“FAZ”: Roland Tichy gibt Vorsitz der Ludwig-Erhard-Stiftung ab.

Roland auf Rückzug: Roland Tichy gibt den Vorsitz der Ludwig-Erhard-Stiftung ab, meldet die "FAZ". Tichy bekleidet das Amt seit 2014, geriet aber jüngst in die Kritik, als sein Monatsmagazin "Tichys Einblick" einen sexistischen Text über die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli veröffentlichte. Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, gab daraufhin ihren Rückzug aus der Stiftung bekannt. Weitere Stimmen forderten Tichys Rücktritt, u.a. auf Twitter. Ein prominenter Kritiker Tichys innerhalb der Stiftung ist Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank.

Weidmann betont etwa, Tichys Rolle als Herausgeber vertrage sich nicht mit seiner Rolle als Vorsitzender der Stiftung. Durch "Tichys Einblick", in dem "ein zuspitzender, oft polemischer Debattenstil" herrsche und in dem es "wiederholt zu beleidigenden und verletzenden Äußerungen gekommen sei", sei eine negative Berichterstattung über die Stiftung ausgelöst worden. Zudem habe die Stiftung Mitglieder verloren, vorgeschlagene Preisträger*innen hätten die Annahme einer Auszeichnung durch die Stiftung abgelehnt. Ein*e neue*r Vorsitzende*r soll noch diesen Herbst gewählt werden.
faz.net, turi2.de (Background Bär)

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teleschau.de (Review Deutschland 89)

Media Pioneer bietet 10 % seiner Aktien zum Kauf an.

Goldgräber-Gabor: Media Pioneer, Unternehmen von Gabor Steingart, bietet wie angekündigt 10 % seiner Aktien zum Kauf an. Nun sind die Rahmenbedingungen bekannt: Bis Ende des Jahres kommen nur Anleger mit einer Mindestinvestition von 100.000 Euro zum Zug. Erst im nächsten Schritt werden auch geringere Anlagebeträge berücksichtigt. Bis Ende 2021 sollen so die genannten 10 % Anteile an Investor*innen gebracht werden. Die restlichen Anteile halten weiterhin Steingart und sein Management (54 %) sowie Axel Springer (36 %).

Bei den angebotenen Wertpapieren handelt es sich um vinkulierte Namensaktien. Bei ihrer Übertragung muss Media Pioneer zunächst zustimmen, was sie schlechter verkehrsfähig macht. Media Pioneer begründet diesen Schritt damit, dass "eine dominierende Einflussnahme durch parteipolitisch oder strategisch ausgerichtete Investoren verhindert" werden soll.
mediapioneer.com, turi2.de (Background)


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Wir graturilieren: Ulrike Simon wird 52.


Wir graturilieren: Medienjournalistin Ulrike Simon, die insbesondere für "Horizont" stets fleißig ihr weitverzweigtes Netzwerk anzapft, feiert heute ihren 52. Geburtstag. Zuerst auf dem Podium des Mitteldeutschen MedienDialogs in Leipzig, wo sie über Aufgabe und Zukunft der Öffentlich-Rechtlichen spricht, danach mit Freunden im Restaurant. Das Beste am abgelaufenen Jahr waren für Simon ihre langjährigen Kontakte in die Medienwelt – wie ein Schweizer Uhrwerk hätten sie sie zuverlässig über die gesamte Corona-Zeit getragen und dabei mit reichlich guten Geschichten versorgt.

Den Überblick über die Tickets für Konzerte, die auf 2021 verschoben wurden, hat Simon angesichts der Masse verloren, hofft so allerdings auf viel Live-Musik im nächsten Lebensjahr. Ein kurzer, sonniger Winter steht ebenso auf der Wunschliste wie all die Eckpfeiler eines normalen gesellschaftlichen Lebens, die momentan nur schwer möglich sind: reisen, Leute treffen, Veranstaltungen besuchen, das Meer sehen. Gratulationen dürfen auf allen bekannten Kanälen ankommen, etwa via Twitter oder E-Mail.
turi2.de/koepfe (Profil Simon), turi2.tv (2-Min-Video)

Aus dem turi2.tv-Archiv (03/2016): Ulrike Simon im Video-Fragebogen.

Ab 2035: Kalifornien verhängt Verkaufsverbot für Benziner und Diesel.

Schluss mit schlechter Luft: Kalifornien verbietet ab 2035 den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren. Damit reagiert der US-Bundesstaat auf die verheerenden Waldbrände. Das Verbot soll für Neuwagen gelten – ab 2045 auch für LKW. Gebrauchtwagen dürfen weiter die Besitzer*innen wechseln. Kalifornien hat mit 11 % den größten Einzel-Anteil am US-Automarkt.
spiegel.de, welt.de

Sigrid Nikutta im Talk mit Peter Turi: “Autofahren ist verschwendete Lebenszeit.”



Grün in rot: "Manchmal leiden meine Kinder darunter: Wir sind noch nie in den Urlaub geflogen." Über ihre Reisegewohnheiten, Karriere-Ambitionen und ihr Vorbild Rosa Parks spricht Dr. Sigrid Nikutta, Gütervorständin der Deutschen Bahn und Chefin von DB Cargo, auf dem Launchevent zur turi2 edition #12 mit Verleger Peter Turi. Autofahren bezeichnet Nikutta als "verschwendete Lebenszeit". Für Produkte wünscht sich die Managerin eine Art Siegel, das Auskunft über den Transportweg von Produkten gibt. Ob sie den Vorstandsvorsitz der Gesamt-Bahn anstrebt, wie einige Beobachter*innen vermuten? Nikutta hält sich diesbezüglich bedeckt, ihre persönliche Medienkritik liefert sie gleich mit: "Das mit den Journalisten ist ja so eine Sache. Sie stellen immer Fragen, auf die sie garantiert keine Antworten bekommen."

An Rosa Parks bewundere sie den "Mut zur Wut" der Bürgerrechtlerin – und kommentiert: "Ungerechtigkeit bleibt Ungerechtigkeit, auch wenn eine ganze Gesellschaft in dieser Ungerechtigkeit lebt." Ein ausführliches Interview mit Sigrid Nikutta und ihren Text über Rosa Parks lesen Sie ab Freitag, 25. September, in der turi2 edition #12. Das Buch können Sie hier vorbestellen – gedruckt oder als kostenloses E-Paper.
turi2.tv (46-Min-Video auf YouTube), turi2.de/podcasts (als Audio hören)

Basta: Perfide Pistazien-Passion.

Im Bann der Steinfrucht: Die Polizei in Mönchengladbach hat einen Ladendieb mit besonderer Passion geschnappt – er klaute Pistazien für 780 Euro und ging schon früher mehrmals auf Pistazien-Plünderzug. Da er zu den Gründen schweigt und offensichtlich kein Eichhörnchen ist, bleibt die Aufklärung vorerst eine harte Nuss.
bild.de

Daimler streicht im Stuttgarter Stammwerk rund 20 % der Stellen.

Daimler will bis 2025 in seinem Stammsitz in Stuttgart-Untertürkheim 4.000 Stellen streichen, das sind 21 %. Die Sparmaßnahme ist Teil des bereits angekündigten Plans des Autobauers, weltweit jährlich zwei Mrd Euro Personalkosten zu sparen. In Untertürkheim werden vor allem Motoren hergestellt, künftig will Daimler das Werk zum zum "Entwicklungs- und Befähigungsstandort für Elektromobilität" umbauen.
handelsblatt.com, heise.de, turi2.de (Background)

Nur die Hälfte der Corona-App-Nutzer*innen warnt Kontakte bei positivem Test.


Luft nach oben: Die Corona-App ist seit ihrem Start im Juni mehr als 18 Mio mal heruntergealden worden – etwa so oft wie die Apps aller anderen EU-Länder zusammen. Allerdings warnt nur die Hälfte der Nutzer*innen, die ein positives Testergebnis bekommen haben, auch ihre Kontakte. Künftig kann die App auch Krank­heits­symp­tome abfragen, kündigen SAP und die Deutsche Telekom an. Die Abgabe der Daten ist freiwillig und wird ausschließlich lokal auf dem Smartphone gespeichert. Zudem ist die App ab sofort in zehn weiteren europäischen Ländern einsatzbereit, u.a. Österreich, Tschechien, Dänemark und Irland.
handelsblatt.com (Warnungen), handelsblatt.com (neue Funktionen)

Französische Medien stellen sich mit Appell hinter “Charlie Hebdo”.

Frankreich: Mehr als hundert Medien wenden sich in einem "feierlichen Appell" an die Bevölkerung, nachdem "Charlie Hebdo" Drohungen von Al-Quaida bekommen hat. Verschiedene Tageszeitungen, Magazine, Radio- und Fernsehsender schreiben darin: "Wir brauchen Sie. Das Bollwerk Ihres Gewissens." Marika Bret, Personalchefin der Satirezeitschrift, hat konkrete Morddrohungen erhalten und musste untertauchen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Verlage setzen in der Pandemie auf Sachbücher und historische Viren-Texte.

Corona-Literatur: Verlegen ist eigentlich "ein langsames Geschäft", nun zwingt die Pandemie Verlage zu Reaktionen auf "die neue Ungewissheit", beobachtet Oskar Piegsa. Hoffmann und Campe hat in Windeseile Wuhan Diary aus dem Chinesischen übersetzen lassen und einen Klassiker aus dem Programm neu aufgelegt: Heinrich Heines Reportage über den Cholera-Ausbruch 1832. Der Carlsen-Verlag hat fünf Corona-Titel veröffentlicht, etwa ein Pixibuch über die Aha-Regel und ein Sachbuch über Viren. Andere Verleger*innen glauben, gute Sachbücher über Corona brauchen noch Zeit.
"Zeit" 40/2020, S. 17 (Paid, Hamburg-Ausgabe)

Zitat: Wir begreifen die Macht der Technologie nicht, sagt Edward Snowden.

"Das Internet hat alles verändert. Wir erleben eine Umwälzung der Nachrichtenwelt, in der man mit einem fairen Verhalten im Wettbewerb offenkundig nicht den größten Einfluss erzielt."

Whistleblower Edward Snowden sagt im "Zeit"-Interview, Technologie sei die "katalysierende Kraft, deren Wirkung wir noch immer nicht ganz verstanden haben."
"Zeit" 40/2020, S. 10 (Paid)

Das Launchevent zur turi2 edition #12 – live aus Berlin.


Live in Berlin und hier im Stream: Ab 19 Uhr diskutieren Peter Turi mit Dr. Sigrid Nikutta, Güterverkehrsvorstand der Deutschen Bahn sowie Chefin von DB Cargo, zum Launch der turi2 edition #12 über die Bedeutung von Vorbildern, Werten und Haltung für Wirtschaft und Gesellschaft, ihren persönlichen Lebensweg und ihre aktuelle Aufgabe.

In unserem Live-Ticker finden Sie aktuelle Zitate, Tweets, Fotos und Kommentare zum Live-Programm. Weiterlesen …

Zitat: Philipp Walulis über die Pläne für seine neue Show im SWR.

"Wir thematisieren vor allem die Dinge, die unsere Zielgruppe interessieren. Und es tut mir ja herzlich Leid, aber so ein Geplänkel wie "Rote Rosen" interessiert junge Leute nicht. Sie lehnen es nicht mal ab, sie wissen schlicht und ergreifend einfach nicht, was das ist."

Moderator Philipp Walulis spricht im DWDL-Interview über die Pläne für seine neue SWR-Show - und darüber, warum er sich mehr an privaten TV-Sendern statt an öffentlich-rechtlichen abarbeitet.
dwdl.de

Dorothee Bär verlässt wegen Roland Tichy die Ludwig-Erhard-Stiftung.

Bär sagt Bye-Bye: Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, verlässt die Ludwig-Erhard-Stiftung aus Protest gegen deren Vorsitzenden Roland Tichy. Tichy, der der Stiftung seit 2014 vorsteht, hatte in der aktuellen Ausgabe seines Monatsmagazins "Tichys Einblick" einen Text veröffentlicht, in dem die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli mit sexistischen Äußerungen bedacht wird. So ist über Chebli etwa zu lesen: "Befreundete Journalistinnen haben bislang nur den G-Punkt als Pluspunkt feststellen können in der Spezialdemokratischen Partei der alten Männer."

Bär wertet die Veröffentlichung als "frauenverachtend" und "mit den Zielen der Stiftung unvereinbar." Sie glaubt, "Ludwig Erhards Ansinnen wäre heute sicher nicht die Herabwürdigung von Frauen, sondern das Fördern weiblicher Karrieren."
handelsblatt.com

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Frauen reden bei Weitem nicht nur über Klatsch und Tratsch, Kochen, Mode und Backen. Diese fünf Podcasts von starken Frauen für starke Frauen beleuchten ganz unterschiedliche Themen vom Beruf bis zur Kultur aus der feministischen Perspektive – und lassen dabei auch mal Männer zu Wort kommen. www.rtv.de.

Analyse: Rahmenbedingungen ruinieren den Wettbewerb im regionalen Bahnverkehr.

Regionalbahn-Betreiber Abellio steht nach 33 Mio Euro Verlust im Geschäftsjahr 2019 in Deutschland kurz vor dem Aus, prognostiziert Dieter Fockenbrock. Abellio stehe dabei exemplarisch für die gesamte Branche, schuld sei das "ruinöse Vergabesystem im Regionalverkehr", bei dem die Netze "immer an den billigsten Anbieter" gehen. Die Margen seien dementsprechend gering: Laut der BNetzA lag der Gewinn pro erlöstem Euro 2018 bei 0,1 %.
handelsblatt.com

Medieninsider: Martin Dowideit geht vom “Handelsblatt” zum “Kölner Stadt-Anzeiger”.

Hauptsache Head: Martin Dowideit verlässt das "Handelsblatt" und wechselt zum "Kölner Stadt-Anzeiger", berichtet Medieninsider. Er tauscht seine aktuelle Position des Head of Product gegen die des Head of Digital. Bei der DuMont-Zeitung wird Dowideit außerdem Mitglied der Chefredaktion. Er soll den Newsroom mitsteuern und die digitalen Produkte ausbauen.
medieninsider.de

Video-Tipp: Martin Schnaack über den Niedergang des Einzelhandels.

Video-Tipp: Martin Schnaack, Gründer und Chef der Agentur Avantgarde, spricht im Video mit unserem TV-Kooperationspartner "Horizont" über den Niedergang des Einzelhandels. Klassische Kaufhauskonzepte "haben ausgedient", dafür setzen sich Marken-Stores positiv vom E-Commerce ab. Auch Versandhäuser wie Neckermann oder Quelle hätten Kund*innen mit negativen Shopping-Erlebnissen vergrault.
horizont.net (18-Min-Video)