Netflix testet Stories-Format in seiner App.

Netflix springt auf den Stories-Zug auf und testet das allseits beliebte Klon-Format. Unter dem App-Punkt "Extras" können Nutzer Fotos und Videos von Netflix-Sendungen im Hochformat sehen. Die Extras beinhalten sowohl Empfehlungen, als auch Reminder an Serien, die der Nutzer gerade schaut. Über einen Share-Button können die Inhalte auch über andere Apps geteilt werden.
techcrunch.com

RTL und ProSiebenSat.1 schließen sich für Programmatic Advertising zusammen.


Elefanten-Verlobung: ProSiebenSat.1 und die Mediengruppe RTL schließen sich für den Einkauf von Addressable TV und Online-Video zusammen. Werbekunden können über eine gemeinsame Demand-Side-Plattform (DSP) auf das gesamte Portfolio der Konzerne zugreifen. RTL und ProSiebenSat.1 gründen dafür ein 50-50-Joint-Venture, über das die P7S1-DSP Active Agent gemeinsam gesteuert wird. Erste Produkte sollen im Sommer kommen, Addressable TV im vierten Quartal 2019.

Im "Horizont"-Interview sagt IP-Geschäftsführer Matthias Dang, das Joint Venture solle die Produktentwicklung vorantreiben. Die Unternehmen bauten "ein Stück Autobahn, das wir gemeinsam mit anderen nutzen können" – die Plattform sei explizit offen für andere Anbieter". Seven-One-Chef Thomas Wagner sagt, die Kunden hätten sich eine Plattform gewünscht, über die Onlinevideo und Addressable TV übergreifend gebucht werden könnten.

Eine ähnliche Plattform, ausgelegt auf Content, hatte das Kartellamt in der Vergangenheit verhindert. Dang und Wagner glauben an die jetzige, weil ProSiebenSat.1 und RTL im Werbemarkt und im Vertrieb Wettbewerber blieben.
wuv.de, "Horizont" 23/2019, S. 14 - 15 (Paid)

Mitarbeit: Anne Fischer

Studie: Nutzer ermüden zunehmend an der Vielzahl von Streaming-Abos.

Streaming wird immer beliebter, derweil wird den Nutzern das Angebot an Streamingdiensten langsam zu viel. 24 % der Befragten einer Umfrage von Hub Research geben an, bereits zu viele Streaming-Abos zu besitzen und keine neuen abschließen zu wollen. Im Vorjahr lag die Zahl noch bei 14 %. 36 % der Befragten würden außerdem erst eines ihrer Abos kündigen, bevor sie ein neues abschließen.
mediapost.com

Software-Streit könnte Sendezeiten von Online-Videos einschränken.

Jugendschutz-Probleme könnten künftig zu eingeschränkten Sendezeiten vieler Online-Videos führen, schreibt Volker Nünning. Die KJM der Medienanstalten akzeptiert die Software JusProg nicht mehr. Sie sorgt dafür, dass minderjährige Nutzer mit einem Schutzprogramm auf dem PC keine Inhalte für Erwachsene streamen können – hinter ihr stehen u.a. ProSiebenSat.1, RTL, Telekom, Electronic Arts und Erotik-Website-Betreiber. Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter hatte JusProg zugelassen. Die KJM bemängelt jedoch, dass JusProg nur für Windows-PC mit Chrome-Browser ausgelegt sei.
medienkorrespondenz.de

Fast alle jungen Deutschen sind online – und streamen Musik und Videos.

Studie: 97 % der deutschen Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren sind online, ergibt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Unter den 10- bis 18-jährigen Smartphone-Nutzern streamen 88 % Musik, 87 % schauen Videos. Beliebteste Social-App ist WhatsApp, bei den 10- bis 11-Jährigen folgt TikTok auf Platz 2, bei den etwas älteren Instagram.
bitkom.org (Text), bitkom.org (Grafiken)

"Bild": Amazon zahlt Borussia Dortmund 5 Mio Euro für BVB-Doku.


Borussiamazon: Amazon blickt mit einer Dokuserie hinter die Kulissen von Vizemeister Borussia Dortmund, berichtet "Bild". Die vier- bis sechsteilige Serie soll "zeitnah" ausgestrahlt werden, der BVB kassiert dafür 5 Mio Euro. Umgesetzt wurde die Reihe von Grimme-Preisträger Aljoscha Pause, der bereits die Doku "Being Mario Götze" für Dazn geliefert hat.

Die Serie zeigt u.a. Bilder aus dem borussischen Trainingszentrum, dem Mannschaftsbus, der Kabine, aus Kraft- und Frühstücksraum. Pause hat die Dortmunder Kicker seit dem Trainingslager im Winter in Marbella begleitet. Die Zweitverwertungs-Rechte für den asiatischen Markt liegen beim BVB.

Amazon hat bereits eine Doku über Manchester City ausgestrahlt, für den der englische Spitzen-Club rund 10 Mio Euro eingestrichen haben soll – für Coach Pep Guardiola gab es noch 1 Mio Euro extra. Die Borussen wollen den Deal am Dienstag offiziell bestätigen.
bild.de (Paid)

Studie: Durch Netflix und Co fühlen sich Schüler sicherer im Umgang mit Englisch.

Keep calm and Netflix: Durch Streaming-Anbieter werden für viele deutsche Schüler immer mehr Filme und Serien im Originalton verfügbar. 84 % der befragten Kinder zwischen sechs und 13 Jahren sind überzeugt, dass englischsprachiges Programm beim Erlernen der Sprache hilft, sagt eine Studie von Mindline Media. 26 % geben an, Unterhaltungen auf Englisch führen zu können. Bei Kinder aus Haushalten ohne Netflix und Co liegt die Zahl bei nur 17 %.
sueddeutsche.de

Frank Elstner startet eine eigene Talkshow auf YouTube.


Wetten, das war's ...? Frank Elstner öffnet sich im großen "Zeit"-Interview und spricht über seine Parkinson-Erkrankung. Vor drei Jahren hat er die Diagnose erhalten, nun geht er damit an die Öffentlichkeit. Die Diagnose habe ihn jedoch nie daran denken lassen, mit dem Arbeiten aufzuhören – und so wechselt der Show-Dino noch einmal das Medium.

Bei YouTube startet er eine Talkshow mit dem Titel "Wetten, das war's ...?". Erster Gast ist Jan Böhmermann, wie dem Show-Trailer zu entnehmen ist, wird sich "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo als Gast anschließen. Elstner wolle mit der Talk-Reihe "die seriöse Unterhaltung ins Netz bringen" und nur noch Menschen interviewen, die ihn "wirklich interessieren". Produziert wird die Sendung von Elstners Sohn Thomas.
zeit.de (Paid), youtube.com (30-Sek-Trailer), youtube.com (50-Min-Sendung mit Jan Böhmermann)

Studie: TV-Konsum wirkt sich bei über 50-Jährigen negativ auf das Sprachgedächtnis aus.

Fernsehen wirkt sich ab 3,5 Stunden täglich bei über 50-Jährigen negativ auf das sprachliche Arbeitsgedächtnis aus, erklärt der Neurologe Peter Berlit das Ergebnis einer britischen Studie. Ältere schneiden nach sechs Jahren in kognitiven Tests schlechter ab, als Probanden, die weniger ferngesehen haben. Der TV-Konsum hat sich vor allem negativ darauf ausgewirkt, wie Menschen Wörter und Sätze verarbeiten können.
"Welt", S. 20 (Paid)

"Bild" startet einen TV-Sender bei waipu.tv.


Bewegt-BILD nonstop: "Bild" bespielt erstmals einen TV-Kanal mit eigenen Inhalten. Auf der Streaming-Plattform waipu.tv laufen diverse Formate rund um die Uhr, die Rotation wird individuell für jeden Nutzer zusammengestellt. Im Angebot sind News- und Promi-Videos, Reportagen und Lifestyle-Themen, Technik-Tests von "Computer Bild" sowie Geschichts- und "Auto Bild"-Videos.

Die Politik-Talkshow "Die Richtigen Fragen" sowie News-Sondersendungen werden live eingespielt. Einzelne Videos können in der Waipu-Mediathek abgerufen werden. Nutzer können Waipu fürs Streaming auf TV-Geräten, Smartphones und Tablets abonnieren, künftig gibt es eine Kooperation mit O2. Auch der ADAC hat einen TV-Kanal bei Waipu.
axelspringer.com, waipu.tv/bild

Tool-Tipp: Spaactor durchsucht Videos und Podcasts.

Tool-Tipp: Die Suchmaschine Spaactor findet Suchbegriffe in Videos und Podcasts. Mittels Spracherkennung wandelt der Dienst gesprochenes Wort in Text um und macht die Inhalte so durchsuchbar. In den gefundenen Audio- und Video-Dateien springt Spaactor direkt an die Stelle des Suchbegriffs. Sein Geld verdient das Bremer Startup mit Medienbeobachtung für Firmen und Institutionen.
basicthinking.de

Großbritannien will Plattform-Manager für Gewaltvideos in Haftung nehmen.

Großbritannien: Ein neues Gesetz droht Hostern, Suchmaschinen und Messengern mit "beträchtlichen" Strafen bis hin zum Verbot, wenn sie Inhalte wie Terrorverherrlichung, Abbildungen von Kindesmissbrauch und Aufrufe zur Selbstverletzung nicht schnell genug entfernen. Der genaue Strafrahmen ist noch nicht abgesteckt, Direktoren der Firmen sollen aber persönlich haftbar werden, kündigt das Innenministerium an.
bloomberg.com

Urteil: Berliner OVG lässt Bild.de weiterhin live streamen.

bildlogoBild darf weiterhin Livestreams senden, bestätigt das Berliner Oberverwaltungsgericht die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Im Netz sei die rechtliche Abgrenzung zwischen zulassungspflichtigem Rundfunk und zulassungsfreien Medien ungeklärt und höchst umstritten – weshalb sich die Richter zugunsten von Bild.de entschieden hätten. Die MABB hatte die Live-Formate auf Bild.de beanstandet.
horizont.net, turi2.de (Background)

Australien verabschiedet Gesetz gegen Gewaltvideos.

Australien: Das Parlament handelt schnell und verabschiedet ein Gesetz gegen Gewaltvideos im Internet. Die Idee wurde vor einer Woche vorgestellt – als Reaktion auf den Facebook-Livestream des Massenmords im neuseeländischen Christchurch durch den Täter. Das Gesetz kriminalisiert Anbieter, die bei ihnen gespeicherte Videos mit "abscheulich gewalttätigem Verhalten" nicht umgehend entfernen. Es sieht bis zu drei Jahre Haft vor.
theguardian.com

Bloomberg: YouTube hat Warnungen von Mitarbeitern vor Fake Videos jahrelang ignoriert.


Auf die Tube: YouTube hat jahrelang die Bitten seiner Mitarbeiter ignoriert, Videos mit extremistischen Inhalten oder Verschwörungstheorien von der Plattform zu entfernen, berichtet Bloomberg. Das Unternehmen habe ein größeres Interesse daran gehabt, die Klickzahlen der Videos zu steigern, als die Verbreitung von Videos mit verstörenden Inhalten einzudämmen, berichten 20 ehemalige und derzeitige YouTube-Mitarbeiter. Das interne Ziel sei es gewesen, täglich 1 Mrd Stunden Sehdauer zu erreichen.

YouTube-Chefin Susan Wojcicki habe sich nicht für die Fehlinformationen und gefährlichen Inhalte interessiert. Ihre Aufgabe war ihrer Ansicht nach nur, "das Unternehmen zu leiten". Mitarbeiter, die nicht den Moderationsteams angehört haben, wurden geraten, YouTube nicht nach Videos mit verstörenden Inhalten zu durchsuchen. Rechtsanwälte hätten erklärt, das Unternehmen müsse in höherem Umfang haften, wenn bekannt wird, dass die Mitarbeiter diese Videos kennen.
bloomberg.com, theverge.com

Bayerische Medienwächter stufen Drachenlord als Rundfunk ein.

Livestreaming: Die Medienanstalt von Bayern (BLM) verbietet Übertragungen der Internet-Figur Drachenlord alias Rainer Winkler. Sein Kanal Drache_Offiziell auf der Plattform YouNow bräuchte eine Rundfunklizenz, weil sie zur öffentlichen Meinungsbildung beitrage. Drachenlord erreicht mit seinen Videos zehntausende Fans und Hasskommentatoren, die teilweise sein Zuhause in einem mittelfränkischen Dorf belagern.
blm.de, zeit.de (Background Drachenlord)

Bosch teilt Firmen-Wissen per Video, beobachtet Kevin Knitterscheidt.

Und bitte: Bosch und Bilfinger setzen für die interne Weiterbildung auf Mitarbeiter-Videos, beobachtet Kevin Knitterscheidt. Bosch erhoffe sich von den bereits 10.000 Videos Know-how-Transfer zwischen den 260 Standorten. Bilfinger öffnet seine Video-Plattform ab April auch für andere Unternehmen, die gegen Gebühr Filme erstellen und Firmen-Wissen teilen wollen.
handelsblatt.com

YouTube will nicht länger auf Eigenproduktionen setzen.


Eigenproduktionsstopp: Apple stellt heute seinen eigenen Streaming-Dienst vor, zu dem auch Eigenproduktionen gehören, YouTube dagegen sagt den Originals Good bye. YouTube-Mutter Google glaube nicht, gegen Streaming-Anbieter wie Netflix, Amazon und künftig Apple und Disney bestehen zu können, berichtet Bloomberg. Daher setzt YouTube seine beiden größten Eigenproduktionen "Origin" und "Overthinking with Kat & June" ab und nimmt keine Pitches für neue Shows an. Die Bezahl-Version YouTube Premium solle zwar erhalten bleiben, sich künftig aber in erster Linie auf Musik fokussieren

Google hatte YouTube Premium 2015 unter dem Namen YouTube Red gestartet. Seit 2016 zeigt YouTube eigens für das Bezahl-Angebot produzierten Inhalte. Allerdings war der Konzern nie bereit, vergleichbar hohe Summen in das Programm zu stecken, wie Amazon oder Netflix, sondern setzt für knapp 12 Euro im Monat vor allem auf weitere Features wie Werbefreiheit beim frei zugänglichen YouTube.
bloomberg.com via theverge.com, turi2.de (Background)