Zitat: C3-Digitalchef Blundstone Osterberger verteidigt Kreation im Content Marketing.

"Die Kreation als Commodity abzukanzeln, ist irrsinnig respektlos. Nach dieser Logik ist jeder, der Photoshop bedienen kann, ein Designer, und jeder, der einen Stift halten kann, ein Journalist. Was für ein ausgemachter Blödsinn!"

Blundstone Osterberger, Digital-Chef bei Burdas Content-Marketing-Schmiede C3, ist Kreativer aus Leidenschaft. Im "Horizont"-Interview rechnet er mit der Branche ab, die sich mit kulturellem Hintergrund der 80er Jahre an "Vignettenpornos" erfreue und am liebsten selbst Awards verleihe.
"Horizont" 17/2017, S. 22 (Paid)Kommentieren ...

Zitat: epd-medien-Chefin Diemut Roether wünscht sich mehr Recherche statt Gefühlsberichterstattung.

"Es ist einfacher über Emotionen zu berichten, als Hintergrund zu recherchieren."

Diemut Roether, Verantwortliche Redakteurin von epd medien, appelliert beim Frankfurter Tag des Online-Journalismus an Redaktionen, statt auf Gefühlsberichterstattung wieder mehr auf Fakten zu setzen und erinnert: "Wir nennen das Recherche".
evangelisch.de, ftoj.de (29-Min-Vortrag als Video)Kommentieren ...

Zitat: Sophia McClennen möchte von Journalisten mehr Informationen und weniger Kommentare hören.

"Ich finde, Journalisten sollten sich einfach wieder darauf beschränken, Informationen zu vermitteln. Und danach können dann die Satiriker Witze darüber machen."

US-Kulturwissenschaftlerin Sophia McClennen hat den Eindruck, dass die TV-Satiriker Donald Trump besser analysieren als es die klassischen Nachrichten tun. Von Journalisten wünscht sie sich weniger Meinung und mehr Information.
sueddeutsche.deKommentieren ...

Zitat: ORF-Vize-Direktor vermisst bei seinen Moderatoren Fairness gegenüber Politikern.

Thomas Prantner"Es ist unzumutbar für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wenn das TV-Studio wie ein Verhörraum oder eine Anklagebank wirkt."

Thomas Prantner, stellvertretender ORF-Direktor, kritisiert im Gespräch mit dem Magazin "Profil" mangelnde Fairness seiner Moderatoren gegenüber Politikern. Politiker müssten sich kritische Fragen gefallen lassen, es komme aber auf Ton und Stil der Fragen an.
ots.atKommentieren ...

Zitat: Digital-Experte Gerald Lembke erfährt durch Telefongespräche mehr als durch Chats.

"Über die sozialen Netzwerke wusste ich, welche meiner Schulfreunde geheiratet und Kinder haben. Jetzt weiß ich auch, wer längst wieder geschieden ist."

Gerald Lembke, Professor für digitale Medien, hat durch Anrufe über seine Freunde mehr erfahren als durch Chats - auch über ihre Ehen. Durch Text- und Sprachnachrichten entstünden hingegen jede Menge Missverständnisse.
"Spiegel", 17/2017, S. 52 (Paid)1 Kommentar

Zitat: Michael Naumann erzählt von den alten Zeiten.

"Nachdem ich die Abfindung von 35.000 Mark mit meiner Frau während einer sechswöchigen USA-Reise auf den Kopf geschlagen hatte und zurückkam, fand ich ein Telegramm von Theo Sommer."

Michael Naumann erzählt aus einer Zeit Anfang der Siebzigerjahre, in der Zeitschriften-Abwicklungen, in diesem Fall Burdas m, oft noch ein Happy End hatten - seines führte zur damaligen Neugründung "Zeit Magazin".
kress.deKommentieren ...

Zitat: Moderator Frank Plasberg hat Verständnis für motzende TV-Kritiker.

"Ich habe großes Verständnis dafür, wenn jemand, der sich jede Woche spätabends Talkshows ansehen muss und dafür 70, 80 oder - wenn's gut läuft - 120 Euro bekommt, irgendwann sagt: Ich kann diesen Typen nicht mehr sehen."

Moderator Frank Plasberg äußert im DWDL-Doppel-Interview zusammen mit Jörg Pilawa Mitgefühl für TV-Kritiker. Nach den ersten zehn Zeilen einer Kritik weiß er, ob es sich lohnt, weiterzulesen.
dwdl.deKommentieren ...

Zitat: Jan Pechmann glaubt, dass Marken die neuen Intellektuellen sind.

"Wer heute eine Rolle in der Lebenswelt aufgeklärter Menschen spielen will, macht das nicht durch leeres Marketing und Hype."

Jan Pechmann, Gründer der Strategieagentur diffferent, hält Marken für die neuen ethischen Leitfiguren. Verbraucher orientierten sich heute eher an guten Unternehmen als an den Intellektuellen des Feuilletons.
absatzwirtschaft.de2 Kommentare

Zitat: BVB-Kommunikationschef Sascha Fligge dankt Medienvertretern für Geduld nach dem Bombenattentat.

"Sowohl unsere Fans als auch die Medienvertreter waren sehr geduldig, ruhig und offen. Dafür gebührt ihnen ein großes Kompliment."

BVB-Kommunikationschef Sascha Fligge hat nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus den Geschwindigkeits-Vorteil der sozialen Medien genutzt, die Krisenkommunikation des Vereins wird von allen Seiten als schnell und direkt gelobt.
horizont.netKommentieren ...

Zitat: Verleger Martin Balle sieht sich beim BDZV im Nachteil.

"In Berlin müssen sie aufpassen, dass kein Spalt entsteht – nur weil die Großstadtverlage große Probleme haben und die Tendenz, diese auf Kosten der kleinen und mittleren Verlage lösen zu wollen."

Martin Balle, Verleger von "Straubinger Tagblatt" und Münchner "Abendzeitung", schickt eine kleine Warnung an den BDZV: Der Verlegerverband vertrete zu stark Interessen aus der Großstadt.
"Kress Pro" 03/2017, S. 16-24 (Paid)Kommentieren ...

Zitat: Gerard Ryle hat Recherchen zu Panama Papers wie Dinnerparty organisiert.

"Solche großen Rechercheprojekte zu managen ist ein bisschen wie die Organisation einer Familie: Man verlässt sich darauf, dass sich die älteren Kinder um die jüngeren kümmern."

Gerard Ryle, Direktor des International Consortium of Investigative Journalists, holte für die Recherche zu den Panama Papers zuerst "Guardian" und "BBC" ins Boot.
sueddeutsche.deKommentieren ...

Zitat: Matthias Schrader rät Unternehmen, die Schnittstellen zum Kunden zurückzuerobern.

"Wenn ich im Endkundenbereich arbeite, komme ich an den Spielregeln von Google und Facebook nicht ganz vorbei. Unternehmen müssen um den Kontakt zum Endkunden kämpfen - das geht nur über digitale Produktentwicklung."

Matthias Schrader, CEO und Gründer der Digitalagentur SinnerSchrader, die für einen dreistelligen Mio-Betrag an Accenture verkauft wird, glaubt, Unternehmen müssen die Schnittstellen zu ihren Kunden zurückgewinnen.
"Handelsblatt", S. 14 (Paid), turi2.de (Background Kauf)Kommentieren ...

Zitat: Nora-Vanessa Wohlert hält Erfolg mit Paid Content für eine Frage der Kreativität.

"In Deutschland könnten Verlage noch kreativer werden und den Nutzern besser zuhören. Für gute Inhalte sind Nutzer nämlich sehr wohl bereit auch zu zahlen."

Edition-F-Gründerin Nora-Vanessa Wohlert sammelt für eine Online-Akademie und hat per Crowdfunding schon mehr als 120.000 Euro zusammen.
meedia.de, turi2.de (Video-Interview)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Nora-Vanessa Wohlert verwandelt mit Edition F weibliche Emotionen in Euros.

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Zitat: Ringier-Chef Marc Walder sieht Werbung als Daten-Game.

"Werbung ist ein Daten-Game geworden".

Ringier-Chef Marc Walder ist überzeugt, dass Medien ihren Werbekunden nicht nur journalistische Angebote als Werbeumfeld, sondern auch "qualitativ gute Konsumdaten" liefern können und müssen. Im großen "NZZ"-Interview spricht Walder auch über die gefährliche Abhängigkeit vom Journalismus, die Gefahr, bei der Qualität zu viel zu sparen, und seinen Pessimismus, dass Bezahlangebote ein Massenmarkt werden.
nzz.ch via blendle.com

Weitere Zitate aus dem Interview:

"Es besteht die Gefahr, dass die Medienindustrie einen Schritt zu weit geht und dann der Leser oder User nicht mehr die von ihm gewünschte Qualität erhält. Das ist ein gefährliches Spiel."

"Wenn man uns vor zehn Jahren gesagt hätte, wie viel Kosten wir reduzieren können – wie nun geschehen –, hätte das kaum jemand für möglich gehalten."

"Wenn wir heute noch mehr als fünfzig Prozent Abhängigkeit vom Journalismus hätten, dann könnte ich nicht mehr ruhig schlafen. Dafür ist mir das Geschäftsmodell Journalismus schlicht zu unsicher."

"Dass Leser für Journalismus auf digitalen Portalen Geld bezahlen – das wird wohl eine Nische bleiben."

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Zitat: PR-Branche bietet Journalisten nicht mehr Geld, sondern bessere Chancen, sagt Dirk Benninghoff.

"Schreiben für Corporate Publishing beginnt schlicht, mehr Spaß zu bringen als für Zeitungen oder Magazine."

FischerAppelt-Chefredakteur Dirk Benninghoff glaubt, dass Seitenwechsler nicht allein dem Ruf des Geldes in die PR folgen, sondern bessere Karriere-Chancen und Recherche-Finanzierung sie locken.
fischerappelt.deKommentieren ...

Zitat: Thomas Koch kritisiert Native Advertising.

"Das Problem bei Native ist ja, dass wir versuchen, die Menschen reinzulegen - das kann nicht die Lösung sein."

Media-Urgestein Thomas Koch analysiert im Podcast von "Werben & Verkaufen" die Probleme der Mediabranche und schwelgt in alten Zeiten.
soundcloud.com (ab 6. Minute, 22-Min-Audio) via wuv.de

weitere Zitate von Thomas Koch:

... über die Frage, ob früher alles besser war:

"Der Witz ist ja, dass die Leute in 20 Jahren zurückblicken werden auf die heutige Zeit und von goldenen Zeiten sprechen werden."

... über seinen Weg in der Media-Branche:

"Ich bin, glaube ich, nicht der geborene Kreative. Ich hätte vielleicht Texter werden können. Ich weiß ja, wie viel Spaß mir der Umgang mit Worten macht."

... über Korruption in der Branche:

"Ich habe eine ganze Menge Menschen erlebt, die Geld auf die Seite geschafft haben, auf eine sehr unehrliche Weise."

... über das Aufhören:

"Ich habe immer viele Hobbys gehabt, die waren aber nie so zeitraubend, dass sie tagesfüllend gewesen wären. (...) Ich glaube, es gibt Menschen, die sich wünschen würden, dass ich Ruhe gebe ... dann erstrecht nicht."

... über die Probleme der Branche:

"Wir haben noch nicht verstanden, wie wir mit der Digitalisierung der Medienwelt umzugehen haben. Das meiste, was wir in der Vergangenheit angefasst haben, hat nicht funktioniert."

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Zitat: Mathias Döpfner zeichnet ein dunkles Bild digitaler Gegenwart.

"Das ist die digitale Wiederholung radikal kommunistischer Ideologie."

BDZV-Präsident Mathias Döpfner warnt in einer Rede vor Vertretern der Musikindustrie vor Gratiskultur, die die Internetkonzerne predigten, um allein ihre Geschäftsmodelle zu erhalten.

"Unsere größte Angst ist es doch immer, den Zeitgeist zu verpassen. (...) Doch bei aller Liebe zum Zeitgeist müssen noch immer die Gesetze der ökonomischen Schwerkraft gelten."

"Traditionelle Medienkonzerne haben noch immer eine große gefühlte Macht. (...) Google ist lange mit 'Don't do evil' ohne Gelächter aus dem Publikum durchgekommen."

"Es tut sich ein immer größerer Graben auf zwischen dem privaten Sektor (...) und den Öffentlich-Rechtlichen."

"Journalismus ist heute ein genauso flüchtiges Gut wie Musik oder Film."

"Dass Verlage nun Facebook dabei helfen sollen, sein Glaubwürdigkeitsproblem zu lösen, ist ein Treppenwitz der Geschichte."

"Mir stockt der Atem, wenn ich über ein 'Wahrheitsministerium' nachdenke."

turi2 vor Ort bei der Kulturkonferenz des Bundesverbandes Musikindustrie in Berlin

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