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Machst du bald “Was mit sozialen Medien”, Daniel Fiene?

19. Mai 2021

Im Macher-Modus: “Was mit Medien” war jahrelang eine Radiosendung bei unterschiedlichen Sendern, zuletzt bei Deutschlandfunk Nova. Als die Macher Daniel Fiene, Dennis Horn und Sebastian Pähler ihren Sendeplatz verlieren, machen sie als Podcast weiter, der nun ein Unternehmen werden soll. In seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #14 beschreibt Daniel Fiene den steinigen Weg vom Journalisten zum Journalismus-Unternehmer.

“Die Jury hat bei euch einige Herausforderungen festgestellt.” Mit ernster Miene eröffnet die Leiterin des Media Lab Bayern Fellowships das Urteil der Fachjury. Ihre Kritik bringt unsere Schwächen auf den Punkt.

Stunden vorher hatten wir unseren Zukunftsplan von “Was mit Medien” präsentiert. Seit Herbst 2020 arbeiten wir daran, aus einer Radiosendung ein eigenes Medien-Unternehmen zu bauen. Wir wollen Medienschaffende konstruktiv auf ihrer Reise durch den Medienwandel begleiten.

Soll es das jetzt gewesen sein? Wir denken: Wenigstens werden unsere Learnings bleiben, wenn man nicht nur über Medienwandel berichtet, sondern ihn selbst vollzieht:

1. Die Zeit für eigene journalistische Angebote ist heute so gut wie nie. Die Werkzeuge gibt es schon Jahre. Neu ist die Zahlungsbereitschaft einer breiten Nutzerinnenschaft für unabhängige Medienangebote.

2. Paid-Podcasts müssen neu gedacht werden. In den USA haben Podcasts ihre harte Paywall eingerissen. Ein Teil ist frei für alle, ein Teil nur für Zahlende. Es ist lukrativer, eine größere Hörerinnenschaft zu erreichen. Die Monetarisierung läuft über Werbung, eigene Events und den Verkauf von Merchandise.

3. Membership-Modelle sind verlockend, aber nicht die Lösung. In Ausnahmefällen kann sich eine Newsletter-Autorin komplett über Leserinnen-Abos finanzieren. Mindestens Firmen-Abos, auf jeden Fall weitere Erlösmodelle sind nötig, um krisenfest zu sein.

4. Social-Media schafft Sichtbarkeit. Userinnen hören inzwischen nicht mehr alle Folgen ihrer abonnierten Podcasts. Sie wählen Themen aus, die sie interessieren. Deswegen müssen die über Social-Media sichtbar gemacht werden.

5. Im Zentrum muss eine Userinnen-zentrierte Formatentwicklung stehen. Es reicht im redaktionellen Prozess nicht aus, sich auf Personas zu konzentrieren. Jeder Kanal braucht eine eigene Strategie. Auch für klassische Medien wird dies zum Erfolgsfaktor.

“Aber, ihr habt euch in den letzten sechs Monaten beeindruckend weiterentwickelt. Ihr habt viel getestet. Ihr habt eine gute Strategie aufgesetzt.” Wir sind in der letzten Phase des Fellowships dabei. Was für eine Erleichterung. Jetzt liegt viel Arbeit vor uns. Packen wir es an!

Lesen Sie alle Geschichten der turi2 edition #14 – direkt hier im Browser als E-Paper:

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