspiegel"-Redakteurin Elisa Simantke, 30, koordiniert, Harald Schumann, 59, ist zum Start vom Verlag freigestellt. Stiftungen finanzieren Investigate Europe, Medien aus mindestens sechs Ländern veröffentlichen ab diesem Wochenende die erste Recherche.

Sie handelt von der massiven technischen Aufrüstung zur Kontrolle der EU-Außengrenzen. Gemeinsam befragte das Team 200 Grenzpolizisten, Ermittler, Experten und Beamte. Der "Tagesspiegel" veröffentlicht das Ergebnis heute in Deutschland, zudem gibt es Publikationen u.a. im norwegischen "Aftenblad", der portugiesischen "Público" der italienischen "Corriere della Sera" und "Newsweek Polska". Vice produziert in Griechenland eine 45-minütige TV-Doku. Investigate Europe arbeitet für die Medien in den jeweiligen Landessprachen und erhält Honorare, auf ihrem Blog fassen sie Kernergebnisse auf Englisch zusammen.

Koordinatorin Simantke, die aus der Elternzeit nicht zum "Tagesspiegel" zurückkehrt, hat bis März ausreichend Geld u.a. von der Hans-Böckler- und der Rudolf-Augstein-Stiftung. Zunächst bleibt das Netzwerk – wie auch das deutsche Recherchebüro Correctiv – auf Stiftungen angewiesen, strebt aber eine Mischfinanzierung an. Simantke spürt in vielen Redaktionen ein "starkes Bedürfnis an dem europäischen Ansatz" und nach Kooperation: "Wir sind als Journalisten geprägt durch die Eurokrise. Da haben wir gesehen, dass es wirtschaftliche Entwicklungen gibt, die komplett grenzübergreifend sind."
investigate-europe.eu, "Tagesspiegel", S. S3-S5 (Paid), blendle.com (Paid, auf Deutsch), aftenbladet.no (Norwegisch), publico.pt (Portugiesisch), corriere.it (Italienisch), infolibre.es (Spanisch)

"Guardian"- und Vice-Journalisten beginnen Kooperation.

guardian-vice-150Guardian und Vice formen eine Partnerschaft. Ein Team von "Guardian"-Journalisten zieht in die Vice-Redaktion in London, um Video-Formate zu produzieren. Die Gastreporter sollen unter anderem vor die TV-Kamera der Nachrichtensendung Vice News Tonight, die in den USA bei HBO und in Großbritannien auf dem Kanal Viceland läuft. "Guardian" und Vice wollen Einnahmen aus ihrer Partnerschaft teilen, nennen aber keine Details.
theguardian.com

Vice startet Luxus-Plattform Amuse.

Vice150Vice beschäftigt sich ab heute auch in Deutschland mit allem, was schön und teuer ist, und startet die Luxus-Plattform Amuse. Das Online-Magazin kommt mit Texten wie 10 Orte, an denen wir gerne wohnen würden und Die ungeschriebenen Regeln des Online-Datings und will damit ein Umfeld für Nobel-Marken schaffen. Zu Beginn ist Mercedes mit einem Kunstfilm über das neuen S-Klasse Cabrio dabei, Cadillac sponsert die Travel-Rubrik.
amuse-i-d.vice.com

Vice hat Respekt vor dem deutschen TV-Markt.

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Deutschland muss noch warten: Vice hat es mit dem Start eines deutschen Ablegers seines TV-Senders Viceland nicht eilig. In der "Zeit" kündigt Vice-Chef Shane Smith den Sendestart vage "innerhalb der nächsten zwölf Monate" an. Der ansonsten vorlaute alternative Medienkonzern für die Generation Y hat offenbar Respekt vor dem deutschen TV-Markt: "Deutschland ist ein besonderer Markt: mächtig, intelligent. Deshalb nehmen wir uns Zeit", sagt Smith.

Kein Verständnis hat Smith für die Dominanz der Babyboomer-Generation in den traditionellen Medien. Die hätten sich in die Idee verbissen, "dass alles am Arsch ist. Dabei wird die Welt immer besser." Jetzt sei die Zeit, zu entscheiden, "auf welcher Seite der Geschichte wir stehen sollen: soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz, das alles wird jetzt neu verhandelt. Und wir versuchen, dabei zu sein." Etablierte Medien wie die New York Times haben es dabei nach Ansicht von Vice-Chef Smith verpasst, die jungen Leute für sich zu gewinnen.
"Zeit" 43/2016, S. 29 (Vorabmeldung), turi2.tv (Interview mit Vice Deutschland-Chefredakteur Tom Littlewood)

Vice wollte Murdoch "News of the World" abkaufen.

Vice Logo-150Vice hat auf dem Höhepunkt des Phone-Hacking-Skandals versucht, Murdochs britisches Sonntagsblatt News of the World zu kaufen, erzählt Vice-Chef Shane Smith der Medienjournalistin Keach Hagey. Der Plan sei gewesen, aus der Zeitung ein neuartiges internationales News-Medium zu formen. Er habe mit James Murdoch, den Sohn von Partiarch Rupert Murdoch, verhandelt - am Ende erfolglos.
wsj.com (Paid) via politico.com