Wirtschaftsverbände beklagen Desinteresse von Olaf Scholz an ihren Problemen.


Gestörte Kommunikation: Das Verhältnis zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft ist offenbar deutlich angespannter, als bisher angenommen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die Verbände werfen Scholz vor, die Sorgen und Probleme der Wirtschaft nicht ernst zu nehmen. Sie hatten dem Kanzler im Januar einen Brief mit zehn konkreten Reform­ideen geschickt, zu denen Rede­bedarf bestehe. Abhilfe sollte das Spitzen­gespräch mit Scholz bei der Münchner Hand­werks­messe im März bringen, von dem Vize-Regierungs­sprecherin Christiane Hoffmann sagt, Scholz habe sich mit den Präsidenten der Verbände über deren Brief und ihre Vorschläge "aus­führlich ausge­tauscht". Nach "SZ"-Informationen soll Scholz jedoch auf keinen einzigen der zehn Punkte einge­gangen sein. Statt­dessen habe er die vermeintlichen Erfolge seiner Regierung bei der Reform der Verwaltung gelobt. Die Verbände seien "fassungs­los" und "stink­sauer" gewesen, hört die "SZ". Auch eine schriftliche Antwort auf ihren Brief hätten sie bis heute aus dem Kanzler­amt nicht erhalten.
sueddeutsche.de (€), focus.de

(Foto: Sven Hoppe / dpa / Picture Alliance)