
Lobby-Table: Der Newsletter "Berlin.Table" von Sebastian Turner hat am Abend die erste politische Anzeige veröffentlicht, die den neuen EU-Vorgaben zur Transparenz bei politischer Werbung, TTPW, entspricht – vermutlich als erstes Medium in Europa. Die Anzeige des DGB ist oberhalb als "Politische Anzeige" gekennzeichnet, unterhalb sind der Werbekunde und der inhaltliche Zusammenhang, die Diskussion über das Arbeitszeitgesetz, genannt. Zudem gibt es einen weiterführenden Link auf eine "Transparenzbekanntmachung". Sie zeigt, dass für die Anzeige 2.985 Euro geflossen sind. Auf Nachfrage von turi2 erklärt Turner, dass der Preis sich aus Agentur- und Medialeistungen zusammensetzt. Auch die Reichweite des Newsletters und weitere Details des Werbedeals werden genannt. Das seien alles Daten, die sich auch "aus unserer öffentlichen Preisliste" ergeben", sagt Turner zu turi2.
Zudem erklärt er, wie Table.Media die neuen EU-Regeln für politische Werbung, die erst seit 10. Oktober gelten, umgesetzt hat. So habe Table.Briefings gemeinsam mit der Rechtsanwaltskanzlei Nordemann und der Beratung für politische Kommunikation Cosmonauts & Kings die "beispielhafte TTPW-Lösung" entwickelt. Turner nennt das Ziel der Regulierung, die Verhinderung manipulativer Wahlpropaganda wie beim Brexit und den US-Präsidentschaftswahlen, zwar "lobenswert", vergleicht die Anwendung der neuen Richtlinie aber mit "anspruchsvoller Feintischlerei".
turi2 – eigene Infos, table.media ("Berlin.Table" vom 15.10., nach Anmeldung frei), table.media (Transparenzbekanntmachung)
(Foto, Ausschnitt: Jörg Carstensen / dpa / picturedesk.com)