
Gesetzt ohne Gesetz? 32 Verbände der deutschen Filmbranche fordern in einem Appell eine gesetzliche Investitionsverpflichtung für internationale Streamingdienste. Sie widersprechen damit den Plänen von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der statt eines Gesetzes auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Anbieter setzen will. Die Verbände halten freiwillige Erklärungen nicht für ausreichend, um Planungssicherheit und faire Rahmenbedingungen zu schaffen. Nur gesetzlich verankerte, überprüfbare Vorgaben würden den Produktionsstandort Deutschland nachhaltig sichern, so die Verbände, darunter die AG DOK, ProQuote Film oder der Verband deutscher Filmexporteure. Mit dem Papier unter der Überschrift "Gesetz statt Ausverkauf" schlägt die Branche in dieselbe Kerbe wie bereits die Produktionsallianz Ende vergangener Woche.
Der Verband technischer Betriebe für Film und Fernsehen vertritt hingegen eine andere Haltung. Er befürchtet, die gesetzliche Pflicht schaffe nur EU-weit Produktionsumsatz, nicht zwingend in Deutschland. Er sieht in Selbstverpflichtungen eine bessere Lösung für die technisch-kreativen Dienstleister. Der VTFF kritisiert in diesem Zusammenhang auch ARD und ZDF, die immer mehr Produktionen im Ausland durchführen würden.
dwdl.de, turi2.de (Produktionsallianz)
(Foto: BKM / Kay Henschelmann)