Zitat: Die Deutschen sind zu risikobewusst, sagt der Bayer-Chef.

"Hätte Amerika unsere Vorschriften, wären Amazon oder Google dort wahrscheinlich nie so erfolgreich geworden. Mit voller Hose gewinnen Sie eben keinen 100-Meter-Lauf."

Werner Baumann, Bayer-Boss und Glyphosat-Glaubensbruder, sieht in Deutschland "bei Zukunftstechnologien eine extreme Betonung des Vorsorgeprinzips" am Werk. Er sieht zu viel "Risikobewusstsein" und zu wenig "Chancenorientierung".
welt.de

Zitat: Harvard-Professorin Shoshana Zuboff will keine Daten preisgeben.

"Freunden Sie sich nicht mit Alexa an. Fügen Sie dem Strand kein weiteres Sandkorn hinzu. Seien Sie Sand im Getriebe, erzeugen Sie Reibung."

Shoshana Zuboff, Harvard-Professorin für BWL, sagt im "stern"-Interview, das Daten-Geschäft der Internetkonzerne sei "Überwachungskapitalismus".
stern.de

weitere Zitate:
"Es kommt zu einer extremen Elitenbildung. Denn so eine ungleiche Verteilung von Wissen hat es in der Geschichte der Menschheit noch nicht gegeben."

"Wenn wir die Überwachungskapitalisten weiter machen lassen, dann leben wir bald in Google-Städten, in denen Rechner Politik ersetzen und Statistiken Gesetze, in denen Bürger des Geschäfts wegen wie Viehherden herumgetrieben werden."

Zitat: Justus Haucap findet das Facebook- und Google-Bashing falsch.

"Es wird oft so getan, als bekämen die Nutzer nichts dafür, dass sie ihre Daten an Facebook, Google und andere Konzerne weitergeben. Sie werden aber weder dazu gezwungen wie bei einer Steuerbehörde noch tun sie das ohne Gegenleistung: Sie bekommen hoch entwickelte Dienste dafür, die sie offenbar sinnvoll und nützlich finden."

Justus Haucap, Ex-Chef der Monopolkommission, denkt pragmatisch über Plattform-Kapitalismus nach. Er erläutert auch, dass "Wir bezahlen mit unseren Daten" nicht zutrifft.
"Brand Eins" 03/19, S. 82 (Paid)

Zitat: Hans-Peter Buschheuer beschreibt Versagen bei DuMont.

"Die Schmeichler und Ja-Sager waren es letztlich auch, die schlechte Nachrichten von Alfred Neven DuMont fern hielten. Dass DuMont die digitale Zukunft verschlafen hat, liegt auch an diesem Management-Versagen."

Hans-Peter Buschheuer, bis 2015 Chefredakteur bei DuMont, erinnert sich an "Hofschranzentum" und den Verlagserben Christian Schütte, der 2007 den Tod von Google voraussah.
meedia.de, turi2.de (Background)

Zitat: Schriftsteller Martin Suter will kein "Eigenverleger" sein.

"Ein Verleger bin ich nicht,
Darauf leg ich viel Gewicht.
Ich schreib weiter jeden Tag
Für den Diogenes Verlag."


Martin Suter will trotz eigenem Paid-Content-Angebot kein "Eigenverleger" sein. turi2 hatte den Schriftsteller in einer Meldung von Mittwochabend so bezeichnet.
twitter.com, turi2.de (Background)


Zitat: Jan Böhmermann sieht Positives im "Computer Bild"-Urteil und zieht vor den BGH.

"Die einzige positive Überraschung nach dieser 'unendlich unscharfen' Entscheidung des OLG ist die Erkenntnis, dass die 'Computer-Bild' offenbar noch existiert."

Jan Böhmermann will den Streit mit "Computer Bild" vor den BGH bringen. Er fragt, warum Springer gegenüber Google auf ein Leistungsschutzrecht pocht, aber sein Gesicht verwerten darf.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Zitat: Elisabeth Wehling sagt, ihr Framing-Manual sei keine Handlungsanweisung.

"Wenn man den Kontext nicht kennt, in dem damals in den Workshops mit Verantwortlichen der ARD diskutiert wurde, kann man auch einzelne Schlagwörter nicht einordnen."

Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", ihr Framing-Manual für die ARD sei eine "Diskussionsgrundlage".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

weitere Zitate:
"Ich habe noch nie einem Kunden vorgeschrieben, was er sagen soll."

"Es geht darum, dass sich gedankliche Vielfalt zu ein und denselben Fakten in sprachlicher Vielfalt spiegeln sollte. Anders gesagt: Was man denkt, sollte man auch sagen."

Zitat: Verlage sollten wie Karl Lagerfeld auf Wiederholungen verzichten, sagt Gerhard Steidl.

"Karl Lagerfeld hat sich nie wiederholt. Der Grundfehler von Verlagen ist, sich zu wiederholen. Ist ein Kochbuch erfolgreich, wird eine Kochbuchreihe gemacht. Funktioniert ein Romantyp, werden ähnliche verfasst."

Gerhard Steidl, Verleger von Karl Lagerfeld, sagt im "Welt"-Interview, was Verlage vom verstorbenen Modeschöpfer lernen könnten.
"Welt", S. 25 (Paid)

Zitat: "NYT"-Chef glaubt an Zahlungsbereitschaft für wertige Inhalte.

"Ich sage immer: Wir versuchen nicht, eine Zahlungsbereitschaft neu zu erfinden. Wir versuchen, die Zahlungsbereitschaft wiederherzustellen."

Mark Thompson, CEO der "New York Times", sieht im Interview mit Ken Doctor keinen Grund, warum Leser Qualitäts­journalismus nicht auch digital unterstützen, sogar dafür bezahlen sollten.
niemanlab.org

Zitat: BuzzFeed-Chef Daniel Drepper ist ein Fan der Öffentlich-Rechtlichen.

"Anzeigen finanzieren weniger Journalismus als erhofft. Verlage legen ihre Recherchen zunehmend hinter Bezahlschranken. Gemeinnütziger Journalismus ersetzt keine wegbrechenden Institutionen. Was bleibt? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk."

BuzzFeed-Deutschland-Chefredakteur Daniel Drepper ist ernüchtert von jüngsten Journalisten-Entlassungen – und hofft auf eine starke ARD und ein starkes ZDF.
netzwerkrecherche.org via facebook.com

Zitat: Springers bewusste Reichweite ist für Ferrero-Mediachef Uwe Storch nicht nachvollziehbar.

"Fragwürdige Ansätze nach dem Motto 'ich mache die Welt, so wie sie mir gefällt' absolut künstlich zu erschaffen, ist weder nachvollziehbar noch hilfreich."

Ferrero-Mediachef Uwe Storch hält nichts von Springers bewusster Reichweite und wird sie für die Ferrero-Mediastrategie auch nicht heranziehen, sagt er im "Horizont"-Interview.
horizont.net

Aus dem Archiv von turi2.tv (11/2017): Media-Chef Uwe Storch streut Ferreros Werbe-Millionen breiter.

Zitat: Ladina Heimgartner muss sich beim SRG in doppelter Hinsicht Gehör verschaffen.

"Ich muss mich laufend mit den Fragen auseinandersetzen: Wann und wie sage ich etwas, damit die Erfolgschance am größten ist, dass es gehört wird?"

Ladina Heimgartner, stellvertretende SRG-Generaldirektorin, tritt als einzige Frau in der SRG-Geschäftsleitung immer in doppelter Rolle auf – als Mitglied eines Gremiums und als Frau.
persoenlich.com

Zitat: Sergej Lochthofen traut Funkes Sparplänen für Thüringen nicht.

"In Essen haben sie keine Vorstellung davon, wie die Orte in Thüringen heißen, wer die Leser überhaupt sind und was die hier so machen."

Sergej Lochthofen, ehemaliger Chefredakteur der "Thüringer Allgemeinen", sieht in Funkes Zukunftsprogramm einen Print-Rückzug auf Raten. Der Standort Thüringen sei in Essen "offensichtlich unwichtig", sagt er der "FAZ".
faz.net

Zitat: Bitkom findet Uploadfilter und Leistungsschutzrecht nicht so toll.

"Von der uns bekannten Meinungsfreiheit werden wir uns in einem gewissen Maß verabschieden müssen. Die Pressevielfalt im Internet wird spürbar abnehmen."

Bernhard Rohleder, Chef des IT-Lobbyverbands Bitkom, kritisiert den Kompromissvorschlag von EU-Parlament und Rat zur Urheberrechtsnovelle. Außer bei der Künstlichen Intelligenz kenne "die Richtlinie nur Verlierer".
infosat.de

Zitat: Auf Agenturen hat er keine Lust mehr, sagt Thomas Strerath.

"Auf die nächste Weihnachtskampagne für Media-Markt oder die Frühlingswochen bei VW hatte ich keine Lust mehr."

Thomas Strerath sagt im "Horizont"-Interview, er habe keine Lust mehr auf Agenturen, auch nicht auf hundertfache Personalverantwortung, und die "Geländegängigkeit für Konzerne" fehle ihm. Den Begriff "Berater" mag er zwar nicht, ist aber nun trotzdem einer.
horizont.net

Weitere Zitate:
"Sie machen noch viel zu viel manuell. Die handwerkliche Umsetzung garantiert Einkommen, daher zeigen manche Agenturen sogar ein nahezu arrogantes Desinteresse an technologischen Lösungen für Prozesse und Produktion."

"Am Ende habe ich es nicht geschafft, mich bei Jung von Matt durchzusetzen. Das erkennt man weniger an den Zahlen als an inhaltlichen Dimensionen. Und dann ist es auch richtig, sich wieder zu trennen."

Zitat: Hans Demmel wundert sich über das Framing-Gutachten der ARD.

"Dass ausregerechnet die wortgewaltige ARD mit Beitragsgeldern Nachhilfeunterricht nimmt, wie sie ihre eigenen Botschaften richtig 'framen' kann, mutet schon mehr als kurios an."

Hans Demmel, Chef von n-tv und Vaunet-Vorsitzender, findet, die ARD sollte nicht nur das Weltgeschehen, sondern auch in eigener Sache überzeugend kommunizieren können.
vau.net, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Hans Demmel liebt Multimediales und liest Gedrucktes.

Zitat: Die Reportage soll nicht kaputt-reglementiert werden, sagt Michael Haller.

"Für das Reportageschreiben gibt es keine Schreibregelverordnung. Hier geht es um eine anspruchsvolle journalistische Kunstform. Und die sollten wir unter dem Relotius-Schock nicht kaputt reglementieren."

Journalistik-Professor Michael Haller, Autor des Standardwerkes "Die Reportage", ordnet im Interview mit der "taz" ein, was Reportage-Journalisten dürfen und was nicht. Seinen Ratgeber überarbeitet er gerade.
taz.de

weitere Zitate:
"Die Reportage sollte wieder zur Ausnahmeform werden, sozusagen das Sahnehäubchen."

"Ich produziere keine Lügengeschichte, wenn ich Verhaltensmuster durch Verdichtung herausarbeite. Ich würde aber lügen, wenn ich aus zwei oder drei Protagonisten meines Themas ein Subjekt machte, sie quasi aufeinanderlegte. Das wäre Fiktion. Man muss unterscheiden können zwischen Kulisse und Bühne."

"Wir werden in der Ausbildung den Gestaltungsraum des Reporters enger fassen müssen, um solchen Missverständnissen vorzubeugen."