
Der Druck steigt: 14 regionale SPD-Vereine fordern den Parteiausschluss von Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Schröder gab am Wochenende der "New York Times" ein Interview, in dem er den russischen Präsidenten Wladimir Putin verteidigt und sich weiterhin nicht von Russland distanziert. Daraufhin plädiert SPD-Bundestagsabgeordnete Michelle Müntefering dafür, "keinen Cent seiner Mitgliedsbeiträge mehr anzunehmen". Schröder schade Deutschland, dem internationalen Ansehen und auch der Partei. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil findet Schröders Haltung zum Ukraine-Krieg enttäuschend. Er wünscht sich, Schröder ziehe die richtigen Konsequenzen und lege seine Mandate in den russischen Konzernen nieder.
Auch außerhalb der SPD verstärken sich Stimmen gegen Schröder. CDU-Politiker Hendrik Wüst fordert nach Schröders "ziemlich verstörendem" Interview Folgen. SPD solle auf "ihre Worte Taten folgen lassen". Dennis Radtke, Europa-Abgeordneter für den CDU, kritisiert auf Twitter: " Die halbherzigen Aufforderungen an Schröder haben bislang zu keinen Konsequenzen geführt. Warum sollten sie es jetzt?"
Den Parteiausschluss muss eine Schiedskommission aus Hannover prüfen. Wann es eine Entscheidung geben kann, ist bisher noch unklar.
(Foto: Johannes Arlt)
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