Gemischte Bilanz: Seit zwei Jahren hat der KI-Hype Gesellschaft und Medien im Griff, doch von der anfänglichen Euphorie ist genauso wenig geblieben wie von den großen Befürchtungen. Dieser Überzeugung ist KI-Experte Thomas R. Köhler. Im Video-Interview am Rande des AGF Forums, sieht er die Gesellschaft mit Blick auf KI im "Tal der Tränen": Generative KI tauge allenfalls als "glamouröse Wortvervollständigungsmaschine". Den Aufwand, um Fehler und Halluzinationen der Technik zu eliminieren, hätten viele, die heute auf KI setzen, deutlich überschätzt. Auch die Befürchtungen, KI würde kreative Arbeit ersetzen, hätten sich nicht erfüllt. Gerade mal "Mittelmaß können wir jetzt automatisiert produzieren", sagt Köhler.
Obwohl KI für ihn nicht als Allheilmittel taugt, findet er den Einsatz durchaus sinnvoll: Das Suche nach Fehlern beherrsche KI. Auch in der Marktforschung, berichtet er aus eigenen Erfahrungen, könne KI helfen. Etwa, wenn es darum gehe, Trends zu erkennen, die menschliche Marktforscher übersehen. Auch für Bild-Generierung nutzt Köhler Künstliche Intelligenz. Schlechte Erfahrungen hat er dagegen bei längeren Texten gemacht, etwa dem Schreiben von Büchern. Zwar könne die KI einzelne Absätze verfassen. Diese würden dann aber in der Regel nicht zum übrigen Kontext passen.
turi2.tv (6-Min-Interview auf YouTube)