
Schlesinger-Neustart: Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger hat offenbar "mit sofortiger Wirkung" ein Mandat bei der Berliner Führungskräfteberatung Stella Circle übernommen, berichtet Henning Hinze im "Manager Magazin". Dort solle sie Kunden dem Vernehmen nach "bei der Vorbereitung auf Krisensituationen und bei deren Bewältigung helfen". Offiziell wolle die Firma die Personalie demzufolge "kurzfristig vor möglichen Berufungsankündigungen durch den RBB" verkünden.
Im "Medienmagazin" von Jörg Wagner gibt Schlesingers Anwalt, Thomas Wahlig, derweil zu Protokoll, es für "fahrlässig" zu halten, "nicht noch einmal eine gütliche Einigung zu erwägen". Das kürzlich vom Berliner Landgericht gesprochene Urteil habe "in zahlreichen Punkten nicht zu einer Befriedung geführt" und würde "erhebliche Kosten" sowie mindestens drei Prozesse nach sich ziehen – etwa ein Verfahren zum Digitalen Medienhaus, über die Schadenshöhe bei der variablen Vergütung und der ARD-Zulage sowie einer möglichen weiteren Klage auf Ruhegeld-Zahlung.
Wahlig sagt, es müsse eine Abwägung stattfinden zwischen den Kosten und Risiken und "gegen das, was möglicherweise dabei herumkommen kann". In einer Pressemitteilung hatte er zuvor davon gesprochen, "gesprächs- und einigungsbereit" zu bleiben. Das LG Berlin hatte den RBB zur Zahlung von nur einem Monat Ruhegeld an Schlesinger verurteilt – 18.400 Euro. Schlesinger muss dagegen 24.000 Euro an den Sender wegen Pflichtverletzungen bei der Dienstwagen-Nutzung und Reisekosten zahlen, weitere Schadenersatz-Höhen müssen noch ermittelt werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
manager-magazin.de (€), ardaudiothek.de (ab Min 11:44), turi2.de (Background)
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