“Recht unverhohlene Drohung”: Annika Brockschmidt wirft ARD Tatsachenverdrehung im Fall Mischke vor.

Titel, Thesen, Vorwürfe: Historikerin und Podcasterin Annika Brockschmidt wirft ARD-Programmdirektorin Christine Strobl vor, im Fall Thilo Mischke Tatsachen verdreht und "recht unverhohlen aus einer Machtposition" heraus gedroht zu haben. "Aus (berechtigter!) Angst vor beruflichen Konsequenzen" hätten viele Kulturschaffende einen offenen Protest-Brief gegen die "ttt"-Personalie nicht unterzeichnen wollen, schreibt Brockschmidt u.a. bei Instagram. Sie war eine der Initiatoren. Brockschmidt bezieht sich auf Aussagen von Strobl nach Bekanntgabe der ARD, Mischke doch nicht als "ttt"-Moderator einzusetzen. Strobl hatte die Debattenkultur im Gespräch mit der dpa als "problematisch" beschrieben.
Strobl habe von "mehreren anerkannten und beteiligten Personen aus der Branche" gehört, dass sie sich aus Angst vor Shitstorms nicht mehr zutrauen würden, etwas zu der Debatte zu sagen. Das zeige für sie, "dass wir eine Form der Debattenkultur erreicht haben, die ich problematisch finde und mit Sorge betrachte". Zudem hatte Strobl gesagt, dass die Entscheidung der Kulturchefs gegen Mischke auf der Erkenntnis beruhe, "dass eine Diskussion nicht mehr möglich ist". Strobl sei wichtig, "dass wir jetzt wieder zu einer normalen Debattenkultur zurückkommen".
stuttgarter-nachrichten.de, instagram.com, turi2.de (Background Brief), turi2.de (Background Strobl-Äußerungen)
(Foto: IMAGO / teutopress (Brockschmidt), Peter Kneffel / dpa / picturedesk.com (Strobl), Montage: turi2)