artcount
  • News
  • Sport
  • themenwochen
  • Köpfe
  • Jobs
  • Termine
  • edition
  • podcast
  • werben bei turi2
  • suchen auf turi2
  • FAQ
  • werben bei turi2
  • Team
  • Newsletter
  • themenwochen
  • Köpfe
  • Firmen
  • Termine
  • Edition
  • podcast
  • turi2.tv
  • turi2 folgen
  • Partner
  • RSS-Feed
  • Datenschutz
  • Impressum

turi2 edition #12, 50 Vorbilder: Sebastian Pufpaff schreibt über Dean Martin.

12. Oktober 2020

Der heißt wirklich so: Sebastian Pufpaff ist Kabarettist, Moderator und Entertainer, bekannt aus der ZDF-“heute-show” oder seiner 3sat-Sendung Pufpaffs Happy Hour. Für die turi2 edition #12 schreibt er über Entertainment-Legende Dean Martin. Der “King of Cool” ist für Pufpaff Antiheld und Vorbild zugleich.

Wussten Sie, dass es kein Gegenteil für das Wort Vorbild in der deutschen Sprache gibt? Wir behelfen uns mit Begriffen wie Negativbeispiel und Antiheld. Oft denke ich, diese sind die besseren Lebensberater. Wenn du all das Schlechte nicht tust, statt andere nur zu imitieren, bist du nicht nur näher am Ideal, sondern auch mehr du selbst. Ist also das größte Arschloch womöglich das mächtigere Vorbild?

Aber Sie wollten ja eine konkrete Antwort auf die Frage nach meinem Vorbild. Da nur eine Person zu nennen, ist schwer. Es sind eher Charaktereigenschaften und Lebenswege, die ich bewundernswert finde. Ich lasse mich von Taten inspirieren. Mein Vorbild ist ein Mischwesen, ein Wolpertinger aus Menschen.

Meine Top drei sind Dean Martin, Steve Martin und Jerry Seinfeld, Komiker aus den USA. Insbesondere Dean Martin hat mich inspiriert und motiviert. Zusammen mit Jerry Lewis erfindet und kultiviert er in den 40er und 50er Jahren das Genre des Stand-ups. Martin und Lewis sind die unangefochtenen Meister der Unterhaltung, schaffen den Spagat zwischen Albernheit, Glamour und Authentizität. Was davon wahrhaftig, was hollywoodeske Fassade war, weiß ich nicht. Aber ihre Art und Weise zu arbeiten, die Menschen alles um sich herum vergessen zu lassen, immer wieder zu überraschen – das ist die Form von Unterhaltung, die ich liebe.

Lesen Sie alle Geschichten der turi2 edition #12 – direkt hier im Browser als E-Paper oder bestellen Sie das Buch.

Mein Bühnen-Alter-Ego Pufpaff ist an den Look von Martin angelehnt. Oft werde ich als George Clooney des Kabaretts bezeichnet, da ich grau melierte Haare habe und immer einen Anzug trage. Dabei bin ich eher der verlorene Sohn des Rat Packs. Die gute Garderobe zeugt von Respekt gegenüber dem Publikum: Wenn ihr es schafft, eure Hintern vom Sofa zu hieven, ziehe ich mir was Ordentliches an. Mein Aussehen soll auch im Widerspruch zu meiner Komik stehen. Der Zuschauer sieht einen Anzugträger mit Pomadenhaar, erwartet Schnöseligkeit, Arroganz und Selbstherrlichkeit, die ich dann mit meinem Gesagten breche. Der Look ist irreführend – und genau das ist ein guter Witz auch.

Bei Dean Martin greift dieses Prinzip ebenfalls: Er wird jahrelang als Beau verkannt, seine Karriere läuft solide bis durchschnittlich. Erst, als er anfängt, die Selbstironie zu leben, beginnt sein raketenhafter Aufstieg zur Crème de la Crème der Unterhaltung.

Dean Martins karrieristischer Schlingerkurs vor dem großen Erfolg motiviert ebenfalls. Er macht immer weiter, als Milchmann, Boxer, Nachtclubsänger, ist sich für nichts zu schade. Sieht die Ochsentour nicht als Plage, sondern als Schule. Es dauert mehrere Künstlernamen und zahllose Bands, bis er seine Bühnenfigur zurechtgeschliffen hat – um diese schlussendlich zusammen mit Jerry Lewis wieder zu demontieren. Das finde ich total spannend: Da will einer jahrelang als Sänger ernst genommen werden, schafft es halbwegs – echter Erfolg aber stellt sich erst ein, als Jerry Lewis auf der Bühne als alberner Komiker alles, was Martin tut, boykottiert.

Manchmal ist das große Ding das Gegenteil von dem, was wir anstreben. Man darf den Blick niemals auf die Untertasse beschränken, sollte immer offen für alles und jeden sein. Vielleicht verbirgt sich in der Schwäche eine Stärke, im Gegenteil der Sinn des Lebens.

Dean Martins Privatleben ist ebenfalls eine Mahnung, wie wenig wir das Leben im Griff haben. Es ist gezeichnet von Zweifeln, Schicksalsschlägen, Krankheiten. In der kollektiven Erinnerung ist Martin Mr. Cool, Sinnbild optimistischer Süffisanz. Trotzdem ist er kein makelloser Held. Fast hätte er sich im Bermudadreieck aus Eitelkeit, Drogen und Frauen verloren. Man kann trotzdem von ihm lernen – auch aus seinen Fehlern.

Was ich gelernt habe? Erfolg findet nicht im Scheinwerferlicht statt. Erfolg erlebt man zu Hause, für sich allein. Und mit dem volatilen Gefühl, einmal alles richtig gemacht zu haben.

Alle Geschichten aus der turi2-edition #12 lesen: turi2.de/edition12

    • Wort & Bild Verlag bringt mit “Apotheken Umschau Medicus” erstes Kaufmagazin an den Kiosk.

      Wort für Geld: Der Wort & Bild Verlag bringt heute das neue Print-Magazin “Apotheken Umschau Medicus” an den Kiosk, das auf 124 Seiten Meilensteine der Medizingeschichte thematisiert. Es ist in der 70-jährigen Verlagsgeschichte das erste Kaufmagazin. Es kostet 9,95 Euro. “W...
      weiterlesen
    • Ein Meisterwerk der Freiwilligkeit – Wikipedia feiert 25. Geburtstag.

      Täglich schlagen Millionen Menschen Informationen bei Wikipedia nach. Dahinter stecken wiederum Millionen Menschen, die in ihrer Freizeit Artikel verfassen. Ein System, das in 25 Jahren unersetzlich geworden ist, beschreibt Anna Mertens in unserer Rubrik NewsKNAcker, die wir zusammen mit der KNA...
      weiterlesen
    • “Die schärfste Kirchen-Kritik kommt oft von innen” – Andrea Rübenacker und Bernward Loheide über katholischen Journalismus und weltliche Werte.

      Die Kirchen verlieren Mitglieder, doch die Nachfrage nach ethischer Einordnung wächst. Das macht eine “christliche Perspektive” zum Wettbewerbsvorteil, auch gegenüber der dpa, sind PubliKath-Geschäftsführerin Andrea Rübenacker und KNA-Chefredakteur Bernward Loheide überzeugt. Im Inte...
      weiterlesen
    • Widerspruch an Florian Harms: Warum es schlecht für die Gesellschaft ist, den ÖRR einzuengen.

      Steffen Grimberg macht ARD, ZDF und den Rundfunkbeitrag als Lieblingsthema von Kolumnisten aus, “wenn sich partout gerade kein Thema aufdrängt” und nimmt sich die jüngste ÖRR-Kritik von Florian Harms vor. In unserer Kolumne “Kurz und KNAckig”, die wir in Kooperation mit d...
      weiterlesen
    • Flexibel und bedarfsorientiert: Wie Innovation im Journalismus gefördert werden kann – und woran sie scheitert.

      Innovation ist für Medien essenziell, stößt aber oft auf individuelle, organisationale und systemische Hürden. Inzwischen macht sich eine wachsende Zahl externer Förderer für journalistische Innovationen stark, darunter der WPK-Innovationsfonds. Die Kommunikationswissenschaftler Anja Noster und ...
      weiterlesen
    • Themenwoche Zukunft.

      Es ist Ende Januar, sämtliche Festtagsbeleuchtung ist abgebaut – und? Wer kann noch kaum erwarten, dass es wieder heller und Frühling wird? turi2 schaut in der zumindest gefühlt dunkelsten Zeit des Jahres eine Woche lang in die Zukunft von Medien, Marketing und PR. Wie erreichen Nachrichten und ...
      weiterlesen
    • Kleben und kleben lassen: Warum Sticker im öffentlichen Raum ein Ort des Austauschs sein können.

      Sticker sind aus dem Stadtbild kaum noch wegzudenken. Manch einer ist davon genervt, sie können sogar zur Gefahr werden. Doch die Aufkleber sind mehr als nur Vandalismus, sie bergen ein großes Potenzial, erklärt Historiker Ferdinand Leuxner. Für unsere Reihe NewsKNAcker, die wir in Kooperation m...
      weiterlesen
    • All I want for Christmas: Cornelia Krebs über die emotionale Magie von Weihnachtsspots.

      Alle Jahre wieder kämpfen Marken zur Weihnachtszeit um Aufmerksamkeit, Herzen und Geldbeutel der Kunden – mit Weihnachtsspots. Für turi2 blickt Cornelia Krebs, General Manager Emotion Engine beim Beratungsunternehmen september Strategie & Forschung, auf die Spot-Bescherung dieses Jahres und ...
      weiterlesen
    • Jugendschutz mit KI: Wie Daniela Hansjosten mit der KI “Merm:ai:d” den Jugendschutz bei RTL aufs nächste Level hebt.

      RTL Deutschland startet im Januar einen Modellversuch für seine selbstentwickelte Jugendschutz-KI “Merm:ai:d”. Das System analysiert audiovisuelle Inhalte und unterstützt die Redaktionen bei der Altersfreigabe. Die Kommission für Jugendmedienschutz testet die Software dabei erstmals ...
      weiterlesen
    • EU vs. Musk: Warum die Politik X besser heute als morgen verlassen sollte.

      X-Besitzer Elon Musk ist Anführer eines rhetorischen Feldzugs gegen die Europäische Union, beobachtet “KNA-Mediendienst”-Redakteurin Jana Ballweber in unserer Kolumne “Kurz und KNAckig”. Sie wundert sich, dass die EU der Plattform des Multimilliardärs dennoch weiter die T...
      weiterlesen

    Artikel-Navigation

    ← turi2 am Abend: X, RTL+, RBB. turi2 am Morgen: Google, Elon Musk, Slapp-Klagen. →

Werktags um 7 und 17 Uhr die wichtigsten News aus Medien, Marketing und PR als Newsletter. Jetzt abonnieren!

Loading...

Suchen auf turi2.de

Banner turi2 Themenwoche
Impressum, Datenschutz, Mediadaten, FAQ, RSS-Feed, Termine
Dieses Blog läuft mit WordPress