
Misslungenes Mannschaftsmarketing: Der umstrittene Werbe-Begriff "Die Mannschaft", den der DFB für die Nationalelf der Männer nutzt, ist "nach objektiven Kriterien gescheitert", berichtet die "FAZ". Grundlage ist repräsentative Umfrage der Unternehmensberatung SLC Management unter der Leitung von Sportmanagement-Professor Alfons Madeja. Demnach sei die Bekanntheit der Marke seit ihrer Einführung 2015 zwar von 74,7 auf 91,6 % im Jahr 2022 gestiegen. 78,4 % der 5.300 befragten Anhängerinnen und Kundinnen der Bundesliga sprechen sich aber für eine Abschaffung des Claims aus. Nur noch 21,1 % der Befragten und damit so wenige wie nie zuvor finden, dass der Spruch zur deutschen National-Elf passt. 2016 lag dieser Wert noch bei rund 55 %, 2018 bei 29,3 %. Der Claim erzeuge "keine Emotionen und keine Identifikation", urteilt Madeja: "Er geht an den Empfindungen der Menschen vorbei." Es gebe bei dieser Frage "nichts Belastbareres als ein öffentliches Urteil".
Schon seit einigen Monaten steht der Claim zur Debatte: Nationalmannschafts-Chef Oliver Bierhoff verteidigte ihn im März in einem "Spiegel"-Interview, nachdem u.a. DFL-Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Watzke für eine Abschaffung plädiert hatte. Bierhoff stellte erst kürzlich in der "Welt am Sonntag" eine "zeitnahe Diskussion" über den weiteren Umgang mit der Marke "Die Mannschaft" in Aussicht. Diese werde dann "aber nicht emotional, sondern sachlich geführt". Bierhoff halte es für wichtig, "nun eine Entscheidung zu treffen, die danach intern nicht mehr zur Diskussion gestellt wird, und diesen Weg dann zu gehen." (Foto: GES-Sportfoto/ Picture Alliance)
faz.net (Paid), sueddeutsche.de , turi2.de (Background)