turi2 edition #13: Franjo Martinovic über Mut.


Nur Mut: Franjo Martinovic, Geschäftsführer vom TV-Vermarkter Visoon, sieht in 2020 eine Chance, Arbeits- und Lebensweisen zu überdenken. “Wir sollten den Mut haben, mutig zu sein”, fordert er in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #13. Sie können das Buch hier als kostenloses E-Paper lesen oder gedruckt bestellen.

Für die meisten Menschen war 2020 ein surreales und anstrengendes Jahr. Eines voller Verzicht, Unsicherheit, Existenzangst und oft auch Einsamkeit. Für viele von uns war es auch ein Jahr, in dem die Maschinerie des “höher, schneller, weiter“ abrupt stoppte. Ein Jahr, in dem das Streben nach materieller Oberflächlichkeit plötzlich an Wert verlor. Mein Haus, mein Auto, meine Karriere? Eher nicht.

Stattdessen bekommen wir gerade die einmalige Chance, unser Handeln, unser Zusammenleben und auch die Art und Weise, wie wir arbeiten, auf den Prüfstand zu stellen. Die Chance, zu reflektieren und unsere Zukunft neu zu entwerfen.

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Wir sollten diese Chance nutzen. Denn wenn 2020 uns etwas gelehrt hat, dann Dankbarkeit und Demut. Wir sehen nun klarer als zuvor, dass es ein Luxus ist, alles tun zu können, wann und wo immer wir es wollen. Wir erkennen, dass Downsizing kein Rückschritt sein muss. Dass nicht nur der Arzt unseren Respekt verdient, sondern genauso die Pflegekraft, der Kassierer im Supermarkt und jeder einzelne, der einen Beitrag dazu leistet, dass unser Land auch in der Krise funktioniert. Deshalb sollten wir mutig sein; mutig, uns Fundamentalismus und Populismus entgegenzustellen; mutig, uns eine bessere und gerechtere Welt zu bauen; mutig, innovativ zu sein. Wir sollten den Mut haben, mutig zu sein.

Für 2021 wünsche ich mir, dass wir unsere Ängste überwinden. Wir haben viele Herausforderungen vor uns, aber ich weigere mich zu glauben, dass alles immer schlechter wird. Ich möchte, dass wir Optimisten werden, die ausprobieren, lernen, forschen und entwickeln. Menschen, bei denen Dogmatismus und Pessimismus sich immer weniger im Zeitgeist wiederfinden. Am Ende bin ich lieber ein absoluter Optimist, der sich vielleicht in einigen Idealen getäuscht sieht, als ein Pessimist, der recht behält.

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