Habeck-Ministerium muss “Cicero” Unterlagen zur Atom-Debatte offenlegen.


Geheimnis-GAU: Das Bundes­ministerium für Wirt­schaft und Klima­schutz von Robert Habeck muss dem Magazin "Cicero" Einsicht in seine Akten zur Diskussion um eine Laufzeit­verlängerung der deutschen Atom­kraft­werke gewähren, urteilt das Verwaltungs­gericht Berlin. Das Urteil sei nicht nur für "Cicero" ein Erfolg, "sondern für alle Bürger dieses Landes, die richtigerweise wissen wollen, wie politische Entscheidungen dieses Ausmaßes zustande kommen", sagt Chef­redakteur und Verleger Alexander Marguier. Bisher hatte sich das Ministerium geweigert und argumentiert, die Offenlegung von E-Mails, Vermerken und Dokumenten hätte "nach­teilige Auswirkungen auf die Vertraulichkeit der Beratungen" innerhalb der Bundes­regierung. Obwohl die letzten Atom­kraft­werke in Deutschland längst abgeschaltet wurden, bestehe weiterhin der "dringende Bedarf an einem geschützten Raum" für "strategisch-taktische und politische Bewertungen bzw. Positionierungen" zum Thema Kernkraft. Eine Argumentation, der das Gericht nicht folgt und die Ablehnung der Akten­einsicht als "rechts­widrig" einstuft. Die Unter­lagen bezögen sich "auf einen abgeschlossenen Beratungs­prozess". Sobald das Urteil rechts­kräftig ist, muss das Ministerium "Cicero" die Dokumente über­mitteln. Jedoch kann die Behörde inner­halb eines Monats beim Ober­landes­gericht noch Berufung beantragen.
cicero.de, welt.de, bild.de

(Foto: Jan Woitas / dpa / Picture Alliance)