"Bild": Ullrich Fichtner und Matthias Geyer lassen ihre neuen Verträge beim "Spiegel" vorerst ruhen.


Spiegelbild: Der Fall Relotius hat für den "Spiegel" weitere personelle Konsequenzen: Ullrich Fichtner, künftiger Co-Chefredakteur, und Matthias Geyer, designierter Blattmacher, treten ihre neuen Jobs zu Jahresbeginn vorerst nicht an. Der künftige Chefredakteur Steffen Klusmann habe dies in einem Schreiben an die Mitarbeiter mitgeteilt. Die Verträge würden ausgesetzt, bis der Fall Relotius "abschließend untersucht" ist.

Fichtner und Geyer hätten Klusmann angeboten "ihre Posten zur Verfügung zu stellen" – Klusmann müsse jedoch sicherstellen, dass der "Spiegel" arbeitsfähig bleibe. Es sei zwar jeder austauschbar, "nur mancher eben schwerer". Intern hatte es beim "Spiegel" im Fall Relotius deutliche Kritik an Ullrich Fichtner und Matthias Geyer gegeben. Fichtner, damals Leiter des Gesellschaftsressorts, hat Relotius 2014 zum "Spiegel" geholt und gefördert.
bild.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Wir müssen uns relativ nackig machen" – "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal.

Lese-Tipp: Christoph Twickel schreibt einen Nachruf auf die Zeitschrift "Spex".

Lese-Tipp: Christoph Twickel spendiert der Popzeitschrift "Spex" zum Erscheinen deren letzter Ausgabe einen Nachruf. Twickel stellt fest, dass das Magazin mit vermittelndem Journalismus eigentlich wenig zu tun hatte. Außenstehende fänden keine Erklärungen oder Infokästen. Doch gerade das habe "Spex" so authentisch gemacht – als Magazin von Insidern für Insider.
spiegel.de, turi2.de (Background)

"Spiegel": Claas Relotius dementiert, Spenden veruntreut zu haben.

Claas Relotius dementiert die Vorwürfe des "Spiegels", Spenden für zwei syrische Waisenkinder in der Türkei veruntreut zu haben, teilt er über seine Anwälte mit. Er habe die auf seinem Privatkonto eingegangenen Spenden in Höhe von 7.000 Euro auf 9.000 Euro erhöht und im Oktober 2016 an die Katastrophenhilfe der Diakonie überwiesen. Er habe "zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt, Spenden selbst zu vereinnahmen".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Condé Nast macht Wolfgang Blau übergangsweise zum Deutschland-Chef.

Condé Nast ernennt Wolfgang Blau übergangsweise zum Chef für sein deutsches Verlagsgeschäft, schreibt Meedia. Er folgt auf Moritz von Laffert, der seinen Posten bereits zum Jahreswechsel und damit eher als zunächst geplant verlässt. Der frühere Zeit-Online-Chef Blau ist seit Anfang 2017 Präsident von Condé Nast International in London.
meedia.de, turi2.de (von Laffert), turi2.de (Blau)

Hör-Tipp: Oliver Wurm spricht über die Entstehung seines "Grundgesetz-Magazins".

Hör-Tipp: Im New-Work-Podcast erzählt Verleger Oliver Wurm von der Entstehung seines "Grundgesetz-Magazins". Die Idee hatte Wurm während einer Talkshow, den Erscheinungs-Termin zog er nach den Vorfällen in Chemnitz vor. Zuvor hatte er bereits das Neue Testament in Magazin-Format gebracht – allerdings mit weniger Erfolg.
soundcloud.com (83-Min-Video)

Drei Minuten Print-Debatte – turi2.tv im Schnelldurchlauf.


Debattieren über Druckerzeugnisse: Spannende Köpfe der Medienbranche haben 2018 ihre Sicht auf die Zukunft für Print bei turi2.tv erzählt. Wir zeigen zum Jahreswechsel in drei Minuten die Gedanken von u.a. Springer-Chef Mathias Döpfner, der künftigen "stern"-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier und Bertelsmann-Boss Thomas Rabe.

Hier geht es direkt zu den Video-Interviews mit ...
... Mathias Döpfner, Springer

... Frank Dopheide, Handelsblatt

... Anna-Beeke Gretemeier, "stern"

... Kai Rose, Klambt

... Thomas Rabe, Bertelsmann

... Florian Haller, Serviceplan

... Robert Schneider, "Focus"

... Horst Ohligschläger, Bayard

... Jochen Arntz, "Berliner Zeitung"

... Manuela Kampp-Wirtz, BurdaStyle

... Rainer Esser, "Zeit"

turi2.tv (3-Min-Video bei YouTube)

Zitat: Franziska Augstein wünscht sich weniger Gefühle im "Spiegel".

"Wenn diese Affäre den Effekt hat, dass jeder sich wirklich zweimal überlegt, ob er etwas hinschreibt, was er in der Wirklichkeit nicht erlebt hat, dann wäre das ja eine gute Lehre für alle."

"Spiegel"-Erbin und "Süddeutsche"-Journalistin Franziska Augstein wünscht sich im Interview mit dem Deutschlandfunk im "Spiegel" mehr Texte "mit wirklichen Daten" und weniger mit Gefühlen à la Relotius.
deutschlandfunk.de (mit 8-Min-Interview)

Zitat: Jakob Augstein kritisiert das Interview mit Giovanni di Lorenzo im "Spiegel".

"Aber Selbstkritik darf nicht zu Selbstbeschädigung werden."

Jakob Augstein befürwortet im "Bild"-Interview die Relotius-Aufarbeitung beim "Spiegel". Es sei jedoch unnötig gewesen, "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo die Gelegenheit zu geben, im eigenen Heft den "Spiegel" anzugreifen.
bild.de, turi2.de (Background)

"Zeit": Spiegel-TV-Team stieß schon im Frühjahr 2017 auf Relotius-Widersprüche.

Spiegel hätte die Fälschungen von Claas Relotius bereits im ersten Halbjahr 2017 aufdecken können, schreibt Holger Stark in der "Zeit". Der frühere "Spiegel"-Investigative berichtet, ein Team von Spiegel TV sei beim Versuch, eine Geschichte des damals noch freien Mitarbeiters Relotius aus Kurdistan zu verfilmen, auf Widersprüche gestoßen. Spiegel TV habe das "bei Relotius' Vorgesetzten" thematisiert - ohne Folgen. Das Spiegel-TV-Stück habe "die Fehler in der Heftgeschichte" umgangen.
zeit.de

Causa Relotius: Nun soll er auch noch Spenden veruntreut haben.

Spiegel bezichtigt seinen Skandalreporter Claas Relotius einer weiteren Untat: Er habe "womöglich auch Spendengelder veruntreut". Er habe Spenden für zwei syrische Waisenkinder in der Türkei, ein Bruder und eine Schwester, von Lesern angenommen, auf sein Privatkonto und natürlich "war der Redaktion nichts bekannt". Der Fotograf der Story gebe an, dass er von einer Schwester nichts wisse, der Junge habe eine höchst lebendige Mutter und sei demzufolge nicht Waise. Der "Spiegel" will die "gesammelten Informationen der Staatsanwaltschaft im Rahmen einer Strafanzeige zur Verfügung stellen".
spiegel.de

Klusmann: "Wir als Haus haben auch in einem erheblichen Ausmaß versagt".


Claasklar eingeseift: Steffen Klusmann, designierter Chefredakteur des "Spiegel", profiliert sich in einem offenen Brief an die Leser als Aufräumer. Nach ein paar Tagen Bestandaufnahme im Fälschungs-Fall Relotius räumt er ein, "wir als Macher des 'Spiegel'" haben "in einem erheblichen Ausmaß versagt". Er kündigt auch Konsequenzen an: "Wer Verantwortung zu tragen hat, wird sie tragen".

"Signale und Hinweise" auf den Betrug seien "nie an einer Stelle gebündelt" gewesen - "unser Haus ist groß". Klusmann räumt ein, der Marke dürfe "darf ein solches Versagen nicht passieren" - "egal wie genialisch Relotius das alles eingefädelt haben mag". Er kündigt an, den Fall nun zunächst nichtöffentlich und intern "im Ganzen aufarbeiten und das dann dokumentieren" zu wollen, ohne "mit jedem Fitzelchen neuen Erkenntnisgewinns jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen".
spiegel.de

"Heute ist mehr Lametta": Anne Meyer-Minnemann über die Promi-Inszenierungen in Zeiten von Social Media.


Früher war alles ... anders: Mit dem Siegeszug der Sozialen Medien ändert sich die Glamour-Welt der Reichen und Schönen – Anne Meyer-Minnemann ist seit 20 Jahren auf und neben dem Roten Teppich mit dabei, wenn sich Stars und Sternchen inszenieren. Im Gespräch mit Peter Turi erzählt die "Gala"-Chefredakteurin, dass die Stars früher zu später Stunde auf den Tischen tanzten und fremd knutschten. Heute werde zurückhaltender gefeiert, auch weil jederzeit Smartphone-Kameras klicken könnten. Meyer-Minnemann erklärt außerdem, wie es der "Gala" gelingt, hinter die Selbstinszenierung der Stars zu schauen und wo sie neue Einnahme-Quellen neben dem Journalismus wittert. Und Meyer-Minnemann und Turi klatschen in eigener Sache: Sie spricht über die Trennung von ihrem Ehemann, er über seine neue Liebe und Heiratspläne.

Das Gespräch ist nun als Video verfügbar. Unten lassen sich einzelne Themen gezielt anklicken. Wer nur hören möchte, findet das Gespräch im turi2 podcast – sowie direkt bei Spotify und iTunes.

Anne Meyer-Minnemann spricht mit Peter Turi ...


0:28 ... über Nackt-Fotos von Fußballern auf ihrem Smartphone

3:16 ...über den Begriff "Klatschtante" und warum sie keine ist

6:06 ... über den respektvollen Umgang der "Gala" mit Prominenten

9:46 ... über männliche "Gala"-Leser

10:49 ... über ihren Aufgaben als Chefredakteurin und die eigene "Gala"-Party

15:24 ... über das Benehmen von Instagram-Stars und wie sich das Promi-Geschäft dadurch ändert

21:26 ... über die Nähe zu Prominenten

26:29 ... über Promi-Partys früher und heute

31:44 ... über die Bedeutung von Print im Promi-Journalismus und warum auch Instagram-Stars aufs "Gala"-Cover wollen

32:45 ... über ihre Tätigkeit als Buch-Autorin

34:45 ... über die Anforderungen an eine Chefredakteurin

35:33 ... über neue Projekte von "Gala"

37:33 ... über #metoo-Momente auf Partys

41:19 ... über Smalltalk-Fauxpas, Schönheitsoptimierung und Branchenklatsch.

45:26 ... über Klatsch in eigener Sache

turi2.tv (50-Min-Gespräch bei YouTube), turi2.de/podcast

US-Botschafter verlangt Aufklärung von der "Spiegel"-Chefredaktion.

Relotius: US-Botschafter Richard Grenell fordert von der "Spiegel"-Chefredaktion eine "unabhängige und transparent Untersuchung" im Fall Relotius. Die USA sei besorgt, da es in Teilen der gefälschten Berichterstattung "um US-Politik und bestimmte Teile der amerikanischen Bevölkerung ging". Dirk Kurbjuweit, Vize-Chef des "Spiegel", reagiert mit einem Brief an den Botschafter und einer Entschuldigung "bei allen amerikanischen Bürgern, die durch diese Reportagen beleidigt und verunglimpft wurden".
sueddeutsche.de, spiegel.de

Zitat: Giovanni di Lorenzo erklärt, warum Relotius nie den Nannen-Preis gewonnen hat.

"Diese Geschichten waren von einer Glätte, Perfektion und Detailbesessenheit, dass es einige von uns nicht glauben konnten."

"Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo erklärt im Gespräch mit dem "Spiegel", dass es in der Jury des Nannen-Preises Zweifel an den Geschichten von Claas Relotius gegeben hat, weil sie zu perfekt gewesen seien.
"Spiegel" 52/2018, S. 49-51 (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview …

... über die Auswirkungen des Skandals:

"Er ist ein bizarres Weihnachtsgeschenk für all jene, die den Medien ohnehin das Schlimmste unterstellen."

"Dass jetzt an der Wahrhaftigkeit von Berichten gezweifelt wird, für die Leute ihr Leben einsetzen, das ist der eigentliche Schaden."

... über den Text zur Veröffentlichung der Entdeckung von Ullrich Fichtner:

"Was bleibt, ist der Eindruck: In dem Text wird ein Mensch gehängt, noch dazu ein relativ junger. Die Systemfrage, wie das passieren konnte, wird angesprochen, aber nicht in einer besonders aufschlussreichen Form."

... über das System der Dokumentation beim "Spiegel":

"Die "Bild"-Zeitung, schreibt heute, dass Ihre Dokumentation vermerkt, wo etwas nicht belegt werden kann. Das muss doch bei Relotius-Geschichten nur so von Vermerken gewimmelt haben. Das frage ich jetzt als beruflich interessierter Laie: Warum gehen dann nicht irgendwann mal die Alarmglocken an?"

... über das Genre Reportage:

"Mittelmäßige und langweilige Geschichten sind und bleiben eine Zumutung! Andererseits gibt es die eine oder andere Reportage, bei der es mittlerweile so ist wie bei der Überzüchtung von Hunden oder Pferden – zu schön, um noch authentisch zu wirken."

"Hinter vielem steht nun ein Fragezeichen" – "Spiegel" arbeitet den Fall Relotius auf 23 Seiten auf.


Im Spiegel des Sturms: Der "Spiegel" stellt 23 Seiten des neuen Hefts frei ins Netz – und widmet sich ausführlich der Selbstkritik im Fall Relotius. In der Rubrik Hausmitteilung schreiben Susanne Beyer und Dirk Kurbjuweit: Der "Spiegel" müsse sich überlegen, wie er Recherchen noch genauer kontrollieren könne, "auch wenn wir keine totale Überwachung haben wollen". Clemens Hoeges schildert weitere Details: Demnach fälschte Relotius Facebook-Profile, um sich zu entlasten und gestand schließlich nachts in einem Carsharing-Auto im Gespräch mit Kollegin Özlem Gezer.

Hoeges entlastet in seinem Text die hausinterne Dokumentation unter Leitung von André Geicke. Sie könne sehr vieles überprüfen über Datenbanken und Archive. "Vorsätzlicher Betrug ist im System nicht vorgesehen", schreibt Hoeges jedoch. Relotius betrüge genauso gut, wie er schreibe.

Auf vier Seiten dokumentiert das Heft zahlreiche Reaktionen – Zuspruch und auch Kritik an der Art und Weise, wie der "Spiegel" den Skandal öffentlich machte. "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo äußert sich als "Spiegel"- und Journalismus-Kritiker auf drei weiteren Seiten. Reporter Juan Moreno beschreibt erneut, wie ihm der Schwindel aufgefallen ist. Er sei inzwischen überzeugt, dass seine Leistung Zufall war und ein Vorteil, dass er Relotius persönlich nicht kannte.
spiegel.de (23-Seiten-PDF aus "Spiegel" 52/2018)

"Wir müssen uns relativ nackig machen" – "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal.

Cordt Schnibben denkt über Änderungen beim Reporterpreis nach.

Fall Relotius: Der Reporterpreis könnte im Kampf gegen "betrügerisch veranlagte Journalisten" nur noch einmal an jeden Journalisten verliehen werden, überlegt der Gründer des Reporter-Forums Cordt Schnibben im "FAZ"-Interview. Es sei zwar die Aufgabe der Redaktionen, Reportagen zu prüfen – gerade Auslandsreportagen sollen nun aber für den Reporterpreis noch einmal unter die Lupe genommen werden. Den Dokumentaren beim "Spiegel" könnte man kaum etwas vorwerfen, wenn sie für einen Fakt keinen Beleg finden, "dann sagt der Reporter: Das habe ich selbst erlebt, und ich übernehme die Verantwortung".
"FAZ", S. 15 (Paid)

Basta: Lars Eidingers Weihnachtsengel heißt Gregor Gysi.

Na Bravo: Lars Eidinger hat einen sehnlichen Wunsch – er möchte einmal als Posterboy in der "Bravo" sein. Und da in der Weihnachtszeit nun einmal Wünsche erfüllt werden, hat der Weihnachtsmann Gregor Gysi kurzerhand einen Bittbrief an die "Bravo"-Redaktion geschickt.
tagesspiegel.de

turi2 podcast: "Gala"-Chefin Anne Meyer-Minnemann und Peter Turi sprechen über das Geschäft mit dem Klatsch.


Klatsch mit Kerl: Können ein Mann und eine Frau eine knappe Stunde lang Klatsch und Tratsch austauschen? "Ja", sagt "Gala"-Chefredakteurin Anne Meyer-Minnemann und fängt gleich mit Bundesliga-Stars an, die Nacktfotos verschicken – da wird auch turi2-Verleger Peter Turi hellhörig. Auf welchen Wegen die Bilder auf dem Smartphone der "Gala"-Chefredakteurin landen und weshalb das Klatsch-Blatt solche Bilder niemals drucken würde, erklärt Meyer-Minnemann im turi2 podcast. Das Gespräch ist jetzt als Audio-Podcast verfügbar auf turi2.de, bei Spotify und iTunes.

Natürlich geht's auch ums Geschäft: Meyer-Minnemann erklärt, wie sie um "Gala" eine Produkt- und Erlebniswelt bauen will, um Einnahmen neben dem Journalismus zu generieren. Den Anfang machte ein Kaschmir-Pullover in Kooperation mit HSE24. Die "Gala"-Chefredakteurin kann sich aber auch gut Champagner und andere prickelnde Getränke mit dem Logo der Zeitschrift vorstellen.
turi2.de/podcast

Zahl des Tages: Klusmann-Video zum Relotius-Skandal sammelt 11.327 Aufrufe in 24 Stunden.

Zahl des Tages: Stattliche 11.327 Aufrufe in 24 Stunden erzielt das turi2.tv-Interview mit "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann zum Relotius-Skandal bei YouTube. In dem 5-Minuten-Gespräch erklärt Klusmann u.a., wie das Nachrichten-Magazin den Betrug aufarbeiten will. Aktuell steht der Zähler bei 12.074 Views.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

"SZ Magazin" ist auch vom Fall Relotius betroffen.

SZ Magazin ist ebenfalls von den Fälschungen im Fall Claas Relotius betroffen: Im Jahr 2015 hat das Magazin "zwei manipulierte Interviews" von Relotius veröffentlicht, wie die Chefredaktion mitteilt. Es handele sich dabei um Interviews mit dem New Yorker Herrenschneider Martin Greenfield sowie den Woodstock-Veteranen Barbara und Nicholas Ercoline. Die Interviews "weisen Fehler auf und verstoßen gegen journalistische Standards", sie wurden inzwischen von der Website genommen. Relotius hat die Manipulation in beiden Fällen zugegeben.
sz-magazin.sueddeutsche.de

Ziesemer: Chefredaktionen wollen schöne Texte statt harter Recherche.

Causa Relotius zeigt, dass Chefredakteure heute mehr Wert auf schöne Texte als auf harte Recherche legen, kritisiert Bernd Ziesemer. Eine kleine Gruppe von Qualitätsmedien schanze sich gegenseitig die Journalistenpreise zu, um sich ihr eigenes Tun zu bestätigen. Ziesemer regt einen Namenswechsel für den Egon-Erwin-Kisch-Preis an – der Namensgeber habe es bei seinen Reportagen aus der Sowjetunion mit der Wahrheit auch nicht so genau genommen und die Gräuel des Kommunismus ausgeblendet.
meedia.de

Hör-Tipp: Steingart lässt Relotius sprechen – in Archiv-Aufnahmen.

Hör-Tipp: Im Morning-Briefing-Podcast von Gabor Steingart kommt der "Spiegel"-Fälscher Claas Relotius selbst zu Wort – in einer Archiv-Aufnahme von 2015. Schon damals habe er eine "Abneigung gegenüber allzu konkreten Quellenangaben" gezeigt, urteilt Steingart. Er fordert, dass der "Spiegel" bei seiner Aufklärung auch "nach dem System" hinter dem Betrug fragt, der Text von Ullrich Fichtner sei nur ein Anfang.
gaborsteingart.com (30-Min-Audio ab ca. 7.30 Uhr), gaborsteingart.com (Text)

Verlegerin Katarzyna Mol-Wolf bleibt sich auch bei Fremdaufträgen thematisch treu.

Frauenpower: "Emotion"-Verlegerin Katarzyna Mol-Wolf will auch bei Corporate-Publishing-Aufträgen ihrer Haltung treu bleiben. "Wir sind gut bei Kunden und Kampagnen, denen es um die Stärkung von Frauen geht, um nachhaltigen Lifestyle oder um Philosophie", sagt sie im "Horizont"-Interview. "Es war ein Fehler", anfangs "dem Umsatz hinterherzulaufen".
"Horizont" 51-52/2018, S. 10-11, horizont.net (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Katarzyna Mol-Wolf: "Die Frauen-Quote in Verlagen muss sich ändern." (6/2018)

"Wir müssen uns relativ nackig machen" – "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal.


Klusmann im Krisen-Modus: Steffen Klusmann ist als "Spiegel"-Chefredakteur noch nicht im Amt, schon muss er die erste Krise managen. Im Video-Interview mit turi2.tv reagiert er auf die Fälschungen von Autor und Redakteur Claas Relotius: "Das hat uns alle erschüttert – und zwar in den Grundfesten." Jetzt müsse sich der "Spiegel" seine Glaubwürdigkeit zurückerkämpfen. Eine dreiköpfige Kommission soll in den kommenden Monaten herausfinden, was schiefgelaufen ist, und ob die Regeln der Dokumentation womöglich geändert werden müssen.

Muss der stets mit Stolz geschwellter Brust auftretende "Spiegel" künftig womöglich bescheidener werden? "Eine gewisse Demut im Auftreten kann nicht schaden", sagt der designierte Chefredakteur, das gelte aber für alle. Den Stolz wolle er sich aber nicht abkaufen lassen. "Krisen und Skandale sind schon schlimm genug, aber wenn man nichts daraus lernt, ist es richtig schlimm."
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube), turi2.de (Background)

Zitat: Birgit Schrowange findet Print nachhaltiger als Fernsehen.

"Ich habe für mich festgestellt, dass so eine Zeitschrift nachhaltiger ist als z. B. Fernsehen. Man kann die Zeitschrift immer mal wieder in die Hand nehmen und etwas noch einmal lesen."

Birgit Schrowange sagt im Interview mit dem VDZ-Magazin "Print & More", dass sie sofort "Ja" gesagt habe, als Burda sie zum Magazin-Maskottchen machen wollte. Die TV-Moderatorin selbst liest gerne "Bunte" und "Emotion".
"Print & More" 4/2018, S. 67 (PDF)

"Werben & Verkaufen" kostet künftig 28 statt 8,90 Euro.

Werben & Verkaufen, Marketing-Magazin mit künftig nur noch 15 Printausgaben im Jahr, verkauft das Jahresabo weiter für 419 Euro – damit kostet ein Heft künftig 28 Euro, errechnet Gregory Lipsinki. Bisher gab es wöchentlich eine Ausgabe für 8,90 Euro. SWMH will das Heft nicht am Kiosk vertreiben und den Seitenumfang von 60 auf 100 Seiten hochschrauben, erfährt Lipsinki. In der Redaktion herrsche gedrückte Stimmung. Eine Sprecherin bestätigt Pläne, das Berliner Korrespondentenbüro aus Kostengründen zu schließen. Gerüchte, der Verlag habe den Mitarbeitern angeboten, mögliche Abfindungen auszurechnen, weist sie zurück.
meedia.de, turi2.de (Background)

Klaus Dahm und Silvia von Maydell werden Chefredakteure von Burdas "My Life".

Burda ernennt Silvia von Maydell und Klaus Dahm zu den Chefredakteuren seines "Apotheken Umschau"-Konkurrenten "My Life", schreibt Meedia. Silvia von Maydell ist bereits seit 2016 für Burda als Leiterin der Health Agency sowie als Redaktionsleiterin für das Gesundheitsmagazin "Ma vie" und das Portal Mylife.de aktiv. Klaus Dahm kommt von Klambt, wo er derzeit Chef der Entwicklungsredaktion ist.
meedia.de, turi2.de (Background)

Oliver Wurm legt von seinem "Grundgesetz"-Magazin 60.000 Exemplare nach.

Grundgesetz-Magazin bekommt eine zweite Auflage: Verleger Oliver Wurm bestellt 60.000 Hefte nach, die Anfang Januar im Handel liegen sollen. Das Heft, das zum Preis von 10 Euro mit 100.000 Auflage Ende November erschienen ist, geht offenbar gut weg. Bei einigen Grossisten ist es die meistverkaufte Zeitschrift. Das Grundgesetz feiert am 23. Mai 2019 70. Geburtstag.
meedia.de, turi2.de (Background)