Nach Kritik an der App: Luca-Miterfinder Smudo wirft Politikern Verantwortungslosigkeit vor.

Kritik an der Kritik: Rapper Smudo, Miterfinder von Luca, wehrt sich gegen Aufrufe aus der Politik, die Corona-Nachverfolgungs-App zu löschen. Er halte das "mitten in der pandemischen Lage" für "verantwortungslos", sagt er der "Bild"-Zeitung. FDP-Netzpolitiker Maximilian Funke-Kaiser und Grünen-IT-Experte Alexander Salomon hatten zur Deinstallation der App aufgerufen, nachdem der SWR aufgedeckt hatte, dass die Mainzer Polizei bei der Suche nach potenziellen Zeuginnen unerlaubt auf Luca-Daten zugegriffen hat. Smudo verweist auf seine "Wahlheimat" Hamburg, wo Luca "gegenwärtig jeden Tag effektiv" dabei helfe, Infektionsketten zu unterbrechen. Falls sich ein Bundesland gegen Luca entscheide, rechtfertige das keinen deutschlandweiten Aufruf: "Wer im Steilhang hängt, wirft doch kein Seil weg."

"Statt mit Verboten zu poltern, sollten wir alle Instrumente konsequent einsetzen, die uns zur Verfügung stehen, um flexibel zu sein, gegen einen immer wieder Haken schlagenden Virus", so der Appell des Musikers. Die hinter Luca stehende Firma, Culture4Life, hatte betont, selbst aufgrund eines technischen Verschlüsselungssystems keinen Zugriff auf die gespeicherten Daten zu haben. Das Gesundheitsamt habe "auf Druck bzw. Bitten der Polizei einen Infektionsfall simuliert und das Einverständnis des Betriebs auf Bereitstellung der Daten eingeholt".
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