turi2 edition #12, 50 Vorbilder: Sebastian Rudolph schreibt über Jürgen Klopp.


The Normal One: Jürgen Klopp ist ein Möglichmacher, der das Unvorstellbare Wirklichkeit werden lässt. Sein Erfolgsrezept ist praxiserprobt, vielfach bewährt – und lässt sich hervorragend auch abseits des Fußballplatzes anwenden, schreibt Kommunikationsprofi Sebastian Rudolph in der turi2 edition #12.

Treffender als die BBC kann man die Tragweite kaum beschreiben: „30 Jahre. 1.149 Spiele. 103.410 Minuten – ohne Nachspielzeit. Das Warten ist endlich vorbei. Der FC Liverpool ist wieder Meister.“ Konstrukteur dieser Leistung ist Jürgen Klopp. Erster deutscher Trainer, der in der englischen Premier League die Meisterschaft holt. Sieben Spieltage vor Schluss – nie zuvor hat es eine Mannschaft geschafft, die Liga so früh für sich zu entscheiden. Wie Klopp führt und Ziele steckt, wie er Leitplanken setzt und Freiräume gibt, wie er mit Erfolgen und Niederlagen umgeht: authentisch. Vorbildlich. Sympathisch.

Für Jürgen Klopp ist der Beruf Berufung. Er ist bodenständig geblieben, bezeichnet sich als „the normal one“, in Abgrenzung zu so manchem Trainer, dem der Erfolg zu Kopf gestiegen ist. Klopp ist der Gegenentwurf: eine Identifikationsfigur, die weit über den Sport hinaus strahlt. Ansprechbar, empathisch, visionär. Die Meisterschaft mit Liverpool sei das Beste, was er sich vorstellen kann, sagte Klopp mit Tränen in den Augen im TV. Mehr, als er sich je hätte erträumen können.

Der Traum des Jürgen Klopp, er verläuft schon länger traumhaft schön. Bereits der 1. Juli 2019 geht in die Fußballgeschichte ein. Jürgen Klopp läuft übers Spielfeld, überwältigt vom jüngsten Erfolg seines Teams. Der FC Liverpool hat gerade den bedeutendsten Clubfußball- Wettbewerb der Welt gewonnen: die Champions League. Als Klopp sein Traineramt fünf Jahre zuvor angetreten hat, war der Verein finanziell heruntergewirtschaftet, spielerisch im grauen Mittelmaß gefangen.

Klopp schrecken solche Herausforderungen nicht ab, im Gegenteil. Er geht positiv an die Dinge heran, ist offen und neugierig, lässt sich von Rückschlägen nicht beirren. Misserfolge gibt es immer wieder. Aber: Wie oft ist man als Kind beim Laufenlernen hingefallen? Wie oft wieder aufgestanden? Weitermachen, dranbleiben, aus Fehlern lernen: Darum geht es. Wichtige Zutaten dieses Erfolgsrezepts sind Mut, Herzblut und Zuversicht. Daraus entstehen Selbstbewusstsein und der Charakter. Ein Weg verläuft nie gerade. Trotzdem muss man sich ambitionierte Ziele stecken. Auf der Wegstrecke arbeitet Klopp mit voller Offenheit.

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Direkt und wertschätzend, reflektierend und motivierend. Mit klarem Fokus: Erfolg.

Der 53-Jährige prägt den Charakter seiner Spieler, entwickelt sie weiter. Auch gute Leute können immer noch besser werden. Diese positive Denkweise leben wir auch bei Porsche. Wir entwickeln und qualifizieren unsere Mitarbeiter kontinuierlich weiter. Man muss dabei aus der eigenen Komfortzone herauskommen, um zu wachsen. Das gilt auch für meinen Chef Oliver Blume: Nur weil sich Porsche immer wieder neu erfunden hat, ist Porsche auch Porsche geblieben, sagt er treffend.

Die Welt ist global und verändert sich rasant. Was heute richtig ist, kann später plötzlich aus der Zeit gefallen sein. Jürgen Klopp macht Stammspielern bewusst, dass sie Leistung bringen müssen, um ihre Führungsrolle ausüben zu können. Und er macht allen Spielern bewusst, dass sie wichtig sind – auf und neben dem Platz. Erfolg ist Teamwork. Und die Arbeit geht weit über das 90-minütige Spiel hinaus. An Strategien muss man immer wieder feilen, die Aufstellung der Mannschaft verändern, Taktiken kalibrieren. Darüber wird Erfolg verstetigt. All das lebt Jürgen Klopp.

Gleichzeitig hält er die Balance: Fehler massiv zu kritisieren ist nicht seine Sache. Er weiß genau, dass dadurch Angst entsteht. Wer Angst hat, ist nicht erfolgreich. Aus Fehlern muss man lernen dürfen. Auch an dieser Stelle eine passende Parallele zu Oliver Blume.

Gute Führung bedeutet: Menschen zu inspirieren, etwas zu erreichen, was sie nicht für möglich gehalten hätten. Jürgen Klopp erklärt seinem Team immer wieder: Vieles scheint unmöglich, bis man es geschafft hat.

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