Anstehender Halbzeit-Gipfel: Mit Lockerungen ist vorerst nicht zu rechnen.

Lockdown light: Die heutige Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsident*innen verspricht offenbar keine Lockerungen. Erst in einer Woche sollen konkrete Maßnahmen-Entscheidungen getroffen werden, meldet der "Spiegel". Die Infektionszahlen bleiben mit fast 119.000 Fällen in den letzten sieben Tagen trotz der Einschränkungen auf hohem Niveau.
spiegel.de, zeit.de, tagesspiegel.de, rki.de (Fallzahlen)

Verleger-Verbände: Inhalte müssen im Netz neutral aufgelistet werden.

Internet-Regulierung: Marktdominante Plattformen und Suchmaschinen müssen Presseinhalte neutral auffindbar machen, fordern die Verleger-Verbände BDZV und VDZ. Bisher seien die Algorithmen und Kriterien für die Ergebnisse von Suchmaschinen intransparent. Die Plattformen könnten Inhalte und Meinungen auslisten oder bevorzugen, teilt der BDZV "Horizont" mit. Bundesjustizminister Heiko Maas hatte ein "Antidiskriminierungsgesetz für Algorithmen gegen digitale Diskriminierung" vorgeschlagen.
horizont.net

Aus dem Archiv: Im Gespräch mit turi2-Verleger Peter Turi auf dem IT-Gipfel 2016 sagt Google-Lobbyistin Sabine Frank, eine Offenlegung der Algorithmen würde Suchmaschinen unnutzbar machen. Spammer könnten sonst die Informationen missbrauchen.

interview2: Wirtschaftsinformatiker August-Wilhelm Scheer fordert Auto-Hersteller zur Zusammenarbeit auf.


Individuell, aber gemeinsam: Auto-Hersteller müssen sich auf eine neue Welle der Digitalisierung einstellen, sagt Professor August-Wilhelm Scheer am Rande des IT-Gipfels in Saarbrücken. Vor allem der Trend zur Individualisierung ändere sich, beobachtet der Wirtschafts-Informatiker. Ging es bisher darum, Produkte an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen - etwa die Konfiguration eines Autos nach Farbe, Ausstattung und Motorleistung -, seien es künftig eher die Dienstleistungen, die sich individuelleren lassen müssten.

Als Beispiel dient Scheer das Auto der Zukunft: Ein selbstfahrendes Vehikel, das der Nutzer auf Abruf vorfahren lässt, müsse bereits auf den Fahrer eingestellt sein, wenn es bei ihm ankommt. Das betreffe die Sitze und Spiegel genauso wie das Bordentertainment. Damit solche Features auch über Hersteller-Grenzen hinweg funktionieren, rät Scheer den Auto-Konzernen dringend zur Kooperation - andernfalls säßen bald Google oder Apple am Steuer von BMW, VW oder Mercedes.
turi2.tv (7-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

interview2: IT-Professor Michael Backes fordert mehr Mut für Innovationen.


Schöner scheitern: Deutsche Investoren haben zu viel Angst vor Pleiten, findet IT-Professor Michael Backes und wünscht sich mehr Risikobereitschaft. "In den USA ist Scheitern fast ein Adelstitel, hier ist Scheitern ein Makel", sagte der Forscher mit Schwerpunkt IT-Sicherheit im Interview von Peter Turi auf dem IT-Gipfel in Saarbrücken. Und auch die Finanzierung guter Ideen sei in den USA einfacher. Wer seine Geldgeber überzeuge, bekomme eine bedingungslose Finanzierung und stehe, wenn das Projekt doch schiefgeht, nicht persönlich in der Kreide.

Dem IT-Standort Deutschland gibt der Wissenschaftler trotzdem gute Noten: Internationale Firmen siedeln sich hierzulande an, weil sie an den gut ausgebildeten, jungen Spezialisten interessiert sind. Nun müsse man nur noch den Gründergeist der Deutschen selbst etwas kitzeln - "gute Ideen gibt es hier genauso wie in den USA und in China". Was Deutschland allerdings dringend brauche, sei eine Venture-Kapitalszene.
turi2.de (7-Min-Interview im YouTube-Kanal vn turi2)

interview2: KI-Papst Wolfgang Wahlster will mit künstlicher Intelligenz das Leben erleichtern.


Digitaler Ruck: Computer-Forscher Wolfgang Wahlster sieht Deutschland im globalen, digitalen Wettbewerb zurückliegen und fordert zusammen mit anderen, dass ein digitaler Ruck durchs Land gehen muss. Die erste Runde der Digitalisierung sei an die Tech-Konzerne in den USA und Asien gegangen - mit dem Konsumer-Internet und dem Smartphone. Beim Internet der Dinge müssten die deutschen Entwickler nun nachlegen, wenn sie den Anschluss nicht verlieren und das Spiel noch gewinnen wollen, fordert Wahlster im Interview von Peter Turi beim IT-Gipfel in Saarbrücken.

Für die Digitalisierung und Automatisierung sieht der IT-Professor mit Schwerpunkt künstliche Intelligenz kaum Grenzen. Die Technik wird es künftig nicht nur Autofahrern und Schiffskapitänen erleichtern, ans Ziel zu kommen, auch Ärzte können mit Hilfe von künstlicher Intelligenz schneller die passenden Therapien finden. Völlig bedenkenlos will sich Wahlster der Technik aber nicht ausliefern: Bevor ihn das Navi direkt in die Saar fahren lässt, würde er eingreifen.
turi2.tv (10-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Video-Tipp: Peter Turi interviewt Sabine Frank von Google.

VideotippVideo-Tipp: Peter Turi interviewt auf dem IT-Gipfel in Saarbrücken Google-Juristin Sabine Frank zur Frage, ob die Suchmaschine zu viel Macht hat. Frank verweist darauf, dass niemand Google nützen müsse, sondern es auch Alternativen gebe. Google werde zwar kontrolliert, habe aber keine redaktionelle Hoheit über Angebote.
youtube.com (13-Min-Video)

Video-Tipp: Welche Auswirkungen hat das Internet auf Kinder?

VideotippVideo-Tipp: Peter Turi spricht auf dem IT-Gipfel in Saarbrücken mit den Medienpsychologen Astrid Carolus und Frank Schwab über die Auswirkungen des Internets auf Kinder. Die Experten verweisen darauf, dass es schwierig sei, dass Eltern keine Erfahrungen mit dem Internet gemacht haben, als sie selbst Kinder waren. Ähnliche Diskussionen habe es früher jedoch zum Fernsehen gegeben.
youtube.com (17-min-Video)