
Telekolleg Staat? "Bild" nimmt ARD und ZDF wegen eines Schulungsangebots der ARD/ZDF Medienakademie ins Visier und kritisiert zwölf freiwillige Kurse des Mediendienstes Integration, die vom ZDF als Schulungsmaterialien eingekauft wurden. Dort würde etwa gelehrt, das Wort "Flüchtling" zu vermeiden und stattdessen "Geflüchteter" zu verwenden. Der Mediendienst Integration werde neben privaten Mitteln auch mit Steuergeld gefördert, berichtet "Bild", was Verfassungsrechtler Volker Boehme-Neßler in der Zeitung als Verstoß gegen das Gebot der Staatsferne der Sender wertet.
Laut "Bild" hat zuerst die im Mai gegründete Initiative Transparente Demokratie über die Kurse berichtet, die schreibt: "Wie im ZDF über das Thema Migration berichtet wird, entscheiden die Redaktionen neuerdings nicht mehr selbst, sondern mit Unterstützung einer privat und staatlich finanzierten NGO." Der Verein kritisiert insbesondere, dass an der Produktion der Videoschulungen Mitglieder der Neuen Deutschen Medienmacher*innern und der "stramm linken" Amadeu Antonio Stiftung mitwirken.
ARD und ZDF widersprechen dem Vorwurf fehlender Staatsferne und Programmbeeinflussung. "Bild" zitiert die ARD mit dem Satz "Die ARD legt großen Wert auf die Einhaltung aller gesetzlichen und verfassungsrechtlichen Vorgaben. Im angesprochenen Sachverhalt sehen wir diese Vorgaben in keiner Weise beeinträchtigt." Das ZDF, das besonders von der ITD kritisiert wird, reagiert mit einer Pressemitteilung. Darin betont der Sender: "Der Einkauf der Online-Trainings des Mediendiensts Integration stellt keinen Eingriff in die Programmgestaltung des ZDF dar. Unabhängig von den Schulungen lag und liegt die redaktionelle Kontrolle über das Programm jederzeit beim ZDF." Zudem sei die Teilnahme an den Schulungen freiwillig. Auch einen Verstoß gegen Staatsferne und den Medienstaatsvertrag liege nicht vor, so das ZDF.
bild.de, transparente-demokratie.de, presseportal.zdf.de