"Es gibt Dinge, die kann man nur für sich selbst verantworten": Siemens-Chef Kaeser spricht über seine AfD-Kritik.


Gewissensfrage: Siemens-Chef Joe Kaeser zieht ein gutes Jahr nach seinem viel beachteten Anti-AfD-Tweet Bilanz. Bereut habe er den Tweet nicht, in dem er AfD-Chefin Alice Weidel nach ihrer "Kopftuch-Mädchen"-Bemerkung im Bundestag scharf attackiert hatte, sagt Kaeser im Interview von "Horizont" und turi2.tv. Zuvor hatte er auf einer Gemeinschafts-Veranstaltung von Gruner + Jahr, "Spiegel" und "Zeit" in Frankfurt zum Thema Verantwortung von Unternehmen gesprochen.

"Es gibt Dinge, die kann man nur für sich selbst verantworten", sagt Kaeser. Deswegen habe er den Tweet im Mai 2018 auch nicht mit seiner Kommunikationsabteilung abgesprochen. Der Konzernchef sorgt sich um das Bild Deutschlands im Ausland: Wer vor dem Bundestag spreche, müsse einen "Grund-Anstand" und einen "Grund-Respekt" mitbringen.

Sollten mehr CEOs und Wirtschaftsbosse bei Twitter laut Haltung zeigen? Kaeser will das nicht verallgemeinern. Das Medium müsse jeder selbst wählen – und bei Twitter lese er auch Dinge, bei denen er sich frage, ob die Welt das braucht.
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