WDR bestellt zwei Dokus zum gleichen Thema.


Fake-Wissenschaft hoch 2: Der WDR hat versehentlich zwei Reportagen zum Thema Wissenschaftsbetrug in Auftrag gegeben, schreibt Kai-Hinrich Renner. Vom Recherche-Verbund von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" kommt die TV-Reportage Fake Science – Die Lügenmacher. Bei dem Investigativ-Journalisten Peter Onneken hat der WDR den Film Betrug statt Spitzenforschung bestellt. Auf Initiative von Onneken berichtet der aktuelle "Spiegel" über das Thema. Beim Recherche-Verbund soll der Unmut über die Themen-Dopplung groß sein, schreibt Renner.

Eine WDR-Sprecherin sagt, es habe Versuche gegeben, beide Recherchen zusammenzuführen. Die Redaktionen und Autoren hätten sich aber dagegen entschieden. Die Doku des Recherche-Verbunds läuft am Montagabend im Ersten, die Onneken-Reportage am Dienstagabend im WDR-Fernsehen. Schon heute zeigt das "SZ-Magazin" in einem Selbstversuch, wie völlig absurde wissenschaftliche Arbeiten den Weg in vermeintlich renommierte Fachjournale finden. (Symbolbild: Jan Woitas/dpa)
abendblatt.de, "SZ-Magazin" 29/2018, S. 10 - 24, magazin.spiegel.de (Paid)

Ex-Fernsehspielchef Gebhard Henke fühlt sich vom WDR ungerecht behandelt.

Gebhard Henke, Ex-Fernsehspielchef des WDR, fühlt sich vom Sender ungerecht behandelt und streitet im "Zeit"-Interview jegliche Vorwürfe sexueller Belästigung ab. Er vermute, der WDR habe an ihm ein Exempel statuieren wollen, sein Anwalt Peter Raue sieht ihn als Bauernopfer. Der WDR habe anonyme Anschuldigungen gegen Henke unüberprüft übernommen.
zeit.de (Vorabmeldung), turi2.de (Background)

Zitat: 1Live-Chef Jochen Rausch will im Radio Menschen statt Algorithmen hören.

"Beim Streaming regieren Algorithmen, bei uns reden echte Menschen. Radio lebt und ist keine Datenbank von einer Milliarde Songs."

Jochen Rausch, Vize-Hörfunkdirektor beim WDR, sagt im Interview mit Hans Hoff, dass reine Hitradios ein Auslaufmodell sind.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27 (Paid)

Weitere Zitate:

"Alle klassischen Medien haben im Smartphone einen mächtigen Konkurrenten. Es kann einfach alles: Videos, Musik, Nachrichten, Bücher, Spiele. Zur Not auch Telefon. Wer auf dem Smartphone ein Video anschaut oder einen Messenger abhört, hört eben nicht gleichzeitig Radio."

"Wenn Radio nicht von einem Streamingdienst zu unterscheiden ist, können wir die Sendemasten abschrauben. Der Mensch im Radio und am Radio ist unsere Überlebensstrategie. Als Öffentlich-Rechtliche müssen wir den Unterschied suchen, nicht die Gleichförmigkeit.

"Es sollte einem öffentlich-rechtlichen Sender gelingen, glaubwürdiger und authentischer rüberzukommen als Internetfirmen und Handyhersteller."

Dunja Hayali wünscht sich mehr Ausgaben ihres ZDF-Talks.

Dunja Hayali liebäugelt im Gespräch mit DWDL mit einer zweiten Ausgabe ihres ZDF-Talks "Dunja Hayali" pro Monat. Die Sendedauer ihrer Sendung schwankt künftig - wie bereits bekannt - zwischen 45 und 60 Minuten. Deshalb behandelt Hayali nun in der Regel nur ein Thema in der Sendung, das sie in zwei bis drei Aspekte unterteilt.
dwdl.de, turi2.de (Background), goldenekamera.de (Background)

Wir graturilieren: Frank Nielebock wird 47.


Wir graturilieren: Frank Nielebock, Geschäftsführer der WDR Mediagroup feiert heute seinen 47. Geburtstag mit Kuchen und Kollegen im Büro – und am Wochenende noch einmal in München mit seiner Frau beim Italiener. Das Beste am abgelaufenen Jahr war die erfolgreiche Neuausrichtung des WDR-Vermarkters, deren Vorteile trotz "Verschlankung und Straffung" inzwischen bei "den Kolleginnen und Kollegen gesehen und gelebt" werden.

Im neuen Jahr soll dieser Prozess genau so erfolgreich und spannend fortgesetzt werden, persönlich wünscht sich Frank Nielebock Gesundheit. Über Glückwünsche freut er sich auf allen Kanälen, u.a. per Mail oder die LinkedIn – oder gern auch persönlich, denn "Postkarten werden immer weniger".

WDR macht Ellen Ehni zur Chefredakteurin Fernsehen.

WDR macht Ellen Ehni ab September zur Chefredakteurin Fernsehen. Sie folgt auf Sonia Seymour Mikich, die in den Ruhestand geht. Ellen Ehni leitet aktuell die Programmgruppe Zeitgeschehen, Europa und Ausland. TV-Zuschauern ist sie unter anderem als Moderatorin von "Brennpunkt"-Sendungen des WDR und durch die Präsentation des Deutschlandtrends bekannt.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Zitat: "Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer glaubt an Zahlbereitschaft, wenn es einfach ist.

"Ich glaube, dass wir längst soweit sind, dass das Publikum willig ist, zu bezahlen, wenn es denn richtig überzeugende Inhalte sind, die man nicht kostenlos bekommt. Und wenn der Bezahlvorgang einfach ist."

"Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer sagt im "Zapp"-Interview, dass zahlungswillige Leser sich durch ein Abo nicht "geknebelt" fühlen dürfen.
ndr.de/zapp (8-Min-Video)

Weitere Zitate aus dem Interview:

zur Konkurrenz mit ARD und ZDF:

"Ich mag Wettbewerb! Und ich finde auch den Wettbewerb mit den Öffentlich-Rechtlichen zunächst einmal sportlich. Ja, Gebühren, die garantiert hereinkommen, sind etwas anderes als ob ich Leser für ein Bezahlmodell gewinnen muss. Das ist nicht wirklich Chancengleichheit in allem, aber dann ist es auch so reguliert, dass es gut funktioniert.

"Ich würde niemals das öffentlich-rechtliche System angreifen wollen. Das hat sich bewährt!"

zur Kooperation von NDR, WDR und der "Süddeutschen Zeitung":

"Wenn Gebührengelder auf irgendwelchen Umwegen in Projekte fließen, die bei der "Süddeutschen" landen, dann sprechen wir von Quersubventionierung eines Zeitungsverlages. Das heißt aber nicht, dass wir nicht den sportlichen, journalistischen Wettbewerb mit der "Süddeutschen" aufnehmen."

WDR kündigt Gebhard Henke mit sofortiger Wirkung.

WDR kündigt Fernsehfilmchef Gebhard Henke mit sofortiger Wirkung, da aus Sicht des Senders kein Vertrauensverhältnis mehr bestehe. Mehr als zehn Frauen hatten sich gegenüber dem Sender über sexuelle Belästigungen, teils in Zusammenhang mit Machtmissbrauch, durch Henke beschwert. Der WDR sieht die Schilderungen der Frauen als "schwerwiegend und glaubhaft" an, Henke weist die Vorwürfe zurück.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Zitat: Tom Buhrow fordert von Medienmachern, ihre Filterblasen zu verlassen.

"Alle Journalisten leben in Filterblasen."

WDR-Intendant Tom Buhrow fordert Medienmacher auf, auch den Menschen zuzuhören, die nicht zur urbanen, digitalen Avantgarde gehören.
turi2 vor Ort beim DW Global Media Forum


Tom Buhrow räumt Fehler bei der Aufklärung der Belästigungs-Vorwürfe ein.


Nachgefragt: Im Interview mit dem "Journalist" sagt WDR-Intendant Tom Buhrow, er werfe sich in Bezug auf die Vorwürfe von Machtmissbrauch und sexueller Belästigung in seiner Anstalt drei Dinge vor. Erstens die Ermahnung des Korrespondenten Arnim Stauth, der 2010 Hinweise auf sexuelle Belästigung weitergegeben hatte. Sie erwecke rückblickend "einen völlig falschen Eindruck". Zweitens räumt Buhrow Fehler im Umgang mit dem Personalrat ein – dieser kritisiert, dass seine Hinweise und Einschätzungen übergangen worden seien. Auch die Wahl der Kanzlei als Anlaufstelle für Betroffene war laut Intendant nicht optimal, weil sie den WDR schon in Prozessen gegen Mitarbeiter vertreten habe. Die Betroffenen würden sich aber trotzdem an die Anwälte wenden.

Ein "angstbesetzter Laden" sei der WDR nicht. Buhrow sagt, in seinen Augen sei die Anstalt in den vergangenen zehn Jahren "eigentlich vorneweg" gewesen, was Schutz vor Machtmissbrauch und Belästigung angehe. Nach außen sei schwer zu vermitteln, dass bei Vorwürfen keine Vorverurteilung stattfinden dürfe und Aufklärung immer vor einem Arbeitsgericht Bestand haben müsse.

Buhrow konkretisiert im Interview mit Hans Hoff außerdem die Idee einer gemeinsamen Internetplattform von öffentlich-rechtlichen Anstalten und Zeitungsverlagen: "Meine Vision ist, dass wir alles, was wir im aktuellen Bereich audiovisuell haben, ohne Bezahlung auf die gemeinsame Plattform einstellen."
journalist-magazin.de (Zusammenfassung Fehler), journalist-magazin.de (Zusammenfassung Plattform)

Zitat: Gebhard Henke hätte nicht an die Öffentlichkeit gehen sollen, findet Ralf Höcker.

"Man klärt solche Fälle nicht unter dem Druck einer gierigen Medienöffentlichkeit, sondern intern."

Medienanwalt Ralf Höcker erklärt im Interview mit Stefan Winterbauer, dass WDR-Mann Gebhard Henke seinen Anonymitätsanspruch "ohne Not versaut" hat. Seine berufliche Existenz und sein Ruf seien zerstört – egal, ob von den Vorwürfen am Ende etwas übrig bleibe.
meedia.de

Meinung: Weite Teile der Premiere von "Live nach neun" beim WDR wirken beliebig.

Live nach neun, vom WDR produziertes Vormittagsmagazin, wirkt über weite Teile der Sendung beliebig, kritisiert Alexander Krei. Nach der Premiere erschließe sich ihm nicht, weshalb es die Sendung "angesichts des erfolgreichen ZDF-Magazins" Volle Kanne im Gegenprogramm brauche. Die Gespräche zwischen den beiden Moderatoren Isabel Varell, 56, und Tim Schreder, 27, wirkten "bisweilen arg angestrengt" – trotz der gut herausgearbeiteten "unterschiedlichen Ansichten verschiedener Generationen".
dwdl.de, turi2.de (Background)

Zeit Online: Charlotte Roche bereut, sexuelle Belästigung nicht eher öffentlich gemacht zu haben.

WDR: Charlotte Roche ärgert sich, dass sie als "selbstbewusste Frau" nicht eher auf den Übergriff von Filmchef Gebhard Henke reagiert hat, weil so eventuell "andere Frauen verschont geblieben" wären. Sie hätte nach dem Übergriff Angst vor Reaktionen gehabt, sie "als Autorin von Sexbüchern" hätte sexuelle Übergriffe provoziert und wolle gerade das. Nach Gesprächen mit WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn und dem WDR-Personalchef habe sie "das Gefühl, die wollen das wirklich aufklären".
zeit.de, turi2.de (Background)

Zitat: Tom Buhrow muss gegenüber Opfern und Beschuldigten gerecht bleiben.

"Ich lasse mich weder in der einen noch in der anderen Richtung von meinem Kurs abbringen, korrekt aufzuklären."

WDR-Intendant Tom Buhrow muss bei der Aufklärung der Vorfälle sexueller Belästigung einen Drahtseilakt meistern: Er sei sowohl Opfern als auch Beschuldigten gegenüber gleich verantwortlich. Inzwischen hätten sich bereits 16 Frauen an die Anlaufstellen für Betroffene von sexueller Belästigung gewandt.
sueddeutsche.de

Video-Tipp: Journalisten diskutieren auf Republica über investigative Recherchen.

Video-Tipp: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger (Foto), Correctiv-Chef Oliver Schröm, Georg Mascolo, Olaf Sundermeyer und Datenjournalistin Uli Köppen diskutierten auf der Republica über investigativen Journalismus. Schlesinger sagt, dieser beginne im Lokalen, etwa bei Recherchen zu korrupten Bürgermeistern. Schröm sagt, Correctiv müsse unter großem Ressourcenaufwand Bildungsangebote machen, um gemeinnützig zu sein.
youtube.com (61-Min-Video)

"Spiegel": Sechs Frauen erheben Vorwürfe gegen WDR-Filmchef Gebhard Henke.

WDR in Bedrängnis: Sechs Frauen erheben im "Spiegel" konkrete Belästigungsvorwürfe gegen Filmchef Gebhard Henke. Er soll zwischen 1990 und 2015 Frauen an Po und Bauch betatscht haben und Förderung gegen "körperliche Zuwendung" angeboten haben, berichtet der "Spiegel". Zu den Betroffenen, die sich äußern, zählt auch die Moderatorin Charlotte Roche (Foto, links).

Der derzeit freigestellte Henke bestreitet die Vorwürfe. Zuletzt unterstützten 16 Frauen den "Tatort"-Koordinator Henke mit einem offenen Brief. Fernsehdirektor Jörg Schönenborn äußert sich überrascht, bezeichnet die Aussagen der Frauen im "Spiegel" aber als "gravierend und glaubwürdig". Charlotte Roche schildert, dass Henke sie bei einem Treffen zur Verfilmung ihres Romans "Feuchtgebiete" am Po begrapscht habe. Als sie sich wegbewegte, sei er mit der Hand auf ihrem Po mitgegangen. (Fotos: dpa / Picture Alliance)
spiegel.de, presseportal.de (Reaktion WDR), turi2.de (Background)

WDR verschiebt Vertragsverlängerungen von Jörg Schönenborn und Valerie Weber.

WDR Logo 150WDR: Der Rundfunkrat habe informell beschlossen, die Vertragsverlängerungen von Fernsehdirektor Jörg Schönenborn und Hörfunkdirektorin Valerie Weber zu vertagen, schreibt Kai-Hinrich Renner. Die Verträge laufen noch bis Ende April 2019, sollten aber bereits im Juni erneuert werden. Der Rundfunkrat wolle sich damit jedoch erst befassen, wenn der WDR die Belästigungs-Vorwürfe gegen sieben Mitarbeiter aufgeklärt hat.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

WDR: 16 Frauen setzen sich mit offenem Brief für freigestellten Gebhard Henke ein.

WDR: 16 Kolleginnen unterstützen den wegen Missbrauchs-Vorwürfen freigestellten Fernsehfilmchef Gebhard Henke mit einem offenen Brief. Die Zusammenarbeit mit ihm sei "durchaus nicht ohne Konflikte und Machtkämpfe" gewesen, er sei ihnen jedoch "stets respektvoll begegnet". Die Unterzeichnerinnen aus der deutschen Film- und Fernsehbranche fordern weiterhin einen differenzierteren Umgang mit Belästigungsvorwürfen. Das von Heike-Melba Fendel initiierte Schreiben haben u.a. die Schauspielerinnen Caroline Peters und Anna Schudt unterzeichnet.
ksta.de, turi2.de (Background)

WDR: Fernsehfilmchef Gebhard Henke bestreitet öffentlich Missbrauchs-Vorwürfe.


WDR-Missbrauchsaffäre: Fernsehfilmchef Gebhard Henke wehrt sich öffentlich gegen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, er habe Kolleginnen sexuell belästigt. Über eine Anwaltskanzlei fordert er den WDR auf, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu konkretisieren, so dass er dazu Stellung beziehen könne. Andernfalls solle der WDR seine Freistellung zurücknehmen.

Gebhard Henke wurde am Wochenende vom WDR freigestellt. Sein Name wurde dabei bislang nicht genannt. Laut WDR gibt es in Bezug auf Henke "verschiedene ernstzunehmende Hinweise", denen die Anstalt derzeit nachgehe.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

"Bild": WDR stellt weiteren hochrangigen Mitarbeiter frei.

WDR Logo 150WDR hat im Rahmen der internen Ermittlungen wegen sexueller Belästigung einen weiteren hochrangigen Mitarbeiter freigestellt, schreibt "Bild". Ein WDR-Sprecher bestätigt die Freistellung, macht zu konkreten Vorwürfen aber keine Angaben. Seit Donnerstag ist die ehemalige EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies, 76, als Sonderermittlerin im WDR aktiv.
bild.de, turi2.de (Background)

"Spiegel" berichtet von drei weiteren Belästigungs-Fällen im WDR.

WDR Logo 150WDR: Der "Spiegel" berichtet über drei weitere Fälle, in denen Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben werden. Die Vorwürfe betreffen einen prominenten TV-Mitarbeiter, der mittlerweile im Ruhestand sei, sowie einen weiter aktiven, aktenkundigen Hörfunk-Mitarbeiter und einen Mitarbeiter der Revision. Insbesondere der sorge intern für Ärger, da die Abteilung von Intendant Tom Buhrow beauftragt wurde, einen Überblick über die Vorwürfe zu erstellen.
"Spiegel" 17/2018, S. 90 (Paid)

WDR-Mann Schönenborn soll Hinweise von Korrespondent Arnim Stauth abgebügelt haben.

WDR: Fernsehdirektor Jörg Schönenborn gerät in der Affäre um sexuelle Belästigungen unter Druck. Er soll bereits 2003 von Vorwürfen gewusst haben, schreibt Kai-Hinrich Renner. Ein interner Aufklärer in der Debatte bekommt nun ein Gesicht: Seit Jahren mahnt WDR-Korrespondent Arnim Stauth Missstände an, fühlte sich aber zunehmend vom WDR gemobbt.
morgenpost.de

WDR beschließt Maßnahmen gegen sexuelle Belästigungen.

WDR Logo 150WDR reagiert auf die Vorwürfe zu sexuellen Belästigungen im Haus und startet mehrere Maßnahmen zur Prävention sexueller Belästigungen. Dazu zählen eine externe Ombudsstelle sowie Schulungen für Führungskräfte. Ferner will der WDR mehrere Dialogveranstaltungen sowohl unter Führungskräften als auch mit freien Mitarbeitern durchführen und alle aktiven und künftigen Mitarbeiter schriftlich über konkrete Beschwerdemöglichkeiten informieren.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: 45 Journalisten wollen die Arbeit von Daphne Caruana Galizia vollenden.

Zahl des Tages: Genau 45 Journalisten von 18 internationalen Medien arbeiten zusammen, um die Recherchen der ermordeten maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia abzuschließen. An der Recherche beteiligen sich u.a. WDR, NDR, "Süddeutsche Zeitung" und "Zeit". Die Recherche-Ergebnisse sollen ab Dienstag veröffentlicht werden.
twitter.com (1-Min-Video), forbiddenstories.org, turi2.de (Background)

"Spiegel": WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn kannte Missbrauchs-Vorwürfe.

WDR Logo 150WDR: Im Missbrauchsverdacht zweier Korrespondenten wusste Fernsehdirektor Jörg Schönenborn wohl Bescheid und beförderte einen der Beschuldigten dennoch, schreibt der "Spiegel". Der damalige Chefredakteur räumt ein, er hätte den Bericht zu den Vorfällen eigentlich zur Einsicht bekommen müssen, könne sich aber nicht erinnern. Der zweite Beschuldigte wurde von Schönenborn in zwei begehrte Auslandsstudios geschickt. Schönenborn sagt, er hätte "mit dem Wissen von heute" andere Entscheidungen getroffen. Der WDR schreibt in einem Statement, die Berichte in "stern" und "Spiegel" ergäben "kein vollständiges Bild der Abläufe und Hintergründe". Es habe hausinterne Untersuchungen gegeben und eine Ombudsstelle für Beschwerden sei geschaffen worden. Tina Hassel, damals die Vorgesetzte einer der Beschuldigten, sagt, die Sache sei "immer im Ungefähren" geblieben. Sie dulde aber ausdrücklich keinen Machtmissbrauch und keine sexuellen Übergriffe.
"Spiegel" 16/2018, S. 74 (Paid) presseportal.de (Statement WDR), turi2.de (Background)

WDR lässt Missbrauchs-Verdacht durch externe Kanzlei ausleuchten.

Diskrete Hilfe von außen: Der WDR hat eine externe Anwaltskanzlei damit beauftragt, den Vorwürfen der sexuellen Belästigung im eigenen Haus auf den Grund zu gehen, schreibt Hans Hoff. "stern" und das Recherchebüro Correctiv hatten am Mittwoch über eine Reihe an Vorwürfen gegen einen zweiten prominenten WDR-Mitarbeiter berichtet. Kai-Hinrich Renner berichtet, mehrere hochrangige Mitarbeiter hätten "frühzeitig" Bescheid gewusst.

Sowohl Tina Hassel, damals die Vorgesetzte des Beschuldigten, als auch der damalige Chefredakteur Jörg Schönenborn und die Fernsehdirektorin Verena Kulenkampff seien informiert gewesen, schreibt Renner. Mehrere Rundfunkräte hätten gefordert, die Vorwürfe bei der Ratssitzung am 8. Mai "ausführlich" zu besprechen, schreibt Hoff. Der Rat könnte auch eine Anlaufstelle für Missbrauchsopfer einrichten.
sueddeutsche.de (Hoff), morgenpost.de (Renner), stern.de (Background)

"Bild" berichtet von weiteren sexuellen Belästigungen durch beurlaubten WDR-Korrespondenten.

WDR Logo 150WDR: "Bild" berichtet von weiteren Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegenüber dem inzwischen beurlaubten Auslandskorrespondenten. Demnach habe er sich in den Neunzigern unter anderem unaufgefordert vor einer Kollegin entblößt. Eine Beschwerde beim Vorgesetzten des Korrespondenten habe dieser mit dem Hinweis, den Vorfall nicht "an die große Glocke" zu hängen, abgewiegelt. Ferner schreibt "Bild", dass die WDR-Fernsehdirektion inklusive der damalige Direktorin Verena Kulenkampff spätestens seit 2010 über sexuelle Belästigungen in der Programmgruppe Ausland informiert gewesen sei, ohne etwas unternommen zu haben.
bild.de (Paid), "Bild", S. 5 (Paid), turi2.de (Background)

Ranga Yogeshwar findet das Fernsehen zu laut.

Ranga Yogeshwar sagt im Interview mit dem "Hamburger Abendblatt", er habe ein gespaltenes Verhältnis zum Fernsehen, weil es "sehr laut geworden" sei. Der "Quarks"-Moderator und Diplom-Physiker will lieber ruhig und besonnen Dinge erklären. Er sieht sich als Wissenschaftsjournalist, nicht als Moderator – weil viele von ihnen "über Themen reden, ohne sie richtig zu verstehen".
abendblatt.de

"Bild": WDR-Korrespondent musste sein Fehlverhalten 1991 schon einmal einräumen.


Wiederholung beim WDR: Der vom WDR wegen Belästigungsvorwürfen freigestellte TV-Kor­re­spon­den­t ist 1991 schon einmal auffällig gewesen, berichtet "Bild". Damals habe er während einer Dienstreise eine Kollegin dazu gebracht, gemeinsam in einem Hotelzimmer zu übernachten – unter dem Vorwand, der Sender müsse sparen und es sei kein weiteres Zimmer im Hotel verfügbar. Der Vorfall sei als "Doppelzimmer-Affäre" beim WDR bekannt geworden, woraufhin zwei weitere Kolleginnen Anschuldigungen vorgebracht hätten.

Der Korrespondent habe sein Fehlverhalten damals eingeräumt und eine Eintragung in seine Personalakte erhalten. Der WDR prüfe gerade, ob diese Eintragung auf Drängen des Mitarbeiters einige Jahre später wieder entfernt wurde.
"Bild", S. 9 (Paid), turi2.de (Background)

"BamS": WDR stellt Korrespondenten wegen neuer Belästigungsvorwürfe frei.

WDR Logo 150WDR stellt einen TV-Kor­re­spon­den­ten nach neuen Beläs­ti­gungs­vor­wür­fen frei, schreibt die "Bild am Sonntag". Der Sender wolle die neu­en Vor­wür­fe sorg­fäl­tig prü­fen. Durch einen Bericht von "stern" und Correctiv sind in dieser Woche Belästigungsvorwürfe gegen einen Korrespondenten bekannt geworden, die innerhalb des WDR lediglich mit einem Vermerk in der Personalakte geahndet wurden.
"Bild am Sonntag", S. 10 (Paid), vorab.bams.de (Vorabmeldung), turi2.de (Background)

Personal-Vertreterin wirft WDR-Chefs vor, bei sexueller Belästigung wegzuschauen.


Krisenmodus in Köln: Berichte über einen zudringlichen WDR-Korrespondenten haben erste Konsequenzen – aber nicht für die Betroffenen. Die Chefin des Personalrats, Christiane Seitz, zieht sich aus einem Gremium zurück. Sie wirft Intendant Tom Buhrow und Fernsehdirektor Jörg Schönenborn Untätigkeit vor, berichten "stern" und Correctiv. Buhrow und Schönenborn würden "Schwarzer-Peter-artig" die Verantwortung weitergeben.

Für Unmut sorgt der Verweis des Senders, ein Opfer könne sich an ein "Interventionsteam" wenden, in dem Personalrat und Gleichstellungsbeauftragte vertreten sind. Dieses Team könne Konsequenzen vorschlagen, die von der Personalabteilung umgesetzt werden. Personalrätin Seitz zieht sich aus eben jenem Interventionsteam zurück, weil sie in solchen Fällen die Senderspitze am Drücker sieht. Sie müsse sich persönlich um Fälle sexueller Belästigung kümmern.

Durch einen Bericht von "stern" und Correctiv war bekannt geworden, dass ein WDR-Korrespondent einer Praktikantin Champagner gereicht und Pornos vorgeführt haben soll. Einer Mitarbeiterin soll er per Mail "sexuelle Avancen gemacht" haben. Er wurde ermahnt. Chefredakteurin Sonia Mikich sagt Spiegel Online, selbst in diesem Fall tätig gewesen zu sein. Sie verteidigt das Vorgehen des Senders gegenüber dem Korrespondenten: "Das Verhalten des betreffenden Kollegen hatte Konsequenzen und hat nach wie vor welche."
stern.de, meedia.de, spiegel.de (Mikich), turi2.de (Background)