Ist der Chefredakteur der Zukunft ein multimedialer Entertainer, Lars Haider?


Probieren geht über Studieren: Lars Haider, Chefredakteur des “Hamburger Abendblatt”, ermuntert seine Kolleg*innen, neue journalistische Formen auszuprobieren. Interviews seien z.B. durch Podcasts viel authentischer als in der klassischen Form, schreibt er in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #13. Sie können den Beitrag kostenloses E-Paper lesen oder gedruckt bestellen.

Wenn das ein Kompliment sein soll, sage ich erstmal: danke. Und sonst: Jeder sollte als Chefredakteur das machen, woran er am meisten Spaß hat und was ihm am besten liegt. Ich erzähle in diesem Zusammenhang gern die Geschichte von meinem ersten Neujahrsempfang – immer Anfang Januar lädt das “Hamburger Abendblatt“ 1.000 Menschen ins Hotel Atlantic ein – und meiner damaligen Rede, die ich mit einem Rhetorik-Trainer geübt hatte. Er sagte: “Versuchen Sie bitte nicht, intellektuell zu wirken, das sind Sie nicht.“

Ich persönlich mag es sehr, neue journalistische Formen jenseits von Texten auszuprobieren – auch, weil man direkt Resonanz bekommt. Und ich glaube, dass es einer Marke wie dem “Hamburger Abendblatt“ hilft, mit Menschen verbunden zu werden. Deshalb ermuntere ich auch meine Kollegen, Videos, Podcasts und Live-Auftritte zu machen, und unserer Zeitung so Gesichter zu geben.

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Darüber hinaus stelle ich fest, dass Interviews gerade durch Podcasts, also durch sehr intensive, lange Gespräche, viel besser und authentischer werden als in der klassischen Form. Und, auch das gehört in Zeiten der Digitalisierung zur Wahrheit: Man wäre als Journalist doch schön blöd, ein Gespräch nur aufzuzeichnen, um es hinterher abzuschreiben und dann wegzuwerfen. Also: Ist der Chefredakteur der Zukunft ein Entertainer? Wenn damit gemeint ist, dass man ihm gern zuhört oder zusieht – dann ja!

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