"Welt": "Spiegel"-Redakteure sind uneins über Klusmann-Reformen und Relotius-Konsequenzen.


Claas halb leer: Der "Spiegel" kommt angesichts des Relotius-Skandals und des Umbaus zur integrierten Print-Online-Redaktion nicht zur Ruhe, skizziert Per Hinrichs in der "Welt am Sonntag" nach Gesprächen mit "Spiegel"-Mitarbeitern. "Altgedienten Heft-Journalisten" seien Klusmanns "Ton und Tempo" nicht geheuer. Andere lobten Klusmanns "Pragmatismus und Eloquenz".

Der Schock aus dem Fälschungsfall Claas Relotius sei intern noch nicht ausgestanden. Einen "umfassenden Freispruch" für Relotius' Ressortleiter Ullrich Fichtner habe Chefredakteur Steffen Klusmann nach internem Druck wieder kassiert. Dem Buch von Relotius-Enthüller Juan Moreno sehe Klusmann gelassen entgegen: Lieber solle es Moreno schreiben als "irgendein Honk". Gegangen ist nach dem Skandal, außer Relotius, bisher nur einer: Der Dokumentar, der für die Relotius-Faktenchecks zuständig war, ging in den Vorruhestand.
"Welt am Sonntag", S. 34 (Paid), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Dirk Stascheit

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal (Archiv 12/2018).