Wir graturilieren: Der “Spiegel” wird 75.


Wir graturilieren: Am 4. Januar 1947 ist der erste "Spiegel" erschienen, in diesem Jahr feiert das Hamburger Nachrichtenmagazin seinen 75. Geburtstag. Damals wie heute gilt die Devise von Gründer Rudolf Augstein: "Sagen, was ist." Dafür nimmt der "Spiegel" auch juristische Kämpfe in Kauf, wie etwa zuletzt bei den Berichten zu Julian Reichelt und Luke Mockridge. "Wenn man mit kritischen Geschichten kommt, werden die sofort angegriffen", sagte Chefredakteur Steffen Klusmann jüngst im Video- und Podcast-Interview von turi2. Unterlassungen für "alles und nichts" seien an der Tagesordnung.

Kritischen Journalismus hat der "Spiegel" in den letzten Jahren allerhand produziert, 2018 stand das Magazin jedoch selbst in der Kritik – für die gefälschten Reportagen seines Reporters Claas Relotius. Der "Spiegel" macht den Skandal selbst öffentlich, arbeitet ihn auf und schraubt daraufhin an internen Arbeitsabläufen. Das Geburtstags-Geschenk macht sich der "Spiegel" selbst: Für 2021 erwartet die Spiegel-Gruppe ein deutliches Umsatz-Plus von mehr als 20 Mio Euro, 2020 hatte der "Spiegel" 256 Mio umgesetzt. Über 10 Mio Euro mehr Erlöse als im Vorjahr freuen sich die Macherinnen beim Digitalabo – die nächsten 75 Jahre können also kommen.