Programm statt Skandal: Robert Skuppin will RBB-Programme stärken und Mitarbeiterzahl reduzieren.


Der neue RBB-Programmdirektor Robert Skuppin verteidigt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" den weiteren Personalabbau seines Senders. "Gemessen an dem, was wir produzieren können, sind wir zu viele Leute", sagt er und kündigt an, wieder mehr Geld ins Programm zu stecken: "Es kann aber nicht sein, dass wir ganz viele Mitarbeiter angestellt haben, aber keine Etats mehr haben, mit denen sie das Programm gestalten." Zudem prüfe der RBB, ob man "die zweite und dritte Hierarchie-Ebene verschlanken" könne. Skuppin sieht den Sender trotz Finanzproblemen und Skandalen als "Hidden Champion". Der RBB habe ein "schlechtes Image, aber wahnsinnig gute, beim Publikum erfolgreiche Produkte". Er bedauert, dass diese Geschichte "medial gerade nicht so reinpasst, weil man über den RBB zurzeit gerne etwas anders erzählt". Der RBB müsse seine "Erfolge besser wahrnehmen, dann steigt bei allen, die hier arbeiten, automatisch das Selbstwertgefühl".

Mit Blick auf den neuen Medienstaatsvertrag, der am 1. Dezember in Kraft tritt, sagt Skuppn: "Ich hätte gutgeheißen, wenn wir in der ARD viel früher schon stärker ein Interesse daran gehabt hätten, uns selbst neu aufzustellen. Und nicht in die Situation kommen, dass die Politik sagt: 'Das müssen wir jetzt mal regeln.'" Kooperationen innerhalb der ARD findet er wichtig und notwendig, dennoch betont er: "Wir brauchen, um in unserer Region verwurzelt zu sein, eigene Köpfe und Stimmen."
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(Foto: RBB / Gundula Krause)