Zitat: Sergej Lochthofen traut Funkes Sparplänen für Thüringen nicht.

"In Essen haben sie keine Vorstellung davon, wie die Orte in Thüringen heißen, wer die Leser überhaupt sind und was die hier so machen."

Sergej Lochthofen, ehemaliger Chefredakteur der "Thüringer Allgemeinen", sieht in Funkes Zukunftsprogramm einen Print-Rückzug auf Raten. Der Standort Thüringen sei in Essen "offensichtlich unwichtig", sagt er der "FAZ".
faz.net

Zitat: Bitkom findet Uploadfilter und Leistungsschutzrecht nicht so toll.

"Von der uns bekannten Meinungsfreiheit werden wir uns in einem gewissen Maß verabschieden müssen. Die Pressevielfalt im Internet wird spürbar abnehmen."

Bernhard Rohleder, Chef des IT-Lobbyverbands Bitkom, kritisiert den Kompromissvorschlag von EU-Parlament und Rat zur Urheberrechtsnovelle. Außer bei der Künstlichen Intelligenz kenne "die Richtlinie nur Verlierer".
infosat.de

Zitat: Auf Agenturen hat er keine Lust mehr, sagt Thomas Strerath.

"Auf die nächste Weihnachtskampagne für Media-Markt oder die Frühlingswochen bei VW hatte ich keine Lust mehr."

Thomas Strerath sagt im "Horizont"-Interview, er habe keine Lust mehr auf Agenturen, auch nicht auf hundertfache Personalverantwortung, und die "Geländegängigkeit für Konzerne" fehle ihm. Den Begriff "Berater" mag er zwar nicht, ist aber nun trotzdem einer.
horizont.net

Weitere Zitate:
"Sie machen noch viel zu viel manuell. Die handwerkliche Umsetzung garantiert Einkommen, daher zeigen manche Agenturen sogar ein nahezu arrogantes Desinteresse an technologischen Lösungen für Prozesse und Produktion."

"Am Ende habe ich es nicht geschafft, mich bei Jung von Matt durchzusetzen. Das erkennt man weniger an den Zahlen als an inhaltlichen Dimensionen. Und dann ist es auch richtig, sich wieder zu trennen."

Zitat: Hans Demmel wundert sich über das Framing-Gutachten der ARD.

"Dass ausregerechnet die wortgewaltige ARD mit Beitragsgeldern Nachhilfeunterricht nimmt, wie sie ihre eigenen Botschaften richtig 'framen' kann, mutet schon mehr als kurios an."

Hans Demmel, Chef von n-tv und Vaunet-Vorsitzender, findet, die ARD sollte nicht nur das Weltgeschehen, sondern auch in eigener Sache überzeugend kommunizieren können.
vau.net, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Hans Demmel liebt Multimediales und liest Gedrucktes.

Zitat: Die Reportage soll nicht kaputt-reglementiert werden, sagt Michael Haller.

"Für das Reportageschreiben gibt es keine Schreibregelverordnung. Hier geht es um eine anspruchsvolle journalistische Kunstform. Und die sollten wir unter dem Relotius-Schock nicht kaputt reglementieren."

Journalistik-Professor Michael Haller, Autor des Standardwerkes "Die Reportage", ordnet im Interview mit der "taz" ein, was Reportage-Journalisten dürfen und was nicht. Seinen Ratgeber überarbeitet er gerade.
taz.de

weitere Zitate:
"Die Reportage sollte wieder zur Ausnahmeform werden, sozusagen das Sahnehäubchen."

"Ich produziere keine Lügengeschichte, wenn ich Verhaltensmuster durch Verdichtung herausarbeite. Ich würde aber lügen, wenn ich aus zwei oder drei Protagonisten meines Themas ein Subjekt machte, sie quasi aufeinanderlegte. Das wäre Fiktion. Man muss unterscheiden können zwischen Kulisse und Bühne."

"Wir werden in der Ausbildung den Gestaltungsraum des Reporters enger fassen müssen, um solchen Missverständnissen vorzubeugen."

Zitat: Daimler-Chef Zetsche bedient mit Sneakers Rollenbild, sagt Stefan Wachtel.

"Zetsche hat verstanden, dass er eine Rolle spielt. Er ist nicht irgendein Dieter, sondern kriegt sein Gehalt dafür, dass er möglichst viele Leute erreicht."

Manager-Trainer Stefan Wachtel spricht im "FAS"-Interview über inszenierte Multiplikatoren-Auftritte wie bei Daimler-Chef Dieter Zetsche. Im Geschäftsleben zählten glaubhafte Rollenbilder mehr als vermeintliche Authentizität.
"FAS", S. 19 (Paid)

Zitat: Vice und Co haben sich zu sehr auf Facebook-Algorithmen verlassen, sagt Ulrike Simon.

"Womöglich wäre der eine oder andere in der aktuellen Situation ganz froh, ein Schlachtross hinter sich zu wissen, alternd und schrumpfend zwar, aber noch immer gewinnbringend genug, um im Zweifel ein wenig Sicherheit zu bieten."

Ulrike Simon sieht die einst aussichtsreiche Zukunft von Digital-only-Medien bröckeln, wenn sogar die Mitarbeiter von Vice aus Angst vor Entlassungswellen einen Betriebsrat gründen wollen.
horizont.net

Zitat: Ralf Müller-Schmid sieht DLF Nova als Vorreiter des guten Geschmacks.

"Mainstream kann sicher auch Spaß machen, aber dazu werden wir nicht gebraucht."

Ralf Müller-Schmid, Programmchef von Deutschlandfunk Nova, sieht seinen Sender als "Entdecker von Interpreten und Titeln". Das könne der Sender nur leisten, weil er generell und "auch von Werbeeinnahmen" unabhängig sei, sagt er im Interview mit Radioszene.
radioszene.de

Zitat: RTL-Vermarkter Matthias Dang vergleicht heutige Werbe-Preise nicht mit alten.

"Die Mieten in Köln waren vor fünf Jahren auch noch dramatisch günstiger. Aber ich kann mich ja trotzdem nicht auf diese Preise berufen, wenn ich dort heute eine Wohnung suche."

Matthias Dang, Chef des RTL-Vermarkters IP Deutschland, verteidigt im "W&V"-Interview die Preise für TV-Werbung, die bei sinkenden Zuschauerzahlen gleich bleiben.
"Werben & Verkaufen", 2/2019, S. 108 - 113 (Paid)

Zitat: Alexa-Managerin Marie Kilg findet pathetische Schreiber wie Claas Relotius "lächerlich".

"Wenn jemand sich selbst zu sehr an seiner wunderschönen Formulierung ergötzt hat, war mir das suspekt."

Marie Kilg, Programm-Managerin bei Amazons Alexa, parodiert Claas Relotius mit fiktiven Reportage-Ideen mittels Roboter. Der Bot zeige, dass auch Ungewöhnliches gewöhnlich werden könne.
"FAZ", S. 13 (Paid), twitter.com/rob0tius

Zitat: "Forbes Magazine" generiert nur noch 15 % der Einnahmen aus Print, sagt Steve Forbes.

"In der ersten Ausgabe des Magazins sagte mein Großvater, der Geschäftszweck sei es, Glück zu erzeugen, nicht Millionen zu anzuhäufen."

Steve Forbes, Chefredakteur und Verleger des gleichnamigen Magazins, verfolgt trotz des großväterlichen Rats wirtschaftliche Ziele. 85 % des Einnahmen generiere der Verlag bereits online, sagt er im interview mit USA Today.
usatoday.com

Zitat: ARD und ZDF haben ein zu großes Angebot an Unterhaltung, kritisiert Hans Demmel.

"Eines Tages werde ich Alexa fragen: Was gibt es heute in der ARD außer Krimis – und dann wird da Schweigen herrschen."

Hans Demmel, Chef von n-tv, sieht die Privatsender beim Thema Bewegtbild sowohl von US-Riesen wie Facebook, YouTube und Co als auch vom "überbordenden" Angebot bei ARD und ZDF bedroht.
wiwo.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Hans Demmel liebt Multimediales und liest Gedrucktes.

Zitat: KI befreit Journalismus von langweiligen Aufgaben, sagt John Micklethwait.

"Bisher eliminiert künstliche Intelligenz vor allem die langweiligen Arbeiten der Journalisten."

Bloomberg-Chefredakteur John Micklethwait denkt nicht, dass Künstliche Intelligenz zu Jobverlusten im Journalismus führt. Journalisten müssten sich jedoch umstellen, da ihre Arbeit anspruchsvoller werde, sagt er im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".
"Süddeutsche Zeitung", S. 44

Zitat: Arthur Gregg Sulzberger sieht den Einsatz der USA für Pres­se­frei­heit schwinden.

"Von die­ser Rol­le ha­ben wir uns öf­fent­lich ver­ab­schie­det."

Arthur Gregg Sulzberger, Verleger der "New York Times", sagt im "Spiegel"-Interview, die USA seien in der Welt nicht mehr "laut­stärks­te und un­er­bitt­lichs­te" Streiter für Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit.
"Spiegel" 6/2019, S. 70-73 (Paid)

Zitat: Hans-Jürgen Bucher hat der schnelle Digitalwandel überrascht, sagt er.

"Als bei einer Tagung um die Jahrtausendwende erstmals vom 'Internet in der Hosentasche' die Rede war, dachte ich, das würde allenfalls für IT-Spezialisten interessant werden."

Medienprofessor Hans-Jürgen Bucher sagt im Interview mit dem "Trierischen Volksfreund", der Durchbruch des mobilen Internets habe ihn nicht überrascht, dessen Schnelligkeit schon.
volksfreund.de

Zitat: Ufa-Chef Wolf Bauer sieht 2018 als Meilenstein für die TV-Branche.

"Ich persönlich habe in meiner beruflichen Laufbahn nur einmal einen solch deutlichen Einschnitt erlebt und das war 1984 mit der Einführung des Privatfernsehens."

Ufa-Chef Wolf Bauer sieht 2018 als das Jahr, in dem die digitale Transformation des TV-Marktes voll sichtbar wurde – und ein neues "Golden Age of Television" in Deutschland begann.
dwdl.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wolf Bauers Ufa-Kollege Nico Hofmann sieht es ähnlich und beobachtet Talent-Abwerbungen durch Netflix und Co.

Zitat: Henryk M. Broder versteht die Aufregung um das Weidel-Bild nicht.

"Ich werde mich nie wieder trauen, bei einer längeren Autobahnfahrt irgendwo hinter einen Baum zu pinkeln. Irgend jemand könnte mich fotografieren und dann als Exhibitionisten vorführen."

Publizist Henryk M. Broder schimpft im Meedia-Interview, dass seine Rede bei der AfD noch gar nicht bekannt war, als ein Shitstorm über ihn einbrach. Ausgelöst hatte den ein Foto, auf dem Alice Weidel Broder herzt.
meedia.de

Zitat: Medien müssen bei Bauprojekten genau hinschauen, sagt Arno Luik.

"Wenn die Vierte Gewalt bei Großprojekten genauer hingucken würde, würde es viele Großprojekte nicht geben."

Investigativ-Journalist Arno Luik sagt im "Kontext"-Interview, das Versagen der Medien bei der Berichterstattung über Stuttgart 21 stehe stellvertretend für viele Großprojekte.
kontextwochenzeitung.de

weitere Zitate:
"Der 'stern' hat sich, wenn ich einen Artikel zu S 21 in der Ausgabe hatte, in Stuttgart und Baden-Württemberg, wie geschnitten Brot verkauft. Da hat dann der Vertrieb zu mir gesagt: Haben Sie was zu S 21? Deshalb habe ich die baden-württembergischen Medien auch aus rein ökonomischen Gründen nicht verstanden."

"Heruntergebrochen auf Stuttgart: Endlich passiert etwas in der Stadt, endlich etwas Großes – so etwas Großes, das gefällt Chefredakteuren."