Zitat: Charlotte Roche erlebte Sexismus nach ihren Belästigungs-Vorwürfen.

"Ich dachte wirklich: Das gibts nicht mehr. Dass man charakterlich auseinandergenommen wird als Ferndiagnose von Leuten."

Moderatorin Charlotte Roche ist erschüttert über den Anwalt des geschassten WDR-Filmchefs Gebhard Henke: Er habe wegen knapp bekleideter Instagram-Fotos ihre Glaubwürdigkeit infrage gestellt.
vice.com (5-Min-Video), turi2.de (Background)

Zitat: Wir brauchen bessere Medien-Hygiene, sagt Maren Urner.

"Wir sind sehr gut darin, die Zähne zu putzen, eine gewisse Körper- oder Gesundheitshygiene zu betreiben und überlegen sehr gut, was wir konsumieren. Wenn es zu unserem Medienkonsum kommt, sind wir allerdings sehr unkritisch."

Maren Urner, Gründerin von "Perspective Daily" plädiert im "FAZ"-Interview für Medienhygiene und gegen "die Vermüllung unserer Gehirne". Dazu gerhöre, Medien bewusst einzeln zu konsumieren und nicht nur Überschriften durchzuklicken.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv (02/2016): Maren Urner will mit konstruktivem Journalismus Probleme lösen.

Zitat: Thomas Wagner sieht weniger Werbefläche trotz wachsendem Inhalte-Angebot.

"Die Werbungtreibenden und ihre Verbände sehen mit Sorge, dass im Zuge des Subscription-Video-on-Demand-Booms zunehmend hochwertiger Content hinter der Bezahlschranke verschwindet und sie dort keine Möglichkeit zur Platzierung haben."

SevenOne-Chef Thomas Wagner sieht durch Netflix Werbeumfelder schwinden – und macht mit einem Schlenker gleich mal selber Werbung für den zunächst kostenfreien ProSiebenSat.1-Dienst Joyn.
dwdl.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Thomas Wagner gibt das TV-Lagerfeuer noch nicht verloren (Januar 2017)

Zitat: Die Influencer-Dichte hat massiv zugenommen, sagt Dirk Metz.

"Influencer gab es auch schon in den siebziger Jahren. Das waren Schauspieler, Schriftsteller oder Sportler, die sich zu einer Partei bekannt und zu deren Wahl aufgerufen haben. Heute kann aber theoretisch jeder zum Influencer werden."

Kommunikationsberater Dirk Metz sagt im Interview mit der "FAS", die Kommunikation habe zwar an Fahrt aufgenommen und könne überfordern, ein Rückzug aus Social Media à la, Habeck könne aber "immer nur die Antwort Einzelner" sein.
faz.net

Zitat: Politik-Kollegen hoffen auf Internet als Phase, sagt Do­ro­thee Bär.

"Ich bin immer noch von vie­len Kollegen umgeben, die hof­fen, dass das alles mit dem Internet wieder weggeht."

Di­gi­ta­lministerin Do­ro­thee Bär sitzt bei der Digitalisierung zwischen den Stühlen – den einen geht sie jetzt schon zu weit, den anderen viel zu langsam.
"FAS", S. 24 (Paid)

Im Archiv von turi2.tv: Doro Bär beantwortet den Unterwegs-Fragebogen zur turi2 edition #7.

Zitat: Angela Merkel findet Rezo-Video auch wegen seiner Länge erstaunlich.

"Wir haben da nicht entspannt drauf reagiert. 50 Minuten Politik auf YouTube, da konnte ich erstmal gar nicht fassen, dass man das so lange hintereinander aufzeichnet."

Angela Merkel sagt im Gespräch mit Miriam Meckel, Gründungsverlegerin des Magazins "Ada", auf der Konferenz Morals & Machines in Dresden, Rezo habe in seinem Video "vor allem beim Thema Klimaschutz auch wichtige Punkte angebracht."
"Handelsblatt", S. 10 (Paid), join-ada.com (komplettes Gespräch als Podcast)

weitere Zitate:
"Es ist der Anfang vom Ende, wenn man schlechte Laune bekommt, weil jemand neben einem gut wird." (über Robert Habeck als Vorredner)

Zitat: Olivier Reppert fusioniert Car2Go und DriveNow in aller Ruhe.

"Wir werden unsere Kunden nicht mit einem Paukenschlag erschrecken, sondern sie langsam an die neue Plattform heranführen."

ShareNow-Chef Olivier Reppert will die "Hochzeit" von Car2Go und DriveNow langsam angehen lassen, sagt er im "Wiwo"-Interview. Carsharing sei "wahnsinnig komplex" – daher brauche es Zeit, ein simples und fehlerfreies Angebot für 4 Mio Kunden aufzubauen.
wiwo.de

Zitat: Aldi Süd erwartet von Influencern Identifizierung mit der Marke.

"Der erste Filter bei der Auswahl ist für uns immer, ob sich ein Influencer mit der Marke Aldi Süd identifizieren kann."

Marco Ganser, Marketingchef von Aldi Süd, sagt im "Horizont"-Interview, dass auch Nano- und Mikro-Influencer, die sich intensiv mit ihrer Community austauschen, trotz geringerer Reichweite sehr wirkungsvoll sein können.
"Horizont" 25/2019, S. 14 (Paid)

Zitat: Lokaljournalismus muss weg vom Schreibtisch, findet Benjamin Piel.

"Die Probleme entstehen immer dann, wenn man von so einer arroganten Warte aus Leute beurteilt oder eigentlich nicht mit ihnen redet."

Benjamin Piel, Chefredakteur des "Mindener Tageblatts", findet, dass Lokaljournalisten "viel mehr draußen aktiv" sein müssen. Zu häufig würden Redaktionen nur noch vom Schreibtisch aus arbeiten, sagt er beim 199. der geplanten 200 Termine seiner Interview-Reise durch das Verbreitungsgebiet seiner Zeitung.
deutschlandfunk.de

Zitat: AlexiBexi wünscht sich mehr Umweltbewusstsein bei YouTubern.

"Nein, man geht eben nicht seiner Arbeit nach, wenn man für ein Mittelklasse-Smartphone nach Brasilien fliegen muss."

YouTuber Alexander "AlexiBexi" Böhm appelliert an das Umweltbewusstsein seiner Branche. Im "Horizont"-Interview erklärt er, dass "Bullshit-Content und lange Reisen" den Klimaschutz bei den teils sehr jungen Followern um Jahre zurückwirft.
horizont.net

Aus dem Archiv von turi2.tv: AlexiBexi über seinen Pakt mit dem NDR.

Zitat: Donald Trump holt einmal mehr zum Verbalschlag gegen die Medien aus.

"Mit unseren korrupten Nachrichtenmedien ist heutzutage alles möglich. Sie werden tun oder sagen, was immer nötig ist, ohne den geringsten Gedanken an Konsequenzen. Sie sind wahre Feiglinge und ohne Zweifel, der Feind des Volkes."

US-Präsident Donald Trump beschimpft auf Twitter die "New York Times" und andere Medien. Anlass ist eine Geschichte der "NYT" über US-Cyberattacken auf Russland.
twitter.com, spiegel.de (Background)

Zitat: Michael Pohl sieht einen klaren Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht.

"Damit hat der Reporter ganz bewusst rote Linien des Journalismus überschritten."

Michael Pohl, Geschäftsführer von RTL Nord, erklärt, dass die manipulierten Beiträge des Reporters nicht insgesamt erfunden waren. Jedoch wurden sie so abgeändert, dass die Themen "aufregender und größer wirken sollten", als sie eigentlich waren.
rtl.de, turi2.de (Background)

Zitat: Rainer Schaller wollte mit McFit von Anfang an Marktführer in Europa werden.

"Ich wollte der Aldi der Fitness-Branche werden und die Nummer 1 in Europa. Ich hatte keine Ahnung, wie ich da hinkomme."

McFit-Gründer Rainer Schaller sagt im Orange-Interview, dass er sein Fitness-Imperium von der ersten Filiale an zur Kette ausbauen wollte. Einen PLan hatte er dafür nicht, sein Erfolgsrezept: "Ich habe einfach angefangen."
handelsblatt.com

Zitat: Arne Kirchem möchte Ad Fraud nicht als Sophisticated Invalid Traffic bezeichnen.

"Sophisticated Invalid Traffic finde ich ehrlich gesagt ein bisschen verniedlichend – das ist so, als würde man Ladendiebstahl Sophisticated Product Replacement nennen."

Unilever-Mediachef Arne Kirchem möchte Klickbetrug gern weiter beim Namen nennen – die Unterteilung zwischen "Non-Human-Traffic und gutartigen Bots" findet er jedoch angemessen, sagt er im "Horizont"-Interview.
"Horizont" 24/2019, S. 4 (Paid)

Zitat: Startups wollen zu schnell skalieren, sagt Kärcher-Chef Hartmut Jenner.

"Die Gründerszene hat aktuell das Problem, dass Startups zu schnell im Endkundengeschäft skalieren wollen. Dabei ist der Markt für Unternehmenskunden viel größer, auch wenn es dort langsamer vorangeht."

Hartmut Jenner, Chef des Reinigungsunternehmens Kärcher, sagt im Gründerszene.de-Interview, er glaube nicht an Startups wie Helpling. Kärcher selbst setze statt auf eine große auf mehrere kleine Beteiligungen.
gruenderszene.de

Zitat: Estnische Präsidentin will Deutschland zur Digitalisierung motivieren.

"Das Einzige, was wir tun müssen, ist, zu demonstrieren, dass es sicherer ist als Papier. Und das ist es definitiv."

Estlands Präsidentin Kersti Kaljulaid wirbt im Interview mit der "Süddeutschen" für eine umfassende Digitalisierung von Staat und Privatwirtschaft in Deutschland. Estland ist führend bei der Digitalisierung.
"Süddeutsche Zeitung", S. 8 (Paid)

Zitat: Christoph Bornschein sieht die CDU das Influencer-Pferd von hinten aufzäumen.

"So ähnlich verhält sich auch die CDU: Sie steht im Wald und denkt, dass es schon Zustimmung regnen wird, wenn sie nur genug mit Influencern winkt."

TLGG-Chef Christoph Bornschein diagnostiziert der CDU im "Horizont"-Interview eine falsche Herangehensweise beim Thema Influencer. Wenn es keine relevanten Inhalte gibt, könnten Influencer auch nichts vermitteln.
horizont.net (Paid)

Zitat: Bernhard Pörksen sieht Österreich aktuell in einem journalistischen Live-Experiment.

"Österreich durchlebt momentan ein Live-Experiment, das von der Frage handelt: Behält der seriös sortierende Journalismus in Zeiten der fiebrigen Sofort-Spekulation die Deutungshoheit?"

Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen stellt im "Profil"-Interview die Frage, ob der Kern des Ibiza-Skandals das "Brausen aus Empörung und Gegenempörung" zwischen den Medien und sozialen Netzwerken bestehen kann oder die "Akteure des Spektakels" am Ende gewinnen.
profil.at

Zitat: Für Klaas Heufer-Umlauf sind Ideen viel größer als "Content".

Klaas Heufer-Umlauf"Das schlimme Wort 'Content' macht ein Teil des Problems sichtbar. Man kann nicht irgendwelchen 'Content' wie Benzin in die Zukunfts-Entertainmentmaschine kippen, und erwarten, dass das dann schon irgendwie klappt."

Entertainer Klaas Heufer-Umlauf findet nicht Technologie, sondern nur Qualität wichtig. Eine gute Idee werde sich immer den Weg zum Zuschauer bahnen.
spiegel.de

Zitat: Für Martin Noé ist Jürgen Klopp ein Manager-Vorbild.

"Ich glaube nicht, dass man ein perfekter Finanzchef wird, wenn man unsere Jürgen-Klopp-Story gelesen hat."

Martin Noé, Co-Chefredakteur beim "manager magazin", sieht Jürgen Klopp als Vorbild für Manager. Man könne sich von ihm abschauen, wie man motiviert oder ein Team führt. Deshalb habe es Kloppo auch auf den "mm"-Titel geschafft, erklärt Noé im "Wirtschaftsjournalist"-Doppelinterview mit Sven Oliver Clausen.
"Wirtschaftsjournalist" 3/2019 (ET 04.06.2019) via kress.de

Zitat: Bernhard Pörksen erarbeitet fünf Diagnosen aus der Rezo-Aufregung.

"Man sieht, was passiert, wenn Politiker eine Medienrevolution nicht verstehen, Inszenierung mit Inhalt verwechseln und ihre Protagonisten pauschal diffamieren."

Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen blickt abseits vom "Stakkato der Schlagzeilen" auf die "konfusen" Rezo-Reaktionen. In einem "Süddeutsche"-Gastbeitrag resümiert er in fünf Diagnosen Vorschläge, welche Lehren Politik und Gesellschaft aus der Rezo-Aufregung ziehen können.
sueddeutsche.de

Zitat: Matthias Murmann macht Neues – oder lässt es gleich bleiben.

"'Das haben wir so noch nie gemacht.' Für uns ist dieser Satz immer ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wer immer alles gleich macht, kann nichts Neues schaffen."

TV-Produzent Matthias Murmann und Partner Philipp Käßbohrer haben How To Sell Drugs Online (Fast) bewusst mit Netflix umgesetzt, weil kein deutscher Sender so progressiv gewesen wäre.
dwdl.de