Vodafone wirbt für geplante Unitymedia-Übernahme.

Vodafone Deutschland kontert die Kritik am Plan, Unitymedia zu übernehmen, mit einer Werbe- und Interview-Offensive in der deutschen Tagespresse. In ganzseitigen Anzeigen etwa in "FAZ", "Süddeutscher" und "Welt" trommelt Deutschlandchef Hannes Ametsreiter für die Übernahme und verspricht ein "vereintes Gigabit-Netz für Deutschland" und Investitionen von 12 Mrd Euro in den Ausbau. In Interviews mit "Welt" und "Handelsblatt" versucht er, die Angst vor einem neuen Monopol kleinzureden und nennt Vodafone einen "starken Wettbewerber", der neben der Telekom entstehe. Er stellt neue Jobs durch den geplanten Netzausbau in Aussicht.
"Welt" S. 11 u. 12, "Süddeutsche Zeitung" S. 19, "Handelsblatt" S. 24, "FAZ" S. 5 (Paid), turi2.de (Background)

Welt startet einen Wirtschafts-, "Bild" einen Fußball-Podcast.

Welt und Bild reiten weiter auf der Podcast-Welle: Im wöchentlichen Wirtschaftspodcast Deffner & Zschäpitz diskutieren Börsenmoderator Dietmar Deffner und Wirtschaftsjournalist Holger Zschäpitz je zwei große Themen, in der ersten Folge Elon Musk und saisonale Börsen-Muster. Im Fußball-Podcast Phrasenmäher von "Bild" kommen monatlich Akteure der Bundesliga zu Wort, Kai Traemann moderiert.
welt.de, bild.de

Springers Bilanz.de bezahlt nur die fünf meistgeklickten Kolumnen des Tages.

Bilanz, Wirtschaftsmagazin von Springer, bezahlt seine Online-Kolumnisten nach einem "kuriosen Bezahlmodell", schreibt Lars Radau im Journalist. Jeden Tag werden die fünf Kolumnen mit den meisten Visits ermittelt – für jede Platzierung gibt es 30 Euro. Die leistungsabhängige Bezahlung belebe das "Meinung- und Debattenportal", rechtfertigt Chefredakteur Klaus Boldt das beim "Forbes" abgeschaute Modell.
"Journalist" 05/2018, S. 12 (Paid)

Zitat: Ulf Poschardt bietet sich als Träger der letzten Laterne an.

"Ich liebe Zeitungen und bin überzeugt: Unser Haus hat die Kraft, hier am Ende so etwas wie 'the last man standing' zu sein."

Chefredakteur Ulf Poschardt ist zwar Print-Fan, aber auch Realist: Er begeistert sich für Papier, aber vor allem fürs Zusammenspiel der vielen "Welt"-Ausspielwege von App bis TV.
"Horizont" 16/2018, S. 10-11 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Ulf Poschardt glaubt an Zeitungen, aber längst nicht an alle.

Wir graturilieren: Niddal Salah-Eldin wird 33.


Wir graturilieren: Niddal Salah-Eldin, Digital-Innovations-Chefin bei der "Welt", wird heute 33. Ihren Geburtstag hat sie bereits um Mitternacht mit einer "Riesenladung Konfetti auf dem Dancefloor" zusammen mit ihrem Mann, ihrem Bruder, guten Freunden und Bekannten eingeleitet. Am Morgen folgt dann ein gemütliches Frühstück mit Freunden. Besonders wichtig war im zurückliegenden Jahr ihre Wechsel auf eine neue Position bei der "Welt". Und auch privat gab es ein Highlight: Mit ihrem Mann unternahm Niddal Salah-Eldin eine große Reise nach Australien, Neuseeland und in die USA: "Das war großartig."

Für das kommende Lebensjahr wünscht sie sich "ganz unironisch" den Weltfrieden, im Kleinen dürfen es zudem noch Gesundheit und "ein langes glückliches Leben" für alle ihre Bekannten sein. Gratulationen sind per E-Mail oder auf Facebook, Twitter oder Instagram willkommen. Wer analoge Grüße vorzieht, dürfe jedoch auch "gerne ein paar singende Mariachis losschicken".

Aus dem Archiv von turi2.tv: Niddal Salah-Eldin hat als Social-Chefin der "Welt" den Umgang mit Trollen verändert.

Lese-Tipp: Journalisten diskutieren Umgang mit sozialen Medien.

Lese-Tipp: "Welt"-Digitalberaterin Niddal Salah-Eldin, Ex-ZDF-Chef Nikolaus Brender, "Westdeutsche-Zeitung"-Chef Ulli Tückmantel und Kommunikations-Professor Carsten Reinemann diskutieren, wie Journalisten angemessen in sozialen Medien auftreten können. Brender meint, ein Journalist werbe nicht - dies gelte auch für Eigenwerbung. Salah-Eldin sagt, ihre "Welt"-Redaktion wolle die Meinungsvielfalt der Mitarbeiter auch in den sozialen Medien abbilden.
"Süddeutsche Zeitung", S. 25, blendle.com (Paid)

Niggemeier kritisiert "Welt"-Bericht über angeblich verhinderten Anschlag.

Stefan Niggemeier kritisiert die Berichterstattung der "Welt" über den Verdacht auf einen geplanten Terroranschlag auf den Berliner Halbmarathon. Die Zeitung habe den möglichen Anschlag als tatsächlich geplant beschrieben und mit "ihrer übertriebenen Darstellung" auch die Berichterstattung anderer Journalisten geprägt, schreibt Niggemeier. Das Blatt habe auch nach Einschränkungen durch die Polizei an seinem Bericht festgehalten.
uebermedien.de

Don Alphonso führt seine Blogs bei Welt.de weiter.

Don Alphonso bloggt bei der "Welt" weiter. Der erste Text erscheint heute. Im Interview mit Stefan Winterbauer sagt Rainer Meyer, ihm sei wichtig, dass die Leitungsebene seines neuen Blog-Zuhauses auch mit rauen Tonarten im Netz umgehen könne. Den Shitstorm gegen die "FAZ" habe er als überzogen empfunden.
meedia.de (Interview), welt.de (Blogbeitrag), turi2.de (Background)

Deniz Yücel bedankt sich bei seinen Unterstützern.

Deniz Yücel ist am Samstagabend von mehr als 800 Gästen bei seinem ersten offiziellen Auftritt nach der Haftentlassung gefeiert worden. Bei der Lesung aus seinem Buch Wir sind ja nicht zum Spaß hier in Berlin, dankte er seinen Unterstützern und bat u.a. ZDF-Moderator Jan Böhmermann und "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt auf die Bühne. Er berichtete, wie er bei einem Arztbesuch einen Stift klaute und Notizen für "Welt"-Artikel in seiner Schmutzwäsche aus dem Knast schmuggelte. Yücel verabschiedete sich nach fast zwei Stunden mit den Worten: "Es ist schön nicht alleine zu sein."
tagesspiegel.de, facebook.com (2-Std-Mitschnitt)

Studie: Fake News gründen oft auf schlechter PR.

Fake News, die zum Bundeswahlkampf verbreitet wurden, basieren oft auf schlechten Pressemitteilungen und missverständlichen Formulierungen von Journalisten, sagt eine Studie der Berliner Stiftung Neue Verantwortung. Welt.de und Bild.de hätten Fake News auffällig oft weiter verbreitet. Eine große Falschnachrichten-Schwemme oder ein besonders gravierender Fall ist den Studien-Autoren nicht untergekommen.
"Spiegel 13/2018", S. 27 (Paid)

Deniz Yücel absolviert ersten öffentlichen Auftritt nach seiner Freilassung.

Deniz Yücel tritt heute Abend zum ersten Mal seit seiner Freilassung aus türkischer Haft öffentlich auf. Im Festsaal Kreuzberg in Berlin wird der "Welt"-Journalist aus seinem zum Teil in der Haft entstandenen Buch Wir sind ja nicht zum Spaß hier lesen. Yücel hat ein Jahr ohne Anklage in türkischer Haft gesessen. Vor fünf Wochen ist er freigelassen worden.
stern.de

Ex-Herausgeber und -Chefredakteur der "Welt" Thomas Löffelholz, 85, ist tot.

Thomas Löffelholz, 85, ist tot. Der ehemalige Herausgeber und Chefredakteur der "Welt" ist bereits am 15. März in Königswinter bei Bonn gestorben. Löffelholz begann seine journalistische Laufbahn 1959 bei der "Stuttgarter Zeitung" als Wirtschaftsredakteur, 1983 übernahm er die Chefredaktion. 1995 wechselte er als Herausgeber und Chefredakteur zur "Welt".
bdzv.de

Bild des Tages: Deniz Yücel ist zurück in der "Welt"-Redaktion.


Schönster Montag, wo gibt: "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel ist seit seiner Freilassung am 16. Februar zum ersten Mal wieder in der Redaktion der "Welt". Chefredakteur Ulf Poschardt (links) und die Redaktion begrüßen ihn in der 10-Uhr-Konferenz im Newsroom mit Schaumwein und einem langen Applaus. Anschließend hält Yücel eine emotionale Ansprache und sagt, er sei "stolz, für diese Zeitung zu arbeiten". (Foto: Martin Lengemann/"Welt")
twitter.com (1-Min-Video Applaus), twitter.com, turi2.de (Background)

Zitat: Deniz Yücel bedankt sich in einer emotionalen Rede bei seiner Redaktion.

"Und ich war stolz, für diese Zeitung zu arbeiten."

"Welt"-Korrespondent Deniz Yücel bedankt sich in einer emotionalen Ansprache im Newsroom bei seiner Redaktion.
twitter.com (1-Min-Video)

Weiteres Zitat aus der Rede:
"Alles, was ihr gemacht habt, war goldrichtig. Weil es mir die Kraft gegeben hat, diese nicht immer ganz leichte Zeit zu überstehen."

Lese-Tipp: Deniz und Dilek Yücel sprechen über die Haft und die Folgen.

Lese-Tipp: "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel spricht zusammen mit seiner Frau Dilek erstmals ausführlich über seine Freilassung. Die Unterstützung von Kollegen und Bürgern während der Haft habe ihm sehr geholfen. Die Bundesregierung hat ihm versichert, dass es keinen Deal mit der Türkei gab. "Ich glaube, mehr als der Bundesregierung diese Erklärung abzuverlangen, konnte ich im Knast nicht tun", sagt Yücel.

Yücel sagt, bis zu seiner Verhaftung sei die deutsche Regierung diejenige in der EU gewesen, die am freundlichsten gegenüber der Türkei war. Die Regierung von Angela Merkel habe die progressiven und demokratischen Kräfte in der Türkei zwei Mal verraten - zuletzt, als Merkel Präsident Erdogan 2015 kurz vor einer wichtigen Wahl besuchte. Dilek berichtet, wie sie etwas bessere Haftbedingungen für ihren Mann durchsetzte und sagt, sie träume noch heute jede Nacht davon, wie Deniz im Gefängnis ist und freigelassen wird.
welt.de

Wir graturilieren: Frank Meißner wird 55.


Wir graturilieren: Frank Meißner, Geschäftsführer Produktion und Technik beim ehemals als N24 firmierenden TV-Sender Welt, wird 55. Seinen runden Geburtstag feiert er am Abend mit seiner Familie beim Lieblingsitaliener. Dafür wird Frank Meißner auch mal das Büro früher verlassen, wie er verrät. Höhepunkt im zurückliegenden Lebensjahr war für ihn "die Berichterstattung über und rund um den G20-Gipfel", die sein Team geleistet habe.

Für das kommende Jahr wünscht sich Frank Meißner "vor allem ein besseres Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit", aber auch eine "weniger negative Nachrichtenlage". Über Glückwünsche freut sich Frank Meißner "auf allen Kanälen", zum Beispiel via E-Mail.

Lese-Tipp: Gretchen Dutschke spricht mit den Springers.

Lese-Tipp: Gretchen Dutschke, Ehefrau des verstorbenen 68er-Führers Rudi Dutschke, ist zum ersten Mal Gast im Haus des einst verhassten Springer-Verlags. Im Duz-Interview von Stefan Aust und Claus Christian Malzahn erinnert sich Dutschke an verletzende Cartoons und blickt positiv aufs heutige Deutschland. "Welt am Sonntag" druckt auf zwei Seiten Auszüge aus ihrem neuen Buch.
"Welt am Sonntag", S. 11-14 (Paid)

Zitat: SPD-Politiker Ulrich Kelber reißt Ulf Poschardt aus der Samstagsruhe.

"Die Springer-Publikationen 'Bild' und 'Welt' sind Sprachrohre für die AfD-Ideologie geworden."

Ulrich Kelber, Justiz-Staatssekretär und SPD-Politiker, wirft den Springer-Medien vor, der liberalen demokratischen Grundordnung "schweren Schaden" zuzufügen.
ulrich-kelber.de

"Wie im Eimer ist die SPD, wenn sie aus der 'Welt' ein Sprachrohr der AfD machen will? Ich finde das ekelhaft und eigentlich klassischer AfD-Stil."

Ulf Poschardt, liberaler FDP-Fan und "Welt"-Chefredakteur, mag das nicht auf sich sitzen lassen.
twitter.com

"Spiegel" rekonstruiert die Verhandlungen zur Freilassung von Deniz Yücel.

Deniz Yücel: Der Spiegel" rekonstruiert, wie bereits die "SZ", die Verhandlungen zur Freilassung von Deniz Yücel. Was konkret den Ausschlag zur Freilassung gab, kann das Magazin aber nicht aufklären. Außenminister Sigmar Gabriel habe die Kanzlerin erst zwei Tage vor Yücels Freilassung über den Durchbruch informiert. "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt habe im Januar ein Interview Yücels mit dpa verhindern wollen und dafür sogar dpa-Chefredakteur Sven Gösmann angerufen. Doch weder dpa noch der "Welt"-Korrespondent ließen sich beirren. Yücel hatte gesagt, er wolle auf keinen Fall mithilfe "schmutziger Deals" freikommen.
"Spiegel" 09/2018, S. 24-29 (Paid), turi2.de (Background)

Springers "Bilanz" startet eine Kiosk-Offensive und senkt die Auflage deutlich.

Springer wirft sein Wirtschaftsmagazin "Bilanz" aus den Einzelverkaufs-Ausgaben der "Welt" und startet eine Kiosk-Offensive für den eigenständigen Verkauf des Magazins. Trotz einer etwa 40 % geringeren Auflage sollen die Anzeigenpreise gleich bleiben, schreibt "Horizont". Das Magazin verpasst sich eine neue Titel-Optik und ein neues Heft-Layout und trennt sich dafür von Werbeprofi Jean-Remy von Matt als Titelseiten-Gestalter.
"Horizont" 08/2018, S. 6 (Paid), turi2.de (Background)

"Welt" stellt am ersten Tag der Rubrik "Free them all" Ahmet Altan vor.

Welt stellt am ersten Tag ihrer neuen Rubrik "Free them all" Ahmet Altan vor. Der türkische Journalist ist seit 2016 wegen seiner Arbeit in der Türkei im Gefängnis und am Freitag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die neue Rubrik erscheint auf der Titelseite an der Stelle, an der die "Welt" bislang an Deniz Yücel erinnert hat.
"Welt", S. 1 (Paid), turi2.de (Background)

Außenministerium hat "Welt" zugesichert, dass es keinen Deal zur Yücel-Freilassung gibt.


Ohne Gegenleistung: Das Auswärtige Amt hat der "Welt" eine "Zusicherung" gegeben, dass es keinen Deal zur Freilassung von Deniz Yücel gibt, sagt "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt bei "Anne Will". Poschardt glaube dem Versprechen. Auf die Frage, was Yücel von einer Gegenleistung für seine Freilassung halten würde, antwortet Poschardt: "Er würde nicht kommen wollen, wenn es einen Deal gäbe."

Poschardt lobt u.a. den Einsatz von Sigmar Gabriel, Gerhard Schröder und Peter Altmaier für die Freilassung Yücels. Er habe in den vergangenen Monaten einen großen Respekt vor den Schwierigkeiten der Realpolitik bekommen.

Die Linke-Politikerin Sevim Dağdelen bezweifelt in der Sendung, dass Erdogan den "Welt"-Korrespondenten ohne Gegenleistung freigelassen habe. Auf die Nachfrage von Poschardt, ob sie meine, dass Außenminister Gabriel lüge, will Dağdelen diesen Vorwurf aber nicht erheben.
mediathek.daserste.de (63-Min-Video), spiegel.de, turi2.de (Background)

TV-Tipp: Anne Will talkt über die Folgen der Freilassung von Deniz Yücel.

TV-Tipp: Um 21.45 Uhr spricht Anne Will im Ersten mit ihren Gästen über die Folgen der Freilassung von Deniz Yücel für die deutsch-türkischen Beziehungen. Gäste sind Yücels Chefredakteur Ulf Poschardt, CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen, Europa-Staatsminister Michael Roth, der Menschenrechtler Peter Steudtner und Linke-Politikerin Sevim Dağdelen.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Springer, Döpfner, Aust, Hanks und Spielberg sprechen in der "WamS" über Pressefreiheit.

Aufeinandertreffen: Friede Springer, Mathias Döpfner, Stefan Aust, Tom Hanks und Steven Spielberg sprechen in der "Welt am Sonntag" auf vier Seiten über die Pressefreiheit. Anlass ist Spielbergs neuer Film "Die Verlegerin", der von "Washington Post"-Verlegerin Katherine Graham und der Veröffentlichung der Pentagon-Papiere handelt. Laut den Gesprächspartnern muss die Presse heute mehr für ihre Freiheit kämpfen als damals, insbesondere weil der wirtschaftliche Druck stärker sei.
"Welt am Sonntag", S. 11-14, welt.de (Paid)

"Welt" stellt ab Montag auf der Titelseite inhaftierte Journalisten vor.

Welt stellt ab Montag jeden Tag einen Journalisten vor, der wegen seiner Arbeit im Gefängnis ist, kündigt Chefredakteur Ulf Poschardt an. Die Rubrik erscheint auf der Titelseite an der Stelle, an der die "Welt" bislang an Deniz Yücel erinnert hat. "Wir werden damit weitermachen, bis alle Kollegen frei sind", so Poschardt, der einräumt, dies sei eine "kindliche Utopie".
"Welt am Sonntag", S. 2 (Paid)

Bild des Tages: Deniz Yücel atmet die Luft der Freiheit.


Endlich in Freiheit: Deniz Yücel und seine Frau Dilek liegen sich in den Armen. Nach mehr als einem Jahr darf der "Welt"-Korrespondent die türkische Untersuchungshaft verlassen. Die Gefängnismauern und Stacheldrahtzäune kann Yücel endlich hinter sich lassen. In der Hand hält er einen Strauß Petersilie, den ihm seine Frau mitgebracht hat. Die Pflanze erinnerte ihn im Gefängnis an seine Dilek, nachdem sie in einem gemeinsamen Urlaub Petersilie zur "Blume unserer Liebe" erklärt hatten. (Foto: Veysel Ok bei Twitter)

Update: "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel ist frei.


Deniz is free: "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel ist aus türkischer Untersuchungshaft frei. Er sei bereits auf dem Weg zum Flughafen in Istanbul, sagte Außenminister Sigmar Gabriel bei einer Pressekonferenz am Nachmittag. Yücels Ziel sei ihm unbekannt. Es habe keine "Deals" mit der Türkei gegeben, betont Gabriel, abgesehen von der Verfahrensbeschleunigung auch keine politische Einflussnahme. Am Vormittag hat ein Gericht in Istanbul die Freilassung Yücels für die weitere Dauer des Verfahrens angeordnet. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Anklage vorgelegt, die 18 Jahre Haft fordert.

Springer-Chef Mathias Döpfner zeigt sich "unendlich erleichtert" und dankt allen, die sich für Yücels Freilassung eingesetzt haben, insbesondere Sigmar Gabriel. "Es ist ach ein guter Tag für den Journalismus und für die Freiheit", sagt Döpfner. "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt berichtet von Freudentränen im Newsroom: "Das ist der schönste Tag in meinem Berufleben als Journalist." Gabriel appelliert im Blick auf fünf weitere Deutsche, die in der Türkei inhaftiert sind: "Ich glaube, dass wir jetzt das Momentum nützen müssen, auch da über Verfahrensbeschleunigung zu sprechen."

Vorgestern jährte sich der Tag, an dem Deniz Yücel ohne Anklage ein Jahr im Gefängnis saß. Die Inhaftierung hatte die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei enorm belastet. Die türkischen Behörden werfen Yücel Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vor.
welt.de, spiegel.de, axelspringer.de, esslinger-zeitung.de (Anklageschrift)

Hör-Tipp: "Welt" gibt im neuen Insider-Podcast Einblick hinter die Kulissen.

Welt startet einen Insider-Podcast, in dem Redakteure regelmäßig hinter die Kulissen blicken. Das Thema der ersten Ausgabe ist der in der Türkei inhaftierte Korrespondent Deniz Yücel. Chefredakteur Ulf Poschardt spricht im Podcast darüber, wie er lernen musste, Diplomatie walten zu lassen. Außenpolitik-Redakteur Daniel Böhmer beschreibt, wie es Yücel in der Haft geht und wie sein Ressort unter seinem Fehlen leidet.
welt.de, soundcloud.com/weltinsider (13-Min-Audio)

Türkischer Premierminister hofft auf baldige Freilassung von Deniz Yücel.


#FreeDeniz: "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel sitzt heute seit genau einem Jahr ohne Anklage in türkischer Haft. Nun macht der türkische Premierminister Binali Yildirim Hoffnung auf eine baldige Freilassung: "Ich bin der Meinung, dass es in kurzer Zeit eine Entwicklung geben wird", sagt Yildirim in einem Interview der ARD-"Tagesthemen". Yücel werde in Kürze vor Gericht kommen und "jede Verhandlung ist eine Chance, damit er freikommt", sagt Yildirim.

Auf die Frage nach der Rechtsstaatlichkeit, ein Jahr ohne Anklage im Gefängnis verbringen zu müssen, weicht er aus und verweist auf die Gerichte, die allein entscheiden würden. Der DJV fordert von der Bundesregierung trotz Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung mehr Einsatz für die Freilassung: "Deniz Yücel darf nicht zum Groko-Opfer werde", sagt DJV-Chef Frank Überall.
tagesschau.de (9-Min-Video), tagesspiegel.de, djv.de

"Welt" veröffentlicht Passagen aus Deniz Yücels Buch, geschrieben in den "Kleinen Prinz".

Welt veröffentlicht vorab Passagen aus dem Buch von Deniz Yücel, das am 14. Februar erscheint. Es enthält Texte aus seiner Zeit vor der Inhaftierung und Stücke aus dem im Gefängnis. "Welt" druckt zu letzteren Bilder des Manuskripts – Yücel hat es heimlich in den Weißraum einer Ausgabe von "Der kleine Prinz" geschrieben.
welt.de, edition-nautilus.de (Buch)

Deutsche Journalisten schießen sich auf Macron als Erlöser-Figur ein, schreibt Benedict Neff.

Journalismus: Deutsche Journalisten schwärmen für den französischen Präsidenten als Retter der EU, beobachtet Benedict Neff. Die "Zeit" betitelt ihn als "Heiland", die "Süddeutsche Zeitung" als "Held", die "Welt" als "Visionär". Die "beklemmende Regierungsbildung in Berlin" sei Ursache der Verknallerei, das journalistische Mitgefühl für Merkel hingegen fast aufgebraucht.
nzz.ch