
Kompromissbereit: Der ARD-Vorsitzende Kai Gniffke bringt eine Selbstverpflichtung der Sender ins Gespräch, um im Streit um Presseähnlichkeit mit den Verlagen Frieden zu schließen. Im dpa-Interview schlägt er vor, dass die Bezugsgröße für die Über­prüfung, ob etwas presseähnlich ist, nicht mehr das Gesamtangebot sei, "sondern jedes Teilangebot, also jede einzelne App". Daneben könnte die Verlinkung auf Presseangebote zum Standard werden, ebenso kürzere Fristen für den Sendungsbezug. Eine solche Selbstverpflichtung komme für Gniffke jedoch nur infrage, falls die Länder keine gesetzliche Regelung treffen. "Aber nicht beides."
Mögliche Beschränkungen für Social-Media-Aktivitäten sieht Gniffke mit Sorge: Die "Tagesschau" sei die erfolgreichste Medienmarke bei TikTok und Instagram. "Das würde ich ungern beschädigen, weil es unserem Auftrag entgegenlaufen würde, der Dominanz von polarisierenden und von emotionalisierenden Inhalten etwas entgegenzusetzen." Auch würden Online-Beschränkungen für die Öffentlich-Rechtlichen den Verlagen wenig bringen, so Gniffke. Die Menschen "würden eben nicht Regionalzeitungen abonnieren. Das ist die traurige Erkenntnis". Daher sei aus Gniffkes Sicht der "Preis zu hoch", zu sagen: "Jetzt löten wir das Internet für die Öffentlich-Rechtlichen zu."
spiegel.de, kress.de
(Foto: SWR / Patricia Neligan)