"Bild": Judith Rakers moderiert Konkurrenz-Sendung zu "Aktenzeichen XY".

Judith Rakers
Die Schöne und die Verbrecher: Judith Rakers, das Vorzeigelächeln der ARD, soll ab Herbst für die ARD Verbrecher jagen und der ZDF-Konkurrenz "Aktenzeichen XY" Quote abluchsen, schreibt "Bild". HR und RBB sollen die Sendung mit dem Arbeitstitel "Kriminalreport" demnach produzieren.

Vorbilder für die neue Sendung zur Prime Time sollen der ZDF-Quotengarant "Aktenzeichen XY" und das HR-Format "Maintower Kriminalreport" sein. "Tagesschau"-Sprecherin Rakers hat bereits den Vertrag für die Sendung unterschrieben, schreibt "Bild". Rakers Management sagt hingegen, der TV-Deal sei "noch nicht fix".
"Bild", S. 4 (Paid)

ZDF verteidigt Kommentatorin Claudia Neumann gegen Schmähungen.

Claudia Neumann, ZDF-Kommentatorin der Fußball-WM, wird im Netz angefeindet und bepöbelt, kritisiert ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann. Manche männlichen Zuschauer drehten durch, weil eine Frau ein Spiel der Männer-WM kommentiert. Dies sei unterste Schublade. Gelegentliche Fehler wie die Verwechselung eines Spielers gehörten wie bei den männlichen Kommentatoren zum Job.
faz.net

Neuer Telemedienauftrag: Politik, Öffentlich-Rechtliche und Verlage beenden jahrelangen Streit.


Nur glückliche Gesichter (von links): Mathias Döpfner, Reiner Haseloff, Malu Dreyer, Ulrich Wilhelm, Thomas Bellut, Stefan Raue. (Foto: Twiehaus)

Weniger Text, Ausbau Mediatheken: Der Telemedienauftrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird in weiten Teilen überarbeitet – damit endet ein jahrelanges politisches Ringen zwischen den Sendern, den Verlagen und der Politik. Die Beteiligten stellen in Berlin die Ergebnisse vor: Wichtigste Neuerung ist, dass die Onlineangebote von ARD, ZDF und Deutschlandradio ihren Schwerpunkt auf Bild und Ton legen – presseähnliche Berichterstattung ist verboten.

Ein Zückerchen für die Sender: Die 7-Tage-Löschfrist für Inhalte in den Mediatheken fällt weg, sie können außerdem mehr europäische Filme und Serien einstellen. Die Politik beauftragt die Sender zudem ausdrücklich, interaktiv und über Social Media zu kommunizieren. Neu ist auch eine gemeinsame Schlichtungsstelle der Rundfunkanstalten und der Verlage – falls es doch noch Streit um die richtigen Anteile von Text, Video und Audio geben sollte.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff nannte die gemeinsame Lösung aller Beteiligten der Medienindustrie einen "historischen Moment". BDZV-Präsident Mathias Döpfner war spürbar erfreut, sich mit ARD, ZDF und Deutschlandradio zu einigen. Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sagt, dass die Belastung der langen Verhandlungen geschafft sei. Wilhelm erinnert daran, dass sich manche journalistische Arbeitsweisen in den Sendern ändern müssten.

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue schränkte ein, noch mit dem Begriff Presseähnlichkeit zu fremdeln. Sein Deutschlandfunk wird etwa weiterhin die morgendlichen Interviews im Volltext anbieten. Döpfner zeigte sich grundsätzlich offen: "Keiner kann den Öffentlich-Rechtlichen verbieten, Textelemente zu nutzen". Wenn die Sender also bei investigativen Recherchen Dokumente zugänglich machen, bleibt das weiterhin erlaubt.
turi2 vor Ort bei Pressekonferenz in Berlin, rlp.de (Reaktionen), bdzv.de, ndr.de

KEF-Chef Fischer-Heidlberger warnt vor Schnellschüssen.

Rundfunkbeitrag: Der tatsächliche Aufwand für das Programm von ARD und ZDF muss berechnet werden, bevor eine Anpassung nach einem Inflationsindex eingeführt wird, sagt KEF-Chef Heinz Fischer-Heidlberger. Den aktuellen Beitrag in Höhe von 17,20 Euro als Basis zu nehmen, sei "nicht nachvollziehbar" und habe "mit dem tatsächlichen Bedarf nichts zu tun". Außerdem habe ein an die Inflationsrate gekoppeltes Modell viele verfassungsrechtliche Probleme.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Carsten Brosda kritisiert zu wenig Gestaltungsraum für ARD und ZDF.

"Die Eigenverantwortung der Sender muss im neuen Staatsvertrag erhöht werden."

Carsten Brosda, Kultursenator von Hamburg, kritisiert im Interview mit Spiegel Online, dass das ZDF seinen Kanal ZDF Kultur mehr als ein Jahr lang weiterlaufen lassen musste, obwohl die Einstellung des Senders zugunsten von Funk beschlossen war.
spiegel.de

Weitere Zitate aus dem Interview:
"Die Eigenverantwortung der Sender muss im neuen Staatsvertrag erhöht werden."

Über Erwartungen an ARD und ZDF:
"Zum Beispiel dass die Sender dort innovativ tätig werden, wo es sich privatwirtschaftlich noch nicht lohnt. Nach dem Motto: Probiert es schon mal aus, auch wenn es noch riskant ist. Auch für den Mut seid ihr öffentlich finanziert."

"Niemand sollte die Sensibilität dafür verlieren, wie sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk momentan in ganz Europa neu begründen muss, da sind steile Maximalforderungen nicht zielführend."

Über das langsame Aus von ZDF Kultur:
"So eine Geldverschwendung hält kein System aus, da müssen die Sender mehr Gestaltungsraum kriegen und so etwas künftig über die Rundfunk- und Fernsehräte entscheiden können."

"Horizont": Verleger und Intendanten einigen sich auf Neuordnung öffentlich-rechtlicher Online-Angebote.


Was lange währt: Die Verleger und Vertreter von ARD, ZDF und Deutschlandradio machen den Weg frei für einen neuen Telemedienauftrag. Es sieht vor, dass die Öffentlich-Rechtlichen künftig das Verbot der Presseähnlichkeit in ihren Online-Angeboten akzeptieren, berichtet Ulrike Simon. Das sei das Ergebnis eines Treffens zwischen BDZV-Präsident Mathias Döpfner, ZDF-Intendant Thomas Bellut, Stefan Raue vom Deutschlandradio und ARD-Vertreterin Karola Wille.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote künftig auf längere Texte ohne Bezug zu einer Sendung verzichten. Websites und Apps von ARD, ZDF und Deutschlandradio müssen sich damit komplett auf audiovisuelle Inhalte konzentrieren und dürfen mit Texten nur noch anteasern. Sollte es Streit geben, entscheidet eine gemeinsame Schiedsstelle. Wie dies rechtssicher im neuen Telemediengesetz formuliert wird, müssen die Ministerpräsidenten der Länder beraten.

Der juristische Streit zwischen den Verlegern und den Öffentlich-Rechtlichen schwelt seit Jahren – unter anderem beschäftigen sich Gerichte mit der Tagesschau-App. Eine Einigung könnte diese Verfahren nun auflösen. Das neue Telemediengesetz bietet aber auch Zuckerstückchen für die Öffentlich-Rechtlichen: So sollen Inhalte künftig länger in Mediatheken online bleiben dürfen. Auch der Rundfunkbeitrag könnte künftig an die Inflation gekoppelt werden – was mehr Geld in die Kassen der Sender spülen würde.
horizont.net

Zitat: ZDF-Intendant Bellut sieht Sport als Lockmittel für Info-Sendungen.

"Wer einen Wegfall von Sport und Unterhaltung im ZDF und in der ARD fordert, der muss eine Reduzierung der Reichweite von Informationssendungen einkalkulieren, am Ende die schrittweise Verspartung der großen Vollprogramme."

ZDF-Intendant Thomas Bellut verteidigt vor dem Start der WM teure Rechte für den Sport: Er locke Publikum an und motiviere Zuschauer, auch bei News und Magazinen dranzubleiben.
tagesspiegel.de

Rundfunkbeitrag: Sechs Länder für Inflationsausgleich statt KEF-Empfehlung.

Rundfunkbeitrag: Sechs der 16 Bundesländer machen konkrete Reformvorschläge, berichtet Volker Nünning in der "Medienkorrespondenz". Der Beitrag soll künftig aller zwei Jahre analog der Teuerungsrate steigen, statt wie bisher nach Empfehlung der KEF, schlagen Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Hamburg, Sachsen und Thüringen vor. Der Auftrag der Anstalten soll "geschärft" werden, "schwerpunktmäßig" auf Information, Kultur und Bildung - im Gegenzug soll es "mehr Freiräume bei ihrer Budgetverwendung" geben.
medienkorrespondenz.de

Basta: Thomas Anders geht unter die Ahnenforscher.

Erstens kommt es Anders: Streng nach dem Motto TV Makes the Superstar holt das ZDF Modern-Talking-Sänger Thomas Anders ins Fernsehen zurück. Ab Herbst moderiert er eine Ahnenforschungs-Sendung mit dem kreativen Titel "Du ahnst es nicht!". Es bleibt zu hoffen, dass Anders dabei nicht auch seine Ahnen Juliet, deren Brother Louie und die Cheri, Cheri Lady erforscht.
digitalfernsehen.de

Zitat: Talkshows sollten aufhören, sich zum Komplizen zu machen.

"Hat man früher ständig Politiker der Republikaner, DVU oder NPD in Talkshows eingeladen? Nein, und das aus gutem Grund."

Alf Frommer, Kreativdirektor bei der Agentur Ressourcenmangel, kritisiert Talkshows, die AfD-Themen und im Falle von Alexander Gauland einen Geschichtsrevisionisten zum "anerkannten Teil des öffentlichen Diskurses" adeln.
kress.de, spiegel.de (Background)

Zitat: Christine Prayon verdankt Stuttgart 21 ihren Job in der "heute-show".

"Jeden Montag schicke ich dem ehemaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus, der S 21 so unbedingt wollte, eine Rose und sage: "vielen Dank". Ich liebe ihn."

Christine Prayon verdankt ihren Job als Birte Schneider in der "heute-show" Stuttgart 21 – bei einer Rede auf einer Demonstration wurde sie von einer Redakteurin entdeckt, erzählt sie im Interview mit stern.de. (Foto: Daniel Karmann / dpa / Picture Alliance)
stern.de

Verein gründet Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung.


Der etwas andere Arbeitsschutz: Verbände und Gewerkschaften der Film- und Fernsehbranche gründen gemeinsam einen Verein als Träger für eine Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt. Sie ist vorerst auf den Film-, Fernseh-, Theater- und Orchesterbereich beschränkt, kann aber auf die gesamte Medienbranche ausgeweitet werden. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, sagt, die Zeit des Schweigens müsse vorbei sein.

Zu den ersten Mitgliedern zählen u.a. ARD und ZDF, Vaunet, der Produzentenverband und Ver.di. Der Bund geht mit 100.000 Euro in Vorleistung, von der ARD kommen 40.000 Euro pro Jahr, vom Deutschen Bühnenverein, ZDF und Vaunet jeweils 15.000 Euro. Die Vertrauensstelle soll Beschwerden entgegen nehmen und prüfen, Betroffene unterstützen und Fälle aufarbeiten. Wann genau sie startet, ist noch nicht klar.
dwdl.de

Meinung: Ein gemeinsamer Infokanal von ARD und ZDF wäre aus Kostengründen eine gute Idee.

ard_zdf_150x150Infokanäle Phoenix, Tagesschau 24 und ZDFinfo von ARD und ZDF, konkurrieren um ein "kleines, nach politischer Information suchendes Publikum" – sie zusammenzulegen und so Stärken zu bündeln, wäre aus Kostengründen eine gute Idee, findet Ulrike Simon. Bei immer größer werdenden Geldsummen, die in Sportrechte und "Schubidu-Unterhaltung" flössen, empfände sie es jedoch als "seltsam", wenn die Ministerpräsidenten der Länder ARD und ZDF den Auftrag für Informationskanäle entzögen.
spiegel.de (Paid)

Frederic Huwendiek wird Chef der Online-Nachrichten beim ZDF.

ZDF befördert Frederic Huwendiek zum Chef seiner Nachrichtenseite heute.de. Er übernimmt ab August von Michael Bartsch, der nach zehn Jahren bei heute.de als Chef vom Dienst in die Hauptredaktion Wirtschaft wechselt. Huwendiek arbeitet seit 2009 an der Schnittstelle von TV und Online beim ZDF, seit 2015 ist er Programm-Referent von ZDF-Chefredakteur Peter Frey für online-strategische Fragen.
dwdl.de

Zitat: Schauspieler William Cohn beendete seine Lebenskrise mit neuer Identität.

"Irgendwann hast du das Recht, dir einen Namen zu geben, der zu deiner Identität passt."

William Cohn, 61, Sprecher aus der Show von Jan Böhmermann bei ZDFneo, hat sich nach einer Lebenskrise neu erfunden, erzählt er der "Zeit". Durch Gesangs- und Schauspielunterricht wurde aus dem Ingenieur Markus Kühne die Figur William Cohn.
"Zeit" 22/2018, S. 18 (Paid), zeit.de (Vorabmeldung)

ZDF weist Vorwürfe zurück, bei der royalen Hochzeit rassistisch berichtet zu haben.

ZDF logo_150ZDF wehrt sich gegen die Vorwürfe, bei der royalen Hochzeit rassistisch und sexistisch über Meghan Markle berichtet zu haben. Ein Sprecher des Senders räumt jedoch ein, es wäre wünschenswert gewesen, "eine Repräsentantin oder einen Repräsentanten der schwarzen Community" zu Wort kommen zu lassen. "Einige Formulierungen" seien auch beim ZDF selbstkritisch diskutiert worden.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Meinung: ZDF berichtet sexistisch und rassistisch über Meghan Markle.

ZDF logo_150Journalismus: Die Berichterstattung über die Royal Wedding strotzt beim ZDF vor rassistischen und sexistischen Stereotypen über Meghan Markle, kritisiert Frederik Schindler. Das Kommentatoren-Team thematisiert die Hautfarbe der Braut ständig und lässt sexistische Sprüche. Die Deutsche Welle fragt bei dem Sender nach, eine Entschuldigung kommt vom ZDF aber nicht.
taz.de

Böhmermann-Schmähgedicht über Erdogan bleibt größtenteils verboten.

Jan Böhmermann: Das Schmähgedicht des Satirikers über den türkischen Präsidenten Erdogan bleibt größtenteils verboten. Das Oberlandesgericht Hamburg bestätigte das Urteil der Vorinstanz und lehnt damit sowohl die Berufung Böhmermanns als auch die Erdogans ab. Böhmermann hatte mit seiner Berufung das Verbot einzelner Passagen anfechten wollen, Erdogan hingegen wollte ein vollständiges Verbot des Gedichts erwirken.
welt.de, turi2.de (Background)

Böhmermann-Schmähgedicht bleibt wohl teilweise verboten.

Jan Böhmermann: Das Oberlandesgericht Hamburg will heute sein Urteil im Rechtsstreit um Böhmermanns Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Erdogan verkünden. Das Landgericht hatte im Februar 2017 entschieden, dass Jan Böhmermann weite Teile des Gedichts nicht wiederholen darf. Das OLG hat bereits erkennen lassen, dass es dieser Entscheidung folgen wird. Böhmermann will ein Verbot einzelner Passagen nicht hinnehmen, Erdogan dagegen dringt auf ein vollständiges Verbot des Gedichts.
tagesspiegel.de

Meinung: Weite Teile der Premiere von "Live nach neun" beim WDR wirken beliebig.

Live nach neun, vom WDR produziertes Vormittagsmagazin, wirkt über weite Teile der Sendung beliebig, kritisiert Alexander Krei. Nach der Premiere erschließe sich ihm nicht, weshalb es die Sendung "angesichts des erfolgreichen ZDF-Magazins" Volle Kanne im Gegenprogramm brauche. Die Gespräche zwischen den beiden Moderatoren Isabel Varell, 56, und Tim Schreder, 27, wirkten "bisweilen arg angestrengt" – trotz der gut herausgearbeiteten "unterschiedlichen Ansichten verschiedener Generationen".
dwdl.de, turi2.de (Background)

P7S1 kooperiert mit Burda, liebäugelt mit De-Flix.


Offen für De-Flix: Conrad Albert, noch bis Ende Mai Interimschef von ProSiebenSat.1, lässt im "Handelsblatt"-Interview medienpolitische Testballons steigen. Er "begrüßt die Idee" einer gemeinsamen On-Demand-Plattform der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender. BR-Intendant Ulrich Wilhelm hatte sie wieder auf die Tagesordnung gehoben - Albert nennt ihn einen "echten Vordenker".

Gleichzeitig verkündet Marketing-Chefin Sabine Eckhardt in "W&V" eine Vermarktungs- und Content-Allianz mit Burda. Werbekunden sollen crossmediale Kampagnen bekommen, inhaltlich wollen die Partner bei TV-Sendungen, Websites und Events zusammenarbeiten. Erste Kunden sind das Schmuckhaus Pandora und Elektronikriese Samsung.

Albert erwartet eine offenere Haltung der Kartellbehörden als 2014, als die Plattform "Germanys Gold" in der Prüfung scheiterte. Albert wünscht sich außerdem, dass die Regulierungsrahmen für Plattformen wie YouTube und Fernsehkonzerne wie den seinen ähnlicher werden. Inhaltlich sollen lokale Inhalte und Live-Programme gegen die Konkurrenz aus der Konserve helfen.
"Handelsblatt", S. 22 (Paid, Albert), wuv.de (Burda)

Stefan Niggemeier findet "Reconquista Internet" mäßig gelungen.

Hör-Tipp: Jan Böhmermann will mit "Reconquista Internet" Netz-Hass mit Liebe bekämpfen, schafft das aber nur teilweise, findet Stefan Niggemeier. Auf den Twitter-Listen, die Böhmermann verbreitet, fänden sich z.B. neben Troll-Accounts auch konservative Profile, die einfach ihre Meinung verbreiten. Jemanden öffentlich als "rechten Troll" zu verunglimpfen, hat für Niggemeier wenig mit dem Verbreiten von Liebe zu tun. Dass Kritiker sich darüber empören, dass das ZDF an der Aktion indirekt beteiligt ist, findet Niggemeier verständlich, auch wenn die Anstalt ihm als freiem Mitarbeiter solche Aktionen nicht verbieten könne.
radioeins.de (5-Min-Audio)

Rainer Robra findet, die Öffentlich-Rechtlichen sollten mehr kooperieren.

Öffentlich-Rechtliche: Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Medienpolitiker in Sachsen-Anhalt, sagt im Interview mit dem "Tagesspiegel", ihn verwundere, wie "jede Einzelheit des Programms für sakrosankt erklärt wird." Die Ministerpräsidenten erwarten laut Robra nach wie vor neue Sparvorschläge. Die KEF habe mehrere Ansätze gefunden, die die Sender noch nicht ausreichend nutzten – z.B., mehr zu kooperieren.
tagesspiegel.de

"FAZ": IRT wusste früh über entgangene Mio aus Patenten Bescheid.

ard_zdf_150x150Institut für Rundfunktechnik von ARD und ZDF könnte spätestens 2007 erfahren haben, dass es bei den MPEG-Audio-Patenten Mio-Beträge verloren hat, schreibt Axel Weidemann. Das IRT habe den Fall dann im Dezember 2016 öffentlich gemacht, da durch einen Patentstreit in den USA "eine unangenehme Debatte" drohte. Man habe sich wohl "nicht öffentlich vorhalten lassen" wollen, Mio-Einnahmen verschenkt zu haben.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Porträt: Barbara Schöneberger moderiert, als gäbe es kein Mor­gen.

Barbara Schöneberger war die einzige Person, die Thomas Gottschalk als Nach­fol­ge­rin für Wetten, dass..? empfohlen hatte, sagt Gottschalk in einem Schöneberger-Porträt. RTL ent­wi­ckelt eine neue Show, in der Gott­schalk, Gün­ther Jauch und Schö­ne­ber­ger gleich­be­rech­tigt an­tre­ten sollen. "Spiegel"-Autor Alexander Kühn schreibt, die "Bundesbabs" wirke - anders als Jan Böhmermann - auch im All­tag un­be­schwert. Schöneberger moderiere so viel, als gäbe es kein Mor­gen. Sie beherrsche es, Grenzen zwar aus­zutes­ten, sie aber nicht zu über­schrei­ten. Ge­gen Geld kommt sie auch zu Fir­men­ver­an­stal­tun­gen.
"Spiegel" 19/2018, S. 56-59 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Barbara Schöneberger will nicht mehr nur die Form sein für das, was sich andere ausgedacht haben.

Zitat: Anke Schäferkordt sucht den richtigen Gärtner für Einschnitte bei ARD und ZDF.

"Starke Triebe müssen schwach, schwache Triebe besonders stark beschnitten werden. Je radikaler der Schnitt, desto besser das langfristige Ergebnis. Wer sich das nicht selbst traut, braucht einen guten Gärtner."

RTL-Chefin Anke Schäferkordt wünscht sich in der Debatte über den Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen eine Strukturkommission als Gärtner, der für die nötigen Rückschnitte sorgt, damit wieder "schöne Blüten" wachsen können.
"Wirtschaftswoche" 19/2018, S. 12 (Paid)

Rundfunkbeitrag: BVG lehnt Ablehnungsgesuche gegen Ferdinand Kirchhof ab.

Rundfunkbeitrag: Ferdinand Kirchhof wird bei Verfassungsbeschwerden zum Rundfunkbeitrag als Richter mitverhandeln. Das gab das Gericht bekannt. Zwei Kläger hatten kritisiert, dass Ferdinand Kirchhof befangen sein könnte, da sein Bruder Paul Kirchhof die Beitragsreform juristisch mit auf den Weg gebracht hatte.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

ZDF bricht Dreh von "Mit 80 Jahren um die Welt" ab.

ZDF logo_150ZDF beendet die Dreharbeiten für seine Doku-Reihe "Mit 80 Jahren um die Welt" vorzeitig. Grund ist der Tod eines von sechs Protagonisten am vergangenen Freitag in Thailand. Ob die Sendung nun überhaupt ausgestrahlt wird, ist unklar. In dem Format begleitet Moderator Steven Gätjen sechs Senioren, die trotz ihres Alters bisher wenig herumgekommen sind, bei einer Weltreise.
dwdl.de, turi2.de (Background)