Berlusconi-Konzern MFE kann ProSiebenSat.1 noch nicht übernehmen, zweite Annahmefrist gestartet.


Mehrheit verfehlt: MFE kann ProSiebenSat.1 vorerst nicht übernehmen, die Berlusconi-Holding konnte ihren Anteil nach Ablauf der ersten Angebotsfrist von zuletzt knapp 33 % auf nur 43,6 % steigern. PPF hält nun 18,4 % – ein vergleichsweise kleines Plus von rund 2,8 Prozent­punkten, allein 2,4 % stammen vom General-Atlantic-Verkauf. MFE nimmt nun einen zweiten Anlauf: Aktionäre, die das Angebot bisher ausgeschlagen haben, bekommen zwei weitere Wochen Zeit, es doch noch anzunehmen – die Verkündung des Endergebnisses ist für den 4. September angesetzt. P7S1-CEO Bert Habets betont, MFE und PPF seien "seit langem wichtige Aktionäre", die mit ihren Angeboten "ihr langfristiges Engagement und ihre Verbundenheit mit unserem Unternehmen unter­strichen". Vorstand und Aufsichtsrat hatten ihre Blockade­haltung gegenüber MFE abgelegt und eine Annahme der Offerte empfohlen.

Medienstaatsminister Wolfram Weimer teilt auf "KNA"-Nachfrage mit, die Bundesregierung habe die heutige Entwicklung zur Kenntnis genommen und "beobachte sie mit der gebotenen Aufmerksamkeit". Für ihn sei unverändert "entscheidend, dass die journalistische Unabhängigkeit und die Verankerung des Unternehmens in Deutschland gesichert bleiben". Am 2. September, also einen Tag nach Ablauf der zweiten Annahmefrist, werde man "diese Punkte im Kanzleramt auf politischer Ebene vertiefen", sagt Weimer.
meedia.de, prosiebensat1.com, dwdl.de, "KNA-Mediendienst", turi2.de (Background)

(Foto: ProSiebenSat.1 Media SE)