Verleger-Streit beim "Weser Kurier" bleibt ungeklärt.

Weser Kurier: Ein Streit zwischen den Verlegerfamilien Hackmack und Meyer blockiert seit über einem Jahr die Zukunft der Zeitung, schreibt Ulrike Simon bei horizont.net. Die beiden Vorstände der Bremer Tageszeitungen AG, Eric Dauphin und Jan Leßmann, seien formal noch bis zum Jahresende im Amt, hätten ihre Arbeit jedoch bereits eingestellt. Auf Nachfolger konnte sich der paritätisch besetzte Aufsichtsrat bislang nicht einigen. Auch der ebenfalls paritätisch besetzte Gesellschafterkreis der Hackmack Meyer KG komme zu keinen Entscheidungen. Vor Gericht erwirkten nun beide Seiten, dass die andere sie nicht aus der KG klagen kann.
horizont.net

"Kronen Zeitung" verschweigt Details aus Täterbeschreibung nach Anschlag in Nürnberg.

Kronen Zeitung lässt in ihrer Berichterstattung über die Messerattacke in Nürnberg die Täterbeschreibung aus. Die Zeitung zitierte zwar die Tweets der Polizei Mittelfranken zur Fahndung. Jedoch werden die Informationen ausgelassen, die Polizei suche nach einem Mann mit "blonden bis dunkelblonden Haaren, hellem Teint".
derstandard.at

"Jammern verboten": Wie "Zeit"-Chef Rainer Esser Print- und Anzeigen-Krise trotzt.


Esser kann's besser: Bei der "Zeit" steigen die Umsätze, der Abonnenten-Stamm ist stabil. Geschäftsführer Rainer Esser steht als Person für diesen Erfolg und erläutert seine Rezepte im ausführlichen Interview von Peter Turi. Esser spricht über Diversität, Diversifizierung – und warum seine Journalisten keinen Grund zur Klage haben. Das Gespräch ist nun als Video verfügbar. Unten lassen sich einzelne Themen gezielt anklicken. Wer nur hören möchte, findet das Gespräch im turi2 podcast – sowie direkt bei Spotify und iTunes.

Rainer Esser spricht mit Peter Turi über ...

0:57 ... sich, seinen Job und 80-Stunden-Wochen

4:17 ... das Geschäft mit den "Zeit" Reisen

6:20 ... Unternehmenskultur und Diversität

7:20 ... die Bezahlung der (freien) Journalisten

9:00 ... seine weitere Karriere und die Holtzbrinck-Brüder

10:47 ... Profitabilität und Erfolg der Marke "Zeit"

16:12 ... den "Zeit"-Leser-Club als Wertegemeinschaft

22:56 ... Wochen-Frequenz und andere Faktoren für Erfolg

26:18 ... den Weg der Kunden-Gewinnung

29:38 ... das Geschäft mit Events und Konferenz

33:08 ... die steigende Bedeutung neuer Geschäftsfelder

34:47 ... Anzeigenschwund und neue Modelle im Werbegeschäft

39:27 ... Print-Zukunft und die "Zeit" im kleinen Format

turi2.tv (44-Min-Gespräch bei YouTube), turi2.de/podcast

Frankfurter Societäts-Druckerei und Verdi einigen sich auf weniger Kündigungen.

Frankfurter Societäts-Druckerei entlässt nach Verhandlungen mit Verdi nur 74 von 270 Beschäftigten und nicht wie ursprünglich geplant 100, teilt die Gewerkschaft mit. Für die dennoch betroffenen Mitarbeiter seien "angemessene Abfindungen" ausgehandelt worden. Die Tochter von Ippens Zeitungsholding Hessen verliert zum Jahresende die Druckaufträge für "Bild" und "Welt". Im Konflikt um die Tarifbindung neuer Angestellter kamen Ippen und Verdi nicht überein.
per Mail, turi2.de (Background)

"taz" ernennt Andreas Marggraf zum Geschäftsführer.


Generationswechsel: Die "taz" findet in Andreas Marggraf, 49, einen Nachfolger für Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch, der Ende 2019 in den Ruhestand geht. Ab Februar leiten Marggraf, Ruch und Andreas Bull den Verlag der links-alternativen Zeitung gemeinsam. Marggraf kommt von Ärzte ohne Grenzen, wo er zuletzt als Finanzchef in der Zentrale in den Niederlanden gewirkt hat. Zuvor war er bereits in gleicher Funktion in der deutschen Sektion tätig.

Bei der "taz" ist Marggraf ein alter Bekannter: Von 1998 bis 2007 führte er die Geschäfte der "taz Nord" und war damals maßgeblich an der Neuausrichtung der Ausgabe beteiligt. "Ich freue mich sehr, zur 'taz' zurückzukehren und gemeinsam mit allen Mitarbeitenden an der digitalen Zukunftsfähigkeit dieser wunderbaren Zeitung zu arbeiten", lässt sich Marggraf im "Hausblog" auf taz.de zitieren. (Foto: Christian Mang)
blogs.taz.de, turi2.de (5-Min-Interview, 9/2017)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der "taz" für beendet. (9/2017)

Nachrichten-Portal RTL.de steht kurz vor dem Start, schreibt Ulrike Simon.

RTL geht in den kommenden Tagen mit dem zum Nachrichten-Portal umgebauten RTL.de online, schreibt Ulrike Simon und vermutet die Nacht vom 17. auf den 18.12. als Starttermin. Simon glaubt, dass RTL mit dem neuen Angebot nicht nur wie bisher Mitarbeiter bei Bild.de abwirbt, sondern bald auch Nutzer. Zumal der Sender die Boulevard-News aus Sendungen von "Dschungelcamp" bis "Bachelor" für sich behalten könnte, statt sie "Bild" zu stecken. RTL-Digitalchef Jan Wachtel, früher bei Springer, soll mit dem Portal Reichweite für das zum Streaming-Dienst ausgebaute TV Now aufbauen. Bis zu 80 Mitarbeiter sollen für das neue RTL.de arbeiten.
spiegel.de (Paid), turi2.de (RTL.de), turi2.de (TV Now)

Video-Tipp: Marc Brost spricht mit Sigmar Gabriel über Heimat und Aufsitzrasenmäher.

Video-Tipp: Sigmar Gabriel tut was für sein Holtzbrinck-Honorar und lässt sich auf der "Zeit"-Konferenz "Der Auftrag" von Marc Brost, Hauptstadtkorrespondent der "Zeit", interviewen. Sie sprechen über Gabriels Heimat-Begriff, der Heimat-Liebe aus-, Patriotismus aber einschließt, und kabbeln sich über die Interview-Führung. Am Ende verabreden sie sich locker zur Rasenpflege mit Gabriels Aufsitzrasenmäher.
zeit.de (30-Minuten-Video)

Marco Fenske wird RND-Chefredakteur, Wolfgang Büchner bleibt Geschäftsführer.


Nächste Liga: Marco Fenske, 34, steigt bei Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland zum Chefredakteur auf. Bisher ist er als Sportchef des Netzwerks bereits Vize-Chef des RND. Fenske übernimmt von Wolfgang Büchner, 52, der Geschäftsführer bleibt, sich aber aus dem journalistischen Tagesgeschäft zurückzieht. Er firmiert künftig als Entwicklungs-Chefredakteur. Büchner soll sich in der neuen Position um den digitalen Umbau bei Madsack kümmern und neue Digital-Angebote wie die Nachrichten-Plattform RND.de entwickeln.

Uwe Dulias, 62, bisher Entwicklungs-Chefredakteur, will Ende 2019 in den Ruhestand gehen, teilt Madsack mit. Dulias ist Gründungsgeschäftsführer des RND, das heute nach eigenen Angaben mehr als 50 Partnerzeitungen mit über 2 Mio Auflage mit Inhalten versorgt. "Madsack ist Uwe Dulias zu größtem Dank verpflichtet", richtet Konzernchef Thomas Düffert per Pressemitteilung aus und freut sich, "den personellen Übergang" bei RND und Entwicklungs-Chefredaktion "so weitsichtig und zukunftsgerichtet einleiten zu können".
madsack.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Marco Fenske baut mit dem Sportbuzzer dem Regional-Fußball die große Bühne.

Michael Plasse geht als Geschäftsführer zur "Oldenburger Volkszeitung".

Oh, wie schön ist das Oldenburger Münsterland: Michael Plasse, 46, Ex-Verlagsleiter beim "Spiegel", wechselt als Geschäftsführer zur "Oldenburger Volkszeitung" nach Vechta. Er folgt auf den derzeitigen Geschäftsführer Karl Themann, der auch 15,1 % der Anteile hält. Plasse soll sich um die "weitere digitale Transformation" kümmern. Er ging beim "Spiegel" im Oktober 2017.
meedia.de, turi2.de (Background)

Media-Agenturen prognostizieren leichtes Werbewachstum.

Netto-Werbeausgaben in Deutschland wachsen 2019 um 1 bis 2 %, allerdings nur unter Einbeziehung von Google und Facebook, sagt die Prognose der OMG-Mediaagenturen. Die Online-Ausgaben wachsen demnach um bis zu 6 %, alle anderen Werbegattungen schwächeln: Zeitungen und Zeitschriften verlieren jeweils 10 % Umsatz, TV dreht um bis zu 2 % ins Minus, so die Prognose der Agenturchefs.
omg-mediaagenturen.de, wuv.de

"Le Monde" behauptet sich mit Vermarktungsallianz und hohem Abo-Umsatzanteil.

Qualitätsmedien können durchaus gegen Google und Facebook bestehen, erklärt Louis Dreyfus, Verleger der französischen Tageszeitung "Le Monde", im Interview bei Digiday. Er versucht, der billigen Reichweite der Tech-Riesen ein sicheres Markenumfeld mit hochwertigen Lesergruppen entgegenzusetzen. Die Digital-Vermarktungsallianz mit dem konservativeren "Le Figaro" habe in den ersten 10 Monaten bereits 5 Mio Euro eingespielt. 55 % der Digitalumsätze bei "Le Monde" stammten aus Abos.
digiday.com, lemonde.fr (Background Allianz)

turi2 podcast: Rainer Esser und Peter Turi sprechen über die Strategie der "Zeit".


Spannende Rede-Zeit: Rainer Esser führt seit knapp 20 Jahren die Geschäfte der "Zeit" – und spricht mit Peter Turi über ein Verlagsgeschäft im radikalen Wandel. Von 220 Mio Euro Umsatz stammt weniger als die Hälfte aus dem klassischen Geschäft. Neu-Abonnenten wollen die großformatige "Zeit" vor allem auf dem Smartphone lesen, Werbekunden wollen Kommunikationslösungen statt 4c-Anzeigen. Das komplette Gespräch ist jetzt als Audio-Podcast verfügbar auf turi2.de, bei Spotify und iTunes.

Esser ist ein bekennender Viel-Arbeiter. 70 bis 80 Wochenstunden gehören bei ihm zum normalen Pensum, "im Urlaub leicht reduziert". Er hat auch nach fast zwei Jahrzehnten noch Freude daran, die Marke "Zeit" aufzubauen. Mit ihr verfolgt er Kunden von der Wiege bis zur Bahre, von der Kinder-Zeitschrift "Zeit Leo" bis hin zu "Zeit Reisen" um die Welt für wohlhabende Pensionäre. Esser sagt: "Die 'Zeit' ist eine Wertegemeinschaft."
turi2.de/podcast, spotify.com, itunes.apple.com

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Journalistische Glanzstücke gesucht: Der vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ausgeschriebene Theodor-Wolff-Preis 2019 wird vergeben für Texte, die 2018 in einer deutschen Tages-, Wochen- oder Sonntagszeitung gedruckt oder digital erschienen sind. Autoren bewerben sich bis 31. Januar hier: www.bdzv.de/twp/

Chefredakteur Arnd Festerling verlässt die "Frankfurter Rundschau".


Ippen & out: Die "Frankfurter Rundschau" verliert Chefredakteur Arnd Festerling Mitte 2019. Er verlasse die Redaktion auf eigenen Wunsch, "um noch mal etwas anderes auszuprobieren", teilt die Mediengruppe Frankfurt mit. Festerling arbeitet seit 1990 für die Zeitung, die seit wenigen Monaten zur Zeitungsholding Hessen gehört – die wiederum mehrheitlich in der Hand von Regionalverlags-Fürst Dirk Ippen ist.

Festerling bildet seit 2014 gemeinsam mit Bascha Mika eine Doppelspitze. Zur Chefredaktion gehört auch Michael Bayer fürs Digitale. "FR"-Geschäftsführer Max Rempel sagt, er habe Festerling "trotz intensiver Gespräche" nicht umstimmen können. Rempel ist zugleich Co-Chefredakteur der "Frankfurter Neuen Presse", die wie die "FR" zur Zeitungsholding Hessen gehört. An ihr hält die Familie Rempel einen Anteil über das Mittelhessische Druck- und Verlagshaus. (Foto: Frank Rumpenhorst / dpa / Picture Alliance)
mediengruppe-frankfurt.de

"Standard" kündigt Mitarbeitern trotz höherem Budget.

Österreichische Rechenspiele: Standard trennt sich von mindestens vier fest angestellten Journalisten, schreibt DWDL. Die Betroffenen sollen bereits informiert worden sein. Vorstand Alexander Mitteräcker (Foto) kündigt für 2019 ein um 2 % höheres Personalbudget an, um Mehraufwendungen durch veränderte Verträge auszugleichen. "Aufgrund der aktuellen Entwicklungen" habe der Betriebsrat für Montag eine Betriebsversammlung angekündigt.
dwdl.de, diepresse.com

"Edison"-Chef Franz Rother muss sich für beleidigenden Tweet entschuldigen.

Zurückgerudert: "Edison"-Chefredakteur Franz Rother entschuldigt sich für einen beleidigenden Tweet, in dem er die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer als "weiße, alte, hässliche Frau" bezeichnet. Er habe einen Witz machen, aber niemanden persönlich angreifen wollen, so Rother. Den Original-Tweet hat er inzwischen gelöscht. Der Werber und Feminist Robert Franken hatte zuerst auf den Tweet aufmerksam gemacht, anschließend zog er Kreise.

"Handelsblatt"-Chefredakteur Sven Afhüppe distanziert sich und twittert, dass der "Edison"-Chef kein "Handelsblatt"-Mitarbeiter sei. "Gleichwohl entschuldige ich mich aufrichtig bei ⁦‪Annegret Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel." Das "Handelsblatt" stehe für eine liberale Weltordnung, "wir dulden keine Form von Diskriminierung und Rassismus." Auch Geschäftsführer Frank Dopheide kontert den Tweet von Rother: "Wenn weiße Männer witzig sein wollen – geht es meistens schief."
twitter.com (Robert Franken), twitter.com (Rother-Entschuldigung)

Die Presse-Grossisten Gast, Greiser und Mitte fusionieren.

Presse-Grosso: In der Mitte Deutschlands fusionieren das Presse-Grosso Gast aus Mühlhausen und der Pressevertrieb Greiser aus Suhl mit dem Presse-Grosso Mitte aus Staufenberg, das als Marke erhalten bleiben soll. Die drei Unternehmen wollen den Zusammenschluss in der ersten Hälfte 2019 schrittweise vollziehen. Zusammen erreichen sie rund 3.700 Händler in Süd-Niedersachsen, Nordhessen und West-Thüringen.
dnv-online.net, turi2.de (Background)

"Zeit" verzahnt Print und Online – neuer Berliner Standort gesucht.


Wird auch Zeit: Die "Zeit" will ab 2019 Print und online enger verzahnen. Giovanni di Lorenzo wird Vorsitzender aller Chefredaktionen der Verlagsgruppe und soll laut Pressemeldung "koordinierend tätig sein". Jochen Wegner, bisher Chefredakteur von Zeit Online, wird außerdem Mitglied der "Zeit"-Chefredaktion. Für die Berliner Redaktionen sucht der Verlag einen gemeinsamen Standort in der Hauptstadt. Hauptsitz der Verlagsgruppe bleibt Hamburg.

Die Printausgabe bekommt ein neues Ressort namens "Streit". Es soll Themen aus allen anderen Ressorts aufgreifen, die Community-Redaktion von Zeit Online arbeitet daran mit und die Redaktion flankiert das Ressort mit Veranstaltungen. Die Ressorts Chancen und Wissen verschmelzen in einem Bildungsressort, das Andreas Sentker und Manuel Hartung leiten. Das Format der "Zeit" rührt die Redaktion bis auf Weiteres nicht an, sagt di Lorenzo.
zeit-verlagesgruppe.de

Remission soll für Kleinverkaufsstellen einfacher werden, plant Sales Impact.

Sales Impact will die Remission für Kleinstverkaufsstellen vereinfachen, sagt Chef Michael Fischer zu Ulrike Simon. Springers Vertriebsorganisation führe Gespräche mit Presse-Grosso und IVW. Fischer sagt, statt Formularen sei z.B. der Einsatz von Smartphones denkbar. Er will im ersten Quartal 2019 eine Lösung finden.
"Horizont" 49/2018, S. 19 (Paid)

"New York Times" macht dem Printmarkt Mut, beobachtet Sebastian Moll.

New York TimesNew York Times, die seit kurzem mehr als 4 Mio Abonnenten hat, lässt den Printmarkt aufatmen, beobachtet Sebastian Moll. Profitabler Journalismus sei auch im Digitalzeitalter möglich – für Redaktionen, die ihren Abonnentenstamm mit Qualitätsjournalismus versorgen, flankiert von Newslettern, Chatbots und Co, und Gratisleser aussperren.
"Horizont" 49/2018, S. 13 (Paid)

Studie: US-Bürger informieren sich hauptsächlich im Fernsehen.

Fernsehen ist für 44 % der US-Amerikaner die Hauptinformationsquelle, ergibt eine Studie des Pew Research Centers. Gedruckte Zeitungen belegen mit nur 7 % den letzten Platz hinter sozialen Netzwerken mit 10 %, dem Radio mit 14 % sowie Informationsportalen mit 24 %. Zeitungen sind bei Älteren beliebter, insgesamt gaben nur 16 % der Befragten an, häufig eine Zeitung zu lesen, 2013 waren es noch 27 %.
derstandard.at

Basta: Britische Obdachlose sind dem deutschen Handel einen Schritt voraus.

Revolution in Plastik: Britische Obdachlose sind ab sofort moderner unterwegs als die meisten deutschen Händler und Gastronomen. Sie verkaufen ihre Straßenzeitung "The Big Issue" bargeldlos per Kartenlese-Gerät. Und während nun britische Wohnungslose kontaktlos Geld empfangen, schallt irgendwo in Deutschland ein vorwurfsvolles "Kartenzahlung ab 10 Euro" über den Verkaufstresen.
bigissue.com

Post erhöht Porto für Abo-Zeitungen.

Post will das Porto für Zeitungen bis 100 Gramm erhöhen, berichtet die dpa. Betroffen seien vor allem Regionalblätter, aber auch die "Junge Welt", für die statt wie bisher kalkuliert eine Steigerung von 2,8 % eine von 28,5 % anfalle - jährlich rund 90.000 Euro zusätzlich. Der BDZV kritisiert, dass die Post das Porto einseitig erhöht habe und nicht wie sonst üblich zuvor das Gespräch gesucht habe. Laut dem Verlegerverband stellt die Post in Deutschland rund 10 % der Abo-Auflagen aus, das Gewicht der Zeitungen läge aber im Schnitt bei 160 Gram.
handelsblatt.com

Verlagsgruppe Ebner: Eberhard Ebner nur noch Gesellschafter, Holger Paesler geht.

Ebner: Die Verlagsgruppe mit dem gleichnamigen Fachverlag sowie Beteiligungen an SWMH und Neue Pressegesellschaft Ulm baut an der Spitze um. Florian Ebner ist künftig alleiniger Geschäftsführer. Holger Paesler (Foto) verlässt die Geschäftsführung ebenso wie Eberhard Ebner, bisher geschäftsführender Gesellschafter.
schwaebische-post.de, swp.de

Stephanie Caspar übernimmt Springers deutsche Print-Zuständigkeiten von Jan Bayer.


Papier geerbt: Springer gibt Stephanie Caspar, Vorständin für das Ressort Technologie und Daten, zusätzlich Springers Print-Medienmarken in Deutschland. Sie verantwortet künftig damit auch Vermarktung, Vertrieb und Druckereien für "Bild", "Welt", die Musiktitel und die Verlagsgruppe Auto, Computer und Sport.

Sie hat sich bisher bereits um die digitalen Aktivitäten sowie die Digitalvermarktung gekümmert. Jan Bayer "konzentriert sich auf das internationale Mediengeschäft". Stephanie Caspar bekommt auch die Verantwortung für das Preisvergleichsportal Idealo und soll dessen Kooperationen mit den digitalen Medienangeboten ausbauen.
axelspringer.com

Springer-Enkel übernehmen ihre Anteile direkt.

Springer: Die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik, Hauptgesellschafter der Axel Springer SE mit bisher 47,3 %, ändert ihre Besitzstruktur. Axel Springers Enkel Axel Sven und Ariane Springer scheiden aus Erbengemeinschaft aus und übernehmen 7,36 % bzw. 2,36 % an der SE persönlich. Die Gesellschaft für Publizistik hält nun 38 % an der SE, Friede Springer ist Alleingesellschafterin. Sie besitzt weitere 5,1 % an der SE direkt.
axelspringer.com

"Horizont": Neue "Spiegel"-Redaktionsstruktur steht fest.


Eingeordnet: Steffen Klusmann, Vorsitzender der "Spiegel"-Chefredaktion, hat die neue Führungsriege und Redaktionsstruktur festgezurrt, schreibt Roland Pimpl. Unter der Chefredaktion soll es rund fünf ressortübergreifende Bereiche mit insgesamt neun bis zehn Chefs geben: je zwei Blattmacher für Print und Online, einen Nachrichtenchef, einen Art Director, ein oder zwei Produkt- und Formatentwickler und zwei Change-Manager.

Laut Pimpl kursieren für die zweite Führungsriege teilweise Namen, teilweise Stellenausschreibungen. Unter den Funktionschefs stünden die Print-Online-Ressortleitungen. Im Dezember sollen bei den Ressorts Wirtschaft, Kultur und Sport Print und Online zusammenfließen. Die Online-Redakteure kommen in den nächsten vier bis sechs Jahren sukzessive über einen Gemeinschaftsbetrieb von Spiegel und Spiegel Online in den Verlag. Sie arbeiten dort zu den gleichen Konditionen wie Printkollegen und sollen auch an der Verlags-KG beteiligt werden.
"Horizont" 48/2018, S. 6 (Paid), turi2.de (Background)

"Le Monde" klagt gegen Frankreich, um amtliche Dokumente einzusehen.

Le Monde_150x150Le Monde will die französische Regierung juristisch dazu bringen, Dokumente herauszugeben. Die Zeitung gehört zum Investigativ-Netzwerk, das die Panama Papers und kürzlich die Implant Files veröffentlicht hat. Darin geht es um fehlerhafte Implantate. "Le Monde" hat bei der Recherche Infos bei staatlichen Stellen über die Zulassung verschiedener Geräte angefragt. Frankreich verweigert sie und beruft sich auf das im Juli erlassene Gesetz zum Schutz des Geschäftsgeheimnisses. Die unabhängige Instanz, an die sich Bürger in solchen Fällen wenden können, hat die Anfrage der Zeitung ebenfalls abgewiesen. "Le Monde" hat ein Schnellverfahren beantragt.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Funke lässt Tageszeitungs-Macher früher aufstehen.

Funke hat die redaktionellen Abläufe in seinen Tageszeitungen komplett umgebaut, sagt Geschäftsführer Andreas Schoo im Video von wuv.de. Die Redaktionen arbeiten jetzt in zwei Schichten und beginnen bereits um 6 Uhr statt am späten Vormittag. Publiziert werde den ganzen Tag über online, Artikel schon am Vorabend vorbereitet. Frauenzeitschriften und Yellows attestiert Schoo ein stabiles Geschäftsmodell. Digitale Erlöse wolle der Konzern hier nicht mit klassischem Paid Content, sondern mit Services wie Kosmetik- oder Lebensberatung erzielen.
youtube.com (5-Min-Video), wuv.de

PR-Agentur WMP gibt Saudi-Mandat zurück und widerspricht Vorwürfen der "Bild am Sonntag".

WMP gibt den PR-Auftrag der saudischen Königsfamilie mit sofortiger Wirkung zurück, sagt Agenturchef Michael Inacker im Interview mit Georg Altrogge und widerspricht einem Bericht der "Bild am Sonntag", wonach es die Agentur ermöglicht habe, in deutschen Medien Meinungen zu kaufen. Ein in "BamS" zitiertes Strategiepapier beziehe sich lediglich auf die Vermittlung von Kontakten. Ihren Erfolg messe die Agentur mit einem Medientenor, dieser habe "bösmeinender Interpretation ein Einfallstor geboten", gibt Inacker zu. Das PR-Mandat der saudischen Königsfamilie beende er, da die deutsche Öffentlichkeit die Mittler-Rolle von WMP und die Möglichkeiten, die Reformkräfte zu unterstützen, nicht mehr sehe.
meedia.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Die Digitalisierung macht Straßenmagazinen wie "Hinz&Kunzt" zu schaffen.

Lese-Tipp Straßenzeitungen wie "Hinz&Kunzt" in Hamburg leiden unter der Digitalisierung, beobachtet Thomas Hahn. Die monatliche Auflage sei von 120.000 auf 52.000 zurückgegangen, besonders bei jungen Menschen erhalte das Printprodukt kaum Zuspruch. Online-Angebot und soziale Netzwerke seien für die Magazine besonders wichtig, die Obdachlosen müssten aber dennoch auf der Straße "etwas in der Hand haben, das sie verkaufen können".
"Süddeutsche Zeitung", S. 43