Tschechischer Milliardär will sich an "Le Monde" und "Elle" beteiligen.

Le Monde_150x150Le Monde: Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky will sich an der Pariser Zeitung beteiligen und verhandelt mit Hauptaktionär Matthieu Pigasse. Kretinsky gehört in Frankreich schon die Zeitschrift "Marianne", er hat außerdem Interesse an "Elle". Seine Medienaktivitäten bündelt er unter dem Dach der Firma Czech Media Invest.
"FAZ", S. 14 (Paid)

"taz" blickt ohne Angst in die Digital-Zukunft, beobachtet Jens Schneider.

taz bereitet ihren Abschied von der Druckausgabe mit Wehmut, aber ohne Angst vor, beobachtet Jens Schneider. Chefredakteur Georg Löwisch sagt, ein großer Wut-Aufschrei seitens der Leser sei ausgeblieben, denn sie seien "Ultras, was ihre Bindung zu diesem Produkt betrifft". Die "taz" strebe "einen guten Mix" aus Print und Digital an. Ob der Umstieg auf eine digitale Zeitung auf lange Sicht funktioniere, sei offen.
sueddeutsche.de

"Cumhuriyet" leidet unter internem Streit, beobachtet Ozan Demircan.

Cumhuriyet, wichtigste regierungskritische Zeitung der Türkei, schwächt mit internen Streitigkeiten die Kraft der Opposition, beobachtet Ozan Demircan. Unter den Journalisten der Zeitung sei ein Machtkampf und Streit über die Ausrichtung entbrannt. Kritiker von Ex-Chefredakteur Can Dündar werfen ihm vor, er habe "Cumhuriyet" in der Vergangenheit heruntergewirtschaftet und "zu sehr mit Gülen gekuschelt". Kritiker des neuen Verlagschefs Alev Coskun sagen, er sei ein Denunziant.
handelsblatt.com

IVW Q3: Viele Auflagenverlierer, einige starke Wachstumsgeschichten.


Oh weh, IVW:Die Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland bluten bei der verkauften Auflage auch im 3. Quartal mehrheitlich rote Tinte. Die Platzhirsche an der Spitze leiden am meisten: "Bild" verliert fast 10 % und verkauft mit 1,52 Mio Zeitungen 166.000 weniger. "Fußball Bild", die eigentlich die Auflage steigern sollte, ist da schon eingerechnet. Die "Bild am Sonntag" rutscht sogar um fast 11 % auf 831.717 ab. Nicht besser ergeht es den aktuellen Magazinen: Der "Spiegel" sackt um 6,7 % auf 716.663 verkaufte Exemplare ab, der "stern" büßt 12,8 % ein und verkauft nur noch 514.889 Hefte.

Unter den Gewinnern sticht "Landlust" mit 4,5 % Zuwachs und 780.451 verkauften Heften hervor, das "Red Bulletin" hat offenbar Energiebrause getrunken und wächst um 47,1 % auf 188.110. Auch die "stern"-Familie enthält Lichtblicke: "stern Gesund leben" mit Maskottchen Eckart von Hirschhausen wächst 46,3 % auf 76.731. Das "Handelsblatt" wächst als einzige überregionale Tageszeitung – um 1,9 % auf 124.308.
dwdl.de

Video-Feature: So feierte Funke 70 Jahre "Hamburger Abendblatt" in der Elbphilharmonie.


Party bis zum Morgengrauen: Die Funke Mediengruppe hat am Sonntagabend in Hamburg das 70. Jubiläum des "Hamburger Abendblatts" gefeiert - mit einem Konzertabend in Hamburgs edelster Location, der ausverkaufen Elbphilharmonie. Im Video-Feature spricht turi2.tv mit Chefredakteur Lars Haider, der in bester Party-Stimmung erzählt, dass er mit der neuen harten Paywall 40 bis 50 neue Abos verkauft. Ove Saffe, Geschäftsführer Regionalzeitungen bei Funke, singt ein kleines Loblied auf den Jubilar: "Das 'Abendblatt' ist deutschlandweit die Regionalzeitung, die am weitesten ist, was die Digitalisierung angeht."

Rund 2.000 Gäste, darunter alle 450 Mitarbeiter des "Abendblatts", hörten ein Konzert der Philharmoniker Hamburg gemeinsam mit der Sängerin Simone Kermes und dem Pianisten Sebastian Knauer. Vor der Elbphilharmonie sorgte ein in "Abendblatt"-Grün illuminierter Schwimmkran dafür, dass sich die Passanten zumindest die Frage stellten, was an diesem Abend hier los sein mag.

Im Anschluss an den offiziellen Teil ging die Funke-Party zunächst in der Elbphilharmonie, später auf einer Barkasse im Hamburger Hafen weiter.
turi2.tv (3-Min-Feature)

"Weser-Kurier" verzichtet auf Sonderbezeichnung für den "Islamischen Staat".

Weser-Kurier nennt die Terrormiliz Islamischer Staat künftig wieder bei ihrem Namen. 2015 hatte sich die Zeitung entschieden, statt dem selbst gewählten Namen IS nur den abwertend gemeinten Begriff "Daesch" zu verwenden. Nun schreibt Chefredakteur Moritz Döbler, "eine Terrormiliz, die an Bedeutung verliert, ständig mit einer erklärungsbedürftigen Namensgebung hervorzuheben", verliere den Sinn. Der Bremer Sonderweg sei am Ende ein "Irrweg" gewesen, gebe aber Anlass, sich über Begriffe Gedanken zu machen.
weser-kurier.de via meedia.de

Lese-Tipp: Ex-"Abendblatt"-CvD erinnert sich an die alten Zeiten des Drucks.

Lese-Tipp: Peter Schmachthagen, ehemals Chef vom Dienst beim "Hamburger Abendblatt", erinnert an die Zeit, als der Druck von Zeitungen noch ein aufwändiges Verfahren war und wie das die Redaktionsarbeit prägte. Redakteure galten in den Augen der hochgestellten Techniker als verzichtbar. Volontäre mussten zunächst auf die harte Tour lernen, Texte passend für das Layout zu schreiben.
abendblatt.de (Paid)

"FAZ" macht Hirnforscher Wolf Singer zum "klugen Kopf".

Kluger Kopf über kluge Köpfe: Die "FAZ" versteckt den Hirnforscher Wolf Singer für ihre "Kluge Köpfe"-Kampagne hinter einer Zeitung. Der Wissenschaftler liest das Blatt, während sein eigener kluger Kopf mit einer Elektroden-Haube zur Hirnstrommessung verkabelt ist. Im begleitenden Video erklärt Singer, dass Klugheit mehr ist, als das Ergebnis eines Intelligenztests. Außerdem kritisiert er, dass moderne Medien die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer manipulieren.
faz.net, youtube.com (5-Min-Interview)

Meinung: Sigmar Gabriel hat sein Holtzbrinck-Honorar gut verhandelt.

Sigmar Gabriel hat sein Honorar bei der Dieter-von-Holtzbrinck-Gruppe gut verhandelt – er verdiene monatlich zwischen 15.001 und 30.000 Euro, beobachtet Anne Fromm. Damit liege er "ein bisschen" über den Sätzen des Tageszeitungstarifvertrags. Ein festangestellter Vollzeit-Redakteur ohne journalistische Qualifikation wie Sigmar Gabriel verdiene in den ersten drei Berufsjahren monatlich 3.139 Euro brutto. Gabriel habe seit Ende Juni zwölf Gastkommentare bei "Tagesspiegel", "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche" veröffentlicht.
taz.de

Zitat: Frank Dopheide setzt auf Bildung statt auf Informationsvorsprung.

"Medien denken allen Ernstes immer noch, ihre Stärke sei Informationsvorsprung. Wo du denkst, Information in Zeiten großer Informationsüberflutung ... seid ihr irre?"

Handelsblatt-Chef Frank Dopheide will neue Erlösquellen mit Bildungsgeschäft erschließen. Im turi2.tv-Interview erklärt er das Projekt Ada.
turi2.tv (5-Min-Ausschnitt zu Ada), turi2.tv (40-Min-Video)

Handelsblatt wird zum Bildungs-Unternehmen: Das große Interview mit Frank Dopheide.


Germanys next Gabor: Die Handelsblatt Media Group hat den Schock des Gabor-Steingart-Ausscheidens allmählich verdaut. Im Video-Interview von turi2.tv meldet sich der neue, starke Mann: Frank Dopheide treibt viele Pläne voran. Der wohl wichtigste: Mit dem Projekt Ada soll Bildung zu einem Standbein der Mediengruppe werden. turi2 zeigt einen Ausschnitt (oben) sowie das komplette Gespräch (unten), geführt von Peter Turi.

Hinter Ada, einem Projekt mit Miriam Meckel, steckt ein aufwendiges Schulungsprogramm, das die große Wissenslücke unserer Zeit schließen soll: "Die technologische Entwicklung hat die eigenen Mitarbeiter abgehängt. Also bei uns im Unternehmen, aber fast in jeder Branche, in jedem Unternehmen", sagt Dopheide. Er hat zehn Unternehmen gewonnen, die jeweils 30 Mitarbeiter in das erste Ada-Programm schicken. Sie sollen mit Hausaufgaben, Veranstaltungen und "Deep Dives" innerhalb eines Jahres zu digitalen Leistungssportlern werden.
turi2.tv (5-Min-Ausschnitt zu Ada), turi2.tv (40-Min-Video)

Im 40-Minuten-Gespräch spricht Dopheide über seine Strategie und die Zukunft des Verlags. Ein Klick auf den jeweiligen Link führt zur Stelle im Gespräch. Dopheide über ...
00:28 ... den Abgang Gabor Steingarts
02:18 ... den Systemwechsel im Haus
03:45 ... seinen persönlichen Hintergrund als Werber
08:10 ... Geld verdienen mit digitalen Produkten
12:23 ... die strategische Ausrichtung
14:20 ... ein kostenpflichtiges Morning Briefing
21:18 ... das Handelsblatt als Bildungsunternehmen
25:30 ... das Modell hinter Ada
30:08 ... die Rolle der Journalisten darin
33:00 ... wie sich die Idee entwickelt hat
36:33 ... seine Prioritäten und Herausforderungen

Meinung: Verlage sollten mehr über ihre Preispolitik nachdenken.

Verkaufspreise von Presseprodukten und deren Online-Angeboten gehören stärker auf den Prüfstand, schreibt Roland Pimpl. Zwar sähen viele Verlage noch Luft nach oben, zumindest Neukunden würden die Preise aber zum Teil abschrecken. Wichtig sei das empfundene Preis-Nutzungs-Verhältnis. Verlage sollten daher ihr Produkt besser erklären. Mehr sei nicht immer besser, wenn Kunden das Gefühl hätten, nicht alles zu nutzen.
"Horizont" 40/2018, S. 16 (Paid)

Ringier führt dynamisches Preissystem bei Printanzeigen ein.

Ringier und Ringier Axel Springer führen ab Januar ein dynamisches Preissystem bei Printanzeigen ein. Der Preis für Anzeigen setzt sich künftig flexibel u.a. durch Zeitpunkt, Volumen, Titelwahl und Platzierung zusammen und wird durch einen Algorithmus errechnet. Ab dem zweiten Quartal 2019 sollen Werbekunden in einer webbasierten Buchungsplattform zudem selbst Anzeigen mit dynamischen Preisen buchen können.
ringier.ch

Madsack schließt Druckerei in Leipzig Ende 2019.


Die Rollen gehen aus: Madsack schließt seine Leipziger Druckerei Ende 2019, meldet die Mediengruppe in einer Pressemitteilung, mutig platziert um 23.13 Uhr am Montagabend. Das Druckhaus der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft, in dem hauptsächlich die "Leipziger Volkszeitung" gedruckt wird, hat den Druckauftrag der "Bild" verloren. Rund 60 Mitarbeiter werden ihre Jobs verlieren.

Madsack will mit ihnen "gemeinsam möglichst konstruktive Lösungen finden". Die "Leipziger Volkszeitung" wird künftig bei DuMonts "Mitteldeutscher Zeitung" in Halle gedruckt, der Ableger "Dresdner Neueste Nachrichten" bei DDV in Dresden, einer Tochter von Gruner + Jahr. Beide Blätter erscheinen dann im Rheinischen Format statt wie bisher im Nordischen. (Foto: Tom Schulze / dpa-Zentralbild / Picture Alliance)
madsack.de via flurfunk-dresden.de, turi2.de (Background)

Studie: Ein Drittel der 21- bis 24-Jährigen liest den Wirtschaftsteil einer Tageszeitung.

Journalismus: Den Wirtschaftsteil in Tageszeitungen lesen ein Viertel der 14- bis 20-Jährigen zwei- bis dreimal die Woche, ergibt eine Sonderauswertung der Jugendstudie des Bundesverbandes deutscher Banken. Bei den 21- bis 24-Jährigen ist es ein Drittel. Die Lektüre habe deutliche Auswirkungen auf die Wirtschaftsbildung junger Menschen. So können z.B. 83 % der befragten Vielleser den Begriff Rendite erklären, bei den Wenig- oder Nichtlesern sind es nur 37 %.
"FAZ", S. 19 (Paid)

Schweizer Verleger gründen eine Login-Allianz.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Schweiz: Die sonst stets zerstrittenen Verleger in der Alpenrepublik machen gegen Facebook und Google gemeinsame Sache und gründen eine Login-Allianz. Ziel ist, dass mehr Werbegeld bei den Schweizer Verlegern hängen bleibt. Zum Start sind AZ Medien, NZZ, Ringier, Somedia, Tamedia und auch der Schweizer Rundfunk an Bord. Ende 2018 sollen die Grundlagen für die Zusammenarbeit stehen, 2019 soll die Arbeit beginnen.
blick.ch

AfD Sachsen boykottiert "Morgenpost" und Tag24.de.

AfD Sachsen will die Boulevardzeitung Morgenpost und deren Online-Ableger tag24.de boykottieren. Der Landesverband wirft den Journalisten der DDV Mediengruppe vor, "Schmutz, Häme und Halbwahrheiten" über der Partei zu verbreiten. Folglich bekommen die Redaktionen keine Einladung mehr zu Pressekonferenzen, über die Teilnahme an Landes-Parteitagen sollen die Mitglieder abstimmen. Die sächsische Landespressekonferenz verurteilt den Boykott "aufs Schärfste".
flurfunk-dresden.de (Boykott), flurfunk-dresden.de (Reaktion)

Mediengruppe Thüringen und JenaTV arbeiten zusammen.

Mediengruppe Thüringen kooperiert mit dem Lokalsender JenaTV. Funkes Ostthüringer Zeitung liefert wöchentlich einen Kommentar für Querpass, das Fanmagazin des FC Carl Zeiss Jena. Beide Medienhäuser vermarkten die Sendung künftig gemeinsam. Die Mediengruppe Thüringen arbeitet seit März 2017 bereits mit dem Erfurter Lokalsender salve.tv zusammen.
funkemedien.de, turi2.de (Background Salve.tv)

Studie: Print-Publikum wandert nicht automatisch ins Digitale.

News-Konsum verschiebt sich mit dem Ende der gedruckten Tageszeitung nicht automatisch ins digitale Angebot, zeigt ein Blick auf den britischen The Independent. Print-Leser waren vor der Einstellung der Zeitung für 81% des Konsums verantwortlich und lasen 37 bis 50 Minuten – Online-Leser nur 6 Minuten im Monat. Das änderte sich beim Print-Aus kaum, beobachten die Wissenschaftler Neil Thurman und Richard Fletcher. Die Zeitungs-Fans lesen nach dem Aus nicht unbedingt weniger, sondern wechseln zur Print-Konkurrenz.
niemanlab.org, city.ac.uk (Studie)

Zitat: Mathias Döpfner sieht das "Prinzip Zeitung" als Mittel gegen Filterblasen.

"Journalisten sind Wecker, die sich nicht abschalten lassen; das Prinzip Zeitung ist das wirksamste Mittel gegen die Filterblasen dieser Welt – denn es lässt sie platzen."

Springer-Chef und BDZV-Präsident Mathias Döpfner sagt beim Zeitungskongress, dass beim "Prinzip Zeitung" - egal ob gedruckt oder digital - der Absender immer klar sei. Die "Welt" druckt das Manuskript seiner Rede.
"Welt", S. 21 (Paid)

Weitere Zitate aus der Rede:

"Wenn in einer Gesellschaft an sich Wahrheit relativiert wird, durch propagandistische Manipulation von allen Seiten quasi zur Ansichtssache erklärt wird, dann wackelt das Fundament."

"Bei der Recherche hat es sich in manchen Ressorts bei manchen Zeitungen und Fernsehsendern aber offenbar eingebürgert, sich ohne Nachfrage auf die Regierung zu verlassen. Dabei ist auch die Regierung – im ausschließlich journalistischen Sinn – ein Gegenspieler für Journalisten."

"Es ist an uns Verlagen, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die Journalisten ermutigen, und eine kritische, unabhängige Arbeitsweise ermöglichen."

Aus dem Archiv von turi2.tv: Das große Interview mit Mathias Döpfner.

Österreich: Innenminister Kickl muss sich wegen Maulkorb-Mail vor Parlament verantworten.

Herbert Kickl, österreichischer Innenminister, muss sich wegen seiner "Maulkorb-Mail" vor dem Parlament verantworten. Der FPÖ-Politiker hatte die Polizei aufgefordert, den "Kurier", den "Falter" und den "Standard" nur noch mit unbedingt nötigen Infos zu versorgen. Am Mittwoch wird das Thema auf Antrag der liberalen Neos in einer dringlichen Anfrage behandelt; auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte Kickl scharf kritisiert.
svz.de, turi2.de (Background)

Österreichs Innenminister verhängt Informationssperre gegen kritische Medien.

Österreich: Innenminister Kickl weist die Polizei in der Alpenrepublik an, die Medien "Kurier", "Standard" und "Falter" nur noch mit unbedingt notwendigen Informationen zu versorgen, zitiert der "Kurier" aus einer E-Mail, die in der vergangenen Woche an die Polizeipressestellen im Land verschickt wurde. Reportagen und die Begleitung von Beamten sollen nur noch möglich sein, wenn eine "neutrale oder positive Berichterstattung" im Voraus garantiert werde. Der FPÖ-Minister fordert zudem, Täterherkunft und -Aufenthaltsstatus in den offiziellen Polizei-Mitteilungen und in Interviews zu kommunizieren.
kurier.at

"taz"-Macher der ersten Stunde produzieren die Jubiläumsausgabe.

taz erscheint zum 40. Jubiläum am Donnerstag mit einer Sonderausgabe, die sich formal an der Struktur der Nullnummer von 1978 orientiert. Die Macher von damals kommen noch einmal zusammen, um eine Jubiläums-"taz" zu produzieren, der zusätzlich ein Nachdruck der Nullnummer beiliegt.
per Mail

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch über die Transformation der "taz" (Stand September 2017).

Supplements und Reichweite: Christian Nienhaus über das Werbegeschäft der "Welt am Sonntag".


"Welt" auf allen Kanälen: Christian Nienhaus, Print-Chef des Springer-Konzerns, freut sich zum 70. Jubiläum der "Welt am Sonntag", dass die Medienmarke "Welt" als Zeitung, digital und als Nachrichtensender so viele Menschen erreicht, wie nie zuvor – auch wenn die gedruckte Zeitung Auflage verliert. Damit das gedruckte Werbegeschäft läuft, setzt auf die Reichweite der ganzen "Welt": Jeder Kunde, der in der "Welt am Sonntag" eine Anzeige schaltet, bekommt dieselbe Anzeige wochentags on top.

Unter dem Label "Welt am Sonntag" auch Dienstleistungen oder Produkte zu verkaufen, wie etwa der Konkurrent "Zeit" es macht, kann Nienhaus sich allerdings nicht vorstellen. "Wir haben bei 'Bild' schon Dessous und Bücher verkauft, da hat die 'Zeit' da noch gar nicht dran gedacht. Und damit haben wir auch Millionen verdient", sagt Nienhaus und will sich auf publizistische Maßnahmen konzentrieren.

Springers Mann fürs Gedruckte setzt bei der "WamS" auf hochwertige Supplements wie etwa das Heft "Icon". Das Modemagazin sammle von Kunden aus der Mode-Welt Anzeigen ein, die sonst bei "Vogue" oder "Madame" laufen und sei ein großartiges Beispiel für Diversifizierung, findet Nienhaus.
turi2.tv (6-Min-Interview auf YouTube)

"70 ist das neue 20." Chefredakteur Peter Huth über den Gesundheitszustand der "Welt am Sonntag".


Puls der Sonntagszeitung: Chefredakteur Peter Huth vermisst im Video-Interview zu 70 Jahren "Welt am Sonntag" den Gesundheitszustand der betagten Dame. Der Blattmacher bemüht sich, einen jugendlichen Eindruck von seiner Zeitung zu vermitteln: "70 ist das neue 20", sagt er im Gespräch mit Peter Turi, wohl wissend, dass auch in der gefühlten Jugend die Knochen knacken. Das Nordische Format verliere zwar, ähnlich wie die Konkurrenz, dafür entwickele sich die Kompakt-Ausgabe der Zeitung zum "Hidden Champion", erklärt Huth.

"Ich bin kein Revolutionär", sagt er über die Veränderungen, die bei der "WamS" in nächster Zeit anstehen. Noch nicht perfekt findet der Chefredakteur die Fotosprache seiner Zeitung. Außerdem will Huth für mehr exklusive Storys sorgen und das Blatt kleinteiliger machen. Der Leser solle schon beim ersten Blättern nach sechs bis acht Texten merken, dass er etwas für sein Geld bekommt.
turi2.tv (6-Min-Video bei YouTube)

Prisma gewinnt "Ostsee Zeitung", "Main Echo" und "Weinheimer Nachrichten".

TV-Beilage Prisma gewinnt weitere Träger-Zeitungen, berichtet "New Business". Künftig liegt das Heft von Geschäftsführerin Christina Esser Madsacks "Ostsee Zeitung" aus Rostock bei, erscheint im "Main Echo" aus Aschaffenburg und den "Weinheimer Nachrichten". Die "Prisma"-Auflage klettert um 210.000 und erreicht 2019 mehr als 7 Mio Exemplare.
"New Business" 39/2018, S. 26 (Paid)

"Washington Post" gerät in Amazon-Interessenkonflikt, glaubt Alan Cassidy.

Washington Post wird öfter und stärker in Interessenkonflikte geraten, wenn Jeff Bezos sich für Washington als Standort für das neue Amazon-Hauptquartier entscheidet, glaubt Alan Cassidy. Bisher bemühe sich die Redaktion redlich, auch die negativen Aspekte aufzuzählen, die Bezos' Wahl für die Stadt hätte. Obwohl Amazon und die Zeitung wirtschaftlich nichts verbindet, sei bereits das schwierig.
sueddeutsche.de

Zitat: Post-Chef Frank Appel rechtfertigt steigende Kosten im Presseversand.

"Das Verschwinden von Zeitungstiteln liegt aber kaum daran, dass wir unser Porto erhöhen. Denn das ist sicherlich nur ein geringer Bestandteil der Kosten."

Post-Chef Frank Appel rechtfertigt steigende Preise für den Versand von Zeitungen und Zeitschriften. Das Verteilnetz sei fix, bei sinkenden Auflagen koste das Einzelstück eben mehr.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

"Handelsblatt": Post will Preise für den Presseversand kräftig anheben.

Deutsche Post will die Verlage 2019 kräftiger zur Kasse bitten, berichtet Christoph Schlautmann im "Handelsblatt". Vertriebschef Martin Linde habe intern angekündigt, "deutlich" die Preise für den Presseversand zu erhöhen. Unter anderem wegen hoher Versandkosten hat sich jüngst der ADAC entschlossen, den Versand seiner Zeitschrift "Motorwelt" ab 2020 einzustellen. Der Club zahlt jährlich rund 50 Mio Euro Porto und fürchtet weitere Erhöhungen.

Die Post will mit höheren Preisen ihre Brief- und Paketsparte in die Spur bringen. Geschäftskunden müssen ab Januar für Pakete deutlich drauflegen – der Anstieg fällt doppelt so hoch aus wie sonst zum Jahresanfang üblich. Der Umsatz im Paketgeschäft wächst, das Ergebnis aber schrumpft. Grund hierfür sind vor allem fehlende Arbeitskräfte. Die Post bedient sich immer wieder bei Leiharbeitsfirmen, doch die finden immer schwieriger Mitarbeiter.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)