Zitat: Markus Haas ist überzeugt, dass die Politik Roaming nicht verstanden hat.

"Ein verpflichtendes Roaming kommt einer Enteignung gleich."

Markus Haas, Chef von Telefónica Deutschland, wünscht sich im "Handelsblatt"-Interview mehr Wettbewerb bei den Infrastrukturen. Ein zielgenaues Roaming – wie sich das die Politik vorstelle – sei gar nicht möglich, da immer ein Radius von drei bis fünf Kilometern abgedeckt wird.
"Handelsblatt", S. 17 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Telekom-Chef Timotheus Höttges verspricht funklochfreies Deutschland – sogar im Zug.

Zitat: Zeitschriften und Influencer werden unterschiedlich hart kontrolliert.

"Wenn ein Frauenmagazin drei Handtaschen empfiehlt, gilt das als redaktioneller Service. Macht eine Influencerin auf Instagram dasselbe, wird Werbung unterstellt."

Influencer-Vermittler Christoph Kastenholz beklagt sich im "Horizont"-Interview darüber, dass Schleichwerbung durch Zeitschriften und Influencer mit zweierlei Maß gemessen würden. Der Presserat sei als "Organ der Verlage" nicht an echter Kontrolle interessiert.
horizont.net (Paid)

Zitat: Google-News-Lab-Chefin Isabelle Sonnenfeld will Verlagen auf Augenhöhe begegnen.

"Bei einem Technologiekonzern der Größe von Google steht immer der Vorwurf des Greenwashings im Raum."

Isabelle Sonnenfeld, Leiterin des Google News Labs, will mit Verlagen einen partnerschaftlichen Umgang pflegen. Um den Content-Lieferanten keine Konkurrenz zu machen, werde YouTube Premium keine Nachrichten produzieren.
"Journalist" 12/2018 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Isabelle Sonnenfeld reist als Gesicht von Google durch deutsche Redaktionsstuben und verbreitet Digital-Optimismus.

Zitat: Dachser-Chef Bernhard Simon sieht in schnellen Lieferversprechen Stau-Ursache.

"Das Problem des Sonnenbrands wäre gelöst, wir brauchten uns nie wieder mit Sonnencreme einschmieren, so dunkel würde es am Himmel, wenn Drohnen all die Fracht transportieren sollten."

Bernhard Simon, Inhaber der Spedition Dachser, hält im "FAS"-Interview nichts von Drohnen. Die schellen Lieferversprechen des Online-Handels seien die Ursache für den Verkehrskollaps der Innenstädte.
"FAS", S. 23 (Paid)

Zitat: Post-Chef Frank Appel will an Lieferung bis zur Haustür festhalten.

"Faktisch sind die letzten 50 Meter bis zur Haustür der teuerste Teil unserer Dienstleistung. Genau dort lässt sich aber die Effizienz kaum mehr steigern."

Post-Chef Frank Appel sagt im "Welt am Sonntag"-Interview, dass die Hauszustellung "noch ein langes Leben" hat. Ob dies künftig einen Aufpreis kostet, hänge von der Preispolitik der Versandriesen ab.
"Welt am Sonntag", S. 36 (Paid), welt.de

Zitat: Ralf Strauß empfiehlt Marketern, sich nicht an Buzzwords entlang zu hangeln.

"Alle unterhalten sich über so was wie Programmatic-Advertising und kaum einer hat verstanden, wie es funktioniert."

Ralf Strauß, Präsident des Deutschen Marketing Verbands, wünscht sich im "Absatzwirtschaft"-Interview einen reflektierteren Umgang mit neuen Technologien wie Blockchain oder KI. Die meisten Dienstleister würden nur die Schlagwort streuen, anstatt "mal tief Luft zu holen" und sich zu informieren.
absatzwirtschaft.de

Zitat: Apple-Chef Tim Cook fordert klare Haltung von Tech-Branche.

"Wir bei Apple glauben, dass die Technologie-Industrie einen klaren Standpunkt haben muss. (..) Wir haben nur eine Botschaft für diejenigen, die Hass, Spaltung oder Gewalt forcieren wollen: Ihr habt keinen Platz auf unseren Plattformen."

Apple-Chef Tim Cook betont bei einer Preisverleihung, Technologie solle immer dazu genutzt werden, eine inklusivere Gesellschaft zu ermöglichen.
theverge.com

Zitat: Katarina Barley sieht sich bei der EU-Urheberrechtsreform als Vermittlerin.

"Es macht keinen Spaß, von den Verlegern, YouTube, Google und den Kreativen verhauen zu werden. Und am Ende werden sie mich vermutlich alle verhauen."

Bundesjustizministerin Katarina Barley hofft bei einer Podiumsdiskussion von "Süddeutscher Zeitung", Jetzt.de und der LMU darauf, dass die Reaktionen rund um die EU-Urheberrechtsreform dafür sprechen, dass ein guter Ausgleich zwischen allen geschaffen wurde.
"Süddeutsche Zeitung", S. 35

Zitat: "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke findet Migrationspakt-Berichterstattung unvoreingenommen.

"Die Nachrichtenangebote von ARD-aktuell haben die Aufgabe, die unterschiedlichen Positionen im gesellschaftlichen Diskurs angemessen abzubilden."

"Tageschau"-Chefredakteur Kai Gniffke verteidigt im Interview mit der rechten Wochenzeitung Junge Freiheit die Berichterstattung über den UN-Migrationspakt als "unvoreingenommen".
jungefreiheit.de

Zitat: Allianz-Chef Oliver Bäte will seine Kölsche Zunge nicht immer zügeln.

"Macht man dann einen Fehler, heißt es in unserer Organisationskultur, die auf Zurückhaltung aufgebaut ist: um Gottes willen, im Zweifelsfall Schnauze halten!"

Allianz-Vorstand Oliver Bäte sagt im – nicht autorisierten – "Zeit"-Interview, er habe gelernt, wie wichtig das gesprochene Wort sei. Innerhalb der Allianz bekomme er zu hören, er trage das Herz zu sehr auf der Zunge.
zeit.de (Paid)

Zitat: Harald Schmidt will kein Buch schreiben.

"Entweder ich bin Chefkolumnist der 'New York Times', oder ich schreibe zu Hause Zettel voll, die ich an den Kühlschrank hänge."

Harald Schmidt sagt im vierstündigen "Zeit"-Interview, er sei "Anekdotenmaschine und Interviewkünstler", kein Autor. Auf Bücher von ihm solle man deshalb nicht warten.
zeit.de (Paid)

weitere Zitate:
"Ich mag keine Serien, die in Berlin spielen. Ich sehe lieber Billy Bob Thornton durch Los Ange­les fahren. Von der Qualität amerikanischer Serien sind wir in Deutschland Lichtjahre entfernt, ich wiederhole: Lichtjahre – aufgrund der Autoren und der Schauspieler, die so was auch spielen können."

"Mich interessieren die Leute nur im Job. Shows, bei denen sich die Mitarbeiter menschlich ganz toll verstehen, Shows, von denen es heißt, wir lagen uns hinterher heulend in den Armen – die sind nach 30 Folgen beendet."
(über sein ehemaliges Team)

Zitat: Digitalministerin Dorothee Bär wollte Netzausbau schon vor Jahren angehen.

"Ich mache mir da auch den Vorwurf, dass ich das Thema Netzausbau Anfang der 2000er zwar erkannt habe, aber mich jahrelang damit nicht durchsetzen konnte. Ich habe die Plattitüde, dass das alles der Markt regelt, nicht akzeptiert, bin bei dem Thema aber gegen Wände gelaufen."

Digitalministerin Dorothee Bär weint im "Handelsblatt"-Interview Krokodilstränen, dass keiner auf sie hören wollte.
"Handelsblatt", S. 5 (Paid)

Zitat: Oliver Wurm hat bei seinem Grundgesetz-Magazin keine Zielgruppe definiert.

"Ich bin kein Freund davon, im Vorhinein Zielgruppen festzulegen – und bin daher selbst sehr gespannt, ob ich mehr Feedback via Snapchat oder in Sütterlinschrift per Brief erhalte."

Journalist Oliver Wurm sagt im DWDL-Interview, dass er mit seinem Grundgesetz-Magazin die "Essenz des gesellschaftlichen Zusammenlebens" moderner und verständlicher visualisieren möchte.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Zitat: Promis veredeln sich mit Personality-Magazinen ihre Karriere, sagt Stephan Schäfer.

"Die Persönlichkeiten empfinden ein Magazin als eine Art Veredelung ihrer Karriere."

Stephan Schäfer, Produktchef von Gruner + Jahr, sagt im "W&V"-Interview, dass sich auch Social-Media-Stars wie Jérôme Boateng für ein eigenes Personality-Magazin interessieren, da Print für Qualität und Nachhaltigkeit stehe.
"Werben & Verkaufen" 48/2018, S. 34-37 (Paid)

Zitat: Funk-Chef Florian Hager muss ARD und ZDF erklären.

"Wir machen an keiner Stelle einen Hehl daraus, dass wir öffentlich-rechtlich sind und damit zu ARD und ZDF gehören. Offen gesagt, gibt es aber in unserer Zielgruppe nicht wenige, die beide Labels gar nicht mehr kennen."

Florian Hager, Chef des Jugendangebots Funk von ARD und ZDF, zeigt sich im Interview mit "New Business" mit der Bekanntheit von Funk zwar zufrieden, muss aber eingestehen, dass die Zielgruppe wenig mit den Öffentlich-Rechtlichen anfangen kann.
"New Business" 48/2018, S. 30 (Paid), turi2.de (Video-Interview)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Florian Hager über den Aufbau des ARD-ZDF-Jugendangebots.

Zitat: Wirtschaftsminister Altmaier schämt sich für deutsches Handy-Netz.

"Ich bin ja viel im Auto unterwegs und ich habe inzwischen meinem Büro erklärt, dass ich bitte auf Fahrten nicht mehr mit ausländischen Ministerkollegen verbunden werden will, weil es mir total peinlich ist, wenn ich dann dreimal, viermal neu anrufen muss, weil ich jedes Mal wieder rausfliege."

Wirtschaftsminister Peter Altmaier bezeichnet es als größte Blamage des Technologie-Standorts, dass es kein vernünftiges Handy-Netz in Deutschland gibt.
manager-magazin.de (4-Min-Video) via bild.de (Paid)

Weiteres Zitat aus dem Interview:
"Künstliche Intelligenz ist ein Hype in Berlin, Sie können dem Thema gar nicht entkommen. Aber dann stellt man auch wieder fest, dass die geistige Sortierung und Orientierung in vielen Bereichen noch zu wünschen übrig lässt. Die Ersten, die sich melden, wollen alles schon wieder regulieren."

Aus dem Archiv von turi2.tv: Telekom-Chef Timotheus Höttges verspricht funklochfreies Deutschland – sogar im Zug.

Zitat: Isabelle Sonnenfeld fühlt sich von zu vielen Informationen überwältigt.

"Ich ertappe mich immer wieder bei dem Gefühl, dass ich mich überwältigt fühle von der Informationsdichte, die uns umspielt."

Isabelle Sonnenfeld, Chefin des Google News Lab, gesteht im Interview mit Business Insider, dass auch sie kein Rezept gefunden habe, bei Abermillionen an Nachrichten den Überblick zu behalten.
businessinsider.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Isabelle Sonnenfeld reist als Gesicht von Google durch deutsche Redaktionsstuben und verbreitet Digital-Optimismus.

Zitat: Adidas-Manager Roland Auschel und Zalando-Gründer David Schneider sind Daten-Freunde.

"Wenn wir die Daten, die wir von Konsumenten bekommen, richtig interpretieren, werden wir immer nahe an ihnen dranbleiben. Das ist Kreativität der neuen Definition."

Adidas-Vorstand Roland Auschel sieht in Datenanalyse eine neue Form des Kundengesprächs. Auch deshalb verkauft Adidas via Zalando – die Plattform ist unter den Top-Drei-Kunden in Europa.
"Handelsblatt", S. 20-21 (Paid)

"Man muss es dem Kunden möglichst einfach machen. Den Menschen ist es letztlich egal, wem sie ihr Geld geben."

Zalando-Gründer David Schneider lockt bis Jahresende 600 stationäre Händler auf die Zalando-Plattform. Kunden bringt es Vereinfachung, ihm liefert es mehr Daten.
"Handelsblatt", S. 20-21 (Paid)

Zitat: Helge Malchow fordert altes Urheberrecht auch in neuen Netzen.

"Im Augenblick spielen die Bibliotheksverbände verrückt, die sagen: Toll, jetzt digital, herrlich, wir kaufen einen Datensatz für das Buch, und jeder, der Mitglied der Stadtbibliothek Dinslaken ist, zahlt zehn Euro im Jahr und kann von seinem Smartphone aus jedes Buch umsonst herunterladen."

Helge Malchow sorgt sich zum Abschied als KiWi-Verleger um das Urheberrecht, denn ohne Bezahlung für Inhalte gingen Exzellenz und Qualität verloren.
"Zeit" 48/2018, S. 43 (Paid)

Zitat: Dominik Wichmann fremdelt mit der Moral-Keule seiner Ex-Chefin Julia Jäkel.

"Ich halte die Idee, es gebe quasi eine moralische Verpflichtung, in Qualitätsmedien zu schalten, für falsch. Ich halte grundsätzlich nicht viel von einer Verquickung von Macht und Moral."

Dominik Wichmann, Ex-"stern"-Chef und Co-Gründer der Looping Group, widerspricht der Idee einer Corporate Media Responsibility von Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel. Er halte es auch für falsch, alles Gedruckte als Qualitätsjournalismus zu bezeichnen.
"Horizont" 47/2018, S. 18-19 (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview ...

... über seine heutige Rolle, die er in der Werbung verortet:
"Ich würde mich als geschäftsführender Gesellschafter der Looping Group niemals als Journalist bezeichnen! Problematisch wird die Sache erst dann, wenn man diese Trennung zu vertuschen versucht."

... über koscheren Journalismus:
"Wenn eine Frauenzeitschrift fünf Handtaschen empfiehlt und jede dieser Handtaschen von einem Anzeigenkunden stammt, stört das niemanden. Wenn eine Bloggerin das Gleiche tut, ist es Werbung. Den Unterschied muss man mir erst noch erklären. Ebenso inakzeptabel ist es, dass die Einflussnahmen der Anzeigenabteilungen auf die Redaktionen immer mehr zunehmen."

... über seine Rolle als Manager:
"Als Unternehmer bringst du deine eigene Haut ins Spiel, das ist wie Duschen ohne Regenmantel. Machen ist das interessantere Wollen."

... über die Arbeit für Mercedes und andere Kunden:
"Im Grunde sind wir eine Mischung aus Agentur, Verlag und Strategieberatung. Das zentrale Leistungsversprechen von Looping besteht darin, Marken zu Sendern ihrer Botschaft zu machen. (...) Die Looping Group steht für eine hoch qualitative Content-Produktion, die aufsetzt auf der Analyse von Daten und später entsprechend gezielt verbreitet werden kann."

... über seinen kränkenden Rauswurf beim "stern":
"Die Annahme, dass die Auflage der großen Publikumszeitschriften in den nächsten Jahren mit dem Wechsel zu neuen Chefredakteuren plötzlich wieder steigen könnte, ist geradezu lächerlich falsch."

Zitat: Gillian Tans sieht eine rein europäische Digitalsteuer kritisch.

"Deshalb brauchen wir eine globale Lösung für das Problem und nicht einen europäischen Alleingang."

Gillian Tans, Chefin der Buchungsplattform Booking.com, findet es im "Süddeutsche"-Interview richtig, die großen Tech-Firmen steuerlich zur Kasse zu bitten. Jedoch sei eine europäische Digitalsteuer nicht die Lösung, so würden es "die gewünschten Champions in Europa" nicht schaffen.
sueddeutsche.de