BR macht True-Crime-Podcast künftig ohne Alexander Stevens.


Podcast-Gericht: Der BR beendet die Zusammen­arbeit mit Straf­verteidiger Alexander Stevens beim Bayern3-TrueCrime-Podcast, berichtet die "Mittel­bayerische Zeitung". Eine BR-Sprecherin sagt, das Format werde ab Ende Juli, nach der aktuellen Staffel "sowohl inhaltlich als auch personell weiter­entwickelt" – ohne Stevens. Ob Host Jacqueline Belle weitermacht, lässt der BR auf "Übermedien"-Nachfrage offen. Kritik gab es vor allem an der Live-Show zum Podcast, der Opfer-Angehörige vorwerfen, "Mord als witziges Unter­haltungs­programm zu verkaufen". Der präsentierte Fall wurde daraufhin ausgetauscht. Mitglieder des BR-Rundfunkrats sollen darauf gedrängt haben, dass nur noch Fälle behandelt werden dürfen, wenn Angehörige dem zustimmen. Der BR hatte bereits versucht, der Live-Show die Lizenz für die Nutzung des Bayern3-Logos zu entziehen, jedoch blieben "Gespräche über eine einvernehmliche frühzeitige Beendigung ohne Ergebnis".

Stevens bereite derweil eine "Klage gegen den BR vor", so die "MZ", weil der Sender aus seiner Sicht vertragliche Pflichten "in erheblichem Maße verletzt" habe. "Übermedien"-Autorin Lisa Kräher das für eine "juristische Drohgebärde".
mittelbayerische.de (€) via uebermedien.de (€), ardaudiothek.de (Podcast), turi2.de (Background)

(Bild: ARD Audiothek, Montage: turi2)