
Durch den Shitstorm: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer reagiert auf den vor allem von Rechtsaußen wehenden Shitstorm gegen seine Person und trennt sich von seinen 50 % an der Weimer Media Group, berichtet zuerst "Bild". Die Anteile gehen an einen Treuhänder. Die Übertragung soll bis Jahresende vollzogen sein. "Ich vollziehe diese Trennung allein, um jeglichen Anschein eines Interessenkonflikts zu vermeiden, der indes tatsächlich nie bestanden hat", zitiert die "Zeit" aus einer Mitteilung. Schon vor seinem Amtsantritt im Frühjahr hatte Weimer sich als Geschäftsführer der WMG zurückgezogen und die Führung des Unternehmens seiner Ehefrau Christiane Goetz-Weimer überlassen, mit der er den Verlag 2012 gegründet hat. Sie Anteile, die er bisher hielt, seien stimmrechtslos und nicht gewinnberechtigt.
Vor allem das rechtspopulistische Lager mit "Apollo News" und "Nius" von Julian Reichelt hatte Weimer Interessenskonflikte vorgeworfen. Aber auch Grüne und Linke forderten von Weimer, sich zu erklären. Im Zentrum der Vorwürfe steht der von der WMG veranstaltete "Ludwig-Erhard-Gipfel" und Tickets und Teilnehmer-Pakete, die das Unternehmen an Firmen verkauft. Der Vorwurf: Die WMG verkaufe Einfluss auf politische Entscheidungsträger. Weimer nannte diese Aussage in der "FAZ" "schlicht eine Lüge, gegen die ich mich juristisch zur Wehr setzen werde". Dafür engagierte er Medienanwalt Christian Schertz.
zeit.de, bild.de, deutschlandfunkkultur.de
(Foto: BKM / Kay Henschelmann)